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Freiburger Fankultur

04.11.2009 - 13:48 Uhr
Freiburger Fankultur |#4691
20.01.2026 - 23:13 Uhr
Puh, es geht nur um ein Fußballspiel.... Man könnte meinen es geht um Demo mit Gegen-Demo, tausende von Teilnehmern...
Ich begrüße die Polizeipräsenz. Aber man sollte auch die Kirche im Dorf lassen. Das irgendwelche ***** en das evtl. nutzen möchten kann passieren. Deshalb gut dass die Polizei massiv vertreten ist. Aber bitte keine "Panik".

Ich freu mich auf Donnerstag smile

Achja, fast vergessen.... Den Protest der aktiven Fanszene kann ich nicht nachvollziehen. Es würde doch klar im Vorfeld kommuniziert bzw. war es absehbar.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von ganderson am 20.01.2026 um 23:17 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4692
20.01.2026 - 23:39 Uhr
Zitat von Dannyscf

Zitat von SqqCF

Zitat von Dannyscf

Zitat von SqqCF

Ich nehme mir den Kommentar mal kurz zum Anlass eine Sache zu korrigieren. Die zusätzliche Polizeipräsenz ist nicht nur zum Schutz der Maccabi Fans oder zum verhindern eines möglichem Terroranschlag da sondern auch zum Schutz vor genau diesen Fans. Siehe auch hier den Wikipedia Eintrag zu den Ereignissen in Amsterdam.

https://en.wikipedia.org/wiki/November_2024_Amsterdam_riots

Das könnte man denken, dem ist aber tatsächlich nicht so. Es wurden wohl nichtmal 100 Tickets verkauft an Gästefans. In Amsterdam waren es 3000. In Stuttgart waren es übrigens noch 1500.


Dafür müsste die Zahl der verkauften Tickets aber weit im voraus bekannt sein. Ist dem so? Konnte diese zahlen auf die schnelle nicht finden.

Edit: Abgesehen davon können 100 Menschen trotzdem noch ziemlichen schaden anrichten.

Dass 100 Menschen auch extremen Schaden anrichten können ist absolut klar.
Die BZ hatte über die nur knapp 100 Fans berichtet, die man im Stadion erwartet.

Im endeffekt kann ich der Polizei nicht in den Kopf gucken. Es wäre aber aus meiner Sicht fahrlässig wenn das beim Sicherheitskonzept nicht mit eingeplant wurde. Vermutlich ist die Planung für die Maßnahmen auch vor dem Ticketverkauf gewesen. Aber auch hier kann ich nur spekulieren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SqqCF am 20.01.2026 um 23:39 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4693
21.01.2026 - 07:19 Uhr
Zitat von Dannyscf

Text


Dein Beitrag illustriert ziemlich gut worum es mir hier geht: Verhältnismäßigkeit wird hier rein formal-juristisch abgehandelt, losgelöst von der sozialen Realität im Stadion.
Dass eine Infostand-Durchsuchung kein Wohnungsdurchsuchungsniveau erreicht, hat niemand bestritten. Der Eingriff ist trotzdem real weil hier organisierte Fankultur unter Generalverdacht gestellt wird. Es geht nicht darum, ob einzelne Grundrechtsartikel verletzt sind, sondern um das Signal und die Normalisierung solcher Maßnahmen gegenüber einer klar identifizierten Gruppe. Genau diese Grauzone wird seit Jahren immer weiter ausgedehnt.
Beim Thema Racial Profiling wird zudem ein Strohmann aufgebaut. Niemand behauptet, Metalldetektoren seien "rassistisch". Die Sorge richtet sich auf selektive Zusatzkontrollen, polizeiliches Ermessen und Begleitmaßnahmen, die erfahrungsgemäß eben nicht alle gleich treffen. Das ist kein theoretisches Konstrukt, sondern vielfach dokumentierte Praxis, auch unabhängig von diesem Spiel.
Und zur erhöhten Polizeipräsenz: Kritik daran bedeutet nicht, dass man jüdischen Fans keinen Schutz wünscht. Diese Gleichsetzung ist schlicht unredlich. Man kann Schutz von Gästen befürworten und gleichzeitig kritisch hinterfragen, ob massive Polizeiaufgebote, Bereitschaftspolizei und Hochrüstung nachweislich deeskalierend wirken viele persönliche Erfahrungen sprechen eher für das Gegenteil.
Keiner schreibt man wolle ein "normales Spiel", weil das einfach unrealistisch wäre. Aber "Hochsicherheit" darf kein Freifahrtschein sein, um jede Kritik an Maßnahmen als moralisch fragwürdig abzuwerten. Genau diese Logik führt dazu, dass Eingriffe irgendwann nicht mehr erklärt, sondern nur noch eingefordert werden.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von TaktikTeddy am 21.01.2026 um 07:36 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4694
21.01.2026 - 07:49 Uhr
Zitat von Dannyscf
Zitat von TaktikTeddy

Da gehe ich in vielen Punkten mit, gerade was die unterschiedlichen Perspektiven auf ""Sicherheit" angeht. Genau deshalb ist Verhältnismäßigkeit für mich der zentrale Maßsstab.
Wo ich aber widersprechen würde: Die Durchsuchung eines Infostands ist eben nicht "erstmal kaum problematisch", sondern für eine organisierte Fanszene ein sehr sensibler Eingriff. Dort liegen Kommunikationsmaterial, Spendengelder, Infrastruktur, das ist kein beliebiger Rucksack, sondern ein zentraler Teil selbstorganisierter Fankultur. Eine solche Maßnahme hat daher eine andere Qualität als klassische Einlasskontrollen.
Ähnlich beim Thema Racial Profiling: Dass es diese Gefahr leider immer gibt, macht sie nicht weniger relevant. Im Gegenteil, wenn sie im Vorfeld bereits mitgedacht wird, zeigt das, dass hier ein reales Risiko gesehen wird. Das als Argument einfach beiseitezuschieben, greift aus meiner Sucht zu kurz.

Bezüglich der genannten 3 Punkte, warum die organisierte Fanszene wegbleibt, sehe ich es, wie viele hier eigentlich komplett anders und sie scheinen für mich tatsächlich etwas vorgeschoben.
Punkt 1: Durchsuchung eines Infostandes. Für mich hat das durchaus auch, wie du sagst eine andere Qualität als eine klassische Einlasskontrolle, weil aufwendiger, aber ist doch für die Fans an sich total unproblematisch.
Da du auch mit der Verhältnismäßigkeit kommst und diese ja immer ausgeführt wird gegen die Polizei:
Diese prüft man in dem man die Notwendigkeit der Maßnahme gegen den Einschnitt in die Grundrechte des Betroffenen abwiegt.
Bei einer Durchsuchung der Wohnung als Beispiel: Artikel 13 GG Unverletzlichkeit der Wohnung.
Durchsuchung einer Person: Körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG)
Wenn private Gegenstände (Handys, Laptops) durchsucht werden: Allgemeines Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG)
Wenn der Infostand aufgelöst wird: Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG) und Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG).

Wenn die Polizei also einen Infostand durchsucht einer Fanszene, diese aber weder persönliche Gegenstände der einzelnen Personen vor Ort durchsucht oder beschlagnahmt und der Infostand nach der Durchsuchung weder untersagt noch aufgelöst wird hast du einfach 0,0 einen Einschnitt in irgendwelche Rechte der Privatpersonen vor Ort. Hätte es die übrigens gegeben, wäre die Durchsuchung übrigens von einem Richter gekommen und die Polizei wäre für die "Wut" auch vollkommen der falsche Adressat.
Hier sehe ich wirklich auch persönlich aber überhaupt keine Probleme für die Betreiber des Stands, außer sie haben halt tatsächlich was im Schilde geführt.

Punkt 2: "Racial Profiling" durch Metalldetektoren. Hier musste ich es erstmal zwei mal lesen. Ich wusste garnicht, dass die Metalldetektoren rassistisch sein können und wenn doch: Hut ab vor der KI mittlerweile.
Wenn jeder einzelne Besucher durch Metalldetektoren gehen muss ist das die beste Maßnahme aller Zeiten GEGEN Racial Profiling. Dieser unterscheidet bei der Durchsuchung der Personen beim Einlass nämlich nicht zwischen einem jungen Erwachsenen mit Pro-Palästina Schal aus dem nahen Osten und einer 80 jährigen geborenen Freiburgerin aus dem Wolfswinkel.
Gäbe es diese Metalldetektoren nicht, gäbe es zu 100% vor Ort racial Profiling. Nun allerdings die beste Maßnahme um das auszuschließen als Hauptgrund dafür zu nehmen verstehe ich tatsächlich nicht im Ansatz. Vielleicht denke ich hier auch falsch und mir kann das bitte jemand erläutern?

Punkt 3: Erhöhte Polizeipräsenz:
Hier gab es von vielen Usern schon gute Punkte und hier ist es für mich auch am ehesten "eigene Meinung" und ich verstehe auch Personen, die da schon "unschuldig" in Maßnahmen reingeraten sind. Ich persönlich hatte nie ein Problem mit erhöhter Polizeipräsenz. In Stuttgart hat das alles ja auch reibungslos funktioniert und wie angesprochen: Ich denke die verfolgten Juden in Amsterdam hätten sich genau diesen Polizeischutz gewünscht. Auch für mich muss man hier ja klar differenzieren. Nahezu alle Maßnahmen der Polizei sind ja nicht dazu ausgelegt, Gewalttaten zwischen den Fangruppierungen zu vermeiden wie sonst und so eben gegebenfalls gegen die Ultras gerichtet sondern es geht lediglich um den Schutz unserer Gäste. Wer diesen speziellen Polizeischutz dann anprangert und negativ sieht, den finde ich wiederum in seiner Weltanschauung extrem kritisch. Was wäre denn die andere Möglichkeit? Jüdische Fans kategorisch ausschließen wie in Birmingham? Gerade in Freiburg ja unmöglich.
Wir leben in einer verrückten Welt, haben nun auch in Freiburg aufgrund der Nahostproblematik ja genau diese Israelhasser, die ja nur aufgrund der Tätigkeiten von Israel zu uns kamen, mitten unter uns. Nicht so extrem wie in Amsterdam aber es gibt sie nunmal auch. Jetzt die jüdische Gemeinschaft schützen und ein Spiel als Normalo Fan, der vielleicht auch garnicht politisch unterwegs ist, die erhöhten Kontrollen "aushalten", ist für mich jetzt nichts weltbewegendes.
Wer es persönlich nicht möchte darf ja gerne daheim bleiben. Gerade die langen Einlasskontrollen wären ja ggfls ein möglicher Grund. Die Polizeipräsenz im Kern anzuprangern, wie es die Fanszene macht, ist aber für mich hier irgendwie fraglich, weil für mich jeder, der das bei diesem Spiel macht, offensichtlich keinen Rundumschutz für die Gäste möchte oder eben diesen unter die eigenen Bedürfnisse stellt.


Wenn ich die Bilder aus Stuttgart sehe, wo Polzisten in voller Montur mit Maschinenpistolen (!) im Umlauf und im Stadionumfeld standen, und mit den Berichten aus Berlin von letztem Wochenende sowie meinen Erfahrungen z.B. aus Nizza vergleiche, wird mir definitiv mulmig zu mute. Ich glaube in den letzten Monaten und Jahren hat es im Fussballkontext genug Beispiele gegeben, in denen eine höhere Polizeipräsenz nicht automatisch zu mehr Sicherheit führt. Und damit will ich nicht dazu auffordern, dass die Makkabi Fans, auch wenn sie zumindest einmal teilweise sehr fragwürdige politische Gesinnungen haben, nicht geschützt werden.
Freiburger Fankultur |#4695
21.01.2026 - 08:09 Uhr
Zitat von TaktikTeddy
Zitat von Dannyscf

Text


Dein Beitrag illustriert ziemlich gut worum es mir hier geht: Verhältnismäßigkeit wird hier rein formal-juristisch abgehandelt, losgelöst von der sozialen Realität im Stadion.
Dass eine Infostand-Durchsuchung kein Wohnungsdurchsuchungsniveau erreicht, hat niemand bestritten. Der Eingriff ist trotzdem real weil hier organisierte Fankultur unter Generalverdacht gestellt wird. Es geht nicht darum, ob einzelne Grundrechtsartikel verletzt sind, sondern um das Signal und die Normalisierung solcher Maßnahmen gegenüber einer klar identifizierten Gruppe. Genau diese Grauzone wird seit Jahren immer weiter ausgedehnt.
Beim Thema Racial Profiling wird zudem ein Strohmann aufgebaut. Niemand behauptet, Metalldetektoren seien "rassistisch". Die Sorge richtet sich auf selektive Zusatzkontrollen, polizeiliches Ermessen und Begleitmaßnahmen, die erfahrungsgemäß eben nicht alle gleich treffen. Das ist kein theoretisches Konstrukt, sondern vielfach dokumentierte Praxis, auch unabhängig von diesem Spiel.
Und zur erhöhten Polizeipräsenz: Kritik daran bedeutet nicht, dass man jüdischen Fans keinen Schutz wünscht. Diese Gleichsetzung ist schlicht unredlich. Man kann Schutz von Gästen befürworten und gleichzeitig kritisch hinterfragen, ob massive Polizeiaufgebote, Bereitschaftspolizei und Hochrüstung nachweislich deeskalierend wirken viele persönliche Erfahrungen sprechen eher für das Gegenteil.
Keiner schreibt man wolle ein "normales Spiel", weil das einfach unrealistisch wäre. Aber "Hochsicherheit" darf kein Freifahrtschein sein, um jede Kritik an Maßnahmen als moralisch fragwürdig abzuwerten. Genau diese Logik führt dazu, dass Eingriffe irgendwann nicht mehr erklärt, sondern nur noch eingefordert werden.


Ergänzend dazu: Wenn jemand aus einer Position argumentiert, in der er weder als Teil einer organisierten Fanszene wahrgenommen wird noch jemals selbst von selektiven Kontrollen betroffen war, etwa als weiß gelesener deutscher Mann, dann erklärt das, warum erhöhte Polizeipräsenz subjektiv als unproblematisch empfunden wird. Das sagt aber wenig darüber aus, wie diese Maßnahmen auf andere wirken, die erfahrungsgemäß deutlich häufiger kontrolliert oder adressiert werden.
Freiburger Fankultur |#4696
21.01.2026 - 08:26 Uhr
Ich lasse meine Karte verfallen. Keine Lust auf die Chose.
Freiburger Fankultur |#4697
21.01.2026 - 08:59 Uhr
Wie zufällig jemand was bezüglich Alkoholverbot? War ja in Stuttgart auch

•     •     •

----------------------Golz------------------------

------Ginter-------Diarra------Söyüncü-----

---------------Flum--------Höfler-------------

--Coulibaly------Cardoso---------Grifo-----

----------------Cissé-----Petersen------------
Freiburger Fankultur |#4698
21.01.2026 - 10:20 Uhr
Zitat von niggl
Wie zufällig jemand was bezüglich Alkoholverbot? War ja in Stuttgart auch


Habe ich bisher nichts von gehört, aber beim Spiel in Stuttgart wurde ja auch die Salamitaktik angewendet und diese Dinge wurden Stückchenweise am Spieltag erst bekannt gegeben. Vlt wird das ja bei uns auch so gehandhabt.
Freiburger Fankultur |#4699
21.01.2026 - 11:23 Uhr
Man sollte sich mal die Frage stellen: was ist ein Fan?
Für mich ist ein Fan der friedlich und mit viel Liebe ohne Gewalt seinen Verein bei den Spielen unterstützt.
Keine Rauchbomben oder Pyrotechnik zündet. Das alles hat in einem Stadion nichts zu suchen.
Ein friedlicher Fan braucht sich im Stadion nicht vermummen, wenn er sich anständig benimmt.
Fanclubs ist eine tolle Sache, wenn man sich an die Regeln haltet.
Das würde den Vereinen viel Geld und weniger Polizeieinsatz kosten.
Dazu würde ich mir wünschen, dass alle Tickets personalisiert werden.
Dann kann man die Leute bestrafen, wo sich nicht an die Regeln halten.
Dann hat der Verein auch die Möglichkeit, Geldstrafen an die Übeltäter weiter zuleiten.
Was mich am meisten ärgert, ist dass der DFB nicht im Stande ist sich hier klar zu positionieren.
Schade.


Zitat von LisbonLions
Die Frage der Stadionverbote "auf Verdacht" wurde ja vor kurzem erst höchstrichterlich geklärt. Eine sehr kritikwürdige Entscheidung!
Große Unterschiede zwischen den einzelnen Vereinen gibt es, wie die Sache mit den Stadionverboten vor Ort umgesetzt wird. Hier müsste ein übergeordnetes Organ (der DFB) klare Richtlinien verfassen, an denen sich dann alle Vereine orientieren. Leider ist es mit dem Austausch zwischen dem DFB und Vereins- und Fanvertretern ist nicht besonders gut bestellt.

Zudem ist bekannt, dass die Freiburger Polizei seit Jahren ein sehr hartes (in Teilen überzogenes) Null-Toleranz-Prgramm im Bezug auf Auswärtsfans bei den Heimspielen des SC fährt.
Freiburger Fankultur |#4700
21.01.2026 - 11:30 Uhr
Zitat von Killi22
Man sollte sich mal die Frage stellen: was ist ein Fan?
Für mich ist ein Fan der friedlich und mit viel Liebe ohne Gewalt seinen Verein bei den Spielen unterstützt.
Keine Rauchbomben oder Pyrotechnik zündet. Das alles hat in einem Stadion nichts zu suchen.
Ein friedlicher Fan braucht sich im Stadion nicht vermummen, wenn er sich anständig benimmt.
Fanclubs ist eine tolle Sache, wenn man sich an die Regeln haltet.
Das würde den Vereinen viel Geld und weniger Polizeieinsatz kosten.
Dazu würde ich mir wünschen, dass alle Tickets personalisiert werden.
Dann kann man die Leute bestrafen, wo sich nicht an die Regeln halten.
Dann hat der Verein auch die Möglichkeit, Geldstrafen an die Übeltäter weiter zuleiten.
Was mich am meisten ärgert, ist dass der DFB nicht im Stande ist sich hier klar zu positionieren.
Schade.


Zu unser aller großem Glück hast du das nicht zu entscheiden, dein Beitrag blendet völlig aus, wie deutsche Fankultur tatsächlich entstanden ist. Fankultur hierzulande lebt von aktiver Beteiligung: von Kurven, Fanclubs, Ultras, Choreos, Fahnen, Gesängen, Protestformen und ja, auch von Pyrotechnik. Das ist kein Auswuchs, sondern über Jahrzehnte gewachsen und ein zentraler Bestandteil dessen, was deutsche Stadien überhaupt ausmacht.
Die Forderung nach personalisierten Tickets, maximaler Kontrolle und Sanktionierung folgt einer Logik, die Fans primär als Sicherheitsrisiko betrachtet. Genau dieser Ansatz hat in England zu entpolitisierten, teuren und weitgehend leblosen Stadien geführt. Wer das als Ideal sieht, sollte das offen sagen es hat aber mit der hiesigen Fankultur wenig zu tun. Ein friedlicher Fan ist nicht automatisch derjenige, der still konsumiert, alles abnickt und keinerlei Konflikte aushält. Fankultur war immer auch laut, unbequem, kollektiv organisiert und manchmal konfrontativ. Das muss man nicht mögen aber es pauschal als Problem darzustellen, ignoriert völlig, warum Fußball hierzulande überhaupt diese gesellschaftliche Bedeutung hat.
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