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Taktik und Spielsysteme

21.07.2011 - 09:17 Uhr
Taktik und Spielsysteme |#1411
27.08.2017 - 22:23 Uhr
Zitat von KSC-Boy
@rudi

Also passen deiner Meinung nach eher die Laufwege nicht?


Aktuell haperts an der Einstellung auf den Gegner, Abstimmung, Bewegung und mannschaftlich geschlossene Intensität, die natürlich nur mit der richtigen Einstellung vom Trainer Effekt erzielen kann, also Vertrauen schafft.
Taktik und Spielsysteme |#1412
27.08.2017 - 22:58 Uhr
@RudiMentaer
Da bin ich nicht so ganz bei dir.. Das Tempo ist nicht durch Stellungsspiel oder Ausdauer zu ersetzen. Zumindest nicht auf vorderster Linie. Wenn ein Profi Innenverteidiger eine Sekunde mehr zur Verarbeitung und Weiterleitung der Bälle hat wird er Wege finden sich spielerisch zu befreien und dann sind die Jungs überspielt. Da werde ich nie das Spiel Real gegen Schalke unter Jens Keller vergessen bei dem man pressen wollte und nie Zugriff plus dann die Abtreibung bekam..
Wenn du über Stellungsspiel argumentierst geht es eher darum richtig anzulaufen im Sinne von Passwege vorgeben.. Dann muss die Balleroberung aber durch angehen des Außenverteidiger der nicht fliehen kann oder durch das angehen im Mittelfeld passieren.. Oder man stellt nur den technisch besseren Innenverteidiger zu wenn der zweite dann nur den langen Schlag beherrscht.. Das ist dann aber das Konservative Modell bei dem ich tiefer stehen kann.. Und auch wenn ich das Spiel gegen Bremen gut anzuschauen fand die Probleme entstanden dann als die agilen Bremer viel Platz zum Tor hatten und Tempo aufgenommen haben was unsere Abwehr nicht zu verteidigen wusste.. Nur das anlaufen über Stellungsspiel kann dann auch ein weniger agiler Spieler. Und nach der Balleroberung muss nicht zwingend der vertikale Ball kommen. Das halte ich zumindest im Moment für geschickter.

Gut Lorenz Top Speed hab ich noch nie gemessen nur war das meine Vermutung da er meist eher aus dem Halbfeld flankt statt ins Laufduell zu gehen.

Achso und Thema Guardiola: Nach dem hoch schieben gilt bei Ballverlust die 5 Sekunden Regel.. Sofortiger Rückgewinn durch das durch Kombinationsspiel auch kompakte Grundgerüst und ansonsten Rückzug
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mjk87 am 27.08.2017 um 23:03 Uhr bearbeitet
Taktik und Spielsysteme |#1413
28.08.2017 - 07:42 Uhr
@Mjk87
Also hat Schalke verloren weil Tempo gefehlt hat?

5 Sekunden? Bis dahin steht der Stürmer mit Ball alleine vor unsrem Tor. grins Wenn war das die 3-Sekunden-Regel und die gilt nicht für Angriffspressing, was hier das Thema ist, sondern fürs Gegenpressing, also direktes nachsetzen bei Ballverlust.

Also malen wir uns mal aus der KSC spielt auf Ballbesitz, schafft es irgendwie bei Ballverlust sich wieder fallen zu lassen ohne in einen Konter zu laufen. Danach wieder gemächlicher Spielaufbau von hinten raus. Was soll dabei rauskommen? Du wirfst damit die Umschaltphasen aus dem Fenster, jegliche Möglichkeit den Gegner ungeordnet zu erwischen, wie es der KSC nun am Wochenende gegen Halle eindrucksvoll bewies. Damit hat man letztlich nur Kontrolle über den Ball und das wars, mehr nicht. Dazu ignorierst du die Spielweise, wie uns die Gegner bespielen, denn sie allesamt würden sich bedanken, wenn der KSC so ein Querpass-Festival aufzieht. EIn Offensiv-Spiel aufzuziehen, dass der Abwehr die Möglichkeit gibt dauerhaft tief zu stehen, das sieht völlig anders aus und war vor allem unter Kaucze ein gewähltes Mittel.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von RudiMentaer am 28.08.2017 um 07:43 Uhr bearbeitet
Taktik und Spielsysteme |#1414
28.08.2017 - 12:53 Uhr
Zitat von McGregor81
Zitat von Dedaim

gekürzt

Defensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
Bader------Gordon-------Pisot--------Siebeck
-----------------------Camoglu-----------------------
Muslija-----Wanitzek-----Bülow-------Lorenz
---------------------------Fink---------------------------

Offensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
----------------Gordon-------Pisot------------------
-------------------------Bülow-------------------------
Bader-------Camoglu-----------Siebeck---------
--------Muslija-------Wanitzek------------Lorenz
------------------------Fink------------------------------
(So 100% habe ich die offensive Formation nicht darstellen können. Hoffe, es geht aus der Beschreibung hervor grins)

gekürzt


zu deinen Aufstellungen habe ich ein paar grundlegende Fragen

1) wieso siehst Du Bülow als 8er bzw ZM? In meinen Augen ist er eher ein DM oder gar IV. Für die 8 wäre er mir zu langsam
2) wieso siehst Du Camoglu als zentralen Mittelfeldspieler? Ich habe ihn bisher nur als Außen erlebt und kann mir diese Rolle, eventuell sogar als 6er, gar nicht vorstellen
3) Siebeck als LV und Lorenz als LM/LA. Meiner Meinung nach, eventuell eine exklusive, sollte es eher umgedreht sein


1.) So ganz starr darfst du das nicht sehen. Bülow ist auch in meiner Aufstellung der defensivste Mittelfeldspieler, sozusagen ein "falscher 6er". Er hält seine Position, sichert bei Ballbesitz ab und spielt einfache Bälle. Ich finde es aber wichtig, dass ein Spieler wie er auf dem Platz steht, um auch mal dazwischen zu hauen. Bülow kann defensiv außerdem auch mal Lücken stopfen, wenngleich er das hier bislang zu selten gezeigt hat.

2.) Der Gedankengang war bei Ballgewinn einen Spieler im Zentrum zu haben, der als ballsichere Anspielstation fungieren kann, um hinten raus nicht zu oft zu langen Bällen greifen zu müssen. Außerdem ein Spieler, der auch einen schnellen Angriff initiieren kann. Zudem sollte sich der Spieler defensiv zumindest nicht ganz dämlich verhalten. Ob Camoglu das kann, weiß ich nicht. Mir würden noch Siebeck und Wanitzek einfallen (wobei letzterer dort verschenkt wäre). Letztlich ist der perfekte Spielertyp dafür nicht im Kader, aber allen dreien würde ich es durchaus zutrauen und Fink kann sowieso (fast) überall spielen, wäre aber auch absolut verschenkt.

3.) Sicher kann man das auch drehen. Man könnte aber z.B. auch Lorenz als LV, Muslija LM, Siebeck DM und Camoglu RM spielen lassen. Letztlich ist die Frage, welche Kombination am besten funktioniert.

Wichtig ist einfach, dass unser Spielaufbau hinten raus nicht so berechenbar ist, wie bislang. Im Moment reicht es ja schon fast, wenn man unsere IVs aggressiv angeht - dann kommt ein langer Ball, der in 80% der Fälle beim Gegner landet. Das kann auch im hier geforderten 4-2-3-1 funktionieren:

-------------------------Uphoff-------------------------
Bader--------Gordon------Pisot---------Lorenz
------------------------------------------------------------
---------------Wanitzek------Bülow----------------
------------------------------------------------------------
Schleusener----------Fink----------------Muslija
-----------------------Stroh-Engel--------------------

Wanitzek lässt sich bei Ballgewinn in der letzten Reihe sofort fallen und übernimmt die o.g. Camoglu-Rolle, die IVs stehen breit. Schleusener, Muslija und Fink stellen weitere Anspielstationen und gerade einfache Weiterleitungs-Optionen für Bülow dar (nicht alle zugleich, aber situativ). Eben jene besitzen, zusammen mit Wanitzek auch die Fähigkeiten, einen Angriff schnell zu initiieren, oder aber den Ball in den eigenen Reihen zu halten, je nachdem, ob sich eine Kontersituation ergibt. Wenn der Ball erstmal bei Wanitzek, oder Bülow ist, können auch die Außenverteidiger aufrücken, um das Spiel über die Flügel zu tragen. Schleusener und Muslija sehe ich beide eher als einrückende Spieler, die den Außenverteidigern so Platz schaffen könnten. Stroh-Engel ist dann entweder Abnehmer für Flanken, oder lange Bälle, die er auf nachrückende Spieler ablegen kann. Gegen Halle hat man das schon in Ansätzen gesehen, wie z.B. beim Pfostenschuss von Schleusener.

Das Problem bei all unseren Überlegungen ist nur: auf dem Papier sieht das immer schön aus, nur fehlt es momentan auch an der Einstellung, jeden Zentimeter zulaufen zu wollen und an der Konzentration saubere Pässe zu spielen - allein Wanitzek hat gegen Halle gefühlt 10 Pässe direkt beim Gegner abgeliefert, ohne dass dieser den Ball abfangen musste (nein, nichts gegen Wanitzek, ich mag ihn sehr, nur war mir das extrem auffällig). Und es braucht Zeit, die entsprechenden Mechanismen einzustudieren. Deshalb auch mein vorangegangener Appell, die Taktik auf einer allen vertrauten Grundordnung aufzubauen.
Taktik und Spielsysteme |#1415
10.09.2017 - 09:32 Uhr
Chemnitz - KSC

Die Ansagen von Schwartz waren klar, von nun an wird erst mal die Defensive stabilisiert, die Null muss stehen. Diese Mission ist geglückt, doch so richtigen Grund zur Freude gibt es weiterhin nicht.

Überraschend die Ankündigung des Telekom-Reporters, der KSC würde im 4-3-3 antreten, das traf aber nur teilweise zu. Die Chemnitzer agierten wie der KSC ebenfalls in einem neuen System und spielten im 4-4-2. Der KSC ging unter Schwartz in einer 4-1-4-1/4-3-3-Mischung in die Partie. Die Rollenverteilung machte dabei einen ungewöhnlichen Eindruck, weshalb so eine vereinfachte Zuordnung nach Zahlen nicht funktioniert. Bülow gab den tiefstehenden Mittelfeldstrategen, teils in die IV fallend. Wanitzek dagegen der offensivere 8er, die Schnittstelle in den Angriff, soweit alles gewöhnlich. Mehlem der Mann zwischen diesen Linien, der defensiv neben Bülow aushalf, tiefer startend dann voll in die Offensive ging, aber nicht auf die 8, in den rechten offensiven Halbraum, er suchte eher den Weg raus auf den rechten Flügel. Eine eher ungewöhnliche Rolle, vielleicht im Ansatz vergleichbar mit Tolisso bei den Bayern aktuell, denn Bader agierte in der 1. Hälfte ungewohnt sehr defensiv, der rechte offensive Flügel blieb offensiv oft verwaist, es gab für Mehlem da also unbesetzten Raum. Häufig wechselten Fink und der eigentliche Flügelspieler Schleusener die Positionen, der rechte Flügelspieler (4-1-4-1) oder Flügelangreifer (4-3-3) suchte Anschluss an den zentralen Sturm, bzw. schob also auf der 8/im Halbraum stehend nach links in die Zentrale. Mehlems laufreudiger Einsatz machte dann die Nichtbesetzung des rechten offensiven Flügel teils wett, leider misslangen ihm aber dann die entscheidenden Szenen. Offensiv war das dann eher ein 4-1-4-1, wenn sich Schleusener oder Fink mal in die Mittelfeldreihe fallen ließen und von dort in die Offensive gingen, ansonsten ein verschobenes 4-3-3, mit 2 zentralen Stürmern und Lorenz links auf dem Flügel. Im Laufe des Spiels nahmen die Rochaden dann ab, durch die tiefe Stellung im Spielaufbau tendierte es zu einem klaren 4-1-4-1. Ich hoffe meiner Interpretation kann man noch folgen. grins Spielerisch ging über die linke Seite zu wenig, gerade Wanitzek erwischte einen sehr schwachen Tag und war durchgehend viel zu langsam in seinen Aktionen, ob mit oder ohne Ball am Fuß. Leider betraf dies auch Schleusener und Fink, welche die Spielsituationen viel zu oft zu spät antizipierten, deren Rochaden leider keinen Eindruck auf die Chemnitzer machte. Damit schenkte der KSC die ersten 35 Spielminuten offensiv schon mal völlig ab.

Defensiv hingegen war es gestern hingegen ordentlich. Offensives Pressing war völlig passe, Anlaufen der Innenverteidiger wurde nicht mal tiefstehend richtig praktiziert. Ein Comeback des Kaucze-Fußballs, was nicht negativ gemeint ist, denn damit war schon mal eine gewisse defensive Stabilität hergestellt. Aber auch damit begründet, dass Chemnitz aktuell ebenso im Krisenmodus ist und bei denen offensiv auch nicht sehr viel zusammen läuft. Besonderheit hier, wie oben schon angerissen, dass Mehlem sich auf Bülows Höhe fallen ließ und der Flügelspieler (Fink oder Schleusener) auf rechts nicht ständig an der Seitenlinie Bader aushalfen, sondern Mehlems Position auf der 8, im Halbraum, mit Zugriff auf den Flügel bekleideten. Vermutung, dass man die linke Chemnitzer Seite mit Kluft und Frahn als die spielstärkere Seite vor dem Spiel ausmachte und den Einbruch von links in die Zentrale mit Mehlem dicht machen wollte.

Problematisch war beim KSC defensiv nur die Abstimmung, in Perfektion gestern bei den Freiburgern zu besichtigen. Also wann nimmt man Spieler in Manndeckung, wann lässt man sie ihn den Reihen „frei“ spazieren gehen. Da hatte Mehlem gestern Probleme. Entweder nahm er Gegner zu stark in Manndeckung und ließ sich so in die falschen Räume mitziehen, oder er ging zu aggressiv auf den ballführenden Spieler und öffnete so dann Räume. Seine umtriebige, teils aber leider kopflose Art machte dann vor allem Bülow zu schaffen. Bülow wies bereits früh Melhem defensiv an, meist bei Einwürfen, als sich Mehlem mit einer zu geflissentlichen Manndeckung ständig gedankenlos mitziehen ließ, was die Chemnitzer dankbar annahmen und dann damit Räume öffneten. Aber geschenkt, Wanitzek erfüllte seine Rolle überhaupt nicht, insofern war Mehlem der überzeugender 8er heute. Marcel sorgte mit seinen Läufen in der Offensive dann wenigstens für kleine Lichtblicke, auch wenn es teils ungestüm aussah.

Das Potential der KSC konnte man dann leider nur zwischen der 35. und 45. Minute erkennen, als man beständig sauber hinten rauskam und sich mehrere Chancen erarbeiten konnte. Ansonsten war das sehr mau, da halt wie gesagt weder Fink, Schleusener oder Wanitzek beständig was zur Offensive beitragen konnten. Das Aufbauspiel des KSC war da leider wieder Licht und Schatten, aber das würde ich nicht zu negativ beurteilen. Der Rasen war nicht in einem guten Zustand, die Offensive bzw. die 8er konnten sich nicht passend einbringen, ergo wurde wieder zu oft mit einem weiten Ball das Spiel eröffnet. Aber positiverweise ist mit dem 4-1-4-1/4-3-3 der Druck von den AVs ein gutes Stück weit weg genommen worden. Die Chemnitzer konnten mit ihrer hohen Pressinglinie den KSC nicht sehr unter Druck setzen, doch wie gewohnt wählten Gordon und Pisot dann unter eher gewöhnlichem Druck zu schnell den langen Ball.

Die zweite Hälfte ist dann nicht groß der Rede wert. Leider knüpfte der KSC nicht an die Schlussminuten der ersten Hälfte an, leider fing sich die Offensive weiterhin nicht und Chemnitz legte ebenso keinen Zahn zu. Das Spiel plätscherte dahin, dank dem hopeligen Rasen und der schwachen Abstimmung beider Mannschaften war das alles weit entfernt von einem spaßigen Kick. Es war das Spiel zweier Mannschaften die große Formprobleme haben, in einem neuen System spielen und weiterhin keinen Umschwung einleiten können. Mit Muslija kam zwar nochmal Schwung rein, doch klare Torchancen konnte man sich damit auch nicht mehr erarbeiten. Aber interessant zu sehen wie unterschiedlich Muslija und Lorenz ihre Position interpretieren. Lorenz war heute wieder einer der besseren Spieler des KSC, rettete mit einem harten Foul den KSC vor einem gefährlichen Konter, klebte aber wie gewohnt am Flügel fest. Muslija dagegen agierte aus den Halbräumen heraus und wenn er den Ball am Fuß hatte, sah man, dass der Junge eine herausragende Spielintelligenz besitzt, Spielsituationen immer richtig auflösen kann. Camgolu und DSE waren leider kein Faktor mehr.

Letztlich schon ein leistungsgerechtes Unentschieden. Der KSC hatte 2 absolute Hochkaräter, die Chemnitzer die größere Anzahl an Chancen. Stabilität, die Leistung in der Defensive, also die A-Note, das war heute ordentlich und brachte den ersten Punktgewinn auswärts ein, insofern ein kleiner Fortschritt. Ob das Spiel aber dem KSC letztlich hilft sich im Gesamten zu stabilisieren und nun Dreier einfahren, da habe ich noch so meine Zweifel. Zumindest bei Schwartz habe ich ein gutes Gefühl, denn einfach nur die Defensive zu stärken und die Offensive zu vernachlässigen, das war nicht der Fall (war ja die Prognose einiger Nürnberg-Fans hier).
Taktik und Spielsysteme |#1416
10.09.2017 - 14:03 Uhr
Rudi, du tust Gottes Werk in diesem Thread. Normalerrweise lese ich nur mit statt etwas zu schreiben und ärgere mich über die User, die nur darüber streiten, wer recht hat. Aber bei so guten Beiträgen möchte ich mal einen Daumen da lassen: daumen-hoch
Taktik und Spielsysteme |#1417
10.09.2017 - 16:51 Uhr
Ich würde gerne mal sehen was passiert wenn muslija und stroh engel statt fink und schleusener spielen...ich glaube da wären wir besser dran. Am besten dann noch camoglu statt bader und siebeck statt bülow. Aber gut mal sehen wie es weitergeht das 0-0 macht mich mehr zum optimist als zum pessimist...

•     •     •

Wunschelf KSC:


Gersbeck
Thiede, Franke, Shaggy, Heise
Breithaupt
Choi, Wanitzek
Cueto, Rapp, Schleusener
Taktik und Spielsysteme |#1418
11.09.2017 - 10:12 Uhr
Zitat von RudiMentaer
@Mjk87
EIn Offensiv-Spiel aufzuziehen, dass der Abwehr die Möglichkeit gibt dauerhaft tief zu stehen, das sieht völlig anders aus und war vor allem unter Kaucze ein gewähltes Mittel.


Nur kurz zitiert, da ich fragen wollte, wie Du das Kaucze-System bezeichnen würdest? Hier waren wir sehr auf Ballsicherung bedacht und konnten m. E. in vielen Spielen auch mit hohen Ballbesitz punkten. Dadurch, dass wir aber nicht immer sofort den Ball zurückerobern wollten bzw. uns auch gerne zurückgezogen haben, ist das dann kein Ballbesitzfußball?

Danke für Deine Hinweise!

•     •     •

------------Klose------------
Musiala----Özil----Littbarski
----Ballack-----Matthäus----
Brehme-Boateng-Kohler-Lahm
------------Kahn------------
Taktik und Spielsysteme |#1419
11.09.2017 - 14:55 Uhr
Zitat von MetzensGunther
Zitat von RudiMentaer

@Mjk87
EIn Offensiv-Spiel aufzuziehen, dass der Abwehr die Möglichkeit gibt dauerhaft tief zu stehen, das sieht völlig anders aus und war vor allem unter Kaucze ein gewähltes Mittel.


Nur kurz zitiert, da ich fragen wollte, wie Du das Kaucze-System bezeichnen würdest? Hier waren wir sehr auf Ballsicherung bedacht und konnten m. E. in vielen Spielen auch mit hohen Ballbesitz punkten. Dadurch, dass wir aber nicht immer sofort den Ball zurückerobern wollten bzw. uns auch gerne zurückgezogen haben, ist das dann kein Ballbesitzfußball?

Danke für Deine Hinweise!


Kaucze-Fussball war in der erfolgreichsten Zeit Konterfussball mit geringen Ballbesitzphasen. Nachdem wir langsam zum Mitfavorit auf den Aufstieg wurden, stiegen auch die Ballbesitzphasen an, da gerade im Wildpark die Gegner immer öfter das Spiel nicht machen wollten. Ballbesitzfussball wird gewöhnlich eher umgangssprachlich genutzt, für eine gewisse offensive, dominierende Spielphilosophie. Ballbesitz an sich, die wortwörtliche Auslegung, kann natürlich in allen Formen auftreten, praktiziert werden. Was du beschreibst, ist dann z.B. den Gegner ins Pressing locken. Tief stehen bleiben und den Ball laufen lassen, den Gegner zur Vorwärtsverteidigung zu animieren. Das geht auch. Nur erhält der Gegner da keinen Zugriff, wird er sich fallen lassen und dann kommst zwangsläufig zum eher ungewollt offensiv ausgerichteten Ballbesitzspiel, indem man aufrücken muss und dann in der Hälftes des Gegners zwangsläufig Gegenpressing (sofort den Ball zurückerobern) betreiben muss. Insofern war Kauczes Spielphilosophie eigentlich nicht wirklich auf Ballbesitzspiel aus, es war letztlich dann eine zwangsläufige Folge auf die Spielweise der Gegner, die man dann später immer öfter annahm, weil man Mitfavorit war und man seitens der Fans dies als Fortschritt betrachtete, Nachweis der Annahme der Favoritenstellung sah, diese Spielweise zu praktizieren, zu fördern. Ergebnis ist bekannt, dem KSC tat diese Spielweise nicht gut. Ergo steigender Ballbesitz, Punkausbeute verschlechterte sich.
Taktik und Spielsysteme |#1420
12.09.2017 - 08:20 Uhr
Zitat von RudiMentaer
Kaucze-Fussball war in der erfolgreichsten Zeit Konterfussball mit geringen Ballbesitzphasen. Nachdem wir langsam zum Mitfavorit auf den Aufstieg wurden, stiegen auch die Ballbesitzphasen an, da gerade im Wildpark die Gegner immer öfter das Spiel nicht machen wollten. Insofern war Kauczes Spielphilosophie eigentlich nicht wirklich auf Ballbesitzspiel aus, es war letztlich dann eine zwangsläufige Folge auf die Spielweise der Gegner, die man dann später immer öfter annahm, weil man Mitfavorit war und man seitens der Fans dies als Fortschritt betrachtete, Nachweis der Annahme der Favoritenstellung sah, diese Spielweise zu praktizieren, zu fördern. Ergebnis ist bekannt, dem KSC tat diese Spielweise nicht gut. Ergo steigender Ballbesitz, Punkausbeute verschlechterte sich.


Jaein. Ich würde dir insofern zustimmen, dass Kauczes Philosophie nach dem Wiederaufstieg ganz klassischer Konterfussball war, wie du ihn ja beschrieben hast. Ich würde dir auch zustimmen, dass sich das im Laufe der Zeit, mit der geänderten Rolle des KSC, verändert hat und die Mannschaft zwangsläufig mehr Ballbesitzphasen hatte. Ich würde allerdings behaupten, dass das schon während der erfolgreichsten Zeit der Fall war, also bereits in der Relegationssaison 2014/15 (oder zumindest in deren Verlauf). Auch in der dritten Liga war Kauczes Fußball zwangsläufig auf mehr Ballbesitzphasen ausgelegt. Insofern würde ich nur eingeschränkt zustimmen, dass sich die Punktausbeute mit steigendem Ballbesitz verschlechterte. Die Mannschaft hat sich aber sicherlich immer schwer damit getan, das Spiel zu machen. Die (zum Teil berechtigte) Kritik, gerade in Kauczinskis letztem Jahr hier, war ja dann eher die, dass es offensiv viel zu eindimensional ablief.

Wäre aber mal interessant da Statistiken zu wälzen, um unsere Thesen auf soliden Grund zu stellen. So bleibt das (zumindest bei mir) eher ein subjektiver Eindruck, als eine solide Argumentation. grins
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