Karlsruher SC Karlsruher SC
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Taktik und Spielsysteme

21.07.2011 - 09:17 Uhr
Taktik und Spielsysteme |#1901
02.01.2020 - 15:04 Uhr
Mir schwebt mit dem vorhanden Kader ein 4-2-3-1 vor!

In der Verteidigung haben wir keine Wahl dort würde ich aber lieber Carlson sehen als Roßbach auch wenn er kaum Erfahrung hat aber Roßbach sein Defensiv Verhalten gefällt mir garnicht das wirkt mir zu Steif und zu langsam!
Mit Fröde auf der 6, etwas Offensiver als 8ter Wanitzek auf der 10er Position Fink! Grouzurek auf Rechts ist für mich noch der jenige der dort die meiste Torgefahr mitbringt und nur mit Spielpraxis auch Leistung bringen kann! Tja und die linke Seite da scheiden sich die Geister zwischen Lorenz und einem jungen evtl. unbekümmerten Kother den ich leider überhaupt nicht einschätzen kann?!

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!"Vereinsliebe kennt keine Liga"!

KSC und Hertha die Freundschaft
Taktik und Spielsysteme |#1902
02.01.2020 - 15:37 Uhr
Zitat von wchristian81
Mir schwebt mit dem vorhanden Kader ein 4-2-3-1 vor!

In der Verteidigung haben wir keine Wahl dort würde ich aber lieber Carlson sehen als Roßbach auch wenn er kaum Erfahrung hat aber Roßbach sein Defensiv Verhalten gefällt mir garnicht das wirkt mir zu Steif und zu langsam!
Mit Fröde auf der 6, etwas Offensiver als 8ter Wanitzek auf der 10er Position Fink! Grouzurek auf Rechts ist für mich noch der jenige der dort die meiste Torgefahr mitbringt und nur mit Spielpraxis auch Leistung bringen kann! Tja und die linke Seite da scheiden sich die Geister zwischen Lorenz und einem jungen evtl. unbekümmerten Kother den ich leider überhaupt nicht einschätzen kann?!


Das ist halt das Problem, dass so Leute wie Kother und Batmaz keinerlei Spielminuten bekommen. Selbst wenn die Etablierten einen Stuss zusammen kicken..
Wer kann die dann letztendlich unter Zweitligabedingungen einschätzen?! Keiner nichtmal AS
Taktik und Spielsysteme |#1903
02.01.2020 - 15:41 Uhr
Zitat von michimaschi
Zitat von wchristian81

Mir schwebt mit dem vorhanden Kader ein 4-2-3-1 vor!

In der Verteidigung haben wir keine Wahl dort würde ich aber lieber Carlson sehen als Roßbach auch wenn er kaum Erfahrung hat aber Roßbach sein Defensiv Verhalten gefällt mir garnicht das wirkt mir zu Steif und zu langsam!
Mit Fröde auf der 6, etwas Offensiver als 8ter Wanitzek auf der 10er Position Fink! Grouzurek auf Rechts ist für mich noch der jenige der dort die meiste Torgefahr mitbringt und nur mit Spielpraxis auch Leistung bringen kann! Tja und die linke Seite da scheiden sich die Geister zwischen Lorenz und einem jungen evtl. unbekümmerten Kother den ich leider überhaupt nicht einschätzen kann?!


Das ist halt das Problem, dass so Leute wie Kother und Batmaz keinerlei Spielminuten bekommen. Selbst wenn die Etablierten einen Stuss zusammen kicken..
Wer kann die dann letztendlich unter Zweitligabedingungen einschätzen?! Keiner nichtmal AS


Natürlich kann Alois die einschätzen. Er sieht sie jeden Tag im Training, er sieht wie sie im Vergleich zu den anderen Spielern sind. Bei Kother wird wohl einfach noch die Robustheit fehlen, für Batmaz ist momentan einfach kein Platz und ob er auch im Männerfussball so trifft wie in der A-Jugend...man weiß es nicht.

Ich würde Kother behalten und keinen Choi Ersatz holen. Dafür dann Batmaz verleihen, er braucht die Spielpraxis.

Dann ist beiden geholfen.

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Wunschelf KSC:


Gersbeck
Thiede, Franke, Shaggy, Heise
Breithaupt
Choi, Wanitzek
Cueto, Rapp, Schleusener
Taktik und Spielsysteme |#1904
04.01.2020 - 15:55 Uhr
02.11.1993 – Karlsruhe - Valencia

Nachdem sich sv.de dem legendären 7:0 des KSC über Valencia im „Advents-Kalender“ zur Brust nahm, daraus aber leider (oft auch zutreffend) einen „taktischen Abgesang“ über die 90er machte, dem Kraftmeier, Hackser-Fußball aus dieser Zeit, wollte ich mir das Spiel mal mit dem heutigen Wissen anschauen, ob das so stimmt, wie der KSC das Ergebnis zustande bringen konnte. Zum Glück gibt es das Spiel noch auf yt in voller Länge zu sehen, wenn auch in schrecklichster Qualität – VHS in 240p. Also Stift, Zettel und Lupe in die Hand, und los geht’s.

Vor dem Spiel Kerner mit Interesse an der geplanten Spielweise des KSC, mit welchem System der KSC ins Spiel geht. Dazu gab es von Winni aber keine Worte, der verlegte sich wie Alois einzig darauf Mentalität hervorzuheben. Lustig sein kurzer Rant über die UEFA. Nach Eindhoven war Winni ja gesperrt worden, durfte nicht auf der Bank Platz nehmen, musste er den KSC von der VIP-Loge aus begutachten. Einen Seitenhieb konnte er sich nicht verkneifen. Winni: „In Eindhoven gar nichts gemacht, kommt von der UEFA…Die UEFA ist noch die einzige Macht in Europa!“ Nicht schlecht. oops Zur Vorfreude blieb dann ausgerechnet das Bild stehen, als man die Aufstellung des KSC aufführen wollte. Na klasse. Wenigstens hilft tm.de auf die Sprünge. Der KSC spielte im 3-5-2, passt grob gesehen auch, so eher Richtung 3-1-0-4-2.

In der Abwehr standen Bilic, Witwer und Schuster. Vor dem Spiel gab Dahlmann an, dass Bilic den Manndecker gibt. Diese Rolle übernahmen eigentlich alle Abwehrspieler. Manndecker gibt esja so heute nicht mehr, also dass ein Spieler den Gegenspieler in der eigenen Hälfte komplett folgt, nicht Zonen verteidigt. Heute lässt man Leute „durch die Kette rauschen“ und übernimmt dann. So ungewöhnlich diese Spielweise, dass es einem dann teils richtig schwer fiel das alles taktisch aufzudröseln, weil das vom aktuell gewohntem Profifußball so weit entfernt ist, so allgemein ungewohnte Strukturen und Rollen da waren, die man im ersten Moment gar nicht richtig zusammenbringen konnte. Der individuelle Fußballer, dessen Interpretation des Spiels zählte damals wohl einfach noch viel mehr, ergo mangelte es dann durchgehend an Abstimmung. Nicht selten musste ich zurückspulen und kratze mich am Kopf, warum jetzt wieder ein Spieler plötzlich an ganz anderer Stelle wie vermutet auftaucht, einen ganz anders erwarteten Aktionsradius hatte. Aber eben genau das zeichnete dann auch dieses Spiel aus, indem der KSC alles nach vorne warf.

Nachdem ich mir zu Vorbereitung bereits ein paar Spiele aus der Zeit und davor angeschaut hatte, z.B. die Bayern mit Bender gegen Roter Stern Belgrad, Trainer Jupp Heynckes, und da nicht minder eine für heutiges Verständnis eher irrige Spielweise an den Tag gelegt wurde, weil das oft so brutal wenig zusammenhängend war, konnte ich da meine Erwartungshaltung zumindest schon etwas darauf einstellen. Es war eben die Spielauffassung zu dieser Zeit und korrigierend vorausschiebend, dass eben dort auch zeitweise genau das zu erkennen war, was man heute so alles unter „modernen Fußball“ verkauft. Festhalten kann man aber auch, dass z.B. wenn man D gegen die Niederländer 74 heranzieht, die 90er wohl mannschaftstaktisch eher ein Abschwung waren, im Sinne von geordneten Strukturen und wirklich mannschaftlich geschlossenem Spiel. Zurück zum Spiel.

Das 5er-MF bestand von links nach rechts aus Shmarov, Bender, Rolff, Schütterle und Carl. Die Spitzen gaben Schmitt und Kiriakov. Rolff als Abräumer, tiefer Sechser, tief bleibender Ballverteiler, eher immer an die Abwehr gekettet. Davor Shmarov recht linear am linken Flügel. Daneben der sich völlig frei bewegende Bender. Carl und Schütterle beide flügelorientiert, was bedeutete, dass Schütterle immer wieder auf den rechten Flügel rausschob, falls Carl zu tief für einen Angriff stand und keine Läufe in die Tiefe anbot.
Bevor das Spiel begann, nochmal einige Worte von Winni, der sympathisch frei Leber aus der Loge raus wegredete, Kerner in gewohnter Art das Spiel einleitete, war denke ich ein guter Sportmoderator, dann Dahlmann den Kommentar für das Spiel übernahm. Also los geht’s.

Anspiel Valencia, der KSC ging direkt mit vollem Tempo in die Offensive, man presste die Valencianer direkt und kam dann auch schnell zum Ballgewinn. Das Mittelfeld vor Rolff schob in den Sturm, weiter Ball raus. In etwas anderer Form spielt man das heute mit Gordon, Kampf um 2. Bälle, Ballgewinn am Übergang letztes Drittel, natürlich alles viel strukturierter, richtig abgesichert. Was direkt auffiel, mir huschte ja direkt ein dickes Grinsen über das Gesicht: Spielverlagerung hat schon recht. Der KSC erkämpfte sich die Bälle nicht stehend im Zweikampf, man grätschte direkt von Anfang an mit beiden Beinen voraus voll rein. Gerade Schuster spielte dann auch durchweg so. Eine klare Formation war erst mal nicht zu erkennen, denn gerade im MF war so eine Struktur nicht auszumachen. Mittelfeldspieler die sofort in den Angriff/in die letzte Reihe gehen, das MF selbst komplett offen lassen und keine wirkliche Absicherung zu erkennen war. Heute unvorstellbar, damals bzw. an diesem Tag kein Problem, denn Umschaltspiel, Kontern, das konnte Valencia nur sehr schlecht, sinniges Vertikalspiel.

Die Valencianer zeigten sich von Anfang an defensiv sehr passiv. Selbst über der Mittellinie ging man erst spät ins Pressing über und wenn war das nicht mannschaftlich koordiniert. Wenn nahm ein Valencianer einen langen Laufweg und machte Druck auf den ballführenden Mann. Sinnige Zonenverteidigung war nicht auszumachen, sie standen in der Abwehr einfach nur eng und wer dann aus dem Pulk herausstieß, das war wohl jedem selbst frei überlassen. Wenn dann doch mal ein Valencianer Raum absicherte, war das oft in dem Moment die völlig falsche Entscheidung.

Der KSC spielte dann schon das was man heute Umschaltspiel benennt. Shmarov musste tief am eigenen Sechzehner den Ball erkämpfen, Dahlmann dazu „so tief kam der noch nie an den Ball“, spielte in die Zentrale rein. Rolff erkämpfte sich im tiefen MF den Ball, der KSC schaltete um. Bender, Kiriakov und Schmitt suchten direkt in vollem Tempo den Weg in die Tiefe. Der KSC kam in den Zwischenlinienraum – 3gg2 auf das Tor der Valencianer. Foul Valencia, erste Gelbe Karte im Spiel. Früh zu sehen, dass Kiriakov nicht ebenso als zentrale Spitze spielte, er spielte ausweichend auf die Flügel oder ließ sich fallen und agierte als Ablagespieler, während Schmitt als Spitze ausschließlich die Zentrale hielt und aus der Chancenerarbeitung raus war. Die Valencianer spielten ebenfalls im 3-5-2, im Aufbau 3-2-3-2, damit konnte Kiki offensiv hinter dem Flügelläufer der Spanier Raum ausnutzen, meistens im Rücken der MF-Spieler sich fallen lassen und so an den Ball kommen, seine Manndecker waren selten früh genug an ihm dran.

Bei Ecken zeigte der KSC direkt Variantenreichtum. Entweder Bender brachte die Ecken sehr hart und präzise gespielt in den Sechzehner, wirklich unglaublich präzise und hart, oder man legte kurz ab und spielte dann vom Sechzehnereck aus rein. Zu Beginn auch direkt gleich die Szene, welche den sv.de-Blogger vermutlich so in Rage brachte, dass er einen amüsanten Verriss über das Spiel schrieb. Rolff bockte Mijatovic auf, nachdem Valencia doch mal schnell in die Spitze spielte und Mijatovic mit Ball und Tempo in die Karlsruher Hälfte ging. Rolff zu spät dran, Mijatovic machte dann einen sauberen Salto über diesen, eher mittelprächtige Haltungsnote. grins

So langsam zu erkennen, dass der KSC sich im Aufbauspiel im 3-1-0-2-2-2 formierte. Rolff als tiefer MF im Spielaufbau mit der breit ziehenden IV, Carl und Shmarov ein gutes Stück weiter vorne Richtung Mittellinie am Flügel, Schütterle und Bender als Zehner Richtung Zentrale/Halbraum, während Schütterle mehr gen Flügel tendierte, Bender sich völlig frei von einer festen Position bewegte und vom tiefem MF bis in die Spitze rein pendelte. Davor Kiki ebenso mit Freiheiten horizontal/vertikal sich als Zwischenspieler einband, während Schmitt die Zentrale hielt. Die 0 in der taktischen Angabe, weil sv.de das schon richtig benennt, denn die Mannschaftsteile waren klar zwischen Abwehr und Angriff getrennt, ein wirkliches Anbindungs-Mittelfeld gab es so im Spielaufbau zentral nicht.

Das Spiel machte mehr den Anschein eines Schlagabtausches per hohen Bällen, wenig Tempo auf Seiten der Valencianer. Der KSC suchte schnell den Abschluss, schob man mit vielen Spielern in die letzte Reihe, versuchten sich die Valencianer in einer ebenfalls eher schwachen Struktur, weil zu langsam nachrückend, kaum Dreiecke zur Anbindung findend, sich vor das Tor zu spielen, kam Valencia dann aber nach 20 Minuten gefährlich vor das Gehäuse von Kahn. Ein Valencianer aus recht spitzem Winkel frei vor dem Tor, Rückgabe mit einem folgend schwachen Abschluss, Kahn parierte.

Die Valencianer fingen nun an etwas mehr Druck auf den KSC zu machen. Man störte den Spielaufbau des KSC, liefen die Stürmer der Spanier hoch an. Beide Teams zeigten in der Phase schwache Anbindungsmöglichkeiten, die Mannschaftsteile standen wie erwähnt zu weit auseinander, war keine Anbindung abseits von hohen Bällen wirklich möglich. In der Phase hatte der KSC dann Glück, dass die Spanier eine weitere hochkarätige Chance liegen ließen. Der KSC musste einen Konter schlucken, weil eben keine Absicherung im MF da war. Rolff in die IV eingerückt, rückte dann im falschen Moment raus, ließ seinen direkten Gegenspieler stehen, stellten Bilic und Witwer kein Abseits, wäre auch etwas viel verlangt gewesen. Der Spanier war durch, schloss aber schwach ab. Ein bis dahin echt etwas wildes Spiel - kämpfen, kratzen und beißen in sehr purer Form. Schlechte Anbindungen, viele Zweikämpfe, Kopfbälle, Klärungsbälle, viel Einsatz, aber dann eben auch recht wenig Ertrag und keine sinnigen Strukturen und Bewegungen, um so geordnet vor das Tor zu kommen.

In der 30. Minute ging der KSC dann in Front, nachdem Valencia eigentlich hätte längst in Führung gehen müssen. Schuster gewinnt den Ball im eigenen Drittel natürlich mit einer beidfüßigen Grätsche, welche den Ball gerade noch so erwischte, zum Glück nicht so sehr den Gegenspieler. Rolff kommt an den Ball, spielt durch die Zentrale auf den sich tief fallenlassenden Kiki zentral, der hoch auf den rechte Flügel wechselt und auf Schütterle spielt. Schütterle täuscht kurz an und zieht in die Zentrale rein, ein Valencianer Mitspieler sieht sich dann nicht mehr verantwortlich, weil am Flügel stehend (völlig unsinnige Raumverteidigung), und lässt Schütterle in die Zentrale rein frei passieren. Schütterle mit Tempo und wunderschönem Außenrist Pass durch die Abwehrschnittstelle auf den in der letzten Reihe durchgebrochenen Bender, der mit einer perfekten flachen Hereingabe den aufs Abseits achtenden Schmitt findet, der „nur“ noch den Fuß hinhalten muss. Dahlmann: „Dieser Mann ist Gold wert für den KSC! Der Eifel-König, der Mann aus Dudeldorf haha.“ So langsam dreht er auf. Aber wow wie Bender mit viel Schnitt den Ball perfekt auf Schmitt bringt.

Von nun an ging die Post ab, hörte man das Karlsruher Publikum laut und frenetisch über die Mikrofone, flachte das nur langsam ab.

Valencia drückte direkt auf den Ausgleich und holte sich nach hohen Hereingaben vom Flügel aus einige Ecken raus. Der KSC verteidigte vielzählig aus der Zentrale raus gen Flügel schiebend und bekam die Hereingaben nicht unterbunden. Während Valencia nun mehr nachschob, versuchte der KSC nach Ballgewinn weiterhin schnell hinten raus zu kommen.

Becker und Ullrich kurz eingefangen, welche Winni auf der Bank ersetzten. Schäfer wird kurz aus der Loge zugeschaltet. „Wird die Taktik geändert, etwas vorsichtiger gespielt?“ „Nein, wir müssen ein Tor machen. Noch zu weit weg von den Gegenspielern, die hätten zwei Tore machen können. Dank an Oli. In der Phase weiter Druck machen und das 2:0 hinterherschicken, die sind verunsichert Valencia!“ Die sind verunsichert Valencia, das ist so typischer Satzbau Winni. grins „Puls auf 200?“ „Mehr!“ Dahlmann kauft ihm das nicht ab, wirkt Winni doch seelenruhig.

Weiterhin findet das Spiel vor allem in beiden Abwehrdritteln statt, für das dazwischen interessiert sich kein Team. 35. Minute das 2:0. Abschlag von Valencia-Keeper Sempere, Bender spielt den Ball volley! über der Grasnarbe in die Hälfte der Valencianer zurück. Kiki kommt fallenlassend an den Ball und spielt zurück auf Carl, der mit Ball vom Mittelkreis aus auf den rechten Flügel geht, an einem Valencianer vorbei und aus dem rechten Halbfeld flach auf Schmitt flankt. Dahlmann: „Nur Schmitt vorne…. Was heißt nur? Tor!“ „Edgar König Schmitt. Letze Woche war er noch Looping-Schmitt, nach seinem Autounfall – 4 mal überschlagen.“ Auch hier eine absolut mustergültige und präzise Hereingabe, diesmal von Carl.

Der KSC schaltete nicht einen Gang herunter. Direkt nach Anspiel mit Wucht wieder auf die Spanier drauf, die nun wirklich sichtbar verunsichert waren. Der KSC hingegen fing an euphorisch zu spielen. Weiter Ball Witwer aus der Abwehr raus, Shmarov kommt eingerückt zentral an den 2. Ball und feuert mal direkt aus 30 Metern aufs Tor. Ball wird abgefälscht und rollt frei gen Flügel raus. Schütterle kommt mit Tempo an, während der Valencia Keeper eine riskante Entscheidung trifft und aus seinem Kasten herausstürmt, dann zu spät dran ist. Schütterle mit Heber zum 3:0. Dahlmann: „Ein klasse Heber. Ach, ich liebe Leute, die Heber machen. Und er hebt und hebt und hebt und hebt – hinein ins Tor!“ Unfassbare Szene wie davor der spanische LIV vollkommen abschaltet, weder gen Flügel zu Schütterle geht, noch mit Tempo in den Sechzehner, um die heranstürmenden KSC Spieler abzuschirmen. Er steht einfach, trottet dann etwas los, schaut zu und lässt alles geschehen. augen-zuhalten

Der KSC fing jetzt an gar etwas überheblich zu spielen, die Spanier vorzuführen. Shmarov streut einen Roulette ein, sieht wunderschön aus. Der KSC nun etwas defensiver, man läuft die Gegner nicht mehr so emsig an, spielt eine damalige Interpretation des hohes Mittelfeldpressing. Die Spanier lässt man nun in die eigene Hälfte kommen und hat dann großes Glück. Kahn einmal geschlagen an den Pfosten, im folgenden Gestocher rettet dann Schuster noch auf der Linie. Dem KSC gelingt weiterhin ungewöhnlich viel. Ein hoher und weiter Seitenwechsel wird von Shmarov im vollen Lauf vom linken Flügel aus volley! perfekt in den Sechzehner gespielt, nur steht da in dem Moment dann leider keiner zur Abnahme bereit. Der KSC gewinnt durchgehend die weiterhin sehr häufig hoch und weit gespielten Bälle im 1. und 2. Versuch. Von den Tribünen hört man erstmals so richtig Fangesänge, während nach dem 1:0 eh fast durchgehend das Stadion richtig laut ist, Bengalos brennen. „Ole, Ole, KSC, Ole“ Werde ich wohl immer im Zwiespalt sein, aber ich mag so spiel- und ergebnissituative Anfeuerung, pushte das hier gefühlt einfach sehr.

Vor der Pause dann nicht mehr viel zu sehen. Valencias Struktur im Anlaufen schwach, mussten sie weite Wege gehen um Druck auf unsre Verteidiger auszuüben. Der KSC schlug dann die Bälle trotzdem weit. Valencia immer mal wieder mit Tempo durchs MF, doch sobald es ins letzte Drittel ging, nahm man das Tempo raus, suchte ein Spanier Spielmacher-like einen Schnittstellenpass und bekam es nicht gebacken, konnte der KSC die Angriffe aufhalten, sich neu formieren, weil die Valencianer so wenig Bewegung drin hatten, kaum Zug im letzten Drittel entwickelten. Fußball in Form von Gleichzahl/Überladen kannten die Spanier hier nicht, alles war auf 1gg1-Duelle und dann erst aufdrehen ausgelegt, während der KSC in Hälfte 1 eben möglichst Gleichzahl in der Abwehrreihe der Spanier suchte.

Die 1. Hälfte dann sicherlich ein nicht immer schön anzusehendes Spiel. Der KSC machte richtig Druck, war weit lauffreudiger wie die Spanier und schaltete oft gut um. Die Spanier nahmen das Tempo defensiv nicht mit auf, trabte man bei gefährlichen Situation zu oft nur mit. Sinnige Struktur auf beiden Seiten wenig zu erkennen. Die spanischen Angreifer zu unbeweglich in der Zentrale verbleibend und damit gedeckt, um bei den wenigen Tempogegenstößen für Überraschung zu sorgen. Die spielte man dann schwach aus und lief sich in der Abwehr des KSC fest. Kam Valencia sehr selten doch mal dazu zu kombinieren, lief der KSC schon brutal hinterher, hatte man darauf so gar keine Antwort, aber Valencia forcierte das dann nicht, sondern fiel in den eigenen Tran zurück, entweder ebenso oft weite Bälle zu spielen, die der KSC schnell unter Kontrolle brachte, oder bei Möglichkeiten eben das Tempo völlig rauszunehmen und auf Spielmacher-Fußball zu setzen, die Stürmer mit fehlender Unterstützung bei Ballannahme dann verhungern ließ. Die Stürmer zogen das 1gg1 voll durch, anstatt den Ball dann auch einfach mal wieder direkt ins MF zurückzuspielen und es neu zu versuchen. Der KSC hingegen glänzte mit hoher Laufbereitschaft, schaffte man es bei weiten Bälle diese viel öfter abzulegen und war vor dem Tor einfach effektiv, woran es den Spaniern eben sehr mangelte, bei ihren ebenso hochkarätigen Chancen. Zwar mangelte es im Aufbauspiel des KSC ebenso an einer passenden Struktur, gingen aber viele Spieler früh dazu über in die letzte Reihe zu gehen, was oft Gleichzahl einbrachte und dem KSC das Spiel vor dem Tor erleichterte. Die Spanier ließen sich dann zwar teils auch tief fallen, das wirkte dann aber wie eine viel zu eng gestaffelte Zonenverteidigung ohne jegliche Abstimmung.

In der Pause direkt der Eifelkönig Edgar Schmitt am Mikro. „So kann´s weitergehen?“ Schmitt: „Normal müssen wir das 4 oder 5:0 machen, aber man kann auch so zufrieden sein. Wir dürfen uns jetzt nur nicht in die Abwehr reindrängen lassen und dann bin ich eigentlich optimistisch, weil Valencia ist eigentlich sehr nervös.“ „Rutscht euch das Herz bei den Kontern der Spanier nicht in die Hose?“ „Risiko dass wir einfach eingehen müssen.“ Ein Tor hätten die Spanier zumindest erzielen müssen. Im Studio dann noch Burkhard Reich mit Kerner. In den Highlights Kerner: „Mit Sechs Offensiven ist hinten ein bisschen offen“ Reich: „ Ja wir werfen alles nach vorne und da kann schon mal passieren, dass ein Loch entsteht, was nicht soll.“ 6 offensive Leute passt so, versuchten sich Carl und Shmarov am Flügel ebenso schnell in Angriffe einzuschalten, spielten Bender und Schütterle schon im Spielaufbau hinten raus eher im Zehnerraum, dazu die beiden Spitzen. Allgemein fiel mir auf, dass auf Sat 1 eine muntere und lockere Flapsigkeit herrschte, die man so heute eher nur noch von Wolff Christoph-Fuss, Buschi und DAZN kennt. Kurze Schalte noch zu Winni vor Beginn der 2. Hälfte. „Weiter fighten, kämpfen, rennen. Versuchen weiterzuspielen, nur nicht zu offensiv. Wichtig, dass sich Rolff einen Schritt zurückorientiert, den Rücken freihält für Mani (Bender). Nicht nachlassen, nicht kommen lassen.“

Hiddink wechselte zur 2. Hälfte. Für IV Serer kam Mittelstürmer Gálvez. Der sortierte sich direkt nach Anpfiff für eine Ecke des KSC defensiv ein, machte dann Shmarov nach Gestocher und einem schwach geklärten Ball per Weitschuss aus dem Rückraum direkt das 4:0. Was ein Paukenschlag nach der Pause!

Die Valencianer sortierten sich nun erstmals im 3-4-2-1 ein, im Aufbau ein 3-2-2-1, Mijatovic die Spitze, Pizzi, und der neu gekommene Galvez dahinter. Der KSC stürmte direkt nach dem 4:0 weiter, kam man in der 47. mit Kiki zu einer weiteren guten Chance. Die neue Ausrichtung der Valencianer ging zu Beginn direkt nicht auf. Die offensiven Halbraum-Zehner kamen zwar an den Ball, die Nachrückbewegungen, Läufe in die Tiefe am Flügel weiterhin schwach. Ins Kombinationsspiel kamen sie so nicht, in der Zentrale agierte der KSC bissig genug um das Offensivspiel aufzuhalten. Aus dem Publikum nun zu hören „Winfried Schäfer, du bist der beste Mann.“.

Valencia lief nun wieder hoch an. Der KSC spielte im tiefen Aufbau breit, die Flügelzehner der Valencianer liefen an, 3gg3, verlegte sich der KSC erstmal auf weite Bälle. Die war man dann auch schnell wieder los. Im Falle man kam dazu aufzurücken, nahmen die Spanier nach Ballgewinn nun direkt Tempo auf. Die Absicherung des KSC im MF machte es den Valencianern auch weiterhin leicht. Nach einem Abschlag von Oli stand man im 3-1-4-2 noch passend zu den Gegenspielern im MF in der Kette und hatte nach Ballverlust gleich Zugriff, machte man das freie Durchschreiten des MFs mit Ball nicht möglich. Kurz darauf gleiche Situation, Rolff mit einem Freistoß aus dem eigenen Sechzehner, diesmal stand die Abwehr, die sich nun immer stärker zur 5er-Kette formierte, nur kompakt zentral tief, während die restlichen Spieler sehr weit in die Hälfte der Valencianer schoben, während man das MF völlig blank ließ, mindestens 3 Spanier im Mittelkreis komplett freistehend. Taktisch sehr inkonsistent das Ganze. Der KSC gewann aber wenigstens das Kopfballduell, kam man hierbei nicht in Gefahr, ansonsten wäre man in den nächsten Konter gelaufen.

Weiterhin verteidigten aber vor allem die Spanier schwach. Auch sie konnten im Mittelfeld wenig Druck auf den Ballführenden ausüben, machte man es dem KSC leicht vor das Tor zu stoßen. Dort strahlte der KSC dann auch durchgehend Torgefahr aus, denn was die Strafraumbesetzung anging, standen teilweise bis zu 4 Spieler im Strafraum, spielte der KSC da weiterhin sehr mutig und so gar nicht defensiver, gab man eben dazu weiterhin die Absicherung im Mittelfeld auf, während man hinten zumindest in 3-1-Stellung und Manndeckung die Restabwehr stellte. Valencia kam nun aber ebenso immer wieder vor das Gehäuse von Kahn, formierte sich deren Spitze von 2-1 zur 1-2-Stellung um. Der KSC tat sich nun schwerer die beiden Stürmer passend immer wieder zentral fallen lassend aufzunehmen, ging der Ball dann gen Flügel raus, wo der Außenläufer nun endlich sinnig den Weg in die Tiefe suchte. Ein Tor für die Spanier lag in der Luft und es traf dann doch wieder der KSC, in der 59. Minute. Wieder hatte man schnell umgeschaltet, hinten rausgespielt, kam Kiki dazu vom linken Flügel aus invers aufs Tor zu ziehen, ging zwischen 2 Gegenspielern durch und wurde böse gesenst. Die von Bender geschlagene Hereingabe per Freistoß landete am langen Pfosten beim Eifel-König, der das 5:0 mit dem Kopf herstellte.

Valencia schien sich noch nicht ganz aufgegeben zu haben, es fehlten ja eigentlich "nur" 2 Tore zum Weiterkommen. Im ruhigen Spielaufbau der Valencianer störte man nicht, ließ man den ballführenden Spieler bis über die Mittellinie gehen, sehr frei den Pass ins Angriffsdrittel auf die jeweils fallenlassenden Stürmer spielen. Erst dann packte der KSC in Manndeckung spielend zu, suchte dann auch schnell ein Spieler aus IV mit den Zugriff, falls man im direkten Duell den Ball nicht bekam. Das 6:0 kurz darauf dann ein mustergültiger Treffer. Nicht mustergültig herausgespielt, weil so koordiniert sicherlich nicht mit Absicht, aber mustergültig für den Einsatz an diesem Abend, die Leistung der Spanier in der Abwehr.

Die Valencianer waren aufgerückt, der KSC verlor den Ball in der eigenen Hälfte nach Ballgewinn direkt wieder, wurde der aus der heißen Zone am rechten Flügel rausgespielt, weil der KSC direkt Zugriff suchte. Der Ball landete beim LIV der Spanier. Bender rückte aus dem MF mit etwas Tempo raus und machte den Passweg durch die Zentrale für den IV dicht, der versuchte aber den Ball dort hoch reinzuschlagen, was den Ball an Bender abfälschen ließ und glücklicherweise schnell zum Stillstand brachte. Rolff kam an den Ball und spielte horizontal auf Shamrov, der vom linken Flügel ins Halbfeld Nahe Mittellinie aufrückte. Valencia wird die Manndeckung und Erwartungshaltung, der eben oft völlig isoliert spielenden Spieler dann zum Verhängnis. Kiki zieht seinen Gegenspieler auf den linken Flügel raus, der zentrale IV orientiert sich zu diesem IV und rückt dazu auch noch unnötig aus der Abwehrkette raus. Bender zieht den linken IV im rechten Halbraum mit, der orientiert sich aber noch schnell genug zum zentral stehenden Schmitt um, macht aber dann den Fehler, das er wohl von ausgeht, dass Schmitt eher direkt auf den am rechten Flügel nun völlig freistehenden Bender spielt, also zögert er kurz und Schmitt ist im vollem Tempo durch die Zentrale durch, hämmert den Ball mit voller Wucht rein - 6:0 nach 63 Minuten.

Dahlmann nun etwas perplex, beendet Sätze nicht mehr, ringt um die passenden Wort. "Lieber KSC, wir danken euch." Direkt darauf Schalte zu Winni in der Loge. „Jeden Zweikampf nehmen die Jungs an, nicht nur in der Abwehr, auch vorne, das ist das Entscheidende.“ Wie wahr und gilt heute mehr denn je. Man ist zwar nicht mehr durchgehend bissig, wie erwähnt lässt man Valencia in der 2. Hälfte doch recht oft aus der eigenen Hälfte in die Hälfte des KSC übersetzen, übt wenig Druck aus und verlässt sich auf die Manndeckung der Abwehr, aber bei diesem Treffer mit Benders Lauf auf den IV perfekt gemacht. Winni weiter: „ Ich hoffe, dass wir noch ein Tor machen.“ grins

Direkt daraufhin wechselt Hiddink. Für den rechten Flügelläufer Flores kommt mit Eloy ein weiterer Mittelstürmer. Eine Umstellung des 3-4-1-2 ist aber nicht auszumachen, im weiteren Verlauf, dass der bisherig zentral spielende Angreifer Pizzi und der ebenfalls eingewechselte Galvez wenn am Flügel spielen, während Eloy in die Spitze geht. Leider lässt sich das aufgrund der Bildqualität und Auflösung kaum ausmachen, der vielen Schnitte weg von der Totalen, trägt da jeder Spanier entweder die Nr. 8 oder 18, schwarze Haare haben sie ja alle. Überrascht Weiter hat Valencia kaum Tempo im Spiel, keine Bewegung in der Spitze, überbrückt man mit Pässen in die Spitze, erst dann kommen Tiefenläufe dazu, starten Valencias Spieler am Flügel mal Läufe sinnig, was der KSC dann gerade mit Shmarov nicht mehr durchweg abfangen kann. Die Spanier zeigen immer mal wieder schnelles Kombinationsspiel, doch sie griffen im Spiel dann nicht verständlich, viel zu selten darauf zurück. Pass in die Spitze, 1gg1 und dann war schnell Schluss und das in ständiger Wiederkehr.

Kiki spielt im Verlauf der 2. Hälfte nicht mehr als Stürmer, sondern als Anbindungsspieler am linken Flügel, taucht auch immer mal wieder zentral auf. Auch unser Trainergespann wechselt dann in der 71. Minute (Anweisungen von Winni per Funk lt. Ede). Für Schütterle kommt Dirk Klinge aufs Feld. Der KSC switcht nun klar auf ein 5-2-2-1. Klinge und Rolff vor der Abwehr, Kiki linker Flügel offensiv, Bender am rechten Flügel, wobei weiterhin mit Freirolle bedacht und eben da, wo er sich gerade als sinnig erachtet.

Der KSC weiterhin die diktierende Mannschaft, nicht klar, einfach nur weit effektiver bis vors Tor. Während die Angriffe der Spanier weiterhin verpuffen, schaltet der KSC um. Fast ausschließlich laufen nun die Angriffe über Kiki in die gegnerische Hälfte. Der rechte Außenläufer der Spanier spielte nun weit offensiver, nutzt das Kiki geschickt aus. Der RIV der Valencianer scheute sich so weit an die Seitenlinie rauzuschieben, den sich tief ins MF fallenlassenden Kiki voll in Manndeckung zu nehmen, hatte der damit die Möglichkeit direkt aufzudrehen und das tat er. Ohne Bender als linken ZM und die nun an die Abwehr geketteten Rolff und Klinge, war nun massig Raum im MF da.

Der KSC setzte die Valencianer weiterhin regelmäßig unter Druck, bekam man das Mittelfeld leicht über- bzw. ausgespielt. Über die Videoleinwand lief nun „Auf geht´s Laola“. Die Spanier so langsam dann auch etwas von der Rolle, Gefahr strahlten sie keine mehr aus. Völlig blinde und unmotivierte weite Bälle, Tempo nahmen sie nicht mehr auf. Zwar liefen die Angreifer immer wieder sauber im Pressing hoch an, doch dahinter ist gar kein Druck mehr da, kombiniert sich der KSC dann auffächernd leicht durchs MF. Auch beim KSC geht aber die Intensität im Defensivspiel etwas runter. Die KSC-Fans skandidieren „Zieht den Spaniern die Badehose aus!“ stark

In der 82. Minuten kommt noch Rainer Krieg für Edgar Schmitt. Schmitt wird direkt interviewt. Dass es das damals gab. oops Edgar: „Tolle Woche gehabt. Fußballerisch etwas ein Tief, dann den schweren Unfall unter der Woche und heute dann das Spiel. Es gibt Wochen die sind einfach genial.“

Die Spaniern üben in den letzten Minuten nach Ballverlust keinerlei Druck mehr aus, der KSC neigt längst nicht mehr dazu in voller Montur in die Offensive zu gehen, verteidigte man mit Acht Mann. Bis auf Krieg und Kiki gehen immer seltener Spieler aus dem MF die Offensivbemühungen mit. Sei es mal noch durch Klinge, weil der KSC sich im Aufbauspiel so umformierte, dass er am rechten Flügel landete. Dabei verrückt und taktisch auch sehr nice: Der KSC lässt die Valencianer im tiefen Aufbauspiel laufen und rotiert dabei passend durch, was Bender auch mal als RIV aufbauen lässt, während Witwer dann passend ins Mittelfeld aufrückt. Kiki ist in der Offensive überall zu finden und macht weiterhin durchgehend Dampf. Ecke noch Bender auf Bilic, der per Kopf Sempere den Ball durch die Beine bugsiert – 7:0. Mittlerweile scheint Dahlmann etwas reizüberflutet, so richtig Ekstase kann er nun nicht mehr, fällt ihm kein Superlativ mehr ein. Kurz nach Wiederanpfiff der KSC direkt die Chance auf das 8:0, Krieg wird am linken Flügel steil geschickt und setzt den Ball nach innen ziehend ans Außennetz. Dahlmann kurz darauf: „Schuster macht gerade den Stier zu seinem Kollegen Shmarov – wir sind wie die Stiere auf Sie losgegangen und haben eines der schönsten Spiele im Europacup gezeigt.“ stark

Überrascht war ich dann doch von einigen Spielern des KSCs. Klar Schmitt ein toller Abschlussspieler, sehr klassischer Goalgetter, super Läufe in den 16er rein, immer einen Schritt schneller als seine Gegenspieler. Auch Kiki nicht überraschend. Wenn er Raum hatte, konnte er seinen Gegenspielern Knoten in die Beine spielen. Aber mit wieviel Einsatz durchgehend gespielt, das hatte was von einem 90er-Mohamed Salah, also ohne die Effektivität vor dem Tor. silent Im hohem Tempo Ball eng am Fuß, so richtig robust trotz seiner kleinen Statur, schirmte oft mit vollem Einsatz Bälle ab und war dann nicht vom Ball zu trennen, auch wenn ihn da weit stärkere Gegenspieler bedrängten. Shmarov trat nicht durchgehend in Erscheinung, weil er in H2 fast nur noch verteidigte, auf seiner Seite das Flügelspiel der Spanier ab und an mal ins Rollen kam. Er technisch auch ein feiner Mann. Beim 6:0 dann mit Auge, wie er durch das komplette MF der Spanier Schmitt steil schickte.

Bender war überall zu finden. Feine Hereingaben per Standard oder vom Flügel, eine unglaubliche linke Klebe, Bälle mit brutalem Schnitt gespielt. Wie auch im Spiel der Münchner gegen Roter Stern Belgrad (mit Treffer) zu sehen, dass er auch richtig flott auf den Beinen war und seinen Bewachern entwischen konnte. So krass hatte ich ihn nicht mehr in Erinnerung. Warum machte Olaf Thon eigentlich 53 Länderspiele und Bender kein einziges (Einmal Freundschaftsspiel oder?)? Boah zeigte Thon gegen Belgrad eine irrsinnige Spielauffassung, gepaart mit völlig laxer Defensivarbeit. Zum Glück hatte er Effenberg an seiner Seite. Sehr überrascht war ich auch von Wolfgang Rolff. Eigentlich hatte ich ihn so grob als quasi Abräumer im Kopf, dabei war das in dem Spiel weit mehr, echter Box-to-Box. Immer souveräner Spielaufbau, sauberes Passtempo kurz, lang immer auf Mitspieler, nix wild geklärt. Gegen Valencia tauchte er in H2 dann auch mehrmals vor dem Tor auf und agierte da geschickt, kam zum Abschluss. Herausragendes Spiel gegen Valencia, so unglaublich emsig und unüberwindbar im Kopfballduell. Rolff machte 37 Länderspiele, so kein Wunder. Auch Schütterle machte ein gutes aber nicht so auffälliges Spiel, das 3:0 per Heber sehr fein. Weitere Überraschung Ebse Carl. Zwar als linearer Flügelspieler so in H2 dann nur noch Verteidiger, im letzten Drittel die Bälle immer sinnig und schnell verteilt, konnte hier im Spiel ebenso wie Bender wunderbare Flanken mit Schnitt reinbringen und nahm gut getimte Läufe in die Tiefe. Das 2:0 auf Schmitt, nicht minder perfekt gespielt.

Der gesamte Abwehrverbund ebenso überraschend. Heute unvorstellbar wie oft sie ihre Positionen wechselten, aber das eben auch eine Folge des Spiels, so ständig in Manndeckung zu spielen. Meist war Bilic der ZIV, der Ruhepol, schob dann als zentraler Mann oft aus der Kette raus wenn sich ein Stürmer der Spanier fallen ließ. Witwer der Mann mit Übersicht, der nicht so sehr Duelle suchte wie z.B. Schuster. Er war klar der gesuchte Aufbauspieler aus der Abwehrkette raus und das war stark. Zwar auch oft der Mann für die weiten Bälle, aber da gab es dann eben keine nahe Anspielstation im MF. Schuster der Mann für die 1gg1-Duelle, der pure Manndecker. Flott auf den Beinen, Situationen gut antizipiert und dann ohne Rücksicht auf Verluste rein - die meiste Zeit mit beiden Beinen voraus, echt krank. Sv.de beschreibt Schuster da genial – „Er kann die Beinbewegungen seines gegnerischen Stürmers nahezu perfekt synchronisieren, das ist fast ein bisschen beeindruckend.“. Nur gewann er den Ball oder war im Aufbauspiel eingebunden, gab es Langholz oft ohne Ziel. Nach Ende des Spiels hatten dann die Spanier 6 Karten gesammelt, der KSC hingegen nur 2. Oli zeigte seine bekannt tollen Reflexe, wenn mal was aufs Tor kam, mit Ball am Fuß aber nicht immer gut, seine Strafraumbeherrschung nicht immer Weltklasse.

Das 7:0 war dann vielleicht ein Stück weit zu hoch für diese Leistung. Schmitt netzte alles, Shmarov schießt an mindestens 5 Gegenspielern vorbei aus dem Rückraum ins Tor, Bilics Treffer abgefälscht und eher glücklich, dazu mit Sempere ein an diesem Tag agr schwacher Keeper auf Seiten der Spanier. Winni ließ den KSC Hurra-Fußball spielen und das überforderte die Spanier. In 3-1 Stellung verteidigt, der Rest griff gerade in der Ersten Hälfte unerbittlich an und die Spanier konnten das in Manndeckung oder nie gekonnter Zonenverteidigung nicht auffangen, stemmte sich die Abwehr nicht spürbar dagegen, lief das aus dem Ruder. Würde man so heute wie der KSC damals spielen lassen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch heutige Gegner die Kontrolle verlieren. Denke da an so manches 3.Liga-Spiel letztes Jahr, der KSC gegen Ende hin in Führung und im 4-1-4-1 schaltete man nach Ballgewinn um, Wani mit dem Nebenmann und den Flügelspielern direkt den Weg in die Tiefe suchend, bis zu 4-5 Leute aufs gegnerische Tor. Da war diese starke Auftrennung der Mannschaftsteile, wie das der KSC gegen Valencia oft durchgehend praktizierte, dann auch kein Problem mehr, wenn der Gegner sich dann gegen Ende etwas kaputt gelaufen hatte und dessen Umschaltspiel nicht mehr so lief.

Das was man heute über den 90er Jahre Fußball sagt, der Verriss auf sv.de, hat denke ich so schon seine grobe Richtigkeit, auch wenn sv.de den KSC denke ich spielerisch etwas schlechter dastehen lässt, als sich der letztlich präsentierte. Wenn trifft das vor allem auf die Spanier zu. Taktisch waren da Mannschaften, wen man gen Niederlande in den 70ern schaut, sicherlich schon viel weiter, nur setzte sich flächendeckend denke ich eben gerade in der BuLi ein anderer Fußball durch. Warum genau keine Ahnung, Vermutung hätte ich schon. Sehr physisch, individueller, teils arg brutaler Fußball, auch bei den Bayern zu sehen - taktisch sehr wenig zusammenhängend, wirklich mal koordiniert. Da bricht hoffentlich niemandem was aus der Krone, das heute nochmal so Revue passieren zu lassen. Egal wie, war es dann ein Fußballfest, ein sichtbarer Rausch, der sich mit den Fans im Stadion entwickelte und sich immer weiter steigerte, ein Spiel für die Ewigkeit. Euch einen guten Start ins neue Jahr! daumen-hoch

sv.de - Türchen 22: Das Mahnmal vom Wildpark
Taktik und Spielsysteme |#1905
04.01.2020 - 16:09 Uhr
Zitat von RudiMentaer

02.11.1993 – Karlsruhe - Valencia

Nachdem sich sv.de dem legendären 7:0 des KSC über Valencia im „Advents-Kalender“ zur Brust nahm, daraus aber leider (oft auch zutreffend) einen „taktischen Abgesang“ über die 90er machte, dem Kraftmeier, Hackser-Fußball aus dieser Zeit, wollte ich mir das Spiel mal mit dem heutigen Wissen anschauen, ob das so stimmt, wie der KSC das Ergebnis zustande bringen konnte. Zum Glück gibt es das Spiel noch auf yt in voller Länge zu sehen, wenn auch in schrecklichster Qualität – VHS in 240p. Also Stift, Zettel und Lupe in die Hand, und los geht’s.

Vor dem Spiel Kerner mit Interesse an der geplanten Spielweise des KSC, mit welchem System der KSC ins Spiel geht. Dazu gab es von Winni aber keine Worte, der verlegte sich wie Alois einzig darauf Mentalität hervorzuheben. Lustig sein kurzer Rant über die UEFA. Nach Eindhoven war Winni ja gesperrt worden, durfte nicht auf der Bank Platz nehmen, musste er den KSC von der VIP-Loge aus begutachten. Einen Seitenhieb konnte er sich nicht verkneifen. Winni: „In Eindhoven gar nichts gemacht, kommt von der UEFA…Die UEFA ist noch die einzige Macht in Europa!“ Nicht schlecht. oops Zur Vorfreude blieb dann ausgerechnet das Bild stehen, als man die Aufstellung des KSC aufführen wollte. Na klasse. Wenigstens hilft tm.de auf die Sprünge. Der KSC spielte im 3-5-2, passt grob gesehen auch, so eher Richtung 3-1-0-4-2.

In der Abwehr standen Bilic, Witwer und Schuster. Vor dem Spiel gab Dahlmann an, dass Bilic den Manndecker gibt. Diese Rolle übernahmen eigentlich alle Abwehrspieler. Manndecker gibt esja so heute nicht mehr, also dass ein Spieler den Gegenspieler in der eigenen Hälfte komplett folgt, nicht Zonen verteidigt. Heute lässt man Leute „durch die Kette rauschen“ und übernimmt dann. So ungewöhnlich diese Spielweise, dass es einem dann teils richtig schwer fiel das alles taktisch aufzudröseln, weil das vom aktuell gewohntem Profifußball so weit entfernt ist, so allgemein ungewohnte Strukturen und Rollen da waren, die man im ersten Moment gar nicht richtig zusammenbringen konnte. Der individuelle Fußballer, dessen Interpretation des Spiels zählte damals wohl einfach noch viel mehr, ergo mangelte es dann durchgehend an Abstimmung. Nicht selten musste ich zurückspulen und kratze mich am Kopf, warum jetzt wieder ein Spieler plötzlich an ganz anderer Stelle wie vermutet auftaucht, einen ganz anders erwarteten Aktionsradius hatte. Aber eben genau das zeichnete dann auch dieses Spiel aus, indem der KSC alles nach vorne warf.

Nachdem ich mir zu Vorbereitung bereits ein paar Spiele aus der Zeit und davor angeschaut hatte, z.B. die Bayern mit Bender gegen Roter Stern Belgrad, Trainer Jupp Heynckes, und da nicht minder eine für heutiges Verständnis eher irrige Spielweise an den Tag gelegt wurde, weil das oft so brutal wenig zusammenhängend war, konnte ich da meine Erwartungshaltung zumindest schon etwas darauf einstellen. Es war eben die Spielauffassung zu dieser Zeit und korrigierend vorausschiebend, dass eben dort auch zeitweise genau das zu erkennen war, was man heute so alles unter „modernen Fußball“ verkauft. Festhalten kann man aber auch, dass z.B. wenn man D gegen die Niederländer 74 heranzieht, die 90er wohl mannschaftstaktisch eher ein Abschwung waren, im Sinne von geordneten Strukturen und wirklich mannschaftlich geschlossenem Spiel. Zurück zum Spiel.

Das 5er-MF bestand von links nach rechts aus Shmarov, Bender, Rolff, Schütterle und Carl. Die Spitzen gaben Schmitt und Kiriakov. Rolff als Abräumer, tiefer Sechser, tief bleibender Ballverteiler, eher immer an die Abwehr gekettet. Davor Shmarov recht linear am linken Flügel. Daneben der sich völlig frei bewegende Bender. Carl und Schütterle beide flügelorientiert, was bedeutete, dass Schütterle immer wieder auf den rechten Flügel rausschob, falls Carl zu tief für einen Angriff stand und keine Läufe in die Tiefe anbot.
Bevor das Spiel begann, nochmal einige Worte von Winni, der sympathisch frei Leber aus der Loge raus wegredete, Kerner in gewohnter Art das Spiel einleitete, war denke ich ein guter Sportmoderator, dann Dahlmann den Kommentar für das Spiel übernahm. Also los geht’s.

Anspiel Valencia, der KSC ging direkt mit vollem Tempo in die Offensive, man presste die Valencianer direkt und kam dann auch schnell zum Ballgewinn. Das Mittelfeld vor Rolff schob in den Sturm, weiter Ball raus. In etwas anderer Form spielt man das heute mit Gordon, Kampf um 2. Bälle, Ballgewinn am Übergang letztes Drittel, natürlich alles viel strukturierter, richtig abgesichert. Was direkt auffiel, mir huschte ja direkt ein dickes Grinsen über das Gesicht: Spielverlagerung hat schon recht. Der KSC erkämpfte sich die Bälle nicht stehend im Zweikampf, man grätschte direkt von Anfang an mit beiden Beinen voraus voll rein. Gerade Schuster spielte dann auch durchweg so. Eine klare Formation war erst mal nicht zu erkennen, denn gerade im MF war so eine Struktur nicht auszumachen. Mittelfeldspieler die sofort in den Angriff/in die letzte Reihe gehen, das MF selbst komplett offen lassen und keine wirkliche Absicherung zu erkennen war. Heute unvorstellbar, damals bzw. an diesem Tag kein Problem, denn Umschaltspiel, Kontern, das konnte Valencia nur sehr schlecht, sinniges Vertikalspiel.

Die Valencianer zeigten sich von Anfang an defensiv sehr passiv. Selbst über der Mittellinie ging man erst spät ins Pressing über und wenn war das nicht mannschaftlich koordiniert. Wenn nahm ein Valencianer einen langen Laufweg und machte Druck auf den ballführenden Mann. Sinnige Zonenverteidigung war nicht auszumachen, sie standen in der Abwehr einfach nur eng und wer dann aus dem Pulk herausstieß, das war wohl jedem selbst frei überlassen. Wenn dann doch mal ein Valencianer Raum absicherte, war das oft in dem Moment die völlig falsche Entscheidung.

Der KSC spielte dann schon das was man heute Umschaltspiel benennt. Shmarov musste tief am eigenen Sechzehner den Ball erkämpfen, Dahlmann dazu „so tief kam der noch nie an den Ball“, spielte in die Zentrale rein. Rolff erkämpfte sich im tiefen MF den Ball, der KSC schaltete um. Bender, Kiriakov und Schmitt suchten direkt in vollem Tempo den Weg in die Tiefe. Der KSC kam in den Zwischenlinienraum – 3gg2 auf das Tor der Valencianer. Foul Valencia, erste Gelbe Karte im Spiel. Früh zu sehen, dass Kiriakov nicht ebenso als zentrale Spitze spielte, er spielte ausweichend auf die Flügel oder ließ sich fallen und agierte als Ablagespieler, während Schmitt als Spitze ausschließlich die Zentrale hielt und aus der Chancenerarbeitung raus war. Die Valencianer spielten ebenfalls im 3-5-2, im Aufbau 3-2-3-2, damit konnte Kiki offensiv hinter dem Flügelläufer der Spanier Raum ausnutzen, meistens im Rücken der MF-Spieler sich fallen lassen und so an den Ball kommen, seine Manndecker waren selten früh genug an ihm dran.

Bei Ecken zeigte der KSC direkt Variantenreichtum. Entweder Bender brachte die Ecken sehr hart und präzise gespielt in den Sechzehner, wirklich unglaublich präzise und hart, oder man legte kurz ab und spielte dann vom Sechzehnereck aus rein. Zu Beginn auch direkt gleich die Szene, welche den sv.de-Blogger vermutlich so in Rage brachte, dass er einen amüsanten Verriss über das Spiel schrieb. Rolff bockte Mijatovic auf, nachdem Valencia doch mal schnell in die Spitze spielte und Mijatovic mit Ball und Tempo in die Karlsruher Hälfte ging. Rolff zu spät dran, Mijatovic machte dann einen sauberen Salto über diesen, eher mittelprächtige Haltungsnote. grins

So langsam zu erkennen, dass der KSC sich im Aufbauspiel im 3-1-0-2-2-2 formierte. Rolff als tiefer MF im Spielaufbau mit der breit ziehenden IV, Carl und Shmarov ein gutes Stück weiter vorne Richtung Mittellinie am Flügel, Schütterle und Bender als Zehner Richtung Zentrale/Halbraum, während Schütterle mehr gen Flügel tendierte, Bender sich völlig frei von einer festen Position bewegte und vom tiefem MF bis in die Spitze rein pendelte. Davor Kiki ebenso mit Freiheiten horizontal/vertikal sich als Zwischenspieler einband, während Schmitt die Zentrale hielt. Die 0 in der taktischen Angabe, weil sv.de das schon richtig benennt, denn die Mannschaftsteile waren klar zwischen Abwehr und Angriff getrennt, ein wirkliches Anbindungs-Mittelfeld gab es so im Spielaufbau zentral nicht.

Das Spiel machte mehr den Anschein eines Schlagabtausches per hohen Bällen, wenig Tempo auf Seiten der Valencianer. Der KSC suchte schnell den Abschluss, schob man mit vielen Spielern in die letzte Reihe, versuchten sich die Valencianer in einer ebenfalls eher schwachen Struktur, weil zu langsam nachrückend, kaum Dreiecke zur Anbindung findend, sich vor das Tor zu spielen, kam Valencia dann aber nach 20 Minuten gefährlich vor das Gehäuse von Kahn. Ein Valencianer aus recht spitzem Winkel frei vor dem Tor, Rückgabe mit einem folgend schwachen Abschluss, Kahn parierte.

Die Valencianer fingen nun an etwas mehr Druck auf den KSC zu machen. Man störte den Spielaufbau des KSC, liefen die Stürmer der Spanier hoch an. Beide Teams zeigten in der Phase schwache Anbindungsmöglichkeiten, die Mannschaftsteile standen wie erwähnt zu weit auseinander, war keine Anbindung abseits von hohen Bällen wirklich möglich. In der Phase hatte der KSC dann Glück, dass die Spanier eine weitere hochkarätige Chance liegen ließen. Der KSC musste einen Konter schlucken, weil eben keine Absicherung im MF da war. Rolff in die IV eingerückt, rückte dann im falschen Moment raus, ließ seinen direkten Gegenspieler stehen, stellten Bilic und Witwer kein Abseits, wäre auch etwas viel verlangt gewesen. Der Spanier war durch, schloss aber schwach ab. Ein bis dahin echt etwas wildes Spiel - kämpfen, kratzen und beißen in sehr purer Form. Schlechte Anbindungen, viele Zweikämpfe, Kopfbälle, Klärungsbälle, viel Einsatz, aber dann eben auch recht wenig Ertrag und keine sinnigen Strukturen und Bewegungen, um so geordnet vor das Tor zu kommen.

In der 30. Minute ging der KSC dann in Front, nachdem Valencia eigentlich hätte längst in Führung gehen müssen. Schuster gewinnt den Ball im eigenen Drittel natürlich mit einer beidfüßigen Grätsche, welche den Ball gerade noch so erwischte, zum Glück nicht so sehr den Gegenspieler. Rolff kommt an den Ball, spielt durch die Zentrale auf den sich tief fallenlassenden Kiki zentral, der hoch auf den rechte Flügel wechselt und auf Schütterle spielt. Schütterle täuscht kurz an und zieht in die Zentrale rein, ein Valencianer Mitspieler sieht sich dann nicht mehr verantwortlich, weil am Flügel stehend (völlig unsinnige Raumverteidigung), und lässt Schütterle in die Zentrale rein frei passieren. Schütterle mit Tempo und wunderschönem Außenrist Pass durch die Abwehrschnittstelle auf den in der letzten Reihe durchgebrochenen Bender, der mit einer perfekten flachen Hereingabe den aufs Abseits achtenden Schmitt findet, der „nur“ noch den Fuß hinhalten muss. Dahlmann: „Dieser Mann ist Gold wert für den KSC! Der Eifel-König, der Mann aus Dudeldorf haha.“ So langsam dreht er auf. Aber wow wie Bender mit viel Schnitt den Ball perfekt auf Schmitt bringt.

Von nun an ging die Post ab, hörte man das Karlsruher Publikum laut und frenetisch über die Mikrofone, flachte das nur langsam ab.

Valencia drückte direkt auf den Ausgleich und holte sich nach hohen Hereingaben vom Flügel aus einige Ecken raus. Der KSC verteidigte vielzählig aus der Zentrale raus gen Flügel schiebend und bekam die Hereingaben nicht unterbunden. Während Valencia nun mehr nachschob, versuchte der KSC nach Ballgewinn weiterhin schnell hinten raus zu kommen.

Becker und Ullrich kurz eingefangen, welche Winni auf der Bank ersetzten. Schäfer wird kurz aus der Loge zugeschaltet. „Wird die Taktik geändert, etwas vorsichtiger gespielt?“ „Nein, wir müssen ein Tor machen. Noch zu weit weg von den Gegenspielern, die hätten zwei Tore machen können. Dank an Oli. In der Phase weiter Druck machen und das 2:0 hinterherschicken, die sind verunsichert Valencia!“ Die sind verunsichert Valencia, das ist so typischer Satzbau Winni. grins „Puls auf 200?“ „Mehr!“ Dahlmann kauft ihm das nicht ab, wirkt Winni doch seelenruhig.

Weiterhin findet das Spiel vor allem in beiden Abwehrdritteln statt, für das dazwischen interessiert sich kein Team. 35. Minute das 2:0. Abschlag von Valencia-Keeper Sempere, Bender spielt den Ball volley! über der Grasnarbe in die Hälfte der Valencianer zurück. Kiki kommt fallenlassend an den Ball und spielt zurück auf Carl, der mit Ball vom Mittelkreis aus auf den rechten Flügel geht, an einem Valencianer vorbei und aus dem rechten Halbfeld flach auf Schmitt flankt. Dahlmann: „Nur Schmitt vorne…. Was heißt nur? Tor!“ „Edgar König Schmitt. Letze Woche war er noch Looping-Schmitt, nach seinem Autounfall – 4 mal überschlagen.“ Auch hier eine absolut mustergültige und präzise Hereingabe, diesmal von Carl.

Der KSC schaltete nicht einen Gang herunter. Direkt nach Anspiel mit Wucht wieder auf die Spanier drauf, die nun wirklich sichtbar verunsichert waren. Der KSC hingegen fing an euphorisch zu spielen. Weiter Ball Witwer aus der Abwehr raus, Shmarov kommt eingerückt zentral an den 2. Ball und feuert mal direkt aus 30 Metern aufs Tor. Ball wird abgefälscht und rollt frei gen Flügel raus. Schütterle kommt mit Tempo an, während der Valencia Keeper eine riskante Entscheidung trifft und aus seinem Kasten herausstürmt, dann zu spät dran ist. Schütterle mit Heber zum 3:0. Dahlmann: „Ein klasse Heber. Ach, ich liebe Leute, die Heber machen. Und er hebt und hebt und hebt und hebt – hinein ins Tor!“ Unfassbare Szene wie davor der spanische LIV vollkommen abschaltet, weder gen Flügel zu Schütterle geht, noch mit Tempo in den Sechzehner, um die heranstürmenden KSC Spieler abzuschirmen. Er steht einfach, trottet dann etwas los, schaut zu und lässt alles geschehen. augen-zuhalten

Der KSC fing jetzt an gar etwas überheblich zu spielen, die Spanier vorzuführen. Shmarov streut einen Roulette ein, sieht wunderschön aus. Der KSC nun etwas defensiver, man läuft die Gegner nicht mehr so emsig an, spielt eine damalige Interpretation des hohes Mittelfeldpressing. Die Spanier lässt man nun in die eigene Hälfte kommen und hat dann großes Glück. Kahn einmal geschlagen an den Pfosten, im folgenden Gestocher rettet dann Schuster noch auf der Linie. Dem KSC gelingt weiterhin ungewöhnlich viel. Ein hoher und weiter Seitenwechsel wird von Shmarov im vollen Lauf vom linken Flügel aus volley! perfekt in den Sechzehner gespielt, nur steht da in dem Moment dann leider keiner zur Abnahme bereit. Der KSC gewinnt durchgehend die weiterhin sehr häufig hoch und weit gespielten Bälle im 1. und 2. Versuch. Von den Tribünen hört man erstmals so richtig Fangesänge, während nach dem 1:0 eh fast durchgehend das Stadion richtig laut ist, Bengalos brennen. „Ole, Ole, KSC, Ole“ Werde ich wohl immer im Zwiespalt sein, aber ich mag so spiel- und ergebnissituative Anfeuerung, pushte das hier gefühlt einfach sehr.

Vor der Pause dann nicht mehr viel zu sehen. Valencias Struktur im Anlaufen schwach, mussten sie weite Wege gehen um Druck auf unsre Verteidiger auszuüben. Der KSC schlug dann die Bälle trotzdem weit. Valencia immer mal wieder mit Tempo durchs MF, doch sobald es ins letzte Drittel ging, nahm man das Tempo raus, suchte ein Spanier Spielmacher-like einen Schnittstellenpass und bekam es nicht gebacken, konnte der KSC die Angriffe aufhalten, sich neu formieren, weil die Valencianer so wenig Bewegung drin hatten, kaum Zug im letzten Drittel entwickelten. Fußball in Form von Gleichzahl/Überladen kannten die Spanier hier nicht, alles war auf 1gg1-Duelle und dann erst aufdrehen ausgelegt, während der KSC in Hälfte 1 eben möglichst Gleichzahl in der Abwehrreihe der Spanier suchte.

Die 1. Hälfte dann sicherlich ein nicht immer schön anzusehendes Spiel. Der KSC machte richtig Druck, war weit lauffreudiger wie die Spanier und schaltete oft gut um. Die Spanier nahmen das Tempo defensiv nicht mit auf, trabte man bei gefährlichen Situation zu oft nur mit. Sinnige Struktur auf beiden Seiten wenig zu erkennen. Die spanischen Angreifer zu unbeweglich in der Zentrale verbleibend und damit gedeckt, um bei den wenigen Tempogegenstößen für Überraschung zu sorgen. Die spielte man dann schwach aus und lief sich in der Abwehr des KSC fest. Kam Valencia sehr selten doch mal dazu zu kombinieren, lief der KSC schon brutal hinterher, hatte man darauf so gar keine Antwort, aber Valencia forcierte das dann nicht, sondern fiel in den eigenen Tran zurück, entweder ebenso oft weite Bälle zu spielen, die der KSC schnell unter Kontrolle brachte, oder bei Möglichkeiten eben das Tempo völlig rauszunehmen und auf Spielmacher-Fußball zu setzen, die Stürmer mit fehlender Unterstützung bei Ballannahme dann verhungern ließ. Die Stürmer zogen das 1gg1 voll durch, anstatt den Ball dann auch einfach mal wieder direkt ins MF zurückzuspielen und es neu zu versuchen. Der KSC hingegen glänzte mit hoher Laufbereitschaft, schaffte man es bei weiten Bälle diese viel öfter abzulegen und war vor dem Tor einfach effektiv, woran es den Spaniern eben sehr mangelte, bei ihren ebenso hochkarätigen Chancen. Zwar mangelte es im Aufbauspiel des KSC ebenso an einer passenden Struktur, gingen aber viele Spieler früh dazu über in die letzte Reihe zu gehen, was oft Gleichzahl einbrachte und dem KSC das Spiel vor dem Tor erleichterte. Die Spanier ließen sich dann zwar teils auch tief fallen, das wirkte dann aber wie eine viel zu eng gestaffelte Zonenverteidigung ohne jegliche Abstimmung.

In der Pause direkt der Eifelkönig Edgar Schmitt am Mikro. „So kann´s weitergehen?“ Schmitt: „Normal müssen wir das 4 oder 5:0 machen, aber man kann auch so zufrieden sein. Wir dürfen uns jetzt nur nicht in die Abwehr reindrängen lassen und dann bin ich eigentlich optimistisch, weil Valencia ist eigentlich sehr nervös.“ „Rutscht euch das Herz bei den Kontern der Spanier nicht in die Hose?“ „Risiko dass wir einfach eingehen müssen.“ Ein Tor hätten die Spanier zumindest erzielen müssen. Im Studio dann noch Burkhard Reich mit Kerner. In den Highlights Kerner: „Mit Sechs Offensiven ist hinten ein bisschen offen“ Reich: „ Ja wir werfen alles nach vorne und da kann schon mal passieren, dass ein Loch entsteht, was nicht soll.“ 6 offensive Leute passt so, versuchten sich Carl und Shmarov am Flügel ebenso schnell in Angriffe einzuschalten, spielten Bender und Schütterle schon im Spielaufbau hinten raus eher im Zehnerraum, dazu die beiden Spitzen. Allgemein fiel mir auf, dass auf Sat 1 eine muntere und lockere Flapsigkeit herrschte, die man so heute eher nur noch von Wolff Christoph-Fuss, Buschi und DAZN kennt. Kurze Schalte noch zu Winni vor Beginn der 2. Hälfte. „Weiter fighten, kämpfen, rennen. Versuchen weiterzuspielen, nur nicht zu offensiv. Wichtig, dass sich Rolff einen Schritt zurückorientiert, den Rücken freihält für Mani (Bender). Nicht nachlassen, nicht kommen lassen.“

Hiddink wechselte zur 2. Hälfte. Für IV Serer kam Mittelstürmer Gálvez. Der sortierte sich direkt nach Anpfiff für eine Ecke des KSC defensiv ein, machte dann Shmarov nach Gestocher und einem schwach geklärten Ball per Weitschuss aus dem Rückraum direkt das 4:0. Was ein Paukenschlag nach der Pause!

Die Valencianer sortierten sich nun erstmals im 3-4-2-1 ein, im Aufbau ein 3-2-2-1, Mijatovic die Spitze, Pizzi, und der neu gekommene Galvez dahinter. Der KSC stürmte direkt nach dem 4:0 weiter, kam man in der 47. mit Kiki zu einer weiteren guten Chance. Die neue Ausrichtung der Valencianer ging zu Beginn direkt nicht auf. Die offensiven Halbraum-Zehner kamen zwar an den Ball, die Nachrückbewegungen, Läufe in die Tiefe am Flügel weiterhin schwach. Ins Kombinationsspiel kamen sie so nicht, in der Zentrale agierte der KSC bissig genug um das Offensivspiel aufzuhalten. Aus dem Publikum nun zu hören „Winfried Schäfer, du bist der beste Mann.“.

Valencia lief nun wieder hoch an. Der KSC spielte im tiefen Aufbau breit, die Flügelzehner der Valencianer liefen an, 3gg3, verlegte sich der KSC erstmal auf weite Bälle. Die war man dann auch schnell wieder los. Im Falle man kam dazu aufzurücken, nahmen die Spanier nach Ballgewinn nun direkt Tempo auf. Die Absicherung des KSC im MF machte es den Valencianern auch weiterhin leicht. Nach einem Abschlag von Oli stand man im 3-1-4-2 noch passend zu den Gegenspielern im MF in der Kette und hatte nach Ballverlust gleich Zugriff, machte man das freie Durchschreiten des MFs mit Ball nicht möglich. Kurz darauf gleiche Situation, Rolff mit einem Freistoß aus dem eigenen Sechzehner, diesmal stand die Abwehr, die sich nun immer stärker zur 5er-Kette formierte, nur kompakt zentral tief, während die restlichen Spieler sehr weit in die Hälfte der Valencianer schoben, während man das MF völlig blank ließ, mindestens 3 Spanier im Mittelkreis komplett freistehend. Taktisch sehr inkonsistent das Ganze. Der KSC gewann aber wenigstens das Kopfballduell, kam man hierbei nicht in Gefahr, ansonsten wäre man in den nächsten Konter gelaufen.

Weiterhin verteidigten aber vor allem die Spanier schwach. Auch sie konnten im Mittelfeld wenig Druck auf den Ballführenden ausüben, machte man es dem KSC leicht vor das Tor zu stoßen. Dort strahlte der KSC dann auch durchgehend Torgefahr aus, denn was die Strafraumbesetzung anging, standen teilweise bis zu 4 Spieler im Strafraum, spielte der KSC da weiterhin sehr mutig und so gar nicht defensiver, gab man eben dazu weiterhin die Absicherung im Mittelfeld auf, während man hinten zumindest in 3-1-Stellung und Manndeckung die Restabwehr stellte. Valencia kam nun aber ebenso immer wieder vor das Gehäuse von Kahn, formierte sich deren Spitze von 2-1 zur 1-2-Stellung um. Der KSC tat sich nun schwerer die beiden Stürmer passend immer wieder zentral fallen lassend aufzunehmen, ging der Ball dann gen Flügel raus, wo der Außenläufer nun endlich sinnig den Weg in die Tiefe suchte. Ein Tor für die Spanier lag in der Luft und es traf dann doch wieder der KSC, in der 59. Minute. Wieder hatte man schnell umgeschaltet, hinten rausgespielt, kam Kiki dazu vom linken Flügel aus invers aufs Tor zu ziehen, ging zwischen 2 Gegenspielern durch und wurde böse gesenst. Die von Bender geschlagene Hereingabe per Freistoß landete am langen Pfosten beim Eifel-König, der das 5:0 mit dem Kopf herstellte.

Valencia schien sich noch nicht ganz aufgegeben zu haben, es fehlten ja eigentlich "nur" 2 Tore zum Weiterkommen. Im ruhigen Spielaufbau der Valencianer störte man nicht, ließ man den ballführenden Spieler bis über die Mittellinie gehen, sehr frei den Pass ins Angriffsdrittel auf die jeweils fallenlassenden Stürmer spielen. Erst dann packte der KSC in Manndeckung spielend zu, suchte dann auch schnell ein Spieler aus IV mit den Zugriff, falls man im direkten Duell den Ball nicht bekam. Das 6:0 kurz darauf dann ein mustergültiger Treffer. Nicht mustergültig herausgespielt, weil so koordiniert sicherlich nicht mit Absicht, aber mustergültig für den Einsatz an diesem Abend, die Leistung der Spanier in der Abwehr.

Die Valencianer waren aufgerückt, der KSC verlor den Ball in der eigenen Hälfte nach Ballgewinn direkt wieder, wurde der aus der heißen Zone am rechten Flügel rausgespielt, weil der KSC direkt Zugriff suchte. Der Ball landete beim LIV der Spanier. Bender rückte aus dem MF mit etwas Tempo raus und machte den Passweg durch die Zentrale für den IV dicht, der versuchte aber den Ball dort hoch reinzuschlagen, was den Ball an Bender abfälschen ließ und glücklicherweise schnell zum Stillstand brachte. Rolff kam an den Ball und spielte horizontal auf Shamrov, der vom linken Flügel ins Halbfeld Nahe Mittellinie aufrückte. Valencia wird die Manndeckung und Erwartungshaltung, der eben oft völlig isoliert spielenden Spieler dann zum Verhängnis. Kiki zieht seinen Gegenspieler auf den linken Flügel raus, der zentrale IV orientiert sich zu diesem IV und rückt dazu auch noch unnötig aus der Abwehrkette raus. Bender zieht den linken IV im rechten Halbraum mit, der orientiert sich aber noch schnell genug zum zentral stehenden Schmitt um, macht aber dann den Fehler, das er wohl von ausgeht, dass Schmitt eher direkt auf den am rechten Flügel nun völlig freistehenden Bender spielt, also zögert er kurz und Schmitt ist im vollem Tempo durch die Zentrale durch, hämmert den Ball mit voller Wucht rein - 6:0 nach 63 Minuten.

Dahlmann nun etwas perplex, beendet Sätze nicht mehr, ringt um die passenden Wort. "Lieber KSC, wir danken euch." Direkt darauf Schalte zu Winni in der Loge. „Jeden Zweikampf nehmen die Jungs an, nicht nur in der Abwehr, auch vorne, das ist das Entscheidende.“ Wie wahr und gilt heute mehr denn je. Man ist zwar nicht mehr durchgehend bissig, wie erwähnt lässt man Valencia in der 2. Hälfte doch recht oft aus der eigenen Hälfte in die Hälfte des KSC übersetzen, übt wenig Druck aus und verlässt sich auf die Manndeckung der Abwehr, aber bei diesem Treffer mit Benders Lauf auf den IV perfekt gemacht. Winni weiter: „ Ich hoffe, dass wir noch ein Tor machen.“ grins

Direkt daraufhin wechselt Hiddink. Für den rechten Flügelläufer Flores kommt mit Eloy ein weiterer Mittelstürmer. Eine Umstellung des 3-4-1-2 ist aber nicht auszumachen, im weiteren Verlauf, dass der bisherig zentral spielende Angreifer Pizzi und der ebenfalls eingewechselte Galvez wenn am Flügel spielen, während Eloy in die Spitze geht. Leider lässt sich das aufgrund der Bildqualität und Auflösung kaum ausmachen, der vielen Schnitte weg von der Totalen, trägt da jeder Spanier entweder die Nr. 8 oder 18, schwarze Haare haben sie ja alle. Überrascht Weiter hat Valencia kaum Tempo im Spiel, keine Bewegung in der Spitze, überbrückt man mit Pässen in die Spitze, erst dann kommen Tiefenläufe dazu, starten Valencias Spieler am Flügel mal Läufe sinnig, was der KSC dann gerade mit Shmarov nicht mehr durchweg abfangen kann. Die Spanier zeigen immer mal wieder schnelles Kombinationsspiel, doch sie griffen im Spiel dann nicht verständlich, viel zu selten darauf zurück. Pass in die Spitze, 1gg1 und dann war schnell Schluss und das in ständiger Wiederkehr.

Kiki spielt im Verlauf der 2. Hälfte nicht mehr als Stürmer, sondern als Anbindungsspieler am linken Flügel, taucht auch immer mal wieder zentral auf. Auch unser Trainergespann wechselt dann in der 71. Minute (Anweisungen von Winni per Funk lt. Ede). Für Schütterle kommt Dirk Klinge aufs Feld. Der KSC switcht nun klar auf ein 5-2-2-1. Klinge und Rolff vor der Abwehr, Kiki linker Flügel offensiv, Bender am rechten Flügel, wobei weiterhin mit Freirolle bedacht und eben da, wo er sich gerade als sinnig erachtet.

Der KSC weiterhin die diktierende Mannschaft, nicht klar, einfach nur weit effektiver bis vors Tor. Während die Angriffe der Spanier weiterhin verpuffen, schaltet der KSC um. Fast ausschließlich laufen nun die Angriffe über Kiki in die gegnerische Hälfte. Der rechte Außenläufer der Spanier spielte nun weit offensiver, nutzt das Kiki geschickt aus. Der RIV der Valencianer scheute sich so weit an die Seitenlinie rauzuschieben, den sich tief ins MF fallenlassenden Kiki voll in Manndeckung zu nehmen, hatte der damit die Möglichkeit direkt aufzudrehen und das tat er. Ohne Bender als linken ZM und die nun an die Abwehr geketteten Rolff und Klinge, war nun massig Raum im MF da.

Der KSC setzte die Valencianer weiterhin regelmäßig unter Druck, bekam man das Mittelfeld leicht über- bzw. ausgespielt. Über die Videoleinwand lief nun „Auf geht´s Laola“. Die Spanier so langsam dann auch etwas von der Rolle, Gefahr strahlten sie keine mehr aus. Völlig blinde und unmotivierte weite Bälle, Tempo nahmen sie nicht mehr auf. Zwar liefen die Angreifer immer wieder sauber im Pressing hoch an, doch dahinter ist gar kein Druck mehr da, kombiniert sich der KSC dann auffächernd leicht durchs MF. Auch beim KSC geht aber die Intensität im Defensivspiel etwas runter. Die KSC-Fans skandidieren „Zieht den Spaniern die Badehose aus!“ stark

In der 82. Minuten kommt noch Rainer Krieg für Edgar Schmitt. Schmitt wird direkt interviewt. Dass es das damals gab. oops Edgar: „Tolle Woche gehabt. Fußballerisch etwas ein Tief, dann den schweren Unfall unter der Woche und heute dann das Spiel. Es gibt Wochen die sind einfach genial.“

Die Spaniern üben in den letzten Minuten nach Ballverlust keinerlei Druck mehr aus, der KSC neigt längst nicht mehr dazu in voller Montur in die Offensive zu gehen, verteidigte man mit Acht Mann. Bis auf Krieg und Kiki gehen immer seltener Spieler aus dem MF die Offensivbemühungen mit. Sei es mal noch durch Klinge, weil der KSC sich im Aufbauspiel so umformierte, dass er am rechten Flügel landete. Dabei verrückt und taktisch auch sehr nice: Der KSC lässt die Valencianer im tiefen Aufbauspiel laufen und rotiert dabei passend durch, was Bender auch mal als RIV aufbauen lässt, während Witwer dann passend ins Mittelfeld aufrückt. Kiki ist in der Offensive überall zu finden und macht weiterhin durchgehend Dampf. Ecke noch Bender auf Bilic, der per Kopf Sempere den Ball durch die Beine bugsiert – 7:0. Mittlerweile scheint Dahlmann etwas reizüberflutet, so richtig Ekstase kann er nun nicht mehr, fällt ihm kein Superlativ mehr ein. Kurz nach Wiederanpfiff der KSC direkt die Chance auf das 8:0, Krieg wird am linken Flügel steil geschickt und setzt den Ball nach innen ziehend ans Außennetz. Dahlmann kurz darauf: „Schuster macht gerade den Stier zu seinem Kollegen Shmarov – wir sind wie die Stiere auf Sie losgegangen und haben eines der schönsten Spiele im Europacup gezeigt.“ stark

Überrascht war ich dann doch von einigen Spielern des KSCs. Klar Schmitt ein toller Abschlussspieler, sehr klassischer Goalgetter, super Läufe in den 16er rein, immer einen Schritt schneller als seine Gegenspieler. Auch Kiki nicht überraschend. Wenn er Raum hatte, konnte er seinen Gegenspielern Knoten in die Beine spielen. Aber mit wieviel Einsatz durchgehend gespielt, das hatte was von einem 90er-Mohamed Salah, also ohne die Effektivität vor dem Tor. silent Im hohem Tempo Ball eng am Fuß, so richtig robust trotz seiner kleinen Statur, schirmte oft mit vollem Einsatz Bälle ab und war dann nicht vom Ball zu trennen, auch wenn ihn da weit stärkere Gegenspieler bedrängten. Shmarov trat nicht durchgehend in Erscheinung, weil er in H2 fast nur noch verteidigte, auf seiner Seite das Flügelspiel der Spanier ab und an mal ins Rollen kam. Er technisch auch ein feiner Mann. Beim 6:0 dann mit Auge, wie er durch das komplette MF der Spanier Schmitt steil schickte.

Bender war überall zu finden. Feine Hereingaben per Standard oder vom Flügel, eine unglaubliche linke Klebe, Bälle mit brutalem Schnitt gespielt. Wie auch im Spiel der Münchner gegen Roter Stern Belgrad (mit Treffer) zu sehen, dass er auch richtig flott auf den Beinen war und seinen Bewachern entwischen konnte. So krass hatte ich ihn nicht mehr in Erinnerung. Warum machte Olaf Thon eigentlich 53 Länderspiele und Bender kein einziges (Einmal Freundschaftsspiel oder?)? Boah zeigte Thon gegen Belgrad eine irrsinnige Spielauffassung, gepaart mit völlig laxer Defensivarbeit. Zum Glück hatte er Effenberg an seiner Seite. Sehr überrascht war ich auch von Wolfgang Rolff. Eigentlich hatte ich ihn so grob als quasi Abräumer im Kopf, dabei war das in dem Spiel weit mehr, echter Box-to-Box. Immer souveräner Spielaufbau, sauberes Passtempo kurz, lang immer auf Mitspieler, nix wild geklärt. Gegen Valencia tauchte er in H2 dann auch mehrmals vor dem Tor auf und agierte da geschickt, kam zum Abschluss. Herausragendes Spiel gegen Valencia, so unglaublich emsig und unüberwindbar im Kopfballduell. Rolff machte 37 Länderspiele, so kein Wunder. Auch Schütterle machte ein gutes aber nicht so auffälliges Spiel, das 3:0 per Heber sehr fein. Weitere Überraschung Ebse Carl. Zwar als linearer Flügelspieler so in H2 dann nur noch Verteidiger, im letzten Drittel die Bälle immer sinnig und schnell verteilt, konnte hier im Spiel ebenso wie Bender wunderbare Flanken mit Schnitt reinbringen und nahm gut getimte Läufe in die Tiefe. Das 2:0 auf Schmitt, nicht minder perfekt gespielt.

Der gesamte Abwehrverbund ebenso überraschend. Heute unvorstellbar wie oft sie ihre Positionen wechselten, aber das eben auch eine Folge des Spiels, so ständig in Manndeckung zu spielen. Meist war Bilic der ZIV, der Ruhepol, schob dann als zentraler Mann oft aus der Kette raus wenn sich ein Stürmer der Spanier fallen ließ. Witwer der Mann mit Übersicht, der nicht so sehr Duelle suchte wie z.B. Schuster. Er war klar der gesuchte Aufbauspieler aus der Abwehrkette raus und das war stark. Zwar auch oft der Mann für die weiten Bälle, aber da gab es dann eben keine nahe Anspielstation im MF. Schuster der Mann für die 1gg1-Duelle, der pure Manndecker. Flott auf den Beinen, Situationen gut antizipiert und dann ohne Rücksicht auf Verluste rein - die meiste Zeit mit beiden Beinen voraus, echt krank. Sv.de beschreibt Schuster da genial – „Er kann die Beinbewegungen seines gegnerischen Stürmers nahezu perfekt synchronisieren, das ist fast ein bisschen beeindruckend.“. Nur gewann er den Ball oder war im Aufbauspiel eingebunden, gab es Langholz oft ohne Ziel. Nach Ende des Spiels hatten dann die Spanier 6 Karten gesammelt, der KSC hingegen nur 2. Oli zeigte seine bekannt tollen Reflexe, wenn mal was aufs Tor kam, mit Ball am Fuß aber nicht immer gut, seine Strafraumbeherrschung nicht immer Weltklasse.

Das 7:0 war dann vielleicht ein Stück weit zu hoch für diese Leistung. Schmitt netzte alles, Shmarov schießt an mindestens 5 Gegenspielern vorbei aus dem Rückraum ins Tor, Bilics Treffer abgefälscht und eher glücklich, dazu mit Sempere ein an diesem Tag agr schwacher Keeper auf Seiten der Spanier. Winni ließ den KSC Hurra-Fußball spielen und das überforderte die Spanier. In 3-1 Stellung verteidigt, der Rest griff gerade in der Ersten Hälfte unerbittlich an und die Spanier konnten das in Manndeckung oder nie gekonnter Zonenverteidigung nicht auffangen, stemmte sich die Abwehr nicht spürbar dagegen, lief das aus dem Ruder. Würde man so heute wie der KSC damals spielen lassen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch heutige Gegner die Kontrolle verlieren. Denke da an so manches 3.Liga-Spiel letztes Jahr, der KSC gegen Ende hin in Führung und im 4-1-4-1 schaltete man nach Ballgewinn um, Wani mit dem Nebenmann und den Flügelspielern direkt den Weg in die Tiefe suchend, bis zu 4-5 Leute aufs gegnerische Tor. Da war diese starke Auftrennung der Mannschaftsteile, wie das der KSC gegen Valencia oft durchgehend praktizierte, dann auch kein Problem mehr, wenn der Gegner sich dann gegen Ende etwas kaputt gelaufen hatte und dessen Umschaltspiel nicht mehr so lief.

Das was man heute über den 90er Jahre Fußball sagt, der Verriss auf sv.de, hat denke ich so schon seine grobe Richtigkeit, auch wenn sv.de den KSC denke ich spielerisch etwas schlechter dastehen lässt, als sich der letztlich präsentierte. Wenn trifft das vor allem auf die Spanier zu. Taktisch waren da Mannschaften, wen man gen Niederlande in den 70ern schaut, sicherlich schon viel weiter, nur setzte sich flächendeckend denke ich eben gerade in der BuLi ein anderer Fußball durch. Warum genau keine Ahnung, Vermutung hätte ich schon. Sehr physisch, individueller, teils arg brutaler Fußball, auch bei den Bayern zu sehen - taktisch sehr wenig zusammenhängend, wirklich mal koordiniert. Da bricht hoffentlich niemandem was aus der Krone, das heute nochmal so Revue passieren zu lassen. Egal wie, war es dann ein Fußballfest, ein sichtbarer Rausch, der sich mit den Fans im Stadion entwickelte und sich immer weiter steigerte, ein Spiel für die Ewigkeit. Euch einen guten Start ins neue Jahr! daumen-hoch

sv.de - Türchen 22: Das Mahnmal vom Wildpark


Rudi oops
Ik werd mall!

Da mach ich mir doch gleich mal 'n Tee, setz mich vor den Kamin und genieße es...

Schönes Neues Rudi daumen-hoch
Dieser Beitrag wurde zuletzt von KSC75 am 04.01.2020 um 16:13 Uhr bearbeitet
Taktik und Spielsysteme |#1906
04.01.2020 - 19:38 Uhr
Danke @Rudi. Schön von Dir wieder zu lesen. Gutes Neues Jahr!
Taktik und Spielsysteme |#1907
05.01.2020 - 14:16 Uhr
Zitat von KSC75


Rudi oops
Ik werd mall!

Da mach ich mir doch gleich mal 'n Tee, setz mich vor den Kamin und genieße es...

Schönes Neues Rudi daumen-hoch


Danke! Hoffentlich auf dem selbsterlegten Bärenfell. grinsdaumen-hoch

Danke @deeskoschdnix !daumen-hoch
Taktik und Spielsysteme |#1908
05.01.2020 - 19:45 Uhr
Zitat von RudiMentaer
Zitat von KSC75

Rudi oops
Ik werd mall!

Da mach ich mir doch gleich mal 'n Tee, setz mich vor den Kamin und genieße es...

Schönes Neues Rudi daumen-hoch


Danke! Hoffentlich auf dem selbsterlegten Bärenfell. grinsdaumen-hoch

Danke @deeskoschdnix !daumen-hoch


Hi Rudi,

welcome back. Gutes Neues 2017, 2018, 2019 und 2020.
Wir brauchen ein paar Einschätzungen von Dir, gerade jetzt in dieser Tabellensituation. Warum funktioniert wann welcher Spieler und welcher nicht? Was macht der Gegner? Wie entgegnen wir?

Ich würde das ja machen. Aber ich kann das nicht.... (Kann ja nicht alles können smile).

Also, Weihnachtsbrötchen aus der Hand legen, und ran an die Tastatur. Alle Kräfte bündeln!!!

Grüße

•     •     •

Gegen Beleidigungen im Stadion. Sektion Nördliche Hardt
Taktik und Spielsysteme |#1909
05.01.2020 - 19:55 Uhr
Zitat von RudiMentaer
Zitat von KSC75

Rudi oops
Ik werd mall!

Da mach ich mir doch gleich mal 'n Tee, setz mich vor den Kamin und genieße es...

Schönes Neues Rudi daumen-hoch


Danke! Hoffentlich auf dem selbsterlegten Bärenfell. grinsdaumen-hoch

.....


Kann sich nur ums ein Wal- oder Krabbenfell handeln. Der erlegt keine Bären. Gibt's da oben nicht.

•     •     •

Gegen Beleidigungen im Stadion. Sektion Nördliche Hardt
Taktik und Spielsysteme |#1910
18.01.2020 - 20:33 Uhr
Ob wir wohl mit mehr offensiven Ideen ins neue Jahr kommen?

Man hat sich im Trainingslager nach eigener Aussage und verständlicherweise auf die Defensive konzentriert.

Aber wir waren nach vorne trotzdem nicht gut genug. Zum einen ließen wir offensiv zuletzt nach: bis die Remis-Serie abriss hatten wir 1,77 Tore pro Spiel, danach nur noch 1,4. Unsere Standards haben sich allmählich rumgesprochen. Zudem erinnere ich mich die ganze Runde an Gegner, die passiv oder unterlegen waren, gegen die wir jedoch kaum Gefahr entwickeln konnten: z.B. Nürnberg, Aue in Unterzahl, Wiesbaden.

Jetzt in 3 Testspielen 0 Tore selbst geschossen. Nicht über zu bewerten aber auch nicht toll. Bitte einfach nicht vergessen bei der Vorbereitung und zur Rückrunde einen angepassten Offensivplan mitbringen.

•     •     •

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