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Freiburger Fankultur

04.11.2009 - 13:48 Uhr
Freiburger Fankultur |#4711
21.01.2026 - 15:21 Uhr
Zitat von TaktikTeddy

Das ist eine ziemlich dreiste Verdrehung dessen, was ich geschrieben habe. Ich habe weder behauptet, für den Großteil der Fußballinteressierten zu sprechen, noch habe ich irgendwem den Fanstatus abgesprochen. Das liest du da rein, weil es dir offenbar besser passt als dich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen.

Mag sein, dass ich dann Deine Botschaft missverstanden habe. Aber wagen wir (=ich) doch einfach einmal eine Texteröterung bzw- interpretation Deines Textes:

Zitat von TaktikTeddy
Zu unser aller großem Glück hast du das nicht zu entscheiden, dein Beitrag blendet völlig aus, wie deutsche Fankultur tatsächlich entstanden ist. Fankultur hierzulande lebt von aktiver Beteiligung: von Kurven, Fanclubs, Ultras, Choreos, Fahnen, Gesängen, Protestformen und ja, auch von Pyrotechnik.

Hier ist für mich die einzig erkennbare Botschaft, dass die "deutsche Fankultur" im Wesentlichen aus Dingen besteht, die von der aktiven Szene ausgeübt oder mindestens geprägt werden. Somit finde ich schon, dass diese Aussage mindestens impliziert, dass die Fans, die diese Dinge nicht ausüben oder (wie Pyro) ablehnen, nicht zur "Lebendigkeit" der Fankultur beitragen. Und das ist m.E. eine Art des Ausschlusses, ob beabsichtigt oder nicht.

Zitat von TaktikTeddy
Die Forderung nach personalisierten Tickets, maximaler Kontrolle und Sanktionierung folgt einer Logik, die Fans primär als Sicherheitsrisiko betrachtet. Genau dieser Ansatz hat in England zu entpolitisierten, teuren und weitgehend leblosen Stadien geführt. Wer das als Ideal sieht, sollte das offen sagen es hat aber mit der hiesigen Fankultur wenig zu tun.

Gehen wir auf Deinen Hinweis England ein:

Ich für meinen Teil verteufle die englischen Zustände nicht (bis auf die hohen Preise, die aber vor allem durch die nach wie vor hohe Nachfrage getrieben werden). Es gibt aufgrund der Kontrollen weniger Zäune und auch die Sicht aufgrund weniger oder gezielt eingesetzter Fahnen ist besser. Der Support ist in England deutlich Spiel-abhängiger und somit für mich häufig auch "authentischer". Zudem finde ich die individuellen Spieler- und Trainergesänge mittlerweile abwechslungsreicher und kreativer als in Deutschland.

Für mich ist das mittlerweile bei uns im Block häufig das gleichbleibende, meist 90-minütige Abspulen der häufig gleichen (Ultra-)Gesänge. Wer zudem das inflationäre Entflammen von Pyro inkl. 8-minütiger Unterbrechung zu Anpfiff (wie am Sonntag) als "passendere Kultur" zu einem Fußballspiel einstuft, okay - bin ich anderer Meinung. In England geht es mMn mehr um den Sport. Und auch deshalb sind die englischen Stadien wie Anfield Road oder Old Trafford in den Top-Nennungen der Traum-Spielorte vieler Fußballer.

Zitat von TaktikTeddy
Ein friedlicher Fan ist nicht automatisch derjenige, der still konsumiert, alles abnickt und keinerlei Konflikte aushält. Fankultur war immer auch laut, unbequem, kollektiv organisiert und manchmal konfrontativ. Das muss man nicht mögen aber es pauschal als Problem darzustellen, ignoriert völlig, warum Fußball hierzulande überhaupt diese gesellschaftliche Bedeutung hat.

Hier bin ich wirklich komplett anderer Meinung - die von Dir skizzierte Fankultur war nicht immer so. Früher gab es bspw. deutlich weniger Pyro im SC-Block und die (großen) Fahnen wurden rücksichtsvoll nur situativ geschwenkt, damit alle auf der Nord (oder davor Gegengerade) gute Sicht haben. Eine Laola wurde gestartet, um das ganze Stadion mitzunehmen - und auch die Gesänge wurden deutlich häufiger "aus der Menge" aufgenommen. Zudem war es damals auch nicht "Gesetz" dass nur bestimmte Gruppen zentral hinter dem Tor stehen dürfen, wer zuerst kam, mahlte zuerst. Mittlerweile wird man "höflich" gebeten, sich zu verpissen, da noch 300 weitere "Kollegen" erwartet werden. Separierung statt gemeinsam.

Aber kann ja sein, dass ich Dich und die Fankultur wirklich einfach nicht richtig verstehe. Nur egal bei welchem Thema fehlen mir wiederkehrend: 1. Der Sport/Verein steht im Mittelpunkt 2. Die Gemeinschaft aller Stadiongänger soll gestärkt werden 3. Selbstkritik kommt zu selten durch

Kann sein, dass ich dadurch zu häufig / zu schnell in eine Ablehnungshaltung verfalle, aber ich bilde mir ein, dass ich bevor ich "gegenschreibe", die Inhalte schon 1-2 Mal Revue passieren lasse, um nicht Gefahr zu laufen - nur aus Vorurteilen oder Emotion getrieben zu antworten. Hab ich übrigens auch bei Deinen Texten gemacht.
Freiburger Fankultur |#4712
21.01.2026 - 15:41 Uhr
Ich glaube, hier wird sehr deutlich, warum diese Diskussion für mich an ihr Ende gekommen ist. Nicht wegen unterschiedlicher Meinungen, sondern wegen der Art, wie meine Aussagen immer wieder umgedeutet werden.
Habe nie behauptet, deutsche Fankultur bestehe ausschließlich aus aktiver Szene, noch habe ich irgendwem abgesprochen, Fan zu sein oder zur Atmosphäre beizutragen. Das habe ich mehrfach klar gestellt. Trotzdem wird mir nun erneut implizit unterstellt, andere Formen des Fan-Seins auszuschließen. Das ist keine legitime Interpretation mehr, sondern eine Projektion.
Mein Punkt war und ist simpel: Der SC Freiburg und die deutsche Stadionkultur insgesamt sind historisch auch durch organisierte, sichtbare, manchmal unbequeme Fankultur geprägt worden. Kurven, Fanclubs, Ultras, Choreos, Gesänge, Protestformen und ja, auch Pyrotechnik gehören dazu. Das schließt ruhigere, konsumorientierte oder weniger organisierte Fans nicht aus beides existiert parallel. Problematisch wird es erst dort, wo aktive Fankultur pauschal als Störfaktor, Sicherheitsproblem oder moralisches Defizit dargestellt wird.
Dein England-Vergleich macht letztlich nur deutlich, dass wir unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie ein Stadionerlebnis aussehen sollte. Das ist absolut okay. Es rechtfertigt aber nicht, daraus rückwirkend abzuleiten, dass deutsche Kurvenkultur weniger "authentisch" sei oder sich dem Geschmack der Mehrheit unterzuordnen habe. Unterschiedliche Modelle existieren keines davon ist per se überlegen. Auch wenn uns halb Europa für die Kurven bewundert, beneidet und ein unique Sellingpoint der Bundesliga ist.
Dass sich Kurven über Jahrzehnte verändern, ist bestreitet auch niemand. Diese Entwicklung jedoch auf "Separierung" oder fehlende Gemeinschaft zu reduzieren, blendet aus, wie viel Organisation, Engagement und Selbstverwaltung nötig sind, um überhaupt kollektiven Support zu ermöglichen. Das ist keine Abkehr vom Verein, sondern Ausdruck davon und sagt eigentlich mehr über denjenigen aus der sich eben nicht einbringen will, nochmal: auch das ist okay.
Was diese Diskussion für mich bedenklich macht, ist, dass ich mich wiederholt gegen Positionen verteidigen soll, die ich nie vertreten habe. Ich diskutiere gerne über Inhalte, aber nicht über ständig neu konstruierte Unterstellungen.

Ich akzeptiere, dass wir sehr unterschiedliche Zugänge zu Fankultur haben. Damit ist für mich zu diesem Thema jetzt aber wirklich alles gesagt und ich bin aus dieser Diskussion raus.
Freiburger Fankultur |#4713
21.01.2026 - 15:45 Uhr
Zitat von TaktikTeddy
Ich glaube, hier wird sehr deutlich, warum diese Diskussion für mich an ihr Ende gekommen ist. Nicht wegen unterschiedlicher Meinungen, sondern wegen der Art, wie meine Aussagen immer wieder umgedeutet werden.
Habe nie behauptet, deutsche Fankultur bestehe ausschließlich aus aktiver Szene, noch habe ich irgendwem abgesprochen, Fan zu sein oder zur Atmosphäre beizutragen. Das habe ich mehrfach klar gestellt. Trotzdem wird mir nun erneut implizit unterstellt, andere Formen des Fan-Seins auszuschließen. Das ist keine legitime Interpretation mehr, sondern eine Projektion.
Mein Punkt war und ist simpel: Der SC Freiburg und die deutsche Stadionkultur insgesamt sind historisch auch durch organisierte, sichtbare, manchmal unbequeme Fankultur geprägt worden. Kurven, Fanclubs, Ultras, Choreos, Gesänge, Protestformen und ja, auch Pyrotechnik gehören dazu. Das schließt ruhigere, konsumorientierte oder weniger organisierte Fans nicht aus beides existiert parallel. Problematisch wird es erst dort, wo aktive Fankultur pauschal als Störfaktor, Sicherheitsproblem oder moralisches Defizit dargestellt wird.
Dein England-Vergleich macht letztlich nur deutlich, dass wir unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie ein Stadionerlebnis aussehen sollte. Das ist absolut okay. Es rechtfertigt aber nicht, daraus rückwirkend abzuleiten, dass deutsche Kurvenkultur weniger "authentisch" sei oder sich dem Geschmack der Mehrheit unterzuordnen habe. Unterschiedliche Modelle existieren keines davon ist per se überlegen. Auch wenn uns halb Europa für die Kurven bewundert, beneidet und ein unique Sellingpoint der Bundesliga ist.
Dass sich Kurven über Jahrzehnte verändern, ist bestreitet auch niemand. Diese Entwicklung jedoch auf "Separierung" oder fehlende Gemeinschaft zu reduzieren, blendet aus, wie viel Organisation, Engagement und Selbstverwaltung nötig sind, um überhaupt kollektiven Support zu ermöglichen. Das ist keine Abkehr vom Verein, sondern Ausdruck davon und sagt eigentlich mehr über denjenigen aus der sich eben nicht einbringen will, nochmal: auch das ist okay.
Was diese Diskussion für mich bedenklich macht, ist, dass ich mich wiederholt gegen Positionen verteidigen soll, die ich nie vertreten habe. Ich diskutiere gerne über Inhalte, aber nicht über ständig neu konstruierte Unterstellungen.

Ich akzeptiere, dass wir sehr unterschiedliche Zugänge zu Fankultur haben. Damit ist für mich zu diesem Thema jetzt aber wirklich alles gesagt und ich bin aus dieser Diskussion raus.


Kann leider keine Beiträge werten. Stimme dir komplett zu.
Freiburger Fankultur |#4714
21.01.2026 - 16:35 Uhr
Zitat von Spence2000
Zitat von TaktikTeddy

Das ist eine ziemlich dreiste Verdrehung dessen, was ich geschrieben habe. Ich habe weder behauptet, für den Großteil der Fußballinteressierten zu sprechen, noch habe ich irgendwem den Fanstatus abgesprochen. Das liest du da rein, weil es dir offenbar besser passt als dich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen.

Mag sein, dass ich dann Deine Botschaft missverstanden habe. Aber wagen wir (=ich) doch einfach einmal eine Texteröterung bzw- interpretation Deines Textes:

Zitat von TaktikTeddy

Zu unser aller großem Glück hast du das nicht zu entscheiden, dein Beitrag blendet völlig aus, wie deutsche Fankultur tatsächlich entstanden ist. Fankultur hierzulande lebt von aktiver Beteiligung: von Kurven, Fanclubs, Ultras, Choreos, Fahnen, Gesängen, Protestformen und ja, auch von Pyrotechnik.

Hier ist für mich die einzig erkennbare Botschaft, dass die "deutsche Fankultur" im Wesentlichen aus Dingen besteht, die von der aktiven Szene ausgeübt oder mindestens geprägt werden. Somit finde ich schon, dass diese Aussage mindestens impliziert, dass die Fans, die diese Dinge nicht ausüben oder (wie Pyro) ablehnen, nicht zur "Lebendigkeit" der Fankultur beitragen. Und das ist m.E. eine Art des Ausschlusses, ob beabsichtigt oder nicht.

Zitat von TaktikTeddy

Die Forderung nach personalisierten Tickets, maximaler Kontrolle und Sanktionierung folgt einer Logik, die Fans primär als Sicherheitsrisiko betrachtet. Genau dieser Ansatz hat in England zu entpolitisierten, teuren und weitgehend leblosen Stadien geführt. Wer das als Ideal sieht, sollte das offen sagen es hat aber mit der hiesigen Fankultur wenig zu tun.

Gehen wir auf Deinen Hinweis England ein:

Ich für meinen Teil verteufle die englischen Zustände nicht (bis auf die hohen Preise, die aber vor allem durch die nach wie vor hohe Nachfrage getrieben werden). Es gibt aufgrund der Kontrollen weniger Zäune und auch die Sicht aufgrund weniger oder gezielt eingesetzter Fahnen ist besser. Der Support ist in England deutlich Spiel-abhängiger und somit für mich häufig auch "authentischer". Zudem finde ich die individuellen Spieler- und Trainergesänge mittlerweile abwechslungsreicher und kreativer als in Deutschland.

Für mich ist das mittlerweile bei uns im Block häufig das gleichbleibende, meist 90-minütige Abspulen der häufig gleichen (Ultra-)Gesänge. Wer zudem das inflationäre Entflammen von Pyro inkl. 8-minütiger Unterbrechung zu Anpfiff (wie am Sonntag) als "passendere Kultur" zu einem Fußballspiel einstuft, okay - bin ich anderer Meinung. In England geht es mMn mehr um den Sport. Und auch deshalb sind die englischen Stadien wie Anfield Road oder Old Trafford in den Top-Nennungen der Traum-Spielorte vieler Fußballer.

Zitat von TaktikTeddy

Ein friedlicher Fan ist nicht automatisch derjenige, der still konsumiert, alles abnickt und keinerlei Konflikte aushält. Fankultur war immer auch laut, unbequem, kollektiv organisiert und manchmal konfrontativ. Das muss man nicht mögen aber es pauschal als Problem darzustellen, ignoriert völlig, warum Fußball hierzulande überhaupt diese gesellschaftliche Bedeutung hat.

Hier bin ich wirklich komplett anderer Meinung - die von Dir skizzierte Fankultur war nicht immer so. Früher gab es bspw. deutlich weniger Pyro im SC-Block und die (großen) Fahnen wurden rücksichtsvoll nur situativ geschwenkt, damit alle auf der Nord (oder davor Gegengerade) gute Sicht haben. Eine Laola wurde gestartet, um das ganze Stadion mitzunehmen - und auch die Gesänge wurden deutlich häufiger "aus der Menge" aufgenommen. Zudem war es damals auch nicht "Gesetz" dass nur bestimmte Gruppen zentral hinter dem Tor stehen dürfen, wer zuerst kam, mahlte zuerst. Mittlerweile wird man "höflich" gebeten, sich zu verpissen, da noch 300 weitere "Kollegen" erwartet werden. Separierung statt gemeinsam.

Aber kann ja sein, dass ich Dich und die Fankultur wirklich einfach nicht richtig verstehe. Nur egal bei welchem Thema fehlen mir wiederkehrend: 1. Der Sport/Verein steht im Mittelpunkt 2. Die Gemeinschaft aller Stadiongänger soll gestärkt werden 3. Selbstkritik kommt zu selten durch

Kann sein, dass ich dadurch zu häufig / zu schnell in eine Ablehnungshaltung verfalle, aber ich bilde mir ein, dass ich bevor ich "gegenschreibe", die Inhalte schon 1-2 Mal Revue passieren lasse, um nicht Gefahr zu laufen - nur aus Vorurteilen oder Emotion getrieben zu antworten. Hab ich übrigens auch bei Deinen Texten gemacht.


Danke für diesen Beitrag.
Zur Lektüre sei auch der Kommentar in der BZ zu den Sicherheitsmaßnahmen für das Spiel morgen und die Lesermeinungen hierzu empfohlen. Das geht in die gleiche Richtung.
Freiburger Fankultur |#4715
21.01.2026 - 16:48 Uhr
Du meinst den Kommentar, der einerseits feststellt, dass mit Abstand so wenig Menschen wie noch nie ins neue Stadion kommen werden und gleichzeitig pauschal den Boykott der Ultras (wenige hundert) ohne sich mit deren Stellungnahme auseinanderzusetzen verurteilt ?

Das passt was nicht, ne ? Scheinbar boykottieren auch viele andere (tausende) das Spiel. Aber das passt ja nicht in die Linie.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mr_Moe am 21.01.2026 um 16:49 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4716
21.01.2026 - 17:03 Uhr
Zitat von Mr_Moe

Du meinst den Kommentar, der einerseits feststellt, dass mit Abstand so wenig Menschen wie noch nie ins neue Stadion kommen werden und gleichzeitig pauschal den Boykott der Ultras (wenige hundert) ohne sich mit deren Stellungnahme auseinanderzusetzen verurteilt ?

Das passt was nicht, ne ? Scheinbar boykottieren auch viele andere (tausende) das Spiel. Aber das passt ja nicht in die Linie.


Ja, diesen Kommentar von Herrn Röderer meine ich.
Ich habe die Stellungnahme der Ultras auch gelesen. Kann ich nicht nachvollziehen.

Wir in Deutschland haben eine Vergangenheit, die m. E. dazu führt, dass wir eine besondere Verantwortung für jüdisches Leben in der Welt und in Deutschland haben.
Ich finde es furchtbar, dass Antisemitismus wieder so um sich greift. Nicht nur in rechten Kreisen. Sondern in der gesamten Gesellschaft. In linken Kreisen. Dazu noch in migrantischen Kreisen.
Deshalb müssen diese Maßnahmen sein. So beschämend es auch ist, dass wir als Gesellschaft in Deutschland auch mehr als 80 Jahre später offenbar noch nichts dazugelernt haben. Zumindest in den oben genannten Kreisen.
Es wäre eine Kapitulation, wenn wir ein Spiel eher absagen, als die Sicherheit anderweitig (versuchen) herzustellen.
Und damit müssen sich auch die Damen und Herren Ultras einmal fügen. Es gibt Dinge, die höher, wichtiger sind. Oder überhöhen da manche ggf. ihre Bedeutung?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Cardoso72 am 21.01.2026 um 17:20 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4717
21.01.2026 - 20:10 Uhr
Ich werde auch nicht zum Spiel gehen und meine Karte verfallen lassen. Hauptgrund ist, dass man keine Taschen mitnehmen darf. Soll ich jetzt die Geldbörse und mein Smartphone die ganze Zeit in der Hand halten? Nicht bei jedem passt das in Jacken- oder Hosentasche. Ich hätte viele Maßnahmen akzeptieren können, auch die verstärkten Kontrollen, aber nicht das komplette Taschenverbot.
Freiburger Fankultur |#4718
22.01.2026 - 10:23 Uhr
Zitat von Cardoso72
Zitat von Mr_Moe

Du meinst den Kommentar, der einerseits feststellt, dass mit Abstand so wenig Menschen wie noch nie ins neue Stadion kommen werden und gleichzeitig pauschal den Boykott der Ultras (wenige hundert) ohne sich mit deren Stellungnahme auseinanderzusetzen verurteilt ?

Das passt was nicht, ne ? Scheinbar boykottieren auch viele andere (tausende) das Spiel. Aber das passt ja nicht in die Linie.


Ja, diesen Kommentar von Herrn Röderer meine ich.
Ich habe die Stellungnahme der Ultras auch gelesen. Kann ich nicht nachvollziehen.

Wir in Deutschland haben eine Vergangenheit, die m. E. dazu führt, dass wir eine besondere Verantwortung für jüdisches Leben in der Welt und in Deutschland haben.
Ich finde es furchtbar, dass Antisemitismus wieder so um sich greift. Nicht nur in rechten Kreisen. Sondern in der gesamten Gesellschaft. In linken Kreisen. Dazu noch in migrantischen Kreisen.
Deshalb müssen diese Maßnahmen sein. So beschämend es auch ist, dass wir als Gesellschaft in Deutschland auch mehr als 80 Jahre später offenbar noch nichts dazugelernt haben. Zumindest in den oben genannten Kreisen.
Es wäre eine Kapitulation, wenn wir ein Spiel eher absagen, als die Sicherheit anderweitig (versuchen) herzustellen.
Und damit müssen sich auch die Damen und Herren Ultras einmal fügen. Es gibt Dinge, die höher, wichtiger sind. Oder überhöhen da manche ggf. ihre Bedeutung?


Auch wenn ich mich dazu nicht äußern wollte, aber ich es mehrfach hier und anderswo gelesen habe.

Wir spielen nicht gegen einen jüdischen Verein.
Wir spielen gegen ein Verein aus dem Staat Israel.
Dieser Staat vollzieht in den Augen vieler in den letzten Jahrzehnten massive Menschenrechtsverletzungen.
Dieses Verhalten des Staates Israels eskaliert seit einigen Monaten komplett in Gaza.

Der Protest gegen dieses Spiel richtet sich in keinster Weise gegen Menschen jüdischen Glaubens.
Es so zu benennen und damit Menschen aus Israel mit Menschen jüdischen glaubens gleichzusetzen, ist tatsächlich Antisemitismus.

Ein Protest gegen den Staat Israel hat nichts mit Antisemitismus zu tun, auch wenn das in letzter Zeit häufig, leider zum Teil auch absichtlich, Durcheinander gerät.
Freiburger Fankultur |#4719
22.01.2026 - 10:32 Uhr
Ich verstehe ehrlich die ganze Aufregung nicht. Da fährt man nach Aserbaidschan, wird eine Stunde nach dem Spiel im Stadion "gefangen gehalten". In Frankreich darf man nicht mit Fanutensilien in der Stadt gehen, da man Gefahr läuft, nicht mehr gesund nach Hause zu kommen. Da wird man vor Auswärtsspielen im Bus festgehalten, wird Nacktvisitation unterzogen, wird niedergeknüppelt, wie Tiere behandelt und macht nun einen Aufstand, weil das Dreifache an Polizisten als bei Risikospielen da sind, na und. Ich werde freundlich an denen, mit drei Hefeweizen im Körper vorbeigehen und grüßen. Bei der Einlasskontrolle kann auch nicht mehr an meinem Körper abgetastet werden wie sonst und sollten beim Einlass meine künstlichen Hüften und Kniegelenk piepsen, was solls. Ich gehe lieber durch eine Hundertschaft Polizisten als krawallbereite Hooligans (Ultras). Ich freue mich auf das Spiel, will meine Mannschaft siegen sehen und bin dankbar, dass wir ein Euroleague zu Hause haben. In diesem Sinne: Auf geht´s Freiburg kämpfen und siegen.
Freiburger Fankultur |#4720
22.01.2026 - 10:40 Uhr
Zitat von Kolunji
Zitat von Cardoso72

Zitat von Mr_Moe

Du meinst den Kommentar, der einerseits feststellt, dass mit Abstand so wenig Menschen wie noch nie ins neue Stadion kommen werden und gleichzeitig pauschal den Boykott der Ultras (wenige hundert) ohne sich mit deren Stellungnahme auseinanderzusetzen verurteilt ?

Das passt was nicht, ne ? Scheinbar boykottieren auch viele andere (tausende) das Spiel. Aber das passt ja nicht in die Linie.


Ja, diesen Kommentar von Herrn Röderer meine ich.
Ich habe die Stellungnahme der Ultras auch gelesen. Kann ich nicht nachvollziehen.

Wir in Deutschland haben eine Vergangenheit, die m. E. dazu führt, dass wir eine besondere Verantwortung für jüdisches Leben in der Welt und in Deutschland haben.
Ich finde es furchtbar, dass Antisemitismus wieder so um sich greift. Nicht nur in rechten Kreisen. Sondern in der gesamten Gesellschaft. In linken Kreisen. Dazu noch in migrantischen Kreisen.
Deshalb müssen diese Maßnahmen sein. So beschämend es auch ist, dass wir als Gesellschaft in Deutschland auch mehr als 80 Jahre später offenbar noch nichts dazugelernt haben. Zumindest in den oben genannten Kreisen.
Es wäre eine Kapitulation, wenn wir ein Spiel eher absagen, als die Sicherheit anderweitig (versuchen) herzustellen.
Und damit müssen sich auch die Damen und Herren Ultras einmal fügen. Es gibt Dinge, die höher, wichtiger sind. Oder überhöhen da manche ggf. ihre Bedeutung?


Auch wenn ich mich dazu nicht äußern wollte, aber ich es mehrfach hier und anderswo gelesen habe.

Wir spielen nicht gegen einen jüdischen Verein.
Wir spielen gegen ein Verein aus dem Staat Israel.
Dieser Staat vollzieht in den Augen vieler in den letzten Jahrzehnten massive Menschenrechtsverletzungen.
Dieses Verhalten des Staates Israels eskaliert seit einigen Monaten komplett in Gaza.

Der Protest gegen dieses Spiel richtet sich in keinster Weise gegen Menschen jüdischen Glaubens.
Es so zu benennen und damit Menschen aus Israel mit Menschen jüdischen glaubens gleichzusetzen, ist tatsächlich Antisemitismus.

Ein Protest gegen den Staat Israel hat nichts mit Antisemitismus zu tun, auch wenn das in letzter Zeit häufig, leider zum Teil auch absichtlich, Durcheinander gerät.



Wenn ich das Wort Maccabi googele kommen Antwoten wie

"Der dir gleicht, mein Herr, unter den Göttern."

"Maccabi ist nicht nur als Vereinsbezeichnung zu sehen, sondern steht vielmehr stellvertretend für die jüdische Sportgemeinschaft insgesamt."

Dazu der Davidstern im Logo von Maccabi Tel Aviv.

Also ich sehe da sehr deutlich einen Bezug zum jüdischen Glauben.
Und dann sind wir sehr schnell beim Thema Antisemitismus. Losgelöst vom Staate Israel.
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