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Gib mich die Kirsche! Der Talkthread

18.01.2025 - 13:04 Uhr
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#361
12.02.2025 - 14:37 Uhr
Zitat von Piekato
Zitat von timdahofnarr

Zitat von Piekato

Davon ab: Warum haben die Grünen denn dann im Vergleich zur CDU so wenig Stimmen, dass sie nicht den Kanzler stellen werden, wenn sie doch die Rettung der Zukunft versprechen? Hoffentlich willst du mir nicht sagen, dass das deutsche Volk verblödet ist und mehrheitlich falsch wählen geht.


Verblödet ist vielleicht übertrieben. Gibt aber eine Menge Leute, die meinen, dass man "einfach" Parteien nehmen sollte, die aktuell nicht in der Regierung sind und *SCHWUPPS* wird Alles sofort besser.

Oder was sind die Gründe, wieso man AFD oder (wieder) die CDU wählt, die man unter "Mutti Merkel" schnellstens weghaben wollte?!?


Gibt einige Gründe, warum man zumindest nicht die Grünen wählt. Neben dem Klima haben wir hier ja aktuell im Land noch gewichtige andere Themen, bei denen die Grünen nicht so punkten. Zum einen Migration, bei der es, wenn es nach den Grünen geht, ja offensichtlich einfach ein weiter so geben würde und auch in Zukunft jeder Hanswurst ins Land kommen kann.
Thema höhere Abgaben auf Kapitalerträge und das in Zeiten, wo das Rentensystem Schrott ist und man nun also noch weitere Steine dafür in den Weg gelegt bekommt, wenn man selbst durchs Investieren vorsorgen will.
Verbrennerverbot ab 2035, wo bis heute etliche Leute ohne Lademöglichkeit zu Hause oder auf Arbeit eben aus guten Gründen kein Bock auf ein E Auto haben...

Das waren mal nen paar spontane Beispiele.


Genau das ist die Bauernfängerei, auf die viele Leute hereinfallen. Das Thema Migration wird endlos aufgebauscht und ist zum Hauptthema politischer Diskussionen geworden. Dabei werden ernsthafte und grundlegende Probleme ignoriert oder klein gehalten. Im Jahr 2024 gab es im Vergleich zum Vorjahr 34 % weniger Asylanträge und insgesamt 40 % weniger Zuzüge aus europäischen Ländern, während 5 % mehr Menschen aus Deutschland weggezogen sind. Anders gesagt: Die Migration ist bereits rückläufig. Darüber hinaus gibt es bereits gesetzliche Grundlagen, um straffällig gewordene Ausländer auszuweisen. Das Problem ist, wie so oft, die Umsetzung. Das lässt sich durch schärfere Gesetze aber nicht ändern, schon gar nicht, wenn noch ein ganzer Batzen zusätzlicher Aufgaben dazukommen soll – Stichwort: geschlossene Grenzen.

Was denkst du, welche wirtschaftlichen Folgen es hätte, wenn jeder PKW, jeder LKW, jeder Zug und jeder Bus an der Grenze angehalten und durchsucht werden sollte, so wie es die Pläne von CDU und AfD vorsehen? Und wer soll das überhaupt machen, wenn gleichzeitig der Staat doch verschlankt werden soll? Komischerweise wird das aber nicht hinterfragt, sondern einfach so hingenommen.

Wenn dann aber ein Robert Habeck die Idee in den Raum wirft, dass Menschen, die von ihren Kapitaleinkünften leben, höhere Abgaben darauf zahlen sollten, wird erwartet, dass alles bis auf die dritte Nachkommastelle durchgerechnet ist, andernfalls ist es wieder "Grüner Wahnsinn". Wer hier nicht erkennt, wie offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird, will es entweder nicht sehen oder ist schon viel zu sehr im Sumpf der (vorwiegend) Springer-Presse versunken.

Beim Thema E-Autos gebe ich dir zum Teil recht. Wenn es umständlicher wird, wird es niemand machen. Aber ist es denn wirklich umständlicher? Meiner Meinung nach ist es anders, aber nicht umständlicher. Man hat zuhause auch keine Tankstelle – insofern ist es völlig normal, woanders hinzufahren, um das Auto zu tanken oder zu laden. Wenn du weite Strecken fahren musst, ist die Chance sehr hoch, dass du an einem Schnelllader vorbeikommst. Je nach Auto und Ladesäule kannst du da schon innerhalb von Minuten ordentlich Reichweite nachladen. Verbindet man das mit einem Toilettengang, einem Snack oder einer Erfrischung, ist es auch keine verlorene Zeit. Innerstädtisch ist die Chance groß, dass es in der Nähe des Ziels eine Lademöglichkeit gibt, zumindest in den großen Städten. Selbstverständlich ist die Situation noch nicht perfekt, aber sie wird kontinuierlich verbessert. Dazu kommt, dass die allermeisten Autofahrer in Deutschland nur 25 km oder weniger pro Tag fahren und ein E-Auto somit nur einmal pro Woche oder noch seltener geladen werden muss, wenn man die Akku-Kapazität voll ausnutzt. Man muss sich also umgewöhnen, aber das bedeutet nicht, dass es umständlicher wird – nur anders.

Vielleicht sollten wir aber auch mal über wichtigere Themen reden, wie zum Beispiel die marode Infrastruktur in nahezu allen Bereichen. Die Straßen sind kaputt, die Bahn ist eine Katastrophe und so unpünktlich, dass sie nicht mehr in die Schweiz fahren darf, viele Schulen sind baufällig, es fehlen über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher, Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet und von Digitalisierung fangen wir besser gar nicht erst an. All diese Themen bekommen gerade gar keine Aufmerksamkeit – und dann sind wir noch nicht einmal bei den globalen Themen wie Umweltschutz, Menschenrechten und so weiter angekommen.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#362
12.02.2025 - 14:48 Uhr
Zitat von Piekato

Der Satz mit dem Einreden, dass es attraktiv ist, war nicht auf die Heizung sondern auf E Autos bezogen. Beleg dazu habe ich doch schon erbracht, mit dem drastischen Rückgang der Neuzulassungen 2024 im Vergleich zum Vorjahr. Wäre es für die Leute wirklich attraktiv, würden sie sich auch trotz entfallener Prämie eins holen.


Das Argument wurde doch nun mehrfach entkräftet.
Ein Beleg ist es übrigens nicht wirklich. Um dein Argument (sinkende Neuzulassungen) zu belegen, müsstest du erstmal etwas vorzeigen, was den Zusammenhang aufzeigt. Das wäre dann der Beleg. Denn das kann unterschiedlichste Gründe haben, warum es um Vergleich zum Vorjahr oder im Vergleich zu anderen Ländern schlechter angenommen wird. Das heißt trotzdem nicht, dass es automatisch unattraktiv ist, für alle Bevölkerungsteile. Andersrum, würden 2025 die Neuzulassungen steigen, wäre es genauso wenig ein Beleg für die Attraktivität.

Zitat von Piekato

Thema Grüne: Du siehst die Schuld der wenigen Stimmen also vor allem in den Medien, die absichtlich Stimmung machen. Puh weiß nicht, ist mir zu dünn. Dem Volk sollte man schon nen wenig Grips zumuten und es wird genug geben, die sich selbst entsprechend informieren und trotzdem ganz offensichtlich aus anderen Gründen zum Entschluss kommen, dass die Grünen nicht die richtige Partei für sie sind.


Also entscheidet das Volk/die Masse immer richtig? Wo ist hier der Beleg? Ich sag mal: ganz dünnes Eis wenn man mal in der Historie zurückschaut.

Die Frage, ob die Masse der Menschen eher richtige oder falsche Entscheidungen trifft, ist komplex und wird in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen untersucht. Hier sind einige interessante Punkte:

Massenpsychologie: Menschen in der Masse handeln oft emotional und irrational.

Weisheit der Vielen: Gruppenentscheidungen können oft genauer sein als die von Einzelpersonen. Wenn die Mitglieder ihre Meinung unanbhängig voneinander bilden können. “Sie liefert nur den kleinsten gemeinsamen Nenner der Informationen und sie versagt bei neuem oder spezialisiertem Wissen, das nicht weit verbreitet ist”,

Entscheidungsfindung: Gruppen haben Vor- und Nachteile, je nach Zusammensetzung und Entscheidungsprozess. Heuristiken können sowohl Vorteile als auch Nachteile haben. Sie ermöglichen schnelle und oft effiziente Entscheidungen, können aber auch zu systematischen Fehlern und Verzerrungen führen.

Fazit:
Ganz so einfach scheint es jedenfalls nicht... anders gesagt: dein Argument wackelt, mindestens. Ein Beleg ist es sowieso nicht, weil du den Zusammenhang nicht wirklich ausführen konntest.

•     •     •

HR 25/26: I1I3I3I3I3I1I0I3I3I1I1I3I3I1I3I1I3I = 36 P
RR 25/26: I3I3I3I3I3I1I0I3I3I3I3I0I0I3I0I3I3I = 37 P

Dieser Beitrag wurde zuletzt von TheKillingJoke am 12.02.2025 um 14:50 Uhr bearbeitet
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#363
12.02.2025 - 15:00 Uhr
Zitat von SachMalChris
Zitat von Piekato

Zitat von timdahofnarr

Zitat von Piekato

Davon ab: Warum haben die Grünen denn dann im Vergleich zur CDU so wenig Stimmen, dass sie nicht den Kanzler stellen werden, wenn sie doch die Rettung der Zukunft versprechen? Hoffentlich willst du mir nicht sagen, dass das deutsche Volk verblödet ist und mehrheitlich falsch wählen geht.


Verblödet ist vielleicht übertrieben. Gibt aber eine Menge Leute, die meinen, dass man "einfach" Parteien nehmen sollte, die aktuell nicht in der Regierung sind und *SCHWUPPS* wird Alles sofort besser.

Oder was sind die Gründe, wieso man AFD oder (wieder) die CDU wählt, die man unter "Mutti Merkel" schnellstens weghaben wollte?!?


Gibt einige Gründe, warum man zumindest nicht die Grünen wählt. Neben dem Klima haben wir hier ja aktuell im Land noch gewichtige andere Themen, bei denen die Grünen nicht so punkten. Zum einen Migration, bei der es, wenn es nach den Grünen geht, ja offensichtlich einfach ein weiter so geben würde und auch in Zukunft jeder Hanswurst ins Land kommen kann.
Thema höhere Abgaben auf Kapitalerträge und das in Zeiten, wo das Rentensystem Schrott ist und man nun also noch weitere Steine dafür in den Weg gelegt bekommt, wenn man selbst durchs Investieren vorsorgen will.
Verbrennerverbot ab 2035, wo bis heute etliche Leute ohne Lademöglichkeit zu Hause oder auf Arbeit eben aus guten Gründen kein Bock auf ein E Auto haben...

Das waren mal nen paar spontane Beispiele.


Genau das ist die Bauernfängerei, auf die viele Leute hereinfallen. Das Thema Migration wird endlos aufgebauscht und ist zum Hauptthema politischer Diskussionen geworden. Dabei werden ernsthafte und grundlegende Probleme ignoriert oder klein gehalten. Im Jahr 2024 gab es im Vergleich zum Vorjahr 34 % weniger Asylanträge und insgesamt 40 % weniger Zuzüge aus europäischen Ländern, während 5 % mehr Menschen aus Deutschland weggezogen sind. Anders gesagt: Die Migration ist bereits rückläufig. Darüber hinaus gibt es bereits gesetzliche Grundlagen, um straffällig gewordene Ausländer auszuweisen. Das Problem ist, wie so oft, die Umsetzung. Das lässt sich durch schärfere Gesetze aber nicht ändern, schon gar nicht, wenn noch ein ganzer Batzen zusätzlicher Aufgaben dazukommen soll – Stichwort: geschlossene Grenzen.

Was denkst du, welche wirtschaftlichen Folgen es hätte, wenn jeder PKW, jeder LKW, jeder Zug und jeder Bus an der Grenze angehalten und durchsucht werden sollte, so wie es die Pläne von CDU und AfD vorsehen? Und wer soll das überhaupt machen, wenn gleichzeitig der Staat doch verschlankt werden soll? Komischerweise wird das aber nicht hinterfragt, sondern einfach so hingenommen.

Wenn dann aber ein Robert Habeck die Idee in den Raum wirft, dass Menschen, die von ihren Kapitaleinkünften leben, höhere Abgaben darauf zahlen sollten, wird erwartet, dass alles bis auf die dritte Nachkommastelle durchgerechnet ist, andernfalls ist es wieder "Grüner Wahnsinn". Wer hier nicht erkennt, wie offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird, will es entweder nicht sehen oder ist schon viel zu sehr im Sumpf der (vorwiegend) Springer-Presse versunken.

Beim Thema E-Autos gebe ich dir zum Teil recht. Wenn es umständlicher wird, wird es niemand machen. Aber ist es denn wirklich umständlicher? Meiner Meinung nach ist es anders, aber nicht umständlicher. Man hat zuhause auch keine Tankstelle – insofern ist es völlig normal, woanders hinzufahren, um das Auto zu tanken oder zu laden. Wenn du weite Strecken fahren musst, ist die Chance sehr hoch, dass du an einem Schnelllader vorbeikommst. Je nach Auto und Ladesäule kannst du da schon innerhalb von Minuten ordentlich Reichweite nachladen. Verbindet man das mit einem Toilettengang, einem Snack oder einer Erfrischung, ist es auch keine verlorene Zeit. Innerstädtisch ist die Chance groß, dass es in der Nähe des Ziels eine Lademöglichkeit gibt, zumindest in den großen Städten. Selbstverständlich ist die Situation noch nicht perfekt, aber sie wird kontinuierlich verbessert. Dazu kommt, dass die allermeisten Autofahrer in Deutschland nur 25 km oder weniger pro Tag fahren und ein E-Auto somit nur einmal pro Woche oder noch seltener geladen werden muss, wenn man die Akku-Kapazität voll ausnutzt. Man muss sich also umgewöhnen, aber das bedeutet nicht, dass es umständlicher wird – nur anders.

Vielleicht sollten wir aber auch mal über wichtigere Themen reden, wie zum Beispiel die marode Infrastruktur in nahezu allen Bereichen. Die Straßen sind kaputt, die Bahn ist eine Katastrophe und so unpünktlich, dass sie nicht mehr in die Schweiz fahren darf, viele Schulen sind baufällig, es fehlen über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher, Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet und von Digitalisierung fangen wir besser gar nicht erst an. All diese Themen bekommen gerade gar keine Aufmerksamkeit – und dann sind wir noch nicht einmal bei den globalen Themen wie Umweltschutz, Menschenrechten und so weiter angekommen.


Sehr guter Beitrag. Der wichtigste Punkt wird aber weiter totgeschwiegen: das wichtigste Menschenrecht ist Frieden. Ich wünschte mir einen Wahlkampf, in dem endlich die Fragen gestellt werden, wer Frieden durch mehr Waffen und Geld erreichen will und wer andere Dinge finanzieren will. Zivilisatorisch bewegen wir uns gerade in großen Sprüngen rückwärts und niemand diskutiert es oder stellt es zur Wahl. Oder muss man für ein Ende des Waffenwahns die AFD wählen und die werden deswegen immer stärker? Das wäre nun wirklich ein Treppenwitz der Geschichte und bestätigt mir nur das extreme Versagen der bürgerlichen politischen Landschaft.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#364
12.02.2025 - 15:09 Uhr
Zitat von Utzel
Oder muss man für ein Ende des Waffenwahns die AFD wählen und die werden deswegen immer stärker?


Dafür musst du die Linke wählen.
Die AfD möchte nur nicht, dass die Waffen gegen ihre eigenen Unterstützer eingesetzt werden (Russland)... ansonsten sind sie für eine Aufrüstung, Modernisierung der Bundeswehr.

•     •     •

HR 25/26: I1I3I3I3I3I1I0I3I3I1I1I3I3I1I3I1I3I = 36 P
RR 25/26: I3I3I3I3I3I1I0I3I3I3I3I0I0I3I0I3I3I = 37 P
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#365
12.02.2025 - 15:10 Uhr
Zitat von Utzel
Zitat von SachMalChris

Zitat von Piekato

Zitat von timdahofnarr

Zitat von Piekato

Davon ab: Warum haben die Grünen denn dann im Vergleich zur CDU so wenig Stimmen, dass sie nicht den Kanzler stellen werden, wenn sie doch die Rettung der Zukunft versprechen? Hoffentlich willst du mir nicht sagen, dass das deutsche Volk verblödet ist und mehrheitlich falsch wählen geht.


Verblödet ist vielleicht übertrieben. Gibt aber eine Menge Leute, die meinen, dass man "einfach" Parteien nehmen sollte, die aktuell nicht in der Regierung sind und *SCHWUPPS* wird Alles sofort besser.

Oder was sind die Gründe, wieso man AFD oder (wieder) die CDU wählt, die man unter "Mutti Merkel" schnellstens weghaben wollte?!?


Gibt einige Gründe, warum man zumindest nicht die Grünen wählt. Neben dem Klima haben wir hier ja aktuell im Land noch gewichtige andere Themen, bei denen die Grünen nicht so punkten. Zum einen Migration, bei der es, wenn es nach den Grünen geht, ja offensichtlich einfach ein weiter so geben würde und auch in Zukunft jeder Hanswurst ins Land kommen kann.
Thema höhere Abgaben auf Kapitalerträge und das in Zeiten, wo das Rentensystem Schrott ist und man nun also noch weitere Steine dafür in den Weg gelegt bekommt, wenn man selbst durchs Investieren vorsorgen will.
Verbrennerverbot ab 2035, wo bis heute etliche Leute ohne Lademöglichkeit zu Hause oder auf Arbeit eben aus guten Gründen kein Bock auf ein E Auto haben...

Das waren mal nen paar spontane Beispiele.


Genau das ist die Bauernfängerei, auf die viele Leute hereinfallen. Das Thema Migration wird endlos aufgebauscht und ist zum Hauptthema politischer Diskussionen geworden. Dabei werden ernsthafte und grundlegende Probleme ignoriert oder klein gehalten. Im Jahr 2024 gab es im Vergleich zum Vorjahr 34 % weniger Asylanträge und insgesamt 40 % weniger Zuzüge aus europäischen Ländern, während 5 % mehr Menschen aus Deutschland weggezogen sind. Anders gesagt: Die Migration ist bereits rückläufig. Darüber hinaus gibt es bereits gesetzliche Grundlagen, um straffällig gewordene Ausländer auszuweisen. Das Problem ist, wie so oft, die Umsetzung. Das lässt sich durch schärfere Gesetze aber nicht ändern, schon gar nicht, wenn noch ein ganzer Batzen zusätzlicher Aufgaben dazukommen soll – Stichwort: geschlossene Grenzen.

Was denkst du, welche wirtschaftlichen Folgen es hätte, wenn jeder PKW, jeder LKW, jeder Zug und jeder Bus an der Grenze angehalten und durchsucht werden sollte, so wie es die Pläne von CDU und AfD vorsehen? Und wer soll das überhaupt machen, wenn gleichzeitig der Staat doch verschlankt werden soll? Komischerweise wird das aber nicht hinterfragt, sondern einfach so hingenommen.

Wenn dann aber ein Robert Habeck die Idee in den Raum wirft, dass Menschen, die von ihren Kapitaleinkünften leben, höhere Abgaben darauf zahlen sollten, wird erwartet, dass alles bis auf die dritte Nachkommastelle durchgerechnet ist, andernfalls ist es wieder "Grüner Wahnsinn". Wer hier nicht erkennt, wie offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird, will es entweder nicht sehen oder ist schon viel zu sehr im Sumpf der (vorwiegend) Springer-Presse versunken.

Beim Thema E-Autos gebe ich dir zum Teil recht. Wenn es umständlicher wird, wird es niemand machen. Aber ist es denn wirklich umständlicher? Meiner Meinung nach ist es anders, aber nicht umständlicher. Man hat zuhause auch keine Tankstelle – insofern ist es völlig normal, woanders hinzufahren, um das Auto zu tanken oder zu laden. Wenn du weite Strecken fahren musst, ist die Chance sehr hoch, dass du an einem Schnelllader vorbeikommst. Je nach Auto und Ladesäule kannst du da schon innerhalb von Minuten ordentlich Reichweite nachladen. Verbindet man das mit einem Toilettengang, einem Snack oder einer Erfrischung, ist es auch keine verlorene Zeit. Innerstädtisch ist die Chance groß, dass es in der Nähe des Ziels eine Lademöglichkeit gibt, zumindest in den großen Städten. Selbstverständlich ist die Situation noch nicht perfekt, aber sie wird kontinuierlich verbessert. Dazu kommt, dass die allermeisten Autofahrer in Deutschland nur 25 km oder weniger pro Tag fahren und ein E-Auto somit nur einmal pro Woche oder noch seltener geladen werden muss, wenn man die Akku-Kapazität voll ausnutzt. Man muss sich also umgewöhnen, aber das bedeutet nicht, dass es umständlicher wird – nur anders.

Vielleicht sollten wir aber auch mal über wichtigere Themen reden, wie zum Beispiel die marode Infrastruktur in nahezu allen Bereichen. Die Straßen sind kaputt, die Bahn ist eine Katastrophe und so unpünktlich, dass sie nicht mehr in die Schweiz fahren darf, viele Schulen sind baufällig, es fehlen über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher, Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet und von Digitalisierung fangen wir besser gar nicht erst an. All diese Themen bekommen gerade gar keine Aufmerksamkeit – und dann sind wir noch nicht einmal bei den globalen Themen wie Umweltschutz, Menschenrechten und so weiter angekommen.


Sehr guter Beitrag. Der wichtigste Punkt wird aber weiter totgeschwiegen: das wichtigste Menschenrecht ist Frieden. Ich wünschte mir einen Wahlkampf, in dem endlich die Fragen gestellt werden, wer Frieden durch mehr Waffen und Geld erreichen will und wer andere Dinge finanzieren will. Zivilisatorisch bewegen wir uns gerade in großen Sprüngen rückwärts und niemand diskutiert es oder stellt es zur Wahl. Oder muss man für ein Ende des Waffenwahns die AFD wählen und die werden deswegen immer stärker? Das wäre nun wirklich ein Treppenwitz der Geschichte und bestätigt mir nur das extreme Versagen der bürgerlichen politischen Landschaft.


Oha, ich denke der Wladimir hält sehr viel von Menschenrechten. Deswegen wird er sicherlich sofort aufhören, wenn man ihn lieb darum bittet. In einem sind sich AfD, Linke (im Grundsatz) und BSW einig. Die Ukraine soll mal schön aufgeben und vor Wladimir buckeln. Ich würde mir dagegen eine (am liebsten europäische) Stärke zur Verteidigung der demokratischen Werte wünschen. Absolute Entschlossenheit diese Werte mit allem zu verteidigen. M.E. kann nur das zu Frieden mit einem Russland des aktuellen Präsidenten dort führen. Gleiches gilt auf Basis des sich anbahnenden Wirtschaftskriegs für die Trump-USA.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#366
12.02.2025 - 15:24 Uhr
Zitat von Finn84
Zitat von Utzel

Zitat von SachMalChris

Zitat von Piekato

Zitat von timdahofnarr

Zitat von Piekato

Davon ab: Warum haben die Grünen denn dann im Vergleich zur CDU so wenig Stimmen, dass sie nicht den Kanzler stellen werden, wenn sie doch die Rettung der Zukunft versprechen? Hoffentlich willst du mir nicht sagen, dass das deutsche Volk verblödet ist und mehrheitlich falsch wählen geht.


Verblödet ist vielleicht übertrieben. Gibt aber eine Menge Leute, die meinen, dass man "einfach" Parteien nehmen sollte, die aktuell nicht in der Regierung sind und *SCHWUPPS* wird Alles sofort besser.

Oder was sind die Gründe, wieso man AFD oder (wieder) die CDU wählt, die man unter "Mutti Merkel" schnellstens weghaben wollte?!?


Gibt einige Gründe, warum man zumindest nicht die Grünen wählt. Neben dem Klima haben wir hier ja aktuell im Land noch gewichtige andere Themen, bei denen die Grünen nicht so punkten. Zum einen Migration, bei der es, wenn es nach den Grünen geht, ja offensichtlich einfach ein weiter so geben würde und auch in Zukunft jeder Hanswurst ins Land kommen kann.
Thema höhere Abgaben auf Kapitalerträge und das in Zeiten, wo das Rentensystem Schrott ist und man nun also noch weitere Steine dafür in den Weg gelegt bekommt, wenn man selbst durchs Investieren vorsorgen will.
Verbrennerverbot ab 2035, wo bis heute etliche Leute ohne Lademöglichkeit zu Hause oder auf Arbeit eben aus guten Gründen kein Bock auf ein E Auto haben...

Das waren mal nen paar spontane Beispiele.


Genau das ist die Bauernfängerei, auf die viele Leute hereinfallen. Das Thema Migration wird endlos aufgebauscht und ist zum Hauptthema politischer Diskussionen geworden. Dabei werden ernsthafte und grundlegende Probleme ignoriert oder klein gehalten. Im Jahr 2024 gab es im Vergleich zum Vorjahr 34 % weniger Asylanträge und insgesamt 40 % weniger Zuzüge aus europäischen Ländern, während 5 % mehr Menschen aus Deutschland weggezogen sind. Anders gesagt: Die Migration ist bereits rückläufig. Darüber hinaus gibt es bereits gesetzliche Grundlagen, um straffällig gewordene Ausländer auszuweisen. Das Problem ist, wie so oft, die Umsetzung. Das lässt sich durch schärfere Gesetze aber nicht ändern, schon gar nicht, wenn noch ein ganzer Batzen zusätzlicher Aufgaben dazukommen soll – Stichwort: geschlossene Grenzen.

Was denkst du, welche wirtschaftlichen Folgen es hätte, wenn jeder PKW, jeder LKW, jeder Zug und jeder Bus an der Grenze angehalten und durchsucht werden sollte, so wie es die Pläne von CDU und AfD vorsehen? Und wer soll das überhaupt machen, wenn gleichzeitig der Staat doch verschlankt werden soll? Komischerweise wird das aber nicht hinterfragt, sondern einfach so hingenommen.

Wenn dann aber ein Robert Habeck die Idee in den Raum wirft, dass Menschen, die von ihren Kapitaleinkünften leben, höhere Abgaben darauf zahlen sollten, wird erwartet, dass alles bis auf die dritte Nachkommastelle durchgerechnet ist, andernfalls ist es wieder "Grüner Wahnsinn". Wer hier nicht erkennt, wie offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird, will es entweder nicht sehen oder ist schon viel zu sehr im Sumpf der (vorwiegend) Springer-Presse versunken.

Beim Thema E-Autos gebe ich dir zum Teil recht. Wenn es umständlicher wird, wird es niemand machen. Aber ist es denn wirklich umständlicher? Meiner Meinung nach ist es anders, aber nicht umständlicher. Man hat zuhause auch keine Tankstelle – insofern ist es völlig normal, woanders hinzufahren, um das Auto zu tanken oder zu laden. Wenn du weite Strecken fahren musst, ist die Chance sehr hoch, dass du an einem Schnelllader vorbeikommst. Je nach Auto und Ladesäule kannst du da schon innerhalb von Minuten ordentlich Reichweite nachladen. Verbindet man das mit einem Toilettengang, einem Snack oder einer Erfrischung, ist es auch keine verlorene Zeit. Innerstädtisch ist die Chance groß, dass es in der Nähe des Ziels eine Lademöglichkeit gibt, zumindest in den großen Städten. Selbstverständlich ist die Situation noch nicht perfekt, aber sie wird kontinuierlich verbessert. Dazu kommt, dass die allermeisten Autofahrer in Deutschland nur 25 km oder weniger pro Tag fahren und ein E-Auto somit nur einmal pro Woche oder noch seltener geladen werden muss, wenn man die Akku-Kapazität voll ausnutzt. Man muss sich also umgewöhnen, aber das bedeutet nicht, dass es umständlicher wird – nur anders.

Vielleicht sollten wir aber auch mal über wichtigere Themen reden, wie zum Beispiel die marode Infrastruktur in nahezu allen Bereichen. Die Straßen sind kaputt, die Bahn ist eine Katastrophe und so unpünktlich, dass sie nicht mehr in die Schweiz fahren darf, viele Schulen sind baufällig, es fehlen über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher, Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet und von Digitalisierung fangen wir besser gar nicht erst an. All diese Themen bekommen gerade gar keine Aufmerksamkeit – und dann sind wir noch nicht einmal bei den globalen Themen wie Umweltschutz, Menschenrechten und so weiter angekommen.


Sehr guter Beitrag. Der wichtigste Punkt wird aber weiter totgeschwiegen: das wichtigste Menschenrecht ist Frieden. Ich wünschte mir einen Wahlkampf, in dem endlich die Fragen gestellt werden, wer Frieden durch mehr Waffen und Geld erreichen will und wer andere Dinge finanzieren will. Zivilisatorisch bewegen wir uns gerade in großen Sprüngen rückwärts und niemand diskutiert es oder stellt es zur Wahl. Oder muss man für ein Ende des Waffenwahns die AFD wählen und die werden deswegen immer stärker? Das wäre nun wirklich ein Treppenwitz der Geschichte und bestätigt mir nur das extreme Versagen der bürgerlichen politischen Landschaft.


Oha, ich denke der Wladimir hält sehr viel von Menschenrechten. Deswegen wird er sicherlich sofort aufhören, wenn man ihn lieb darum bittet. In einem sind sich AfD, Linke (im Grundsatz) und BSW einig. Die Ukraine soll mal schön aufgeben und vor Wladimir buckeln. Ich würde mir dagegen eine (am liebsten europäische) Stärke zur Verteidigung der demokratischen Werte wünschen. Absolute Entschlossenheit diese Werte mit allem zu verteidigen. M.E. kann nur das zu Frieden mit einem Russland des aktuellen Präsidenten dort führen. Gleiches gilt auf Basis des sich anbahnenden Wirtschaftskriegs für die Trump-USA.


Sehe ich bei der Linken nach dem BSW Abgang anders (ich bin kein Linken Wähler). Die sind einfach zurück auf ihrem pazifistischen Urstandpunkt. Das hat mit buckeln vor Putin wie es BSW und AfD machen nichts zu tun. Man kann das für ebenso naiv oder auch falsch halten aber man sollte da schon unterscheiden aus welchen Gründen die Parteien da gerne ein Ende des Krieges hätten
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#367
12.02.2025 - 15:30 Uhr
Zitat von A-Lizenz
Zitat von Finn84

Zitat von Utzel

Zitat von SachMalChris

Zitat von Piekato

Zitat von timdahofnarr

Zitat von Piekato

Davon ab: Warum haben die Grünen denn dann im Vergleich zur CDU so wenig Stimmen, dass sie nicht den Kanzler stellen werden, wenn sie doch die Rettung der Zukunft versprechen? Hoffentlich willst du mir nicht sagen, dass das deutsche Volk verblödet ist und mehrheitlich falsch wählen geht.


Verblödet ist vielleicht übertrieben. Gibt aber eine Menge Leute, die meinen, dass man "einfach" Parteien nehmen sollte, die aktuell nicht in der Regierung sind und *SCHWUPPS* wird Alles sofort besser.

Oder was sind die Gründe, wieso man AFD oder (wieder) die CDU wählt, die man unter "Mutti Merkel" schnellstens weghaben wollte?!?


Gibt einige Gründe, warum man zumindest nicht die Grünen wählt. Neben dem Klima haben wir hier ja aktuell im Land noch gewichtige andere Themen, bei denen die Grünen nicht so punkten. Zum einen Migration, bei der es, wenn es nach den Grünen geht, ja offensichtlich einfach ein weiter so geben würde und auch in Zukunft jeder Hanswurst ins Land kommen kann.
Thema höhere Abgaben auf Kapitalerträge und das in Zeiten, wo das Rentensystem Schrott ist und man nun also noch weitere Steine dafür in den Weg gelegt bekommt, wenn man selbst durchs Investieren vorsorgen will.
Verbrennerverbot ab 2035, wo bis heute etliche Leute ohne Lademöglichkeit zu Hause oder auf Arbeit eben aus guten Gründen kein Bock auf ein E Auto haben...

Das waren mal nen paar spontane Beispiele.


Genau das ist die Bauernfängerei, auf die viele Leute hereinfallen. Das Thema Migration wird endlos aufgebauscht und ist zum Hauptthema politischer Diskussionen geworden. Dabei werden ernsthafte und grundlegende Probleme ignoriert oder klein gehalten. Im Jahr 2024 gab es im Vergleich zum Vorjahr 34 % weniger Asylanträge und insgesamt 40 % weniger Zuzüge aus europäischen Ländern, während 5 % mehr Menschen aus Deutschland weggezogen sind. Anders gesagt: Die Migration ist bereits rückläufig. Darüber hinaus gibt es bereits gesetzliche Grundlagen, um straffällig gewordene Ausländer auszuweisen. Das Problem ist, wie so oft, die Umsetzung. Das lässt sich durch schärfere Gesetze aber nicht ändern, schon gar nicht, wenn noch ein ganzer Batzen zusätzlicher Aufgaben dazukommen soll – Stichwort: geschlossene Grenzen.

Was denkst du, welche wirtschaftlichen Folgen es hätte, wenn jeder PKW, jeder LKW, jeder Zug und jeder Bus an der Grenze angehalten und durchsucht werden sollte, so wie es die Pläne von CDU und AfD vorsehen? Und wer soll das überhaupt machen, wenn gleichzeitig der Staat doch verschlankt werden soll? Komischerweise wird das aber nicht hinterfragt, sondern einfach so hingenommen.

Wenn dann aber ein Robert Habeck die Idee in den Raum wirft, dass Menschen, die von ihren Kapitaleinkünften leben, höhere Abgaben darauf zahlen sollten, wird erwartet, dass alles bis auf die dritte Nachkommastelle durchgerechnet ist, andernfalls ist es wieder "Grüner Wahnsinn". Wer hier nicht erkennt, wie offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird, will es entweder nicht sehen oder ist schon viel zu sehr im Sumpf der (vorwiegend) Springer-Presse versunken.

Beim Thema E-Autos gebe ich dir zum Teil recht. Wenn es umständlicher wird, wird es niemand machen. Aber ist es denn wirklich umständlicher? Meiner Meinung nach ist es anders, aber nicht umständlicher. Man hat zuhause auch keine Tankstelle – insofern ist es völlig normal, woanders hinzufahren, um das Auto zu tanken oder zu laden. Wenn du weite Strecken fahren musst, ist die Chance sehr hoch, dass du an einem Schnelllader vorbeikommst. Je nach Auto und Ladesäule kannst du da schon innerhalb von Minuten ordentlich Reichweite nachladen. Verbindet man das mit einem Toilettengang, einem Snack oder einer Erfrischung, ist es auch keine verlorene Zeit. Innerstädtisch ist die Chance groß, dass es in der Nähe des Ziels eine Lademöglichkeit gibt, zumindest in den großen Städten. Selbstverständlich ist die Situation noch nicht perfekt, aber sie wird kontinuierlich verbessert. Dazu kommt, dass die allermeisten Autofahrer in Deutschland nur 25 km oder weniger pro Tag fahren und ein E-Auto somit nur einmal pro Woche oder noch seltener geladen werden muss, wenn man die Akku-Kapazität voll ausnutzt. Man muss sich also umgewöhnen, aber das bedeutet nicht, dass es umständlicher wird – nur anders.

Vielleicht sollten wir aber auch mal über wichtigere Themen reden, wie zum Beispiel die marode Infrastruktur in nahezu allen Bereichen. Die Straßen sind kaputt, die Bahn ist eine Katastrophe und so unpünktlich, dass sie nicht mehr in die Schweiz fahren darf, viele Schulen sind baufällig, es fehlen über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher, Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet und von Digitalisierung fangen wir besser gar nicht erst an. All diese Themen bekommen gerade gar keine Aufmerksamkeit – und dann sind wir noch nicht einmal bei den globalen Themen wie Umweltschutz, Menschenrechten und so weiter angekommen.


Sehr guter Beitrag. Der wichtigste Punkt wird aber weiter totgeschwiegen: das wichtigste Menschenrecht ist Frieden. Ich wünschte mir einen Wahlkampf, in dem endlich die Fragen gestellt werden, wer Frieden durch mehr Waffen und Geld erreichen will und wer andere Dinge finanzieren will. Zivilisatorisch bewegen wir uns gerade in großen Sprüngen rückwärts und niemand diskutiert es oder stellt es zur Wahl. Oder muss man für ein Ende des Waffenwahns die AFD wählen und die werden deswegen immer stärker? Das wäre nun wirklich ein Treppenwitz der Geschichte und bestätigt mir nur das extreme Versagen der bürgerlichen politischen Landschaft.


Oha, ich denke der Wladimir hält sehr viel von Menschenrechten. Deswegen wird er sicherlich sofort aufhören, wenn man ihn lieb darum bittet. In einem sind sich AfD, Linke (im Grundsatz) und BSW einig. Die Ukraine soll mal schön aufgeben und vor Wladimir buckeln. Ich würde mir dagegen eine (am liebsten europäische) Stärke zur Verteidigung der demokratischen Werte wünschen. Absolute Entschlossenheit diese Werte mit allem zu verteidigen. M.E. kann nur das zu Frieden mit einem Russland des aktuellen Präsidenten dort führen. Gleiches gilt auf Basis des sich anbahnenden Wirtschaftskriegs für die Trump-USA.


Sehe ich bei der Linken nach dem BSW Abgang anders (ich bin kein Linken Wähler). Die sind einfach zurück auf ihrem pazifistischen Urstandpunkt. Das hat mit buckeln vor Putin wie es BSW und AfD machen nichts zu tun. Man kann das für ebenso naiv oder auch falsch halten aber man sollte da schon unterscheiden aus welchen Gründen die Parteien da gerne ein Ende des Krieges hätten


Sehr richtig. Und deshalb müsste das in vorderster Linie des Wahlkampfes stehen, da es für viele viele Millionen Menschen existenziell ist.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#368
12.02.2025 - 16:02 Uhr
Zitat von BVBLeo

Inwiefern ist die Wirtschaftspolitik der SPD/Grünen entgegen dem was du für gut befindest?

CDU finde ich ebenfalls wenig innovativ und zusätzlich zum fehlenden Format von Friedrich Merz, kommen dann noch die altbekannten Dobrindt, Klöckler, Spahn in Ministerpositionen, die wirklich gar nichts positives in ihren vorherigen Ministerien beigetragen haben.

Zur AFD fällt mir mehr ein, als die Überwachungsthematik. Teilweise hab ich das mit Energie bereist angedeutet, wenn im Wahlprogramm „angeblich erneuerbare Energie“ steht und als Übergang wieder vermehrt auf Kohle gesetzt werden soll und natürlich auf russisches Gas.

FDP hat für mich keinerlei Beitrag geleistet, hat mich dem D-Day Papier gezeigt woher der Wind weht und stört jede Regierungsarbeit mit ihrem krampfhaften Festhalten an der Schuldenbremse.


Man muss sich nur das BIP-Wachstum bzw. die Schrumpfung der letzten Jahre in Deutschland anschauen, das war jenseits von gut und böse, und zwar im Vergleich von so ziemlich jeder anderen größeren Volkswirtschaft, egal ob das die USA, China, Italien oder Spanien sind. Corona-Nachwirkungen, der Ukraine Krieg oder Inflation waren Probleme, mit denen auch alle anderen Länder zu kämpfen hatten.

Was wir mMn brauchen, sind endlich mal Taten. Fast jede Partei redet seit Jahren von Bürokratieerleichterungen, aber alle ergreifen nur Maßnahmen, die diese Aufrecht erhalten oder sogar vergrößern.

Öffentlich reden wir fast nur darüber, wie wir an mehr Geld kommen können, um dieses und jenes zu finanzieren. Aber es wird wenig bist garnicht darüber gesprochen, wie wir mit knapp 1.000 Milliarden Euro Steuereinnahmen pro Jahr mal eine zukunftsgerichtete, nachhaltige Haushaltspolitik hinbekommen.
Wenn ich als privater Haushalt und 40 Stunden-Woche sehe, dass ich seit Jahren mehr Geld ausgebe als einnehme, dann kann ich natürlich versuchen, immer noch etwas mehr zu arbeiten, um meinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten.

Oder ich schaue mir mal meine Ausgaben an und fange an, besonders die unnötigen Kosten mal einzuschränken. Natürlich zieht es bei vielen Wählern gut, wenn man hier und da weitere Geldgeschenke verspricht und hier und dort noch 120 Euro mehr pro Monat für die Arbeiterschaft der unteren Mittel- oder Unterschicht. Aber die eigentlichen Ursachen geht man doch damit nicht an, sondern verschlimmert sie nur.

Ich stimme dir zu, die CDU hat die letzten 20 Jahre auch mehr verwaltet als innovativ nach Vorne getrieben.
Das fehlende Format sehe ich dort auch, aber das tue ich auch bei anderen Parteien und nicht zuletzt bei unserem Bundeskanzler.

Unterm Strich muss man sich ja nur die Frage stellen, ob man das Gefühl hat, Deutschland hätte die letzten 10 Jahre eine eher gute oder schlechte Entwicklung genommen. Und für mich sind wir da ganz klar auf einem deutlich absteigenden Ast. Das hat die CDU nicht gestoppt, das haben aber auch SPD, Grüne und FDP nicht gestoppt. Lassen wir die AFD mal außen vor, denen traue ich auch nicht über den Weg.

Mir persönlich kann es egal sein, weil ich das Privileg hatte, in die Mittelschicht hereingeboren worden zu sein und mir zudem ein Leben erarbeitet habe, in dem mich Existenzängste nicht betreffen. Aber es gibt leider immer mehr Menschen, denen es deutlich schlechter geht, und die haben weder von der CDU Politik des vergangenen Jahrzehnts, noch von der Politik der Ampel in den letzten 3 Jahren profitiert.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#369
12.02.2025 - 16:18 Uhr
Zitat von Bumbewassazong

Man muss sich nur das BIP-Wachstum bzw. die Schrumpfung der letzten Jahre in Deutschland anschauen, das war jenseits von gut und böse, und zwar im Vergleich von so ziemlich jeder anderen größeren Volkswirtschaft, egal ob das die USA, China, Italien oder Spanien sind. Corona-Nachwirkungen, der Ukraine Krieg oder Inflation waren Probleme, mit denen auch alle anderen Länder zu kämpfen hatten.


Spoiler: gucke dir mal die Verschuldungsquoten dieser Staaten an und wie viel dort binnen kurzer Zeit auf Pump finanziert wurde - man beschneidet sich mit der selbst verordneten Schuldenbremse massiv selbst.

Was für Privatpersonen und Unternehmen gilt, gilt auch für Staaten: gute, sinnhafte "Schulden", Finanzierungen, haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Fängt beim privaten Immobiliendarlehen an und hört nicht bei der Finanzierung neuer Arbeitsmaschinen in Unternehmen auf.

Deutschland hätte, wäre es ähnlich hoch verschuldet wie die relevanten Wettbewerber, auf Jahre keine finanzielle Engpässe zu befürchten - ich halte das nicht für sinnvoll, will nur den bloßen Sachverhalt aufzeigen...
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#370
12.02.2025 - 16:47 Uhr
Zitat von A-Lizenz
Zitat von Finn84

Zitat von Utzel

Zitat von SachMalChris

Zitat von Piekato

Zitat von timdahofnarr

Zitat von Piekato

Davon ab: Warum haben die Grünen denn dann im Vergleich zur CDU so wenig Stimmen, dass sie nicht den Kanzler stellen werden, wenn sie doch die Rettung der Zukunft versprechen? Hoffentlich willst du mir nicht sagen, dass das deutsche Volk verblödet ist und mehrheitlich falsch wählen geht.


Verblödet ist vielleicht übertrieben. Gibt aber eine Menge Leute, die meinen, dass man "einfach" Parteien nehmen sollte, die aktuell nicht in der Regierung sind und *SCHWUPPS* wird Alles sofort besser.

Oder was sind die Gründe, wieso man AFD oder (wieder) die CDU wählt, die man unter "Mutti Merkel" schnellstens weghaben wollte?!?


Gibt einige Gründe, warum man zumindest nicht die Grünen wählt. Neben dem Klima haben wir hier ja aktuell im Land noch gewichtige andere Themen, bei denen die Grünen nicht so punkten. Zum einen Migration, bei der es, wenn es nach den Grünen geht, ja offensichtlich einfach ein weiter so geben würde und auch in Zukunft jeder Hanswurst ins Land kommen kann.
Thema höhere Abgaben auf Kapitalerträge und das in Zeiten, wo das Rentensystem Schrott ist und man nun also noch weitere Steine dafür in den Weg gelegt bekommt, wenn man selbst durchs Investieren vorsorgen will.
Verbrennerverbot ab 2035, wo bis heute etliche Leute ohne Lademöglichkeit zu Hause oder auf Arbeit eben aus guten Gründen kein Bock auf ein E Auto haben...

Das waren mal nen paar spontane Beispiele.


Genau das ist die Bauernfängerei, auf die viele Leute hereinfallen. Das Thema Migration wird endlos aufgebauscht und ist zum Hauptthema politischer Diskussionen geworden. Dabei werden ernsthafte und grundlegende Probleme ignoriert oder klein gehalten. Im Jahr 2024 gab es im Vergleich zum Vorjahr 34 % weniger Asylanträge und insgesamt 40 % weniger Zuzüge aus europäischen Ländern, während 5 % mehr Menschen aus Deutschland weggezogen sind. Anders gesagt: Die Migration ist bereits rückläufig. Darüber hinaus gibt es bereits gesetzliche Grundlagen, um straffällig gewordene Ausländer auszuweisen. Das Problem ist, wie so oft, die Umsetzung. Das lässt sich durch schärfere Gesetze aber nicht ändern, schon gar nicht, wenn noch ein ganzer Batzen zusätzlicher Aufgaben dazukommen soll – Stichwort: geschlossene Grenzen.

Was denkst du, welche wirtschaftlichen Folgen es hätte, wenn jeder PKW, jeder LKW, jeder Zug und jeder Bus an der Grenze angehalten und durchsucht werden sollte, so wie es die Pläne von CDU und AfD vorsehen? Und wer soll das überhaupt machen, wenn gleichzeitig der Staat doch verschlankt werden soll? Komischerweise wird das aber nicht hinterfragt, sondern einfach so hingenommen.

Wenn dann aber ein Robert Habeck die Idee in den Raum wirft, dass Menschen, die von ihren Kapitaleinkünften leben, höhere Abgaben darauf zahlen sollten, wird erwartet, dass alles bis auf die dritte Nachkommastelle durchgerechnet ist, andernfalls ist es wieder "Grüner Wahnsinn". Wer hier nicht erkennt, wie offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird, will es entweder nicht sehen oder ist schon viel zu sehr im Sumpf der (vorwiegend) Springer-Presse versunken.

Beim Thema E-Autos gebe ich dir zum Teil recht. Wenn es umständlicher wird, wird es niemand machen. Aber ist es denn wirklich umständlicher? Meiner Meinung nach ist es anders, aber nicht umständlicher. Man hat zuhause auch keine Tankstelle – insofern ist es völlig normal, woanders hinzufahren, um das Auto zu tanken oder zu laden. Wenn du weite Strecken fahren musst, ist die Chance sehr hoch, dass du an einem Schnelllader vorbeikommst. Je nach Auto und Ladesäule kannst du da schon innerhalb von Minuten ordentlich Reichweite nachladen. Verbindet man das mit einem Toilettengang, einem Snack oder einer Erfrischung, ist es auch keine verlorene Zeit. Innerstädtisch ist die Chance groß, dass es in der Nähe des Ziels eine Lademöglichkeit gibt, zumindest in den großen Städten. Selbstverständlich ist die Situation noch nicht perfekt, aber sie wird kontinuierlich verbessert. Dazu kommt, dass die allermeisten Autofahrer in Deutschland nur 25 km oder weniger pro Tag fahren und ein E-Auto somit nur einmal pro Woche oder noch seltener geladen werden muss, wenn man die Akku-Kapazität voll ausnutzt. Man muss sich also umgewöhnen, aber das bedeutet nicht, dass es umständlicher wird – nur anders.

Vielleicht sollten wir aber auch mal über wichtigere Themen reden, wie zum Beispiel die marode Infrastruktur in nahezu allen Bereichen. Die Straßen sind kaputt, die Bahn ist eine Katastrophe und so unpünktlich, dass sie nicht mehr in die Schweiz fahren darf, viele Schulen sind baufällig, es fehlen über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher, Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet und von Digitalisierung fangen wir besser gar nicht erst an. All diese Themen bekommen gerade gar keine Aufmerksamkeit – und dann sind wir noch nicht einmal bei den globalen Themen wie Umweltschutz, Menschenrechten und so weiter angekommen.


Sehr guter Beitrag. Der wichtigste Punkt wird aber weiter totgeschwiegen: das wichtigste Menschenrecht ist Frieden. Ich wünschte mir einen Wahlkampf, in dem endlich die Fragen gestellt werden, wer Frieden durch mehr Waffen und Geld erreichen will und wer andere Dinge finanzieren will. Zivilisatorisch bewegen wir uns gerade in großen Sprüngen rückwärts und niemand diskutiert es oder stellt es zur Wahl. Oder muss man für ein Ende des Waffenwahns die AFD wählen und die werden deswegen immer stärker? Das wäre nun wirklich ein Treppenwitz der Geschichte und bestätigt mir nur das extreme Versagen der bürgerlichen politischen Landschaft.


Oha, ich denke der Wladimir hält sehr viel von Menschenrechten. Deswegen wird er sicherlich sofort aufhören, wenn man ihn lieb darum bittet. In einem sind sich AfD, Linke (im Grundsatz) und BSW einig. Die Ukraine soll mal schön aufgeben und vor Wladimir buckeln. Ich würde mir dagegen eine (am liebsten europäische) Stärke zur Verteidigung der demokratischen Werte wünschen. Absolute Entschlossenheit diese Werte mit allem zu verteidigen. M.E. kann nur das zu Frieden mit einem Russland des aktuellen Präsidenten dort führen. Gleiches gilt auf Basis des sich anbahnenden Wirtschaftskriegs für die Trump-USA.


Sehe ich bei der Linken nach dem BSW Abgang anders (ich bin kein Linken Wähler). Die sind einfach zurück auf ihrem pazifistischen Urstandpunkt. Das hat mit buckeln vor Putin wie es BSW und AfD machen nichts zu tun. Man kann das für ebenso naiv oder auch falsch halten aber man sollte da schon unterscheiden aus welchen Gründen die Parteien da gerne ein Ende des Krieges hätten


Sehe ich komplett anders, in der Außendarstellung sind die Linken etwas moderater in der Richtung und lehnen den Angriffskrieg von Russland ab. Allerdings würde die Partei, wenn Sie könnte (Russland-Nähe und USA als Klassenfeind ist ja praktisch Partei-DNA) natürlich sofort einen Kompromiss mit Russland suchen. Wie kann so ein Kompromiss aussehen? Umfangreiche Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland + "Neutralität" Rest-Ukraine. Dies würde faktisch einen Sieg und Erfolg Russlands bedeuten. Folge Angriffskrieg wurde belohnt. Warum in ein paar Jahren in einem anderen Land nicht wieder so machen? Die Ukraine würde sich von Europa bzw. dem Westen verraten fühlen, die ukrainische Regierung würde das vertrauen der eigenen Bevölkerung verlieren und die Rest-Ukraine würde sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder deutlich Russland annähern. Also Mittelfristig höchstwahrscheinlich Sieg auf ganzer Linie für Russland. Ich weiß nicht wie man so was wollen kann? Ist mir wirklich schleierhaft. Und das Wichtigste: Die Ukraine will das garantiert nicht.
Allein diese Haltung von AFD, BSW und im Grundsatz auch den Linken reicht für mich, dass ich eine von diesen Parteien niemals wählen könnte.
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