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Wolfgang Wolf [Trainer]

07.12.2011 - 10:41 Uhr
Wolfgang Wolf [Trainer] |#611
24.04.2012 - 05:42 Uhr
Zitat von 4982markus:
Hansa-Trainer im OZ-Gespräch
http://www.ostsee-zeitung.de/leserbriefe/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=3426306

Zitat
Rostock (OZ) - Nach der 0:3-Niederlage gegen den FC St. Pauli ist Hansas zweiter Abstieg in die 3. Liga fast besiegelt. OZ sprach mit Cheftrainer Wolfgang Wolf (53) über die Ursachen der Misere, seine Zukunft und die des Vereins. Die Entscheidung in der Trainerfrage soll noch in dieser Woche fallen.

OZ: Die Abstiegsentscheidung ist scheinbar gefallen – wie geht es jetzt weiter, Herr Wolf? Wolfgang

Wolf: Unsere Chancen sind zweifellos viel geringer geworden. Wir müssen aus den beiden verbleibenden Spielen sechs Punkte holen und gleichzeitig auf die Konkurrenz hoffen. Aber wir lassen den Kopf nicht hängen, es geht immer weiter. Wir werden uns auch auf Union Berlin genauso vorbereiten wie auf die Spiele davor.

OZ: Machen Sie in Rostock weiter, wenn Hansa absteigt?

Wolf: Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Wir werden uns zusammensetzen und weitere Gespräche führen. In dieser Woche muss in der Trainerfrage eine Entscheidung fallen, damit auch der Verein weiß, wie es für ihn weitergeht.

OZ:Liegt die Entscheidung bei Ihnen?

Wolf: Sie liegt auf beiden Seiten.

OZ: Woran hakt es denn noch?

Wolf: Das werde ich nicht öffentlich machen. Wir haben gute Gespräche geführt. Ich bin keiner, der wegläuft, sondern ein Kämpfer, der sich einer Aufgabe stellt. Aufs Geld kommt es bei mir persönlich auch nicht an. Mir macht es Spaß bei Hansa.

OZ: Aber?

Wolf: Jetzt müssen wir sehen, ob die Gespräche so laufen, dass beide Seiten zufrieden sind. Wenn ja, dann geht es weiter – wenn nicht, geht’s auseinander.

OZ:Es geht also in erster Linie um die sportliche Perspektive?

Wolf: Richtig. Sollten wir absteigen, brauchen wir in der nächsten Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft. Wir müssen die realistische Chance haben, um den Aufstieg mitspielen zu können – das muss das Ziel von Hansa Rostock sein. Fans und Umfeld lassen gar nichts anderes zu.

OZ:Sie knüpfen Ihr weiteres Engagement also an Bedingungen?

Wolf: Nein, das sind keine Bedingungen. Die Vereinsverantwortlichen wissen, dass man sich in Rostock nicht hinstellen und sagen kann: Wir bauen jetzt mal zwei, drei Jahre in der 3. Liga etwas auf. Dazu hat das Umfeld nicht die Geduld.

OZ: Es ist ungewöhnlich, dass ein Trainer absteigen darf und der Klub ihn trotzdem weiterbeschäftigen will.

Wolf: Was heißt ungewöhnlich? Von solchen Klischees sollten wir uns mal verabschieden. In Italien entlassen sie Trainer, holen ihn zurück, entlassen ihn wieder und holen ihn noch mal zurück. Das ist da fast an der Tagesordnung. Entscheidend ist, wie die Zusammenarbeit ist, wie die Spiele abgelaufen sind und was mit dieser Mannschaft wirklich drin war. Vor diesem Hintergrund muss man sagen: Mein Vorgänger Peter Vollmann hat Außerordentliches geleistet, mit dieser Mannschaft in die 2. Liga aufzusteigen.

OZ: Das muss auch in in der nächsten Saison das Ziel sein, wenn Hansa absteigt, oder?

Wolf: Es wird in der 3. Liga nicht so einfach werden, wie nach dem ersten Abstieg. Damals hat keiner was von Hansa erwartet. Dieses Mal wird man nicht wieder so durchmarschieren wie vor zwei Jahren. In der 3. Liga muss man das Spiel komplett umstellen, Hansa muss das Spiel machen. Es ist eine ganz andere Situation als in der 2. Liga, wo man reagieren kann. Wenn wir absteigen sollten, muss jeder Trainer – egal ob ich oder ein anderer – die Perspektive haben, mit der Mannschaft vorne mitspielen zu können. Wenn diese Perspektive nicht gegeben ist, wird er von Anfang an Probleme bekommen.

OZ: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bleiben?

Wolf: Das will ich nicht beziffern. Man darf nicht vergessen, dass der ganze Verein auf der Kippe steht. Die Bürgerschaft muss im Mai entscheiden. Sie kann den Verein sterben lassen oder ihn weiter am Leben erhalten. Anschließend gilt es, Konzepte zu entwickeln, damit Hansa in den nächsten drei, vier fünf Jahren wieder in ein anderes Fahrwasser kommt.

OZ: Wo liegen die Ursachen für die derzeitige Misere?

Wolf: Geld schießt zwar nicht immer Tore, aber man kann damit an entscheidenden Stellen nachjustieren. Leider war der Verein finanziell nicht in der Lage, in der Winterpause noch mal nachzulegen wie es zum Beispiel Ingolstadt oder Karlsruhe getan haben – ich weiß, was diese Vereine investiert haben. Deshalb stehen wir unten drin, und dann kommt man in eine Spirale hinein und die jungen Spieler sind dem Druck irgendwann nicht mehr gewachsen. Aber es nützt nichts, zurückzublicken. Man muss jetzt versuchen, etwas auf die Beine zu stellen, das länger Bestand hat. Man muss Visionen und Ziele haben, und das gibt der Verein auch her.

OZ:Wie meinen Sie das?

Wolf: Ich habe noch nie einen Verein erlebt, bei dem die Leute so mitleiden, wo alles drumherum so stimmt, wo auch die Angestellten mit Freude dabei sind. Ich habe ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis mit (Klubchef) Bernd Hofmann und (Manager) Stefan Beinlich. Die Arbeit mit der Mannschaft und meinem Trainerteam ist überragend. Das passt alles. Wenn ich hierbleibe, will ich mit Hansa die dritte Liga so schnell wie möglich wieder verlassen. Aber das wird schwer.

OZ:Warum ist Ihr Respekt vor der 3. Liga so groß?

Wolf: Ich kenne die Etats der Vereine und ich kenne unseren, und der liegt nicht im oberen Drittel. Es ist nicht einfach, Leute zu Hansa zu holen, wenn man nicht mit Geld um sich schmeißen kann. Sandhausen hat in der dritten Liga einen höheren Etat als wir in der zweiten. Auch Aalen zahlt bessere Gehälter als wir. Oder Heidenheim: Michael Thurk ist sicher nicht dorthin gegangen, weil das Wetter da so schön ist.

OZ:Wird es im Abstiegsfall einen radikalen Schnitt in der Mannschaft geben?

Wolf: Das ist immer auch ein Frage dessen, was im Geldbeutel ist. Müssen wir eines unserer Talente verkaufen, wenn ein Angebot kommt oder können wir widerstehen? Das sind Fragen, die noch zu besprechen sind. Ich habe schon oft Mannschaften zusammengestellt und weiß, dass es in der dritten Liga nicht viel einfacher wird als aktuell in der zweiten. Nur mit jungen Spielern kann man nicht bestehen, die Mischung muss stimmen.
Interview von Sönke Fröbe


Dieses Interview bestätigt einmal mehr meine positive Meinung über Wolfgang Wolf. In Eurer Lage braucht es jemand, der den Status Quo richtig einschätzt und dies auch endsprechend kommuniziert. Das ist allemal besser, als einen Trainer zu holen, welcher verbal auf die Paucke hat und dann aber am zehnten Spieltag auf Tabellenplatz 12 stehend, entlassen wird.
Vereine wie Ihr und wir sind am besten beraten, auf Kontinuität und umsichtiges wirtschaften zu setzen. Alles andere ist einfach realitätsfern. Dazu gehört auch, das man (und das gilt auch für meinen KSC) aufhört, nach Spielklassen zu schielen, in welchen man mal vor Jahren erfolgreich war, für welche man aber derzeit nicht mal ansatzweise aufgestellt ist.

Ich denke, das Ihr mit WW in Liga 3 gute Karten habt, euch im ersten Jahr zu stabilisieren (einstelliger Tabellenplatz) und ein Jahr später mit entsprechender Kadersubstanz ausgestattet, wieder in Liga 2 vertreten seid.

•     •     •

Fußball ist die Heimat einsamer Männer (Marcus Mumfort)
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Dieser Beitrag wurde zuletzt von metallian am 24.04.2012 um 05:46 Uhr bearbeitet
Wolfgang Wolf [Trainer] |#612
24.04.2012 - 09:30 Uhr
Das Interview ist klasse....einfach ehrlich seine Meinung gesagt.

Dabei für mich besonders wichtige Sachen:

1. Das Umfeld hat nicht die Geduld länger in Liga 3 zu bleiben. Damit sind wir Fans gemeint. Wir stehen also indirekt mal einem langfristigen Aufbau (der ja hier oft gefordert wird) aus Jugendspielern im Weg

2. Wir sind finanziell nichtmal im oberen Drittel in Liga 3, also auch dort wird es schwer Spieler für einen Aufstiegskampf zu holen

3. Wenn Wolf bleibt bedeutet das, dass wir ein gutes sportliches Konzept haben weil daran hakt es noch...
Wolfgang Wolf [Trainer] |#613
24.04.2012 - 09:43 Uhr
Zitat von chrischi87:
Das Interview ist klasse....einfach ehrlich seine Meinung gesagt.

Dabei für mich besonders wichtige Sachen:

1. Das Umfeld hat nicht die Geduld länger in Liga 3 zu bleiben. Damit sind wir Fans gemeint. Wir stehen also indirekt mal einem langfristigen Aufbau (der ja hier oft gefordert wird) aus Jugendspielern im Weg

2. Wir sind finanziell nichtmal im oberen Drittel in Liga 3, also auch dort wird es schwer Spieler für einen Aufstiegskampf zu holen

3. Wenn Wolf bleibt bedeutet das, dass wir ein gutes sportliches Konzept haben weil daran hakt es noch...


Zu 1: Ich glaube so direkt war das gar nicht gemeint. Ich glaube er wollte auch damit sagen das unser Umfeld einfach in eine andere Liga gehört und die Fans einen höherklassigen Fu0ball fordern. Trotz allem werden ja auch die meisten in Liga 3 ins Stadion pilgern.

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Leidenschaft kennt keine Liga!
Totgesagte leben länger!
Wolfgang Wolf [Trainer] |#614
24.04.2012 - 09:44 Uhr
Ganz entscheidend ist eigentlich dieser Satz:

Vor diesem Hintergrund muss man sagen: Mein Vorgänger Peter Vollmann hat Außerordentliches geleistet, mit dieser Mannschaft in die 2. Liga aufzusteigen.


Hier sagt Wolf ganz klar, das diese Mannschaft bis auf die Neuzugänge nicht zweitligareif ist/war!
Wolfgang Wolf [Trainer] |#615
24.04.2012 - 09:50 Uhr
Zitat von derJebe:
Ganz entscheidend ist eigentlich dieser Satz:

Vor diesem Hintergrund muss man sagen: Mein Vorgänger Peter Vollmann hat Außerordentliches geleistet, mit dieser Mannschaft in die 2. Liga aufzusteigen.


Hier sagt Wolf ganz klar, das diese Mannschaft bis auf die Neuzugänge nicht zweitligareif ist/war!


so klingt es für mich auch
Wolfgang Wolf [Trainer] |#616
24.04.2012 - 09:58 Uhr
Zitat von derJebe:
Ganz entscheidend ist eigentlich dieser Satz:

Vor diesem Hintergrund muss man sagen: Mein Vorgänger Peter Vollmann hat Außerordentliches geleistet, mit dieser Mannschaft in die 2. Liga aufzusteigen.

Hier sagt Wolf ganz klar, das diese Mannschaft bis auf die Neuzugänge nicht zweitligareif ist/war!


Ja, aber es kann nicht so schwer sein, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Es sei denn, uns steht bei einm Abstieg noch weniger Geld für den Kader zur Verfügung als letzte Saison.

Außerdem finde ich, dass Vollmann auch großes Glück hatte, Glück mit der Verletzung von Langen und der nachfolgenden Verpflichtung von Ziegenbein. Glück auch mit dem Aufgehen eines für ihn untypischen sportlichen Konzepts - Offensive.

Als Verantwortlicher würde ich am sportlichen Konzept der letzten Saison anknüpfen. Das heißt, wir brauchen eine starke vielbeinige Offensive, mit Spielern, die ständig ihre Positionen tauschen können, so wie es Lartey, Ziege und Jänicke gemacht haben. Es muss wieder über die Tore gehen, und nicht wie im eigentlichen Vollmann-Konzept über die Abwehr.
Wolfgang Wolf [Trainer] |#617
24.04.2012 - 10:13 Uhr
Zitat von Walle:
Ja, aber es kann nicht so schwer sein, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Es sei denn, uns steht bei einm Abstieg noch weniger Geld für den Kader zur Verfügung als letzte Saison.


Der Spieleretat ist im Falle des Abstiegs höher als der aus der letzten Drittligasaison.
Von daher soll Wolf mal ruhig weiter einen vom Pferd erzählen....
Für mich ist das Rumgeeier was er da im Interview von sich gibt.

•     •     •

Egal wo und wann - Hansa Rostock ein Leben lang!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kogge86 am 24.04.2012 um 10:15 Uhr bearbeitet
Wolfgang Wolf [Trainer] |#618
24.04.2012 - 11:03 Uhr
Rostock (OZ) - Nach der 0:3-Niederlage gegen den FC St. Pauli ist Hansas zweiter Abstieg in die 3. Liga fast besiegelt. OZ sprach mit Cheftrainer Wolfgang Wolf (53) über die Ursachen der Misere, seine Zukunft und die des Vereins. Die Entscheidung in der Trainerfrage soll noch in dieser Woche fallen.

OZ: Die Abstiegsentscheidung ist scheinbar gefallen – wie geht es jetzt weiter, Herr Wolf? Wolfgang

Wolf: Unsere Chancen sind zweifellos viel geringer geworden. Wir müssen aus den beiden verbleibenden Spielen sechs Punkte holen und gleichzeitig auf die Konkurrenz hoffen. Aber wir lassen den Kopf nicht hängen, es geht immer weiter. Wir werden uns auch auf Union Berlin genauso vorbereiten wie auf die Spiele davor.

OZ: Machen Sie in Rostock weiter, wenn Hansa absteigt?

Wolf: Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Wir werden uns zusammensetzen und weitere Gespräche führen. In dieser Woche muss in der Trainerfrage eine Entscheidung fallen, damit auch der Verein weiß, wie es für ihn weitergeht.

OZ:Liegt die Entscheidung bei Ihnen?

Wolf: Sie liegt auf beiden Seiten.

OZ: Woran hakt es denn noch?

Wolf: Das werde ich nicht öffentlich machen. Wir haben gute Gespräche geführt. Ich bin keiner, der wegläuft, sondern ein Kämpfer, der sich einer Aufgabe stellt. Aufs Geld kommt es bei mir persönlich auch nicht an. Mir macht es Spaß bei Hansa.

OZ: Aber?

Wolf: Jetzt müssen wir sehen, ob die Gespräche so laufen, dass beide Seiten zufrieden sind. Wenn ja, dann geht es weiter – wenn nicht, geht’s auseinander.

OZ:Es geht also in erster Linie um die sportliche Perspektive?

Wolf: Richtig. Sollten wir absteigen, brauchen wir in der nächsten Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft. Wir müssen die realistische Chance haben, um den Aufstieg mitspielen zu können – das muss das Ziel von Hansa Rostock sein. Fans und Umfeld lassen gar nichts anderes zu.

OZ:Sie knüpfen Ihr weiteres Engagement also an Bedingungen?

Wolf: Nein, das sind keine Bedingungen. Die Vereinsverantwortlichen wissen, dass man sich in Rostock nicht hinstellen und sagen kann: Wir bauen jetzt mal zwei, drei Jahre in der 3. Liga etwas auf. Dazu hat das Umfeld nicht die Geduld.

OZ: Es ist ungewöhnlich, dass ein Trainer absteigen darf und der Klub ihn trotzdem weiterbeschäftigen will.

Wolf: Was heißt ungewöhnlich? Von solchen Klischees sollten wir uns mal verabschieden. In Italien entlassen sie Trainer, holen ihn zurück, entlassen ihn wieder und holen ihn noch mal zurück. Das ist da fast an der Tagesordnung. Entscheidend ist, wie die Zusammenarbeit ist, wie die Spiele abgelaufen sind und was mit dieser Mannschaft wirklich drin war. Vor diesem Hintergrund muss man sagen: Mein Vorgänger Peter Vollmann hat Außerordentliches geleistet, mit dieser Mannschaft in die 2. Liga aufzusteigen.

OZ: Das muss auch in in der nächsten Saison das Ziel sein, wenn Hansa absteigt, oder?

Wolf: Es wird in der 3. Liga nicht so einfach werden, wie nach dem ersten Abstieg. Damals hat keiner was von Hansa erwartet. Dieses Mal wird man nicht wieder so durchmarschieren wie vor zwei Jahren. In der 3. Liga muss man das Spiel komplett umstellen, Hansa muss das Spiel machen. Es ist eine ganz andere Situation als in der 2. Liga, wo man reagieren kann. Wenn wir absteigen sollten, muss jeder Trainer – egal ob ich oder ein anderer – die Perspektive haben, mit der Mannschaft vorne mitspielen zu können. Wenn diese Perspektive nicht gegeben ist, wird er von Anfang an Probleme bekommen.

OZ: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bleiben?

Wolf: Das will ich nicht beziffern. Man darf nicht vergessen, dass der ganze Verein auf der Kippe steht. Die Bürgerschaft muss im Mai entscheiden. Sie kann den Verein sterben lassen oder ihn weiter am Leben erhalten. Anschließend gilt es, Konzepte zu entwickeln, damit Hansa in den nächsten drei, vier fünf Jahren wieder in ein anderes Fahrwasser kommt.

OZ: Wo liegen die Ursachen für die derzeitige Misere?

Wolf: Geld schießt zwar nicht immer Tore, aber man kann damit an entscheidenden Stellen nachjustieren. Leider war der Verein finanziell nicht in der Lage, in der Winterpause noch mal nachzulegen wie es zum Beispiel Ingolstadt oder Karlsruhe getan haben – ich weiß, was diese Vereine investiert haben. Deshalb stehen wir unten drin, und dann kommt man in eine Spirale hinein und die jungen Spieler sind dem Druck irgendwann nicht mehr gewachsen. Aber es nützt nichts, zurückzublicken. Man muss jetzt versuchen, etwas auf die Beine zu stellen, das länger Bestand hat. Man muss Visionen und Ziele haben, und das gibt der Verein auch her.

OZ:Wie meinen Sie das?

Wolf: Ich habe noch nie einen Verein erlebt, bei dem die Leute so mitleiden, wo alles drumherum so stimmt, wo auch die Angestellten mit Freude dabei sind. Ich habe ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis mit (Klubchef) Bernd Hofmann und (Manager) Stefan Beinlich. Die Arbeit mit der Mannschaft und meinem Trainerteam ist überragend. Das passt alles. Wenn ich hierbleibe, will ich mit Hansa die dritte Liga so schnell wie möglich wieder verlassen. Aber das wird schwer.

OZ:Warum ist Ihr Respekt vor der 3. Liga so groß?

Wolf: Ich kenne die Etats der Vereine und ich kenne unseren, und der liegt nicht im oberen Drittel. Es ist nicht einfach, Leute zu Hansa zu holen, wenn man nicht mit Geld um sich schmeißen kann. Sandhausen hat in der dritten Liga einen höheren Etat als wir in der zweiten. Auch Aalen zahlt bessere Gehälter als wir. Oder Heidenheim: Michael Thurk ist sicher nicht dorthin gegangen, weil das Wetter da so schön ist.

OZ:Wird es im Abstiegsfall einen radikalen Schnitt in der Mannschaft geben?

Wolf: Das ist immer auch ein Frage dessen, was im Geldbeutel ist. Müssen wir eines unserer Talente verkaufen, wenn ein Angebot kommt oder können wir widerstehen? Das sind Fragen, die noch zu besprechen sind. Ich habe schon oft Mannschaften zusammengestellt und weiß, dass es in der dritten Liga nicht viel einfacher wird als aktuell in der zweiten. Nur mit jungen Spielern kann man nicht bestehen, die Mischung muss stimmen.

:cool :cool :cool :cool :cool :cool :cool :cool :cool :cool :cool :cool

Schönes Interview. Interessante Ansichten. Gute Vorsätze. Prima Ausblick.

Aber dennoch hätte ich diese grundsätzlichen Aussagen lieber von Paule Beinlich als von Wolf gehört. Er ist nämlich der sportliche Chef!?

Ich habe ja gesagt, dass Wolf gerne bleiben darf, ja sogar sollte. Aber ich würde mich jetzt auch nicht allzu wichtig nehmen Herr Wolf.

Auch ohne Wolfgang Wolf kann es für Hansa eine Zukunft geben. ;)

Denn einen Standortvorteil haben wir nunmal, das hat ja auch WW erkannt "ganz viel Herzblut". Wenn das kein Grund ist? :)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Gustaw am 24.04.2012 um 11:09 Uhr bearbeitet
Wolfgang Wolf [Trainer] |#619
24.04.2012 - 11:46 Uhr
Ein ehrliches und offenes Interview - find ich prima. Gesagte Dinge können sich schnell ändern - aber sie geben auch einen Eindruck. Und der ist für mich sehr sehr gut...
Wolfgang Wolf [Trainer] |#620
24.04.2012 - 18:28 Uhr
26 Punkte und ein schönes Interview. 2 Seiten einer Medaille?
Wolf kann sich sehr gut verkaufen, kommt sympatisch rüber.
Aber was kann sich Hansa dafür kaufen?
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