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Freiburger Fankultur

04.11.2009 - 13:48 Uhr
Freiburger Fankultur |#4661
08.12.2025 - 09:05 Uhr
Zitat von SRMelancholie
Nochmal: volle Unterstützung für die Kritik an der Polizeigewalt. Das steht klar in meinen Beiträgen.
In Konfliktkommunikation nicht zielführend ist aber, die blosse Anwesenheit des Gegenübers zu beklagen.
"Dein Verhalten verletzt mich", und nicht "mich nervt, dass es Dich gibt".
Zu welcher Lösung soll das führen?
Denkst Du, die Polizeipräfektur von Lille sagt "oh, wenn die Freiburger sich von Polizeipräsenz gestört fühlen, dann geben wir den Flics an dem Abend frei"?


Zitat von Friburgo12

Bei bestem Willen, wo liest du aus der Stellungnahme eine AC..-Haltung heraus? Wer in Nizza war, weiß, dass die Polizei rund um den Fantreffpunkt eben nicht nur "da" war. Also wenn die Polizei nur aufgrund der bloßen Anwesenheit von Fans, die sich an diesem Tag wirklich nichts zu schulden kommen lassen haben, mit gezogenen Blendgranaten, vollvermummt, bewaffnet mit Maschinengewehren, Schilden und Schlagstöcken aufmarschiert, kann man das definitiv als "negativ oder störend" beschreiben. Vom weiteren Verlauf des Abends ganz zu schweigen.
Wenn man (unnötige) staatliche Gewalt nicht benennt und sich klar dagegen Ausspricht, kann man den Laden eigentlich auch gleich zu machen, denn eine staatliche Instanz wird das, gerade in Frankreich, sicher nicht machen.
Zitat von SRMelancholie

Zitat von pdb527

Der SC äußert sich zu den Vorfällen in Nizza.

Über 20 teils erheblich Verletzte…

https://www.scfreiburg.com/aktuell/nachrichten/verein/2025/26/sc-freiburg-kritisiert-behoerdliches-vorgehen-in-nizza


Da ich mal davon ausgehe, dass noch mehrere EL-Auswärtsspiele anstehen, möchte ich den Blick in diese Zukunft wenden und vorsichtig fragen, mit welchem Mindset wir sie angehen wollen.
Der Stellungnahme des Vereins kann ich zwar zu 90 Prozent zustimmen und halte sie für wichtig.
Wenn der SC aber in den künftigen Absprachen durchdringen will, sehe ich eine nötige Anpassung der Herangehensweise.
Gleich einleitend und später noch einmal wird die blosse Anwesenheit und Sichtbarkeit von Polizeikräften als negativ, störend, provozierend oder gar quasi automatisch zu Konfrontationen führend gerahmt. Als Verein sollten wir uns diese Brille nicht aufsetzen. Mit der AC....-Weltsicht mag man in Deutschland im Kontakt mit Behörden durchdringen, im europäischen Ausland eher nicht. Man stellt sich da von vorne herein in eine Ecke und wird entsprechend mental vorsortiert. Nicht hilfreich.

Ich würde hier nochmal an dich die Frage stellen: Wo genau liest du in der Stellungnahme eine ACAB-Haltung bzw. "blosse Anwesenheit und Sichtbarkeit von Polizeikräften als negativ, störend, provozierend oder gar quasi automatisch zu Konfrontationen führend gerahmt."?

Es ist ja deutlich rauszulesen, dass es eben nicht nur die reine Anwesenheit der Polizeikräfte zu Konfrontationen geführt hat. Sondern das Bedrohen mit Schlagstöcken, Polizeihunden und verbalen Bedrohungen seitens der Polizei. Wenn das für dich normale Polizeipräsenz ist ok, aber meiner Meinung nach ist das eindeutig überzogen und muss vom Verein kritisiert und verurteilt werden.

Außerdem verstehe ich nicht ganz wie es den SC-Fans für zukünftige Auswärtsspiele helfen sollte, wenn man sich hier zurückhalten würde. Würde das den Behörden nicht einfach nur die Bestätigung geben, dass ihr Handeln in Ordnung war und sie das beim nächsten Mal wieder so vorgehen können?
Freiburger Fankultur |#4662
08.12.2025 - 12:01 Uhr
Gegenfrage: denkst du, wenn man in die Stellungnahme geschrieben hätte: "gab halt 20 Verletzte, aber so ist das halt, die Fans werden schon was gemacht haben" dass die Präfektur in Lille sich denkt, jo dann fahren wir die Polizeipräsenz mal runter.
Sind wir mal ehrlich, in 95% der Fälle wird diese Stellungnahme weder bei der Polizei in Nizza, noch bei der in Lille oder bei der UEFA zu irgendwelchen Änderungen im Verhalten oder der Beurteilung führen. Es ist einfach für die betroffenen Fans schön, dass sie den Verein hinter sich wissen.
Zumal ich immer noch wissen möchte, wo du "AC..-Kritik" rausliest... Nicht jede Kritik an der Institution Polizei und ihrem Verhalten ist doch automatisch eine Beleidigung...
Zitat von SRMelancholie

Nochmal: volle Unterstützung für die Kritik an der Polizeigewalt. Das steht klar in meinen Beiträgen.
In Konfliktkommunikation nicht zielführend ist aber, die blosse Anwesenheit des Gegenübers zu beklagen.
"Dein Verhalten verletzt mich", und nicht "mich nervt, dass es Dich gibt".
Zu welcher Lösung soll das führen?
Denkst Du, die Polizeipräfektur von Lille sagt "oh, wenn die Freiburger sich von Polizeipräsenz gestört fühlen, dann geben wir den Flics an dem Abend frei"?


Zitat von Friburgo12

Bei bestem Willen, wo liest du aus der Stellungnahme eine AC..-Haltung heraus? Wer in Nizza war, weiß, dass die Polizei rund um den Fantreffpunkt eben nicht nur "da" war. Also wenn die Polizei nur aufgrund der bloßen Anwesenheit von Fans, die sich an diesem Tag wirklich nichts zu schulden kommen lassen haben, mit gezogenen Blendgranaten, vollvermummt, bewaffnet mit Maschinengewehren, Schilden und Schlagstöcken aufmarschiert, kann man das definitiv als "negativ oder störend" beschreiben. Vom weiteren Verlauf des Abends ganz zu schweigen.
Wenn man (unnötige) staatliche Gewalt nicht benennt und sich klar dagegen Ausspricht, kann man den Laden eigentlich auch gleich zu machen, denn eine staatliche Instanz wird das, gerade in Frankreich, sicher nicht machen.
Zitat von SRMelancholie

Zitat von pdb527

Der SC äußert sich zu den Vorfällen in Nizza.

Über 20 teils erheblich Verletzte…

https://www.scfreiburg.com/aktuell/nachrichten/verein/2025/26/sc-freiburg-kritisiert-behoerdliches-vorgehen-in-nizza


Da ich mal davon ausgehe, dass noch mehrere EL-Auswärtsspiele anstehen, möchte ich den Blick in diese Zukunft wenden und vorsichtig fragen, mit welchem Mindset wir sie angehen wollen.
Der Stellungnahme des Vereins kann ich zwar zu 90 Prozent zustimmen und halte sie für wichtig.
Wenn der SC aber in den künftigen Absprachen durchdringen will, sehe ich eine nötige Anpassung der Herangehensweise.
Gleich einleitend und später noch einmal wird die blosse Anwesenheit und Sichtbarkeit von Polizeikräften als negativ, störend, provozierend oder gar quasi automatisch zu Konfrontationen führend gerahmt. Als Verein sollten wir uns diese Brille nicht aufsetzen. Mit der AC....-Weltsicht mag man in Deutschland im Kontakt mit Behörden durchdringen, im europäischen Ausland eher nicht. Man stellt sich da von vorne herein in eine Ecke und wird entsprechend mental vorsortiert. Nicht hilfreich.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Friburgo12 am 08.12.2025 um 12:02 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4663
12.01.2026 - 20:15 Uhr
Servus ! Ich weiß nicht ob das der Richtige thread ist, oder ob das überhaupt hier hin gehört, aber naja

In der letzten Zeit hat sich die SCF-Community auf reddit organisiert und verstärkt, und seit neuesten gibt es jetzt ein Discord server !

Man kann dort ein bisschen lässiger diskutieren als im Forum format, Sprachen sind Englisch und Deutsch

Wir freuen uns auf euch !

https://discord.gg/tXGhRypf5X

•     •     •

Wir sind die Sportclub-fans, wir tragen weiß und rot !
Freiburger Fankultur |#4664
19.01.2026 - 16:49 Uhr
Also. Vorhin wurde eine Stellungnahme gepostet. Die aktive Fanszene wird das Heimspiel gegen Tel Aviv aufgrund "der angekündigten verschärften Sicherheitsmaßnahmen" boykottieren. Explizit genannt sind "Metaldetektoren mit der Gefahr von Racial Profiling, polizeiliche Durchsuchungen des Info-Standes und die erhöhte Polizeipräsenz im Stadionumfeld". Die Tickets werden wohl auch nicht weitergegeben und es wird darum gebeten den Bereich auf Süd C für die persönliche politische Agenda einzelner zu instrumentalisieren.

Das Statment ist u.A. bei Instagram, FB etc. nachzulesen.

Meines Erachtens nach die einzig richtige Entscheidung. Bin zudem gespannt, ob jetzt die Stunde der großen "Anti-Ultra-Fraktion" schlägt, die hier und in anderen Communitys gerne und regelmäßig behauptet, dass ohne die "bösen Ultras" die Stimmung um Längen besser wäre. Nun ist eure Chance!
Zudem erhoffe ich mir, dass abschätzige Kommentare wie, die "Ultras sind ein Haufen Selbstdarsteller" jetzt einfach mal für sich behalten werden. Man kann nicht auf der einen Seite ständig die Anwesendheit der Ultras, deren Auftreten, die Fahnen und die vermeintlich "monoten Gesänge" kritisieren und dann gleichzeitig über das Fernbleiben herziehen. Oder was meint ihr?

•     •     •

Gegen Influencer in Fußballstadien!
Freiburger Fankultur |#4665
19.01.2026 - 17:36 Uhr
Hm, ich finde die Thematik zu wichtig, als dass diese nun dazu genutzt wird eine persönliche Trittbrettaktion aktive Fanszene vs. Normalofans, wer macht die bessere Stimmung, nun zeigt mal was ihr drauf habt, etc. zu machen.
Dementsprechend erachte ich eine Reaktion der Fanszene auch als richtig, tue mich mit manchen Einzelheiten aber schwer, dies betrifft jedoch alle beteiligten Seiten. Manch Statement des BGA erachte ich als weit an der Realität vorbei, aber auch Aussagen wie die der Fraktion der Linken, welche behauptet der SC, die Stadt und Martin Horn "freuen sich auf Fans, gegen die wegen Rassismus und Diskriminierung ermittelt wird.", sind wie ich finde völlig daneben. Ich fände es sinnvoller eine möglichst breite Masse mit ins Boot zu holen, nach Gemeinsamkeiten, statt nach Gegensätzen, und entsprechend gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das so etwas nicht von heute auf morgen passiert ist klar, wir werden solche Ereignisse bzw. solche Partien in dieser oder ähnlicher Form zukünftig aber wohl noch häufiger erleben, und sowohl Verein, Stadt wie auch Fanszene sollten sich diesen Gegebenheiten stellen und sich darauf vorbereiten.
Freiburger Fankultur |#4666
20.01.2026 - 09:41 Uhr
Zitat von Viggls

, die "Ultras sind ein Haufen Selbstdarsteller"


mhm. Interessant. Das war das erste, was mir jedenfalls dazu eingefallen ist.
Ich finde ja, dass man als Fan seine persönlichen Neigungen oder Befindlichkeiten ruhig mal etwas zurückstellen kann – gerade bei einem Spiel dieser Größenordnung. Dass man sein ach so geliebtes schwarzes Fanny Pack mal nicht mitnehmen darf, sollte wirklich kein Drama sein. Es ist doch klar, warum im Rahmen eines Spiels gegen Maccabi Tel Aviv besondere Sicherheitsmaßnahmen gelten.

Laut Badischer Zeitung („der größte Einsatz seit dem Papstbesuch“ – ) werden Polizei, Notfallmediziner aus der Region (sogar aus dem Elsass) und die gesamte Hubschrauberflotte der Polizei BW mobilisiert. Das zeigt ja, dass es sich nicht um normale Spieltagskontrollen handelt, sondern um konsequente Maßnahmen zur Terrorabwehr und Gefahrenprävention. Gerade in der aktuellen weltpolitischen Lage finde ich das völlig nachvollziehbar und möchte mir nicht ausmalen was (auch hier im Forum) los wäre, wenn tatsächlich was Schreckliches passieren würde.

Aber natürlich verstehe ich auch den Ärger über die Durchsuchung des Infostands und die Einschränkungen für Fanaktionen – das ist sicher frustrierend. Aber am Ende geht es um Sicherheit für Zehntausende Menschen, und da sollte der sportliche Gedanke und die Solidarität mit dem Team im Vordergrund stehen. Ein Boykott oder leere Tribünen treffen ja nicht den „Apparat“, sondern vor allem den Verein und die Mannschaft.

Eigentlich sind "wir" (Freiburgfans) doch sonst bekannt für faires, reflektiertes Verhalten. Umso mehr würde ich mir wünschen, dass man hier Haltung zeigt – und nicht durch eine Protesthaltung am Ende selbst das Spiel und die eigene Kurve schwächt.




Ceterum censeo Friburgum Assozialem delendam!

•     •     •

"Bitte bewahren Sie sich eine realistische Erwartungshaltung an diesen Club. Das ist lebenswichtig!"

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Peterson am 20.01.2026 um 09:43 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4667
20.01.2026 - 09:58 Uhr
Zitat von Peterson
Zitat von Viggls

, die "Ultras sind ein Haufen Selbstdarsteller"


mhm. Interessant. Das war das erste, was mir jedenfalls dazu eingefallen ist.
Ich finde ja, dass man als Fan seine persönlichen Neigungen oder Befindlichkeiten ruhig mal etwas zurückstellen kann – gerade bei einem Spiel dieser Größenordnung. Dass man sein ach so geliebtes schwarzes Fanny Pack mal nicht mitnehmen darf, sollte wirklich kein Drama sein. Es ist doch klar, warum im Rahmen eines Spiels gegen Maccabi Tel Aviv besondere Sicherheitsmaßnahmen gelten.


Ok verstanden. Die Ultras sind durch das Fernbleiben des Spiels Selbstdarsteller !

Was sind dann bitte alle anderen Zuschauer, die weg bleiben ?
Wir werden am Donnerstag das schlechteste besuchte Heimspiel in der Historie des neuen Stadions erleben, Corona Auflagen ausgenommen. Wenn es 25.000 werden sollten, wird es aus meiner Sicht schon viel sein.

Das heißt es bleiben tausende Plätze leer, nicht nur im Gästeblock und die wenigen hundert Plätze der aktiven Fanszene. sondern Plätze von "normalen" Zuschauern. Das ist dann ja aber kein Problem und das sind keine Selbstdarsteller ? Jeder dieses Zuschauer hat seine eigenen Gründe, warum man nicht zu dem Spiel geht. So auch die Ultras !
Freiburger Fankultur |#4668
20.01.2026 - 10:04 Uhr
Ich halte die Entscheidung der aktiven Fanszene für konsequent und nachvollziehbar gerade weil sie sauber begründet, transparent kommuniziert und ausdrücklich nicht gegen Mannschaft oder Verein gerichtet ist.
Dass bei einem Spiel gegen Maccabi Tel Aviv erhöhte Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind ist klar. Das wird auch von der Fanszene ja nicht bestritten. Der entscheidende Punkt ist jedoch nicht Sicherheit an sich, sondern die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen und ihre Auswirkungen.
Metallscanner mit der realen Gefahr von Racial Profiling, polizeiliche Durchsuchungen des Infostands sowie pauschale Verbote von Fahnen und Spruchbändern außerhalb definierter Bereiche greifen erheblich in Fankultur und Meinungsfreiheit ein. Diese Eingriffe auf individuelle Bequemlichkeiten zu reduzieren, verkennt die Tragweite der Maßnahmen.
Der Boykott richtet sich nicht gegen Sicherheitsmaßnahmen grundsätzlich, sondern gegen eine Praxis, die kollektive Rechte einschränkt, ohne Differenzierung oder erkennbare Verhältnismäßigkeit. Dass Gruppen, die ansonsten bei jedem Pflichtspiel präsent sind, zu diesem Schritt greifen, ist ein starkes Signal dafür, dass hier aus ihrer Sicht eine Grenze überschritten wurde.
Die Entscheidung ist außerdem klar abgegrenzt: Sie richtet sich nicht gegen das Spiel, nicht gegen den Verein und nicht gegen die Mannschaft. Die explizite Ablehnung politischer Instrumentalisierung, der Verzicht auf den Weiterverkauf von Tickets und das bewusste Leerhalten des Blocks zeigen Verantwortungsbewusstsein und Konsequenz.
Wer die Rolle der Ultras ansonsten kritisch sieht oder ihre Bedeutung für Stimmung und Fankultur infrage stellt, sollte dieses Fernbleiben zumindest widerspruchsfrei bewerten. Dauerhafte Kritik an Präsenz und gleichzeitige Kritik am Boykott schließen sich aus.
Unterschiedliche Einschätzungen zu diesem Schritt sind legitim. Die Entscheidung jedoch als unsolidarisch oder selbstbezogen darzustellen, wird der Sache nicht gerecht. Es handelt sich um einen Protest gegen konkrete Maßnahmen, nicht um eine Ablehnung von Sicherheit oder Solidarität.
Gerade wir in Freiburg waren immer ein Standort, an dem differenziert über Fankultur, staatliche Eingriffe und Verhältnismäßigkeit diskutiert wird. Vor allem wenn man bedenkt, wie es aktuell bei der Hertha in Berlin kracht.
Freiburger Fankultur |#4669
20.01.2026 - 10:29 Uhr
Zitat von TaktikTeddy

Der entscheidende Punkt ist jedoch nicht Sicherheit an sich, sondern die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen und ihre Auswirkungen.


Da bin ich bei dir. Entscheidend ist die Verhältnismäßigkeit der Sicherheits-Maßnahmen. Hierzu gibt es dann natürlich einige verschiedene Perspektiven wie zum Beispiel die der Fans, die des Vereins, die politische, die der Polizei und die der einzelnen agierenden Menschen, also der Fan, der Stimmung machen möchte, der Polizist, der Angst um seine eigene Sicherheit hat und der politisch Aktive, der jeglichen "Skandal" verhindern möchte. Ich finde das als Außenstehender enorm schwer einzuschätzen. Eine Durchsuchung des Infostandes klingt für mich jetzt erstmal kaum problematisch und Angst vor der Möglichkeit von Racial Profiling kann kaum als Argument gelten. Diese Möglichkeit besteht leider immer. Als "Nicht-Ultra" finde ich auch die Vorstellung Spruchbanner für dieses Spiel nur in bestimmten Bereichen aufhängen zu dürfen nicht tragisch, INSOFERN dies tatsächlich der Sicherheit für andere Menschen dient.

Wenn all diese Maßnahmen allerdings wirklich kaum zur Sicherheit im Stadion und im Umfeld beitragen, oder nur dazu dienen politische Meinungsäußerungen zu unterdrücken, sind sie natürlich als übergriffig und unverhältnismäßig zu bewerten.

Und natürlich ist nichtmal die Frage was "Sicherheit" bedeutet annähernd gleich für alle Stadionbesucher. Wir können davon ausgehen, dass Familien mit kleinen Kindern, sehr alte Menschen, Fans mit Gewalterfahrungen, Ultras, Verantwortliche und betrunkene Freundesgruppen ein sehr unterschiedliches Sicherheitsverständnis und -bedürfnis haben.

Ich persönlich fände es schade, wenn das Stadion weniger stimmungsvoll ist, weil die Ultras fehlen. Aber schlimmer fände ich Gewaltexzesse, Diskriminierung jeglicher Art oder politische Instrumentalisierung dieses Fußballspiels.

•     •     •

"Prognosen sind schwierig. Besonders wenn sie die Zukunft betreffen."

"Wenn ein unordentlicher Schreibtisch
ein Zeichen für einen unordentlichen Geist ist,
was sollen wir dann von einem leeren Schreibtisch denken?"

A.E.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Sayent am 20.01.2026 um 10:31 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4670
20.01.2026 - 10:38 Uhr
Nach den Erfahrungen aus Nizza und Bologna kann ich diesen Schritt der Ultras nachvollziehen. Ich selber werde dem Spiel auch fern bleiben. Dies hat aber andere Gründe, die ich aber im Forum leider nicht ansprechen darf.
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