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Die deutsche Nationalmannschaft

04.06.2018 - 11:44 Uhr
Die deutsche Nationalmannschaft |#1821
01.07.2026 - 19:01 Uhr
These: Pep Guardiola ist Schuld am Untergang des deutschen Fussballs.

Pep, der Böse. Pep, der Riese. Pep, das Genie. Eingeschmuggelt von Spanien in den deutschen Fussball, um diesen für Jahre zu zerstören.

2014. Brasilien. Achtelfinale, Algerien. Jogi Löw, seines Zeichens Freiburger Rekordschütze, ist beeindruckt. Pep Guardiola, von 2008-2012 Trainer des FC Barcelona, geht 2013 zu den Bayern. Und revolutioniert den Ballbesitzfussball. Er zieht den besten RV der Welt, Philipp Lahm, ins defensive Mittelfeld, dominiert die Bundesliga, 19 Punkte Vorsprung, bereits am 27. Spieltag deutscher Meister.

Das kann Löw auch. Zieht Lahm ins DM, verzichtet auf echte Aussenverteidiger, namentlich RV Mustafi, LV Höwedes, eine wahre Vierer-IV-Kette. Lahm als zentraler DM, dazu Götze, Özil, Schweinsteiger, Kroos, Müller. Volle Zentrumsüberfrachtung. Kein echter Stürmer. Wir spielen jetzt wie Guardiola!

Leider verletzt sich Mustafi, so richtig klappt das mit den vier IV doch nicht, Lahm geht zurück auf rechts, Klose ins Sturmzentrum, dabei war's doch so ne geile Idee.

2018, Russland. Wieder Löw, jetzt nicht mehr nur Freiburger Rekordtorschütze, sondern auch Weltmeistertrainer. Dann halt doch irgendwie langweilig mit ner 9 (Klose) und nem RV (Lahm) nach Algerien, aber hat ja doch gereicht. Nehmen wir Petersen mit, seinerzeit in Bestform? Nein. Einen Stürmer - das brauchen wir nicht mehr. Wir dominieren jetzt. Gut, den Gomez, der bei Stuttgart kaum mehr spielt und trifft, den nehmen wir halt für die Bank, mehr braucht es nicht. Pep hat es gezeigt - es wird dominiert. Ballbesitzfussball entscheidet. Falsche 9. Kontern? Das war mal. Kimmich als RV, Dominanz, Ballbesitz, 66% gegen Mexiko, 76% gegen Schweden, 74% gegen Südkorea - weltmeisterliche Zahlen! So wie Pep bei den Bayern.

2022, Katar. Nicht mehr Löw, sondern Flick. Fluggänse. Ballbesitz. Dominanz. Pep macht es mit City vor! Echte AV braucht es nicht mehr, die sollen Spielaufbau machen. RV gegen Japan ist Süle, Stürmer Havertz. Kimmich jetzt der General im DM, 74% Ballbesitz. Gegen Costa Rica muss dann ein hoher Sieg her, Müller im Sturm, Sané RA, Neuer im Tor, Kimmich zurück auf RV, Musiala zentral, Ballbesitz, irgendwann doch glatt mal 2-1 hinten, macht aber nix, Spanien - dieses fiese Spanien - verliert absichtlich gegen Japan, damit wir nicht weiterkommen. Immerhin hatten wir 68% Ballbesitz!

Ich sag's euch, Guardiola ist schuld. Hat den Weltfussball als Trainer dominiert und unsere Trainer - die wollen das auch. Die können das auch! Echte 9? Braucht es nicht. Verkappte 6er/RV, Ballbesitz, einrückende AV, genau so machen wir das auch. Ballbesitz, ich sag's euch!

Schöne Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Flick nach der Ballbesitz-WM 2022 dann zu Ballbesitz-Barcelona geht, wo für Guardiola alles anfing, und für Deutschland der Anfang vom Ende startete. Und da klappt es sogar mit den Fluggänsen!

Und in Deutschland? Da kommt der Nagelsmann, mit 38 im besten Guardiola-Traineralter, und revolutioniert 2026 mal wieder den Fussball. Echte Stürmer, das will doch nur der Pöbel, und wir spielen natürlich mit einrückendem RV. Ballbesitz! Ballbesitz tut so gut.
Die deutsche Nationalmannschaft |#1822
01.07.2026 - 20:58 Uhr
Für mich ist die Analyse am Ende dann doch relativ einfach: Wir haben keine Weltklassespieler, keinen einzigen. Wir haben zwei mit Potential dazu, Wirtz und Musiala und wir haben einen der nahe dran ist bzw. war, Kimmich, aber sicher nicht auf RV.

Argentinien hat Messi, den besten Fußballer aller Zeiten auch nach wie vor im Alter von 39. Frankreich hat Mbape, Olise, Dembele und etliche weitere die nahe da dran sind. England hat mindestens Harry Kane. Spanien hat Yamal und Rodri. Norwegen hat Haaland und Odegard, auch wenn die nicht Weltmeister werden können. Wir haben niemanden. Keinen Lahm, keinen Klose, keinen Neuer von damals.
Keinen Özil oder Müller oder Hummels oder Schweinsteiger am Peak ihrer Leistungsfähigkeit nahe absoluter Weltklasse.

Und am Ende ist es einfach das. Wir haben sehr viele gute bis sehr gute Spieler. Aber eben keine Ausnahmekönner mehr die ein Spiel alleine entscheiden, und das haben wir sowohl bei dieser als auch bei der letzten WM gesehen. Diese Spieler braucht eine Mannschaft die Weltmeister werden will.

Und da wir das nicht haben, können wir nicht spielen wie Prime Barcelona oder Spanien mit 70% Ballbesitz.
Wir müssen wieder verteidigen lernen, seit dem Finale 2014 haben wir in jedem einzelnen WM-Spiel ein Gegentor kassiert, egal wie schlecht die Gegner auf dem Papier waren, das ist nicht akzeptabel.

Dann müssen wir solange unser Spiel anpassen, bis wir wieder diese Spieler in Top-Form haben. Dann müssen wir auch mal tiefer stehen, mehr auf Umschalten gehen, egal ob das dem TV-Publikum hier gefällt. Hinten diszipliniert stehen, mit Standards arbeiten, schnell umschalten.

Diese Selbsterkenntnis fehlt uns seit der WM 2014, der Fußball hat sich weiterentwickelt, es gibt keine drittklassigen Gegner mehr. Alle können tief und diszipliniert verteidigen, selbst Kap Verde oder ein Verein aus der 3. Liga.

Wir können aktuell nicht mehr den Anspruch haben, jeden Gegner her zuspielen durch unseren Ballbesitz.
Das hat drei WMs in Folge nicht funktioniert. Das können wir wieder machen wenn wir zwei bis drei Weltklassespieler haben aber aktuell haben wir diese nicht.
Daher benötigt es bis dahin Realismus und Demut. Weg von diesem hohen Ross und den tollen taktischen Ideen von Nagelsmann und co. Wieder einfacher Fußball, Arbeiterfußball, Disziplin, die Null erstmal sichern und dann schauen wie man selbst ein Tor schießen kann. Egal ob der Gegner Frankreich ist oder Paraguay.

Natürlich braucht es auch größere Veränderungen in der Nachwuchsförderung. Wir haben viel zu viele Spieler ausgebildet, die alle gute Halbraumspieler sind. Davon haben wir ein Überangebot. Wir haben zu wenige 1g1 Könner, die mit einer Aktion, einem Pass, einem Schuss das Spiel alleine entscheiden.
Wir haben auch zu wenige Verteidiger die erstmal nur das Tor verteidigen wollen, schöner Spielaufbau in allen Ehren aber wenn du dann mit einer oder zwei Aktionen des Gegners jedes Mal ein Tor kassierst bringt dir das auch rein gar nix.
Die deutsche Nationalmannschaft |#1823
01.07.2026 - 21:24 Uhr
Zitat von Schwarzwaldmarie

Die Parallelen zu 1994: Eine Mannschaft mit viel Talent, die sich unter Wert verkaufte. Ein gedemütigter Bundestrainer (Vogts/Nagelsmann), der Schattentrainer als TV Experte (Beckenbauer/Klopp),sehr populär aber gegenüber den Verantwortlichen nicht immer besonders fair und die große Boulevardzeitung, die das Geschäft heute genauso wie vor 32 Jahren betreibt.

Der Gedanke kam mir auch, ich würde hier aber eine Einschränkung machen: Wie Vogts gedemütigt wurde, ist beispiellos, da ist Nagelsmann bei weitem in einer besseren Position, auch wenn es aktuell auf ihn einprasselt. Zudem erkenne ich da erhebliche Unterschiede in Charakter und Auftreten der beiden Bundestrainer, die konkrete Bewertung überlasse ich jedem selbst.

Zitat von waschkarte
These: Pep Guardiola ist Schuld am Untergang des deutschen Fussballs.

Lesenswert! Den Ballbesitz-Fußball nach Guardiola habe ich bereits in seinen aktiven Bayern-Jahren verflucht, weil ich es absolut nicht anschauen konnte. Endlich haben wir den Schuldigen, wer ruft den spanischen Botschafter an? smile

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"Man darf bei Fußball nicht denken wie Beamter: 0:0 halten bis Feierabend."
(Giovanni Trappatoni)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von uwe_wassmer am 01.07.2026 um 21:27 Uhr bearbeitet
Die deutsche Nationalmannschaft |#1824
01.07.2026 - 22:48 Uhr
Zitat von Homelander1995
Wir haben zu wenige 1g1 Könner, die mit einer Aktion, einem Pass, einem Schuss das Spiel alleine entscheiden.
Wir haben auch zu wenige Verteidiger die erstmal nur das Tor verteidigen wollen, schöner Spielaufbau in allen Ehren aber wenn du dann mit einer oder zwei Aktionen des Gegners jedes Mal ein Tor kassierst bringt dir das auch rein gar nix.


Ist halt blöd wenn man die, die auch mal ein 1vs1 gewinnen, nicht mitnimmt. Man hätte ja auch einen El Mala und einen Chris Führich mitnehmen können für den linken Flügel. Deren sehr gute Quote in offensiven Dribblings ist aber vermutlich zu oldschool für einen Nagelsmann.
Die deutsche Nationalmannschaft |#1825
01.07.2026 - 22:57 Uhr
Zitat von Paganethos
Zitat von Homelander1995

Wir haben zu wenige 1g1 Könner, die mit einer Aktion, einem Pass, einem Schuss das Spiel alleine entscheiden.
Wir haben auch zu wenige Verteidiger die erstmal nur das Tor verteidigen wollen, schöner Spielaufbau in allen Ehren aber wenn du dann mit einer oder zwei Aktionen des Gegners jedes Mal ein Tor kassierst bringt dir das auch rein gar nix.


Ist halt blöd wenn man die, die auch mal ein 1vs1 gewinnen, nicht mitnimmt. Man hätte ja auch einen El Mala und einen Chris Führich mitnehmen können für den linken Flügel. Deren sehr gute Quote in offensiven Dribblings ist aber vermutlich zu oldschool für einen Nagelsmann.


Das sind aber beides Tempo bzw. Konterspieler. Die bringen dir nichts, wenn der Gegner wie es gegen uns war, alle hintenrein stehen.
Die deutsche Nationalmannschaft |#1826
01.07.2026 - 23:04 Uhr
Zitat von freiburg1904
Zitat von Paganethos

Zitat von Homelander1995

Wir haben zu wenige 1g1 Könner, die mit einer Aktion, einem Pass, einem Schuss das Spiel alleine entscheiden.
Wir haben auch zu wenige Verteidiger die erstmal nur das Tor verteidigen wollen, schöner Spielaufbau in allen Ehren aber wenn du dann mit einer oder zwei Aktionen des Gegners jedes Mal ein Tor kassierst bringt dir das auch rein gar nix.


Ist halt blöd wenn man die, die auch mal ein 1vs1 gewinnen, nicht mitnimmt. Man hätte ja auch einen El Mala und einen Chris Führich mitnehmen können für den linken Flügel. Deren sehr gute Quote in offensiven Dribblings ist aber vermutlich zu oldschool für einen Nagelsmann.


Das sind aber beides Tempo bzw. Konterspieler. Die bringen dir nichts, wenn der Gegner wie es gegen uns war, alle hintenrein stehen.


Hast du schonmal ein Spiel von El Mala oder Führich gesehen?
Die deutsche Nationalmannschaft |#1827
01.07.2026 - 23:32 Uhr
Zitat von Paganethos
Zitat von freiburg1904

Zitat von Paganethos

Zitat von Homelander1995

Wir haben zu wenige 1g1 Könner, die mit einer Aktion, einem Pass, einem Schuss das Spiel alleine entscheiden.
Wir haben auch zu wenige Verteidiger die erstmal nur das Tor verteidigen wollen, schöner Spielaufbau in allen Ehren aber wenn du dann mit einer oder zwei Aktionen des Gegners jedes Mal ein Tor kassierst bringt dir das auch rein gar nix.


Ist halt blöd wenn man die, die auch mal ein 1vs1 gewinnen, nicht mitnimmt. Man hätte ja auch einen El Mala und einen Chris Führich mitnehmen können für den linken Flügel. Deren sehr gute Quote in offensiven Dribblings ist aber vermutlich zu oldschool für einen Nagelsmann.


Das sind aber beides Tempo bzw. Konterspieler. Die bringen dir nichts, wenn der Gegner wie es gegen uns war, alle hintenrein stehen.


Hast du schonmal ein Spiel von El Mala oder Führich gesehen?


Ja.
Mitsamt Begründung von Kwasniok, warum er gegen tiefstehende Gegner oft nicht von Beginn spielte. Bei Führich ist es doch auch so. Starker 1:1 Spieler, aber eben vorallem, wenn er Tempo aufnimmt.
Keiner der beiden drippelt auf begrenztem Platz zwei Gegenspieler aus, wie es Wirtz oder Musiala können. Sehen ja die Hauptamtlichen Trainer genauso. Und bei aller (berechtigten) Kritik. Ein bisschen mehr Ahnung als ein durchschnittlicher Forist, haben Nagelsmann und Co. Dann doch.
Die deutsche Nationalmannschaft |#1828
02.07.2026 - 00:29 Uhr
Zitat von freiburg1904
Zitat von Paganethos

Zitat von freiburg1904

Zitat von Paganethos

Zitat von Homelander1995

Wir haben zu wenige 1g1 Könner, die mit einer Aktion, einem Pass, einem Schuss das Spiel alleine entscheiden.
Wir haben auch zu wenige Verteidiger die erstmal nur das Tor verteidigen wollen, schöner Spielaufbau in allen Ehren aber wenn du dann mit einer oder zwei Aktionen des Gegners jedes Mal ein Tor kassierst bringt dir das auch rein gar nix.


Ist halt blöd wenn man die, die auch mal ein 1vs1 gewinnen, nicht mitnimmt. Man hätte ja auch einen El Mala und einen Chris Führich mitnehmen können für den linken Flügel. Deren sehr gute Quote in offensiven Dribblings ist aber vermutlich zu oldschool für einen Nagelsmann.


Das sind aber beides Tempo bzw. Konterspieler. Die bringen dir nichts, wenn der Gegner wie es gegen uns war, alle hintenrein stehen.


Hast du schonmal ein Spiel von El Mala oder Führich gesehen?


Ja.
Mitsamt Begründung von Kwasniok, warum er gegen tiefstehende Gegner oft nicht von Beginn spielte. Bei Führich ist es doch auch so. Starker 1:1 Spieler, aber eben vorallem, wenn er Tempo aufnimmt.
Keiner der beiden drippelt auf begrenztem Platz zwei Gegenspieler aus, wie es Wirtz oder Musiala können. Sehen ja die Hauptamtlichen Trainer genauso. Und bei aller (berechtigten) Kritik. Ein bisschen mehr Ahnung als ein durchschnittlicher Forist, haben Nagelsmann und Co. Dann doch.


Nagelsmann ist vermutlich der schlechteste Trainer aller Zeiten, mindestens der letzten Jahrzehnte. Man muss es erstmal schaffen, in 2 Jahren absolut keine Entwicklung hinzubekommen und ausnahmslos jeden Spieler schlechter zu machen 😅

El Mala hätten 10000% mehr Impact gehabt als Einwechselspieler als ein Pascal Gross, Leon Goretzka und wie sie alle heissen 🤪
Die deutsche Nationalmannschaft |#1829
02.07.2026 - 00:40 Uhr
Zitat von Paganethos
Zitat von freiburg1904

Zitat von Paganethos

Zitat von freiburg1904

Zitat von Paganethos

Zitat von Homelander1995

Wir haben zu wenige 1g1 Könner, die mit einer Aktion, einem Pass, einem Schuss das Spiel alleine entscheiden.
Wir haben auch zu wenige Verteidiger die erstmal nur das Tor verteidigen wollen, schöner Spielaufbau in allen Ehren aber wenn du dann mit einer oder zwei Aktionen des Gegners jedes Mal ein Tor kassierst bringt dir das auch rein gar nix.


Ist halt blöd wenn man die, die auch mal ein 1vs1 gewinnen, nicht mitnimmt. Man hätte ja auch einen El Mala und einen Chris Führich mitnehmen können für den linken Flügel. Deren sehr gute Quote in offensiven Dribblings ist aber vermutlich zu oldschool für einen Nagelsmann.


Das sind aber beides Tempo bzw. Konterspieler. Die bringen dir nichts, wenn der Gegner wie es gegen uns war, alle hintenrein stehen.


Hast du schonmal ein Spiel von El Mala oder Führich gesehen?


Ja.
Mitsamt Begründung von Kwasniok, warum er gegen tiefstehende Gegner oft nicht von Beginn spielte. Bei Führich ist es doch auch so. Starker 1:1 Spieler, aber eben vorallem, wenn er Tempo aufnimmt.
Keiner der beiden drippelt auf begrenztem Platz zwei Gegenspieler aus, wie es Wirtz oder Musiala können. Sehen ja die Hauptamtlichen Trainer genauso. Und bei aller (berechtigten) Kritik. Ein bisschen mehr Ahnung als ein durchschnittlicher Forist, haben Nagelsmann und Co. Dann doch.


Nagelsmann ist vermutlich der schlechteste Trainer aller Zeiten, mindestens der letzten Jahrzehnte. Man muss es erstmal schaffen, in 2 Jahren absolut keine Entwicklung hinzubekommen und ausnahmslos jeden Spieler schlechter zu machen 😅

El Mala hätten 10000% mehr Impact gehabt als Einwechselspieler als ein Pascal Gross, Leon Goretzka und wie sie alle heissen 🤪


Klar El Mala auf die 6. Alles klar.
Die deutsche Nationalmannschaft |#1830
02.07.2026 - 01:13 Uhr
Zitat von uwe_wassmer

Zitat von waschkarte

These: Pep Guardiola ist Schuld am Untergang des deutschen Fussballs.

Lesenswert! Den Ballbesitz-Fußball nach Guardiola habe ich bereits in seinen aktiven Bayern-Jahren verflucht, weil ich es absolut nicht anschauen konnte. Endlich haben wir den Schuldigen, wer ruft den spanischen Botschafter an? smile


Hehe, danke. Ist natürlich ne Polemik oder Glosse, aber: inhaltlich meine ich das wirklich so.

Die Löw-Ära, 20010, 2012, das hat mir wirklich gut gefallen. Schnelles Umschalten, vorne kombinieren, Klose drückt ihn dann über die Linie, junge Spieler, frisch.

Aber: an Spanien war zu der Zeit nicht zu rütteln. Mit ebendiesem Ballbesitzfussball (hat Guardiola nicht sogar noch mitgeprägt?). Das Ding war halt: die haben das im Verein auch so gespielt. Zumindest dieses Dreieck Xavi/Iniesta/Guardiola. Darauf aufbauend, perfekten Ballbesitz, jederzeit Dreiecke auf dem Spielfeld, konnte Spanien halt auch problemlos umstellen. Barca und Real, das Zentrum steht, dazu die Einzelkönner aus Madrid plus einzwei aus anderen Topvereinen.

Spanien hat so dominiert. Und Löw wieder und wieder geschlagen. Titel war so nicht drin, zu der Zeit. Weil's kaum ein Gegenmittel gab, weltweit. Löws Gedanke wird gewesen sein: wenn man's nicht schlagen kann, kopiert man es halt. Bayern hat mit Guardiola auch sofort dominiert, nach zwei Titeln in den Jahren davor für den BVB. Und der hat halt mit Lahm seinen Iniesta gefunden, ballsicher, zweikampfstark, niedriger Körperschwerpunkt. Einüben der Dreiecke im Verein, immer einer anspielbar, dazu die klasse Individualisten. Robben, Ribery, später zentral Lewy.

Und Löw wollte das bei der WM dann auch. Was "Besonderes". Auch ohne echten Stürmer gespielt (Thema Messi bei Barca), auch Lahm ins Zentrum, auch Ballbesitz. IV, die auch im zentralen Spielaufbau mitwirken. Durch die Gruppe gewurschtelt, gegen Algerien ist halt das passiert, was viele Experten befürchtet hatten: da kriegst du viele Konter, stellst defensiv die Mitte zu und lässt Aussen eher frei - Flankenläufe werden kaum kommen, da der Spielaufbau übers Zentrum geht und eh nicht über Aussen, auch weil in der Mitte kein "9er" wartet, was Kopfballspiel einfacher macht. Und im Spielaufbau gehst du mit deinen schnellen Aussen auf die behäbigen AV der Deutschen, da muss einer rausrücken um zu helfen und dann wird die Mitte frei. Plus hohe Abschläge, selbst wenn du den Kopfball verlierst geht der Ball in den 6er-Raum, wo du physisch an Lahm rangehst. Zweiter Ball so häufig bei dir. Egal, wieviel Ballbesitz der Gegner hat, so kriegst du deine Chancen. Zentrum hinten dicht und vorne auf die Schwächen der Gegner.

Wären gegen Algerien so fast raus, Mustafi verletzt sich, Höwedes wird links gebraucht, also Lahm zurück, und zum Glück auch Klose. Dann kam Frankreich, mit 4-2-3-1 plus Klose gewonnen mit viel Kampf, dann Brasilien, die riesige Löcher gelassen haben, die im 4-2-3-1 ganz schnell bestraft werden, dann Argentinien. Das alles ohne das Rezept Ballbesitz im Zentrum als Mittel, sondern dagegenhalten, defensiv gut stehen und wenn der Gegner durchschnaufen muss hat man die Leute, den Ball auch mal laufen zu lassen. Wurde noch ne sehr gute WM, aber wer weiß, was passiert wäre, wenn Lahm nicht notgedrungen zurück gemusst hätte.

2016 und 2018 dann, Klose zurückgetreten, keiner in der Klasse nachgekommen, dauernd der besagte Ballbesitzfussball. Gefühlt dominierst du damit immer, hättest ja nur die oder die Situation besser ausspielen müssen, der Gegner hatte ja kaum Chancen, aber verlierst halt doch gegen Teams, die individuell keine Chance haben sollten, wenn die einfach nur gut stehen und die Aussen defensiv gar nicht so beachten. Südkorea, Japan, Mexiko - immer das gleiche Rezept. Wo du früher halt sagen konntest - wenn so'n Team aus der gehobenen zweiten Klasse ohne individuelle Weltklassespieler kommen und sich gut wehren - dann sind wir als Deutschland halt physisch stärker, paar Zentimeter größer, gehen keinem Zweikampf aus dem Weg. Das ist vorbei, weil's nicht zum eigenen Ballbesitzfussball passt.

Löw raus, Flick rein. Löw, der viel, viel zu lang an diesem System und den verdienten Spielern festhielt, immer nen großen Bayern-Block (nachvollziehbar, weil erfolgreich und individuell gut), aber nie verstanden, dass das bei den Bayern klappt, weil neben dem deutschen Block noch klare Individulisten wir Ribery, Robben und Lewandowski hatte, und weil man viel Zeit hat, Sachen einzustudieren, die diese "Anti-Ballbesitz-Strategie" aufknacken können mit einstudierten Laufwegen, Positionswechseln etc. Du kannst halt nicht genauso spielen wie die Bayern, wenn dir die individuell Weltklasseleute fehlen, die a) die Zeit, das einzustudieren haben oder b) einfach so gut sind, dass sie zwei, drei Leute binden, und du selbst dann noch was kreieren kannst.

Für diesen Löw kommt Flick. Der kaum Erfahrung als Chefcoach hat, aber eben mit den Bayern erfolgreich und mit Schlüsselspielern nen guten Kontakt hatte. Selbes Spiel: Versuch, wie die Bayern zu spielen, immer gut dabei, aber halt ohne die wichtigen Leute, die die Bayern vorne haben. Das macht dann halt aus, ob man gegen individuell schlechtere, aber gut geordnete Teams doch gewinnst oder ob du halt genauso gut verlierst, weil du aus dem Ballbesitz nichts kreierst. Selbes Ergebnis: früh raus aus der WM. Darf aber weitermachen, weil war ja knapp und sieht doch eigentlich gut aus, und er versteht sich ja so gut mit den Führungsspielern. Stimmung ist gut. Vor der EM dann: ne, Mist, die Ergebnisse werden ja einfach nicht besser und so wollen wir nicht in die Heim-EM.

Und dann kommt mit Nagelsmann echt einer, der genau dieses Bild nochmal mitbringt. Wenig Profitrainererfahrung, aber Bayern gemacht, dort ebenfalls statt schnellem Umschaltspiel wie bei Hoffenheim und RB mit Ballbesitzfussball. Wie Flick auch nach gutem Anfang bei Bayern rausgeflogen, weil's nicht ganz so erfolgreich war wie im ersten Jahr, auch weil die Gegner sich halt drauf eingestellt haben. Heim-EM, die echt ok war, wenn auch nicht mehr (unglücklich gegen Spanien rausgeflogen bei der Heim-EM, da muss man nicht analysieren, dass vorher nicht alles gold war) - und dann stur sein Ding durchziehen.

Und im Umfeld gibt's nur ja-sager, wie's scheint, darunter Völler, der schon bei Löw und Flick viel zu wenig auf die sportliche Entwicklung geachtet hat. Keiner, der Nagelsmann mal deutlich sagt, dass diese Schuldzuschiebung auf einzelne Aktionen und besondere Spieler (Undav - wie ja jetzt schon wieder, der in der 3. Minute halt echt schießt als Stürmer statt nochmal weiterzulegen. Oder Baumann/Neuer.) Oder dass es halt ne scheissidee ist, schon den Kader so zu gestalten, dass Kimmich halt auf jeden Fall RV ohne Plan B ist. Keinen RV mitzunehmen. Keinen, der mal ins Dribbling gehen kann um ne Ordnung aufzubrechen.

Keinen, der ihm sagt, dass er Kimmich nicht wie bei Bayern einsetzen kann, weil da kein Laimer ist, keine Positionswechsel, kein Kane, kein Olise.

Keinen, der erkennt, dass du umstellen musst, die Räume nutzen, die die Gegner freilassen, weil da ja eh keiner hingeht. Kloppo und Streich stehen an der Tafel und reden vom breiten Aufbau und nem Kimmich, der auch mal offensiv gehen muss. Unter Nagelsmann passiert das aber nicht, da spielt weiterhin Sané und Kimmich macht den Aufbau über halbrechts.

Man hat sich da ne Wohlfühl-Oase geschaffen, und das hat schon vor 2014 angefangen. Und obwohl man Turnier für Turnier aufgezeigt bekommt, dass dieser Ballbesitz-Bayernkopie-Fussball zu leicht ausgekontert wird, taktisch in der Form beerdigt, spielt man so und denkt, beim nächsten Mal klappt's dann.

Auf absolutem Top-Niveau sieht man seit 2010 rum (Dominanz Spanien):

Ballbesitz und Kontrolle dominiert, es gibt noch kein Gegenrezept, selber versuchen beste Chance.

Dann kam aber so 2014 rum das Gegenmittel: wenn ihr eh nicht flankt, lassen wir euch den Raum auf Aussen, machen das Zentrum dicht und kontern dann.

Das hat dann wiederum Guardiola bei City ausgekontert: wenn ihr auf Aussen eh frei lasst, dann zieh ich meine AV komplett ins Zentrum und überlaste dort noch mehr. Das spielt grundsätzlich auch Kompany.

Das Guardiola-Ding wurde dann wiederum ausgekontert, indem man konsequent Mann gegen Mann spielt. Wenn sich der Stürmer zurückfallen lässt, geh ich mit. AV geht auf AV, etc. Wenn du das gut machst, gleichst du individuelle Unterschiede eher aus, zwingst halt die Gegner nach Ballverlust schnell in Zweikämpfe.

Kompany hat das dieses Jahr dann selber ausgekontert, indem alle über den gesamten Platz rochieren und so die eigenen Leute freispielen in Situationen, wo sie klaren Vorteil haben, wenn halt plötzlich der Stürmer als Aussenverteidiger agieren muss.

PSG hat das dann in Perfektion widerlegt mit tiefem Stehen und blitzschnellem Umschalten.

Der DFB unter Völler ist da halt stehengeblieben, auch weil die Bayern grundsätzlich da taktisch immer am Zahn der Zeit waren. Zwar mit riesigem Bayern-Block, aber halt ohne ganz wesentliche Spieler (derzeit Kane, Olise, Diaz).

Es ist halt wenig pragmatisch, sein eigenes System immer am System zu messen, dass Guardiola installiert und das dominiert. Der kann sich die passenden Spieler halt zusammenstellen. Das kannst du als Nationaltrainer nicht, und du kannst auch nicht alles so oft einstudieren, dass der entscheidende Pass halt wirklich zentimetergenau kommt. Und ohne die Feinheiten bleibt halt nur ein System, das schon seit 10 Jahren entschlüsselt ist - Zentrum verdichten, Aussen frei lassen, im Umschaltspiel auf die Schwachstellen gehen. Dadurch gleichst du viel individuelle Qualität aus und dann geht's halt auch um Glück und mehr an den eigenen Plan zu glauben und dafür alles zu geben. Weder Löw, noch Flick noch Nagelsmann haben es geschafft, das System an die eigenen Stärken anzupassen. An die Spieler, die da sind. Lösungen für diese Gegentaktik zu entwickeln. Rein sportlich wünsche ich mir, so sympathisch er auch ist, dass auch Völler gehen muss.

Beim DFB gibt es im sportlichen Bereich ganz offensichtlich niemanden, der kritisch an den Trainer herangeht. "Hey, Julian, was ist eigentlich dein Plan, wenn die Gegner wieder wie Mexiko, Japan und Südkorea agieren? Was passiert, wenn Kimmich sich verletzt, wer spielt dann RV und was ist die Idee? Warum sprichst du vom Leistungsprinzip, nominierst dann aber nen Sané? Meinst nicht das kommt doof an? Und was ist das in den Medien mit Undav?"

Das wäre sicherlich Völlers Job, der lange genug selber gekickt hat und Ahnung hat, wenn der Coach ihm das erklärt. Der selber schon gecoacht hat. Das ist offenkundig nicht passiert und da stellt sich die Frage, ob es mit Völler noch weitergehen sollte.

Kloppo fänd ich übrigens super. Persönlich hat er bei mir eher versch***en mit RB und der Dauer-Werbung, aber fussballerisch hat er's drauf. Klare Spielidee, passt die an die Leute an, die er hat (Mainz, BVB, Pool). Und das basic ist erstmal eines, was wir verloren haben: Einsatz, Laufen, Zweikämpfe. Da wird n Großkreutz zu nem Gewinnermonster und Nationalspieler, weil er halt erstmal das hat. So würde Kloppo mMn auch rangehen. Im Gegensatz zu Nagelsmann auch mal Freiburg, Brentford und die Elfenbeinküste anschauen im Stadion. Da hätt ich, egal ob mit Freiburgern oder nicht, auch mal wieder richtig Bock der Mannschaft zuzuschauen, im Gegensatz zu den letzten Jahren, wo man halt vorher wusste was passieren wird. Klopp würd ich's zutrauen, da wieder ne Mannschaft draus zu machen, die giftig ist auf geile Spiele.

Völler hat übrigens völlig unnötig den Vertrag vor der WM verlängert, und das kostet den DFB im Kündigungsfalle 7 Millionen. Ey, damit hat jeder vernünftige Mensch ausgesorgt. Wer verhandelt denn sowas, wenn man genausogut die WM abwarten kann? Sieben Millionen. Nagelsmann muss keinen Tag im Leben mehr arbeiten, wenn er nicht will. Abartige Zahlen.
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