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BVB - Finanzen

28.01.2014 - 10:06 Uhr
BVB - Finanzen |#661
25.08.2023 - 13:25 Uhr
Zitat von Midnight-Magic

Beim Rest (jetzt nicht mehr zu Deinem Zitat) ist es schwierig. Wenn man sagt Geld kommt rein, Geld geht raus, dann wird auf die Bilanz hingewiesen. Weist man auf die Bilanziellen Vorteile hin, wird auf GuV verwiesen...

Das klingt so ein wenig nach Passierschein A38 (Asterix und Obelix, für die, die es nicht kennen).




Das stimmt so eigentlich überhaupt nicht. Bilanz und GuV spielen immer miteinander einher. Man muss nur wissen, was bilanziell und in der GuV passiert. Ich mache mal einen kleinen Exkurs und auch simpel gehalten.

Die Bilanz modelliert dein gesamtes Unternehmen und zeigt was es kann. Die GuV dagegen zeigt das Handeln deines Unternehmens, der Mitarbeiter, der Spieler etc.

Bilden wir mal in einfachen Schritten den Bellingham Transfer wieder. Man hat die Einigung mit Real und auch den Kaufzeitpunkt definiert. Es schreibt jemand von Borussia Dortmund eine Rechnung über 103 Mio. Damit werden sowohl GuV als auch die Bilanz mit angesprochen.

Forderung an Transfererlöse.

Mit der Forderung wird in der Bilanz, im Umlaufvermögen die Forderung bilanziert.
Die Transfererlöse finden sich komplett in der GuV wieder, weil der Gefahrenübergang und das Asset (hier Bellingham) sofort von Real vereinnahmt werden. Im Gegensatz zum beispielsweise Maschinenbau wird hier keine Anzahlungsrechnung geschrieben, die rein die Bilanz anspricht.

Bedeutet Anfang Juli hat sich die Bilanz um diese 103 Mio in den Forderungen erhöht und auch gleichlautend das Eigenkapital, weil die 103 Mio. über die GuV auch Gewinnwirksam sind. (Ich gehe jetzt nicht noch auf Restwert vom Spieler etc. ein, sondern halte es einfach mit Cash wirksamen Posten).


Entweder hat man Raten vereinbart oder man lässt sich alles zusammen bezahlen.

a) 2 Raten zu je 50% (Rate 1 Juli 23, Rate 2 Juli 24):
- Zahlungsziel 14 Tage, bedeutet um den 15.7 überweist Real 51,5 Mio.
Führt zum Buchungssatz: Kasse an Forderungen - beides sind Posten der Aktiva in der Bilanz innerhalb des Umlaufvermögens. Also es wird die Forderung um 51,5 Mio reduziert und wir haben dafür 51,5 Mio. Cash (Kasse). Auf die GuV hat es keinen weiteren Einfluss.

- Ein Jahr später, gleicher Ablauf. Die Rest Forderung wird durch Cash getauscht. Thema ist durch.


b) alles wird sofort bezahlt, am 15.7 hat der BVB keine Forderung mehr, dafür 103 Mio. Cash und kann Einkaufen gehen.


Das als singuläres Geschäftsereignis. Aber es gibt ja noch mehr. Ich habe letztens schon mal die Bilanz zum letzten Quartalsbericht verlinkt. Bilanz BVB.


Hier sehen wir, dass der BVB zu, 31.03 kurzfristige Forderungen aus Lieferung und Leistung in Höhe von knapp 43 Mio. hat. Nach IFRS, wie der BVB dort bilanziert, haben kurzfristige Vermögenswert und Schulden eine Fälligkeit von 12 Monaten.
Das bedeutet bis zum 28.02.24 erhält der BVB aus diesem Posten knapp 43 Mio. Cash. Von außen können wir aber nicht sagen, wie dies sich über die 12 Monate verteilt. Kann auch alles Fällig bereits zum 30.06.23 sein.

Analog verhält es sich mit den kurzfristigen Schulden. Da haben wir u.a. Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung von 73 Mio. und finanzielle Verbindlichkeiten von 36 Mio. und noch knapp 10 Mio. andere zahlungswirksame Posten.

Bedeutet dem Cash In von 43 Mio, stehen schon wissentlich 120 Mio. (73 + 36 +10) Cash Out Posten gegenüber.
Bedeutet innerhalb dieser 12 Monate muss der BVB 77 Mio. an Cash generieren um den Zahlungen nachzukommen. Und dann kommt ja noch das laufende Geschäft dazu wie monatlich Gehälter.

Insofern ist es nachvollziebar, dass der BVB diesen Sommer nicht auf so große Shoppingtour gehen wird.
Und ja ich habe die Prämienerträge, Dauerkarten, TV und Sponsoring jetzt außen vor gelassen. Genau so wie andere Aufwandspunkte.
BVB - Finanzen |#662
30.08.2023 - 16:45 Uhr
Frage an die Finanzexperten unter uns:

In der aktuellen Transferperiode hat man trotz CL-Geld und 110 Mio. Einnahmen gerademal 50 Mio. ausgegeben. Mehr als 10 Mio. werden da auch nicht mehr dazu kommen. Gehe ich deswegen richtig in der Annahme, dass dem BVB aktuell völlig die Hände auf dem Transfermarkt gebunden sind, sofern keine hohen Transfereinnahmen erwirtschaftet werden? Hätte man diese Saison 0€ zur Verfügung gehabt ohne Bellingham-Verkauf?

Und weiter: Wird es auch im Winter so aussehen, wenn man aufgrund einer (mMn sehr wahrscheinlich) schlechten Hinrunde die CL zu verpassen droht und nachrüsten muss?

Und: Was ist mit nächster Saison, ohne das CL-Geld und ohne einen Spieler im Kader, der für großes Geld wechseln kann. Sind uns dann komplett die Hände gebunden?

Aktuell habe ich das Gefühl, dass man sportlich und finanziell auf einem Pulverfass sitzt, dass zu explodieren droht, sobald man diese Saison die CL verpasst.
BVB - Finanzen |#663
31.08.2023 - 04:29 Uhr
Zitat von monkeypunch87
Zitat von BVB-Front77

Zitat von JurgStilz

Frage an die Finanzexperten unter uns:

In der aktuellen Transferperiode hat man trotz CL-Geld und 110 Mio. Einnahmen gerademal 50 Mio. ausgegeben. Mehr als 10 Mio. werden da auch nicht mehr dazu kommen. Gehe ich deswegen richtig in der Annahme, dass dem BVB aktuell völlig die Hände auf dem Transfermarkt gebunden sind, sofern keine hohen Transfereinnahmen erwirtschaftet werden? Hätte man diese Saison 0€ zur Verfügung gehabt ohne Bellingham-Verkauf?

Und weiter: Wird es auch im Winter so aussehen, wenn man aufgrund einer (mMn sehr wahrscheinlich) schlechten Hinrunde die CL zu verpassen droht und nachrüsten muss?

Und: Was ist mit nächster Saison, ohne das CL-Geld und ohne einen Spieler im Kader, der für großes Geld wechseln kann. Sind uns dann komplett die Hände gebunden?

Aktuell habe ich das Gefühl, dass man sportlich und finanziell auf einem Pulverfass sitzt, dass zu explodieren droht, sobald man diese Saison die CL verpasst.


Alles sehr gute Fragen die ich mir auch schon gestellt habe. Klar, der BVB hat 150 Mio. Corona Defizit welches man ausgleichen muss. Und trotzdem verstehe ich das auch nicht so richtig. Andere Vereine scheinen aus unterschiedlichen Gründen mehr Möglichkeiten zu haben. Bayern mal außen vor gelassen. RBL mit Red Bull hat natürlich auch einen starken Geldgeber im Rücken der aber sicherlich den Leipzigern ihre Grenzen aufzeigt. Das mit den 60-65 % aus den Transfereinnahmen die man nur investieren kann macht mich stutzig. Was ihr wenn wir mal die CL verpassen oder wir keinen Topspieler haben wo wir mal eben 100 Mio. kassieren? Dann dürfte doch eigentlich gar nichts mehr gehen. Sorry, kann ich mir nicht vorstellen.


Wieso macht dich das stutzig? Ist es nicht schon mehrere Jahre so, dass der Kader mit Transfers querfinanziert werden muss? Ich meine, dass das keine große Neuigkeit ist.

Aber ja, ich halte das auch für ein Pulverfass. Und ärgerlich ist, dass nächstes Jahr die neue CL startet mit mehr Geld. Das sollten wir tunlichst nicht verpassen.



Also ich frage mich wirklich ob das euer Ernst ist. Der bvb ist ein börsennotiertes Unternehmen und man kann alles in den Bilanzen nach lesen.
Die Pandemie hat viel Geld gekostet. Man konnte das Trainingsgelände nicht weiter umbauen wie geplant, am Stadion wurde auch nichts unternommen.
Im Moment investiert der bvb gewaltig ins Stadion und die letzen Investitionen Kauf Trainingsgelände 8m und Anbau West Stadion catering 10-12m werden durch Kredite finanziert. Die anderen Investitionen wurden durch Einnahmen investiert. Nämlich 10-20 m ins Stadion und Trainingsgelände in den letzten 2 Jahren.
Die Transfers im Winter 22 wurden durch die ch.leaque investiert und vorgezogen damit sie Nicht zu teuer werden.
Es ist alles transparent nach zu lesen.
Der bvb muss an Birmingham Stolte 15-20m abdrücken dazu kommt Beratergebühren und steuern.
Spieler die zum Nulltarif wechseln bekommen Handgeld und bei Vertragsverlängerungen ist es auch so.
Dazu kommt die Trennung von Rose und Team kosteten 9m.
Sollte unser Verein die ch.leaque verpassen dann wäre es nicht gut aber dann muss man sich von Spielern trennen. Adeyemi und diverse andere.
Es ist einfach unglaublich wie negativ ihr eingestellt seid.
Wir brauchen kaum Transfers. Wir haben einen guten Kader und die Verletzungen waren heftig und deswegen sind nicht alle fit.
BVB - Finanzen |#664
31.08.2023 - 09:25 Uhr
Zitat von BVB_OS

Dennoch könnten wir aktuell 1-2 Jahre ohne CL durchstehen ohne querfinanzieren zu müssen. Dafür gibt es einfach noch Mechanismen und Möglichkeiten, die aktuell nicht ausgeschöpft werden (FK, Stille Reserven, Dynamische Verträge etc.)


Die Aufnahme von Fremdkapital (oder auch zusätzlichem Eigenkapital), die Hebung stiller Reserven durch erzwungene Spielerverkäufe sind doch quasi die Definition von Quersubvention des laufenden Geschäftsbetriebes.

Dieser laufende Geschäftsbetrieb wäre bei uns ohne die CL-Einnahmen extrem defizitär. und könnte sich nicht mehr vollständig selbst finanzieren. Wo sollen denn die grob geschätzt 50 Mio. herkommen, die ohne CL-Teilnahme wegbrechen würden? Natürlich aus Maßnahmen der Querfinanzierung!

Die dynamischen Verträge werden hier durch die mediale Marketingkampagne von Kehl extrem überschätzt (die sich übrigens bisher zu 0,0 in den Zahlen niedergeschlagen hat). Wenn uns Corona eine Sache gezeigt hat, dass sich alle da draußen und insbesondere die Profis selbst die Nächsten sind (das ist keine Kritik an den Profis, sondern eine Feststellung mit der es umzugehen gilt). Der Gehaltsverzicht in diesen extremen Zeiten kann schon quasi als Witz bezeichnet werden, wieso sollte dann auch nur ein gefragter Spieler hier zu massiven Gehaltsreduktionen bereit sein. Ich würde hier von Möglichkeiten ausgehen, die positiv gesehen maximal 10% des Gehaltsetats betreffen. Bei auszugleichenden 50 Mio. aus verpasster CL-Quali (bei den von dir genannten 2 Jahren verpasste CL sogar 100 Mio.) ist das nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.
BVB - Finanzen |#665
31.08.2023 - 10:25 Uhr
Zitat von Nic
Zitat von BVB_OS

Dennoch könnten wir aktuell 1-2 Jahre ohne CL durchstehen ohne querfinanzieren zu müssen. Dafür gibt es einfach noch Mechanismen und Möglichkeiten, die aktuell nicht ausgeschöpft werden (FK, Stille Reserven, Dynamische Verträge etc.)


Die Aufnahme von Fremdkapital (oder auch zusätzlichem Eigenkapital), die Hebung stiller Reserven durch erzwungene Spielerverkäufe sind doch quasi die Definition von Quersubvention des laufenden Geschäftsbetriebes.

Dieser laufende Geschäftsbetrieb wäre bei uns ohne die CL-Einnahmen extrem defizitär. und könnte sich nicht mehr vollständig selbst finanzieren. Wo sollen denn die grob geschätzt 50 Mio. herkommen, die ohne CL-Teilnahme wegbrechen würden? Natürlich aus Maßnahmen der Querfinanzierung!

Die dynamischen Verträge werden hier durch die mediale Marketingkampagne von Kehl extrem überschätzt (die sich übrigens bisher zu 0,0 in den Zahlen niedergeschlagen hat). Wenn uns Corona eine Sache gezeigt hat, dass sich alle da draußen und insbesondere die Profis selbst die Nächsten sind (das ist keine Kritik an den Profis, sondern eine Feststellung mit der es umzugehen gilt). Der Gehaltsverzicht in diesen extremen Zeiten kann schon quasi als Witz bezeichnet werden, wieso sollte dann auch nur ein gefragter Spieler hier zu massiven Gehaltsreduktionen bereit sein. Ich würde hier von Möglichkeiten ausgehen, die positiv gesehen maximal 10% des Gehaltsetats betreffen. Bei auszugleichenden 50 Mio. aus verpasster CL-Quali (bei den von dir genannten 2 Jahren verpasste CL sogar 100 Mio.) ist das nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.


Gab letztens ja mal eine Veröffentlichung, wie in Etwa die Verträge gestaltet sind: https://www.90min.de/posts/pramien-revolution-bvb-so-sieht-das-neue-bonus-system-aus

Wenn man die darin beschriebenen Zahlen mal hochrechnet, dann kann man bei der Punktprämie pro Punkt für die gesamte Mannschaft von 250-300 Tsd. Euro ausgehen. Rechnet man mit dem Mittelwert und wendet diesen auf die letzte Saison an, hätte man demnach 19,525 Mio. Punktprämie ausgeschüttet, wenn bereits alle Spieler einen leistungsbezogenen Vertrag hätten, wie Kehl sie vergibt - was ja noch nicht der Fall ist. Das wären demnach deutlich unter 10% des Personalaufwands und man würde, selbst wenn 10 Punkte fehlen, nicht mal auf 3 Mio. kommen, was ein Witz ist, wenn man letzte Saison 73 Mio. Umsatz nur über das TV Geld der CL gemacht hat, das in den nächsten Jahren noch mehr wird! Zumal eben schon ein Punkt zu wenig sein könnte für die CL Quali! Unabhängig davon, dass die Geschichte ja auch noch periodenverschoben wäre. Denn in der Saison, in der die CL Einnahmen fehlen, könnte man in der Liga ja auch durchaus wieder auf Normalniveau unterwegs sein und hat daher reguläre Ausgaben, während die CL Einnahmen fehlen. Dabei bedeutet eine schwächere Saison in der Liga wohl auch automatisch niedrigere Sponsoringeinnahmen, weil auch in den Verträgen normalerweise Punkt- oder Erfolgsprämien, wie die CL Quali. Vor allem der Vertrag mit Evonik ist hier relevant, die ja "nur noch" Trikotsponsor für die Pokalwettbewerbe sind und dafür bis zu 10 Mio. p.a. zahlen sollen. Dabei ist anzunehmen, dass ein Großteil des Sponsorings auf die CL entfällt, weswegen allein die Ausfälle im Sponsoring höher ausfallen müssten, als das Einsparungspotenzial bei den Punktprämien.

Die Jahresleistungsprämie orientiert sich im Kern am Grundgehalt, zielt wohl vor allem darauf ab, das Flops in Zukunft nicht mehr die Fixgehälter erzielen, sondern im Grundgehalt näher an ihrem eigentlichen Marktwert dran sind, um auch darüber Abgänge hinzubekommen. Realistisch erwarte ich hier aber nicht den großen Hebel, weil man im Grundgehalt wohl dennoch die Konkurrenz überbieten wird, um diese auszustechen, gerade wenn man aus Spielerperspektive sportlich nicht zwingend die attraktivere Adresse für den Spieler persönlich ist, bspw. wenn der Fit oder vor allem der Bedarf nicht so sehr gegeben ist, wie beim Alternativverein. Es wird daher weiterhin Gründe geben monetär zu kompensieren, weswegen die Jahresleistungsprämie letztendlich aber auf die Summe der Gesamtgehälter nicht den riesen Einfluss haben wird. Wohl allerhöchstens dann, wenn man die Saison durchweg mit Spielern vom Ende der Bank sowie günstigen Youngstern beschreiten muss, was dann aber mindestens eine Fehlplanung des Kaders attestieren würde, die noch viel mehr Geld kosten würde, als allein ein mögliches Verpassen der CL. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass diese Säule relativ konstant und daher erfolgsunabhängig sein dürfte, weil eine dermaßen grobe Fehlplanung dann doch einige Probleme mehr voraussetzt als aktuell vorhanden.

Die Titelprämie dürfte ansonsten eine reine Umverteilung von in den Sponsorenverträgen verankerten Prämien bleiben, hat also normalerweise unterm Strich keine Auswirkungen.

Verpasst man die CL, würde ich daher davon ausgehen, dass deutlich über 70 Mio. Umsatz fehlen werden, dem keine größeren Ausgaben gegenüberstehen. Das müsste wohl hauptsächlich über die Rücklagen ausgeglichen werden, die man über die Abschreibungen bildet. Das kostet letztendlich aber sportliche Substanz, weil das Geld eigentlich dafür gedacht ist, um alternde Spieler und Flops, die so oder so mit Verlust aus dem Verein ausscheiden, zu ersetzen. Das ist auf Grund von Corona und Netto-Invests in den Kader aber in den letzten Jahren sowieso schon geschehen und es stehen allein altersbedingt nicht wenige Spieler unter Vertrag, die früher oder später einen Nachfolger aus diesen Rücklagen finanziert wissen wollen (Hummels, Meunier/Wolf, Bensebaini, Can, Sabitzer, (Reus), (Hazard), Haller). Unabhängig von aktuell schon unterbesetzten Positionen, wie LV.
BVB - Finanzen |#666
31.08.2023 - 10:57 Uhr
Zitat von BVBBC


Verpasst man die CL, würde ich daher davon ausgehen, dass deutlich über 70 Mio. Umsatz fehlen werden, dem keine größeren Ausgaben gegenüberstehen. Das müsste wohl hauptsächlich über die Rücklagen ausgeglichen werden, die man über die Abschreibungen bildet. Das kostet letztendlich aber sportliche Substanz, weil das Geld eigentlich dafür gedacht ist, um alternde Spieler und Flops, die so oder so mit Verlust aus dem Verein ausscheiden, zu ersetzen. Das ist auf Grund von Corona und Netto-Invests in den Kader aber in den letzten Jahren sowieso schon geschehen und es stehen allein altersbedingt nicht wenige Spieler unter Vertrag, die früher oder später einen Nachfolger aus diesen Rücklagen finanziert wissen wollen (Hummels, Meunier/Wolf, Bensebaini, Can, Sabitzer, (Reus), (Hazard), Haller). Unabhängig von aktuell schon unterbesetzten Positionen, wie LV.


So wie es aussieht, kommt mit Füllkrug jetzt noch ein weitere Kandidat für diese Riege hinzu.

Das wird dann eine sehr große Herausforderung, diese ganzen Spieler zu ersetzen, dabei aber die sportliche Substanz weitgehend zu erhalten. Die sportliche Substanz geht ja einerseits durch den altersbedingten Abgang der genannten Spieler verloren, andererseits geht sportliche Substanz verloren, wenn Leistungsträger zur Querfinanzierung verkauft werden müssen.

In der Vergangenheit hat man diese Probleme über immer weiter steigende Einnahmen lösen können. Diese Möglichkeit sehe ich aber erstmal als erschöpft an. Vielmehr muss man sich wohl strecken, um das aktuelle Niveau zu halten. Es wird wohl zu einem Rückgang bei den nationalen TV-Erlösen kommen, anderseits bringt die CL-Reform auch wieder mehr Einnahmen (aber auch mehr Spiele). Die Mehrerlöse aus der CL kann ich nicht ganz einschätzen, bei einer seriösen Planung sollte man aber maximal von stagnierenden Erlösen ex Transfers ausgehen.

Es bleibt also nur der Weg über die Kostenreduktion bzw. Optimierung des laufenden Kaders. Hier kommt man eher in kleinen Schritten voran. Nachdem die Thematik Schulz diesen Sommer (mit Geld) gelöst wurden, bieten sich mit den auslaufenden Verträgen von Hummels, Reus, Meunier, Hazard und Wolf einige Möglichkeiten, die Personalaufwendungen nach Jahren wieder erstmals spürbar abzusenken. Das hängt aber auch zugegebenermaßen noch an vielen Ungewissheiten. Auf jeden Fall wird aber der transferpolitische Umgang mit den Abgängen dieser Spieler eine entscheidende Rolle für die mittelfristige sportliche Entwicklung spielen, was die Transferperiode Sommer 2024 immens wichtig macht.
BVB - Finanzen |#667
31.08.2023 - 12:53 Uhr
Zitat von BVB_OS


Schulz wurde sicherlich mit viel Geld gelöst, jedoch nicht mit einer solchen Menge, die wir bei einem weiteren Jahr unter Vertrag zahlen müssten. Zu sagen, wir haben ein paar Millionen gespart ist sicherlich etwas hoch gegriffen, dennoch nehmen wir diese Altlast so oder so zum Ende dieser Saison aus den Büchern. Die Verlängerung von Hummels und Reus hat obendrein knapp 10 Mio EUR Personalaufwandsverringerungen mit sich gebracht und anscheinend verfolgt man momentan den Plan, dass wieder mehr leistungsbezogen gezahlt wird.
Dadurch werden uns sicherlich einige Spieler durch die Lappen gehen und im Mittel würde es mich auch nicht wundern, wenn dadurch im Bestfall (für den Spieler) das Gehalt höher ausfällt als bei einem hohen Fixgehalt, da wir das Risiko für den Spieler abgelten müssen. Dennoch umgeht man eventuell einige Kosten bei Spielern wie Schulz, Meunier und Co, die man zweifelsfrei immer wieder im Kader haben könnte (Füllkrug wäre da so ein Kandidat).
Im Sommer wird es aufgrund auslaufender Verträge weiterhin eine Senkung von bis zu 35 mEUR p.a. geben und diese Spieler sehe ich durch 2 Neuverpflichtungen (IV;RV) abgedeckt. Dadurch entsteht wohl auch hier wieder ein Delta von 20 mEUR minimum, welches den Personalaufwand weiter senken wird.



Beim Personalaufwand würde ich mir keine zu große Hoffnung machen.

Dieser lag in Summe für die vergangene Saison bei 236 Mio.

Durch die Vertragsauflösung mit Schulz spart man sich wohl ca. 3 Mio. Das Gehalt von Modeste wird von Füllkrug aufgefangen, der nach jüngsten Berichten mit 6 Mio. sogar noch leicht über dem bisherigen Gehaltsniveau von Modeste liegt.

Bei Bensebaini und Guerreiro gehe ich ebenfalls davon aus, dass man sich in der selben Range bewegt (ca. 6 Mio.), Bensebaini aber einen Ticken über Guerreiro liegen dürfte.

Bellingham bekam bei uns wohl zuletzt 6 Mio, Dahoud 5 Mio. Hier findet ebenfalls ein nahezu identischer Wechsel statt, was das Gehaltslevel betrifft, mit Sabitzer (7 Mio.) und Nmecha (4 Mio.).

Daneben gab es die Reduktionen bei Hummels, Reus und auch Can. Diese können in Summe wohl bei rund 10 Mio. eingeordnet werden. Gleichzeitig schlägt diese Saison aber die Erhöhung von Moukoko voll durch, dessen Gehalt sich infolge der Vertragsverlängerung von 1 bis 2 Mio. auf 6 Mio. erhöht hat.

Bei Abgängen könnte er noch etwas sinken, bei Zugängen (Bella-Kotchap), größeren Vertragsverlängerungen (Kobel) oder einer Trainerentlassung aber auch steigen. Unterm Strich dürfte man damit den Personalaufwand im Wesentlichen konstant halten.

Ob man die Einsparungen nächstes Jahr tatsächlich so umsetzen kann, ist für mich fraglich. Hummels wird man definitiv ersetzen müssen (eventuell durch Bella-Kotchap schon als Vorgriff in dieser Saison), einen RV wird man bei Abgang von Meunier und Wolf ebenfalls benötigen. Dazu fehlt im Kader weiterhin ein LV. Bei Reus wird man sehen müssen, ob man eine interne Nachfolge (zumindest nominell) aus JBG, Duranville oder auch Reyna hinbekommt. Es kann daher schnell von potentiell möglichen 35 Mio. an Einsparungen nur noch ein ganz kleiner Betrag übrig bleiben, da alles Geld wieder gebraucht wird.

Es ist ja nicht das erste mal in den letzten 7 Jahren, dass eine spürbare Entlastung bei den Personalkosten möglich ist. Aber jedes Mal hat man es wieder aufs Neue geschafft, sich die eigene Suppe durch neue extreme Flops wieder zu versalzen. An die Reduzierung glaube ich daher erst, wenn ich sie im Jahresabschluss sehe.
BVB - Finanzen |#668
31.08.2023 - 13:47 Uhr
Zitat von Nic
Zitat von BVB_OS

Schulz wurde sicherlich mit viel Geld gelöst, jedoch nicht mit einer solchen Menge, die wir bei einem weiteren Jahr unter Vertrag zahlen müssten. Zu sagen, wir haben ein paar Millionen gespart ist sicherlich etwas hoch gegriffen, dennoch nehmen wir diese Altlast so oder so zum Ende dieser Saison aus den Büchern. Die Verlängerung von Hummels und Reus hat obendrein knapp 10 Mio EUR Personalaufwandsverringerungen mit sich gebracht und anscheinend verfolgt man momentan den Plan, dass wieder mehr leistungsbezogen gezahlt wird.
Dadurch werden uns sicherlich einige Spieler durch die Lappen gehen und im Mittel würde es mich auch nicht wundern, wenn dadurch im Bestfall (für den Spieler) das Gehalt höher ausfällt als bei einem hohen Fixgehalt, da wir das Risiko für den Spieler abgelten müssen. Dennoch umgeht man eventuell einige Kosten bei Spielern wie Schulz, Meunier und Co, die man zweifelsfrei immer wieder im Kader haben könnte (Füllkrug wäre da so ein Kandidat).
Im Sommer wird es aufgrund auslaufender Verträge weiterhin eine Senkung von bis zu 35 mEUR p.a. geben und diese Spieler sehe ich durch 2 Neuverpflichtungen (IV;RV) abgedeckt. Dadurch entsteht wohl auch hier wieder ein Delta von 20 mEUR minimum, welches den Personalaufwand weiter senken wird.



Beim Personalaufwand würde ich mir keine zu große Hoffnung machen.

Dieser lag in Summe für die vergangene Saison bei 236 Mio.

Durch die Vertragsauflösung mit Schulz spart man sich wohl ca. 3 Mio. Das Gehalt von Modeste wird von Füllkrug aufgefangen, der nach jüngsten Berichten mit 6 Mio. sogar noch leicht über dem bisherigen Gehaltsniveau von Modeste liegt.

Bei Bensebaini und Guerreiro gehe ich ebenfalls davon aus, dass man sich in der selben Range bewegt (ca. 6 Mio.), Bensebaini aber einen Ticken über Guerreiro liegen dürfte.

Bellingham bekam bei uns wohl zuletzt 6 Mio, Dahoud 5 Mio. Hier findet ebenfalls ein nahezu identischer Wechsel statt, was das Gehaltslevel betrifft, mit Sabitzer (7 Mio.) und Nmecha (4 Mio.).

Daneben gab es die Reduktionen bei Hummels, Reus und auch Can. Diese können in Summe wohl bei rund 10 Mio. eingeordnet werden. Gleichzeitig schlägt diese Saison aber die Erhöhung von Moukoko voll durch, dessen Gehalt sich infolge der Vertragsverlängerung von 1 bis 2 Mio. auf 6 Mio. erhöht hat.

Bei Abgängen könnte er noch etwas sinken, bei Zugängen (Bella-Kotchap), größeren Vertragsverlängerungen (Kobel) oder einer Trainerentlassung aber auch steigen. Unterm Strich dürfte man damit den Personalaufwand im Wesentlichen konstant halten.

Ob man die Einsparungen nächstes Jahr tatsächlich so umsetzen kann, ist für mich fraglich. Hummels wird man definitiv ersetzen müssen (eventuell durch Bella-Kotchap schon als Vorgriff in dieser Saison), einen RV wird man bei Abgang von Meunier und Wolf ebenfalls benötigen. Dazu fehlt im Kader weiterhin ein LV. Bei Reus wird man sehen müssen, ob man eine interne Nachfolge (zumindest nominell) aus JBG, Duranville oder auch Reyna hinbekommt. Es kann daher schnell von potentiell möglichen 35 Mio. an Einsparungen nur noch ein ganz kleiner Betrag übrig bleiben, da alles Geld wieder gebraucht wird.

Es ist ja nicht das erste mal in den letzten 7 Jahren, dass eine spürbare Entlastung bei den Personalkosten möglich ist. Aber jedes Mal hat man es wieder aufs Neue geschafft, sich die eigene Suppe durch neue extreme Flops wieder zu versalzen. An die Reduzierung glaube ich daher erst, wenn ich sie im Jahresabschluss sehe.


Wir haben auch immer entsprechend tief bei Neuzugängen in die Tasche gegriffen. Gerade im letzten Jahr hat man aufgrund der Verpflichtung von Stammspielern in einem entsprechenden Alter ziemlich viel in den Personalaufwand stecken müssen.

Zu deinem letzten Satz: Dann kann man sich natürlich auch Diskussionen grundsätzlich sparen, wenn du nur Schwarz auf Weiß als Argument zählen lässt.

Personalaufwand eingespart haben wir diese Saison:
6 mEUR (Bellingham)
5 mEUR (Guerreiro)
6 mEUR (Schulz)
5 mEUR (Dahoud)
6 mEUR (Modeste)
2 mEUR (Passlack, Coulibaly, Unbehaun)
5 mEUR (Reus von 12 mEUR auf 7 mEUR)
5 mEUR (Hummels von 10 mEUR auf 5 mEUR)
2 mEUR (Can von 9 mEUR auf 7 mEUR)

Einsparung: 42 mEUR (abzüglich einer Einmalzahlung von 2,5 mEUR)

Verlängerungen/Neuverpflichtungen seit Winter:
3 mEUR (Ryerson)
3 mEUR (Mouki von 1,5 auf 3,5 mEUR + 2 mEUR Erfolgsprämien(mal 50 % angenommen)
0 mEUR (Brandt)

Erhöhung der Personalaufwendungen: 6 mEUR

Neuverpflichtungen laufende Saison:
4 mEUR (Nmecha)
7 mEUR (Sabitzer)
6 mEUR (Bensebaini)
6 mEUR (Füllkrug)
4 mEUR (Bella-Kotchap: Verdient aktuel 2,6 mEUR)

Erhöhung der Personalaufwendungen: 27 mEUR

Bedeutet, dass der Personaletat, sofern es nicht zu Verlängerungen oder weiteren Neuverpflichtungen kommt um 6,5 mEUR im Laufe der Saison sinken sollte. Das Geld könnte natürlich durch Verlängerungen etc. aufgeraucht werden.

2024 sieht es Stand heute wie folgt aus:
5 mEUR (Hummels)
7 mEUR (Reus)
10 mEUR (Meunier)
5 mEUR (Hazard)
2,5 mEUR (Schulz ab da vollständig im Etat verringert)
6 mEUR (Wolf)

In Summe noch einmal 35,5 mEUR.

Dagegen müssten wir (ohne weitere Abgänge) rechnen, was für Spieler wir nominell verpflichten müssen.
Wir bräuchten minimum einen AV, ein Talent für die IV und einen Offensivspieler, sofern die Offensivtalente sich nicht entwickeln und Reyna nicht wieder in Tritt kommt. Dabei würde natürlich wieder Geld eingenommen werden und der Personaletat weiter sinken (wenn auch geringfügig).

Alles in allem würde die Verschlankung des Kaders in Verbindung mit Beendigung von Altverträgen aber Schätzungsweise das Potenzial bieten, dass man 10 % der Personalkosten einsparen könnte. Magst du gern schwarzmalen wie du möchtest, aber Stand heute verlassen uns wohl mehr Spieler als hinzukommen, da wir viele Altlasten, die keine größere Rolle mehr im Verein spielen, mit auslaufenden Verträgen haben.

Ich bin somit vorsichtig optimistisch, dass wir nur 20 mEUR an Gehältern für 3 neue Spieler und eine Kobelverlängerung ausgeben.
BVB - Finanzen |#669
07.09.2023 - 19:03 Uhr
Zitat von Tremonia_Alex
Zitat von nookie89

Wenn man so sehr auf Transfereinnahmen angewiesen ist, verstehe ich es umso weniger, warum man diesen Sommer nur Spieler verpflichtet hat, die wohl keinen Transfergewinn erwirtschaften werden. Füllkrug, Bensebaini und Sabitzer haben wohl ihre letzten Verträge abgeschlossen. Nmecha wäre zwar in dem Alter, hat bei einem Einkaufswert von 30 Mio. aber noch kaum Spielraum, um bei seinem Talent noch steil nach oben zu gehen.


Das habe ich an anderer Stelle ja auch schon gesagt. Mit Bellingham haben wir aktuell unser letztes Pulver dahingehend verschossen.

Kobel ist natürlich zu erwähnen, auch wenn der aufgrund der Position vermutlich nicht für 70 Millionen aufwärts wechselt.
Schlotterbeck wäre ein Kandidat bei entsprechender Entwicklung, aber das sehe ich aktuell noch nicht.
Kamara ebenfalls, aber der Bursche muss erstmal dauerhaft fit bleiben.
Nmecha sehe ich bei seinen Anlagen schon bei 80+ sollte die Entwicklung gut laufen. Reyna ebenfalls, aber da gilt das gleiche wie bei Kamara.

Adeyemi ist auch noch nicht fertig und hat das Potenzial auf 100+. Bynoe-Gittens und Duranville auch.
Dann haben wir da ja noch Moukoko der erst 18 ist...

Macht für mich 9 Spieler. Wenn die sich super entwickeln, könnten sie unseren Finanzen sehr sehr gut tun.

Nichtsdestotrotz müssen wir davon weg, auf Erlöse angewiesen zu sein. Das kann auch nach hinten losgehen!


Die Frage ist, ob es immer die 100+ sein müssen. Das ist ja auch so schon eher selten. Und mit seltenen Dingen sollte man nicht regelmäßig planen.

1) Kobel gilt als bester Torhüter der Liga und ist in einem sehr guten Alter
2) Schlotterbeck könnte in die gleiche Richtung gehen. Alter noch sehr gut.
3) Süle ist zwar etwas älter, aber da er ablösefrei war und Nationalspieler, hat auch er einen Markt.
4) Nmecha ist vom Alter und Nationalspielerstatus ebenfalls in der Auslosung. Gewinn wie bei Schlotterbeck.
5) Brandt hat definitiv auch einen Markt für einen 30-50 Mio Transfer.
6) Reyna? Alter und Talent ja. Schwierig einzuschätzen nach der Story mit der Nationalmannschaft, den Verletzungen und der aktuellen Spielzeit. Aber Potential ja.
7) Adeyemi wurde ja schon etwas mit Gerüchten zu Liverpool und Real Madrid in Verbindung gebracht.
8) Bynoe-Gittens als Engländer für die PL Clubs interessant.
9) Duranville ist erst 17 und vermutlich das aktuell heißeste Eisen im BVB Kader.
10) Haller als klassischer Stürmer wird wie Dzeko einen Markt haben.
11) Malen ist 24 und aktuell (Rückrunde, aktuelle Saison) treffsicher. Nationalspieler.
12) Moukoko ist ewig da und auch erst 18 Jahre alt. Nationalspieler.

Aus der Jugend
13) Blank 19 Jahre (2. Mannschaft)
14) Bueno 20 Jahre (2. Mannschaft)
15) Kamara 19 Jahre (2. Mannschaft)
16) Mané 18 Jahre (U19)
17) Brunner 17 Jahre (U19)
18) Diallo 16 Jahre (U19)
... Da gibt es noch etliche Jugendnationalspieler und teilweise 14 jährige in der U17.

Wenn die Transfers bereits mit Verkäufen gegenfinanziert sind, dann ist der eigentliche Gewinn ie Ablösesumme und nicht die Differenz der Ablösen (bekommen - bezahlt).

Es gibt auch kleine Deals und weitere Einnahmen, die auch schnell mal das Ergebnis verändern.

Dieses Jahr gab die USA Reise, die nicht jedes Jahr stattfindet 5 Mio Antrittsprämie.
Man hat 2 Spieler aus der Jugend für 2 Mio verkauft.
Man hat für Coulibaly ein Team in der CL gefunden, das ihm entweder sehr gute Spielzeit gibt (dann ist der Ersatz für Hummels ohne Ablöse) oder die 12 Mio Kaufoption bedient.
Für Akanji gab es jetzt wohl auch noch eine Nachzahlung von 2,5 Mio.
Hazard, der sportlich gar keine Rolle spielt hat man für 4 Mio verkauft und noch einmal ca. 80% seines 5 Mio Gehalts (auch noch einmal 4 Mio) eingespart.
Knauff hat man für 5 Mio verkauft.
Bei Bellingham gibt es neben den 103 Mio (wie auch immer aufgesplittet) noch weitere 30 Mio an Boni. An denen mag noch einmal ein 5% Anteil (1,5 Mio) an Birmingham gehen. Aber alle anderen (Agenten, etc) sind bereits ausgezahlt und so stehen dem BVB bald weitere 28,5 Mio ins Haus, ohne dass man an Qualität verliert.

Mit Meunier, Wolf und Morey würde man keine hohe Qualität im Kader verlieren. Jedoch um die 15 Mio Gehalt frei machen. Holt man sich dafür nur 1 guten Spieler für 6-8 Mio, dann kann man das eingesparte Gehalt auch in die Ablöse stecken, obwohl die 3 Abgänge selbst keine Ablöse generieren.
BVB - Finanzen |#670
24.10.2023 - 22:00 Uhr
Oft lese ich hier in den Kaderschmieden und Transferspekulationen, dass die Verfasser davon ausgehen, der BVB müsse unbedingt ein wirtschaftliches Transferplus pro Periode erreichen. Wahrscheinlich schwebt da noch Watzkes 60 % Aussage bezüglich des Bellingham-Transfers im Hinterkopf und das gewaltige Transferplus aus dem vergangenen Transferfenster lässt vermuten, der BVB wäre ohne signifikante Spielerverkäufe kaum überlebensfähig. Ich denke, diese Angst kann jedem genommen werden und ich möchte darlegen, warum ich sogar von einem Nettoinvest im kommenden Sommer ausgehe. Vorab: BWL-Studenten mögen mir bitte verzeihen, wenn ich die ein oder andere Begrifflichkeit im Sinne der Lesbarkeit und des allgemeinen Verständnisses etwas vereinfacht benutze. Ansonsten inhaltliche Fehler bitte unbedingt benennen!

Die meisten werden mitgekriegt haben, dass der BVB für das vergangene Geschäftsjahr (=Saison) einen Gewinn von ~9,5 mio. ausgewiesen hat. Alle haben mitgekriegt, dass Bellingham für 103 mio. + Boni an Real Madrid verkauft wurde. Wo zum Teufel ist denn nun all die Kohle hin??? Zunächst einmal sind diese 103 Mios Forderungen, die an Real gestellt werden, wie viel Geld tatsächlich bereits überwiesen wurde, ist uns Außenstehenden nicht bekannt. 70 – 80 mio. vielleicht? Wichtig zu wissen ist, dass der BVB in DIESER Saison Verbindlichkeiten i.H.v. ~86 mio. zu zahlen hat, die zum größten aus Teil Ratenzahlungen für zuvor gekaufte Spieler bestehen. Jahresbericht S. 126 „Kurzfristige Schulden→ Verbindlichkeiten aus Leistung und Lieferung“. Kurz: Wir zahlen JETZT große Teile der Ablösen für Adeyemi, Haller und co. Zusätzlich müssen in dieser Saison ~13 mio. Kreditschulden beglichen werden, die letzte Saison durch Investitionen in die Infrastruktur entstanden sind. Jahresabschluss selbe Seite. Demgegenüber stehen Forderungen aus Spielerverkäufen (also Ratenzahlungen, die man in dieser Saison für zuvor verkaufte Spieler erhält) i.H.v. ~38 mio. Im Portemonnaie hatte man am Stichtag gut 4,5 mio. Man kann also zu der Erkenntnis gelangen, dass der BVB ein gutes Stück der finanziellen Belastung der Vorsaison(s) in diese Saison verlagert hat. Deswegen hießen die Neuzugänge auch „nur“ Sabitzer, Nmecha und Bensebaini.

Wie kann man nun eine grobe Vorstellung davon bekommen, was der BVB ohne Spielerverkäufe investieren kann? Hier gibt der erzielte Gewinn alleine wenig Informationen her. Wenn man vom letztjährigen Gewinn von 9,5 mio. das ausgewiesene Ergebnis aus Transfergeschäften i.H.v 72,5 mio abzieht… dann bekommt man vielleicht zunächst ein wenig Panik. Wenn man aber mal einen genaueren Blick auf die Verlustseite wirft, sieht man, dass da -106 mio. Abschreibungen enthalten sind, wovon 93 mio. auf immaterielle Vermögenswerte (=Spieler) entfallen. Jahresabschluss S. 127. Abschreibungen bedeuten jedoch nicht, dass dieses Geld noch bezahlt werden muss, das ist bereits geschehen (zumindest großteils, der Rest wandert in die Verbindlichkeiten). Dazu ein kurzer Exkurs.

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Kurzer Exkurs zum Thema Bilanzierung von Profisportlern:

Ein Spieler (bzw. die Lizenz, diesen einsetzen zu dürfen) taucht in der Bilanz als immaterieller Vermögenswert auf und zwar anfänglich in der Höhe der für ihn vereinbarten Ablösesumme. Der Spielerkauf ändert dabei zunächst nichts an der Gewinn- und Verlustrechnung des Vereins (Konzerns). Auf der einen Seite steht der Spielerwert, auf der andern in gleicher Höhe die Verbindlichkeiten gegenüber dem abgebenden Club. Der bilanzielle Wert des Spielers wird dann zu gleichen Teilen über die Dauer seiner Vertragslaufzeit abgeschrieben bis auf null bei Vertragsende. Abschreibungen finden in der Wirtschaft statt, um den jährlichen Wertverlust des Anlagevermögens abzubilden, beispielsweise im Maschinen- oder Fuhrpark eines Unternehmens. Diese jährlichen Abschreibungen werden stets als Verlust ausgewiesen. Was bei Maschinen ja irgendwie einleuchtend ist, ist bei Profisportlern oft weniger einfach. Bellingham z.B. hat in der Bilanz jährlich an Wert verloren, während sein tatsächlicher Marktwert in astronomische Höhen geklettert ist. Die Methode ist allerdings realitätsnah unter anderem bei Spielern, die ihren Vertrag auslaufen lassen und dann wechseln, da ja tatsächlich kein Erlös mehr mit ihnen zu erzielen ist. Ablösefreie Spieler, oder Spieler, deren ursprünglicher Vertrag ausgelaufen ist, aber verlängert wurde, stehen nicht in der Bilanz und sorgen daher auch nicht für Abschreibungen. Moukoko, Reyna, Reus, Meunier, Hummels = nicht in der Bilanz.

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Halten wir also fest, dass Abschreibungen für den BVB bilanzielle Fantasiewerte sind, die uns zwar daran erinnern, dass wir hin und wieder in den Kader investieren müssen, uns dabei aber nicht verraten in welcher Höhe das nötig und möglich ist. Mit ihnen ist nicht ein Cent einer konkreten Zahlungsverpflichtung verbunden und wir wollen sie fortan komplett missachten. Wir wollen wissen, wie viel Kohle sich der BVB in einer Saison mit dem Kerngeschäft (also Ticketing, Sponsoring, Merch etc.) und ohne Spielerverkäufe in die Tasche stecken kann, um es dann auf dem Transfermarkt wieder auf den Kopf zu hauen. Diese Information ist im Jahresbericht auf Seite 128 unter dem Namen „Operativer Cashflow“ zu finden. Diese Größe gibt genau das an, was wir wissen wollen. Sie gibt uns Informationen darüber, ob und in welcher Höhe Investitionen aus eigener Kraft möglich sind. Und good news: Im Geschäftsjahr 22/23 lag dieser Wert bei ~55,5 mio. Euro.

Letzte Saison konnte man also netto – heißt nach Abzug der Transfereinnahmen – 55 mio. Euro für Spielertransfers ausgeben, also wirklich bezahlen. Das hat man auch getan. So wie ich das lese beinhaltet diese Zahl allerdings auch Ratenzahlungen aus vorher getätigten Transfers. Siehe Jahresbericht S. 128 „Cashflow aus Investitionstätigkeit“, dort kann man lesen, was tatsächlich in Spieler und auch Infrastruktur gesteckt wurde. In den Kader investierte man ~126,5 mio., während ~71 mio. durch Spielerverkäufe generiert wurden. Die Investitionen in Sachanlagen i.H.v. ~22 mio. wurden fremdfinanziert.

Was allerdings sehr deutlich wird, ist die wirtschaftliche Wichtigkeit der Champions League. Dort hat man laut Medienberichten in der vergangenen Saison gut 75 mio. eingenommen. Aufgrund der Einnahmenart (Prämien) stehen diesen auch keine signifikanten Kosten gegenüber, sodass man sie grob als Gewinn ansehen und sie zu unserem geliebten operativen Cashflow hinzurechnen kann. Ohne die CL wäre dieser nämlich 55-75=-20 mio. gewesen, was richtig problematisch wäre. Es gilt aber auch zu beachten, dass die CL-Gelder nicht nur nach dem olympischen Prinzip „dabei sein ist alles“ verteilt werden, sportlicher Erfolg wird sehr stark auch finanziell entlohnt. Pro Sieg in der Gruppenphase gibt es 2,8 mio., pro Unentschieden 930.000, für das Erreichen des Achtelfinals erhält man 9,6 mio. Das heißt, letzte Saison erhielt man alleine an Preisgeldern 2x2,8+3x0,93+9,6=18 mio. Euro. Das wird dieses Jahr wohl etwas schwieriger zu erreichen sein.

Jetzt könnte man zu der Annahme verleitet werden, der BVB werde – je nach Abschneiden in der laufenden CL-Saison und bei erneuter Qualifikation für eben diese – in der kommenden Saison netto irgendetwas zwischen 40 – 50 mio. in den Kader investieren. Da möchte ich aber darauf hinweisen, dass der BVB vor Corona etwa 55-60 mio. auf der hohen Kante, also ein ein Festgeldkonto nach bajuwarischem Vorbild hatte und heute sind es 4,5 mio. Ich vermute, da will man wieder etwas aufbauen. Auf der anderen Seite werden in der kommenden Saison deutlich weniger Ratenzahlungen fällig sein (Jahresbericht S. 126 „Langfristige Schulden→ Verbindlichkeiten aus Leistung und Lieferung“ = ~47 mio.), hohe Spielergehälter fallen teils sicher, teils wahrscheinlich weg und die Champions League Reform wird definitiv auch mehr Geld für die Vereine bedeuten. Ich möchte ungern eine Schätzung abgeben, wie viel Geld Borussia Dortmund im nächsten Transferfenster auf den Tisch legt, aber ein Sancho netto für 35-40 wäre definitiv möglich grins. (Nur ein Beispiel, gibt mMn wichtigere Baustellen).
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