Taktik und Spielsysteme
21.07.2011 - 09:17 Uhr
06.11.2017 - 09:43 Uhr
18.11.2017 - 19:54 Uhr
Karlsruhe – Zwickau
Beide Mannschaften traten im 4-4-2 an. Das Spiel setzte sich früh, nein, legte sich eher flach auf den Boden. Die körperlich robusten Zwickauer wollten uns am Spielen hindern und das gelang ihnen in der ersten Hälfte sehr gut. Die beiden Stürmer machten die Zentrale vor dem Mittelkreis dicht, hielten einzig die Zentrale, schoben nicht Richtung Flügel raus. Deren Außenläufer ließen unsre Außenverteidiger im Spielaufbau gewähren. Hatten dann Bader oder Föhrenbach den Ball, so wurden sie erst vor der Mittellinie angelaufen, fanden in der Stellung des KSC in der Offensive dann keine sinnvolle weitere Anspielstation, weil es einzig fallen lassende Spieler mit Gegner im Rücken waren. Da fehlte Bewegung im Kollektiv, die Abstände der Zwickauer in der eigenen Hälfte stimmten. Der Zugriff, der darauf ausgelegt war, die folgenden Pässe, der Kampf um die 2. Bälle nach Spielauslösung der Flügelverteidiger für sich zu entscheiden, gelang. Camoglu wurde geschluckt, Fink machte nach seiner Krankheit keinen sehr fitten Eindruck, Schleusener fand keinen Raum, Muslijas seltenen Akzente verpufften auch schnell. Weite Bälle aus der Abwehr bekam der KSC in der Offensive nicht unter Kontrolle. Schleusener und Fink, der KSC allgemein, hatte keinerlei Lufthoheit in der Hälfte der Zwickauer. Egal ob Fink oder Schleusener in den Halbräumen doch an Bälle kamen, daraus konnte der KSC nur sehr selten sinnvolle Folgeaktionen starten. Die Abstimmung passte nicht, die Genauigkeit im Passspiel ebenso. Rückten Mehlem oder Wanitzek auf und kamen an den Ball, so spielten sie durchweg auf Sicherheit bedacht, ja nicht den Ball in diesen Zonen den Zwickauern übergeben und einen Konter kassieren. Die Zwickauer drückten uns ihren Stempel in der 1. Hälfte auf.
Die Spielanlage der Zwickauer war extrem schlicht gewählt. Völlig ok für eine Mannschaft, die gegen den Abstieg kämpft und aktuell nicht vor Selbstvertrauen strotzt, Spiel zerstören war es ja nicht. Ballgewinn zwischen letztem Drittel und Mittellinie ausgelegt, dann direkt auf die Stürmer. Ging es hinten raus, spielten sie im 4-2-4 und agierten da ebenfalls mit weiten Bällen auf die Stürmer. Die zentralen Mittelfeldspieler blieben zur Konterabsicherung tief stehen, suchten nicht den Weg vor das Tor der Karlsruher, während die Flügelläufer auf einer Höhe mit den Angreifern standen, deren AVs überliefen nicht. Das bereitete dem KSC zwar selten so große Probleme, dass die Zwickauer zum Abschluss kamen, aber es war dann halt doch heikel, da die Stürmer sehr bissig in die Kopfballduelle gingen und immer die Gefahr da war, dass der 2. Ball dann halt doch positiv für die Zwickauer fällt und sie nah am Tor zu Chancen kommen.
Der KSC tat sich also sehr schwer im Spielaufbau, sie versuchten die starre Zonenabschirmung der Zentrale der Zwickauer aufzubrechen, was in der 1. Hälfte nicht gelang. Verwunderlich warum man den guten Ansatz (Anfang 25.Minute Spielminute wer den Telekom-Stream hat) in der Spieleröffnung nicht weiter verfolgte. Wanitzek ließ sich zwischen die IV fallen, die AVs schoben hoch, die IV Richtung Flügel raus. Damit konnten die Karlsruher AVs die Flügelläufer der Zwickauer mitziehen, ihr Anlaufen war unterbrochen. Pass von Wanitzek auf Pisot raus, der dann die bisherige Position des AVs, in dem Fall Föhrenbach, einnahm, nicht angelaufen wurde und nun die Zwickauer hätte locken können, während sich die KSC-Spieler dahinter in Position bringen, sich Raum öffnet. Leider verpuffte auch das, da man weiter jegliches Risiko scheute. Einzig Muslija ließ mal einen Gegenspieler mit schöner Finte stehen, fabrizierte aber auch einen gefährlichen Ballverlust und stellte die risikoreiche Spielweise dann schnell ein. Die Karlsruher übernahmen letztlich die Starrheit der Zwickauer, kein Positionswechsel, kein fallen lassen einer der Stürmer im Aufbauspiel (Fink?), es war ein totes Spiel, das nicht gerade hübsch anzuschauen war. Der KSC scheute Risiko, die Zwickauer agierten zu limitiert, bis der KSC dann durch einen Standard zum idealen Zeitpunkt das eher glückliche 1:0 machte. Eigentlich war es ein verdientes 0:0 der Zwickauer, sie hatten den KSC in der 1. Hälfte gut unter Kontrolle, sich aber einen eigenen Treffer auch nicht unbedingt verdient gehabt.
Zur 2. Halbzeit gab dann unser Co. Moutas die passende Prognose für die 2. Hälfte ab. Moutas prognostizierte, dass die Zwickauer dem KSC nun Räume geben werden, was dann in der 2. Hälfte der Fall war. Die Zwickauer hatten den KSC nicht mehr unter Kontrolle, deren Offensive fand keinerlei Zugang mehr zum Spiel. Der KSC bekam nun Räume zum Umschalten, da die Zwickauer nun versuchten drückender zu agieren, einer der zentralen MF-Spieler zur Unterstützung weiter hoch schob, eine Chancen zu haben, nach den weiten Bällen in dem Kampf um die 2. Bälle einzusteigen, was nicht gelang. Zur 2. Hälfte gab es auf Seiten des KSC eine Umstellung. Camoglu schwamm nun in der Offensive, schob teils zu Muslija rüber, ebenso agierte er zeitweilig als Zehner hinter den Spitzen. Der Flügel vor Bader blieb da verwaist. Kein Problem, der linke AV der Zwickauer machte ja keine Anstalten das ausnutzen zu wollen. Zur 60. kam dann Lorenz, Camoglu rückte wieder auf den rechten Flügel und schob nur noch selten in die Zentrale, für den dann unauffälligen Muslija, was dem KSC einen Aufschwung brachte. Es gab nun Raum für den KSC schnell umzuschalten, die Ordnung im Spiel der Zwickauer war dahin, was den KSC einige Male gefährlich vors Tor brachte, aber leider keinen weiteren, beruhigenden Treffer. DSE und Stoll dann noch gegen Ende, DSE hatte keinen Einfluss mehr auf Spiel. Die eingewechselten Spieler auf Seiten der Zwickauer passten sich deren Mannschaftsleistung in der 2. Hälfte an und brachten keinen Umschwung.
Alois Herangehensweise, die Zwickauer in der Offensive passend zu bespielen, war in der 1. Hälfte nicht ersichtlich oder wurde schlicht nicht umgesetzt. Angriffspressing wie gegen Rostock war heute nicht der Fall. Das durchaus passend, wenn der Gegner durchweg weite Bälle auf die Stürmer kloppt, Wanitzek und Mehlem dauerhaft gezwungen sind sich da an der eigenen IV zu orientieren (2. Bälle - schon erwähnt?
), anstatt das Anlaufen in vorderster Reihe immer entsprechend mitzugehen.
Auf Seiten des KSC gefiel mir heute Föhrenbach gut. In der Defensive wieder sehr sicher, bis auf einen weit vorgelegten Ball (zur Rettung senste er ja fast den eigenen Mann um) war das auch in der Offensive solide, immer der Wille da nachzuschieben. Pisot und Gordon waren anfangs in Kopfballduellen wackelig, was sich dann im Laufe des Spiels stark besserte. Bader sorgte in der 1. Hälfte für wenige Lichtblicke, ging beständig dahin wo es weh tut und das tat es dann auch. Wanitzek wieder als solider Ballverteiler, hatte aber zumindest einen Patzer drin, den die Zwickauer zum Umschalten hätten nutzen können, aber das haben sie ja heute gar nicht auf die Kette bekommen. Wanitzek dafür mit Mehlem heute defensiv sicher unterwegs, mit einigen Ballgewinnen dabei. Mehlem fand heute im Spielaufbau und in der Offensive nicht ins Spiel, entschied aber zumindest 2 wichtige Duelle in der Defensive für sich, ansonsten wäre das Scheunentor offen gewesen. Muslija hatte gute 5 Minuten und war dann weitestgehend aus dem Spiel raus, richtiger Wechsel von Schwartz. Lorenz sammelte Pluspunkte für einen Startelfeinsatz, fairerweise hatte er aber da dann den Raum, den Muslija gerade in der 1. Hälfte nie hatte. Camoglus schwimmen in der Offensive ließ ihn zeitweilig aufdrehen, ein Tor hätte er sich da verdient gehabt. Schleusener fand nur in der 2. Hälfte, nach der Einwechslung von Lorenz, in die Partie. Fink hoffentlich bald wieder richtig gesund, heute merkte man die fehlende Frische. 3 Punkte, weiter geht’s.
Beide Mannschaften traten im 4-4-2 an. Das Spiel setzte sich früh, nein, legte sich eher flach auf den Boden. Die körperlich robusten Zwickauer wollten uns am Spielen hindern und das gelang ihnen in der ersten Hälfte sehr gut. Die beiden Stürmer machten die Zentrale vor dem Mittelkreis dicht, hielten einzig die Zentrale, schoben nicht Richtung Flügel raus. Deren Außenläufer ließen unsre Außenverteidiger im Spielaufbau gewähren. Hatten dann Bader oder Föhrenbach den Ball, so wurden sie erst vor der Mittellinie angelaufen, fanden in der Stellung des KSC in der Offensive dann keine sinnvolle weitere Anspielstation, weil es einzig fallen lassende Spieler mit Gegner im Rücken waren. Da fehlte Bewegung im Kollektiv, die Abstände der Zwickauer in der eigenen Hälfte stimmten. Der Zugriff, der darauf ausgelegt war, die folgenden Pässe, der Kampf um die 2. Bälle nach Spielauslösung der Flügelverteidiger für sich zu entscheiden, gelang. Camoglu wurde geschluckt, Fink machte nach seiner Krankheit keinen sehr fitten Eindruck, Schleusener fand keinen Raum, Muslijas seltenen Akzente verpufften auch schnell. Weite Bälle aus der Abwehr bekam der KSC in der Offensive nicht unter Kontrolle. Schleusener und Fink, der KSC allgemein, hatte keinerlei Lufthoheit in der Hälfte der Zwickauer. Egal ob Fink oder Schleusener in den Halbräumen doch an Bälle kamen, daraus konnte der KSC nur sehr selten sinnvolle Folgeaktionen starten. Die Abstimmung passte nicht, die Genauigkeit im Passspiel ebenso. Rückten Mehlem oder Wanitzek auf und kamen an den Ball, so spielten sie durchweg auf Sicherheit bedacht, ja nicht den Ball in diesen Zonen den Zwickauern übergeben und einen Konter kassieren. Die Zwickauer drückten uns ihren Stempel in der 1. Hälfte auf.
Die Spielanlage der Zwickauer war extrem schlicht gewählt. Völlig ok für eine Mannschaft, die gegen den Abstieg kämpft und aktuell nicht vor Selbstvertrauen strotzt, Spiel zerstören war es ja nicht. Ballgewinn zwischen letztem Drittel und Mittellinie ausgelegt, dann direkt auf die Stürmer. Ging es hinten raus, spielten sie im 4-2-4 und agierten da ebenfalls mit weiten Bällen auf die Stürmer. Die zentralen Mittelfeldspieler blieben zur Konterabsicherung tief stehen, suchten nicht den Weg vor das Tor der Karlsruher, während die Flügelläufer auf einer Höhe mit den Angreifern standen, deren AVs überliefen nicht. Das bereitete dem KSC zwar selten so große Probleme, dass die Zwickauer zum Abschluss kamen, aber es war dann halt doch heikel, da die Stürmer sehr bissig in die Kopfballduelle gingen und immer die Gefahr da war, dass der 2. Ball dann halt doch positiv für die Zwickauer fällt und sie nah am Tor zu Chancen kommen.
Der KSC tat sich also sehr schwer im Spielaufbau, sie versuchten die starre Zonenabschirmung der Zentrale der Zwickauer aufzubrechen, was in der 1. Hälfte nicht gelang. Verwunderlich warum man den guten Ansatz (Anfang 25.Minute Spielminute wer den Telekom-Stream hat) in der Spieleröffnung nicht weiter verfolgte. Wanitzek ließ sich zwischen die IV fallen, die AVs schoben hoch, die IV Richtung Flügel raus. Damit konnten die Karlsruher AVs die Flügelläufer der Zwickauer mitziehen, ihr Anlaufen war unterbrochen. Pass von Wanitzek auf Pisot raus, der dann die bisherige Position des AVs, in dem Fall Föhrenbach, einnahm, nicht angelaufen wurde und nun die Zwickauer hätte locken können, während sich die KSC-Spieler dahinter in Position bringen, sich Raum öffnet. Leider verpuffte auch das, da man weiter jegliches Risiko scheute. Einzig Muslija ließ mal einen Gegenspieler mit schöner Finte stehen, fabrizierte aber auch einen gefährlichen Ballverlust und stellte die risikoreiche Spielweise dann schnell ein. Die Karlsruher übernahmen letztlich die Starrheit der Zwickauer, kein Positionswechsel, kein fallen lassen einer der Stürmer im Aufbauspiel (Fink?), es war ein totes Spiel, das nicht gerade hübsch anzuschauen war. Der KSC scheute Risiko, die Zwickauer agierten zu limitiert, bis der KSC dann durch einen Standard zum idealen Zeitpunkt das eher glückliche 1:0 machte. Eigentlich war es ein verdientes 0:0 der Zwickauer, sie hatten den KSC in der 1. Hälfte gut unter Kontrolle, sich aber einen eigenen Treffer auch nicht unbedingt verdient gehabt.
Zur 2. Halbzeit gab dann unser Co. Moutas die passende Prognose für die 2. Hälfte ab. Moutas prognostizierte, dass die Zwickauer dem KSC nun Räume geben werden, was dann in der 2. Hälfte der Fall war. Die Zwickauer hatten den KSC nicht mehr unter Kontrolle, deren Offensive fand keinerlei Zugang mehr zum Spiel. Der KSC bekam nun Räume zum Umschalten, da die Zwickauer nun versuchten drückender zu agieren, einer der zentralen MF-Spieler zur Unterstützung weiter hoch schob, eine Chancen zu haben, nach den weiten Bällen in dem Kampf um die 2. Bälle einzusteigen, was nicht gelang. Zur 2. Hälfte gab es auf Seiten des KSC eine Umstellung. Camoglu schwamm nun in der Offensive, schob teils zu Muslija rüber, ebenso agierte er zeitweilig als Zehner hinter den Spitzen. Der Flügel vor Bader blieb da verwaist. Kein Problem, der linke AV der Zwickauer machte ja keine Anstalten das ausnutzen zu wollen. Zur 60. kam dann Lorenz, Camoglu rückte wieder auf den rechten Flügel und schob nur noch selten in die Zentrale, für den dann unauffälligen Muslija, was dem KSC einen Aufschwung brachte. Es gab nun Raum für den KSC schnell umzuschalten, die Ordnung im Spiel der Zwickauer war dahin, was den KSC einige Male gefährlich vors Tor brachte, aber leider keinen weiteren, beruhigenden Treffer. DSE und Stoll dann noch gegen Ende, DSE hatte keinen Einfluss mehr auf Spiel. Die eingewechselten Spieler auf Seiten der Zwickauer passten sich deren Mannschaftsleistung in der 2. Hälfte an und brachten keinen Umschwung.
Alois Herangehensweise, die Zwickauer in der Offensive passend zu bespielen, war in der 1. Hälfte nicht ersichtlich oder wurde schlicht nicht umgesetzt. Angriffspressing wie gegen Rostock war heute nicht der Fall. Das durchaus passend, wenn der Gegner durchweg weite Bälle auf die Stürmer kloppt, Wanitzek und Mehlem dauerhaft gezwungen sind sich da an der eigenen IV zu orientieren (2. Bälle - schon erwähnt?
), anstatt das Anlaufen in vorderster Reihe immer entsprechend mitzugehen. Auf Seiten des KSC gefiel mir heute Föhrenbach gut. In der Defensive wieder sehr sicher, bis auf einen weit vorgelegten Ball (zur Rettung senste er ja fast den eigenen Mann um) war das auch in der Offensive solide, immer der Wille da nachzuschieben. Pisot und Gordon waren anfangs in Kopfballduellen wackelig, was sich dann im Laufe des Spiels stark besserte. Bader sorgte in der 1. Hälfte für wenige Lichtblicke, ging beständig dahin wo es weh tut und das tat es dann auch. Wanitzek wieder als solider Ballverteiler, hatte aber zumindest einen Patzer drin, den die Zwickauer zum Umschalten hätten nutzen können, aber das haben sie ja heute gar nicht auf die Kette bekommen. Wanitzek dafür mit Mehlem heute defensiv sicher unterwegs, mit einigen Ballgewinnen dabei. Mehlem fand heute im Spielaufbau und in der Offensive nicht ins Spiel, entschied aber zumindest 2 wichtige Duelle in der Defensive für sich, ansonsten wäre das Scheunentor offen gewesen. Muslija hatte gute 5 Minuten und war dann weitestgehend aus dem Spiel raus, richtiger Wechsel von Schwartz. Lorenz sammelte Pluspunkte für einen Startelfeinsatz, fairerweise hatte er aber da dann den Raum, den Muslija gerade in der 1. Hälfte nie hatte. Camoglus schwimmen in der Offensive ließ ihn zeitweilig aufdrehen, ein Tor hätte er sich da verdient gehabt. Schleusener fand nur in der 2. Hälfte, nach der Einwechslung von Lorenz, in die Partie. Fink hoffentlich bald wieder richtig gesund, heute merkte man die fehlende Frische. 3 Punkte, weiter geht’s.
18.11.2017 - 20:39 Uhr
Die Nachlese ist heute sogar besser als es das Spiel selbst war..
Edit. Ach was sag ich... Heute? Immer! Danke Rudi, deine Analysen bereicheren das Forum ein ums andere Mal!
Edit. Ach was sag ich... Heute? Immer! Danke Rudi, deine Analysen bereicheren das Forum ein ums andere Mal!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Botibot am 18.11.2017 um 20:43 Uhr bearbeitet
25.11.2017 - 02:03 Uhr
Paderborn - Karlsruhe
Jetzt hock ich da und ein Anfang fällt mir nicht ein. So was wie: Der KSC spielte im.., Paderborn im…. Eigentlich will ich gleich zu Lobhymnen ansetzen, aber da muss ich mich erst mal zügeln, hier geht es um "seriöse" Taktik.
Der Kicker prognostizierte also ein 4-1-4-1 der Paderborner, der KSC im 4-2-3-1. Der KSC spielte dann wie gewohnt im 4-4-2/4-4-1-1.
Wechsel keine, warum auch, die formstärkere Mannschaft ist aktuell der KSC, gegen Rostock legte man die Scheu in der Ferne ab. Paderborn begann dagegen wirklich im 4-1-4-1.
Das Spiel von Beginn an hart umkämpft, der KSC spielte von Anfang an die Bälle aus der Abwehr hoch raus. Das heute aber nicht ein Anzeichen von Zerfahrenheit, fehlendem Spielplan, wie es noch Anfang der Saison war. Die Abwehr spielte die Bälle hoch in die Zentrale der Paderborner, zwischen Innenverteidigung und Mittelfeld, dann zupacken. Entweder Kopfballduell für sich entscheiden und dann vor das Tor der Paderborner, oder bei Ballverlust direkt zugreifen, aggressiv nach vorne verteidigen. Wie Moutas in der Halbzeitpause sagte: „Spiel eng machen.“. Also spielten gerade die Flügel eng aneinander gekettet. Bader an Camoglu, bei Möglichkeit preschte dann einer der Beiden nach vorne, der andere sicherte sehr nahstehend ab. Auf der linken Seite Föhrenbach und Muslija. Die ersten Minuten stand Fink hinter Schleusener, der KSC verteidigte im 4-4-1-1, nach wenigen Minuten dann im 4-4-2. DIe Paderborner verlegten sich im Aufbauspiel rein auf Kurzpässe, ungewohnt in der Liga. Abschläge gingen kurz gespielt auf die Verteidiger, der KSC wollte die Paderborner nicht hinten raus kommen lassen. Das gelang anfangs sehr gut, die Räume waren extrem eng. Die Paderborner verschoben auch stark zum Ball, es ging eigentlich nur darum: Wer den Ball auf den Flügeln vertändelt, danach nicht sofort Zugriff bekommt, und eine der beiden Mannschaften aus den engen Räumen rausspielen kann, dann ist das Spiel geöffnet. Das gelang dem KSC zuerst. Zwar gab es keine direkte Torgefahr, aber der KSC konnte viele Standards herausholen, was nichts einbrachte. Paderborn hatte man gut im Griff, konnte aber in den ersten 30 Minuten auch da nicht komplett verhindern, dass sie halt große Umschaltqualitäten haben und dann blitzschnell sich vors Tor spielen. Gerade Antwi-Adjej bekamen Bader und Camoglu dann nicht immer zu fassen. Das aber auch aufgrund einer stark eingespielten Paderborner Mannschaft. Da spürte man in der ersten Hälfte, dass die zusammengewachsen sind, unglaublich gut harmonieren und aktuell zurecht mit Abstand auf Rang 1 stehen. Antwi-Adjej war nicht greifbar, das war ne Mischung aus nem unglaublich dynamischen Achter und Halbraum-Flügelspieler, mit mächtig Zug zum Tor. Denke Alois Matchplan war dann auch die Anweisung an Camoglu, Zugriff auf den zu fokussieren, denn Camoglu landete nicht selten Adjej verfolgend in der Zentrale. Zentrale? Nein noch nix zu Mehlem, das kommt noch.
Ritter auf Seiten der Paderborner ließ sich dann im eher stockend verlaufenden Aufbauspiel der Paderborner mit fallen, die Paderborner hatten damit eine 4-2-3-1-Struktur, während Antwi-Adjej im linken Halbraum stand, nach Ballannahme dann durch die Zentrale ging, zumeist aber auf den linken Flügel raus. Dabei wechselten die Paderborner die Positionen, extrem flüssig, sehr abgestimmt, schon fast blindes Verständnis. Dazu gespickt mit passenden Seitverlagerungen, was dann im Laufe der ersten Hälfte Föhrenbach in Bedrängnis brachte, weil er weit rausrücken musste, Pisot weiter neben Gordon Michel absichern, die Abstände waren zu groß. Muslija tendierte dazu zu offensiv zu stehen, Föhrenbach sah dann alleine gelassen teilweise schlecht aus, machte aber das Beste draus. Man kann da Muslija für kritisieren, aber hinten reindrängen wollte sich der KSC nicht lassen, dann macht es schon Sinn, wenn sich der Flügelangreifer auf der ballfernen Flügelseite offensiver positioniert. Nur bei Seitverlagerungen war er dann in der Defensive halt erst mal raus.
Nach dem guten Anfang kippte das Spiel und Wanitzek/Mehlem hielten den KSC am Leben. Gerade Mehlem lief wieder durchgehend im Dauersprint und stopfte hinten vorrangig bei Föhrenbach Löcher, um kurz darauf weit aufgerückt in der Offensive ein Foul zu begehen, so dass dem Reporter ein „Stürmerfoul“ rausrutschte. Hätte er nur mal genauer hingesehen, das war nicht Fink.
Alleine schon wie Mehlems Trikot nach 15 Minuten aussah. Da war ja kaum noch weißes zu erkennen. Gegrätscht, gesprintet, in jedes Kopfballduell, als würde es kein Morgen geben. Nicht mal Vidal spielt für Chile so. Mehlem riss das heute unglaubliche 90. Minuten ab, nein 94. Minuten, weil da musste er ja Föhrenbach nochmal den Allerwertesten im Vollsprint retten. Halt runterkommen.
Nach 30 Minuten fiel der KSC dann bis zur Pause zusammen und Paderborn hätte sich die Führung in Zeit redlich verdient. Zugriff gab es keinen mehr, die Positionswechsel der Paderborner narrten das gesamte Team, man lief nur noch ab, hinterher, sehr passiv und die Chancen der Paderborner konnten dann meist erst im 5er-Raum geklärt werden. Mehr Glück kann man vermutlich nicht haben. Die Achter gingen mit Ball raus auf den Flügel, die Flügelspieler in die Zentrale, der KSC hatte kein Chance die Spieler zu übergeben, zu übernehmen. Die Spielanlage der Paderborner, mit dem entnervend spielenden Michel und dem diktierenden Ritter, war in der gegnerischen Hälfte sehr beeindruckend, die KSC-Spieler sahen das vermutlich genauso. Zum Glück ging es also mit dem 0:0 in die Pause, welche Umstellungen zur 2. Hälfte?
Moutas sprach also davon das Spiel wieder enger zu machen. Vermutung wäre gewesen, die Spieler wieder auf den Beginn des Spiels einzuschwören, als man hoch stehend die Paderborner auf die Flügel drängen konnte und dann am weiteren Spielaufbau hindern. Das war aber nicht der Fall. Zuerst formierte sich kurz eine 3er Anlauf-Kette in vorderster Reihe. Camoglu schob neben Schleusener und Fink, Muslija stand tief an Föhrenbach gekettet, Bader mit großem Abstand zu Camoglu. Doch es war nicht von Dauer, der KSC spielte weiter im 4-4-2, nur diesmal presste man die Paderborner nicht dauerhaft in deren Hälfte. Das gab es nur noch bei Einwürfen und Abschlägen zu sehen, ansonsten kümmerten sich nun Schleusener und Fink vermehrt um die Aufbauspieler im Mittelfeld der Paderborner. Das Spiel kippte dann blitzartig, die Paderborner konnten nicht mehr an die Leistung aus den letzten 15 Minuten der ersten Hälfte anknüpfen. Der KSC formierte sich nun eher hinter der Mittellinie, die Achter der Paderborner hatten beileibe nicht mehr diese freien Räume nach Ballannahme, konnten auch kein Tempo mehr aufnehmen, waren schnell gestellt. Vermutlich hatte Baumgart das Team noch weiter gepusht und das war nun zu viel, denn sie wurden in der Defensive unachtsam. Das 1:0 dann perfektes Umschaltspiel. Ballgewinn, viel Raum hinter der Paderborner Abwehr, die durch die neu gewonnen Freiheiten im Aufbauspiel hoch schoben. Schleusener steil geschickt, der dann die Rolle spielte, die eigentlich für DSE vorgesehen war - völlig aus dem Spiel und die erste richtige Chance nutzen.
Auch das 2:0 dann letztlich dem Offensivdrang der Paderborner geschuldet. Mit Biss und vollem Einsatz in die Offensive, hinten weiter keine Balance und wenig Zugriff. Föhrenbachs geklärte Flanke landete bei Mehlem, der mit einem Sahnehäubchen seine Leistung krönte.
Danach wurde es taktisch nochmal interessant. Baumgart brachte Koen, was die Paderborner erst mal aus dem Tritt brachte. Im neuen 4-4-2 spielten die Paderborner sehr starr und konnten daraus trotz hohem Einsatz wenig Gefahr ausstrahlen. In der Mittelfeldzentrale hatte der KSC nun Überzahl, weil Fink immer öfter Mehlem und Wanitzek aushalf. Baumgart bemerkte wohl, dass er damit seinem Team überhaupt nicht half. 10 Minuten später brachte er seinen letzten Wechsel und stellte auf ein 3-4-2-1 um, also anstatt der Achter in den Halbräumen aus der 1. Hälfte, zwei hängende Spitzen in den Halbräumen hinter Koen. Das brachte dann nochmal Schwung in die Partie, auch weil der Schiedsrichter seine Leistung mit einem Pfiff zum Elfer abrundete, die Paderborner und deren Bank+Baumgart dazu alles in die Waagschale warfen. Auf Seiten des KSC tat das auch DSE und holte sich seine Gelbe ohne Spieleinsatz ab. Schön zu sehen, dass alle im Team voll dabei sind. Es wurde nochmal brenzlig, doch Uphoff wollte Mehlem nicht kampflos die Kür zum Spieler des Spiels überlassen und parierte. Kurz vor dem Ende dann nochmal unglaubliches Glück bei Pisots Abwehraktion, was heute wieder allgemein eher zu unsren Gunsten ausschlug, trotz unberechtigtem Elfer.
Spielerisch war Paderborn heute die bessere Mannschaft. Das war kein Offensivfeuerwerk des KSC, sehr selten "schönes" Spiel, dafür effektiv und defensiv der Paderborn-Power und deren Willen standgehalten. Paderborn gab ja erst nach Schlusspfiff auf. Bis auf Mehlem und Uphoff war heute keiner fehlerfrei. Darf man aber auch nicht gegen so einen Gegner verlangen, der davor jedes Heimspiel gewinnen konnte. Schleusener in der 1. Hälfte lange abgemeldet, aber im entscheidenden Moment da. Fink ist noch nicht wieder ganz der Alte, zeigte aber defensiv wieder tolle Arbeit, dazu mit einer Finte, die Schleusener freie Bahn brachte. Muslija verteidigte anfangs stark, versuchte sich in der Offensive einzubringen und hatte da auch einige gute Laufwege mit Ball am Fuß, war aber heute leider ein Stück weit zu verspielt, fand nicht so sehr die richtige Balance. Thiede als sein Ersatz blieb sehr unscheinbar. Viel Anlaufen und in so gut wie keinen Zweikampf gekommen. Trotzdem die Entscheidung in Ordnung, auf einen Mittelfeldspieler zu setzen, als den offensiven Muslija gelbverwarnt weiter machen zu lassen. Eine Stammplatz-Bewerbung war das aber nicht. Wanitzek heute defensiv richtig stark, von einem „Zehner“ würde ich bei ihm mittlerweile nicht mehr sprechen. In der Offensive wie gewohnt kluges Spiel von Marvin Kroos. Gordon und Pisot klärten heute wieder viel mit dem Kopf, mit hohen Bällen ist gegen den KSC nix zu holen. Die vielen Chancen der Paderborner gehen bis auf die eine Situation mit Gordon/Bader nicht auf deren Kappe. Wenn Bader oder Föhrenbach mal überspielt waren, waren sie nur noch Passagier in der Achterbahn. Wenn Föhrenbach viel Raum hinter sich zu verteidigen hat, dann fällt auf, dass er halt doch eher den Bewegungsapparat eines Innenverteidigers hat und Probleme, mit Rücken zum Tor spielfreudige Gegner aufzuhalten. Trotzdem auch er 90 Minuten mit vollem Einsatz dabei und viele kleine Duelle für sich entscheiden können. Bader würde ich auch gerne richtig loben, da waren viele gute Aktionen dabei, nur hatte er seine Seite defensiv halt nicht immer im Griff. Camoglu ackerte wie alle, hatte eine herausragende Iniesta-like Szene in der ersten Hälfte. Uphoff wie gewohnt ohne eine einzige Unsicherheit auf der Linie, dazu den viel zu hastig ausgeführten Elfer pariert. Paderborns Schütze hatte vermutlich schon vor Anlauf die Ecke gewählt, Uphoff hat er auf alle Fälle nicht ausgeguckt. Von mir aus nun gerne ein hässliches 1:0 am nächsten Spieltag, schützt vorm abheben.
Jetzt hock ich da und ein Anfang fällt mir nicht ein. So was wie: Der KSC spielte im.., Paderborn im…. Eigentlich will ich gleich zu Lobhymnen ansetzen, aber da muss ich mich erst mal zügeln, hier geht es um "seriöse" Taktik.
Der Kicker prognostizierte also ein 4-1-4-1 der Paderborner, der KSC im 4-2-3-1. Der KSC spielte dann wie gewohnt im 4-4-2/4-4-1-1.
Wechsel keine, warum auch, die formstärkere Mannschaft ist aktuell der KSC, gegen Rostock legte man die Scheu in der Ferne ab. Paderborn begann dagegen wirklich im 4-1-4-1. Das Spiel von Beginn an hart umkämpft, der KSC spielte von Anfang an die Bälle aus der Abwehr hoch raus. Das heute aber nicht ein Anzeichen von Zerfahrenheit, fehlendem Spielplan, wie es noch Anfang der Saison war. Die Abwehr spielte die Bälle hoch in die Zentrale der Paderborner, zwischen Innenverteidigung und Mittelfeld, dann zupacken. Entweder Kopfballduell für sich entscheiden und dann vor das Tor der Paderborner, oder bei Ballverlust direkt zugreifen, aggressiv nach vorne verteidigen. Wie Moutas in der Halbzeitpause sagte: „Spiel eng machen.“. Also spielten gerade die Flügel eng aneinander gekettet. Bader an Camoglu, bei Möglichkeit preschte dann einer der Beiden nach vorne, der andere sicherte sehr nahstehend ab. Auf der linken Seite Föhrenbach und Muslija. Die ersten Minuten stand Fink hinter Schleusener, der KSC verteidigte im 4-4-1-1, nach wenigen Minuten dann im 4-4-2. DIe Paderborner verlegten sich im Aufbauspiel rein auf Kurzpässe, ungewohnt in der Liga. Abschläge gingen kurz gespielt auf die Verteidiger, der KSC wollte die Paderborner nicht hinten raus kommen lassen. Das gelang anfangs sehr gut, die Räume waren extrem eng. Die Paderborner verschoben auch stark zum Ball, es ging eigentlich nur darum: Wer den Ball auf den Flügeln vertändelt, danach nicht sofort Zugriff bekommt, und eine der beiden Mannschaften aus den engen Räumen rausspielen kann, dann ist das Spiel geöffnet. Das gelang dem KSC zuerst. Zwar gab es keine direkte Torgefahr, aber der KSC konnte viele Standards herausholen, was nichts einbrachte. Paderborn hatte man gut im Griff, konnte aber in den ersten 30 Minuten auch da nicht komplett verhindern, dass sie halt große Umschaltqualitäten haben und dann blitzschnell sich vors Tor spielen. Gerade Antwi-Adjej bekamen Bader und Camoglu dann nicht immer zu fassen. Das aber auch aufgrund einer stark eingespielten Paderborner Mannschaft. Da spürte man in der ersten Hälfte, dass die zusammengewachsen sind, unglaublich gut harmonieren und aktuell zurecht mit Abstand auf Rang 1 stehen. Antwi-Adjej war nicht greifbar, das war ne Mischung aus nem unglaublich dynamischen Achter und Halbraum-Flügelspieler, mit mächtig Zug zum Tor. Denke Alois Matchplan war dann auch die Anweisung an Camoglu, Zugriff auf den zu fokussieren, denn Camoglu landete nicht selten Adjej verfolgend in der Zentrale. Zentrale? Nein noch nix zu Mehlem, das kommt noch.
Ritter auf Seiten der Paderborner ließ sich dann im eher stockend verlaufenden Aufbauspiel der Paderborner mit fallen, die Paderborner hatten damit eine 4-2-3-1-Struktur, während Antwi-Adjej im linken Halbraum stand, nach Ballannahme dann durch die Zentrale ging, zumeist aber auf den linken Flügel raus. Dabei wechselten die Paderborner die Positionen, extrem flüssig, sehr abgestimmt, schon fast blindes Verständnis. Dazu gespickt mit passenden Seitverlagerungen, was dann im Laufe der ersten Hälfte Föhrenbach in Bedrängnis brachte, weil er weit rausrücken musste, Pisot weiter neben Gordon Michel absichern, die Abstände waren zu groß. Muslija tendierte dazu zu offensiv zu stehen, Föhrenbach sah dann alleine gelassen teilweise schlecht aus, machte aber das Beste draus. Man kann da Muslija für kritisieren, aber hinten reindrängen wollte sich der KSC nicht lassen, dann macht es schon Sinn, wenn sich der Flügelangreifer auf der ballfernen Flügelseite offensiver positioniert. Nur bei Seitverlagerungen war er dann in der Defensive halt erst mal raus.
Nach dem guten Anfang kippte das Spiel und Wanitzek/Mehlem hielten den KSC am Leben. Gerade Mehlem lief wieder durchgehend im Dauersprint und stopfte hinten vorrangig bei Föhrenbach Löcher, um kurz darauf weit aufgerückt in der Offensive ein Foul zu begehen, so dass dem Reporter ein „Stürmerfoul“ rausrutschte. Hätte er nur mal genauer hingesehen, das war nicht Fink.
Alleine schon wie Mehlems Trikot nach 15 Minuten aussah. Da war ja kaum noch weißes zu erkennen. Gegrätscht, gesprintet, in jedes Kopfballduell, als würde es kein Morgen geben. Nicht mal Vidal spielt für Chile so. Mehlem riss das heute unglaubliche 90. Minuten ab, nein 94. Minuten, weil da musste er ja Föhrenbach nochmal den Allerwertesten im Vollsprint retten. Halt runterkommen.
Nach 30 Minuten fiel der KSC dann bis zur Pause zusammen und Paderborn hätte sich die Führung in Zeit redlich verdient. Zugriff gab es keinen mehr, die Positionswechsel der Paderborner narrten das gesamte Team, man lief nur noch ab, hinterher, sehr passiv und die Chancen der Paderborner konnten dann meist erst im 5er-Raum geklärt werden. Mehr Glück kann man vermutlich nicht haben. Die Achter gingen mit Ball raus auf den Flügel, die Flügelspieler in die Zentrale, der KSC hatte kein Chance die Spieler zu übergeben, zu übernehmen. Die Spielanlage der Paderborner, mit dem entnervend spielenden Michel und dem diktierenden Ritter, war in der gegnerischen Hälfte sehr beeindruckend, die KSC-Spieler sahen das vermutlich genauso. Zum Glück ging es also mit dem 0:0 in die Pause, welche Umstellungen zur 2. Hälfte?
Moutas sprach also davon das Spiel wieder enger zu machen. Vermutung wäre gewesen, die Spieler wieder auf den Beginn des Spiels einzuschwören, als man hoch stehend die Paderborner auf die Flügel drängen konnte und dann am weiteren Spielaufbau hindern. Das war aber nicht der Fall. Zuerst formierte sich kurz eine 3er Anlauf-Kette in vorderster Reihe. Camoglu schob neben Schleusener und Fink, Muslija stand tief an Föhrenbach gekettet, Bader mit großem Abstand zu Camoglu. Doch es war nicht von Dauer, der KSC spielte weiter im 4-4-2, nur diesmal presste man die Paderborner nicht dauerhaft in deren Hälfte. Das gab es nur noch bei Einwürfen und Abschlägen zu sehen, ansonsten kümmerten sich nun Schleusener und Fink vermehrt um die Aufbauspieler im Mittelfeld der Paderborner. Das Spiel kippte dann blitzartig, die Paderborner konnten nicht mehr an die Leistung aus den letzten 15 Minuten der ersten Hälfte anknüpfen. Der KSC formierte sich nun eher hinter der Mittellinie, die Achter der Paderborner hatten beileibe nicht mehr diese freien Räume nach Ballannahme, konnten auch kein Tempo mehr aufnehmen, waren schnell gestellt. Vermutlich hatte Baumgart das Team noch weiter gepusht und das war nun zu viel, denn sie wurden in der Defensive unachtsam. Das 1:0 dann perfektes Umschaltspiel. Ballgewinn, viel Raum hinter der Paderborner Abwehr, die durch die neu gewonnen Freiheiten im Aufbauspiel hoch schoben. Schleusener steil geschickt, der dann die Rolle spielte, die eigentlich für DSE vorgesehen war - völlig aus dem Spiel und die erste richtige Chance nutzen.
Auch das 2:0 dann letztlich dem Offensivdrang der Paderborner geschuldet. Mit Biss und vollem Einsatz in die Offensive, hinten weiter keine Balance und wenig Zugriff. Föhrenbachs geklärte Flanke landete bei Mehlem, der mit einem Sahnehäubchen seine Leistung krönte. Danach wurde es taktisch nochmal interessant. Baumgart brachte Koen, was die Paderborner erst mal aus dem Tritt brachte. Im neuen 4-4-2 spielten die Paderborner sehr starr und konnten daraus trotz hohem Einsatz wenig Gefahr ausstrahlen. In der Mittelfeldzentrale hatte der KSC nun Überzahl, weil Fink immer öfter Mehlem und Wanitzek aushalf. Baumgart bemerkte wohl, dass er damit seinem Team überhaupt nicht half. 10 Minuten später brachte er seinen letzten Wechsel und stellte auf ein 3-4-2-1 um, also anstatt der Achter in den Halbräumen aus der 1. Hälfte, zwei hängende Spitzen in den Halbräumen hinter Koen. Das brachte dann nochmal Schwung in die Partie, auch weil der Schiedsrichter seine Leistung mit einem Pfiff zum Elfer abrundete, die Paderborner und deren Bank+Baumgart dazu alles in die Waagschale warfen. Auf Seiten des KSC tat das auch DSE und holte sich seine Gelbe ohne Spieleinsatz ab. Schön zu sehen, dass alle im Team voll dabei sind. Es wurde nochmal brenzlig, doch Uphoff wollte Mehlem nicht kampflos die Kür zum Spieler des Spiels überlassen und parierte. Kurz vor dem Ende dann nochmal unglaubliches Glück bei Pisots Abwehraktion, was heute wieder allgemein eher zu unsren Gunsten ausschlug, trotz unberechtigtem Elfer.
Spielerisch war Paderborn heute die bessere Mannschaft. Das war kein Offensivfeuerwerk des KSC, sehr selten "schönes" Spiel, dafür effektiv und defensiv der Paderborn-Power und deren Willen standgehalten. Paderborn gab ja erst nach Schlusspfiff auf. Bis auf Mehlem und Uphoff war heute keiner fehlerfrei. Darf man aber auch nicht gegen so einen Gegner verlangen, der davor jedes Heimspiel gewinnen konnte. Schleusener in der 1. Hälfte lange abgemeldet, aber im entscheidenden Moment da. Fink ist noch nicht wieder ganz der Alte, zeigte aber defensiv wieder tolle Arbeit, dazu mit einer Finte, die Schleusener freie Bahn brachte. Muslija verteidigte anfangs stark, versuchte sich in der Offensive einzubringen und hatte da auch einige gute Laufwege mit Ball am Fuß, war aber heute leider ein Stück weit zu verspielt, fand nicht so sehr die richtige Balance. Thiede als sein Ersatz blieb sehr unscheinbar. Viel Anlaufen und in so gut wie keinen Zweikampf gekommen. Trotzdem die Entscheidung in Ordnung, auf einen Mittelfeldspieler zu setzen, als den offensiven Muslija gelbverwarnt weiter machen zu lassen. Eine Stammplatz-Bewerbung war das aber nicht. Wanitzek heute defensiv richtig stark, von einem „Zehner“ würde ich bei ihm mittlerweile nicht mehr sprechen. In der Offensive wie gewohnt kluges Spiel von Marvin Kroos. Gordon und Pisot klärten heute wieder viel mit dem Kopf, mit hohen Bällen ist gegen den KSC nix zu holen. Die vielen Chancen der Paderborner gehen bis auf die eine Situation mit Gordon/Bader nicht auf deren Kappe. Wenn Bader oder Föhrenbach mal überspielt waren, waren sie nur noch Passagier in der Achterbahn. Wenn Föhrenbach viel Raum hinter sich zu verteidigen hat, dann fällt auf, dass er halt doch eher den Bewegungsapparat eines Innenverteidigers hat und Probleme, mit Rücken zum Tor spielfreudige Gegner aufzuhalten. Trotzdem auch er 90 Minuten mit vollem Einsatz dabei und viele kleine Duelle für sich entscheiden können. Bader würde ich auch gerne richtig loben, da waren viele gute Aktionen dabei, nur hatte er seine Seite defensiv halt nicht immer im Griff. Camoglu ackerte wie alle, hatte eine herausragende Iniesta-like Szene in der ersten Hälfte. Uphoff wie gewohnt ohne eine einzige Unsicherheit auf der Linie, dazu den viel zu hastig ausgeführten Elfer pariert. Paderborns Schütze hatte vermutlich schon vor Anlauf die Ecke gewählt, Uphoff hat er auf alle Fälle nicht ausgeguckt. Von mir aus nun gerne ein hässliches 1:0 am nächsten Spieltag, schützt vorm abheben.
03.12.2017 - 10:37 Uhr
Karlsruhe – Aalen
Der KSC begann im 4-4-2, was sich im Spiel variabel änderte, die Aalener spielten im 4-1-4-1. Defensiv der KSC wie gewohnt im 4-4-2, Aalen agierte ebenfalls im 4-4-2, tiefstehend dann im 4-1-4-1.
Die ersten Minuten machten dann einen sehr guten Eindruck. Der KSC kombinierte flott, bot Torgefahr und hatte früh einige Standards. Daraus hätte das 1:0 fallen müssen, doch Mehlem hatte kein Fortune im Abschluss, Föhrenbach nahm seine Möglichkeit nicht direkt ab. Danach verflachte die Partie mit fortlaufender Spieldauer.
Große Umstellungen in der offensiven Spielweise zu Zwickau gab es nicht. Auch hier hatte der KSC in der 1. Hälfte das Los, das Spiel von hinten raus öffnen zu müssen, ohne dass man Chancen zum Kontern oder Umschalten hatte. Muslija agierte im linken Halbraum, ließ sich teils im Spielaufbau tief fallen oder rückte in die Zentrale. Camoglu blieb auf seiner Seite kleben und machte vorwiegend Platz für Baders hochschieben, Gordons rausrücken auf die rechte Seite und dessen Initialzündungen aus der Defensive raus. Das waren dann hohe oder flache Bälle in die Zentrale vor die gegnerische IV. Ergo blieben Bader und Camoglu meist sehr auf den Flügeln kleben, während die Ordnung auf der linken Seite mit dem grundsätzlich breit stehenden Föhrenbach und dem eingerückten Muslija einen besseren Eindruck machte. Ging der Ball nicht von Gordon aus über die Mittellinie, präsentierte sich der KSC diesmal vielfältiger im Spielaufbau, im Vergleich zum Zwickau-Spiel. Bereits früh ließ sich Wanitzek zwischen die IV fallen, ebenso teils neben Pisot auf den linken Flügel, Föhrenbach schob hoch, oder Marvin spielte wie die Aalener das Aufbauspiel betrieben.
Diese versuchten über eine 2-1 Stellung das Spiel mit Kurzpässen aufzubauen, was ihnen durchweg gelang. Beide IV mieden den Pass auf die Außenverteidiger, vermutlich in der Annahme, dass der KSC hier eine geplante Pressingfalle zuschnappen ließe. Das tiefe Aufbauspiel lief dann einzig über die IV und den leicht vorgerückten 6er. Warum dann Wanitzek und Mehlem nicht den 6er aus dem Spiel nahmen, nicht nachrückten, was Fink bereits früh im Spiel mit Handzeichen monierte? Diese nahmen die hoch schiebenden 8er der Aalener in Manndeckung. Damit war das teils praktizierte hohe Pressing zwar für die Katz, aber die Aalener wussten aus ihrem geduldigen Aufbauspiel keinerlei Vorteile zu ziehen. Ging der Ball über die Mittellinie, war er schnell wieder beim KSC. Die Aalener hatten zu Anfang des Spiels einige interessante Bewegungen in ihrem Spiel. Die offensiven Flügelspieler versuchten nicht das Spiel breit zu machen, jeweils Einer tendierte dazu in die Zentrale zu gehen, während ein Achter den Weg in die Spitze suchte. Einen positiven Effekt hatte das aber nicht, weil Bälle nicht bei ihnen ankamen. In der defensiven Ausrichtung schob meist der rechte Achter auf Höhe des Stürmers. Kam der KSC über die Mittellinie, ließ er sich fallen und agierte wieder als Mittelfeldspieler. Im Laufe der ersten Halbzeit blieben die Flügelspieler dann breit stehen, was das Aufbauspiel ein Stück weit besserte, weil sie als Anspielstationen gefunden wurden, doch der Stürmer agierte dann alleine auf weiter Flur, die Abstände waren zu groß, Unterstützung nicht da, was den KSC dann nicht vor große Probleme stellte. Über der Mittellinie stimmte bei Aalen gestern ebenfalls sehr wenig und trotzdem kamen sie im Laufe der ersten Hälfte zu Chancen, auch wenn das meist nur Weitschüsse waren. Bedanken konnten sie sich da einzig beim KSC, unsere Abwehrspieler hier leicht unkonzentriert nicht nur einen Lapsus produzierten.
Mehlem beteiligte sich nicht am Aufbauspiel, er gab den 8er über der Mittellinie, der dann den vertikalen Durchbruch suchte, während Wanitzek von hinten raus das lasche Pressing der Aalener, das nur darauf ausgelegt war den KSC im Spielaufbau auf die Flügel zu drängen, für sich nutzen konnte. Das sah dann nach einer 4-1-3-2 Stellung aus, Mehlem breitstehend flankiert von Camoglu, Muslija wie genannt im Halbraum näherstehend.
Entscheidend war dann heute, dass einige Spieler einfach nicht mutig genug waren aus der Formation auzuscheren, die gesamte Offensive allgemein keinen wirklich guten Tag erwischte. Camoglu war durch das Aufbauspiel von Gordon, was leider oft den direkten Ballverlust bedeutete, völlig aus dem Spiel raus. Anfangs war das noch anders, da er vermutlich als breitstehende Anspielstation aus der Zentrale raus angedacht war, 2./weitere Anspielstation in der Offensive, und da noch gefunden wurde. Bader war unglaublich früh gelb-verwarnt, das bremste ihn stark in seinem Spiel, wirklich zupackend war er für den Rest des Spiels nicht mehr. Schleusener trabte übers Feld und wartete auf Bälle, ließ sich ab und an Fallen um Gordons hohe Bälle weiterzuleiten, was ihm nicht gelang. Auch Fink agierte im luftleeren Raum, weil er wie Schleusener statisch in der Zentrale verweilte, auf Gordons Bälle wartete und damit viel zu häufig von den Aalenern geschluckt wurde. Einzig Muslija im Verbund mit Wanitzek und Mehlem wussten das Offensivspiel des KSC heute ein Stück weit anzutreiben, für Bewegung zu sorgen. Muslija ließ sich wie gesagt oft fallen, wurde dabei aber immer verfolgt und konnte wenig Kapital daraus ziehen. Einzig Mehlem fand dann ab und an Freiraum und marschierte mit Ball am Fuß, hatte dabei wieder gute Szenen, diesmal hielt er den Ball aber auch teils zu lange oder verzettelte sich bei seinen Märschen. Der Boden verwandelte sich im Laufe des Spiels dann immer mehr in einen Acker, spielerisch konnte man zu keinem Zeitpunkt mehr an die Anfangsminuten anknüpfen.
Zur Pause gab es eine Umstellung. Mehlem nahm nun nicht mehr seinen Gegenspieler auf der Acht geflissentlich in Manndeckung, der weiter im Spielaufbau hoch schob, er nahm ihn nun in den Deckungsschatten und versuchte den 6er im Spielaufbau zu attackieren, was aber im Verbund des Teams kaum einen Effekt erzielte, weil er absichernd relativ spät anlief, nur das Drehen des 6ers verhindern konnte, aber nicht dessen Ballannahme und Verarbeitung. Camoglu ging als erster vom Feld. Er war letztlich auch taktisch bedingt aus dem Spiel, dazu heute in der Defensive nicht nur einmal zu leicht ausgespielt. Für ihn Lorenz im Spiel, Muslija ging auf die rechte Seite. Damit 2 Flügelspieler, die ihren starken Fuß nicht Richtung Spielseite haben, ergo standen beide nur noch breit, was die Offensivbemühungen des KSC noch stärker lähmte. Muslija war ab da aus dem Spiel, wie Camgolu auf der gleichen Position zuvor. Lorenz klebte am Flügel, Föhrenbach ebenfalls breit stehend, der KSC kam selten förderlich über die Mittellinie und wenn wurde man gleich gestellt. Gordon trieb an, spielte nicht jeden Ball schwach, muss man ihm zu Gute halten, aber die Offensive fand halt einfach nicht ins Spiel. Weiter keine Bewegung, wieder zu wenig Biss und Risiko wie gegen Zwickau, viel zu selten die Duelle in der geplanten Spielöffnung für sich entscheiden können. Hoffnung machte weiter einzig Mehlem, im Gegensatz zu Lorenz. Der brachte als Einwechselspieler keinen Elan rein, Mehlem überlief ihn und spielte teils vor ihm auf dem linken Flügel, machte die Tempoläufe, die man auch von Lorenz hätte erwarten dürfen. So kratzt man nicht an der Stammelf. Mit 2 klaren Flügelspielern war es also an der Zeit DSE zu bringen, vielleicht landet ja doch mal eine Flanke vor dem Tor. Das war leider nicht der Fall. Von nun an suchte Gordon in gleich bleibender Art und Weise DSE mit hohen Bällen, was wenig effektiv war. Über Schleusener und Fink flogen die Bälle zuvor oft knapp hinweg, bei DSE nicht minder der Fall. Kam der Ball doch mal schlüssig, wusste DSE seine Duelle leider nicht für sich zu entscheiden. Ab da war das Spiel dann gelaufen, die Spielkultur des KSC zu Grabe getragen, die Aalener hatten das leicht im Griff. Gordon hätte dann in diesem mäßig spaßigen Kick fast noch den Sieg herbeigezaubert, aber es hatte heute nicht sein sollen.
Was mich gestern ein Stück weit verärgerte war, dass einige Spieler eine „macht ihr mal, dann komm ich ins Spiel-Mentalität“ hatten, vermutlich auch ein Stück weit der taktischen Ausrichtung, der Vorgaben für die Spieler geschuldet. Keiner, der sich wie Mehlem rein schmiss und etwas erzwingen wollte, oder wie Wanitzek durchgehend versuchte zu initiieren. Camgolu fühlte sich anscheinend im Nirgendwo ganz wohl, aber ok, er ist noch einer der jungen Spieler, da muss man nicht erwarten, dass er aus der Formation ausschert. Vermutlich hatte Schwartz ihm eine Aufgabe mitgegeben, die auf dem Feld letztlich nicht zu finden war, was dann auch für Muslija später galt. Schwach fand ich das heute von Schleusener, der ebenso wie Camoglu nur seine Position hielt und seine Vorderleute machen ließ, anstatt seine Spielweise für eine Sekunde einzustellen und für Bewegung oder Überzahl zu sorgen. Fink war letztlich nicht besser, aber als Zehner/hängende Spitze hatte er wenigstens gute Gründe in der Zentrale zu verweilen. Muslija wollte, fand aber heute bis auf Mehlem keinen willigen Partner in der Offensive. Lorenz nach seiner Einwechslung dann mit einer eher schwachen Leistung, hätte ihn mir lautstärker, antreibender und bissiger gewünscht.
Eins konnte man gestern dem KSC zu Gute halten, relativiert meine Kritik, das war der Rasen. Das Spiel zu machen, wenn der Winter anbricht und der Acker das kaum zulässt, das hinderte den KSC sichtlich. Flachpass-Kombinationen wären wichtig gewesen, das gab der Rasen aber nicht wirklich her. Schwartz sollte sich vielleicht überlegen, ob er gegen tiefstehende Gegner nicht eine andere Herangehensweise findet, die der Mannschaft eher liegt. Die Spieleröffnung ist einfach grundlegend ein Stück weit zu statisch mit dem gewählten Spielerpersonal und deren Positionierung auf dem Feld, als das wir damit den Gegner beeindrucken können. Diese Spielauslösung, mit scharfen/hohen Bällen „einfach“ zwischen die Abwehr und das Mittelfeld des Gegners zu kommen, das lief bereits unter Meister überhaupt nicht. Fortschritt konnte ich da bisher leider keinen erkennen, aber das wie gesagt nicht zu hoch gehängt, weil der Rasen halt dazu einfach nicht in einem passenden Zustand war. Letztlich ein durchaus gerechtes Unentschieden, weil Aalen das nach den Anfangsminuten sicher verteidigte.
Der KSC begann im 4-4-2, was sich im Spiel variabel änderte, die Aalener spielten im 4-1-4-1. Defensiv der KSC wie gewohnt im 4-4-2, Aalen agierte ebenfalls im 4-4-2, tiefstehend dann im 4-1-4-1.
Die ersten Minuten machten dann einen sehr guten Eindruck. Der KSC kombinierte flott, bot Torgefahr und hatte früh einige Standards. Daraus hätte das 1:0 fallen müssen, doch Mehlem hatte kein Fortune im Abschluss, Föhrenbach nahm seine Möglichkeit nicht direkt ab. Danach verflachte die Partie mit fortlaufender Spieldauer.
Große Umstellungen in der offensiven Spielweise zu Zwickau gab es nicht. Auch hier hatte der KSC in der 1. Hälfte das Los, das Spiel von hinten raus öffnen zu müssen, ohne dass man Chancen zum Kontern oder Umschalten hatte. Muslija agierte im linken Halbraum, ließ sich teils im Spielaufbau tief fallen oder rückte in die Zentrale. Camoglu blieb auf seiner Seite kleben und machte vorwiegend Platz für Baders hochschieben, Gordons rausrücken auf die rechte Seite und dessen Initialzündungen aus der Defensive raus. Das waren dann hohe oder flache Bälle in die Zentrale vor die gegnerische IV. Ergo blieben Bader und Camoglu meist sehr auf den Flügeln kleben, während die Ordnung auf der linken Seite mit dem grundsätzlich breit stehenden Föhrenbach und dem eingerückten Muslija einen besseren Eindruck machte. Ging der Ball nicht von Gordon aus über die Mittellinie, präsentierte sich der KSC diesmal vielfältiger im Spielaufbau, im Vergleich zum Zwickau-Spiel. Bereits früh ließ sich Wanitzek zwischen die IV fallen, ebenso teils neben Pisot auf den linken Flügel, Föhrenbach schob hoch, oder Marvin spielte wie die Aalener das Aufbauspiel betrieben.
Diese versuchten über eine 2-1 Stellung das Spiel mit Kurzpässen aufzubauen, was ihnen durchweg gelang. Beide IV mieden den Pass auf die Außenverteidiger, vermutlich in der Annahme, dass der KSC hier eine geplante Pressingfalle zuschnappen ließe. Das tiefe Aufbauspiel lief dann einzig über die IV und den leicht vorgerückten 6er. Warum dann Wanitzek und Mehlem nicht den 6er aus dem Spiel nahmen, nicht nachrückten, was Fink bereits früh im Spiel mit Handzeichen monierte? Diese nahmen die hoch schiebenden 8er der Aalener in Manndeckung. Damit war das teils praktizierte hohe Pressing zwar für die Katz, aber die Aalener wussten aus ihrem geduldigen Aufbauspiel keinerlei Vorteile zu ziehen. Ging der Ball über die Mittellinie, war er schnell wieder beim KSC. Die Aalener hatten zu Anfang des Spiels einige interessante Bewegungen in ihrem Spiel. Die offensiven Flügelspieler versuchten nicht das Spiel breit zu machen, jeweils Einer tendierte dazu in die Zentrale zu gehen, während ein Achter den Weg in die Spitze suchte. Einen positiven Effekt hatte das aber nicht, weil Bälle nicht bei ihnen ankamen. In der defensiven Ausrichtung schob meist der rechte Achter auf Höhe des Stürmers. Kam der KSC über die Mittellinie, ließ er sich fallen und agierte wieder als Mittelfeldspieler. Im Laufe der ersten Halbzeit blieben die Flügelspieler dann breit stehen, was das Aufbauspiel ein Stück weit besserte, weil sie als Anspielstationen gefunden wurden, doch der Stürmer agierte dann alleine auf weiter Flur, die Abstände waren zu groß, Unterstützung nicht da, was den KSC dann nicht vor große Probleme stellte. Über der Mittellinie stimmte bei Aalen gestern ebenfalls sehr wenig und trotzdem kamen sie im Laufe der ersten Hälfte zu Chancen, auch wenn das meist nur Weitschüsse waren. Bedanken konnten sie sich da einzig beim KSC, unsere Abwehrspieler hier leicht unkonzentriert nicht nur einen Lapsus produzierten.
Mehlem beteiligte sich nicht am Aufbauspiel, er gab den 8er über der Mittellinie, der dann den vertikalen Durchbruch suchte, während Wanitzek von hinten raus das lasche Pressing der Aalener, das nur darauf ausgelegt war den KSC im Spielaufbau auf die Flügel zu drängen, für sich nutzen konnte. Das sah dann nach einer 4-1-3-2 Stellung aus, Mehlem breitstehend flankiert von Camoglu, Muslija wie genannt im Halbraum näherstehend.
Entscheidend war dann heute, dass einige Spieler einfach nicht mutig genug waren aus der Formation auzuscheren, die gesamte Offensive allgemein keinen wirklich guten Tag erwischte. Camoglu war durch das Aufbauspiel von Gordon, was leider oft den direkten Ballverlust bedeutete, völlig aus dem Spiel raus. Anfangs war das noch anders, da er vermutlich als breitstehende Anspielstation aus der Zentrale raus angedacht war, 2./weitere Anspielstation in der Offensive, und da noch gefunden wurde. Bader war unglaublich früh gelb-verwarnt, das bremste ihn stark in seinem Spiel, wirklich zupackend war er für den Rest des Spiels nicht mehr. Schleusener trabte übers Feld und wartete auf Bälle, ließ sich ab und an Fallen um Gordons hohe Bälle weiterzuleiten, was ihm nicht gelang. Auch Fink agierte im luftleeren Raum, weil er wie Schleusener statisch in der Zentrale verweilte, auf Gordons Bälle wartete und damit viel zu häufig von den Aalenern geschluckt wurde. Einzig Muslija im Verbund mit Wanitzek und Mehlem wussten das Offensivspiel des KSC heute ein Stück weit anzutreiben, für Bewegung zu sorgen. Muslija ließ sich wie gesagt oft fallen, wurde dabei aber immer verfolgt und konnte wenig Kapital daraus ziehen. Einzig Mehlem fand dann ab und an Freiraum und marschierte mit Ball am Fuß, hatte dabei wieder gute Szenen, diesmal hielt er den Ball aber auch teils zu lange oder verzettelte sich bei seinen Märschen. Der Boden verwandelte sich im Laufe des Spiels dann immer mehr in einen Acker, spielerisch konnte man zu keinem Zeitpunkt mehr an die Anfangsminuten anknüpfen.
Zur Pause gab es eine Umstellung. Mehlem nahm nun nicht mehr seinen Gegenspieler auf der Acht geflissentlich in Manndeckung, der weiter im Spielaufbau hoch schob, er nahm ihn nun in den Deckungsschatten und versuchte den 6er im Spielaufbau zu attackieren, was aber im Verbund des Teams kaum einen Effekt erzielte, weil er absichernd relativ spät anlief, nur das Drehen des 6ers verhindern konnte, aber nicht dessen Ballannahme und Verarbeitung. Camoglu ging als erster vom Feld. Er war letztlich auch taktisch bedingt aus dem Spiel, dazu heute in der Defensive nicht nur einmal zu leicht ausgespielt. Für ihn Lorenz im Spiel, Muslija ging auf die rechte Seite. Damit 2 Flügelspieler, die ihren starken Fuß nicht Richtung Spielseite haben, ergo standen beide nur noch breit, was die Offensivbemühungen des KSC noch stärker lähmte. Muslija war ab da aus dem Spiel, wie Camgolu auf der gleichen Position zuvor. Lorenz klebte am Flügel, Föhrenbach ebenfalls breit stehend, der KSC kam selten förderlich über die Mittellinie und wenn wurde man gleich gestellt. Gordon trieb an, spielte nicht jeden Ball schwach, muss man ihm zu Gute halten, aber die Offensive fand halt einfach nicht ins Spiel. Weiter keine Bewegung, wieder zu wenig Biss und Risiko wie gegen Zwickau, viel zu selten die Duelle in der geplanten Spielöffnung für sich entscheiden können. Hoffnung machte weiter einzig Mehlem, im Gegensatz zu Lorenz. Der brachte als Einwechselspieler keinen Elan rein, Mehlem überlief ihn und spielte teils vor ihm auf dem linken Flügel, machte die Tempoläufe, die man auch von Lorenz hätte erwarten dürfen. So kratzt man nicht an der Stammelf. Mit 2 klaren Flügelspielern war es also an der Zeit DSE zu bringen, vielleicht landet ja doch mal eine Flanke vor dem Tor. Das war leider nicht der Fall. Von nun an suchte Gordon in gleich bleibender Art und Weise DSE mit hohen Bällen, was wenig effektiv war. Über Schleusener und Fink flogen die Bälle zuvor oft knapp hinweg, bei DSE nicht minder der Fall. Kam der Ball doch mal schlüssig, wusste DSE seine Duelle leider nicht für sich zu entscheiden. Ab da war das Spiel dann gelaufen, die Spielkultur des KSC zu Grabe getragen, die Aalener hatten das leicht im Griff. Gordon hätte dann in diesem mäßig spaßigen Kick fast noch den Sieg herbeigezaubert, aber es hatte heute nicht sein sollen.
Was mich gestern ein Stück weit verärgerte war, dass einige Spieler eine „macht ihr mal, dann komm ich ins Spiel-Mentalität“ hatten, vermutlich auch ein Stück weit der taktischen Ausrichtung, der Vorgaben für die Spieler geschuldet. Keiner, der sich wie Mehlem rein schmiss und etwas erzwingen wollte, oder wie Wanitzek durchgehend versuchte zu initiieren. Camgolu fühlte sich anscheinend im Nirgendwo ganz wohl, aber ok, er ist noch einer der jungen Spieler, da muss man nicht erwarten, dass er aus der Formation ausschert. Vermutlich hatte Schwartz ihm eine Aufgabe mitgegeben, die auf dem Feld letztlich nicht zu finden war, was dann auch für Muslija später galt. Schwach fand ich das heute von Schleusener, der ebenso wie Camoglu nur seine Position hielt und seine Vorderleute machen ließ, anstatt seine Spielweise für eine Sekunde einzustellen und für Bewegung oder Überzahl zu sorgen. Fink war letztlich nicht besser, aber als Zehner/hängende Spitze hatte er wenigstens gute Gründe in der Zentrale zu verweilen. Muslija wollte, fand aber heute bis auf Mehlem keinen willigen Partner in der Offensive. Lorenz nach seiner Einwechslung dann mit einer eher schwachen Leistung, hätte ihn mir lautstärker, antreibender und bissiger gewünscht.
Eins konnte man gestern dem KSC zu Gute halten, relativiert meine Kritik, das war der Rasen. Das Spiel zu machen, wenn der Winter anbricht und der Acker das kaum zulässt, das hinderte den KSC sichtlich. Flachpass-Kombinationen wären wichtig gewesen, das gab der Rasen aber nicht wirklich her. Schwartz sollte sich vielleicht überlegen, ob er gegen tiefstehende Gegner nicht eine andere Herangehensweise findet, die der Mannschaft eher liegt. Die Spieleröffnung ist einfach grundlegend ein Stück weit zu statisch mit dem gewählten Spielerpersonal und deren Positionierung auf dem Feld, als das wir damit den Gegner beeindrucken können. Diese Spielauslösung, mit scharfen/hohen Bällen „einfach“ zwischen die Abwehr und das Mittelfeld des Gegners zu kommen, das lief bereits unter Meister überhaupt nicht. Fortschritt konnte ich da bisher leider keinen erkennen, aber das wie gesagt nicht zu hoch gehängt, weil der Rasen halt dazu einfach nicht in einem passenden Zustand war. Letztlich ein durchaus gerechtes Unentschieden, weil Aalen das nach den Anfangsminuten sicher verteidigte.
03.12.2017 - 10:57 Uhr
Danke Rudi.
Er war bereits gegen Zwickau oft letzter Mann. Was prädestiniert ihn dafür? Wo ist der taktische Sinn dahinter? Damit Gordon nach vorne stoßen kann? Pisot und Gordon gehen dann ja meist links und rechts weit nach außen. Ist es sinnvoll, bei einem unerwarteten Ballverlust, Wanitzek als letzte Hürde vorm Tor stehen zu haben?
Zitat von RudiMentaer
Bereits früh ließ sich Wanitzek zwischen die IV fallen,
Bereits früh ließ sich Wanitzek zwischen die IV fallen,
Er war bereits gegen Zwickau oft letzter Mann. Was prädestiniert ihn dafür? Wo ist der taktische Sinn dahinter? Damit Gordon nach vorne stoßen kann? Pisot und Gordon gehen dann ja meist links und rechts weit nach außen. Ist es sinnvoll, bei einem unerwarteten Ballverlust, Wanitzek als letzte Hürde vorm Tor stehen zu haben?
03.12.2017 - 11:26 Uhr
Zitat von Botibot
Danke Rudi.
Er war bereits gegen Zwickau oft letzter Mann. Was prädestiniert ihn dafür? Wo ist der taktische Sinn dahinter? Damit Gordon nach vorne stoßen kann? Pisot und Gordon gehen dann ja meist links und rechts weit nach außen. Ist es sinnvoll, bei einem unerwarteten Ballverlust, Wanitzek als letzte Hürde vorm Tor stehen zu haben?
Danke Rudi.
Er war bereits gegen Zwickau oft letzter Mann. Was prädestiniert ihn dafür? Wo ist der taktische Sinn dahinter? Damit Gordon nach vorne stoßen kann? Pisot und Gordon gehen dann ja meist links und rechts weit nach außen. Ist es sinnvoll, bei einem unerwarteten Ballverlust, Wanitzek als letzte Hürde vorm Tor stehen zu haben?
Kannst das frühe attackieren des Gegners aushebeln, wenn die mit 2 Mann auf die jeweiligen IV gehen, hast dann ne weitere Anspielstation in der Abwehrklette. Ist nur im eigenen Aufbauspiel so gedacht. Geht der Ball über die Mittellinie, dann rückt Wanitzek auch wieder auf. Hat der Gegner den Ball, rückt Wanitzek nicht in die IV, wobei man das auch spielen kann, wäre aber dann eher was für Bülow oder Hofmann. Wanitzek ist unser bester Aufbauspieler, der soll die Bälle aus der Abwehr erhalten und dann weiterleiten, weder Pisot noch Gordon haben so nen feinen Fuß. Das Risiko ist sehr gering, dass man da den Ball verliert, kannst ja immer auf den TW zurückspielen oder den Ball halt rauskloppen.
03.12.2017 - 15:04 Uhr
Zitat von RudiMentaer
Kannst das frühe attackieren des Gegners aushebeln, wenn die mit 2 Mann auf die jeweiligen IV gehen, hast dann ne weitere Anspielstation in der Abwehrklette. Ist nur im eigenen Aufbauspiel so gedacht. Geht der Ball über die Mittellinie, dann rückt Wanitzek auch wieder auf. Hat der Gegner den Ball, rückt Wanitzek nicht in die IV, wobei man das auch spielen kann, wäre aber dann eher was für Bülow oder Hofmann. Wanitzek ist unser bester Aufbauspieler, der soll die Bälle aus der Abwehr erhalten und dann weiterleiten, weder Pisot noch Gordon haben so nen feinen Fuß. Das Risiko ist sehr gering, dass man da den Ball verliert, kannst ja immer auf den TW zurückspielen oder den Ball halt rauskloppen.
Zitat von Botibot
Danke Rudi.
Er war bereits gegen Zwickau oft letzter Mann. Was prädestiniert ihn dafür? Wo ist der taktische Sinn dahinter? Damit Gordon nach vorne stoßen kann? Pisot und Gordon gehen dann ja meist links und rechts weit nach außen. Ist es sinnvoll, bei einem unerwarteten Ballverlust, Wanitzek als letzte Hürde vorm Tor stehen zu haben?
Danke Rudi.
Er war bereits gegen Zwickau oft letzter Mann. Was prädestiniert ihn dafür? Wo ist der taktische Sinn dahinter? Damit Gordon nach vorne stoßen kann? Pisot und Gordon gehen dann ja meist links und rechts weit nach außen. Ist es sinnvoll, bei einem unerwarteten Ballverlust, Wanitzek als letzte Hürde vorm Tor stehen zu haben?
Kannst das frühe attackieren des Gegners aushebeln, wenn die mit 2 Mann auf die jeweiligen IV gehen, hast dann ne weitere Anspielstation in der Abwehrklette. Ist nur im eigenen Aufbauspiel so gedacht. Geht der Ball über die Mittellinie, dann rückt Wanitzek auch wieder auf. Hat der Gegner den Ball, rückt Wanitzek nicht in die IV, wobei man das auch spielen kann, wäre aber dann eher was für Bülow oder Hofmann. Wanitzek ist unser bester Aufbauspieler, der soll die Bälle aus der Abwehr erhalten und dann weiterleiten, weder Pisot noch Gordon haben so nen feinen Fuß. Das Risiko ist sehr gering, dass man da den Ball verliert, kannst ja immer auf den TW zurückspielen oder den Ball halt rauskloppen.
3 Nüsse für Rudi.
09.12.2017 - 20:48 Uhr
Rudi??
10.12.2017 - 10:11 Uhr
Moinmoin! Wollte ne Nacht drüber schlafen, Rauch ist aber nicht verflogen. Wäre vielleicht eher was für den Spieltags-Fred, weil Taktik und Formation nicht unbedingt den größten Teil einnimmt.
Jena – Karlsruhe
Die Jenaer überraschten den KSC und Alois Schwartz mit einer Formationsänderung. Während beim KSC einzig Bülow Mehlem ersetzte und ansonsten keine Umstellungen auszumachen waren, spielten die Jenaer nun mit 3er-Kette. Laut MDR im 1-2-Sturm, war aber eher ein 2-1, also im 3-4-2-1. Das brachte den KSC grundlegend erst mal nicht aus dem Tritt, die Spieler sind ja alle intelligent genug, das defensiv im Spielaufbau entsprechend aufzufangen. Die Jenaer spielten hinten raus dann mit einer 3-2 Stellung, Fink und Schleusener schoben sich dazwischen, was ausreichte, um das geordnete Aufbauspiel passend zu unterbinden. Deren Stellung war relativ statisch und Fink und Schleusener machten das gut. Doch das war dann leider nur ein Teil. Geordnet verlief in der 1. Hälfte leider wenig. Beide Mannschaften versuchten bei Ballgewinn schnell umzuschalten und das gelang dann Jena weit besser wie dem KSC. Knackpunkt beim KSC sicherlich Kai Bülow, der das komplette Gegenteil zu Mehlem spielte, in der ersten Hälfte ausschließlich tief stand, sich so gut wie nur fallen ließ und den KSC damit vor Probleme stellte, die es mit Mehlem in den Spielen zuvor nicht gab. Tinatoledo hats da passend benannt, eine selbsterfüllende Prophezeiung.
Spielte also Jena von hinten raus, gab es meist weite Bälle oder verengte Räume auf den Flügeln, was der KSC unter Kontrolle hatte. Doch da der KSC umschalten wollte, ergab das bei Ballverlust dann wenig zupackende Stellungen und Jena fand leicht die notwendigen Lücken. Problem dabei wie erwähnt Bülow, der natürlich wie Mehlem nicht den Staubsauger geben kann und das Spiel dann völlig gegenteilig interpretierte. Er versuchte den Abstand zur IV gering zu halten, Raum schließen, doch mit 2 Nebenstürmern hatte Jena damit keinerlei Probleme. Bülow wurde einfach umspielt, überspielt, war damit letztlich in der Defensive in der 1. Hälfte aus dem Spiel raus. Rückte er doch mal raus, war er zu spät dran, foulte, agierte relativ ungeschickt. Wanitzek und vor allem Camoglu versuchten das aufzufangen, Camoglu rückte in der Defensive öfters mit in die Zentrale, jagte den ballführenden Spieler. Muslija rückte defensiv ebenfalls ein, um den Pass Weg auf den sich im Halb Raum befindlichen Stürmer zuzustellen und dabei weiter Zugriff auf den Flügelspieler zu haben. Grundsätzlich war das in der Defensive wieder recht ordentlich, Pisot und Gordon putzten überzeugend aus wo es nötig war, doch wie bereits unter Meister, als Bülow ja noch Stamm war, hatte man viel zu selten gleich Zugriff in der Mittelfeldzentrale, wenn der Gegner den Ball eroberte. Kam dann Tempo ins Spiel, schwamm der KSC. Jena hätte das zur Führung nutzen müssen. Der KSC ließ sich dann im Laufe der 1. Hälfte extrem tief fallen, Fink agierte eher als 8er, nicht mehr als Nebenmann von Schleusener. Damit stand der KSC so tief, dass umschalten nicht mehr drin war, dann konnte man nur noch kontern. Da fehlte neben Schleusener der passende Mann. Weder Muslija noch Camoglu sind durchsetzungsfähig genug, in vollem Tempo auch mal einen Gegenspieler stehen zu lassen. Camoglu versuchte sich wenigstens dran, war unser emsigster Spieler in der 1. Hälfte, wurde aber zu oft alleine gelassen, traf aber auch einige falsche Entscheidungen. Muslija startete ordentlich, ging aber mit Ball am Fuß kaum vertikale Wege, kreuzte nur durch die Zentrale und konnte das Spiel damit nicht öffnen. Schleusener war auf sich gestellt, aus dem Spiel weitestgehend raus, wollte sich aber einbringen, ging ständig in die Schnittstellen der 3er-Kette, alle Anspiele waren da aber dann zum Vergessen.
Gut, wenn Jena in neuer Formation spielt, dann kann man schon erst mal überrascht sein, muss sich sammeln und einfinden. Die Pause bot dann eine gute Möglichkeit den KSC passender auf Carl-Zeiss einzustellen. Das gelang ein Stück weit. Ob das an kleinen taktischen Umstellungen lag oder daran, dass Bülow nun besser spielte? Weißt ich nicht, ich konnte zumindest keine dauerhaften Anpassungen entdecken. Zuerst hatte ich den Eindruck, dass Fink und Schleusener nun nicht nur Deckungsschatten auf die beiden ZM ausübten, diese stattdessen in Manndeckung nahmen. Konnte ich aber dann nicht als dauerhafte Spielweise ausmachen. Auf alle Fälle bekam man die Offensivbemühungen der Jenaer besser in den Griff, stand nicht mehr zu tief und drückte das Spiel für eine gute Zeit in die Hälfte der Jenaer. Dann funktionierten die Offensivbemühungen in seltenen Fällen wenigstens. Bülow konnte sein bevorzugtes Spiel aufziehen, ohne gegnerischen Zugriff den Ball hinter der Offensive stehend aufnehmen und verteilen. Fink war dann endlich auch wieder in Nähe des Strafraums und konnte die Ideenlosigkeit seiner Mitspieler übertünchen. Schwartz zögerte mit den Wechseln, kein Wunder bei den Wechseloptionen, zumindest wenn man sich nicht traut den U19-Spielern mehr Vertrauen zu schenken. Thiede brachte dann nochmal kurz Schwung, nahm gute Laufwege auf der rechten Seite.
Letztlich ein Unentschieden was beiden Teams nicht weiter hilft. Jenas Probleme vor dem Tor wurden mit der gesteigerten Anzahl an Stürmern nicht behoben, der KSC zeigte, dass das Fehlen eines Schlüsselspieler das Gebilde leicht wackeln lässt. Aktuell zeigt für mich die Formkurve nach unten, nach der Stabilisierung der Abwehr fehlt nun weiterer Fortschritt. In Jena spricht man bei 19 geschossenen Toren von einer Abschlusschwäche, bei uns mit nur 20 Stück nicht. Da lobt man dann ausdauernd die defensive Stabilität im MDR.
Bader möchte ich schon die ganz Zeit loben, weil er oft zeigt was für eine Qualität er hat, er sich voll einbringt, aber in der Defensive fehlt die Konstanz. Der Ausrutscher mal beiseite, kann passieren. Camoglu war zwar einsatzfreudig, bekam nicht immer genügend Unterstützung, aber da war halt auch vieles nicht intelligent genug gespielt, in tote Räume gelaufen und dann bei Ballverlust lamentiert. Wie Muslija fehlt ihm ein Stück weit Dynamik, Gegenspieler im Konter stehen zu lassen. Fink scheint mir wieder auf der Höhe zu sein, half wieder viel hinten aus, was wichtig war. Leider fehlte er damit in der Offensive, was uns dann Offensivpower kostete. Muslija hat weiterhin noch nicht die Qualitäten eines Vorlagengebers oder Torschützen in der 3.Liga. Seine feine Technik und Ballverarbeitung muss er effektiver und durchschlagender einsetzen, da ist Alois gefragt ihm Ideen aufzuzeigen, Florent fällt da bisher nicht genügend ein. Pisot und Gordon vor allem wieder mit dem Kopf extrem stark, heute wieder toll ausgeputzt. Föhrenbach war auch ordentlich, zog diesmal passend öfters in die Zentrale. Wanitzek verteilte die Bälle sauber, agierte defensiv wieder einsatzfreudig, war gestern aber selten Strukturgeber oder Spielsortierer, weil es die Stellung des KSC selten her gab. Zu Kai: mir ist da jeder andere Spieler auf der Position lieber. Ich sehe da keinen Mehrwert, „Erfahrung“ bringt er nur ganz selten wirkungsvoll ein. Dazu fragwürdig warum man einen klaren Bankspieler als Kapitän auf das Feld schickt. Anweisungen gab er das Spiel über keine, war genügend mit sich selbst beschäftigt. Ohne Mehlem läuft unser System nicht. Wanitzek rückt lieber als letzter Spieler in die Offensive nach, Bülow gestern gar nicht, da war kein abgestimmtes Offensivkonzept, nur Einzelspieler die sich mit mangelnder Unterstützung abmühten.
Nun wurde genügend über Stabilität gesprochen und diese gelobt, wo ist der weitere Fortschritt? 20 Tore in 19 Spielen, die B-Note kann man langsam schon zum Thema machen. Da mag man gerne über Statistiken sprechen, seit so und so vielen Spielen ungeschlagen, aber so eine Leistung gegen einen Aufsteiger, egal wie dessen Statistik daheim aussieht, das sorgt bei mir langsam wieder für Sorgenfalten.
Jena – Karlsruhe
Die Jenaer überraschten den KSC und Alois Schwartz mit einer Formationsänderung. Während beim KSC einzig Bülow Mehlem ersetzte und ansonsten keine Umstellungen auszumachen waren, spielten die Jenaer nun mit 3er-Kette. Laut MDR im 1-2-Sturm, war aber eher ein 2-1, also im 3-4-2-1. Das brachte den KSC grundlegend erst mal nicht aus dem Tritt, die Spieler sind ja alle intelligent genug, das defensiv im Spielaufbau entsprechend aufzufangen. Die Jenaer spielten hinten raus dann mit einer 3-2 Stellung, Fink und Schleusener schoben sich dazwischen, was ausreichte, um das geordnete Aufbauspiel passend zu unterbinden. Deren Stellung war relativ statisch und Fink und Schleusener machten das gut. Doch das war dann leider nur ein Teil. Geordnet verlief in der 1. Hälfte leider wenig. Beide Mannschaften versuchten bei Ballgewinn schnell umzuschalten und das gelang dann Jena weit besser wie dem KSC. Knackpunkt beim KSC sicherlich Kai Bülow, der das komplette Gegenteil zu Mehlem spielte, in der ersten Hälfte ausschließlich tief stand, sich so gut wie nur fallen ließ und den KSC damit vor Probleme stellte, die es mit Mehlem in den Spielen zuvor nicht gab. Tinatoledo hats da passend benannt, eine selbsterfüllende Prophezeiung.
Spielte also Jena von hinten raus, gab es meist weite Bälle oder verengte Räume auf den Flügeln, was der KSC unter Kontrolle hatte. Doch da der KSC umschalten wollte, ergab das bei Ballverlust dann wenig zupackende Stellungen und Jena fand leicht die notwendigen Lücken. Problem dabei wie erwähnt Bülow, der natürlich wie Mehlem nicht den Staubsauger geben kann und das Spiel dann völlig gegenteilig interpretierte. Er versuchte den Abstand zur IV gering zu halten, Raum schließen, doch mit 2 Nebenstürmern hatte Jena damit keinerlei Probleme. Bülow wurde einfach umspielt, überspielt, war damit letztlich in der Defensive in der 1. Hälfte aus dem Spiel raus. Rückte er doch mal raus, war er zu spät dran, foulte, agierte relativ ungeschickt. Wanitzek und vor allem Camoglu versuchten das aufzufangen, Camoglu rückte in der Defensive öfters mit in die Zentrale, jagte den ballführenden Spieler. Muslija rückte defensiv ebenfalls ein, um den Pass Weg auf den sich im Halb Raum befindlichen Stürmer zuzustellen und dabei weiter Zugriff auf den Flügelspieler zu haben. Grundsätzlich war das in der Defensive wieder recht ordentlich, Pisot und Gordon putzten überzeugend aus wo es nötig war, doch wie bereits unter Meister, als Bülow ja noch Stamm war, hatte man viel zu selten gleich Zugriff in der Mittelfeldzentrale, wenn der Gegner den Ball eroberte. Kam dann Tempo ins Spiel, schwamm der KSC. Jena hätte das zur Führung nutzen müssen. Der KSC ließ sich dann im Laufe der 1. Hälfte extrem tief fallen, Fink agierte eher als 8er, nicht mehr als Nebenmann von Schleusener. Damit stand der KSC so tief, dass umschalten nicht mehr drin war, dann konnte man nur noch kontern. Da fehlte neben Schleusener der passende Mann. Weder Muslija noch Camoglu sind durchsetzungsfähig genug, in vollem Tempo auch mal einen Gegenspieler stehen zu lassen. Camoglu versuchte sich wenigstens dran, war unser emsigster Spieler in der 1. Hälfte, wurde aber zu oft alleine gelassen, traf aber auch einige falsche Entscheidungen. Muslija startete ordentlich, ging aber mit Ball am Fuß kaum vertikale Wege, kreuzte nur durch die Zentrale und konnte das Spiel damit nicht öffnen. Schleusener war auf sich gestellt, aus dem Spiel weitestgehend raus, wollte sich aber einbringen, ging ständig in die Schnittstellen der 3er-Kette, alle Anspiele waren da aber dann zum Vergessen.
Gut, wenn Jena in neuer Formation spielt, dann kann man schon erst mal überrascht sein, muss sich sammeln und einfinden. Die Pause bot dann eine gute Möglichkeit den KSC passender auf Carl-Zeiss einzustellen. Das gelang ein Stück weit. Ob das an kleinen taktischen Umstellungen lag oder daran, dass Bülow nun besser spielte? Weißt ich nicht, ich konnte zumindest keine dauerhaften Anpassungen entdecken. Zuerst hatte ich den Eindruck, dass Fink und Schleusener nun nicht nur Deckungsschatten auf die beiden ZM ausübten, diese stattdessen in Manndeckung nahmen. Konnte ich aber dann nicht als dauerhafte Spielweise ausmachen. Auf alle Fälle bekam man die Offensivbemühungen der Jenaer besser in den Griff, stand nicht mehr zu tief und drückte das Spiel für eine gute Zeit in die Hälfte der Jenaer. Dann funktionierten die Offensivbemühungen in seltenen Fällen wenigstens. Bülow konnte sein bevorzugtes Spiel aufziehen, ohne gegnerischen Zugriff den Ball hinter der Offensive stehend aufnehmen und verteilen. Fink war dann endlich auch wieder in Nähe des Strafraums und konnte die Ideenlosigkeit seiner Mitspieler übertünchen. Schwartz zögerte mit den Wechseln, kein Wunder bei den Wechseloptionen, zumindest wenn man sich nicht traut den U19-Spielern mehr Vertrauen zu schenken. Thiede brachte dann nochmal kurz Schwung, nahm gute Laufwege auf der rechten Seite.
Letztlich ein Unentschieden was beiden Teams nicht weiter hilft. Jenas Probleme vor dem Tor wurden mit der gesteigerten Anzahl an Stürmern nicht behoben, der KSC zeigte, dass das Fehlen eines Schlüsselspieler das Gebilde leicht wackeln lässt. Aktuell zeigt für mich die Formkurve nach unten, nach der Stabilisierung der Abwehr fehlt nun weiterer Fortschritt. In Jena spricht man bei 19 geschossenen Toren von einer Abschlusschwäche, bei uns mit nur 20 Stück nicht. Da lobt man dann ausdauernd die defensive Stabilität im MDR.
Bader möchte ich schon die ganz Zeit loben, weil er oft zeigt was für eine Qualität er hat, er sich voll einbringt, aber in der Defensive fehlt die Konstanz. Der Ausrutscher mal beiseite, kann passieren. Camoglu war zwar einsatzfreudig, bekam nicht immer genügend Unterstützung, aber da war halt auch vieles nicht intelligent genug gespielt, in tote Räume gelaufen und dann bei Ballverlust lamentiert. Wie Muslija fehlt ihm ein Stück weit Dynamik, Gegenspieler im Konter stehen zu lassen. Fink scheint mir wieder auf der Höhe zu sein, half wieder viel hinten aus, was wichtig war. Leider fehlte er damit in der Offensive, was uns dann Offensivpower kostete. Muslija hat weiterhin noch nicht die Qualitäten eines Vorlagengebers oder Torschützen in der 3.Liga. Seine feine Technik und Ballverarbeitung muss er effektiver und durchschlagender einsetzen, da ist Alois gefragt ihm Ideen aufzuzeigen, Florent fällt da bisher nicht genügend ein. Pisot und Gordon vor allem wieder mit dem Kopf extrem stark, heute wieder toll ausgeputzt. Föhrenbach war auch ordentlich, zog diesmal passend öfters in die Zentrale. Wanitzek verteilte die Bälle sauber, agierte defensiv wieder einsatzfreudig, war gestern aber selten Strukturgeber oder Spielsortierer, weil es die Stellung des KSC selten her gab. Zu Kai: mir ist da jeder andere Spieler auf der Position lieber. Ich sehe da keinen Mehrwert, „Erfahrung“ bringt er nur ganz selten wirkungsvoll ein. Dazu fragwürdig warum man einen klaren Bankspieler als Kapitän auf das Feld schickt. Anweisungen gab er das Spiel über keine, war genügend mit sich selbst beschäftigt. Ohne Mehlem läuft unser System nicht. Wanitzek rückt lieber als letzter Spieler in die Offensive nach, Bülow gestern gar nicht, da war kein abgestimmtes Offensivkonzept, nur Einzelspieler die sich mit mangelnder Unterstützung abmühten.
Nun wurde genügend über Stabilität gesprochen und diese gelobt, wo ist der weitere Fortschritt? 20 Tore in 19 Spielen, die B-Note kann man langsam schon zum Thema machen. Da mag man gerne über Statistiken sprechen, seit so und so vielen Spielen ungeschlagen, aber so eine Leistung gegen einen Aufsteiger, egal wie dessen Statistik daheim aussieht, das sorgt bei mir langsam wieder für Sorgenfalten.
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