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Gib mich die Kirsche! Der Talkthread

18.01.2025 - 13:04 Uhr
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#151
01.02.2025 - 11:06 Uhr
Zitat von Riedle27
Ich brauche jetzt endlich mal eine Nachricht über einen Tansfer zum BVB. Die Zeit wird immer knapper und ohne Neuzugänge sehe ich schwarz.


Aber den Transfer haben wir doch schon. Zwei sogar. Herz und Leidenschaft!
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#152
02.02.2025 - 02:22 Uhr
Ich weiß nicht, wies euch geht...

Aber das, was mir politisch mit Abstand am meisten Sorge bereitet ist die Verrohung und Radikalisierung unserer Diskussionskultur, mindestens aber die stark steigende Intoleranz gegenüber politischen Ansichten, die "zu weit weg" der eigenen Meinung sind. Oder um es mal anders zu formulieren: Wen müsste ich denn wählen, wenn ich Angst vor einer immer größeren Spaltung unserer Gesellschaft habe?

Wenn ich mir die letzten Tage und Wochen so angeschaut habe, dazu die Debatten im Bundestag in dieser Woche... ich sehe da selbst unter den "Parteien der Mitte" mehr als tiefe Gräben. Und das ist noch die höfliche Formulierung. Die weniger höfliche Aussage wäre: Es ist alles ein riesengroßer Kindergarten und ich weigere mich, auch nur eine Partei in diesem Schmierentheater zu verteidigen oder gar als große Hoffnung der nächsten Jahre zu betrachten.

Was ich sehe, ist Symbolpolitik, die man noch kurz vor der Wahl durchdrücken will, um jahrelange Versäumnisse, u.a. in der Migrationspolitik nachzuholen, siehe CDU.

Was ich auch sehe, ist ein Wettberwerb von Ausreden, weshalb diese uns jene Maßnahmen rechtlich oder in der Praxis nicht umsetzbar sind. Doch allein das reicht nicht, denn um weiter ein bisschen von der eigentlichen Sache abzulenken, versucht man jetzt selbst CDU und FDP in die Schmuddelecke mit der AFD zu drücken, siehe Links, Grün, SPD.

Die FDP zerfällt bei den Abstimmungen dann schon wieder in sich selbst, während 1/4 der Abgeordneten plötzlich krank sind und tragischerweise nicht abstimmen können. Geschlossenheit sieht anders aus. Die AFD wiederum könnte mal wieder als Gewinner dabei rauskommen, weil der Rest wie so oft du dumm ist oder sich halt gegenseitig zerfleischt.

Wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich, dass in den nächsten 2-4 Jahren kaum etwas besser wird in diesem Land. Dazu haben wir abgesehen von der Migrationsdebatte viel zu viele Baustellen und sind scheinbar nicht willens oder in der Lage oder schlichtweg politisch zu weit auseinander oder gar verfeindet, als dass wir hier schnelle pragmatische Lösungen aus dem Hut zaubern würden. Ich seh schon wieder eine pomadige Koalition aus CDU + SPD und im Worstcase noch Grün dazu und weitere 4 Jahre Streitereien und Stillstand, weil man zu sehr verschiedene Dinge will.

Wir müssen endlich endlich mit dieser Kinderkacke aufhören.
Wenn es jetzt schon so weit ist, dass zig Tausende von Menschen in den Großstädten auf die Straßen gehen und "Ganz Leipzig/Hamburg/Berlin hasst die CDU" skandieren, dann habe ich ehrlich gesagt kaum noch Hoffnung, dass in der breiten Masse irgendwann nochmal ein Hauch von Vernunft einkehrt. Denn dann ziehen wir den Riss und die Brandmauer plötzlich nicht mehr bei den 2-3% der radikalen Ränder oder bei den 20% der AFD-Wähler, sondern dann ziehen wir die Risse immer weiter genau in die Mitte der Gesellschaft.

Ja und dann Glückwunsch! Hauptsache, man steht auf der einzig richtigen Seite. 😬
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#153
02.02.2025 - 07:04 Uhr
Zitat von Bumbewassazong
Ich weiß nicht, wies euch geht...

Aber das, was mir politisch mit Abstand am meisten Sorge bereitet ist die Verrohung und Radikalisierung unserer Diskussionskultur, mindestens aber die stark steigende Intoleranz gegenüber politischen Ansichten, die "zu weit weg" der eigenen Meinung sind. Oder um es mal anders zu formulieren: Wen müsste ich denn wählen, wenn ich Angst vor einer immer größeren Spaltung unserer Gesellschaft habe?

Wenn ich mir die letzten Tage und Wochen so angeschaut habe, dazu die Debatten im Bundestag in dieser Woche... ich sehe da selbst unter den "Parteien der Mitte" mehr als tiefe Gräben. Und das ist noch die höfliche Formulierung. Die weniger höfliche Aussage wäre: Es ist alles ein riesengroßer Kindergarten und ich weigere mich, auch nur eine Partei in diesem Schmierentheater zu verteidigen oder gar als große Hoffnung der nächsten Jahre zu betrachten.

Was ich sehe, ist Symbolpolitik, die man noch kurz vor der Wahl durchdrücken will, um jahrelange Versäumnisse, u.a. in der Migrationspolitik nachzuholen, siehe CDU.

Was ich auch sehe, ist ein Wettberwerb von Ausreden, weshalb diese uns jene Maßnahmen rechtlich oder in der Praxis nicht umsetzbar sind. Doch allein das reicht nicht, denn um weiter ein bisschen von der eigentlichen Sache abzulenken, versucht man jetzt selbst CDU und FDP in die Schmuddelecke mit der AFD zu drücken, siehe Links, Grün, SPD.

Die FDP zerfällt bei den Abstimmungen dann schon wieder in sich selbst, während 1/4 der Abgeordneten plötzlich krank sind und tragischerweise nicht abstimmen können. Geschlossenheit sieht anders aus. Die AFD wiederum könnte mal wieder als Gewinner dabei rauskommen, weil der Rest wie so oft du dumm ist oder sich halt gegenseitig zerfleischt.

Wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich, dass in den nächsten 2-4 Jahren kaum etwas besser wird in diesem Land. Dazu haben wir abgesehen von der Migrationsdebatte viel zu viele Baustellen und sind scheinbar nicht willens oder in der Lage oder schlichtweg politisch zu weit auseinander oder gar verfeindet, als dass wir hier schnelle pragmatische Lösungen aus dem Hut zaubern würden. Ich seh schon wieder eine pomadige Koalition aus CDU + SPD und im Worstcase noch Grün dazu und weitere 4 Jahre Streitereien und Stillstand, weil man zu sehr verschiedene Dinge will.

Wir müssen endlich endlich mit dieser Kinderkacke aufhören.
Wenn es jetzt schon so weit ist, dass zig Tausende von Menschen in den Großstädten auf die Straßen gehen und "Ganz Leipzig/Hamburg/Berlin hasst die CDU" skandieren, dann habe ich ehrlich gesagt kaum noch Hoffnung, dass in der breiten Masse irgendwann nochmal ein Hauch von Vernunft einkehrt. Denn dann ziehen wir den Riss und die Brandmauer plötzlich nicht mehr bei den 2-3% der radikalen Ränder oder bei den 20% der AFD-Wähler, sondern dann ziehen wir die Risse immer weiter genau in die Mitte der Gesellschaft.

Ja und dann Glückwunsch! Hauptsache, man steht auf der einzig richtigen Seite. 😬


Wenn Menschen geschlossen auf die Straße gehen, zeigt das, dass sich eine Partei unter ihrer aktuellen Führung aus der Mitte verabschiedet. Das zeigen auch zahlreiche Parteiaustritte.
Ein maximales Maß an Unzuverlässigkeit, fehlender Weitsicht und strategischen Fähigkeiten zu demonstrieren - bevor man überhaupt auch nur Verantwortung trägt, ist ein starkes Stück.
Was die Union diesen Freitag präsentiert hat, war handwerklicher schlechter, als alles, was die Ampel in vier Jahren produziert hat. Anstatt bei bestehendem Recht PS auf die Straße zu bringen und die anderen in die Verantwortung zu nehmen, werden nicht durchdetzbare Luftschlösser rausgehauen, die aber big time mit Grundgesetzen crashen. Die AfD jubelt, dass ihre Positionen abstrichfrei übernommen werden.

Mich erschüttert es, dass die beiden Parteien, Union und FDP, die behaupten, Liberalität, Seriösität und Rechtsstaatlichkeit stünden bei ihnen auf höchster Ebene, so eine intellektuelle Nullleistung hinlegen. Das Ziel des Rechtsstaats ist der Schutz vor Willkür. Dass hier eine Vielzahl von Juristen dermaßen drauf scheißt, sich als unberechenbar erweist und auch frei von Weitsicht, die sie qua Berufswegen auszeichnen sollte, ist eine Bankrott-Erklärung.

Merz hat alles dafür getan, der AfD eine Chance auf die stärkste Partei bei der Bundestagswahl zu geben: er legitimiert die AfD, vor allem verprellt er die, die keine andere Wahl als die CDU gesehen hatten, da die Bereitschaft für eine konservative Regierung mehr als da ist.

Mit tut es sehr leid für die Basis der Union, die dieses Land auf kommunaler Ebene mit den zahllosen vielen Ämtern und Initiativen am laufen hält.

Wäre angebracht, dass Merz auf der richtigen Seite steht. Das war nicht so schwer. Die Mitte ist noch riesengroß. Für eine Regierung hätte der die einfache strategische Antwort finden müssen: Rot, Grün, Blau. An der ging kein Weg vorbei (es sei denn er denkt immer noch, dass er 40% bekommt). Dem hat er sich verweigert und am Ende doch eine Antwort gegeben. Nämlich, dass er die Frage nicht versteht. Die. Hoffnung, dass das irgendwie schon in Schwarzrot läuft, ist keine Strategie.

Keiner will mehr Dreier-Koalitionen. Die einzige Alternative, die noch bleibt, heißt aller Voraussicht nach Schwarzblau. Viel Spaß.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#154
02.02.2025 - 10:03 Uhr
@Bumbewassazong ich kann 100% nachvollziehen was du schreibst und es kommt so, wie ich es vor vielen vielen Jahren schon mal in einem Politikbuch (Titel ist mir entfallen) gelesen habe.

Amerika lebt politisch etwas vor (wie damals bspw. die Personalisierung des Wahlkampfs) und Deutschland zieht in ca. 5 bis 10 Jahren nach.

Mit Trump wurde eine neue Politikkultur in Amerika "eingeführt": vorher gesetzte Normen wurden komplett eingerissen und "normal" immer weiter ausgehöhlt.

Das gipfelte für mich in Bidens Entscheidung der "preemptive pardons" kurz vor Ende seiner Zeit, was leider gezeigt hat, dass auch Demokraten auf diesem Feld nicht besser sind.

Trump ist in den letzten Tagen dabei noch mal viel krasser gewesen, zieht mittlerweile mehr oder weniger alles durch was er vorher auch mehr oder weniger versprochen hat. Extrem radikal und wird die Politikkultur weiter komplett aufweichen und extrem toxisch machen. Wenn jemand so erfolgreich ist, warum sollte das jemand anders machen?

Schwenk zu DE: siehe wie hier seit vielen Jahren mittlerweile mit Fake-News, die Trump erst groß gemacht hat, Wahlkampf und bewusste Wählertäuschung vorgenommen wird (bspw. bei der Migrationspolitik, Energiepolitik).

Diese Verrohung ist in DE in der Mitte angekommen und es gibt keine ordentliche Diskussionskultur mehr. Ruckzuck wird es "ideologisch" und man kann nicht mehr vernünftig diskutieren. Mojib Latif hat zuletzt bei Jung & Naiv noch was sehr spannendes gesagt: durch viele Fake-News und den Sozialen Medien gibt es mittlerweile eine ungesunde Wissenschaftsskepsis, was es extrem schwer macht, zu argumentieren.

Und diese Meinungsdiskussionen, die faktenfern sind, zerstören die Diskussionskultur.

Ehrlich gesagt wird mir mehr und mehr schlecht, wenn ich an die Zukunft denke.

• Wie sehr Amerika auf dem Weg gen Russland ist mit einer Art Oligarchie.
• Wie sehr Soziale Medien extrem manipulativ sein können.
• Wie sehr Europa sich innerlich auflöst.

Und abschließend: wir sehr rechte Strukturen mehr und mehr "normal" werden, sich verfestigen und in ganz Europa Oberhand gewinnen.

Ich bin Vater von einer Tochter (4 Jahre alt) und einem Sohn (3 Monate alt) und mache mir wirklich Sorgen für ihre Zukunft. Wir leben hier zwar in unserer Bubble in Wiesbaden, gut situiert, Family geht es gut, Freunden geht es gut. Jedoch ringsherum mehr oder weniger ein Brand nach dem anderen....

•     •     •

"Der natürliche Grundzustand des Fußballfans ist bittere Enttäuschung, egal wie es steht." - Nick Hornby (Fever Pitch)

Nur der BVB!
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#155
02.02.2025 - 10:07 Uhr
Ich hab gestern mit einem guten Freund, der aus Afghanistan stammt und kein Asylbewerber ist, gesprochen. Er findet die Handhabe des Deutschen Staates und die Abwicklung des Asylrechts in Deutschland nicht verständlich. Er bemängelt vor allem die fehlende (Planungs-)Sicherheit für die Asylbewerber und fordert schnellere Entscheidungen bezüglich endgültigem Aufenthaltsstatus (ok, du kannst bleiben oder Nö - keine Aussicht und gleich zurück). Die Leute hängen zu lange, teils 5, 6, 7 Jahre in der Luft und werden u.a. mit jährlichen Verlängerungen der Duldung abgespeist. Diese Aussichtslosigkeit demotiviert die Menschen extrem und treibt sie oft in radikale Hände.
Und da wären wir bei der Vertrauenswürdigkeit und der langfristigen Strategie der Politik die in den Vorposts angesprochen wurden. Es wird zu wenig auf Weitsicht gedacht. Viele Inhalte greifen nur noch Stimmungen, Meinungen und Gefühle auf um die Gunst des Wählers zu bekommen. Darin sehe ich schon länger die große Gefahr kommen, dass sich weitere Teile der Bevölkerung immer weiter in etwas verrennen, was für sie selbst einen enormen Abstieg in Punkte Wirtschaft, Sicherheit und gesellschaftlichem Zusammenleben bedeutet.
Wir haben hier ein sicheres Land (was nicht heißt, dass es sicherer werden sollte). Wir haben hier ein wirtschaftlich gesundes Land (was nicht heißt, dass noch mehr Menschen davon profitieren sollten). Wir haben hier ein weitgehend funktionierendes gesellschaftliches Miteinander (was nicht heißt, dass es noch mehr Unterstützung für den Nächsten geben sollte). Wenn ich die sozialen Medien betrachte sind sie wie ein Krebsgeschwür des Niedergangs. Alles und jeder wird schlecht gemacht, da anscheinend nurnoch negative Schlagzeilen und Übertreibungen (…-krise, Jahrhundertflut…) den Kunden noch emotionalisieren können. Das wissen anscheinend viele, lassen sich aber immer weiter vor den Karren spannen. Hape Kerkeling, den ich sehr schätze, hat kürzlich in einem Interview gesagt, dass er zwar optimistisch in die Zukunft schaut , sich aber um das gesellschaftliche Miteinander, den Umgangston… große Sorgen macht. Das dürfte mehreren Menschen so gehen und deshalb wäre es wünschenswert wenn sich diese Menschen nicht ändern und sich runterziehen lassen sondern die Menschen die Hass und Hetze verbreiten wieder einen Weg zurück ins Leben finden.

•     •     •

"Die Einstellung ist wichtiger als die Aufstellung.“ - Sammer

"Wer gut über Leute redet, dem geht es gut"

Für ein Netz ohne Hass!
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#156
02.02.2025 - 16:25 Uhr
Zitat von KiwiDenny
@Bumbewassazong ich kann 100% nachvollziehen was du schreibst und es kommt so, wie ich es vor vielen vielen Jahren schon mal in einem Politikbuch (Titel ist mir entfallen) gelesen habe.

Amerika lebt politisch etwas vor (wie damals bspw. die Personalisierung des Wahlkampfs) und Deutschland zieht in ca. 5 bis 10 Jahren nach.

Mit Trump wurde eine neue Politikkultur in Amerika "eingeführt": vorher gesetzte Normen wurden komplett eingerissen und "normal" immer weiter ausgehöhlt.

Das gipfelte für mich in Bidens Entscheidung der "preemptive pardons" kurz vor Ende seiner Zeit, was leider gezeigt hat, dass auch Demokraten auf diesem Feld nicht besser sind.

Trump ist in den letzten Tagen dabei noch mal viel krasser gewesen, zieht mittlerweile mehr oder weniger alles durch was er vorher auch mehr oder weniger versprochen hat. Extrem radikal und wird die Politikkultur weiter komplett aufweichen und extrem toxisch machen. Wenn jemand so erfolgreich ist, warum sollte das jemand anders machen?

Schwenk zu DE: siehe wie hier seit vielen Jahren mittlerweile mit Fake-News, die Trump erst groß gemacht hat, Wahlkampf und bewusste Wählertäuschung vorgenommen wird (bspw. bei der Migrationspolitik, Energiepolitik).

Diese Verrohung ist in DE in der Mitte angekommen und es gibt keine ordentliche Diskussionskultur mehr. Ruckzuck wird es "ideologisch" und man kann nicht mehr vernünftig diskutieren. Mojib Latif hat zuletzt bei Jung & Naiv noch was sehr spannendes gesagt: durch viele Fake-News und den Sozialen Medien gibt es mittlerweile eine ungesunde Wissenschaftsskepsis, was es extrem schwer macht, zu argumentieren.

Und diese Meinungsdiskussionen, die faktenfern sind, zerstören die Diskussionskultur.

Ehrlich gesagt wird mir mehr und mehr schlecht, wenn ich an die Zukunft denke.

• Wie sehr Amerika auf dem Weg gen Russland ist mit einer Art Oligarchie.
• Wie sehr Soziale Medien extrem manipulativ sein können.
• Wie sehr Europa sich innerlich auflöst.

Und abschließend: wir sehr rechte Strukturen mehr und mehr "normal" werden, sich verfestigen und in ganz Europa Oberhand gewinnen.

Ich bin Vater von einer Tochter (4 Jahre alt) und einem Sohn (3 Monate alt) und mache mir wirklich Sorgen für ihre Zukunft. Wir leben hier zwar in unserer Bubble in Wiesbaden, gut situiert, Family geht es gut, Freunden geht es gut. Jedoch ringsherum mehr oder weniger ein Brand nach dem anderen....


Trump und Co. brauchten einen massiven Nährboden der über Jahre gesät wurde um irgendwann mal da anzukommen wo die USA heute sind. Hat natürlich was mit Medien und Fakenews etc. zu tun. Die eigentliche Saat ist aber die Politikverdrossenheit in den USA. Die Politik war/ist nur noch korrupt und von Lobbyisten gelenkt, alles durch und durch kapitalistisch und für jedermann sichtbar mafiöse Strukturen. Soziale Ungleichheiten wurden in Rekordzeit immer krasser. Fahr mal nach L.A oder San Francisco. Tausende Obdachlose säumen die Straßen, und wir reden hier von der Mittelschicht! Erschreckend und jedes Jahr schlimmer. Obama war die vielleicht größte Enttäuschung weil die Erwartungshaltung so riesig war, vielleicht sogar für viele die letzte große Ernüchterung.

Es ist kein Zufall das ein Trump, der genau diese Politikelite gnadenlos vorgeführt und den Kampf angesagt hat, nun der Messias des "normalen Bürgers" und der gesamten Arbeiterklasse ist. In Deutschland passiert so langsam was ähnliches. Du hast ja recht, wir hängen wieder 5-10 Jahre hinterher bis wir uns angleichen. AFD, offener Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit ist heute schon gefährlich normal, verglichen mit vor 2015. Die Saat dafür sät aber allein unsere Politik indem man Leute wie Merkel, Scholz, Habeck oder Lindner ganz offen die Menschen veräppeln lassen und sich in ewigen Grabenkämpfen gegenseitig die Hosen runterziehen. Irgendwann weichen normal denkende Menschen auf ein Extrem aus um einen radikalen Wandel zu erzwingen. Und auf dem Weg sind wir. Wir reden immer über AFD, Weidel oder Trump. Aber die sind doch nur das Ergebnis dessen was die großen Parteien seit Jahren produzieren. Sorgen macht mir das auch und was du beschreibst bzgl. neuer Normalität dürfte heute leider schon irreversibel sein. Totales abstumpfen.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#157
02.02.2025 - 16:26 Uhr
Zitat von KiwiDenny

Schwenk zu DE: siehe wie hier seit vielen Jahren mittlerweile mit Fake-News, die Trump erst groß gemacht hat, Wahlkampf und bewusste Wählertäuschung vorgenommen wird (bspw. bei der Migrationspolitik, Energiepolitik).

Diese Verrohung ist in DE in der Mitte angekommen und es gibt keine ordentliche Diskussionskultur mehr. Ruckzuck wird es "ideologisch" und man kann nicht mehr vernünftig diskutieren. Mojib Latif hat zuletzt bei Jung & Naiv noch was sehr spannendes gesagt: durch viele Fake-News und den Sozialen Medien gibt es mittlerweile eine ungesunde Wissenschaftsskepsis, was es extrem schwer macht, zu argumentieren.

Und diese Meinungsdiskussionen, die faktenfern sind, zerstören die Diskussionskultur.


Ich finde die Beiträge zum Thema hier wirklich hochwertig und gut argumentiert. Ich kann bei fast allem uneingeschränkt mitgehen.

Ich möchte an der zitierten Stelle nochmal einhaken, weil ich da ein Thema sehe, dass auch auf der Seite der intelektuellen Fraktion Kritik angebracht ist.

Ich finde, dass es sehr wohl noch Diskussionskultur gibt und erkenne sie nicht nur hier in der Kirsche, sondern auch auf politischer Ebene. Man muss sie leider mehr suchen als mir lieb ist und sie wird von starken ungesunden Tendenzen konterkariert. Aber sie ist da und es gibt genug Leute, die sie weiter hoch halten.

Was ich immer schwierig finde: wenn Leute eine sachliche, faktenbasierte Diskussion fordern, die frei von Ideologie oder Emotionalität sein soll.
Ich bezweifle, dass es sowas überhaupt gibt und man in Diskussionen vor allem beobachten kann, dass es Unterschiede darin gibt, wie gut die eigene Ideologie und Emotionalität versteckt werden kann.
Vor allem aber entfernt man mit diesem Anspruch nach so etwas wie "Objektivität" von vornherein extrem viele Menschen aus der Diskussionskultur.
Da darf sich dann mE auch jeder mal fragen, wie elitär man sich dabei fühlt bzw. ob dieses Abheben vielleicht auch mit persönlichen Motiven zu tun hat.

Ich stimme auf jeden Fall zu, dass zu einer guten Diskussion immer Fakten und ein wissenschaftlicher Ansatz dazugehören. Aber das darf mMn nicht dazu führen, dass man Meinungen und die dahintersteckenden Emotionen diskriminiert, nur weil sie nicht ausreichend auf Inhalten fußen - so unangenehm das manchmal auch sein mag.

Einer Person, die Fake News glaubt, kommt man nicht bei, indem man immer wieder darauf verweist, wie gelogen solche News sind. Man muss die dahinterliegenden Emotionen adressieren...
Gerade im politischen Diskurs wäre das mMn ein Weg gegen die sich verschlechternde Stimmung, wenn man diese Emotionen gegenüber radikalen Tendenzen offenlegt ("Sie bedienen damit Zukunftsängste bei den Bürgern und diese müssen wir ernst nehmen. Aber ihr Vorschlag kommt wie der wütende Reflex eines Kindes daher"+Sachargumente...)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Holzschuh85 am 02.02.2025 um 16:28 Uhr bearbeitet
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#158
03.02.2025 - 15:04 Uhr
Zitat von Holzschuh85

Ich stimme auf jeden Fall zu, dass zu einer guten Diskussion immer Fakten und ein wissenschaftlicher Ansatz dazugehören. Aber das darf mMn nicht dazu führen, dass man Meinungen und die dahintersteckenden Emotionen diskriminiert, nur weil sie nicht ausreichend auf Inhalten fußen - so unangenehm das manchmal auch sein mag.

Einer Person, die Fake News glaubt, kommt man nicht bei, indem man immer wieder darauf verweist, wie gelogen solche News sind. Man muss die dahinterliegenden Emotionen adressieren...
Gerade im politischen Diskurs wäre das mMn ein Weg gegen die sich verschlechternde Stimmung, wenn man diese Emotionen gegenüber radikalen Tendenzen offenlegt ("Sie bedienen damit Zukunftsängste bei den Bürgern und diese müssen wir ernst nehmen. Aber ihr Vorschlag kommt wie der wütende Reflex eines Kindes daher"+Sachargumente...)


Das Problem ist halt schonmal, dass wir alle unser Wording von den Medien und Parteien vorgekaut bekommen, denen wir am ehesten zugeneigt sind und dieses ohne zu hinterfragen in unserem Sprachschatz und Meinungsbildung 1:1 so übernehmen. Rechts wie links und auch die restliche vermeintliche Mitte.

So kann ich in steter Regelmäßigkeit beobachten, dass Fake News immer dann stattfinden, wenn sie die andere Seite vortragen. Wissenschaftlicher Ansatz ist dann das, was am Besten zum eigenen Meinungsbild passt, weil es ja wissenschaftlich bestätigt ist und sich damit eine weitere Diskussion erübrigt. Auch Studien, die zur eigenen Bubble passen werden gerne bemüht und als die einzig große Wahrheit anerkannt.

Ob Klima, Migration oder Wirtschaft - Ich kann in JEDER Diskussion "Fakten" nehmen und diese so zusammenbasteln, dass sie genau das bekräftigen, was ich denke. Es finden sich zu jeder Meinung Experten im medialen und politischen Raum, die ich übernehmen kann.

Seit Jahren etwa, versuche ich mich an das Thema "Energie" anzunähern.
Die Linken erklären mir dann, wie sinnvoll es ist, auf Wind und Sonne zu setzen und die Rechten entgegnen, dass allein das nicht ausreiche. Die Linken erklären, man bräuche doch nur Speicher und eine effizientere Energiewirtschaft damit aus Primärenergie am meisten Endenergie bei rumkommt. Die Rechten entgegnen, das ist auf absehbare Zeit nicht möglich, wir hätten die Atomkraft nie abschalten dürfen. Linke erklären, Atomkraft sei gefährlich und teuer, Rechte entgegnen, es sei aber die bessere Lösung für CO2 neutrale Stromerzeugung als z.B. die Kohle, die wir verfeuern. Linke kleben sich auf Straßen und nerven das arbeitende Volk, Rechte wollen bereits gebaute Windkrafträder abreißen lassen.

Alles Kindergartenscheiße, sorry für die Ausdrucksweise.

Es ist für mich nicht realistisch, eine Mauer um Deutschland zu ziehen und zig Tausende Beamte rund um die Uhr unsere Grenzen bewachen zu lassen. Völlig utopisch, wenn man das glaubt. Genauso naiv ist es für mich, zu glauben, es gäbe keine migrationspolitischen Folgen und Probleme und wir könnten einfach genau so weiter machen wie bisher. Politik im Jahr 2025 ist für mich 90% parteieigene Ideologie und nur wenig Vernunft und Pragmatismus. Und niemand von euch sollte mit dem Finger auf die Anderen zeigen und sagen "Genau das ist das Problem von denen". Nein, denn es ist auch genauso euer Problem, nur fällt es euch nicht auf, weil ihr glaubt, richtig zu liegen.

Ich finde, man kann vom "gemeinen Volk" kaum erwarten, sachlich und differenziert an politische Themen heranzugehen, wenn sie von unseren Berufs-Politikern im Bundestag einen solchen Affenzirkus wie u.a. letzte Woche serviert bekommen. Durch die Bank. Jede einzelne Partei.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#159
03.02.2025 - 18:50 Uhr
Bei uns in der Nähe, ein paar Ortschaften weiter, wurden heute Früh (oder gestern Abend, zumindest stammen die Fotos von heute Morgen) Leintücher mit Hakenkreuzen drauf aus den Fenstern eines Hauses an einem Marktplatz gehängt. Da fällt einem bald nichts mehr ein…

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"Die Einstellung ist wichtiger als die Aufstellung.“ - Sammer

"Wer gut über Leute redet, dem geht es gut"

Für ein Netz ohne Hass!
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#160
03.02.2025 - 19:41 Uhr
Deadline Day und Transfermarkt Server, eine Never Ending Story.

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