Freiburger Fankultur
04.11.2009 - 13:48 Uhr
20.01.2026 - 10:41 Uhr
Da gehe ich in vielen Punkten mit, gerade was die unterschiedlichen Perspektiven auf ""Sicherheit" angeht. Genau deshalb ist Verhältnismäßigkeit für mich der zentrale Maßsstab.
Wo ich aber widersprechen würde: Die Durchsuchung eines Infostands ist eben nicht "erstmal kaum problematisch", sondern für eine organisierte Fanszene ein sehr sensibler Eingriff. Dort liegen Kommunikationsmaterial, Spendengelder, Infrastruktur, das ist kein beliebiger Rucksack, sondern ein zentraler Teil selbstorganisierter Fankultur. Eine solche Maßnahme hat daher eine andere Qualität als klassische Einlasskontrollen.
Ähnlich beim Thema Racial Profiling: Dass es diese Gefahr leider immer gibt, macht sie nicht weniger relevant. Im Gegenteil, wenn sie im Vorfeld bereits mitgedacht wird, zeigt das, dass hier ein reales Risiko gesehen wird. Das als Argument einfach beiseitezuschieben, greift aus meiner Sucht zu kurz.
Bei Bannern und Spruchbändern ist der Knackpunkt für mich weniger, wo sie hängen dürfen, sondern warum diese Einschränkungen pauschal für große Stadionbereiche gelten. Wenn Maßnahmen konkret, nachvollziehbar und sicherheitsbezogen begründet sind, kann man darüber reden. Wenn sie aber vor allem präventiv alles unterbinden sollen, was potentiell zu politisch gelesen werden könnte, wird es problematisch.
Dass Gewaltexzesse oder Diskriminierung verhindert werden müssen, steht für mich komplett außer Frage und genau das betont die Fanszene ja selbst sehr deutlich. Der Boykott ist deshalb kein Ausdruck von Gleichgültigkeit gegenüber Sicherheit, sondern ein Protest dagegen, dass Sicherheitslogik so weit ausgedehnt wird, dass zentrale fankulturelle Freiheiten faktisch außer Kraft gesetzt werden. Das du als Nicht-Ultra manche Einschränkungen anders bewertest, ist absolut legitim. Der Punkt ist nur: Die Maßnahmen treffen eben nicht alle gleich und genau deshalb ist es nachvollziehbar, dass diejenigen, die davon am stärksten betroffen sind, auch am deutlichsten reagieren.
Wo ich aber widersprechen würde: Die Durchsuchung eines Infostands ist eben nicht "erstmal kaum problematisch", sondern für eine organisierte Fanszene ein sehr sensibler Eingriff. Dort liegen Kommunikationsmaterial, Spendengelder, Infrastruktur, das ist kein beliebiger Rucksack, sondern ein zentraler Teil selbstorganisierter Fankultur. Eine solche Maßnahme hat daher eine andere Qualität als klassische Einlasskontrollen.
Ähnlich beim Thema Racial Profiling: Dass es diese Gefahr leider immer gibt, macht sie nicht weniger relevant. Im Gegenteil, wenn sie im Vorfeld bereits mitgedacht wird, zeigt das, dass hier ein reales Risiko gesehen wird. Das als Argument einfach beiseitezuschieben, greift aus meiner Sucht zu kurz.
Bei Bannern und Spruchbändern ist der Knackpunkt für mich weniger, wo sie hängen dürfen, sondern warum diese Einschränkungen pauschal für große Stadionbereiche gelten. Wenn Maßnahmen konkret, nachvollziehbar und sicherheitsbezogen begründet sind, kann man darüber reden. Wenn sie aber vor allem präventiv alles unterbinden sollen, was potentiell zu politisch gelesen werden könnte, wird es problematisch.
Dass Gewaltexzesse oder Diskriminierung verhindert werden müssen, steht für mich komplett außer Frage und genau das betont die Fanszene ja selbst sehr deutlich. Der Boykott ist deshalb kein Ausdruck von Gleichgültigkeit gegenüber Sicherheit, sondern ein Protest dagegen, dass Sicherheitslogik so weit ausgedehnt wird, dass zentrale fankulturelle Freiheiten faktisch außer Kraft gesetzt werden. Das du als Nicht-Ultra manche Einschränkungen anders bewertest, ist absolut legitim. Der Punkt ist nur: Die Maßnahmen treffen eben nicht alle gleich und genau deshalb ist es nachvollziehbar, dass diejenigen, die davon am stärksten betroffen sind, auch am deutlichsten reagieren.
20.01.2026 - 11:03 Uhr
Zitat von TaktikTeddy
Wo ich aber widersprechen würde: Die Durchsuchung eines Infostands ist eben nicht "erstmal kaum problematisch", sondern für eine organisierte Fanszene ein sehr sensibler Eingriff. Dort liegen Kommunikationsmaterial, Spendengelder, Infrastruktur, das ist kein beliebiger Rucksack, sondern ein zentraler Teil selbstorganisierter Fankultur. Eine solche Maßnahme hat daher eine andere Qualität als klassische Einlasskontrollen.
Ähnlich beim Thema Racial Profiling: Dass es diese Gefahr leider immer gibt, macht sie nicht weniger relevant. Im Gegenteil, wenn sie im Vorfeld bereits mitgedacht wird, zeigt das, dass hier ein reales Risiko gesehen wird.
Wo ich aber widersprechen würde: Die Durchsuchung eines Infostands ist eben nicht "erstmal kaum problematisch", sondern für eine organisierte Fanszene ein sehr sensibler Eingriff. Dort liegen Kommunikationsmaterial, Spendengelder, Infrastruktur, das ist kein beliebiger Rucksack, sondern ein zentraler Teil selbstorganisierter Fankultur. Eine solche Maßnahme hat daher eine andere Qualität als klassische Einlasskontrollen.
Ähnlich beim Thema Racial Profiling: Dass es diese Gefahr leider immer gibt, macht sie nicht weniger relevant. Im Gegenteil, wenn sie im Vorfeld bereits mitgedacht wird, zeigt das, dass hier ein reales Risiko gesehen wird.
Also sind wir uns zum Großteil einig, nur die Bewertung der einzelnen Maßnahmen unterscheiden sich. Dass die Durchsuchung des Infostandes eine andere Qualität hat als Einlasskontrollen kann ich gut verstehen. Aber was genau die Befürchtung ist nicht. Geht es um die Sorge, dass dabei Spendengelder abhanden kommen? Oder was wird befürchtet? Wieso ist die körperliche Durchsuchung meiner Person und meiner Taschen am Einlass einer Veranstaltung oder im Flughafen völlig in Ordnung für mich (Aufgrund nachvollziehbarer Sicherheitsbedenken), aber nicht die Durchsuchung des Infostandes?
Und beim Thema Racial Profiling sind wir uns ja dann auch einig, diese Gefahr besteht immer, wieso also ist sie für diese eine Kontrolle plötzlich relevanter als sonst? Die Kontrollen gibt es ja immer, nur jetzt halt zusätzlich mit Metalldetektoren oder? Nicht falsch verstehen, Racial Profiling ist schrecklich, besonders für die Betroffenen und sollte verurteilt, bekämpft und bestraft werden. Aber aufgrund der Möglichkeit des Racial Profiling bei Kontrollen die Kontrolle zu unterlassen bringt uns glaube ich nicht weiter. Oder anders ausgedrückt, mir persönlich wäre es lieber jeden einzelnen Zuschauer durch einen Metalldetektoren gehen zu lassen um so Racial Profiling UND Sicherheitsrisiken bei solchen Spielen zu verhindern.
Nichtsdestotrotz ist ja anhand unserer Diskussion offensichtlich wie schwer die Bewertung dieser Maßnahmen ist. Wahrscheinlich bleibt uns am Ende des Tages nichts anderes übrig als zu sagen, dass die Reaktion der Ultras auf die angekündigten Maßnahmen genauso nachvollziehbar ist, wie die Maßnahmen selbst. In Teilen ist vielleicht beides überzogen, vielleicht aber auch nicht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Sayent am 20.01.2026 um 11:05 Uhr bearbeitet
20.01.2026 - 11:30 Uhr
Genau hier liegt der Knackpunkt: Die Argumentation "wer nichts zu befürchten hat, muss auch nichts gegen Kontrollen haben" greift zu kurz. Nicht, weil man konkret etwas zu verbergen hätte, sondern weil sich daran die grundsätzliche Frage anschließt, wo die Grenze gezogen wird.
Der Infostand ist kein beliebiger Gegenstand, sondern Ausdruck selbstorganisierter Fankultur. Wenn dessen Durchsuchung zur Normalität wird, verschiebt sich die Schwelle dessen, was als akzeptabler Eingriff gilt. Es geht dabei weniger um die konkrete Angst vor dem Abhandenkommen von Geldern, sondern um das Signal: dass Strukturen, die über Jahre gewachsen sind, unter einen Generalverdacht gestellt werden.
Der Vergleich mit Personenkontrollen am Flughafen hinkt deshalb. Dort gibt es ein klar definiertes, für alle gleiches Verfahren mit transparentem Zweck. Bei der Durchsuchung von Faninfrastruktur geht es nicht um individuelle Gefahrenabwehr, sondern um kollektive Kontrolle eines bestimmten Milieus und genau das macht den Unterschied.
Beim Thema Racial Profiling sehe ich es ähnlich, dass diese Gefahr "immer besteht", ist kein Argument dafür, sie hinzunehmen oder auszuweiten. Im Gegenteil wenn zusätzliche Maßnahmen angekündigt werden, die diese Gefahr erhöhen können, ist es legitim, das zu problematisieren. Metalldetektoren für alle wären eine andere Qualität, weil sie gerade nicht selektiv wirken würden. Die Sorge richtet sich also weniger gegen Technik als gegen deren Anwendung.
Am Ende geht es nicht darum, Sicherheit gegen Freiheit auszuspielen, sondern darum, Verhältnismäßigkeit zu wahren und schleichende Normalisierung immer weitergehender Eingriffe kritisch zu begleiten. Vor diesem Hintergrund kann ich die Reaktion der Ultras sehr gut nachvollziehen als bewussten Einspruch gegen eine Entwicklung, die eine weitere Grenze überschreitet.
e.: man kann diesen Gedanken auch weiterziehen, wenn man über den Fußball hinausblickt: Die Logik "wer nichts zu befürchten hat, muss auch nichts gegen Kontrollen haben" begegnet einem international immer wieder, gerade in den USA, wo sie genutzt wurde, um immer weitergehende Kontroll-, Überwachungs- und Abschiebepraxen gesellschaftlich zu normalisieren. Dort zeigt sich sehr deutlich, wohin solche Argumentationsmuster führen können, wenn sie nicht frühzeitig hinterfragt werden.
Gerade deshalb halte ich es für wichtig, schon bei vergleichsweise kleinen Eingriffen sensibel zu bleiben und nicht erst dann zu reagieren, wenn Grenzen längst verschoben wurden.
Der Infostand ist kein beliebiger Gegenstand, sondern Ausdruck selbstorganisierter Fankultur. Wenn dessen Durchsuchung zur Normalität wird, verschiebt sich die Schwelle dessen, was als akzeptabler Eingriff gilt. Es geht dabei weniger um die konkrete Angst vor dem Abhandenkommen von Geldern, sondern um das Signal: dass Strukturen, die über Jahre gewachsen sind, unter einen Generalverdacht gestellt werden.
Der Vergleich mit Personenkontrollen am Flughafen hinkt deshalb. Dort gibt es ein klar definiertes, für alle gleiches Verfahren mit transparentem Zweck. Bei der Durchsuchung von Faninfrastruktur geht es nicht um individuelle Gefahrenabwehr, sondern um kollektive Kontrolle eines bestimmten Milieus und genau das macht den Unterschied.
Beim Thema Racial Profiling sehe ich es ähnlich, dass diese Gefahr "immer besteht", ist kein Argument dafür, sie hinzunehmen oder auszuweiten. Im Gegenteil wenn zusätzliche Maßnahmen angekündigt werden, die diese Gefahr erhöhen können, ist es legitim, das zu problematisieren. Metalldetektoren für alle wären eine andere Qualität, weil sie gerade nicht selektiv wirken würden. Die Sorge richtet sich also weniger gegen Technik als gegen deren Anwendung.
Am Ende geht es nicht darum, Sicherheit gegen Freiheit auszuspielen, sondern darum, Verhältnismäßigkeit zu wahren und schleichende Normalisierung immer weitergehender Eingriffe kritisch zu begleiten. Vor diesem Hintergrund kann ich die Reaktion der Ultras sehr gut nachvollziehen als bewussten Einspruch gegen eine Entwicklung, die eine weitere Grenze überschreitet.
e.: man kann diesen Gedanken auch weiterziehen, wenn man über den Fußball hinausblickt: Die Logik "wer nichts zu befürchten hat, muss auch nichts gegen Kontrollen haben" begegnet einem international immer wieder, gerade in den USA, wo sie genutzt wurde, um immer weitergehende Kontroll-, Überwachungs- und Abschiebepraxen gesellschaftlich zu normalisieren. Dort zeigt sich sehr deutlich, wohin solche Argumentationsmuster führen können, wenn sie nicht frühzeitig hinterfragt werden.
Gerade deshalb halte ich es für wichtig, schon bei vergleichsweise kleinen Eingriffen sensibel zu bleiben und nicht erst dann zu reagieren, wenn Grenzen längst verschoben wurden.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von TaktikTeddy am 20.01.2026 um 11:33 Uhr bearbeitet
20.01.2026 - 12:00 Uhr
Ein Stück weit bin ich echt schockiert was hier geschrieben wird. Und dass diese Ultra Pappnasen nun wegbleiben, meine Segen haben sie. Mit dieser Kultur kann ich nichts anfangen, das ist ein Parallel Kosmos.
Ich bin mir sicher dass 99% hier kein Ahnung haben was es tatsächlich bedeutet wenn man mal wirklich in solch einen Konflikt involviert ist. Wenn man tatsächlich Freunde oder Angehörige bei einem Anschlag verloren hat der zu verhindern gewesen wäre so wie die Ereignisse im Oktober 23 in Israel. Ich kann es. Meine Familie war hier involviert.
Und wenn ich hier lese dass die Fans fernbleiben weil die Sicherheitskontrollen verschärft werden, (vollkommen zurecht) kann ich nur den Kopf schütteln und es zeigt dass ihr schlicht keine Ahnung habt.
Sollte aber tatsächlich etwas passieren wäre der Reflex vermutlich wie immer der gleiche. Dann waren die Sicherheitskonzepte zu lasch. Und die am lautesten schreien sind die, die auch jetzt am lautesten schreien.
Ich bin mir sicher dass 99% hier kein Ahnung haben was es tatsächlich bedeutet wenn man mal wirklich in solch einen Konflikt involviert ist. Wenn man tatsächlich Freunde oder Angehörige bei einem Anschlag verloren hat der zu verhindern gewesen wäre so wie die Ereignisse im Oktober 23 in Israel. Ich kann es. Meine Familie war hier involviert.
Und wenn ich hier lese dass die Fans fernbleiben weil die Sicherheitskontrollen verschärft werden, (vollkommen zurecht) kann ich nur den Kopf schütteln und es zeigt dass ihr schlicht keine Ahnung habt.
Sollte aber tatsächlich etwas passieren wäre der Reflex vermutlich wie immer der gleiche. Dann waren die Sicherheitskonzepte zu lasch. Und die am lautesten schreien sind die, die auch jetzt am lautesten schreien.
20.01.2026 - 12:01 Uhr
Zitat von TaktikTeddy
Genau hier liegt der Knackpunkt: Die Argumentation "wer nichts zu befürchten hat, muss auch nichts gegen Kontrollen haben" greift zu kurz. Nicht, weil man konkret etwas zu verbergen hätte, sondern weil sich daran die grundsätzliche Frage anschließt, wo die Grenze gezogen wird.
Genau hier liegt der Knackpunkt: Die Argumentation "wer nichts zu befürchten hat, muss auch nichts gegen Kontrollen haben" greift zu kurz. Nicht, weil man konkret etwas zu verbergen hätte, sondern weil sich daran die grundsätzliche Frage anschließt, wo die Grenze gezogen wird.
Auch da bin ich vollkommen bei dir. Solche Entwicklungen müssen immer hinterfragt werden! Allerdings würde ich doch einen deutlichen Unterschied zwischen beispielsweise dauerhafter Videoüberwachung im öffentlichen Raum und Personenkontrollen mit Metalldetektoren bei einem Hochsicherheitsspiel im Fußballstadion machen. Hier ist der Einsatz der Maßnahmen klar zweckgebunden und auf einen Zeitpunkt und einen Ort beschränkt.
Mit großer Sicherheit gibt es auch rechtliche Bewertungen der Unterscheidung von so etwas wie einem Infostand und beispielsweise einer privaten Wohnung, einem privaten PKW oder Ähnlichem. Dass es sich für die Verantwortlichen und Beteiligten des Infostandes nach einer weiteren Grenzüberschreitung anfühlt, kann ich trotzdem nachvollziehen. Aber auch hier finde ich die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme von Außen schwer zu beurteilen. Hat die Polizei Hinweise bekommen? Handelt es sich um Schikane? Keine Ahnung.
All diese zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen kritisch zu begleiten, zu beobachten und zu diskutieren ist auf jeden Fall notwendig und richtig.
20.01.2026 - 12:02 Uhr
Zitat von Sayent
Nichtsdestotrotz ist ja anhand unserer Diskussion offensichtlich wie schwer die Bewertung dieser Maßnahmen ist. Wahrscheinlich bleibt uns am Ende des Tages nichts anderes übrig als zu sagen, dass die Reaktion der Ultras auf die angekündigten Maßnahmen genauso nachvollziehbar ist, wie die Maßnahmen selbst. In Teilen ist vielleicht beides überzogen, vielleicht aber auch nicht.
Nichtsdestotrotz ist ja anhand unserer Diskussion offensichtlich wie schwer die Bewertung dieser Maßnahmen ist. Wahrscheinlich bleibt uns am Ende des Tages nichts anderes übrig als zu sagen, dass die Reaktion der Ultras auf die angekündigten Maßnahmen genauso nachvollziehbar ist, wie die Maßnahmen selbst. In Teilen ist vielleicht beides überzogen, vielleicht aber auch nicht.
Das trifft es schon ganz gut. Es ist nicht S/W.
Ohne Sicherheit gibt es halt auch keine Freiheit.
Wenn die Behörden sagen würden "wir können für die Sicherheit am Spieltag nicht garantieren...auf eigene Gefahr."
würden dann alle zum Spiel gehen?
Freiheit bedeutet eben auch Sicherheit. Dies lässt sich nicht trennen. Ob im einzelnen jede Maßnahme sinnvoll ist könnte man diskutieren, aber wenn man die Verantwortung trägt für Sicherheit zu sorgen, will man sich natürlich nicht nachsagen lassen, sofern etwas passiert, man hätte nicht genau überprüft.
Es wurde, aus verständlichen Gründen welche wir hier leider auch nicht bis zum Spieltag beheben können, als Hochsicherheitsspiel eingestuft. Ich möchte mit der Familie sicher und ohne Bedenken zum Spiel und auch unversehrt wieder nach Hause. Nicht mehr oder weniger und dies ohne mir darüber sorgen machen zu müssen. Dafür nehme ich die Maßnahmen welche dafür nötig sind auch in Kauf.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FranzWeber am 20.01.2026 um 12:05 Uhr bearbeitet
20.01.2026 - 13:50 Uhr
Von mir vielen Dank an @Sayent und @FranzWeber für die sehr guten Sichtweisen.
Ich sehe das Problem darin, dass dieses Spiel eben kein "normales" Spiel ist und daher die Eingriffe auch nicht normal eingesetzt werden. Dafür habe ich auch Verständnis. Leider ist das so.
Ich möchte auch angstfrei zu diesem Spiel ins Stadion können und ich glaube Provokationen, woher auch immer, würden für einen friedlichen Ablauf nicht gerade förderlich sein.
Die Kritik aus Sicht der Ultras ist von mir auch ein Stück weit nachvollziehbar. Aber sollte es hier in erster Linie nicht um ein Euroleague Spiel unseres SC gehen?
Dafür sollten unsere Jungs uneingeschränkten Support bekommen.
Wenn ich mich darauf einstelle und durch Kontrollen nichts zu befürchten habe, kann ich das aus Liebe zu meinem Verein bei so einem Hochrisikospiel nicht ausnahmsweise auf mich nehmen?
(Ich persönlich befürchte auch nicht, dass solche extreme Kontrollen bei uns normalisiert werden)
Da kann man dann schon darüber diskutieren, was dem einzelnen Ultra wirklich wichtig ist.
Zitat von TaktikTeddy
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Am Ende geht es nicht darum, Sicherheit gegen Freiheit auszuspielen, sondern darum, Verhältnismäßigkeit zu wahren und schleichende Normalisierung immer weitergehender Eingriffe kritisch zu begleiten.
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Am Ende geht es nicht darum, Sicherheit gegen Freiheit auszuspielen, sondern darum, Verhältnismäßigkeit zu wahren und schleichende Normalisierung immer weitergehender Eingriffe kritisch zu begleiten.
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Ich sehe das Problem darin, dass dieses Spiel eben kein "normales" Spiel ist und daher die Eingriffe auch nicht normal eingesetzt werden. Dafür habe ich auch Verständnis. Leider ist das so.
Ich möchte auch angstfrei zu diesem Spiel ins Stadion können und ich glaube Provokationen, woher auch immer, würden für einen friedlichen Ablauf nicht gerade förderlich sein.
Die Kritik aus Sicht der Ultras ist von mir auch ein Stück weit nachvollziehbar. Aber sollte es hier in erster Linie nicht um ein Euroleague Spiel unseres SC gehen?
Dafür sollten unsere Jungs uneingeschränkten Support bekommen.
Wenn ich mich darauf einstelle und durch Kontrollen nichts zu befürchten habe, kann ich das aus Liebe zu meinem Verein bei so einem Hochrisikospiel nicht ausnahmsweise auf mich nehmen?
(Ich persönlich befürchte auch nicht, dass solche extreme Kontrollen bei uns normalisiert werden)
Da kann man dann schon darüber diskutieren, was dem einzelnen Ultra wirklich wichtig ist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SCF-Geli am 20.01.2026 um 13:52 Uhr bearbeitet
20.01.2026 - 14:12 Uhr
Zitat von SCF-Geli
Von mir vielen Dank an @Sayent und @FranzWeber für die sehr guten Sichtweisen.
Ich sehe das Problem darin, dass dieses Spiel eben kein "normales" Spiel ist und daher die Eingriffe auch nicht normal eingesetzt werden. Dafür habe ich auch Verständnis. Leider ist das so.
Ich möchte auch angstfrei zu diesem Spiel ins Stadion können und ich glaube Provokationen, woher auch immer, würden für einen friedlichen Ablauf nicht gerade förderlich sein.
Die Kritik aus Sicht der Ultras ist von mir auch ein Stück weit nachvollziehbar. Aber sollte es hier in erster Linie nicht um ein Euroleague Spiel unseres SC gehen?
Dafür sollten unsere Jungs uneingeschränkten Support bekommen.
Wenn ich mich darauf einstelle und durch Kontrollen nichts zu befürchten habe, kann ich das aus Liebe zu meinem Verein bei so einem Hochrisikospiel nicht ausnahmsweise auf mich nehmen?
(Ich persönlich befürchte auch nicht, dass solche extreme Kontrollen bei uns normalisiert werden)
Da kann man dann schon darüber diskutieren, was dem einzelnen Ultra wirklich wichtig ist.
Von mir vielen Dank an @Sayent und @FranzWeber für die sehr guten Sichtweisen.
Zitat von TaktikTeddy
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Am Ende geht es nicht darum, Sicherheit gegen Freiheit auszuspielen, sondern darum, Verhältnismäßigkeit zu wahren und schleichende Normalisierung immer weitergehender Eingriffe kritisch zu begleiten.
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Am Ende geht es nicht darum, Sicherheit gegen Freiheit auszuspielen, sondern darum, Verhältnismäßigkeit zu wahren und schleichende Normalisierung immer weitergehender Eingriffe kritisch zu begleiten.
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Ich sehe das Problem darin, dass dieses Spiel eben kein "normales" Spiel ist und daher die Eingriffe auch nicht normal eingesetzt werden. Dafür habe ich auch Verständnis. Leider ist das so.
Ich möchte auch angstfrei zu diesem Spiel ins Stadion können und ich glaube Provokationen, woher auch immer, würden für einen friedlichen Ablauf nicht gerade förderlich sein.
Die Kritik aus Sicht der Ultras ist von mir auch ein Stück weit nachvollziehbar. Aber sollte es hier in erster Linie nicht um ein Euroleague Spiel unseres SC gehen?
Dafür sollten unsere Jungs uneingeschränkten Support bekommen.
Wenn ich mich darauf einstelle und durch Kontrollen nichts zu befürchten habe, kann ich das aus Liebe zu meinem Verein bei so einem Hochrisikospiel nicht ausnahmsweise auf mich nehmen?
(Ich persönlich befürchte auch nicht, dass solche extreme Kontrollen bei uns normalisiert werden)
Da kann man dann schon darüber diskutieren, was dem einzelnen Ultra wirklich wichtig ist.
Ich möchte persönlich sagen, als Mensch, der schon Probleme bei Auswärtsfahrten mit der Polizei hatte, ohne Teil der Ultras zu sein. Der schon Probleme bei Demos gegen Rechts mit der Polizei hatte, ohne dass es davor eine Eskalation gab. Dass ich Events meide, in denen die Polizeipräsenz extrem hochgefahren wird, besonders wenn da auch noch Teile der Bereitschaftspolizei dabei sind, zu denen es viele Berichte gibt, die ein gesundes Misstrauen angemessen erscheinen lassen.
Ich kann Donnerstag wegen eines privaten Termins nicht ins Stadion. Ich wäre aber auch sonst nicht gegangen. Jedes persönliche Erlebnis meiner bisherigen Lebenserfahrung zeigte, dass mehr Polizeipräsenz immer weniger Sicherheit und mehr Eskalation nach sich zog. Und leider sehr häufig, dass die Polizei dabei treibender Faktor war. Das sollte man nicht einfach mit sich geschehen lassen aus meiner Sicht, selbst wenn man selbst nichts zu verstecken hat.
20.01.2026 - 14:47 Uhr
Zitat von scfsince1904
Ich kann Donnerstag wegen eines privaten Termins nicht ins Stadion. Ich wäre aber auch sonst nicht gegangen. Jedes persönliche Erlebnis meiner bisherigen Lebenserfahrung zeigte, dass mehr Polizeipräsenz immer weniger Sicherheit und mehr Eskalation nach sich zog. Und leider sehr häufig, dass die Polizei dabei treibender Faktor war. Das sollte man nicht einfach mit sich geschehen lassen aus meiner Sicht, selbst wenn man selbst nichts zu verstecken hat.
Ich kann Donnerstag wegen eines privaten Termins nicht ins Stadion. Ich wäre aber auch sonst nicht gegangen. Jedes persönliche Erlebnis meiner bisherigen Lebenserfahrung zeigte, dass mehr Polizeipräsenz immer weniger Sicherheit und mehr Eskalation nach sich zog. Und leider sehr häufig, dass die Polizei dabei treibender Faktor war. Das sollte man nicht einfach mit sich geschehen lassen aus meiner Sicht, selbst wenn man selbst nichts zu verstecken hat.
Schade, dass du solche Erfahrungen machen musstest. Bei mir ist es genau andersherum. Ohne Polizeipräsenz wäre da einige Male die Situation noch weiter eskaliert.
20.01.2026 - 16:35 Uhr
Zitat von FranzWeber
Schade, dass du solche Erfahrungen machen musstest. Bei mir ist es genau andersherum. Ohne Polizeipräsenz wäre da einige Male die Situation noch weiter eskaliert.
Zitat von scfsince1904
Ich kann Donnerstag wegen eines privaten Termins nicht ins Stadion. Ich wäre aber auch sonst nicht gegangen. Jedes persönliche Erlebnis meiner bisherigen Lebenserfahrung zeigte, dass mehr Polizeipräsenz immer weniger Sicherheit und mehr Eskalation nach sich zog. Und leider sehr häufig, dass die Polizei dabei treibender Faktor war.
Ich kann Donnerstag wegen eines privaten Termins nicht ins Stadion. Ich wäre aber auch sonst nicht gegangen. Jedes persönliche Erlebnis meiner bisherigen Lebenserfahrung zeigte, dass mehr Polizeipräsenz immer weniger Sicherheit und mehr Eskalation nach sich zog. Und leider sehr häufig, dass die Polizei dabei treibender Faktor war.
Schade, dass du solche Erfahrungen machen musstest. Bei mir ist es genau andersherum. Ohne Polizeipräsenz wäre da einige Male die Situation noch weiter eskaliert.
Vorab: ich finde es sehr angenehm, wie bei diesem durchaus kritischen Thema hier sachlich diskutiert wird - danke dafür!
Ich denke, es sind eben die "ideologische Weltanschauung" sowie individuellen Erfahrungen jedes Einzelnen von uns, die uns alle diese Maßnahmen so oder so bewerten lässt. Ich persönlich kann die Vorkehrungen für dieses eine Spiel komplett nachvollziehen. Für mich unvergessen sind die Bilder vom Auswärtsspiel von Maccabi in Amsterdam (Nov 2024) - bei dem ich mir jede zusätzliche Polizeieinheit vor Ort (insbesondere Innenstadt) sehnlichst gewünscht hätte.
Und wenn ich auch die Bevölkerung und Stadiongänger in Freiburg nicht mit der in Amsterdam vergleichen will, kann ich nicht ausschließen, dass nicht auch "bei uns" jederzeit etwas passieren kann. Hemmschwelle und Verrohung in der Gesellschaft nehmen insgesamt einfach zu - und ein Fußballspiel dieser Größenordnung bietet eben auf mehreren Ebenen die Gelegenheit für ein Attentat.
Es wäre m.E. daher fahrlässig vom Veranstalter in dieser Zeit nicht besondere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Denn sollte etwas passieren, dann ist auch klar, dass es für den Verantwortlichen des Sicherheitskonzepts an den Kragen geht.
Ich finde es gut, dass sich die aktive Szene klar und vorab artikuliert - und den Verein + Mansnchaft in Schutz nimmt. Wofür ich persönlich kein Verständnis hätte, wäre übrigens ein "Verbot für die verbliebenen Stadiongänger", sich u.a.hinter dem Tor in Block C zu stellen. Denn das wäre für ich dann doch wieder eine Art Selbstdarstellung, die sich gegen "die anderen SC-Fans" + auch den Support der Mannschaft richtet. Mal schauen, ob trotz Abwesenheit darauf bestanden wird/werden kann.
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