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BVB - Finanzen

28.01.2014 - 10:06 Uhr
BVB - Finanzen |#631
20.02.2023 - 09:10 Uhr
@TheKillingJoke: Sorry für die späte Antwort. Habe es mal am Handy versucht, ich hoffe das hat mit den Zitaten hingehauen. Es gibt hier insgesamt sicher einige Schnittmengen zur Transferpolitik, eventuell bietet sich dann eine Verlagerung der Diskussion dahin an.

Zitat von TheKillingJoke

Zitat von Nic

Was die Merch-Umsätze angeht muss man mal den Bericht Ende Februar abwarten, vielleicht wird hier noch etwas genauer auf den oder die Gründe eingegangen.


Das wird 1:1 mit der hohen Inflation zu tun haben, linear zum Einzelhandel… der den höchsten Umsatzrückgang seit 1994 in 2022 zu beklagen hatte. Da halten sich die Leute als erstes zurück, wenn die Lebenshaltungskosten steigen bzw. einfach weniger/kein Geld vorhanden ist.


Ja in die Richtung wird es wahrscheinlich gehen. Mal schauen was nächste Woche dazu im Halbjahresbericht geschrieben wird.

Zitat von TheKillingJoke

Zitat von Nic

Gleichzeitig ist es natürlich bedauernswert, dass man wieder einmal nicht in der Lage war, problematische Personalien zu lösen und dies augenscheinlich wohl wirklich nur über das Auslaufen der jeweiligen Verträge hinbekommt.


Der Markt hat sich seit Corona verändert und Lösungen aus der Vergangenheit sind dann nur möglich (bei den Problemfällen), wenn man starke Verluste in Kauf nimmt. Ich mache mir hier keine allzu großen Hoffnungen, die Clubs die für diese Spieler in Frage kommen würden, können bei weitem nicht das Gehalt zahlen. Auch das ist nicht überraschend.


Das liegt nicht m.E. nicht an Corona, das hier nur die ohnehin vorhandenen Effekte noch verstärkt hat. Vielmehr ist schon lange zu beobachten, dass es für bestimmte Clubs ein Problem ist, relativ hochbezahlte Kicker mittleren Fussballeralters wieder loszuwerden, wenn diese sportlich nicht so einschlagen wie erhofft. Merkwürdigerweise kriegen Real, Bayern usw. diesen Typ Spieler los, während die zweite Garde der internationalen Top-Clubs (wozu ich auch mal den BVB zählen würde) auf diesen Spielern sitzen bleibt (Schürrle, Götze, Toprak usw. lassen grüßen). So konnte sich Brazzo im Sommer für einige Spielerverkäufe feiern lassen, die aber an sich nur einer seit Jahren herrschenden Marktlogik gefolgt sind.

Junge Spieler und Talente konnte man dahingegen immer zumindest kostenneutral wieder zeitnah abgeben, selbst wenn sie in Sachen Leistung und Entwicklung vollkommen hinter den Erwartungen geblieben waren (Merino, Mor, Diallo, Isak usw.).

Was mich daran stört ist, dass der BVB dies anscheinend noch nicht kapiert hat. Anstatt hier vorsichtiger zu agieren, werden insbesondere mit Haller und Süle gleich zwei Transfers dieser Risikokategorie getätigt, obwohl man noch zig Baustellen (Schulz, Hazard, Meunier, Can usw.) aus dem gleichen Problemfeld ungelöst im Kader hat.

Zitat von TheKillingJoke

Zitat von Nic

Die Zahlen zeigen noch einmal deutlich, dass eigene Ausgaben für Ablösesummen zuerst durch eigene Einnahme aus Spielerverkäufen generiert werden müssen. Gerade wenn es ablösefreie Abgänge geben wird (eventuell Guerreiro, Dahoud etc.), müssen diese mindestens teilweise durch ablösefreie oder in Sachen Ablöse günstige Neuzugänge ersetzt werden.


Ich hoffe dieser Abschnitt brennt sich bei vielen Fans endlich mal ins Bewusstsein ein. Man hat auch noch einen Haufen Verbindlichkeiten aus LuL. Von daher braucht man mit großen „Nettoinvestitionen“ in nächster Zeit nicht rechnen. Man wird die Transfereinnahmen + evtl. einen moderaten Betrag investieren aber nicht mehr.


Ja absolut an den Verbindlichkeiten LuL bzw. dem Working Capital insgesamt lässt sich das gut ablesen, was möglich ist und was nicht bzw. muss hier (insbesondere mit Blick auf Verbindlichkeiten LuL) ersteinmal liquiditätstechnisch die Dinge abgearbeitet werden, für die man irgendwann in der Vergangenheit einmal in Vorleistung gegangen ist.

Zitat von TheKillingJoke

Zitat von Nic

Es wird dann auch noch einmal mit Nachdruck die Notwendigkeit, dass man sich bei sämtlichen auslaufenden Verträgen keine nostalgischen Anfälle leisten kann und gerade die Großverdiener Reus und Hummels hier deutlich Abstriche machen müssen. Ein lockeres Auslaufen-Lassen der Karriere zu Bezügen von 5 Mio. aufwärts ist für den BVB angesichts dieses Zahlen eigentlich nicht drin.


Hier bin ich gespannt, ob Reus und Hummels das verstanden haben.
Bei Götze hat man es ähnlich versucht, da ist man nicht gerade auf Begeisterung gestoßen.


Es wird definitiv nicht einfach hier spürbare Gehaltssenkungen durchzubringen. Etwas Hoffnung macht mir natürlich, dass im Vergleich zu Götze bei Hummels und Reus nicht mehr 5 bis 8 Karrierejahre warten, sondern vielleicht noch 1 bis 2. Da ist man eventuell eher zu Einschränkungen bereit.

Zitat von TheKillingJoke

Zitat von Nic

Einen spürbaren Effekt erwarte ich aber hier erst für die Saison 24/25, da man bis dahin einige teure Missverständnisse (Schulz, Meunier, aber auch Can, Hazard und Wolf) endgültig von der Payroll bekommt oder zumindest zu den Leistungen angemessenen Bezügen verlängert.


Ist eigentlich der einzige Punkt in dem ich dir widersprechen muss.
Bei Wolf und Can muss man eher an eine Verlängerung denken, wenn sie ihr Leistungsniveau mittelfristig halten. Wolf ist nichtmal besonders teuer, sondern bekommt ungefähr den Betrag den man für einen ähnlich veranlagten AV bezahlen muss. Die Einsparungen bei Hazard, Schulz und Meunier werden ähnlich wie bei Witsel & co durch 2 Dinge egalisiert:

1. Vertragsverlängerungen von Spielern wie Kobel, Bellingham, Gittens etc. (die man vielleicht nicht alle realisieren wird… wir haben einige Spieler im Kader die noch relativ günstig sind, das wird man bis 24/25 begradigen müssen, sofern man sie nicht verkaufen oder ablösefrei verlieren will.

2. für manche Spieler wird ein Nachfolger benötigt. Bei Schulz vielleicht nicht notwendig, bei anderen schon eher.

Außerdem hat man mit Ryerson, Duranville und Moukoko VVL im Winter den Etat vorerst angehoben (was im Halbjahresbericht nicht enthalten sein wird).

Summa summarum, wird der Etat auch 24/25 (da bin ich mir ziemlich sicher) bei um die 200mio/a liegen. Die Einsparungen wären im besten Fall marginal, oder man wird qualitativ bewusst ausbluten (das kann ich mir nicht vorstellen, da die Einahmen auch steigen).


Hier habe ich mich nicht präzise genug ausgedrückt. Ich bin mir nicht sicher, ob man zur Saison 24/25 wirklich Senkungen im Gehaltsetat hinbekommt, es besteht hier aber die große Möglichkeit, da eben einige Verträge von Großverdienern auslaufen, die in Sachen Preis-Leistung mindestens kritisch zu betrachten sind.

Hier muss ich auch widersprechen, dass man Senkungen im Etat nur mit einem Qualitätsverlust erreicht. Das würde ja implizit unterstellen, dass man sich in Sachen Preis-Leistung bei einer Gesamtkaderbetrachtung nahezu am Optimum bewegt. Das glaube ich eben nicht, aus meiner Sicht gibt im Kader einen Umfang von 25% aller Gehälter, welcher in einem sehr krassen Missverhältnis zu den Leistungen steht (also im negativen Sinn). Ich habe kein Problem mit der Höhe der Personalkosten per se, sondern vielmehr mit dem Umstand, dass ein sehr hoher Anteil an absolute Underperformer geht, und das schon seit Jahren. Man hat sicherlich immer mal jemanden im Kader, bei dem das Verhältnis nicht passt, aber die Häufung bei uns ist ein Problem.

Zu Can und Wolf: Aus der aktuellen Serie möchte ich auf keinen Fall ableiten, dass hier eine Verlängerung kommen sollte. Wolf war seit jeher überbezahlt und ist es auch jetzt (ich glaube nicht, dass ein Ryerson mit einem ähnlichen Leistungsniveau hier 5 Mio. verdient), die Aussagen von Wolfs Berater zum Vertrag beim BVB sind hier selbsterklärend. Can hatte ein gutes erstes halbes Jahr und jetzt eine zweite gute Phase bei uns. Davor war das viel zu wenig. Er war/ist unter den Top-5-Verdienern, war aber außer den genannten Zeiträumen nie unter den Top-5 -Leistungsträgern, nicht mal in der Nähe davon. Dazu funktioniert er nur unter ganz speziellen Rahmenbedingungen (Mitspieler und taktischen Gegebenheiten), was passiert wenn diese nicht mehr so gegeben sind?

Zitat von TheKillingJoke

Zitat von Nic

Insgesamt auch wieder erstaunlich, wie lange man sich mit dem völlig verunglückten Transfersommer 2019 in finanzieller Hinsicht herumplagen muss (von den sportlichen Schwierigkeiten bzw. ungenutzten Möglichkeiten ganz abgesehen).


An diesen Punkt vermischt sich das finanzielle mit dem sportlichen. Wäre Brandt schon damals auf dem Leistungsniveau von heute, dann wäre er sogar günstig gewesen. Wenn man ihn verlängert unter dem Gesichtspunkt der aktuellen Leistungen und der zahlungskräftigen Konkurrenz, wird er eher 10mio/a als 5mio/a Kosten.

Was gab es noch für verunglückte Transfers in dieser Periode? Eigentlich nur Schulz und Hazard, wobei Hazard in der ersten Saison sogar gut war. Das passiert, man hat beide sicherlich überbezahlt… Hummels und Alcacer würde ich nicht, als „völlig verunglückt“ sehen… Paco konnte man im darauffolgenden Winter relativ verlustfrei gegen Haaland „tauschen“. Das ist das normale Risiko, wenn man Abgänge zu verzeichnen hat, dass mal Spieler floppen. Momentan z.B. Malen und Meunier die weit hinter den Erwartungen bleiben und nicht günstig waren (beide nach 2019).


Brandt war damals auf dem sportlichen Niveau von heute (zeigte er aber nur in Leverkusen zu der Zeit), seine Entwicklung wurde durch den Club selbst gebremst, indem man die Frage "Reus vs. Brandt im OM" nie aktiv geklärt hat und jetzt die biologische Uhr von Reus das Thema entschieden hat, ist aber eher Transferpolitik. Dazu kamen individuelle Themen bei Brandt selbst, der es lange nicht schaffte sein Spiel "reifen zu lassen" und das Thema individuelle Böcke nicht in den Griff bekam.

Das Grundproblem am Transfersommer 2019 war, dass man etliche Spieler verpflichtet hat, die zwingend einschlagen mussten, da man sie aus oben genannten Gründen nicht oder nur ganz schwer wieder los bekommen würde (mittleres Fussballeralter, hohes Gehalt). Dazu zählte mit Sicherheit Hummels, der individuell zwar gut ablieferte, durch die Besonderheiten seines Spiels aber zumindest keinen positiven Impact auf die gesamte Mannschaftsleistung hatte und auch für den BVB selbst als auch relativ ein extrem teurer IV war, der den Preis nur dadurch rechtfertigte, angeblich das fehlende Puzzlestück zur Meisterschaft zu sein. Nur leider entfernte man sich mit dem Stammspieler Hummels weiter von der Meisterschaft, als dass man näher dran rückte.

Man hat durch diese speziellen Transfers wahnsinnig viele Mittel von vorne herein auf lange Zeit gebunden, obwohl die Fragzeichen hinter den Transfers bereits bei Verpflichtung sehr groß waren. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass in den letzten beiden Transferperioden die Mittel dafür offensichtlich gefehlt haben, um auf diverse Baustellen angemessen zu reagieren.

Unterm Strich hat man gerade die letzten Jahre immer mehr ausgegeben, aber kaum noch Leistungszuwächse generieren können. Obwohl man nominal als auch relativ zum Rest der Liga den Gehaltsetat hochstemmen konnte, hat sich das sportlich nur bedingt niedergeschlagen. So ist zumindest das für mich aussichtsreichste Kriterium einer dauerhaften Hebung des sportlichen Levels, nämlich dauerhaft über die 70 Punkte-Grenze zu kommen, nicht erreicht worden. Dauerhaft angehoben wurde scheinbar nur das Gehaltslevel.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Nic am 20.02.2023 um 09:16 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#632
21.02.2023 - 09:36 Uhr
Zitat von Titantron

Zitat von BVBBC

Zitat von Titantron

Wo soll das Gehalt denn hin wandern? Das Märchen vom sinkenden Gehaltsbudget bei steigenden Umsatz glaubst du ja wohl nicht. Wenn man Bellingham weiter ziehen lässt, dem man angeblich bis zu 15 Mio p. A. für eine Verlängerung bieten würde, dazu Mo raus rechnet, Hummels und Reus Einsparungen. Dazu kommen noch wackelnde Großverdiener mit Vertrag bis 2024 wie Can und Meunier. Ich sehe viel Platz im Gehaltsbudget und viel Bedarf im DM/ZM für große Lösungen.


Ich glaube in jedem Fall eher an sinkende Gehaltsbudgets als an das Märchen der steigenden Umsätze. Die erholen sich gerade zwar wieder, aber auf dem Niveau von vor Corona ist man deswegen trotzdem noch nicht wieder angekommen und selbst damals waren keine Etats von über 200 Mio. drin, ohne auf Spielerverkäufe angewiesen zu sein. Will man daher die Mannschaft nicht immer wieder selbstverschuldet schwächen, wird man auf ein Gehaltsniveau runter müssen, das zu den aktuellen Umsätzen passt. Steigen die Umsätze mittelfristig dann doch wieder, kann der Etat auch wieder ansteigen, aber solange das nicht der Fall ist, müssen regelmäßig Spieler gehen, die signifikante Ablösen einbringen ...


Eine CL Quali nächste Saison bedeutet quasi automatisch Umsatzrekord, solange nicht wieder eine Pandemie ausbricht und Umsatzziel sind weiterhin 500 Mio, da irgendeine Mittelfristigkeit oder Scheitern in Sachen CL Quali rein zu kalkulieren bei Personalentscheidungen, die 4-5 Jahre laufen, hielte ich für arg konservativ und kontraproduktiv.


Das Problem ist, dass man schon sehr lange genau dieses Risiko eingegangen ist, dass die Umsätze mittelfristig noch weiter steigen werden. Das hat mehr Substanz gekostet, als dass es Substanz geschaffen hat, weil zu viele Spieler schlicht überbezahlt wurden, die Spielerabgänge möglichst nahtlos ersetzen sollten, die die große Kohle einbringen mussten und nicht nur durften. Bis 2024 ist es zudem noch eine ganze Weile hin und die 500 Mio. Marke ist exklusive Transfers auch dann noch ganz weit weg. 40% mehr Umsatz über die CL Gelder entsprechen jedenfalls nur ca. 25 Mio. in der Budgetplanung. Das ist hochqualitativer Umsatz, der in der Theorie auch komplett im Gehaltsetat landen dürfte, weil keine zusätzlichen Ausgaben gegenüberstehen. Das Ding ist nur, dass man dieses Geld längst in den Kader pumpt und deswegen defizitär wirtschaftet, hätte man keine Gewinne über Spielertransers. Dazu kommt, dass man 24/25 immer noch rund 100 Mio. von den 500 Mio. entfernt sein wird, weil der Umsatzrekord bislang bei rund 370 Mio. exklusive Transfers liegt. Nimmt man weiterhin an, dass 50% Personalkostenquote gesund wären, läge man mit dem augenblicklichen Etat rund 25-30 Mio. drüber, obwohl man diese Umsätze ja noch nicht einmal generiert. Entweder baut man damit also Schulden auf oder zwingt sich selbst Spieler zu verkaufen, die man nicht verkaufen will, was man beim BVB zuletzt auch mal durchblicken ließ, indem man eine Personalkostenquote von 44% inklusive Spielerverkäufen nannte. Für den derzeitigen 225 Mio. Personalaufwand müsste dafür daher jedes Jahr eine Umsatzlücke von mehr als 100 Mio. über Spielerverkäufe überbrückt werden, um dieses Ziel zu erreichen, weil man über 500 Mio. inklusive Transfers umsetzen müsste, um die Personalkostenquote zu erreichen. Das halte ich für kontraproduktiv. Den Etat etwas runterzufahren halte ich daher für alles andere als konservativ, sondern für eine Rückkehr zur Normalität.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 21.02.2023 um 10:05 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#633
21.02.2023 - 16:18 Uhr
Zitat von Titantron

Das hat Substanz gekostet, weil eine Pandemie ausgebrochen ist und man schlechte Entscheidungen getroffen hat in der Personalauswahl und nicht, weil die Strategie schlecht ist. 2024 ist noch was hin, aber Budgetbewegungen/-trends leitet man nicht über einen Zeitraum von einem Jahr ab und wenn Dinge deutlich schlechter laufen als der Erwartungswert es hergibt, nimmt man halt wieder Schulden auf, das ist doch überhaupt kein Problem. Auch die Tatsache, dass man Spielererlöse ins Budget fließen lässt, wird sich nicht ändern, solange man seine Strategie bezüglich Elite Talente nicht ändert, wofür es ja nicht die geringsten Anzeichen gibt. Um ein englisches Toptalent mal über 2-3 Vertragslaufzeiten zu halten, bräuchte man Umsätze, die absolut nicht realistisch sind also wird es weiterhin so sein, dass man Spielererlöse generiert. Und wenn man tatsächlich mal einen dry spell hat in dem so gar kein Talent zündet, bleibt immer noch der Ausweg über einen etablierten Spieler oder eben Schulden.

Wenn die Pandemie nicht gewesen wäre, dann wären wir finanziell wo??
Der Umsatz würde 2022/23 meiner Meinung nach um keine 10% eventuell 5% höher sein. Die wichtigsten Einnahmen sind
- das Stadion (Vollauslastung)
- Fernsehgelder die vor der Pandemie aus verhandelt
- Sponsoren (die wichtigsten wurden vor der Pandemie verlängert)
Und wo bitte würden jetzt das große Geld herkommen???
Weiters stört mich wenn jemand in einem Absatz das Wort Schulden 2x drinnen hat und auch noch schreibt "kein Problem" sich solche aufzunehmen.
Man sieht grad in Italien, was mit einem Klub passiert, der jahrelang über sein schon großes Verhältnis lebt.
Schulden macht man nur, wenn man langfristig davon profitieren kann, aber sicher nicht beim Spielerkauf und Gehaltsanpassungen, denn das sind alles "Wetten in die Zukunft"
Hast ein schlechtes Jahr und bist International nicht dabei, fällt das Kartenhaus zusammen.
BVB - Finanzen |#634
22.02.2023 - 08:12 Uhr
Zitat von Fugo03
Zitat von BVBBC

Zitat von Titantron

Zitat von BVBBC

Zitat von Titantron

Wo soll das Gehalt denn hin wandern? Das Märchen vom sinkenden Gehaltsbudget bei steigenden Umsatz glaubst du ja wohl nicht. Wenn man Bellingham weiter ziehen lässt, dem man angeblich bis zu 15 Mio p. A. für eine Verlängerung bieten würde, dazu Mo raus rechnet, Hummels und Reus Einsparungen. Dazu kommen noch wackelnde Großverdiener mit Vertrag bis 2024 wie Can und Meunier. Ich sehe viel Platz im Gehaltsbudget und viel Bedarf im DM/ZM für große Lösungen.


Ich glaube in jedem Fall eher an sinkende Gehaltsbudgets als an das Märchen der steigenden Umsätze. Die erholen sich gerade zwar wieder, aber auf dem Niveau von vor Corona ist man deswegen trotzdem noch nicht wieder angekommen und selbst damals waren keine Etats von über 200 Mio. drin, ohne auf Spielerverkäufe angewiesen zu sein. Will man daher die Mannschaft nicht immer wieder selbstverschuldet schwächen, wird man auf ein Gehaltsniveau runter müssen, das zu den aktuellen Umsätzen passt. Steigen die Umsätze mittelfristig dann doch wieder, kann der Etat auch wieder ansteigen, aber solange das nicht der Fall ist, müssen regelmäßig Spieler gehen, die signifikante Ablösen einbringen ...


Eine CL Quali nächste Saison bedeutet quasi automatisch Umsatzrekord, solange nicht wieder eine Pandemie ausbricht und Umsatzziel sind weiterhin 500 Mio, da irgendeine Mittelfristigkeit oder Scheitern in Sachen CL Quali rein zu kalkulieren bei Personalentscheidungen, die 4-5 Jahre laufen, hielte ich für arg konservativ und kontraproduktiv.


Das Problem ist, dass man schon sehr lange genau dieses Risiko eingegangen ist, dass die Umsätze mittelfristig noch weiter steigen werden. Das hat mehr Substanz gekostet, als dass es Substanz geschaffen hat, weil zu viele Spieler schlicht überbezahlt wurden, die Spielerabgänge möglichst nahtlos ersetzen sollten, die die große Kohle einbringen mussten und nicht nur durften. Bis 2024 ist es zudem noch eine ganze Weile hin und die 500 Mio. Marke ist exklusive Transfers auch dann noch ganz weit weg. 40% mehr Umsatz über die CL Gelder entsprechen jedenfalls nur ca. 25 Mio. in der Budgetplanung. Das ist hochqualitativer Umsatz, der in der Theorie auch komplett im Gehaltsetat landen dürfte, weil keine zusätzlichen Ausgaben gegenüberstehen. Das Ding ist nur, dass man dieses Geld längst in den Kader pumpt und deswegen defizitär wirtschaftet, hätte man keine Gewinne über Spielertransers. Dazu kommt, dass man 24/25 immer noch rund 100 Mio. von den 500 Mio. entfernt sein wird, weil der Umsatzrekord bislang bei rund 370 Mio. exklusive Transfers liegt. Nimmt man weiterhin an, dass 50% Personalkostenquote gesund wären, läge man mit dem augenblicklichen Etat rund 25-30 Mio. drüber, obwohl man diese Umsätze ja noch nicht einmal generiert. Entweder baut man damit also Schulden auf oder zwingt sich selbst Spieler zu verkaufen, die man nicht verkaufen will, was man beim BVB zuletzt auch mal durchblicken ließ, indem man eine Personalkostenquote von 44% inklusive Spielerverkäufen nannte. Für den derzeitigen 225 Mio. Personalaufwand müsste dafür daher jedes Jahr eine Umsatzlücke von mehr als 100 Mio. über Spielerverkäufe überbrückt werden, um dieses Ziel zu erreichen, weil man über 500 Mio. inklusive Transfers umsetzen müsste, um die Personalkostenquote zu erreichen. Das halte ich für kontraproduktiv. Den Etat etwas runterzufahren halte ich daher für alles andere als konservativ, sondern für eine Rückkehr zur Normalität.




Kannst du mir mal bitte die Behauptuing der 100 Mio Lücke, die man über Spielerverkäufe schließen müsste, konkret mit jedem Kostenpunkt der GUV anhand bestimmter Umsätze (im Detail der Segmente) vorrechnen!?

Irgendwie steige ich da nicht dahinter, wie man auf so negative Annahmen kommen kann. Ich seh das weit, weit optimistischer, sowohl was Umsatz ex Transfer als auch Kosten betrifft.


Ist simple Mathematik. Man wird am Ende der Saison wahrscheinlich wieder irgendwo bei etwas unter 370 Mio. Umsatz ohne Transfers landen. 25% Steigerung bei den CL Einnahmen dürften den Umsatz dann in Richtung 400 Mio. bringen. Der Personalaufwand liegt derweil bei >225 Mio., was bei einer Zielsetzung von 44% Personalkostenquote inklusive Transfers bedeutet, dass man >510 Mio. erlösen müsste, um diese Zielsetzung erfüllen zu können. Ist davon auszugehen, dass die Personalkosten nicht gesenkt werden können, ergibt sich also eine Differenz von über 100 Mio. zwischen Umsatz inklusive Transfers und Umsatz exklusive Transfers, die hauptsächlich aus Transferumsätzen generiert werden müssten, weil die CL Einnahmensteigerung mit dem größten Wachstumshebel zu vermuten ist. Wobei das sogar alles noch eher positive Erwartungen sind, bedenkt man, dass der Personalaufwand letzte Saison bereits rund 231 Mio. betrug und seitdem noch weiter angewachsen ist und die dargelegten Umsatzerwartungen sind ebenfalls ein Stück weit auf der optimistischen Seite. Dabei gehe ich sogar noch bei der Behauptung mit, dass die Zielsetzung der PKQ kaum zu erfüllen ist und nur eine Zielsetzung bleiben dürfte, aber selbst eine PKQ von 50% inklusive Transfers wäre mit ordentlich Substanzverlust durch finanziell nötige Abgänge zu vermuten, weil man auch von 450 Mio. mittelfristig noch ein gutes Stück weg ist. Derzeit sowieso.
BVB - Finanzen |#635
22.02.2023 - 10:37 Uhr
Zitat von Exanimalister

Die letzte Schätzung die gelesen hatte, ging dieses Jahr von einem Umsatz von 410 Millionen aus (transferbereinigt). Aki Watzke hatte 2018 als Ziel für 2025 500 Millionen transferbereinigten Umsatz ausgegeben. Zu einem Zeitpunkt als es die neue CL-Reform noch nicht gab, allerdings Corona auch nur als Biermarke bekannt war. Da ich jetzt mal behaupten würde, dass Aki Watzke einen recht guten Einblick in unsere Finanzen hat, gehe ich schon davon aus, das es noch in vielen verschiedenen Bereichen ein enormes Wachstumspotential gibt.


Auch @Nic

Der letzte Geschäftsbericht sprach von 394 Mio. exklusive Transfers, die man dieses Geschäftsjahr erzielen will. Nach Q1 wollte man daran festhalten, obwohl man gegenüber 18/19 nur 13,2 Mio. mehr Umsatz machen konnte, als man zuletzt die 370 Mio. ohne Coronaeinflüsse hatte. Die vorläufigen Zahlen zum Halbjahr unterstützen das aber meines Erachtens nicht mehr so klar, da der relative Umsatzzuwachs auf 8 Mio. eingebrochen ist.

Ich halte das Vorjahr zudem für den noch immer relevanteren Vergleichszeitraum, als man nach Q1 10,2 Mio. weniger und zum Halbjahr 9 Mio. weniger Umsatz hatte, während man am Ende 351,6 Mio. erzielen konnte. Zwar kann das weiterhin bestehende Delta zu den 370 Mio. durch ein Weiterkommen in der CL und sonstigen sportlichen Erfolg womöglich wieder ausgeglichen werden und das Sondertrikot wird sicher auch noch etwas eingebracht haben, aber ich bleibe da doch weiterhin skeptisch, dass es tatsächlich über 370 Mio. geht. An die anvisierten 394 Mio. glaube ich in jedem Fall nicht mehr, angesichts der Beobachtungen, wie sich die Umsätze in den einzelnen Quartalen sonst entwickelt haben.

Zumal man an der ganzen Geschichte auch noch die Kostenseite, abseits des Personalaufwands, bedenken sollte, die dermaßen gestiegen sind, dass der Umsatz aktuell nicht dieselbe Qualität hat, wie vor Corona.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 22.02.2023 um 10:43 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#636
22.02.2023 - 20:11 Uhr
Zitat von BVBBC

Zitat von Exanimalister

Die letzte Schätzung die gelesen hatte, ging dieses Jahr von einem Umsatz von 410 Millionen aus (transferbereinigt). Aki Watzke hatte 2018 als Ziel für 2025 500 Millionen transferbereinigten Umsatz ausgegeben. Zu einem Zeitpunkt als es die neue CL-Reform noch nicht gab, allerdings Corona auch nur als Biermarke bekannt war. Da ich jetzt mal behaupten würde, dass Aki Watzke einen recht guten Einblick in unsere Finanzen hat, gehe ich schon davon aus, das es noch in vielen verschiedenen Bereichen ein enormes Wachstumspotential gibt.


Auch @Nic

Der letzte Geschäftsbericht sprach von 394 Mio. exklusive Transfers, die man dieses Geschäftsjahr erzielen will. Nach Q1 wollte man daran festhalten, obwohl man gegenüber 18/19 nur 13,2 Mio. mehr Umsatz machen konnte, als man zuletzt die 370 Mio. ohne Coronaeinflüsse hatte. Die vorläufigen Zahlen zum Halbjahr unterstützen das aber meines Erachtens nicht mehr so klar, da der relative Umsatzzuwachs auf 8 Mio. eingebrochen ist.

Ich halte das Vorjahr zudem für den noch immer relevanteren Vergleichszeitraum, als man nach Q1 10,2 Mio. weniger und zum Halbjahr 9 Mio. weniger Umsatz hatte, während man am Ende 351,6 Mio. erzielen konnte. Zwar kann das weiterhin bestehende Delta zu den 370 Mio. durch ein Weiterkommen in der CL und sonstigen sportlichen Erfolg womöglich wieder ausgeglichen werden und das Sondertrikot wird sicher auch noch etwas eingebracht haben, aber ich bleibe da doch weiterhin skeptisch, dass es tatsächlich über 370 Mio. geht. An die anvisierten 394 Mio. glaube ich in jedem Fall nicht mehr, angesichts der Beobachtungen, wie sich die Umsätze in den einzelnen Quartalen sonst entwickelt haben.

Zumal man an der ganzen Geschichte auch noch die Kostenseite, abseits des Personalaufwands, bedenken sollte, die dermaßen gestiegen sind, dass der Umsatz aktuell nicht dieselbe Qualität hat, wie vor Corona.


Also ausgehend von den Halbjahresumsätzen im Konzern von 221 Mio. würde ich es schon eher als fast zu gering empfinden, wenn hier "nur" noch 150 Mio. dazu kommen würden.

Meine Annahme basiert dabei auf folgenden Umständen:

1. Umsätze aus Werbung: Diese liegen im Halbjahr bei 70 Mio. Hier würde ich davon ausgehen, dass die Einnahmen aus Werbeverträgen über das Jahr gleich verteilt werden, ausgenommen natürlich gewisse Sonderzahlungen für das Erreichen bestimmter sportlicher Ziele (bspw. CL-Achtelfinal, -Viertelfinale, CL-Quali für die Folgesaison usw.). Vereinfachend würde ich jedoch mal sagen, die Sockelbeträge machen den ganz großen Anteil an den Werbeerlösen aus, Erfolgsprämien dürften genauso im 2. Halbjahr mit vielen sportlichen Entscheidungen anfallen und damit umsatzwirksam werden wie im 1. Halbjahr, vielleicht sogar noch mehr (gerade bei Titelgewinnen). Daher würde ich pauschal hier bereits Werbeeinnahmen von 70Mio. im 2. Halbjahr sehen.

2. Erlöse aus Spielbetrieb/Ticketing: Die Umsatzerlöse von 21 Mio. verteilen sich auf 10 Heimspiele (7 in der Bundesliga, 3 in der CL). Ich würde hier also einmal pauschal mit 2 Mio. Erlösen aus Ticketing pro Heimspiel rechnen. In der 2 Jahreshälfte kommen noch einmal mindestens 11 Spiele dazu (10 in der Liga zu Hause, 1 in der CL gegen Chelsea bisher). Das würde also zu weiteren Erlösen von 22 Mio. führen. Mir ist dabei natürlich klar, dass nicht die ganzen Spieltagserlöse in dieser Position landen, da gerade die umsatzstarken Business-Plätze nicht hier, sondern unter der Erlösposition "Catering, Conference und Sonstiges" geführt werden, in der Position steckt aber auch noch alles mögliche andere Zeug mit drin, weshalb ich hier ganz konservativ auf eine Hochrechnung verzichte.

3. Erlöse aus TV-Vermarktung: Ich möchte hier nur die Erlöse aus der Bundesliga-Vermarktung berücksichtigen. Die CL-Einnahmen haben oft eine Schlagseite in die erste Jahreshälfte, einfach weil wir sehr oft in Achtelfinale rausgeflogen sind und damit der ganz überwiegende Teil der Erlöse aus CL bereits im 1. Halbjahr enthalten war. Wir erhalten aus der Bundesliga-Vermarktung ca. 82 Mio. Diese 82 Mio. werden anteilig über die 34 Spieltage gestückelt (pro Spiel also ca. 2,4 Mio.) und entsprechend vereinnahmt (ich meine mich zu erinnern, dass das anhand der Corona-Pause damals gut in den Zahlen ersichtlich wurde). Bei 19 ausstehenden Liga-Spielen kann man hier also mit Umsatzerlösen aus der Bundesliga-Vermarktung von ca. 45 Mio. rechnen.

Unter Strich käme ich also auf quasi sichere Umsatzerlöse für das 2. Halbjahr von 137 Mio. Dabei sind Umsätze aus Merchandising und eben "Catering, Conference etc." sowie die CL-TV-Gelder noch nicht mit eingerechnet. Zusammen mit den bereits erlösten 221 Mio. aus dem 1. Halbjahr würden dann für das gesamte Geschäftsjahr Umsätze von 358 Mio. stehen.

Die Schätzung basiert natürlich nur auf der doch an Informationen spärlichen Ad-Hoc-Meldung. Das ganze ist entsprechend dem Risiko von Ungenauigkeiten und unvollständigen Informationen ausgesetzt. Eventuell ergeben sich aus dem finalen Halbjahresbericht noch Informationen, die hier für mehr Klarheit sorgen können.

Wenn ich mich jetzt nirgendwo total vertan habe, sollten die 370 Mio. Umsatz ex Transfers also relativ gut machbar sein. Will man wirklich die 400 Mio. angreifen, wird ein gutes Abschneiden in den Pokalwettbewerben dafür wohl die Voraussetzung sein. Ein Weiterkommen gegen Chelsea und ein Pokalfinale in Berlin sind für die 400 Mio. sehr wichtig. Eventuell kann man gleichzeitig mit der Hürde Chelsea auch praktisch schon die 400 Mio.-Hürde nehmen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Nic am 22.02.2023 um 20:14 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#637
23.02.2023 - 18:07 Uhr
Im laufendem Geschäftsjahr wird Borussia Dortmund fast völlig unvermeidlich einen neuen Ex-Transfer Rekordumsatz 400 Mio generieren müssen, d.h. die BVB eigene Prognose 394 Mio Umsatz wird übertroffen.

Die sportl Voraussetzungen für die Prognose hatte man bei der Generaldebatte alle genannt, sie sind bereits jetzt erfüllt was die beiden KO Wettbewerbe angeht, ansonsten muss man sich in der Bundesliga nur noch erneut für die CL qualifizieren.

Ansonsten hat BVB mit durchschnittlich 73.000 Zuschauern kalkuliert, was aber klar übertroffen wird. Auch bei den Energiepreisen läuft es deutlich besser als erwartet, wobei aber unklar ist, inwieweit das im laufendem Geschäftsjahr noch eine Rolle spielen kann, im kommendem aber auf jeden Fall.

Im jetzigen Halbjahresbericht wird von vielen übersehen, daß dort ggü dem Vorjahr DREI (!!!) Heimspiele weniger stattgefunden haben:

2 Bundesliga Heimspiele
1 Supercup Spiel (Einnahmen werden geteilt)

Gesamtumsatz für ein Heimspiel liegt bei ca 4 Mio, so wurde es in Coronazeiten oft genug erklärt, geht natürlich nicht nur um die reinen Spieltagseinnahmen, sondern auch Catering, Merchandising und Sponsoren.

Im zweiten Halbjahr wird man dann ggü Vorjahr 2 Bundesliga Heimspiele mehr haben und ein Pokal Viertelfinale, wo die Einnahmen ebenso geteilt werden.

Die Kostenstruktur hat sich auch deutlich verbessert. Auf der Generaldebatte der HV nannte BVB einen Personalkostenquote von unter 44% INKLUSIVE Transfereinnahmen, momentan ist das aber deutlich besser. Die Personalksotenquote EXKL Transfereinnahmen liegt jetzt bei 50,68% (!) das ist europaweit sehr gut. Diese Personalkostenquote ist natürlich viel besser als alles während Corona, aber auch besser als z.B. in der Saison 2017/18!!!

Die Personalkosten sind im 2. Quartal ggü dem Vorjahresquartal sogar gesunken (!!), also nicht nur die Quote, sondern auch die reinen Kosten an sich:

Personalkosten im zweiten Quartal sanken ggü 2.Qua im Vorjahr von 56 auf 54,5 Mio. Die Kosten im gesamten Halbjahr sind nur allein wg des ersten Quartals gestiegen, im zweiten Quartal sind sie aber eben gesunken.

BVB wird sehr wahrscheinlich auch die eigene Prognose bzgl Nettogewinn übertreffen, dieser Halbjahresbericht ist recht eindeutig. Letztlich ist es auch einfach nachvollziehbar, sportl Kalkulation wird wahrscheinlich vollends aufgehen, Zuschauerkalkulation wird aber übertroffen, daß weitere Transfereinnahmen in der Prognose nicht enthalten sind, versteht sich von selbst.
BVB - Finanzen |#638
07.03.2023 - 19:47 Uhr
Zitat von Borusse91
Der Kritikpunkt ist vollkommen legitim, von einem HSV'ler geäußert aber schon bizarr, wenn man sich den finanziellen wie sportlichen Absturz der Hamburger in den letzten 10 Jahren vergegenwärtigt, könnte ich dir jetzt auch ein paar Millionengräber (Spieler) aus der Zeit zwischen 2012-2018 aufzählen, ohne, dass der HSV das damals mit Einnahmen aus der CL kompensieren konnte.zwinker

Demnach "Total irre , was sooo Fußballer für Gelder bekommen, garantiert , ob Leistung oder halt auch nicht ..." trifft das halt auf sehr, sehr viele Fußballer heutzutage dazu, bei jedem Verein. Einige können das auf längere Sicht kompensieren, andere dann halt nicht.


keine Sorge , ich beziehe das nicht nur auf Spieler von euch ,
war halt gerade auf TM-Startseite Thema ;⁠-⁠)

so nen Schulz oder Dahoud etc. liegen doch jeden Abend nach getaner ' Arbeit ' daheim im Bett und denken ' wie gut geht's mir doch . bissl trainieren, wenn ich Pech hab am Wochenende ein paar Minuten auf dem Platz stehen und dafür 5 Mio im Jahr bekommen '

...
BVB - Finanzen |#639
04.08.2023 - 09:46 Uhr
Zitat von TheInternational
Zitat von xSancezz

Zitat von LaulPambert

Zitat von xSancezz

Sanktionen durch die Bafin muss der BVB offensichtlich nicht befürchten. Der Bafin gehe es im Kern um die „hergestellte Transparenz“ für den Kapitalmarkt, äußerte eine Sprecherin.


Wie kann es sein, dass der BVB für solche groben Fehler nicht sanktioniert wird? Erscheint mir kaum schlüssig und logisch. Es scheint ja klare Vorgaben zu geben. Und wieso kommt die BaFin da erst 5 Jahre später drauf?


Der Bericht wurde damals von einem Wirtschaftsprüfer geprüft und freigegeben. Warum auch immer


KPMG. In Deutschland haben wir riesige Probleme mit Lobbyismus und Wirtschaftsprüfern bzw. Unternehmen. Daher kaum verwunderlich das solche einfachen Fehler so durchgehen bei der Prüfung. Leider ist das aber Usus und in diesem Fall auch ziemlich harmlos. Trotzdem peinlich für den BVB und respektlos den Aktionären gegenüber. Unprofessionell ja, in Deutschland allerdings Standard mittlerweile.


Naja vielleicht kann man hier mal den Stammtisch außen vor lassen und die Sachlage ganz nüchtern betrachten. Das sind im Grunde genommen auch keine einfachen Fehler, sondern hochkomplexe Ausweisfragen in einem Auslegungsbereich. Es ist auch nicht respektlos gegenüber den Aktionären.

Vielmehr hat der BVB die Problematik hinter diesen Bilanzierungsfragen (wie stelle ich Transfergeschäfte möglichst transparent dar?) selbst erkannt und auch aufgegriffen. Bereits ab dem Jahr 2019 wird hier die Darstellung geändert und bis heute so belassen. Dabei werden im Geschäftsbericht auch umfangreiche Erläuterungen getätigt, warum man gerade den Sachverhalt Transfergeschäfte jetzt anders darstellt.

Die Feststellungen Nr. 1 (Umsatzerlöse) und Nr. 2 (Cashflow-Rechnung) sind lediglich Themen des Ausweises im Konzernabschluss. Sie entfalten keinerlei Ergebniswirkung. Die Rüge bezieht sich hier ausschließlich auf den IFRS-Abschluss, der Abschluss nach deutschen handelsrechtlichen Grundsätzen wird nicht genannt.

Die Bafin wendet hier die IFRS in der reinen Lehre an, was aus meiner Sicht äußerst problematisch ist, da die Ausführungen zwar durchaus für so ziemlich jedes "normale" Industrie-, Handels- oder Dienstleistungsunternehmen gelten, ein Fussballverein aber nicht einfach in diese Schablone gequetscht werden kann. Gerade die Thematik Transfererlöse ist so speziell, das es keinen Vergleich mi anderen Branchen gibt und natürlich auch keiner der genannten Standards diese fussballspezifische Besonderheit im Blick hat.

Warum kommt es dann zu solchen Fehlern? Im Grunde genommen müsste ein börsennotierter Verein/Unternehmen wie der BVB gleich 3 separate Buchhaltungen unterhalten - HGB, IFRS und eine für steuerliche Belange, da ich prinzipiell jeden Sachverhalt dann so gleich mit der richtigen Brille anschauen kann. Das passiert aber genau bei den meisten Unternehmen nicht, die rein von ihrer Größe (Umsatz, Komplexität, Mitarbeiterzahl usw.) eher dem gehobenen Mittelstand zuzuordnen sind, aufgrund der Börsennotierung aber noch einen IFRS-Abschluss benötigen. Hier wird dann grundsätzlich nur eine HGB-Buchführung unterhalten und der IFRS-Teil am Jahresende drangeflanscht. So wird es auch beim BVB sein und daher kommt auch der Umstand, dass man handelsrechtlich richtig unterwegs ist, bei der Überleitung nach IFRS sich ein Bock eingeschlichen hat.

Man kann sich in dem Zusammenhang gerne mal den aktuellsten Abschluss nehmen und die Darstellung der Transfererlöse anschauen. Hier wurde diese Sache bereits vollständig transparent gemacht. Das wäre dann auch meine Kritik an der Bafin. Diese ist aufgrund jüngster Vorkommnisse (oder auch Versäumnisse) natürlich jetzt besonders vorsichtig. Jetzt wird aber ein 5 Jahre alter Abschluss rausgekramt und eine große Welle gemacht. Dabei wurde aber auch der Hinweis vergessen, dass der BVB die Darstellung ja bereits von sich aus geändert hat und hier jeder Zeit bemüht war, die größtmögliche Transparenz herzustellen und sogar explizit auf die Schwierigkeiten und Besonderheiten der Darstellung hinweist.

Bei Nr. 3 (Verpflichtungen/Verbindlichkeiten) ggü. Spielervermittlern sieht es ein wenig anders aus, da es je nach Ausprägung zu einer ertragswirksamen Änderung im IFRS-Abschluss kommt. Das Problem liegt hier wohl darin, dass noch nicht alle Bedingungen für die Provisionszahlung erfüllt sind (wörtlich Bafin "denen alle aufschiebenden Bedingungen für den Vergütungsanspruch bis auf den Bestand eines Arbeitsvertrags mit dem vermittelten Spieler im Fälligkeitszeitpunkt der jeweiligen Zahlung an den Vermittler erfüllt sind"). Hier muss man mal abwarten, bis eine Äußerung des Vereins vorliegt oder nähere Infos zum Sachverhalt rausgegeben werden. Hier ist aber auch zu vermuten, dass der Fehler in der HGB/IFRS-Überleitung liegt, da die praktizierte Vorgehensweise durchaus HGB-konform sein kann.

Unterm Strich ein ärgerlicher Vorgang, der praktisch keinerlei Auswirkungen hat. Auch die hypernervöse und unvollständige Aussage der Bafin (fehlender Hinweis auf Änderung der Darstellung in Folgejahren) finde ich hier problematisch, da der BVB unverhältnismäßig stark ins Zwielicht gerückt wird.
BVB - Finanzen |#640
04.08.2023 - 09:53 Uhr
Zitat von VFLJesus
Zitat von Nic

Zitat von VFLJesus

Zitat von TheInternational

Zitat von xSancezz

Zitat von LaulPambert

Zitat von xSancezz

Sanktionen durch die Bafin muss der BVB offensichtlich nicht befürchten. Der Bafin gehe es im Kern um die „hergestellte Transparenz“ für den Kapitalmarkt, äußerte eine Sprecherin.


Wie kann es sein, dass der BVB für solche groben Fehler nicht sanktioniert wird? Erscheint mir kaum schlüssig und logisch. Es scheint ja klare Vorgaben zu geben. Und wieso kommt die BaFin da erst 5 Jahre später drauf?


Der Bericht wurde damals von einem Wirtschaftsprüfer geprüft und freigegeben. Warum auch immer


KPMG. In Deutschland haben wir riesige Probleme mit Lobbyismus und Wirtschaftsprüfern bzw. Unternehmen. Daher kaum verwunderlich das solche einfachen Fehler so durchgehen bei der Prüfung. Leider ist das aber Usus und in diesem Fall auch ziemlich harmlos. Trotzdem peinlich für den BVB und respektlos den Aktionären gegenüber. Unprofessionell ja, in Deutschland allerdings Standard mittlerweile.


Kann ich so bestätigen.
Bei uns läuft es so ab, dass unser CFO mit den Wirtschaftsprüfern sogar verhandelt.
Nach dem Motto, ich verzichte dieses Jahr hier auf die Sonderanschreibung dafür winke mir aber bitte hier Rückstellungen im absoluten Dunkelgrau bis Schwarz Bereich durch.
Ist wirklich Usus, dass WP‘s ziemlich leichtfertig Bestätigungsvermerke erteilen, besonders bei großen Kapitalgesellschaften, weil sie mit denen auch Festverträge haben und sehr wenig Geld bekommen und demnach da auch nicht viele Ressourcen und Aufwand reinstecken wollen.


Das heisst konkret du schaust einfach so bei Bilanzmanipulationen zu? Wo arbeitest du denn?


Bilanzmanipulation ist zu Hoch gegriffen.
Nennen wir es persönliche Auslegung von Vorschriften des HGB.
Ist halt ein großer Graubereich, weil es gerade bei Rückstellungen immer Interpretationsspielraum gibt.
Aber ganz astrein ist es halt wirklich nicht, aber ich sag dir das ist ganz normal.
Aber da waren natürlich keine offensichtlich verbotenen Sachen gemacht, sondern im Rahmen der Rechnungslegung wird mal vom WP ein Auge zugedrückt.
Ich rede nicht davon 200 Mio mehr oder weniger Umsatz auszuweisen.
Sowas macht auch kein Mensch vorsätzlich, der noch klar bei Verstand ist.


Naja ich bin Wirtschaftsprüfer und 200 Mio weniger Rückstellung ist genauso schlimm wie 200 mehr Umsatz. Schlägt beides gleich in die Finanz- und Vermögenslage ein.

Und ja bei Rückstellungen hat man natürlich einen bedeutend höheren Gestaltungsspielraum. Das beginnt mit wie wahrscheinlich ist es das das Ereignis eintritt 50% ? Okay dann müssen wir bilanzieren 49%, dann lassen wir es weg. Wie hoch werden die Kosten sein zwischen 50 und 100 Mio? Auch hier haben wir dann eine Bandbreite.

Zum BVB, die ersten beiden Punkte sind albern, weil es nur um den Ausweis geht. Laut HGB würde ich sogar dem Ausweis des BVB zustimmen, da das Verkaufen von Spielern schon zum Geschäftszweck gehört, bei ISA bin ich allerdings raus, weil keine Ahnung. Aber Ändert ja weder was am endgültigen Cash-Flow noch am Ergebnis.

Der 3. Punkt wäre tatsächlich eine falsche Bilanzierung, wenn es aber im Anhang steht, war es keine bewusste Manipulation, sondern eben ein Fehler, denn aber der WP hätte erkennen müssen, dafür ist er ja da.

•     •     •

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