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Freiburger Fankultur

04.11.2009 - 13:48 Uhr
Freiburger Fankultur |#4721
22.01.2026 - 11:10 Uhr
Zitat von Cardoso72
Zitat von Kolunji

Zitat von Cardoso72

Zitat von Mr_Moe

Du meinst den Kommentar, der einerseits feststellt, dass mit Abstand so wenig Menschen wie noch nie ins neue Stadion kommen werden und gleichzeitig pauschal den Boykott der Ultras (wenige hundert) ohne sich mit deren Stellungnahme auseinanderzusetzen verurteilt ?

Das passt was nicht, ne ? Scheinbar boykottieren auch viele andere (tausende) das Spiel. Aber das passt ja nicht in die Linie.


Ja, diesen Kommentar von Herrn Röderer meine ich.
Ich habe die Stellungnahme der Ultras auch gelesen. Kann ich nicht nachvollziehen.

Wir in Deutschland haben eine Vergangenheit, die m. E. dazu führt, dass wir eine besondere Verantwortung für jüdisches Leben in der Welt und in Deutschland haben.
Ich finde es furchtbar, dass Antisemitismus wieder so um sich greift. Nicht nur in rechten Kreisen. Sondern in der gesamten Gesellschaft. In linken Kreisen. Dazu noch in migrantischen Kreisen.
Deshalb müssen diese Maßnahmen sein. So beschämend es auch ist, dass wir als Gesellschaft in Deutschland auch mehr als 80 Jahre später offenbar noch nichts dazugelernt haben. Zumindest in den oben genannten Kreisen.
Es wäre eine Kapitulation, wenn wir ein Spiel eher absagen, als die Sicherheit anderweitig (versuchen) herzustellen.
Und damit müssen sich auch die Damen und Herren Ultras einmal fügen. Es gibt Dinge, die höher, wichtiger sind. Oder überhöhen da manche ggf. ihre Bedeutung?


Auch wenn ich mich dazu nicht äußern wollte, aber ich es mehrfach hier und anderswo gelesen habe.

Wir spielen nicht gegen einen jüdischen Verein.
Wir spielen gegen ein Verein aus dem Staat Israel.
Dieser Staat vollzieht in den Augen vieler in den letzten Jahrzehnten massive Menschenrechtsverletzungen.
Dieses Verhalten des Staates Israels eskaliert seit einigen Monaten komplett in Gaza.

Der Protest gegen dieses Spiel richtet sich in keinster Weise gegen Menschen jüdischen Glaubens.
Es so zu benennen und damit Menschen aus Israel mit Menschen jüdischen glaubens gleichzusetzen, ist tatsächlich Antisemitismus.

Ein Protest gegen den Staat Israel hat nichts mit Antisemitismus zu tun, auch wenn das in letzter Zeit häufig, leider zum Teil auch absichtlich, Durcheinander gerät.



Wenn ich das Wort Maccabi googele kommen Antwoten wie

"Der dir gleicht, mein Herr, unter den Göttern."

"Maccabi ist nicht nur als Vereinsbezeichnung zu sehen, sondern steht vielmehr stellvertretend für die jüdische Sportgemeinschaft insgesamt."

Dazu der Davidstern im Logo von Maccabi Tel Aviv.

Also ich sehe da sehr deutlich einen Bezug zum jüdischen Glauben.
Und dann sind wir sehr schnell beim Thema Antisemitismus. Losgelöst vom Staate Israel.


Mal unabhängig von der geschichtlichen Dimension. War zufällig in Stuttgart, als Maccabi dort gespielt hat und ich muss sagen, dass zumindest Teile der Maccabi Fans massiv (in der Stadt) provoziert haben. Da kann es ziemlich schnell eskalieren, insbesondere, wenn die da auf Demonstranten oder Personen aus dem anderen Milieu treffen. Das wären dann glaub Bilder, die keiner sehen möchte und die die Polizei unbedingt verhindern möchte. Von daher verstehe ich die Maßnahmen schon. Man muss aber auch das Verhalten der Maccabi Anhänger betrachten. Die kommen nicht zum Gebet, da sind klassische Hools dabei. Zumindest so mein Eindruck.
Freiburger Fankultur |#4722
22.01.2026 - 11:12 Uhr
Zitat von Cardoso72
Dazu der Davidstern im Logo von Maccabi Tel Aviv.

Also ich sehe da sehr deutlich einen Bezug zum jüdischen Glauben.
Und dann sind wir sehr schnell beim Thema Antisemitismus.
Das finde ich zu kurz gedacht, denn auch einen zutiefst jüdisch(-geprägt)en Verein kann man ob des Verhaltens seiner Fans kritisieren, ohne dass es sich auch nur einen Deut auf das Judentum bezieht.

Sonst wäre ja die Aussage "Maccabi Fans sind mit Gewalt und islamophoben Fangesängen aufgefallen" schon inherent antisemitisch und keine konstruktive Kritik mehr möglich.

Was mir dementsprechend in dem soweit gelungenen Diskurs deutlich zu kurz kommt ist, dass sich viele Haltungen überhaupt nicht ausschließen.
Ich kann ohne schlechtes Gewissen solidarisch mit der israelischen/jüdischen Zivilbevölkerung sein und trotzdem entschieden gegen die Handlungen des israelischen Staates im Gaza-Streifen.
Ich kann, unabhängig von Zuweisungen gegenüber den Maccabi-Fans, Verständnis für ein erhöhtes Polizeiaufkommen um das Spiel haben, denn Antisemitismus ist auch und vor allem in der weißen Mehrheitsgesellschaft wieder auf dem Vormarsch - und gleichzeitig reflektierte Kritik an dem Umfang der getroffenen Maßnahmen und den strukturellen Problemen innerhalb der Polizei üben.

In Summe laufen heute einfach genug Dinge zusammen, dass es mir enorm leicht fallen wird, heute nicht im Block zu stehen.

•     •     •

___________| SC Traumelf: |_____________

____________| Petersen |_______________
_| Grifo |______| Kruse |_________| Doan |_
______| Cardoso |_____| Schuster |_______
_| Günter | Schlotterbeck | Ginter | Schmid |_
____________| Baumann |______________

______| Seit 1993 auf der Nord/Süd |______
Freiburger Fankultur |#4723
22.01.2026 - 11:15 Uhr
Zitat von Cardoso72


Wenn ich das Wort Maccabi googele kommen Antwoten wie

"Der dir gleicht, mein Herr, unter den Göttern."

"Maccabi ist nicht nur als Vereinsbezeichnung zu sehen, sondern steht vielmehr stellvertretend für die jüdische Sportgemeinschaft insgesamt."

Dazu der Davidstern im Logo von Maccabi Tel Aviv.

Also ich sehe da sehr deutlich einen Bezug zum jüdischen Glauben.
Und dann sind wir sehr schnell beim Thema Antisemitismus. Losgelöst vom Staate Israel.


Das ist aber eine ganz schöne Gehirnakrobatik!

Oder anders ausgedrückt sehr konstruiert hier zu versuchen Antisemitismus zu unterstellen.
Weil du damit ja sagst, wenn es gegen einen anderen Verein aus Israel ginge, der sich nicht Maccabi nennt und keinen Davidstern im Logo trägt, würde sich der Protest nicht äußern.

Bei Maccabi ist es jedoch eher anders herum. Sie verstehen sich weniger als Verein verbunden im jüdischen Glauben, sondern im Zionimus.

Vereinsfiguren und Spieler betonen bei internationalen Spielen immer wieder „Stolz für die israelische Nation“ oder Solidarität mit dem Land in "schwierigen Zeiten". Solche Aussagen werden auf der Vereinswebseite veröffentlicht.

https://www.maccabi-tlv.co.il/en/2023/12/zahavi-pride-for-the-entire-israeli-nation/?utm_source=chatgpt.com
Freiburger Fankultur |#4724
22.01.2026 - 11:39 Uhr
Zitat von NilsFan
Ich verstehe ehrlich die ganze Aufregung nicht. Da fährt man nach Aserbaidschan, wird eine Stunde nach dem Spiel im Stadion "gefangen gehalten". In Frankreich darf man nicht mit Fanutensilien in der Stadt gehen, da man Gefahr läuft, nicht mehr gesund nach Hause zu kommen. Da wird man vor Auswärtsspielen im Bus festgehalten, wird Nacktvisitation unterzogen, wird niedergeknüppelt, wie Tiere behandelt und macht nun einen Aufstand, weil das Dreifache an Polizisten als bei Risikospielen da sind, na und. Ich werde freundlich an denen, mit drei Hefeweizen im Körper vorbeigehen und grüßen. Bei der Einlasskontrolle kann auch nicht mehr an meinem Körper abgetastet werden wie sonst und sollten beim Einlass meine künstlichen Hüften und Kniegelenk piepsen, was solls. Ich gehe lieber durch eine Hundertschaft Polizisten als krawallbereite Hooligans (Ultras). Ich freue mich auf das Spiel, will meine Mannschaft siegen sehen und bin dankbar, dass wir ein Euroleague zu Hause haben. In diesem Sinne: Auf geht´s Freiburg kämpfen und siegen.


Der Beitrag beschreibt vor allem deine persönliche Komforterfahrung und diese ist eben hochgradig privilegiert. Als weiß gelesener Mann, der nicht als Teil einer Fangruppe wahrgenommen wird, freundlich grüßend durch Polizeiketten zu gehen, ist schlicht nicht die Realität für alle.
Extrembeispiele aus Aserbaidschan, Frankreich oder Hochrisiko-Auswärtsfahrten taugen zudem nicht als Gegenargument, sondern nur als Relativierung "woanders ist es schlimmer, also beschwert euch nicht". Das blendet aus, dass Kritik an Maßnahmen hier und jetzt legitim ist, gerade weil viele aus Erfahrung wissen, dass massive Polizeipräsenz nicht automatisch Sicherheit bedeutet.
Dass dir persönlich nichts passiert, macht diese Erfahrungen nicht weniger real, es zeigt nur, aus welcher Position heraus du argumentierst.
Freiburger Fankultur |#4725
22.01.2026 - 12:28 Uhr
Dauerkarten ja, Karten im freien Verkauf nein.
Man hat die Wahl diese personalisieren oder nicht. Stand meines Wissens.

Im Spiel in Augsburg wurden Rauchbomben vor dem eigenen Tor gezündet, so dass das Spiel minutenlang unterbrochen wurde.
Wenn man den eigenen Torwart einnebelt, zeigt doch diese Leute nichts mit Fußball zu tun haben.



Zitat von FranzWeber
Zitat von TaktikTeddy

Zitat von Killi22

Man sollte sich mal die Frage stellen: was ist ein Fan?
Für mich ist ein Fan der friedlich und mit viel Liebe ohne Gewalt seinen Verein bei den Spielen unterstützt.
Keine Rauchbomben oder Pyrotechnik zündet. Das alles hat in einem Stadion nichts zu suchen.
Ein friedlicher Fan braucht sich im Stadion nicht vermummen, wenn er sich anständig benimmt.
Fanclubs ist eine tolle Sache, wenn man sich an die Regeln haltet.
Das würde den Vereinen viel Geld und weniger Polizeieinsatz kosten.
Dazu würde ich mir wünschen, dass alle Tickets personalisiert werden.
Dann kann man die Leute bestrafen, wo sich nicht an die Regeln halten.
Dann hat der Verein auch die Möglichkeit, Geldstrafen an die Übeltäter weiter zuleiten.
Was mich am meisten ärgert, ist dass der DFB nicht im Stande ist sich hier klar zu positionieren.
Schade.


Zu unser aller großem Glück hast du das nicht zu entscheiden, dein Beitrag blendet völlig aus, wie deutsche Fankultur tatsächlich entstanden ist. Fankultur hierzulande lebt von aktiver Beteiligung: von Kurven, Fanclubs, Ultras, Choreos, Fahnen, Gesängen, Protestformen und ja, auch von Pyrotechnik. Das ist kein Auswuchs, sondern über Jahrzehnte gewachsen und ein zentraler Bestandteil dessen, was deutsche Stadien überhaupt ausmacht.
Die Forderung nach personalisierten Tickets, maximaler Kontrolle und Sanktionierung folgt einer Logik, die Fans primär als Sicherheitsrisiko betrachtet. Genau dieser Ansatz hat in England zu entpolitisierten, teuren und weitgehend leblosen Stadien geführt. Wer das als Ideal sieht, sollte das offen sagen es hat aber mit der hiesigen Fankultur wenig zu tun. Ein friedlicher Fan ist nicht automatisch derjenige, der still konsumiert, alles abnickt und keinerlei Konflikte aushält. Fankultur war immer auch laut, unbequem, kollektiv organisiert und manchmal konfrontativ. Das muss man nicht mögen aber es pauschal als Problem darzustellen, ignoriert völlig, warum Fußball hierzulande überhaupt diese gesellschaftliche Bedeutung hat.


Personalisiert sind doch die Tickets, also zumindest die Dauerkarten. Da steht mein Name drauf. Wenn einer von meinem Platz den Schlüsselbund auf den Linienrichter wirft, wird man mich rausfiltern können, ich muss dann nachweisen wem ich evtl. die Karte gegeben habe wenn ich es nicht selbst war.

Das wird total überzogen. Alle Dauerkarten sind Personalisiert. Wenn ich Sitzplätze im freien Verkauf hole, sind diese auch Personalisiert, weil Account, Name usw.

Einzig bei den Stehplätzen, wo evtl. ein Name drauf steht, aber natürlich keine Platzzuordnung stattfindet ist es dann noch "Anonym". Jeder Sitzplatzbesucher hat daher mit der personalisierten Tickets demnach kein Problem, zumindest nicht soweit, dass er nicht mehr ins Stadion kommt.

Fankultur wird unterschiedlich gelebt, aber der gemeinsame Nenner sollte schon sein, dass man sich an Regeln hält z.B. keine Gewalt und wenn Pyro von der Mehrheit nicht gewollt ist, weil gefährlich wenn im Pulk gezündelt, dann ist auch dies zu unterlassen.

Eine Gesellschaft gibt Leitplanken und Regeln vor. Innerhalb dieser kann und darf man sich bewegen. Und wir haben viele Freiheiten in Deutschland. Selbst der größte "Depp" kann hier ungestraft Unsinn anstellen, ABER Gewalt, Körperverletzung und Gefährdung dritter gehört eben zurecht nicht dazu, auch nicht sich dazu zu verabreden. Das ist dann keine "Fankultur" sondern schlicht kriminell und die Vereine müssen dann sich schon auch mal entscheiden, ob sie da wirklich auf dem richtigen Weg sind bzgl. des Umgangs mit diversen Gruppierungen. Und nein, ich meine nicht nur Ultras und auch nicht alle davon, hier gilt es natürlich zu unterscheiden.

Es ist eigentlich ganz einfach. Gesetze und Verordnungen befolgen, sich in dem Rahmen bewegen und alles verläuft ohne Probleme. Und so mancher "Fan" sollte sich mal hinterfragen, ober er aus falsch verstandener Solidarität seiner Gruppe gegenüber, hier nicht doch daneben liegt. So etwas wie in Sinsheim letztes Jahr z. B. ist schlicht kriminell und gehört entsprechend sanktioniert.

Ein Stadion aber auch der generell der öffentliche Raum ist, zum Glück, KEIN rechtsfreier Raum. Es gelten Gesetze und Regeln welche man befolgen muss.
Freiburger Fankultur |#4726
26.01.2026 - 19:03 Uhr
Mir ist gestern eine neue Gruppe aufgefallen im S Block neben FA und zwar Drusomagus 79.
Kennst die jemand sind sie eine neue Ultragruppe oder ein Fanclub?
Hatten Zaunfahne und eine normale Fahne dabei.
Freiburger Fankultur |#4727
26.01.2026 - 21:08 Uhr
Zitat von Scf_forever190

Mir ist gestern eine neue Gruppe aufgefallen im S Block neben FA und zwar Drusomagus 79.
Kennst die jemand sind sie eine neue Ultragruppe oder ein Fanclub?
Hatten Zaunfahne und eine normale Fahne dabei.


Die gibts schon länger, der Schwenker den die dabei hatten ist mir jedoch auch zum ersten Mal aufgefallen.
Hab keine weiteren Infos zu der Gruppe, aber wenn mich nicht alles täuscht aus meiner Studienzeit am Bodensee, war auf der Fahne das Konstanzer Stadtwappen mit drauf. Würde auch Sinn machen da der Name Drusomagus lange in der Bodenseeregion Konstanz zugeschrieben wurde was die Archäologie mittlerweile aber längst wiederlegt hat und den Ort eher iwo Richtung Champagne verortet.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Viper139 am 26.01.2026 um 21:17 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4728
02.02.2026 - 20:45 Uhr
Weiß jemand wer die „neue“ Gruppe neben FA ist? Standen in Stuttgart neben FA und stehen zumeist hinter einer Sport-Club Freiburg Fahne. Sind mir das erste Mal in Pilsen aufgefallen. Danke im Voraus!
Freiburger Fankultur |#4729
02.02.2026 - 20:46 Uhr
Zitat von FRxBR
Weiß jemand wer die „neue“ Gruppe neben FA ist? Standen in Stuttgart neben FA und stehen zumeist hinter einer Sport-Club Freiburg Fahne. Sind mir das erste Mal in Pilsen aufgefallen. Danke im Voraus!


Meinst du Drusomagus 79?
Freiburger Fankultur |#4730
02.02.2026 - 20:51 Uhr
Zitat von Scf_forever190

Zitat von FRxBR

Weiß jemand wer die „neue“ Gruppe neben FA ist? Standen in Stuttgart neben FA und stehen zumeist hinter einer Sport-Club Freiburg Fahne. Sind mir das erste Mal in Pilsen aufgefallen. Danke im Voraus!


Meinst du Drusomagus 79?
Er meine die Gruppe, die Sport-Club Freiburg in besonderer Schriftart auf der Fahne stehen hat. Da die aber bei FA stehen, könnte das Sport-Club vielleicht auch für was anderes stehen.

https://nur-der-scf.de/fotos-vfb-stuttgart-sc-freiburg-5/#gallery/15344e14da5d5c38aea47dae9438409d/20089
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Sektion79 am 02.02.2026 um 20:52 Uhr bearbeitet
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