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Serhou Guirassy
Geburtsdatum 12.03.1996
Alter 30
Nat. Guinea  Guinea
Größe 1,87m
Vertrag bis 30.06.2028
Position Mittelstürmer
Fuß rechts
Akt. Verein Borussia Dortmund

Leistungsdaten: 25/26

Wettbewerbwettbewerb
Insgesamt 46226
33172
1044
31-

Serhou Guirassy [9]

09.07.2024 - 21:46 Uhr
Serhou Guirassy [9] |#2501
03.06.2026 - 10:22 Uhr
Zitat von BVBBC
Macht für mich wenig Sinn, dass man dann Guirassy den Sonderstatus gibt, den er auch von Kovac bekam. Den hat er sich nicht erarbeitet und offenbar hat man auch wenig Idee (und Geld), wie man auf ihn abstellt, um ihm überhaupt die Chance dafür zu verschaffen. Von dem her hat Guirassy allen Grund dazu es skeptisch zu sehen und würde uns einen Gefallen tun, wenn er tatsächlich entsprechende Ablösen besorgen könnte. Ich fürchte nur, so wie sich das alles gestaltet, dass wir dann den Fehler seit der Haland Nachfolge einfach wieder nur fortsetzen und damit dann letztendlich wieder dasselbe bekommen. Finanziell bliebe es dennoch besser ihn abzugeben, statt zwangsläufig eine Verlängerung zu realisieren, die mit hohen Opportunitätskosten verbunden ist.


96 Spiele - 60 Tore. In einer durchaus defensiven Grundausrichtung. Ich finde allein das schon durchaus beachtlich und, obwohl ich sein Auftreten nicht sympathisch und seine Spielweise nicht erfrischend empfinde, mehr als nur respektabel. Ich sehe nicht, wie das zuverlässig zu kompensieren ist, auch nicht mit 30+ Millionen.

Brandt und Guirassy in einem Transferfenster auszutauschen wäre mir deutlich zu großes Risiko, zumindest finde ich den Versuch das zu vermeiden sehr nachvollziehbar und schlüssig.
Serhou Guirassy [9] |#2502
03.06.2026 - 11:19 Uhr
Zitat von Staplertyp
Zitat von BVBBC

Macht für mich wenig Sinn, dass man dann Guirassy den Sonderstatus gibt, den er auch von Kovac bekam. Den hat er sich nicht erarbeitet und offenbar hat man auch wenig Idee (und Geld), wie man auf ihn abstellt, um ihm überhaupt die Chance dafür zu verschaffen. Von dem her hat Guirassy allen Grund dazu es skeptisch zu sehen und würde uns einen Gefallen tun, wenn er tatsächlich entsprechende Ablösen besorgen könnte. Ich fürchte nur, so wie sich das alles gestaltet, dass wir dann den Fehler seit der Haland Nachfolge einfach wieder nur fortsetzen und damit dann letztendlich wieder dasselbe bekommen. Finanziell bliebe es dennoch besser ihn abzugeben, statt zwangsläufig eine Verlängerung zu realisieren, die mit hohen Opportunitätskosten verbunden ist.


96 Spiele - 60 Tore. In einer durchaus defensiven Grundausrichtung. Ich finde allein das schon durchaus beachtlich und, obwohl ich sein Auftreten nicht sympathisch und seine Spielweise nicht erfrischend empfinde, mehr als nur respektabel. Ich sehe nicht, wie das zuverlässig zu kompensieren ist, auch nicht mit 30+ Millionen.

Brandt und Guirassy in einem Transferfenster auszutauschen wäre mir deutlich zu großes Risiko, zumindest finde ich den Versuch das zu vermeiden sehr nachvollziehbar und schlüssig.

Diese Saison holte Guirassy alle 115 Minuten einen Scorer. Das ist nichts Besonderes, denke ich.
Die Frage wäre aber eher wie die Mannschaft insgesamt trifft, wenn Guirassy nicht auf dem Platz steht.

Generell würde ich aber sagen, dass Guirassy eindeutig unser bester Stürmer im Strafraum ist und dieses Element auch wertvoll ist. Ob es aber das Gehalt, Verzicht auf eine hohe Ablöse jetzt im Sommer und einen Platz in der ersten Elf wert ist, ist eine andere Frage. Vielleicht könnte man auch mit jemanden wie Füllkrug als Joker ganz gut fahren.

Letztendlich auch hier die Frage, ob wir unser Spielsystem weiterentwickeln und das Guirassy entgegenkäme. Würden wir beispielsweise auf beiden Schienen offensive Breitengeber installieren, im Zentrum einen dritten Verbindungsspieler bringen und allgemein offensiver auftreten, sollte Guirassy sich steigern. Denn dann dürfte mehr über außen vorbereitet werden, das Zentrum weniger Unterstützung durch den MS benötigen, das Spiel dominanter werden und allgemein mehr Torchancen herausspringen.

Passt das Setup für Guirassy, ist er für mich ein Spieler, den wir nicht ersetzen können. Dann würde ich auch nicht wirtschaftliche Überlegungen in den Vordergrund stellen, sondern den Spieler behalten wollen. Aber in dieser Saison sah es anders aus, was auch nicht ganz unerwartet kam. Im Nachhinein war es ein Fehler, dass wir Guirassy nicht schon letzten Sommer abgaben, als deutlich höhere Ablösesummen im Gespräch waren.

Eine der wichtigsten Punkte ist für mich, dass wir das Spielsystem auf unsere Stürmer abstimmen. In dieser Saison passte es für keinen gut. Wir verschenken hier sehr viel Potenzial, meiner Meinung nach.
Wobei ich es bevorzugen würde, wenn auf die jüngeren Stürmer abgestellt würde.
Serhou Guirassy [9] |#2503
03.06.2026 - 11:35 Uhr
Zitat von Staplertyp
Zitat von BVBBC

Macht für mich wenig Sinn, dass man dann Guirassy den Sonderstatus gibt, den er auch von Kovac bekam. Den hat er sich nicht erarbeitet und offenbar hat man auch wenig Idee (und Geld), wie man auf ihn abstellt, um ihm überhaupt die Chance dafür zu verschaffen. Von dem her hat Guirassy allen Grund dazu es skeptisch zu sehen und würde uns einen Gefallen tun, wenn er tatsächlich entsprechende Ablösen besorgen könnte. Ich fürchte nur, so wie sich das alles gestaltet, dass wir dann den Fehler seit der Haland Nachfolge einfach wieder nur fortsetzen und damit dann letztendlich wieder dasselbe bekommen. Finanziell bliebe es dennoch besser ihn abzugeben, statt zwangsläufig eine Verlängerung zu realisieren, die mit hohen Opportunitätskosten verbunden ist.


96 Spiele - 60 Tore. In einer durchaus defensiven Grundausrichtung. Ich finde allein das schon durchaus beachtlich und, obwohl ich sein Auftreten nicht sympathisch und seine Spielweise nicht erfrischend empfinde, mehr als nur respektabel. Ich sehe nicht, wie das zuverlässig zu kompensieren ist, auch nicht mit 30+ Millionen.

Brandt und Guirassy in einem Transferfenster auszutauschen wäre mir deutlich zu großes Risiko, zumindest finde ich den Versuch das zu vermeiden sehr nachvollziehbar und schlüssig.


das Problem dabei ist, dass man es im gleichen System nicht auffangen wird können. So einen guten Ziehstürmer wie Guirassy werden wir kaum bekommen können um unser verfügbares Budget. Man müsste die komplette Formation, mit viel mehr spielstarken Spielern einbauen. Und ich denke, man wird auch nicht drum herum kommen können. Offenbar ist es ja Guirassy der wegwill. Ich kann aber auch die Verantwortlichen verstehen, dass sie ihn weiter haben wollen, weil er doch sehr lustlos wirkt.

Klar ist das Risiko da, ich hätte Brandt auch nicht abgegeben. DA hätte es ganz andere Kandidaten gegeben. Ich denke aber, hier wollte Brandt auch mal einen WEchsel, weil er immer mehr seinen Platz verloren hat sukzessive.

Alles in allem erwarte ich eine sehr schwere Saison. Bin mir nicht sicher, wie wir den Kader da noch verstärken sollen, wenn kaum Geld da ist.

Eigentlich wäre es ein nobrainer einen Sancho zu holen um da vorne ein wenig Kreativität reinzubekommen. Klar verlangt er viel Geld, aber Real macht es auch so, holt ablösefreie Spieler und gibt ihnen mehr Geld. Bei Sancho wissen wir einfach, dass er zu uns passt. Und Kovac muss endlich die Formation ändern. Könnte mir vorstellen, dass Silva und Sancho viel besser harmonieren könnten als Sancho und Guirassy.
Serhou Guirassy [9] |#2504
03.06.2026 - 11:55 Uhr
Zitat von Staplertyp
Zitat von BVBBC

Macht für mich wenig Sinn, dass man dann Guirassy den Sonderstatus gibt, den er auch von Kovac bekam. Den hat er sich nicht erarbeitet und offenbar hat man auch wenig Idee (und Geld), wie man auf ihn abstellt, um ihm überhaupt die Chance dafür zu verschaffen. Von dem her hat Guirassy allen Grund dazu es skeptisch zu sehen und würde uns einen Gefallen tun, wenn er tatsächlich entsprechende Ablösen besorgen könnte. Ich fürchte nur, so wie sich das alles gestaltet, dass wir dann den Fehler seit der Haland Nachfolge einfach wieder nur fortsetzen und damit dann letztendlich wieder dasselbe bekommen. Finanziell bliebe es dennoch besser ihn abzugeben, statt zwangsläufig eine Verlängerung zu realisieren, die mit hohen Opportunitätskosten verbunden ist.


96 Spiele - 60 Tore. In einer durchaus defensiven Grundausrichtung. Ich finde allein das schon durchaus beachtlich und, obwohl ich sein Auftreten nicht sympathisch und seine Spielweise nicht erfrischend empfinde, mehr als nur respektabel. Ich sehe nicht, wie das zuverlässig zu kompensieren ist, auch nicht mit 30+ Millionen.

Brandt und Guirassy in einem Transferfenster auszutauschen wäre mir deutlich zu großes Risiko, zumindest finde ich den Versuch das zu vermeiden sehr nachvollziehbar und schlüssig.


Ich finde den Verweis auf die Tore sehr schwierig, aus mehreren Perspektiven.

1. Guirassy hat einen recht hohen Anteil an Toren per Standard und Elfmeter (18 Tore). Das sind prinzipiell gut austauschbare Tore, die auch genauso gut von IV erzielt werden können und oft sogar werden. Das sind daher nicht zwangsläufig Tore, die man verliert, wenn man den Stürmer austauscht. Bei den Elfern haben wir es sogar schon gesehen, indem wir bessere Schützen als Guirassy im Kader haben, die mittlerweile den Job übernehmen. Das sieht man meines Erachtens auch ganz gut an den Stats für die beiden Saisons beim BVB, indem hier eine enorme Varianz enthalten ist und diese Scorer alles andere als konstant sind. In der Liga bekam man von Guirassy so bspw. nur 0,15 Standardtore, in der CL aber 0,45. Wobei sich in der Liga die Werte für Elfer und Standards auch schon komplett unterschiedlich zusammensetzen. Das soll Guirassy diese Tore nicht nehmen, aber sie taugen nicht als Prognose für die Zukunft, was man von ihm bekommt und es sind eben nicht die Tore die ihn unersetzbar machen.

2. Konzentriert man sich mehr auf die geschossenen Tore aus dem Spiel heraus, dann machte Guirassy exakt jedes zweite Spiel ein Tor in der abgelaufenen Bundesligasaison. In der CL hat er aber sogar nur 0,13 Tore machen können, sodass es über beide Wettbewerbe nur 0,41 Tore pro 90 Minuten waren. Deutlich weniger als die 0,59 in der Saison davor in beiden Wettbewerben. Deswegen würde ich mich aber auch eher auf die Bundesliga fokussieren und die Tore, die dort geschossen wurden, weil die Werte deutlich aussagekräftiger sind. Vergleicht man dann mit seinen Vorgängern, finde ich das Niveau vor allem für die Bundesliga ernüchternd:

MS | Saison | OP Goals Bundesliga
Guirassy | 25/26 | 0,50
Guirassy | 24/25 | 0,59
Füllkrug | 23/24 | 0,24
Haller | 22/23 | 0,51
Moukoko | 22/23 | 0,55
Modeste | 22/23 | 0,22
Haland | 21/22 | 0,70
Haland | 20/21 | 0,93
Haland | 19/20 | 1,02
Alcacer | 18/19 | 0,82
Götze | 18/19 | 0,38
Aubameyang | 17/18 | 0,57
Aubameyang | 16/17 | 0,81
Aubameyang | 15/16 | 0,80

Da waren schon ganz andere Hausnummern geboten, die als unersetzbar galten und es letztendlich nicht waren. Der große Fehler im MS liegt dabei in meinen Augen weiterhin in der Auswahl des Stürmertyps nach Haland.

3. Teamintern konnte sich Guirassy letzte Saison nicht als unersetzbarer Scorer behaupten (Daten oben sind von Whoscored, im Folgenden von Understat):

Open Play | 25/26

Spieler | Minuten | Sh | G | KP | A | TB | S | CR
Guirassy | 2366 | 2,40 | 0,49 | 0,76 | 0,04 | 3,16 | 0,53 | 20,6%
Beier | 2069 | 1,83 | 0,35 | 0,91 | 0,22 | 2,74 | 0,57 | 19,0%
Adeyemi | 1218 | 2,00 | 0,52 | 1,11 | 0,30 | 3,10 | 0,81 | 25,9%
Silva | 784 | 2,18 | 0,23 | 1,84 | 0,57 | 4,02 | 0,80 | 10,5%
Brandt | 1601 | 1,52 | 0,28 | 1,52 | 0,22 | 3,04 | 0,51 | 18,5%

Selbst der massiv für seine Inkonstanz in der Kritik stehende Adeyemi hat leicht mehr Tore per 90 Minuten in der Liga erzielt als Guirassy. Bis auf Brandt haben alle Offensiven mehr Scorer je 90 Minuten als Guirassy erzielen können und nur Silva fällt in Sachen Conversion Rate klar ab. Weder ragt die Chancenqualität bei Guirassy heraus noch seine Effizienz, um wenigstens einen Ansatzpunkt zu haben, warum man sich von Guirassy abhängiger machen sollte. Silva mag daher wahrscheinlich nicht Guirassys Tore ersetzen können, aber im Verbund mit Beier und Adeyemi ist durchaus denkbar, dass man bereits eine ertragreichere Offensive hat.

4. Schaut man sich daher an, wie es um die Teamperformance in den Minuten mit und ohne Guirassy bestimmt war, wird es interessant, allein im Vergleich mit Silva:

Situation | mit Silva | ohne Silva | ohne Silva, aber mit Guirassy | Gesamt
Minuten | 915 | 2342 | 2120 | 3257
Schüsse | 13,1 | 12,0 | 12,1 | 12,3
xG | 2,15 | 1,79 | 1,75 | 1,89
G | 2,36 | 1,77 | 1,78 | 1,93
xG/Shot | 0,16 | 0,15 | 0,14 | 0,15

Die Teamperformance mit Guirassy war unterdurchschnittlich in der abgelaufenen Saison, obwohl - oder vielleicht auch gerade weil - Silva kaum selbst Tore schoss.

Egal wie man es dreht und wendet, sollte man die Torausbeute von Guirassy nicht zu hoch hängen, weil zu viele Perspektiven behaupten, dass diese Werte besser sein sollten. Es hapert nun mal an der ein oder anderen Stelle im Spiel mit ihm, wodurch man mit ihm kein Optimum erreicht hat und sogar naheliegend ist, dass seine Tore letztendlich ein paar Tore der Mitspieler mehr kosten als er selbst schießen konnte.
Serhou Guirassy [9] |#2505
03.06.2026 - 12:59 Uhr
Zitat von BVBBC
Für mich ist der Plan zum Scheitern verurteilt. Guirassy braucht möglichst viele Bälle von der Seite und die kommen nun mal nicht von der 10. Schon gar nicht, wenn diese selbst abschlussorientiert sein soll, wie die Beschreibung nahelegt. Es gibt schließlich kaum 10er, die kreativ und treffsicher zugleich sind. Man muss sich da schon entscheiden, worauf der Fokus liegt und selbst wenn es die Kreativität wäre, sorgt ein 10er nicht für eine besser Einbindung von Guirassy. Es wäre auch ein Fehler diese Ableitung auf Grund seiner Stuttgarter Vergangenheit zu machen, wo er mit einem abschlussstarken 10er funktioniert hat. Da war der Ballvortrag aber ein anderer, deutlich flüssiger und methodischer, indem man Guirassy sauber freispielte im Kollektiv und nicht etwa durch Einzelspieler.

Zumal man nicht vergessen sollte, wie viel Zeit ihm der VfB verschaffte, um nach Abkippbewegung in den 16er zu kommen, obwohl man einen sehr direkten Fussball unter Hoeness spielt. Davon sind wir weit entfernt und bislang hat das Verlängern der Ballhaltezeiten vorne fast immer zur Aufgabe der Tiefenläufe geführt, was letztendlich dem Gegner zu viel Zeit gibt sich zu sortieren, wodurch ein methodischer Ballvortrag auch wieder erschwert wird. Ich sehe daher nicht, wie ein 10er die Siutation für Guirassy und den BVB verbessern soll, dass er zu adäquat vielen Chancen in jedem Spiel kommt. Unabhängig davon, ob man glaubt sich gegenüber Brandt auf der 10 zu verbessern oder nicht, was eben auch nochmal so ein Hinweis darauf ist, dass man sich hier eine Illusion aufbaut.

Solange der Fussball im Allgemeinen als auch die Versorgung im Speziellen so ist, wie sie ist und daran auch nicht wirklich etwas geändert wird, bleiben die Dinge für Guirassy wie sie sind und dann wäre ein Abgang weiterhin die sinnvollste Geschichte für alle Seiten. Der BVB müsste ihn nicht über Gebühr bezahlen, für einen Wert den er für den BVB heute nicht hat und in Zukunft umso weniger haben wird und Guirassy könnte sich eben genau so einen Vertrag andernorts holen. Und dann gehen sogar noch Chancen im MS auf, dass man sich verbessert. Dass das teilweise immer noch so kategorisch ausgeschlossen wird, finde ich erstaunlich. Sämtliche Offensiven in unserem Kader weisen per 90 vergleichbare oder gar bessere Scoringwerte auf.

Teilwiese werden diese Spieler sogar hart für ihre "schlechte" Saison kritisiert. Macht für mich wenig Sinn, dass man dann Guirassy den Sonderstatus gibt, den er auch von Kovac bekam. Den hat er sich nicht erarbeitet und offenbar hat man auch wenig Idee (und Geld), wie man auf ihn abstellt, um ihm überhaupt die Chance dafür zu verschaffen. Von dem her hat Guirassy allen Grund dazu es skeptisch zu sehen und würde uns einen Gefallen tun, wenn er tatsächlich entsprechende Ablösen besorgen könnte. Ich fürchte nur, so wie sich das alles gestaltet, dass wir dann den Fehler seit der Haland Nachfolge einfach wieder nur fortsetzen und damit dann letztendlich wieder dasselbe bekommen. Finanziell bliebe es dennoch besser ihn abzugeben, statt zwangsläufig eine Verlängerung zu realisieren, die mit hohen Opportunitätskosten verbunden ist.

Ich persönlich finde die Situation um Guirassy in diesem Sommer extrem interessant. Sein Profil in Relation zum restlichen Kader auf der einen Seite und in Relation zu Kovac und seinen taktischen Vorstellungen auf der anderen Seite ist derart seltsam und widersprüchlich das die ganze Nummer so dysfunktional wird, dass es sich um fünf Ecken umkehrt und wieder funktional wird. Zumindest aus der Logik von Kovac.

Rein logisch würde ich zustimmen, dass wir uns im MS in Relation zu Guirassy verbessern können sollten, weil Guirassy enorm von Bällen und Kreativität aus der Breite profitiert, wo wir individuell nicht enorm stark aufgestellt sind und auch anscheinend nicht intensiv suchen. Mehr als das: Wir sind limitiert darin, wie viel wir an Kreativität auf den Außen hinzufügen können, weil wir an die Schienen hohe defensive Anforderungen stellen und unsere Spielanlage durch Schlotterbeck inhärent schon recht asymmetrisch angelegt ist. Wir haben also nicht wirklich absehbar die Perspektive, gut für Guirassy abzustellen, weshalb es bessere Optionen geben sollte. Soweit die Theorie, und die ist auch stimmig.

Gleichzeitig bringt hier Kovac für mich noch eine ganz andere Note rein. Ich denke nach dieser Saison und auch nach Kovacs bisherigen Stationen gibt es einen Faktor, der das ganze ein wenig auf den Kopf stellt: Höchstwahrscheinlich wird Kovac das Spiel so oder so massiv über die Breite forcieren, egal wie schlecht der Kader dafür aufgestellt ist, von dort CL-Level Kreativität zu liefern. Eine lange Seitenverlagerung oder ein langsamer Spielvortrag hauptsächlich über das U und anschließend eine Flanke wird für ihn immer die beste Option sein, weil es die wenigsten gefährlichen Ballverluste provoziert, egal ob das auch für schlechte und uninspirierte Offensive aus dem Spiel sorgt. Dadurch wird aber Guirassy wiederum für Kovac fast schon unverzichtbar, und deshalb hatte er auch unter Kovac oft einen Freifahtschein, obwohl seine Arbeit gegen den Ball nicht gut ist und er vielfach durch enorm lustlose Auftritte aufgefallen ist. Anstatt durch die vergleichsweise schlechte Abstellung auf ihn verzichtbar zu werden wird er eben genau dadurch unverzichtbar für Kovac, weil seine Qualität im verwerten von Bällen von den Seiten nötig ist, um zu kompensieren, dass man bei diesen Bällen durch den defensiven Fokus nicht die höchste Qualität garantieren kann oder will. Guirassy legitimiert damit auf eine seltsame Art und Weise selber die schlechte Abstellung auf ihn, weil Kovac denke ich diese Art der Chancenkreation so oder so präferiert. Selbst bevor wir das Spiel derart über Ryerson auf der Seite forciert haben, haben wir zu Beginn unter Kovac einfach Groß und manchmal Brandt auf den Flügel gezogen, nur damit die dann Flanken schlagen können, selbst wenn man dafür das Zentrum evakuieren muss. Anstatt also zu sagen, dass wir nicht so gut darin sind, Chancen aus der Breite zu kreieren und deshalb den Stürmer, der Chancen aus der Breite braucht, durch einen anderen Typus zu ersetzen, der die Tiefe besser attackiert oder mehr mit für andere kreieren kann, wird Kovac denke ich eher sagen: Wir werden das Spiel so oder so nicht durchs Zentrum forcieren, egal was passiert, also will ich den Stürmer haben, der die Bälle von der Seite, die ich so oder so spielen lassen will, am besten verwertet, weshalb wir uns denke ich aus der Logik von Kovac eben überhaupt nicht gegenüber Guirassy verbessern können.

Mit diesem Wissen stellt sich dann natürlich wiederum die Frage, warum man eine kreative 10 sucht, die Guirassy nicht sonderlich weiter helfen wird. Wie beispielsweise ein Karetsas oder ein Sancho zusammen mit Guirassy funktionieren soll, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht will man aber auch einfach nur generell mehr Ballsicherheit im offensiven Mittelfeld haben, selbst wenn die Kreativität nicht gut auf Guirassy abgestimmt ist. Falls meine Theorie wahr sein sollte denke ich jedenfalls, dass sich unsere Grundsätzliche Situation im Sturm nicht deutlich strukturell gegenüber der letzten Saison verbessern wird, solange Kovac da ist. Vielmehr würde ich vermuten, dass Kovac selbst bei einem Abgang von Guirassy für einen ähnlichen Spielertyp plädieren wird, weshalb wir uns dort höchstens verjüngen oder finanziell verbessern sollten, denn ich denke nicht, dass wir in dem, was Guirassy gut macht, jemand besseren finden werden. Wir werden sehen, worauf es hinaus läuft. Mir wäre nach wie vor ein Abgang von Guirassy und eine prominentere Rolle von Silva am liebsten, aber die Wahrscheinlichkeit darauf schätze ich mittlerweile als extrem gering ein.
Serhou Guirassy [9] |#2506
03.06.2026 - 13:12 Uhr
Zitat von TheDoctor128
Zitat von BVBBC

Für mich ist der Plan zum Scheitern verurteilt. Guirassy braucht möglichst viele Bälle von der Seite und die kommen nun mal nicht von der 10. Schon gar nicht, wenn diese selbst abschlussorientiert sein soll, wie die Beschreibung nahelegt. Es gibt schließlich kaum 10er, die kreativ und treffsicher zugleich sind. Man muss sich da schon entscheiden, worauf der Fokus liegt und selbst wenn es die Kreativität wäre, sorgt ein 10er nicht für eine besser Einbindung von Guirassy. Es wäre auch ein Fehler diese Ableitung auf Grund seiner Stuttgarter Vergangenheit zu machen, wo er mit einem abschlussstarken 10er funktioniert hat. Da war der Ballvortrag aber ein anderer, deutlich flüssiger und methodischer, indem man Guirassy sauber freispielte im Kollektiv und nicht etwa durch Einzelspieler.

Zumal man nicht vergessen sollte, wie viel Zeit ihm der VfB verschaffte, um nach Abkippbewegung in den 16er zu kommen, obwohl man einen sehr direkten Fussball unter Hoeness spielt. Davon sind wir weit entfernt und bislang hat das Verlängern der Ballhaltezeiten vorne fast immer zur Aufgabe der Tiefenläufe geführt, was letztendlich dem Gegner zu viel Zeit gibt sich zu sortieren, wodurch ein methodischer Ballvortrag auch wieder erschwert wird. Ich sehe daher nicht, wie ein 10er die Siutation für Guirassy und den BVB verbessern soll, dass er zu adäquat vielen Chancen in jedem Spiel kommt. Unabhängig davon, ob man glaubt sich gegenüber Brandt auf der 10 zu verbessern oder nicht, was eben auch nochmal so ein Hinweis darauf ist, dass man sich hier eine Illusion aufbaut.

Solange der Fussball im Allgemeinen als auch die Versorgung im Speziellen so ist, wie sie ist und daran auch nicht wirklich etwas geändert wird, bleiben die Dinge für Guirassy wie sie sind und dann wäre ein Abgang weiterhin die sinnvollste Geschichte für alle Seiten. Der BVB müsste ihn nicht über Gebühr bezahlen, für einen Wert den er für den BVB heute nicht hat und in Zukunft umso weniger haben wird und Guirassy könnte sich eben genau so einen Vertrag andernorts holen. Und dann gehen sogar noch Chancen im MS auf, dass man sich verbessert. Dass das teilweise immer noch so kategorisch ausgeschlossen wird, finde ich erstaunlich. Sämtliche Offensiven in unserem Kader weisen per 90 vergleichbare oder gar bessere Scoringwerte auf.

Teilwiese werden diese Spieler sogar hart für ihre "schlechte" Saison kritisiert. Macht für mich wenig Sinn, dass man dann Guirassy den Sonderstatus gibt, den er auch von Kovac bekam. Den hat er sich nicht erarbeitet und offenbar hat man auch wenig Idee (und Geld), wie man auf ihn abstellt, um ihm überhaupt die Chance dafür zu verschaffen. Von dem her hat Guirassy allen Grund dazu es skeptisch zu sehen und würde uns einen Gefallen tun, wenn er tatsächlich entsprechende Ablösen besorgen könnte. Ich fürchte nur, so wie sich das alles gestaltet, dass wir dann den Fehler seit der Haland Nachfolge einfach wieder nur fortsetzen und damit dann letztendlich wieder dasselbe bekommen. Finanziell bliebe es dennoch besser ihn abzugeben, statt zwangsläufig eine Verlängerung zu realisieren, die mit hohen Opportunitätskosten verbunden ist.

Ich persönlich finde die Situation um Guirassy in diesem Sommer extrem interessant. Sein Profil in Relation zum restlichen Kader auf der einen Seite und in Relation zu Kovac und seinen taktischen Vorstellungen auf der anderen Seite ist derart seltsam und widersprüchlich das die ganze Nummer so dysfunktional wird, dass es sich um fünf Ecken umkehrt und wieder funktional wird. Zumindest aus der Logik von Kovac.

Rein logisch würde ich zustimmen, dass wir uns im MS in Relation zu Guirassy verbessern können sollten, weil Guirassy enorm von Bällen und Kreativität aus der Breite profitiert, wo wir individuell nicht enorm stark aufgestellt sind und auch anscheinend nicht intensiv suchen. Mehr als das: Wir sind limitiert darin, wie viel wir an Kreativität auf den Außen hinzufügen können, weil wir an die Schienen hohe defensive Anforderungen stellen und unsere Spielanlage durch Schlotterbeck inhärent schon recht asymmetrisch angelegt ist. Wir haben also nicht wirklich absehbar die Perspektive, gut für Guirassy abzustellen, weshalb es bessere Optionen geben sollte. Soweit die Theorie, und die ist auch stimmig.

Gleichzeitig bringt hier Kovac für mich noch eine ganz andere Note rein. Ich denke nach dieser Saison und auch nach Kovacs bisherigen Stationen gibt es einen Faktor, der das ganze ein wenig auf den Kopf stellt: Höchstwahrscheinlich wird Kovac das Spiel so oder so massiv über die Breite forcieren, egal wie schlecht der Kader dafür aufgestellt ist, von dort CL-Level Kreativität zu liefern. Eine lange Seitenverlagerung oder ein langsamer Spielvortrag hauptsächlich über das U und anschließend eine Flanke wird für ihn immer die beste Option sein, weil es die wenigsten gefährlichen Ballverluste provoziert, egal ob das auch für schlechte und uninspirierte Offensive aus dem Spiel sorgt. Dadurch wird aber Guirassy wiederum für Kovac fast schon unverzichtbar, und deshalb hatte er auch unter Kovac oft einen Freifahtschein, obwohl seine Arbeit gegen den Ball nicht gut ist und er vielfach durch enorm lustlose Auftritte aufgefallen ist. Anstatt durch die vergleichsweise schlechte Abstellung auf ihn verzichtbar zu werden wird er eben genau dadurch unverzichtbar für Kovac, weil seine Qualität im verwerten von Bällen von den Seiten nötig ist, um zu kompensieren, dass man bei diesen Bällen durch den defensiven Fokus nicht die höchste Qualität garantieren kann oder will. Guirassy legitimiert damit auf eine seltsame Art und Weise selber die schlechte Abstellung auf ihn, weil Kovac denke ich diese Art der Chancenkreation so oder so präferiert. Selbst bevor wir das Spiel derart über Ryerson auf der Seite forciert haben, haben wir zu Beginn unter Kovac einfach Groß und manchmal Brandt auf den Flügel gezogen, nur damit die dann Flanken schlagen können, selbst wenn man dafür das Zentrum evakuieren muss. Anstatt also zu sagen, dass wir nicht so gut darin sind, Chancen aus der Breite zu kreieren und deshalb den Stürmer, der Chancen aus der Breite braucht, durch einen anderen Typus zu ersetzen, der die Tiefe besser attackiert oder mehr mit für andere kreieren kann, wird Kovac denke ich eher sagen: Wir werden das Spiel so oder so nicht durchs Zentrum forcieren, egal was passiert, also will ich den Stürmer haben, der die Bälle von der Seite, die ich so oder so spielen lassen will, am besten verwertet, weshalb wir uns denke ich aus der Logik von Kovac eben überhaupt nicht gegenüber Guirassy verbessern können.

Mit diesem Wissen stellt sich dann natürlich wiederum die Frage, warum man eine kreative 10 sucht, die Guirassy nicht sonderlich weiter helfen wird. Wie beispielsweise ein Karetsas oder ein Sancho zusammen mit Guirassy funktionieren soll, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht will man aber auch einfach nur generell mehr Ballsicherheit im offensiven Mittelfeld haben, selbst wenn die Kreativität nicht gut auf Guirassy abgestimmt ist. Falls meine Theorie wahr sein sollte denke ich jedenfalls, dass sich unsere Grundsätzliche Situation im Sturm nicht deutlich strukturell gegenüber der letzten Saison verbessern wird, solange Kovac da ist. Vielmehr würde ich vermuten, dass Kovac selbst bei einem Abgang von Guirassy für einen ähnlichen Spielertyp plädieren wird, weshalb wir uns dort höchstens verjüngen oder finanziell verbessern sollten, denn ich denke nicht, dass wir in dem, was Guirassy gut macht, jemand besseren finden werden. Wir werden sehen, worauf es hinaus läuft. Mir wäre nach wie vor ein Abgang von Guirassy und eine prominentere Rolle von Silva am liebsten, aber die Wahrscheinlichkeit darauf schätze ich mittlerweile als extrem gering ein.



Eine sehr gute,absolut nachvollziehbare Analyse die ich vollumfänglich genauso sehe.Was dann allerdings im Umkehrschluss bedeutet,das es ein großer Fehler ist mit Kovac in die nächste Saison zu gehen.

•     •     •

Baujahr 67 mein erstes Spiel von Borussia Dortmund war 1975 als Achtjähriger in der zweiten Liga beim 4:1 in Erkenschwick(Danke Onkel Hans)
5 Meisterschaften wohnhaft am Borsigplatz erlebt
Serhou Guirassy [9] |#2507
03.06.2026 - 13:16 Uhr
Guirassy muss gehalten werden.
Mann kann ihn immernoch nächstes jahr für eine ähnliche Summe verkaufen. Da sein Spieltyp nicht von Geschwindigkeit lebt, wird er noch viele Jahre auf hohem Niveau spielen können.

In meinen Augen wird er von einigen viel zu negativ bewertet, weil er nicht besonders sympathisch ist.
Da wurde er schnell zum Sündenbock, weil er keine Tore mehr geschossen hat. Dass offensiv von seinen Mitspielern überhaupt nichts kam, wurde dabei natürlich ausgeblendet.

Aber diese sparsame Offensive hat das Kovac-System eben an sich - und das sieht auch Guirassy. Deswegen will er weg.

Sancho wäre ein Spieler, der offensiven Impact und Kreativität bringen könnte - das wäre genau das, was wir brauchen.
Allerdings denke ich, dass es diese Spielertypen unter Kovac schwer haben werden. Sobald der auch nur ein Mal nicht sofort zurücksprintet, spielt wieder Beier.

Fazit: Man sollte Guirassy noch ein Jahr halten.
Man wird den Unterschied merken, sobald vorne jemand wie Asllani rumläuft.
Serhou Guirassy [9] |#2508
03.06.2026 - 13:22 Uhr
Ich finde es kritikwürdig, dass es angeblich ein Treffen zwischen ihm und dem Verein gegeben hat, bei dem der Verein ihm aufgezeigt hat, wie er mehr und besser gefüttert werden kann durch neue offensive Mittelfeldspieler. So gut ist Serhou auch wieder nicht, gerade in dieser Saison. Umso mehr erwarte ich aber wirklich gigantische Verstärkungen im ZOM-Bereich, wenn wir sonst nur noch Eichhorn auf dem Schirm haben. Das muss dann ja ein Karetsas oder Nwaneri sein, dem man Guirassy in Aussicht stellt.
Serhou Guirassy [9] |#2509
03.06.2026 - 13:25 Uhr
Zitat von Torginho
Guirassy muss gehalten werden.
Mann kann ihn immernoch nächstes jahr für eine ähnliche Summe verkaufen. Da sein Spieltyp nicht von Geschwindigkeit lebt, wird er noch viele Jahre auf hohem Niveau spielen können.

In meinen Augen wird er von einigen viel zu negativ bewertet, weil er nicht besonders sympathisch ist.
Da wurde er schnell zum Sündenbock, weil er keine Tore mehr geschossen hat. Dass offensiv von seinen Mitspielern überhaupt nichts kam, wurde dabei natürlich ausgeblendet.

Aber diese sparsame Offensive hat das Kovac-System eben an sich - und das sieht auch Guirassy. Deswegen will er weg.

Sancho wäre ein Spieler, der offensiven Impact und Kreativität bringen könnte - das wäre genau das, was wir brauchen.
Allerdings denke ich, dass es diese Spielertypen unter Kovac schwer haben werden. Sobald der auch nur ein Mal nicht sofort zurücksprintet, spielt wieder Beier.

Fazit: Man sollte Guirassy noch ein Jahr halten.
Man wird den Unterschied merken, sobald vorne jemand wie Asllani rumläuft.


Man sieht ja, dass es nichtmal dieses Jahr die guten Angebote zu geben scheint. Sollte das Reinflattern und er gehen wollen, dann sollte man das unbedingt auch durchführen. MMn stimmt es nicht, dass man ihn aufgrund weniger Toren kritisiert hat. Vielmehr wurde seine Leistung deutlich schwächer und er hat auch körpersprachlich in einigen Spielen gezeigt, dass das alles nicht den großen Wert für ihn zu haben scheint. Das ist doch viel mehr der Grund dafür, dass man ihn kritisiert. Gleichzeitig ist es doch das, was man an Silva lobt, obwohl er nicht so häufig getroffen hat. Der will und zeigt es.
Serhou Guirassy [9] |#2510
03.06.2026 - 14:07 Uhr
Zitat von TheDoctor128
Zitat von BVBBC

Für mich ist der Plan zum Scheitern verurteilt. Guirassy braucht möglichst viele Bälle von der Seite und die kommen nun mal nicht von der 10. Schon gar nicht, wenn diese selbst abschlussorientiert sein soll, wie die Beschreibung nahelegt. Es gibt schließlich kaum 10er, die kreativ und treffsicher zugleich sind. Man muss sich da schon entscheiden, worauf der Fokus liegt und selbst wenn es die Kreativität wäre, sorgt ein 10er nicht für eine besser Einbindung von Guirassy. Es wäre auch ein Fehler diese Ableitung auf Grund seiner Stuttgarter Vergangenheit zu machen, wo er mit einem abschlussstarken 10er funktioniert hat. Da war der Ballvortrag aber ein anderer, deutlich flüssiger und methodischer, indem man Guirassy sauber freispielte im Kollektiv und nicht etwa durch Einzelspieler.

Zumal man nicht vergessen sollte, wie viel Zeit ihm der VfB verschaffte, um nach Abkippbewegung in den 16er zu kommen, obwohl man einen sehr direkten Fussball unter Hoeness spielt. Davon sind wir weit entfernt und bislang hat das Verlängern der Ballhaltezeiten vorne fast immer zur Aufgabe der Tiefenläufe geführt, was letztendlich dem Gegner zu viel Zeit gibt sich zu sortieren, wodurch ein methodischer Ballvortrag auch wieder erschwert wird. Ich sehe daher nicht, wie ein 10er die Siutation für Guirassy und den BVB verbessern soll, dass er zu adäquat vielen Chancen in jedem Spiel kommt. Unabhängig davon, ob man glaubt sich gegenüber Brandt auf der 10 zu verbessern oder nicht, was eben auch nochmal so ein Hinweis darauf ist, dass man sich hier eine Illusion aufbaut.

Solange der Fussball im Allgemeinen als auch die Versorgung im Speziellen so ist, wie sie ist und daran auch nicht wirklich etwas geändert wird, bleiben die Dinge für Guirassy wie sie sind und dann wäre ein Abgang weiterhin die sinnvollste Geschichte für alle Seiten. Der BVB müsste ihn nicht über Gebühr bezahlen, für einen Wert den er für den BVB heute nicht hat und in Zukunft umso weniger haben wird und Guirassy könnte sich eben genau so einen Vertrag andernorts holen. Und dann gehen sogar noch Chancen im MS auf, dass man sich verbessert. Dass das teilweise immer noch so kategorisch ausgeschlossen wird, finde ich erstaunlich. Sämtliche Offensiven in unserem Kader weisen per 90 vergleichbare oder gar bessere Scoringwerte auf.

Teilwiese werden diese Spieler sogar hart für ihre "schlechte" Saison kritisiert. Macht für mich wenig Sinn, dass man dann Guirassy den Sonderstatus gibt, den er auch von Kovac bekam. Den hat er sich nicht erarbeitet und offenbar hat man auch wenig Idee (und Geld), wie man auf ihn abstellt, um ihm überhaupt die Chance dafür zu verschaffen. Von dem her hat Guirassy allen Grund dazu es skeptisch zu sehen und würde uns einen Gefallen tun, wenn er tatsächlich entsprechende Ablösen besorgen könnte. Ich fürchte nur, so wie sich das alles gestaltet, dass wir dann den Fehler seit der Haland Nachfolge einfach wieder nur fortsetzen und damit dann letztendlich wieder dasselbe bekommen. Finanziell bliebe es dennoch besser ihn abzugeben, statt zwangsläufig eine Verlängerung zu realisieren, die mit hohen Opportunitätskosten verbunden ist.

Ich persönlich finde die Situation um Guirassy in diesem Sommer extrem interessant. Sein Profil in Relation zum restlichen Kader auf der einen Seite und in Relation zu Kovac und seinen taktischen Vorstellungen auf der anderen Seite ist derart seltsam und widersprüchlich das die ganze Nummer so dysfunktional wird, dass es sich um fünf Ecken umkehrt und wieder funktional wird. Zumindest aus der Logik von Kovac.

Rein logisch würde ich zustimmen, dass wir uns im MS in Relation zu Guirassy verbessern können sollten, weil Guirassy enorm von Bällen und Kreativität aus der Breite profitiert, wo wir individuell nicht enorm stark aufgestellt sind und auch anscheinend nicht intensiv suchen. Mehr als das: Wir sind limitiert darin, wie viel wir an Kreativität auf den Außen hinzufügen können, weil wir an die Schienen hohe defensive Anforderungen stellen und unsere Spielanlage durch Schlotterbeck inhärent schon recht asymmetrisch angelegt ist. Wir haben also nicht wirklich absehbar die Perspektive, gut für Guirassy abzustellen, weshalb es bessere Optionen geben sollte. Soweit die Theorie, und die ist auch stimmig.

Gleichzeitig bringt hier Kovac für mich noch eine ganz andere Note rein. Ich denke nach dieser Saison und auch nach Kovacs bisherigen Stationen gibt es einen Faktor, der das ganze ein wenig auf den Kopf stellt: Höchstwahrscheinlich wird Kovac das Spiel so oder so massiv über die Breite forcieren, egal wie schlecht der Kader dafür aufgestellt ist, von dort CL-Level Kreativität zu liefern. Eine lange Seitenverlagerung oder ein langsamer Spielvortrag hauptsächlich über das U und anschließend eine Flanke wird für ihn immer die beste Option sein, weil es die wenigsten gefährlichen Ballverluste provoziert, egal ob das auch für schlechte und uninspirierte Offensive aus dem Spiel sorgt. Dadurch wird aber Guirassy wiederum für Kovac fast schon unverzichtbar, und deshalb hatte er auch unter Kovac oft einen Freifahtschein, obwohl seine Arbeit gegen den Ball nicht gut ist und er vielfach durch enorm lustlose Auftritte aufgefallen ist. Anstatt durch die vergleichsweise schlechte Abstellung auf ihn verzichtbar zu werden wird er eben genau dadurch unverzichtbar für Kovac, weil seine Qualität im verwerten von Bällen von den Seiten nötig ist, um zu kompensieren, dass man bei diesen Bällen durch den defensiven Fokus nicht die höchste Qualität garantieren kann oder will. Guirassy legitimiert damit auf eine seltsame Art und Weise selber die schlechte Abstellung auf ihn, weil Kovac denke ich diese Art der Chancenkreation so oder so präferiert. Selbst bevor wir das Spiel derart über Ryerson auf der Seite forciert haben, haben wir zu Beginn unter Kovac einfach Groß und manchmal Brandt auf den Flügel gezogen, nur damit die dann Flanken schlagen können, selbst wenn man dafür das Zentrum evakuieren muss. Anstatt also zu sagen, dass wir nicht so gut darin sind, Chancen aus der Breite zu kreieren und deshalb den Stürmer, der Chancen aus der Breite braucht, durch einen anderen Typus zu ersetzen, der die Tiefe besser attackiert oder mehr mit für andere kreieren kann, wird Kovac denke ich eher sagen: Wir werden das Spiel so oder so nicht durchs Zentrum forcieren, egal was passiert, also will ich den Stürmer haben, der die Bälle von der Seite, die ich so oder so spielen lassen will, am besten verwertet, weshalb wir uns denke ich aus der Logik von Kovac eben überhaupt nicht gegenüber Guirassy verbessern können.

Mit diesem Wissen stellt sich dann natürlich wiederum die Frage, warum man eine kreative 10 sucht, die Guirassy nicht sonderlich weiter helfen wird. Wie beispielsweise ein Karetsas oder ein Sancho zusammen mit Guirassy funktionieren soll, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht will man aber auch einfach nur generell mehr Ballsicherheit im offensiven Mittelfeld haben, selbst wenn die Kreativität nicht gut auf Guirassy abgestimmt ist. Falls meine Theorie wahr sein sollte denke ich jedenfalls, dass sich unsere Grundsätzliche Situation im Sturm nicht deutlich strukturell gegenüber der letzten Saison verbessern wird, solange Kovac da ist. Vielmehr würde ich vermuten, dass Kovac selbst bei einem Abgang von Guirassy für einen ähnlichen Spielertyp plädieren wird, weshalb wir uns dort höchstens verjüngen oder finanziell verbessern sollten, denn ich denke nicht, dass wir in dem, was Guirassy gut macht, jemand besseren finden werden. Wir werden sehen, worauf es hinaus läuft. Mir wäre nach wie vor ein Abgang von Guirassy und eine prominentere Rolle von Silva am liebsten, aber die Wahrscheinlichkeit darauf schätze ich mittlerweile als extrem gering ein.


Ich finde du führst hier mehrere Ebenen gut zusammen, die wir ja schon häufiger diskutiert haben. Daher möchte ich darauf gar nicht nochmal großartig eingehen. Für mich ist dennoch interessant, wie die Gerüchteküche gerade den Kader für die nächste Saison skizziert, da sich zumindest so ein paar Profile dann doch herauskristallisiert haben, die absolut keinen positiven Hebel auf Guirassy versprechen.

Meines Erachtens ist die Entwicklung auf De Cat umzuschwenken bspw. sehr positiv. Er ist besser neben Bellingham spielbar, verschafft meines Erachtens Bellingham auch nochmal etwas mehr Zeit, bevor man ihn auf eine Position festlegen muss, da sie neben- und statt einander spielbar sind, obwohl sie beide nicht übermäßig dynamisch sind. Das gibt De Cat vor allem defensiv her. Was an und für sich bei einer 3er Kette nicht so wichtig sein sollte, für eine Perspektive für die 4er Kette aber unerlässlich wird.

Entsprechend ist aber eben auch absehbar, was passiert, wenn man die 10 bzw. die offensiven Halbaußen mit 8-10ern oder OA, die Bewegung um sich herum brauchen, besetzt. Die werden die Räume für die Spielverbindung stärker zum Abkippen nutzen als nach vorne in die Tiefe. Allein schon um die Spielverbindung zu unterstützen, die ihren sehr tiefen Schwerpunkt behalten wird und weil da auch keine Spieler im Gespräch sind, die zur Grundlinie irgendein vielversprechendes Upgrade darstellen könnten. Unabhängig davon, dass das defensiven Überlegungen folgend wahrscheinlich auch gar nicht gewünscht ist, weil die Wege hinter den Ball damit immer länger sind als eben aus der Halbposition.

Wenn also die Tendenz unterstützt wird, dass das Spiel immer weniger Tiefe und Breite hat, verdichtet man die Räume, die ja auch schon zahlenmäßig selbst verdichtet werden. Nominell sind es zwar nur die 2 ZM, aber mit den OA werden es effektiv schnell deren 4. Die Folge sind dann zwangsläufig Ausweichbewegungen, erst recht wenn Kovac weiterhin am Prinzip festhält, dass der Ball im Zentrum nicht verloren gehen darf, um Überzahl hinter dem Ball zu behalten. Wenn dann aber der Mittelfeldblock eher in tiefere Positionen nach außen drängt, als letzte Saison, zieht man den Gegner mit Richtung eigene Hälfte, umso weniger Alternative man hat, um die daraus resultierende Tiefe zu attackieren.

Folglich werden dann auch die Seitenwechsel auf Ryerson schwieriger, weil ein gefahrlos höher agierender Gegner im Endeffekt ja auch wieder einfacher in die Breite verteidigen kann, weil er wenig Tiefe damit anbietet. Das U wird also verkürzt und trotz zunehmender Skills am Ball, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Ballverluste zunehmen und das näher am eigenen Tor. Das lässt mehr Wellen auf das eigene Tor erwarten, weil der Gegner nach Balleroberung einfacher Nachrücken kann, je höher die Startpositionen. Selbst wenn wir die Überzahl hinter dem Ball behalten oder gar noch stärker sicherstellen.

Die Konsequenz für Guirassy wäre dann, dass wir selbst weniger Angriffe im Spiel nach vorne hätten, während die Verdichtung des Zentrums seine Abkippbewegung schwieriger - dafür werden die Räume enger und es werden bessere Zielspieler anvisiert - als auch die höher zu vermutende Ballverlustanzahl seine defensive Mitarbeit relevanter machen würde. Das, was wir strukturell gerade an Überlegungen in der Gerüchteküche sehen, hat vor allem für Ballbesitzsysteme einen positiven Hebel, aber eben nur dann, wenn Breite und Tiefe bedroht werden. Für Breite kann der MS nicht sorgen. Für die Tiefe fallen alle um den MS herum aus. Also müsste es eigentlich zwangsläufig der MS machen, weil die komplette Spielanlage auf Spieler ausgerichtet wird, die noch weniger Stärken über die Außen haben als bisher. Umso mehr, da sämtliche Überlegungen zu den 8-10ern Spieler enthalten, die von Tiefenläufern abhängig sind, um als Spielmacher wirklich gut zu sein.

Wenn die Transferpolitik also wirklich so umgesetzt würde, würde das U geschwächt und alles daran, was für Guirassy eigentlich ausgebaut werden müsste, damit er wirklich besser funktionieren könnte, würde komplett vernachlässigt. Bzw. würden die Ineffizienzen daran verstärkt, da ich ebenfalls denke, dass Kovac an den Überlegungen zum U festhalten wird. Angesichts dessen, was für Durststrecken bei Guirassy diese Saison schon dabei waren, hat man aber gar kein Potenzial für mehr Ineffizienz darin. Ich sehe daher nicht, wie Kovac mit immer weniger echter Breite operieren muss und damit Guirassy effizienter machen kann. Ich denke daher nicht, dass Kovac immer abhängiger von Guirassy wird, sondern eigentlich nur der Druck zur Abkehr von Guirassy und einigen Spielprinzipien deutlich zunimmt, wenn der Kader so entwickelt wird, wie sich die Gerüchteküche gerade aufstellt.

Folglich ist es sehr interessant, wie der Verein hier aktuell ein System durch den Kader zu schaffen scheint, das zunehmend weniger auf Kovac eingeht, sondern aktiv Widersprüche stärkt, weil für eine effiziente Rollenverteilung viele Aufgaben völlig anders strukturiert werden müssten als bisher unter Kovac geschehen. Das mag Post-Kovac viele Vorteile bieten, umso mehr je konsequenter man eine Linie verfolgt. Bis dahin steigert es aber unkalkulierbare Risiken.
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