Taktik und Spielsysteme
21.07.2011 - 09:17 Uhr
12.09.2017 - 12:02 Uhr
Danke Rudi und Dedaim für Eure Einschätzung. Später schreibe ich noch was dazu.
12.09.2017 - 12:03 Uhr
Danke Rudi und Dedaim für Eure Einschätzung. Später schreibe ich noch was dazu.
12.09.2017 - 14:03 Uhr
Zitat von Dedaim
Ich würde allerdings behaupten, dass das schon während der erfolgreichsten Zeit der Fall war, also bereits in der Relegationssaison 2014/15 (oder zumindest in deren Verlauf). Auch in der dritten Liga war Kauczes Fußball zwangsläufig auf mehr Ballbesitzphasen ausgelegt. Insofern würde ich nur eingeschränkt zustimmen, dass sich die Punktausbeute mit steigendem Ballbesitz verschlechterte. Die Mannschaft hat sich aber sicherlich immer schwer damit getan, das Spiel zu machen. Die (zum Teil berechtigte) Kritik, gerade in Kauczinskis letztem Jahr hier, war ja dann eher die, dass es offensiv viel zu eindimensional ablief.
Ich würde allerdings behaupten, dass das schon während der erfolgreichsten Zeit der Fall war, also bereits in der Relegationssaison 2014/15 (oder zumindest in deren Verlauf). Auch in der dritten Liga war Kauczes Fußball zwangsläufig auf mehr Ballbesitzphasen ausgelegt. Insofern würde ich nur eingeschränkt zustimmen, dass sich die Punktausbeute mit steigendem Ballbesitz verschlechterte. Die Mannschaft hat sich aber sicherlich immer schwer damit getan, das Spiel zu machen. Die (zum Teil berechtigte) Kritik, gerade in Kauczinskis letztem Jahr hier, war ja dann eher die, dass es offensiv viel zu eindimensional ablief.
Ja. Es war ein gewollter Entwicklungsprozess unter MK. Die höheren Ballbesitzphasen waren nicht auf defensiveres Verhalten der Gegner zurückzuführen sondern weil man spielerisch weiter gehen wollte. Hat auch gut funktioniert. Die einen sagen halt, dass Kaucze kein Offensiv-Konzept hatte. Ich sehe es eher so, dass man für mehr Durchschlagskraft auch mehr individuelle Qualität benötigt. Aber mit dem Personal das wir damals hatten war es gut.
Wir hatten gefühlte 136 Unentschieden in denen wir besser waren und in fast jedem Spiel klare Torchancen hatten oder zumindest Situationen in denen wir diese herausspielen hätten müssen/können.
Das Offensivspiel ist viel mehr von individueller Qualität und nem guten Instinkt abhängig. Heißt auch, dass ein Konzept oder eine taktische Vorgabe gut für die Defensive vorgegeben werden kann. In der Offensive auch aber eher eingeschränkt. Spätestens vor der Box wird's dann mehr individuell und instinktiv.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von turbine am 12.09.2017 um 14:05 Uhr bearbeitet
13.09.2017 - 13:57 Uhr
Ich denke, es war beides: Einerseits wollte Kaucze die Mannschaft spielerisch weiterbringen, damit sie spielbestimmender auftreten kann, andererseits musste er das auch. Die Gründe dafür hat Rudi ja schon benannt. (Was die Unentschieden anbelangt, stimme ich dir übrigens zu)
In der Regel kommen Mannschaften, die mehr Ballbesitzanteile haben in eine Bredouille: der Gegner steht dann (im Regelfall) tief und kompakt, was wenig Räume im letzten Drittel hergibt. Natürlich gibt es Mittel und Wege auch solche Abwehrriegel zu knacken: Über die Außen, Tempoverschärfungen, Ein-Kontakt-Spiel, die Abwehr in die Breite ziehen, oder, oder, oder... Da kann man auch einiges an Lauf- und Passwegen einstudieren, denke ich. Aber es kommt eben der Faktor hinzu, den du schon genannt hast: individuelle Qualität, will sagen Technik und Dynamik. Zumindest eines von beiden muss, gepaart mit einer guten Übersicht und Handlungsschnelligkeit, meiner Meinung nach bei einem guten Offensivspieler (oder besser: am Offensivspiel beteiligten Spieler) gegeben sein. Yabo hatte beides und konnte deshalb auch nur so schwer ersetzt werden. Weder Meffert noch Prömel und schon gar nicht Peitz (so sehr ich ihn mag) konnten da technisch oder dynamisch mithalten.
Achja, und dann muss der ganze Käse ja auch noch im Gesamten Mannschaftskonstrukt passen.
Da wird es halt für einen Zweitligisten schwer, wirklich konstant überzeugend zu sein - für einen Drittligisten umso mehr. Hmm, das war jetzt alles wirrer als beabsichtigt.
In der Regel kommen Mannschaften, die mehr Ballbesitzanteile haben in eine Bredouille: der Gegner steht dann (im Regelfall) tief und kompakt, was wenig Räume im letzten Drittel hergibt. Natürlich gibt es Mittel und Wege auch solche Abwehrriegel zu knacken: Über die Außen, Tempoverschärfungen, Ein-Kontakt-Spiel, die Abwehr in die Breite ziehen, oder, oder, oder... Da kann man auch einiges an Lauf- und Passwegen einstudieren, denke ich. Aber es kommt eben der Faktor hinzu, den du schon genannt hast: individuelle Qualität, will sagen Technik und Dynamik. Zumindest eines von beiden muss, gepaart mit einer guten Übersicht und Handlungsschnelligkeit, meiner Meinung nach bei einem guten Offensivspieler (oder besser: am Offensivspiel beteiligten Spieler) gegeben sein. Yabo hatte beides und konnte deshalb auch nur so schwer ersetzt werden. Weder Meffert noch Prömel und schon gar nicht Peitz (so sehr ich ihn mag) konnten da technisch oder dynamisch mithalten.
Achja, und dann muss der ganze Käse ja auch noch im Gesamten Mannschaftskonstrukt passen.
Da wird es halt für einen Zweitligisten schwer, wirklich konstant überzeugend zu sein - für einen Drittligisten umso mehr. Hmm, das war jetzt alles wirrer als beabsichtigt.
17.09.2017 - 08:40 Uhr
KSC - Lotte
Der KSC begann im 4-2-2-2, Bülow als 6er, Wanitzek der 8er mit Freiheiten in der Offensive, während Fink die hängende Spitze neben Stoßstürmer Stroh-Engel gab. Lotte dagegen im 433 mit 2 Sechsern und einem zentralen Achter. Beide Mannschaften verteidigten weitestgehend im 442, wenn Fink tief stand, wurde es beim KSC auch zum 4-1-4-1.
Lotte begann aggressiv, versucht dem KSC früh den Schneid abzukaufen, doch das hielt nicht lange an. Der KSC übernahm nach den ersten Minuten schnell das Zepter und diktierte das Tempo. Lotte rückte mit den beiden Sechsern selten auf, sie ließen sich schnell fallen. Der KSC musste also wieder einmal die meiste Zeit ohne Umschalten/Konterspiel ein stehendes Spiel öffnen und da zeigte sich der KSC zum Chemnitz-Spiel weit verbessert. Diesmal gab es keine großartig asymmetrische Spielweise. Beide Flügelspieler versuchten in die Halbräume zu rücken (O-Ton Kreuzer zur Halbzeitpause, war gewollt), damit die Flügelverteidiger überlaufen konnten. Lorenz statisches Spiel an der Seitenlinie war damit kein negativer Faktor mehr, wie es in einigen Spielen bisher der Fall war. Wanitzek rückte im 2. Drittel weit auf, agierte im linken Halbraum nahe Lorenz, während Bülow passiv von hinten raus das Spiel kontrollierte und als tiefstehende Anspielstation im Mittelfeld fungierte.
Lobenswert war dann die grundsätzliche Spielanlage des KSC, auch wenn wenige klar Chancen heraussprangen. Der KSC versuchte nicht Lotte hinten rein zu drängen, sondern über eine vielfältige Spielanlage Räume nicht unnötig zu verdichten und dann zu Chancen zu kommen. Kombinationsspiel ohne wirkliche Überzahl (Lorenz-Föhrenbach, Bader-Muslija), weite Bälle auf DSE, für Ablagen vor der Abwehr-Kette bzw. Kampf um 2. Bälle (O-Ton Kreuzer in der Halbzeitpause, weite Bälle waren Teil der Spielidee), wie auch Kombinationen durch die Zentrale über Fink oder Wanitzek. Das finde ich sehr positiv, da immer Vertrauen in diese Spielweise da war, keinerlei Nervosität zu sehen. Leider verpuffte das dann aber sehr schnell im letzten Drittel. Ein Durchbruch wollte einfach nicht gelingen, der letzte Pass kam nicht an, Bälle wurden ein Stück weit zu lange gehalten, DSE konnte sich kaum von seiner Manndeckung lösen, Fink agierte oft sehr tief und war dann keine Hilfe, im Sturmzentrum war man damit zu oft unterbesetzt. Letztlich aber eine große Steigerung zum Chemnitz-Spiel, als man bereits über der Mittellinie schnell an die Grenzen kam und passendes Spiel im Kollektiv selten zu erahnen war.
Lotte konnte dem wenig entgegensetzen. Sie standen tief und spielten zu passiv, dem KSC taten sie damit einen Gefallen, denn daraus ein passendes Aufbauspiel zu gestalten, das gelang fast überhaupt nicht. Bei Ballverlust des KSC setzte man sofort nach, die Spieler aus Lotte konnten sich nicht sofort passend anbieten, der Ball war dann schnell wieder beim KSC. Kam dann doch mal ein Ball bei einem der 3 Angreifer an, machten Föhrenbach, Bader und die Zentrale um Bülow, Pisot und Gordon dem schnell ein Ende. Das alles Folge der passenden Einstellung von Schwartz auf den Gegner, was den Spielern sichtbar Vertrauen gab und vor allem Wanitzek aufdrehen ließ.
Der KSC war klar überlegen, doch drückend vor das Tor kam man leider nicht. Mit einem 0:0 ging es in die Pause, was nicht gerade für Jubelstürme im Stadion sorgte. Ich persönlich war sehr zufrieden. Sorgen hatte ich keine, kommen Fink oder DSE mal klar zum Abschluss, dann fällt das Tor. Umstellungen nach der Pause gab es einige. Fink agierte nun eher links neben DSE, Muslija zeitweise im linken Halbraum, was Überzahl einbrachte. Lorenz blieb meist ebenso auf der linken Seite, rückte in seltenen Fällen auf den verwaisten rechten offensiven Flügel. Bader hatte damit teilweise wieder die rechte Seite für sich. Der KSC wollte nun drückender Auftreten, was nicht gelang, dazu stimmte die Abstimmung im Umschalten auf die Defensive nicht mehr durchgehend, Lotte bekam Möglichkeiten zum kontern. Zum Glück hatte Uphoff wieder mal einen Sahnetag und machte alles zunichte, nachdem Föhrenbach, Bülow oder Wanitzek zu einfach überspielt wurden. Das 1:0 fiel dann eher aus dem Nichts, der KSC hatte das Spiel nicht mehr voll unter Kontrolle, sie spielten wieder leicht fahrig.
Wie der Telekom-Reporter passend anmerkte, ging das Tor zum Großteil auch auf Föhrenbach, der den Gegner mit seinem Laufweg irritierte und Fink damit eine kurze Möglichkeit gab, unbedrängt aufs Tor zu schießen. Diese Passivität des Gegners, das war heute ein großer Verdienst von Föhrenbach, aber auch von Bader, Muslija und Wanitzek. Sie gingen durchgehend die nötigen Laufwege, um den Sportfreunden aus Lotte ständig neue Aufgaben zu stellen. Folge ist dann eine passive Spielweise beim Gegner, weil die Zuordnungen ständig kippen, Manndeckung zu Raumdeckung wird und wieder zurück, sie konnten sich ihrer richtigen defensiven Stellung/Staffelung nie sicher sein. Ergo sehr erfreulich, dass es im Kollektiv, vom Einsatz her dann sehr überzeugend war und die spürbare Nervosität in den bisherigen Spielen unter Meister, wie dem Kurzeinsatz von Bajramovic, weggeblasen war. Die Wechsel brachten dann nichts zählbares mehr ein, aber Zawada agierte wie gewohnt ballsicherer und umtriebiger wie DSE, wäre vielleicht eine Alternative für die Zukunft.
Ich bin extrem zufrieden mit dem Spiel, dem dritten Einsatz unter Schwartz, denn das Spiel des KSC stimmte heute einfach in vielen Bereichen, bis auf die letztliche Chancenerarbeitung. Das ist aber kein großes Hindernis für die Zukunft, wenn man ansonsten das Spiel so im Griff und die Spieler grundsätzliches Vertrauen in das System haben, ihre Positionen dann wenn nötig für die Offensive verlassen und Zug zum Tor entwickeln. Was mich ein Stück weit wundert ist, wie ich das hier in einigen Kommentaren rauslesen konnte, wie man Föhrenbach wieder runterbuttert. Der war 90 Minuten an Lorenz gekettet, war ständig mit in der Offensive, lief viel (exemplarisch Konter 1. Hälfte mit Muslija, Föhrenbach im Sturmzentrum), ging Laufwege, die zwar nicht für eine letztliche Öffnung sorgten, den Kollegen aber den nötigen Freiraum in der Offensive gab. Dazu kombinierte er in der 1. Hälfte gut mit Wanitzek und Lorenz und isolierte defensiv seinen Gegenspieler. Eine dicke Chance der Sportfreunde ging auf seine Kappe, DER eine Fehlpass, als Fink wie angewurzelt demonstrativ dem Ball hinterher schaute (eigentlich unnötig das so zu „schauspielern“), ok, es war nicht alles gut, aber er war heute sehr wichtig für unser Spiel und lieferte. Erinnert mich ein Stück weit an Klingmann, der auch nicht für "gepflegten" Fußball steht, mit seiner emsigen Laufarbeit aber wichtig für die Offensivspieler war. Blind spielte er nicht, das war teilweise schon sehr intelligentes Spiel in der Offensive, ohne dass er sich wie Bader mal den Ball schnappte und einen Gegner stehen ließ.
Mal schauen ob man die ansteigende Form ins nächste Spiel retten kann, oder Lotte gestern einfach nur ein schwacher Gegner war. Den Eindruck konnte man auch gewinnen. Schwartz hat die Mannschaft passend auf den Gegner eingestellt, ihr wieder sichtbar Selbstvertrauen gegeben, die Jungs hatten Bock. Damit hat er seine öffentlichen Statements zum Dienstantritt umgesetzt, jetzt gilt es an der B-Note zu feilen. Mir gefällt die Druck von sich weisende und unforsche Art von Schwartz, das passt zum KSC und zu dieser Mannschaft. Ich hoffe die Mannschaft stärkt dieses Spiel.
Der KSC begann im 4-2-2-2, Bülow als 6er, Wanitzek der 8er mit Freiheiten in der Offensive, während Fink die hängende Spitze neben Stoßstürmer Stroh-Engel gab. Lotte dagegen im 433 mit 2 Sechsern und einem zentralen Achter. Beide Mannschaften verteidigten weitestgehend im 442, wenn Fink tief stand, wurde es beim KSC auch zum 4-1-4-1.
Lotte begann aggressiv, versucht dem KSC früh den Schneid abzukaufen, doch das hielt nicht lange an. Der KSC übernahm nach den ersten Minuten schnell das Zepter und diktierte das Tempo. Lotte rückte mit den beiden Sechsern selten auf, sie ließen sich schnell fallen. Der KSC musste also wieder einmal die meiste Zeit ohne Umschalten/Konterspiel ein stehendes Spiel öffnen und da zeigte sich der KSC zum Chemnitz-Spiel weit verbessert. Diesmal gab es keine großartig asymmetrische Spielweise. Beide Flügelspieler versuchten in die Halbräume zu rücken (O-Ton Kreuzer zur Halbzeitpause, war gewollt), damit die Flügelverteidiger überlaufen konnten. Lorenz statisches Spiel an der Seitenlinie war damit kein negativer Faktor mehr, wie es in einigen Spielen bisher der Fall war. Wanitzek rückte im 2. Drittel weit auf, agierte im linken Halbraum nahe Lorenz, während Bülow passiv von hinten raus das Spiel kontrollierte und als tiefstehende Anspielstation im Mittelfeld fungierte.
Lobenswert war dann die grundsätzliche Spielanlage des KSC, auch wenn wenige klar Chancen heraussprangen. Der KSC versuchte nicht Lotte hinten rein zu drängen, sondern über eine vielfältige Spielanlage Räume nicht unnötig zu verdichten und dann zu Chancen zu kommen. Kombinationsspiel ohne wirkliche Überzahl (Lorenz-Föhrenbach, Bader-Muslija), weite Bälle auf DSE, für Ablagen vor der Abwehr-Kette bzw. Kampf um 2. Bälle (O-Ton Kreuzer in der Halbzeitpause, weite Bälle waren Teil der Spielidee), wie auch Kombinationen durch die Zentrale über Fink oder Wanitzek. Das finde ich sehr positiv, da immer Vertrauen in diese Spielweise da war, keinerlei Nervosität zu sehen. Leider verpuffte das dann aber sehr schnell im letzten Drittel. Ein Durchbruch wollte einfach nicht gelingen, der letzte Pass kam nicht an, Bälle wurden ein Stück weit zu lange gehalten, DSE konnte sich kaum von seiner Manndeckung lösen, Fink agierte oft sehr tief und war dann keine Hilfe, im Sturmzentrum war man damit zu oft unterbesetzt. Letztlich aber eine große Steigerung zum Chemnitz-Spiel, als man bereits über der Mittellinie schnell an die Grenzen kam und passendes Spiel im Kollektiv selten zu erahnen war.
Lotte konnte dem wenig entgegensetzen. Sie standen tief und spielten zu passiv, dem KSC taten sie damit einen Gefallen, denn daraus ein passendes Aufbauspiel zu gestalten, das gelang fast überhaupt nicht. Bei Ballverlust des KSC setzte man sofort nach, die Spieler aus Lotte konnten sich nicht sofort passend anbieten, der Ball war dann schnell wieder beim KSC. Kam dann doch mal ein Ball bei einem der 3 Angreifer an, machten Föhrenbach, Bader und die Zentrale um Bülow, Pisot und Gordon dem schnell ein Ende. Das alles Folge der passenden Einstellung von Schwartz auf den Gegner, was den Spielern sichtbar Vertrauen gab und vor allem Wanitzek aufdrehen ließ.
Der KSC war klar überlegen, doch drückend vor das Tor kam man leider nicht. Mit einem 0:0 ging es in die Pause, was nicht gerade für Jubelstürme im Stadion sorgte. Ich persönlich war sehr zufrieden. Sorgen hatte ich keine, kommen Fink oder DSE mal klar zum Abschluss, dann fällt das Tor. Umstellungen nach der Pause gab es einige. Fink agierte nun eher links neben DSE, Muslija zeitweise im linken Halbraum, was Überzahl einbrachte. Lorenz blieb meist ebenso auf der linken Seite, rückte in seltenen Fällen auf den verwaisten rechten offensiven Flügel. Bader hatte damit teilweise wieder die rechte Seite für sich. Der KSC wollte nun drückender Auftreten, was nicht gelang, dazu stimmte die Abstimmung im Umschalten auf die Defensive nicht mehr durchgehend, Lotte bekam Möglichkeiten zum kontern. Zum Glück hatte Uphoff wieder mal einen Sahnetag und machte alles zunichte, nachdem Föhrenbach, Bülow oder Wanitzek zu einfach überspielt wurden. Das 1:0 fiel dann eher aus dem Nichts, der KSC hatte das Spiel nicht mehr voll unter Kontrolle, sie spielten wieder leicht fahrig.
Wie der Telekom-Reporter passend anmerkte, ging das Tor zum Großteil auch auf Föhrenbach, der den Gegner mit seinem Laufweg irritierte und Fink damit eine kurze Möglichkeit gab, unbedrängt aufs Tor zu schießen. Diese Passivität des Gegners, das war heute ein großer Verdienst von Föhrenbach, aber auch von Bader, Muslija und Wanitzek. Sie gingen durchgehend die nötigen Laufwege, um den Sportfreunden aus Lotte ständig neue Aufgaben zu stellen. Folge ist dann eine passive Spielweise beim Gegner, weil die Zuordnungen ständig kippen, Manndeckung zu Raumdeckung wird und wieder zurück, sie konnten sich ihrer richtigen defensiven Stellung/Staffelung nie sicher sein. Ergo sehr erfreulich, dass es im Kollektiv, vom Einsatz her dann sehr überzeugend war und die spürbare Nervosität in den bisherigen Spielen unter Meister, wie dem Kurzeinsatz von Bajramovic, weggeblasen war. Die Wechsel brachten dann nichts zählbares mehr ein, aber Zawada agierte wie gewohnt ballsicherer und umtriebiger wie DSE, wäre vielleicht eine Alternative für die Zukunft.
Ich bin extrem zufrieden mit dem Spiel, dem dritten Einsatz unter Schwartz, denn das Spiel des KSC stimmte heute einfach in vielen Bereichen, bis auf die letztliche Chancenerarbeitung. Das ist aber kein großes Hindernis für die Zukunft, wenn man ansonsten das Spiel so im Griff und die Spieler grundsätzliches Vertrauen in das System haben, ihre Positionen dann wenn nötig für die Offensive verlassen und Zug zum Tor entwickeln. Was mich ein Stück weit wundert ist, wie ich das hier in einigen Kommentaren rauslesen konnte, wie man Föhrenbach wieder runterbuttert. Der war 90 Minuten an Lorenz gekettet, war ständig mit in der Offensive, lief viel (exemplarisch Konter 1. Hälfte mit Muslija, Föhrenbach im Sturmzentrum), ging Laufwege, die zwar nicht für eine letztliche Öffnung sorgten, den Kollegen aber den nötigen Freiraum in der Offensive gab. Dazu kombinierte er in der 1. Hälfte gut mit Wanitzek und Lorenz und isolierte defensiv seinen Gegenspieler. Eine dicke Chance der Sportfreunde ging auf seine Kappe, DER eine Fehlpass, als Fink wie angewurzelt demonstrativ dem Ball hinterher schaute (eigentlich unnötig das so zu „schauspielern“), ok, es war nicht alles gut, aber er war heute sehr wichtig für unser Spiel und lieferte. Erinnert mich ein Stück weit an Klingmann, der auch nicht für "gepflegten" Fußball steht, mit seiner emsigen Laufarbeit aber wichtig für die Offensivspieler war. Blind spielte er nicht, das war teilweise schon sehr intelligentes Spiel in der Offensive, ohne dass er sich wie Bader mal den Ball schnappte und einen Gegner stehen ließ.
Mal schauen ob man die ansteigende Form ins nächste Spiel retten kann, oder Lotte gestern einfach nur ein schwacher Gegner war. Den Eindruck konnte man auch gewinnen. Schwartz hat die Mannschaft passend auf den Gegner eingestellt, ihr wieder sichtbar Selbstvertrauen gegeben, die Jungs hatten Bock. Damit hat er seine öffentlichen Statements zum Dienstantritt umgesetzt, jetzt gilt es an der B-Note zu feilen. Mir gefällt die Druck von sich weisende und unforsche Art von Schwartz, das passt zum KSC und zu dieser Mannschaft. Ich hoffe die Mannschaft stärkt dieses Spiel.
17.09.2017 - 09:57 Uhr
@RudiMentaer:
Ich erinnere mich immer an unseren Kunstunterricht neunte Klasse in der Schule, wenn es hieß, Collage machen. Wir schnippselten und klebten wild zusammen, was wir in die Hand bekamen, und dann kam Herr Weis und analysierte, zB: “sehr interessant hier diese subtile Kritik am Kommerz“, als ich einem Weihnachtsmann eine Sprechblase “mit Ariel wäre das nicht passiert“ geklebt habe. Sorgte immer für überraschte Heiterkeit.
Deine Analysen überraschen mich manchmal sehr, decken aber eben sehr gut ab, um was es hier geht: Taktik und Spielsysteme. Und wenn ich dann versucht bin, den Vergleich zur Collageinterpretationserinnerung zu weit zu ziehen, bremse ich mich ein. Hier geht es ja nicht um Willen und Leidenschaft, Teamstärke und emotionale Begeisterung, wenn Stimmung zwischen Spielern und Zuschauern wechselseitig einen Hexenkessel entstehen lässt etc. Und selbst wenn Föhrenbach den Weg nur deshalb kreuzen konnte, weil er zuvor mangels fehlender Rückwärtsbewegung zufällig günstig gestanden haben sollte bei dem Angriff: Im Prinzip erkenne ich oft Dinge, die ich so nicht offenen Auges gesehen habe, aber trotzdem wiedererkenne. Und alles andere, was für mich Fußball auch und mir persönlich vielleicht aus Altersgründen und nicht mehr zeitgemäß wesentlicher ausmacht, hat hier auch gar nichts zu suchen.
Und bei der heutigen Analyse erkenne ich sehr viel wieder und stimme zu. Nur das gute Zusammenspiel von Föhrenbach, Lorenz und Wanitzek habe ich nicht gesehen. Da stockte es mE. gerade sehr. Wanitzek verpasste oft nach seinen sehr guten dynamischen Wegen das rechtzeitige Abspiel, Lorenz versuchte es erst gar nicht und Föhrenbach war die arme Socke, die sich versuchte anzubieten - mit nicht immer passendem Positionsspiel oder Laufweg - aber viel zu uneffektiv eingebunden wurde.
Und danke an die Erinnerung an den Föhrenbach-Fehlpass. Einerseits zu stark gepasst, andernseits fragt sich, warum keiner der Mitspieler, sei es Fink von innen oder Lorenz (?) von Außen, diesen Raum gesucht haben, wo es gefährlich wird, sondern auf ihren Positionen kleben bleiben und nachgucken. Aber Föhrenbach bekommt die Kritik ab.
Ähnlich lange Rede, kurzer Sinn. Als zurückschauende Analyse immer lesenswert.
Ich erinnere mich immer an unseren Kunstunterricht neunte Klasse in der Schule, wenn es hieß, Collage machen. Wir schnippselten und klebten wild zusammen, was wir in die Hand bekamen, und dann kam Herr Weis und analysierte, zB: “sehr interessant hier diese subtile Kritik am Kommerz“, als ich einem Weihnachtsmann eine Sprechblase “mit Ariel wäre das nicht passiert“ geklebt habe. Sorgte immer für überraschte Heiterkeit.
Deine Analysen überraschen mich manchmal sehr, decken aber eben sehr gut ab, um was es hier geht: Taktik und Spielsysteme. Und wenn ich dann versucht bin, den Vergleich zur Collageinterpretationserinnerung zu weit zu ziehen, bremse ich mich ein. Hier geht es ja nicht um Willen und Leidenschaft, Teamstärke und emotionale Begeisterung, wenn Stimmung zwischen Spielern und Zuschauern wechselseitig einen Hexenkessel entstehen lässt etc. Und selbst wenn Föhrenbach den Weg nur deshalb kreuzen konnte, weil er zuvor mangels fehlender Rückwärtsbewegung zufällig günstig gestanden haben sollte bei dem Angriff: Im Prinzip erkenne ich oft Dinge, die ich so nicht offenen Auges gesehen habe, aber trotzdem wiedererkenne. Und alles andere, was für mich Fußball auch und mir persönlich vielleicht aus Altersgründen und nicht mehr zeitgemäß wesentlicher ausmacht, hat hier auch gar nichts zu suchen.
Und bei der heutigen Analyse erkenne ich sehr viel wieder und stimme zu. Nur das gute Zusammenspiel von Föhrenbach, Lorenz und Wanitzek habe ich nicht gesehen. Da stockte es mE. gerade sehr. Wanitzek verpasste oft nach seinen sehr guten dynamischen Wegen das rechtzeitige Abspiel, Lorenz versuchte es erst gar nicht und Föhrenbach war die arme Socke, die sich versuchte anzubieten - mit nicht immer passendem Positionsspiel oder Laufweg - aber viel zu uneffektiv eingebunden wurde.
Und danke an die Erinnerung an den Föhrenbach-Fehlpass. Einerseits zu stark gepasst, andernseits fragt sich, warum keiner der Mitspieler, sei es Fink von innen oder Lorenz (?) von Außen, diesen Raum gesucht haben, wo es gefährlich wird, sondern auf ihren Positionen kleben bleiben und nachgucken. Aber Föhrenbach bekommt die Kritik ab.
Ähnlich lange Rede, kurzer Sinn. Als zurückschauende Analyse immer lesenswert.
17.09.2017 - 12:36 Uhr
@RudiMentaer: Sehr schöne Analyse, da kann man im Großen und Ganzen nur zustimmen.
"Die Wechsel brachten dann nichts zählbares mehr ein, aber Zawada agierte wie gewohnt ballsicherer und umtriebiger wie DSE, wäre vielleicht eine Alternative für die Zukunft. "
Fandest du Zawada wirklich ballsicherer? Umtriebiger ja, den Stroh-Engel ist halt ein Spieler mit Null Dynamik (hat man auch wunderbar in der einen Kontersituation mit Muslija gesehen, wo dieser einfach nicht sinnvoll abspielen kann, weil DSE zu langsam ist). Fand aber DSE gerade in Halbzeit eins stark, er hat da sehr viele Bälle festgemacht. In der zweiten Halbzeit war er fahriger, wie der Rest des Teams. Zawada hat nach seiner Einwechslung meiner Meinung nach zwar viel versucht, aber ballsicher fand ich ihn nicht. Schleusener hat auch überhaupt nichts auf die Kette bekommen, da war gefühlt jeder Ball weg.
Ich denke, Schwartz hat mit der Mannschaft eine Basis erarbeitet, auf der man gut aufbauen kann. Defensiv passt das im Wesentlichen schon ganz gut und gegen einen so passiven, tiefstehenden Gegner wie Lotte ist es halt schwer, Räume zu öffnen. Neben der fehlenden Präzision (da hätten durchaus 3-4 gefährliche Situationen entstehen können, wenn der letzte oder vorletzte Pass angekommen wäre) habe ich aber aber auch Tempo- und Positionswechsel im letzten Drittel vermisst. Es wirkte häufig so, als würden die Spieler beim Sprint ab dem letzten Drittel gegen eine unsichtbare Wand laufen und das Tempo war wie weggeblasen. Das mag mit den fehlenden Positionswechseln und den damit fehlenden Räumen zusammenhängen. Ich hatte den Eindruck, wenn sich die Spieler mal im letzten Drittel ihre Position gesucht hatten, blieben sie da stehen. So war es für Bülow oder Wanitzek (oder wer auch immer dann etwas zurückgezogener den Ball hatte) schwer, etwas Vernünftiges mit dem Ball anzufangen, da die Mitspieler zugestellt waren.
"Die Wechsel brachten dann nichts zählbares mehr ein, aber Zawada agierte wie gewohnt ballsicherer und umtriebiger wie DSE, wäre vielleicht eine Alternative für die Zukunft. "
Fandest du Zawada wirklich ballsicherer? Umtriebiger ja, den Stroh-Engel ist halt ein Spieler mit Null Dynamik (hat man auch wunderbar in der einen Kontersituation mit Muslija gesehen, wo dieser einfach nicht sinnvoll abspielen kann, weil DSE zu langsam ist). Fand aber DSE gerade in Halbzeit eins stark, er hat da sehr viele Bälle festgemacht. In der zweiten Halbzeit war er fahriger, wie der Rest des Teams. Zawada hat nach seiner Einwechslung meiner Meinung nach zwar viel versucht, aber ballsicher fand ich ihn nicht. Schleusener hat auch überhaupt nichts auf die Kette bekommen, da war gefühlt jeder Ball weg.
Ich denke, Schwartz hat mit der Mannschaft eine Basis erarbeitet, auf der man gut aufbauen kann. Defensiv passt das im Wesentlichen schon ganz gut und gegen einen so passiven, tiefstehenden Gegner wie Lotte ist es halt schwer, Räume zu öffnen. Neben der fehlenden Präzision (da hätten durchaus 3-4 gefährliche Situationen entstehen können, wenn der letzte oder vorletzte Pass angekommen wäre) habe ich aber aber auch Tempo- und Positionswechsel im letzten Drittel vermisst. Es wirkte häufig so, als würden die Spieler beim Sprint ab dem letzten Drittel gegen eine unsichtbare Wand laufen und das Tempo war wie weggeblasen. Das mag mit den fehlenden Positionswechseln und den damit fehlenden Räumen zusammenhängen. Ich hatte den Eindruck, wenn sich die Spieler mal im letzten Drittel ihre Position gesucht hatten, blieben sie da stehen. So war es für Bülow oder Wanitzek (oder wer auch immer dann etwas zurückgezogener den Ball hatte) schwer, etwas Vernünftiges mit dem Ball anzufangen, da die Mitspieler zugestellt waren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Dedaim am 17.09.2017 um 12:37 Uhr bearbeitet
18.09.2017 - 10:48 Uhr
@deeskoschdnix
Ich persönlich würde die Analysen weit entfernt von einer Collagen-Interpretation sehen, auch wenn ich weiß, dass es mir mal besser, mal schlechter gelingt das Geschehen auf dem Platz zu beurteilen. Aber es ist völlig ok, wenn man da anderer Ansicht ist, die spielentscheidenden Bausteine im Fußball anders gewichtet. Wie du ja schreibst, hat es seinen Grund, warum ich das hier poste und nicht im Spieltagsfred.
Die Beschreibung soll aber schon ganzheitlich sein, also alle spielentscheidenden Faktoren mit einzubeziehen. Da werte ich persönlich das drumherum eher untergeordnet, beziehe das aber auch durchaus immer wieder mit ein (in einem der letzten Berichte z.B. die "Sch... DFB-Gesänge", als die Mannschaft leicht in den Seilen hing. Fand ich kontraproduktiv). Emotionalität will ich gar nicht schüren, so eine Form der Analyse schwebt mir nicht vor, weil das unglaubwürdig wäre, wenn man wie ich den KSC vor dem Schirm verfolgt.
Föhrenbachs Pass war zu scharf gespielt, insofern würde ich das schon als seinen Fehler sehen. Ich fand Aktionen von ihm ausgehend gut, aber wie du schreibst wurde er richtigerweise von seinen Mitspielern selten passend eingebunden. Das kann noch werden, er hat mit seinen beständigen Läufen trotzdem einen positiven Effekt auf die Angriffsbemühungen gehabt.
@Dedaim
Tempowechsel waren nicht nötig, man wollte ja grundsätzlich schnell vors Tor kommen, den Gegner nicht einkesseln. Das wäre nötig wenn man gemächlich um den 16er Tiki-Taka spielt und dann im passenden Moment anzieht, darauf war unsre Spielweise aber nicht ausgelegt. Schnell umschalten war grundsätzlich nicht drin, da die offensiven Flügelspieler ebenso defensiv viel mit aushalfen und Lotte keine Möglichkeit dazu bot, das war nur mal nach ner Ecke der Sportfreunde möglich. Problematisch war, dass selten genügend Leute in die letzte Reihe gingen, dadurch kamen die Angriffsbemühungen ins stocken, weil der passende Übergang nicht gefunden wurde. Das mag eine "fehlerhafte" Spielweise sein, an den Spielertypen liegen, oder auch vom Trainer gewollt. So behält man auch in der Offensive weiter eine gute Defensivstruktur und fängt sich keine Konter ein. In der 2. Hälfte spielte man dann ein Stück weit drückender, switchte Positionen. Ergebnis war dann, dass man sich Konter einfing, weil es nicht mehr passend abgestimmt war. Positionswechsel im letzten Drittel machen denke ich wenig Sinn. DSE hat auf dem Flügel nix verloren, wie eigentlich auch Fink. Wenn nur zwischen Lorenz und Muslija, beide mal auf einer Seite, was es ja in der 2. Hälfte ja gab. DSE fand ich in der 1. Hälfte auch ordentlich, aber weite Bälle konnte er nie mit dem Kopf ablegen, dieses Chancenerarbeitung hatte wieder mal null Effekt. Eigentlich hat der die Qualitäten zu.
Ich persönlich würde die Analysen weit entfernt von einer Collagen-Interpretation sehen, auch wenn ich weiß, dass es mir mal besser, mal schlechter gelingt das Geschehen auf dem Platz zu beurteilen. Aber es ist völlig ok, wenn man da anderer Ansicht ist, die spielentscheidenden Bausteine im Fußball anders gewichtet. Wie du ja schreibst, hat es seinen Grund, warum ich das hier poste und nicht im Spieltagsfred.
Die Beschreibung soll aber schon ganzheitlich sein, also alle spielentscheidenden Faktoren mit einzubeziehen. Da werte ich persönlich das drumherum eher untergeordnet, beziehe das aber auch durchaus immer wieder mit ein (in einem der letzten Berichte z.B. die "Sch... DFB-Gesänge", als die Mannschaft leicht in den Seilen hing. Fand ich kontraproduktiv). Emotionalität will ich gar nicht schüren, so eine Form der Analyse schwebt mir nicht vor, weil das unglaubwürdig wäre, wenn man wie ich den KSC vor dem Schirm verfolgt.
Föhrenbachs Pass war zu scharf gespielt, insofern würde ich das schon als seinen Fehler sehen. Ich fand Aktionen von ihm ausgehend gut, aber wie du schreibst wurde er richtigerweise von seinen Mitspielern selten passend eingebunden. Das kann noch werden, er hat mit seinen beständigen Läufen trotzdem einen positiven Effekt auf die Angriffsbemühungen gehabt.
@Dedaim
Tempowechsel waren nicht nötig, man wollte ja grundsätzlich schnell vors Tor kommen, den Gegner nicht einkesseln. Das wäre nötig wenn man gemächlich um den 16er Tiki-Taka spielt und dann im passenden Moment anzieht, darauf war unsre Spielweise aber nicht ausgelegt. Schnell umschalten war grundsätzlich nicht drin, da die offensiven Flügelspieler ebenso defensiv viel mit aushalfen und Lotte keine Möglichkeit dazu bot, das war nur mal nach ner Ecke der Sportfreunde möglich. Problematisch war, dass selten genügend Leute in die letzte Reihe gingen, dadurch kamen die Angriffsbemühungen ins stocken, weil der passende Übergang nicht gefunden wurde. Das mag eine "fehlerhafte" Spielweise sein, an den Spielertypen liegen, oder auch vom Trainer gewollt. So behält man auch in der Offensive weiter eine gute Defensivstruktur und fängt sich keine Konter ein. In der 2. Hälfte spielte man dann ein Stück weit drückender, switchte Positionen. Ergebnis war dann, dass man sich Konter einfing, weil es nicht mehr passend abgestimmt war. Positionswechsel im letzten Drittel machen denke ich wenig Sinn. DSE hat auf dem Flügel nix verloren, wie eigentlich auch Fink. Wenn nur zwischen Lorenz und Muslija, beide mal auf einer Seite, was es ja in der 2. Hälfte ja gab. DSE fand ich in der 1. Hälfte auch ordentlich, aber weite Bälle konnte er nie mit dem Kopf ablegen, dieses Chancenerarbeitung hatte wieder mal null Effekt. Eigentlich hat der die Qualitäten zu.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von RudiMentaer am 18.09.2017 um 10:51 Uhr bearbeitet
18.09.2017 - 16:49 Uhr
@RudiMentaer: Ich habe mich vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt. Mit fehlenden Positionswechseln meinte ich, dass sich die Spieler, wenn sie denn mal im letzten Drittel waren, nicht mehr viel bewegt haben und es somit schwierig war, mal einen sinnvollen Ball in die Spitze zu spielen. Dass DSE auf dem Flügel nichts verloren hat, da sind wir uns einig. Wobei, vielleicht steckt in ihm ja ein Flankengott.
Mir hat beispielsweise gefehlt, dass sich mal einer Spieler fallen gelassen hat, um einen gegnerischen Spieler aus seiner Position zu ziehen und so womöglich Raum für einen Vorstoß zu schaffen, der dann wiederum einen Tempowechsel erfordert. Im Übrigen fand ich schon, dass der KSC häufig gezwungen war, sich die Kugel vor dem 16er hin und her zu schieben, weil Lotte einfach extrem tief und passiv stand. So ganz von der Hand zu weisen ist der Gedanke mit dem Tempowechsel also nicht, aber vielleicht definieren wir die Begriffe auch anders - auf fachsprachlicher Ebene bist du sicher bewanderter, mag sein, dass ich da nicht immer die richtigen Worte finde.
Man hat es ja auch gesehen, dass etwas Tempo in den Aktionen gut tun kann, z.B. beim 1:0, als Föhrenbach eben den Sprint hinter Fink durchgeht und so die Gegenspieler wegzieht. Bader hatte z.B. auch ein, zwei Sprints mit Ball, wo er richtig Löcher gerissen hat (zugegebenermaßen aus der eigenen Hälfte heraus, mit dem entsprechenden Platzangebot) - da hätte es durchaus gefährlicher werden können. Letztlich sind wir wahrscheinlich mit unseren Meinungen gar nicht so weit auseinander.
Und zu DSE: Ich glaube, dass er noch seinen Rhythmus finden wird, vor allem, wenn die Mannschaft weiterhin Sicherheit aus einer stabilen Defensive gewinnen kann. Früher oder später bekommt er die Bälle, die er braucht und wenn er im 16er zum Abschluss kommt, dann ist das Ding in der Regel auch drin. Bei Zawada habe ich da so meine Zweifel (muss aber auch zugeben, dass ich ihn einfach nicht mag).
Mir hat beispielsweise gefehlt, dass sich mal einer Spieler fallen gelassen hat, um einen gegnerischen Spieler aus seiner Position zu ziehen und so womöglich Raum für einen Vorstoß zu schaffen, der dann wiederum einen Tempowechsel erfordert. Im Übrigen fand ich schon, dass der KSC häufig gezwungen war, sich die Kugel vor dem 16er hin und her zu schieben, weil Lotte einfach extrem tief und passiv stand. So ganz von der Hand zu weisen ist der Gedanke mit dem Tempowechsel also nicht, aber vielleicht definieren wir die Begriffe auch anders - auf fachsprachlicher Ebene bist du sicher bewanderter, mag sein, dass ich da nicht immer die richtigen Worte finde.
Man hat es ja auch gesehen, dass etwas Tempo in den Aktionen gut tun kann, z.B. beim 1:0, als Föhrenbach eben den Sprint hinter Fink durchgeht und so die Gegenspieler wegzieht. Bader hatte z.B. auch ein, zwei Sprints mit Ball, wo er richtig Löcher gerissen hat (zugegebenermaßen aus der eigenen Hälfte heraus, mit dem entsprechenden Platzangebot) - da hätte es durchaus gefährlicher werden können. Letztlich sind wir wahrscheinlich mit unseren Meinungen gar nicht so weit auseinander.
Und zu DSE: Ich glaube, dass er noch seinen Rhythmus finden wird, vor allem, wenn die Mannschaft weiterhin Sicherheit aus einer stabilen Defensive gewinnen kann. Früher oder später bekommt er die Bälle, die er braucht und wenn er im 16er zum Abschluss kommt, dann ist das Ding in der Regel auch drin. Bei Zawada habe ich da so meine Zweifel (muss aber auch zugeben, dass ich ihn einfach nicht mag).
18.09.2017 - 17:46 Uhr
DSE traue ich aktuell auch eher Tore zu, außer er spielt auf dem Flügel.
Fallen lassen dürfte keine Option sein wenn der Gegner so passiv tief steht, die lassen den dann einfach laufen und gehen auf Raumdeckung. Vielleicht wäre Einrücken, also diese Art von Positionswechsel, ne Möglichkeit gewesen, aber ob das zu unsrer defensiven Absicherung gepasst hätte? Keine Ahnung. Denke Schwartz wird die nächsten Wochen daran arbeiten, auf abseits-ka liest man ja Aussagen in die Richtung. Bisher hat man sich wohl fast ausschließlich der Defensive gewidmet. Erwarte aber auch in den nächsten Spielen erst mal kein Offensivfeuerwerk.
Fallen lassen dürfte keine Option sein wenn der Gegner so passiv tief steht, die lassen den dann einfach laufen und gehen auf Raumdeckung. Vielleicht wäre Einrücken, also diese Art von Positionswechsel, ne Möglichkeit gewesen, aber ob das zu unsrer defensiven Absicherung gepasst hätte? Keine Ahnung. Denke Schwartz wird die nächsten Wochen daran arbeiten, auf abseits-ka liest man ja Aussagen in die Richtung. Bisher hat man sich wohl fast ausschließlich der Defensive gewidmet. Erwarte aber auch in den nächsten Spielen erst mal kein Offensivfeuerwerk.
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