Freiburger Fankultur
04.11.2009 - 13:48 Uhr
28.10.2025 - 15:59 Uhr
Zitat von Badisch
Was mir eben besonders fehlt, sind Lieder oder Momente, bei denen wirklich das ganze Stadion mitzieht – wie bei Union oder Frankfurt. Diese Gänsehaut-Momente, wenn Sitz- und Stehplätze gemeinsam singen, sind bei uns fast gar nicht mehr da. Stattdessen wirkt es, als würden zwei Gruppen nebeneinander existieren: die Ultras mit ihrem Dauerprogramm, und der Rest, der entweder nur zuhört oder sich zurückzieht.
Das ist schade, weil der Fußball doch eigentlich verbinden sollte. Der 20-Jährige neben dem 65-Jährigen, beide feiern dasselbe Tor, singen denselben Song – das ist für mich die Magie, die gerade ein bisschen verloren gegangen ist. Vielleicht braucht’s wieder mehr Offenheit von beiden Seiten: dass die Ultras etwas mehr Raum für spontane Stimmung geben, und dass die restlichen Fans sich vielleicht auch wieder etwas aktiver trauen, selbst was anzustimmen.
Leicht ist das sicher nicht – aber wenn man den Anspruch hat, in Freiburg weiterhin diese besondere Fan-Kultur zu leben, dann sollte man genau da ansetzen. Ein bisschen weniger Kontrolle, ein bisschen mehr Herz – das würde der Kurve, finde ich, richtig guttun.
Was mir eben besonders fehlt, sind Lieder oder Momente, bei denen wirklich das ganze Stadion mitzieht – wie bei Union oder Frankfurt. Diese Gänsehaut-Momente, wenn Sitz- und Stehplätze gemeinsam singen, sind bei uns fast gar nicht mehr da. Stattdessen wirkt es, als würden zwei Gruppen nebeneinander existieren: die Ultras mit ihrem Dauerprogramm, und der Rest, der entweder nur zuhört oder sich zurückzieht.
Das ist schade, weil der Fußball doch eigentlich verbinden sollte. Der 20-Jährige neben dem 65-Jährigen, beide feiern dasselbe Tor, singen denselben Song – das ist für mich die Magie, die gerade ein bisschen verloren gegangen ist. Vielleicht braucht’s wieder mehr Offenheit von beiden Seiten: dass die Ultras etwas mehr Raum für spontane Stimmung geben, und dass die restlichen Fans sich vielleicht auch wieder etwas aktiver trauen, selbst was anzustimmen.
Leicht ist das sicher nicht – aber wenn man den Anspruch hat, in Freiburg weiterhin diese besondere Fan-Kultur zu leben, dann sollte man genau da ansetzen. Ein bisschen weniger Kontrolle, ein bisschen mehr Herz – das würde der Kurve, finde ich, richtig guttun.
Sicherlich könnte man von der Süd aus das Stadion mehr einbeziehen, aber ganz ehrlich, von den Sitzplätzen hat doch wirklich nur ein Bruchteil wirklich Lust was zu singen oder anzufeuern.
Erst mal steht es jedem frei, bei jedem Lied mit einzustimmen, dass nicht jeder Gelegenheitsstadiongänger alle Lieder mitsingen kann/will geschenkt, aber die Anzahl der Sitzer, die bei "Auf gehts Freiburg schieß ein Tor" mitgehen ist genauso groß, wie die Anzahl bei einem komplizierten 12-zeiler, genau 0. Es wird doch maximal mitgklatscht, zum Teil wird nicht mal mehr aufgestanden, wenn man z.B. für einen Wechselgesang dazu animiert wird. Und ja, hier im Forum lässt man sich ungerne etwas von diesen zündelnden Verbrechern vorschreiben, aber dann muss man sich auch nicht beschweren, dass man nicht mit einbezogen wird.
Das wird man hier evtl. nicht hören wollen, aber das Publikum in den angesprochenen Standorten (Berlin/ Frankfurt) ist einfach wesentlich Ultraorientierter als in Freiburg. Ich meine mir kann keiner erzählen, dass Ultras Frankfurt, die brandschatzend und prügelnd durch ganz Europa ziehen, regelmäßig andere Fans angreifen und Stadien abfackeln so viel offener für andere Fankulturen und andere Meinungen sind, als hier in Freiburg.
28.10.2025 - 20:15 Uhr
Ich möchte meinen Vorrednern zustimmen. Einfach komplett verloren gegangen ist der Spielbezug im Support. Eigentlich geht man ja ins Stadion, weil man eben nicht weiß, wie das Spiel ausgeht und was einen erwartet. Aber der ultrageprägte Support ist einfach immer nur ein Abspulen des Immergleichen. Und das ist dann auf Dauer doch ziemlich langweilig, selbst wenn manche Lieder schöne Melodien haben.
Den fehlenden Spielbezug merkt man auch in den Texten der Lieder, die in den letzten 5-10 Jahren dazugekommen sind. Eigentlich drehen sie sich nur noch um die eigene Rolle als Fan: „für uns kein Weg zu weit“, wir sind immer für dich da, „das ganze Stadion singt für dich“… und kaum noch Lieder, welche die Mannschaft direkt anfeuern: „Auf geht‘s Freiburg, schießt ein Tor…“
Ich fände es sogar stimmungsvoller, wenn mal 5 Minuten aus Frustration die Kurve verstummt, um dann nach einem guten Angriff wieder umso lauter zurückzukommen, als dieses permanent-montone Lalalalala.
Ich glaube das würde auch dazu führen, dass es mehr Menschen motivieren würde mitzumachen.
Und ich glaube auch: Wenn die Ultras nicht im Stadion wären, wäre erstmal sehr schlechte Stimmung, weil wir anderen Fans es einfach verlernt haben, einen anderen Support zu leisten. Aber mit der Zeit würden sich vielleicht neue Formen etablieren.
Den fehlenden Spielbezug merkt man auch in den Texten der Lieder, die in den letzten 5-10 Jahren dazugekommen sind. Eigentlich drehen sie sich nur noch um die eigene Rolle als Fan: „für uns kein Weg zu weit“, wir sind immer für dich da, „das ganze Stadion singt für dich“… und kaum noch Lieder, welche die Mannschaft direkt anfeuern: „Auf geht‘s Freiburg, schießt ein Tor…“
Ich fände es sogar stimmungsvoller, wenn mal 5 Minuten aus Frustration die Kurve verstummt, um dann nach einem guten Angriff wieder umso lauter zurückzukommen, als dieses permanent-montone Lalalalala.
Ich glaube das würde auch dazu führen, dass es mehr Menschen motivieren würde mitzumachen.
Und ich glaube auch: Wenn die Ultras nicht im Stadion wären, wäre erstmal sehr schlechte Stimmung, weil wir anderen Fans es einfach verlernt haben, einen anderen Support zu leisten. Aber mit der Zeit würden sich vielleicht neue Formen etablieren.
28.10.2025 - 20:26 Uhr
Die Thematik des spielbezogenen Supports (für mich eher die Mär) zieht sich ja hier in aller Regelmäßigkeit als mit der zentralste Kritikpunkt der Art, wie derzeit die Stimmung erzeugt wird, durch.
Leider bleibt bis heute ein Erklärungsansätz aus, wie sich denn ein solcher darstellen würde. Man liest hier nur: "immer das gleiche, null Bezug zum Spiel.".
Ja was ist denn ein spielbezogener Support ? Bin gespannt
)
Leider bleibt bis heute ein Erklärungsansätz aus, wie sich denn ein solcher darstellen würde. Man liest hier nur: "immer das gleiche, null Bezug zum Spiel.".
Ja was ist denn ein spielbezogener Support ? Bin gespannt
)Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mr_Moe am 28.10.2025 um 20:33 Uhr bearbeitet
28.10.2025 - 20:44 Uhr
Ich sag ja nicht, dass es früher super war, aber die Entkoppelung hat dennoch zugenommen.
Was es früher mehr gab:
- Torwart wird für Parade gefeiert.
- Reaktion auf eigene Torchance. (Heja, Heja, SCF)
- „Kämpfen Freiburg, Kämpfen“, wenn das Team zu passiv wurde.
- Bei Gegentor kurze Pause, dann ein lautes „Auf geht‘s Freiburg kämpfen und siegen“.
- Auf Druckphase der Mannschaft mit „Steht auf, wenn ihr Freiburg seid“ reagieren.
- „Oh wie ist das schön..“, „einer geht noch rein“ bei hoher Führung (Sind jetzt eher lahme Gesänge, aber man könnte ja was anlassbezogenes schöneres erfinden.)
Oder auch bezogen auf die aktuelle Situation in der Tabelle. So hat die Männer-Mannschaft gerade 8 Spiele in Folge nicht verloren, aber darauf wurde auch nicht eingegangen von Seiten der Kurve, soweit ich weiß. (Gab mal den Gesang: „Keiner wird es wagen, unsern SCF zu schlagen“)
Aber ich sag ja auch nicht, dass es früher so toll war. So gab es früher mehr vulgäre Beschimpfungen des Schiedsrichters. Andererseits fände ich eine kreative Reaktion auf fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen durchaus angemessen und eben stimmungsvoller und spielbezogen.
Und eben mal auch Pausen zulassen, wenn gerade die Luft raus ist. Das ist doch authentisch für die Stimmung als immer auf einem Level alles durchzusingen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Dewey2000 am 28.10.2025 um 20:53 Uhr bearbeitet
29.10.2025 - 14:14 Uhr
Hi zusammen,
im Rahmen meiner Masterarbeit untersuche ich, wie wichtig die 50+1-Regel für Fußballfans in Deutschland ist und wie hoch ihre Zahlungsbereitschaft für deren Erhalt wäre. Dafür führe ich eine kurze Online-Umfrage (ca. 5 Minuten) durch, die sich direkt an Fußballfans richtet.
Hier geht’s zur Umfrage:
👉 https://forms.gle/vEx7PJvF384dfFAX8
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr teilnehmt.
Vielen Dank für eure Unterstützung! ⚽️
im Rahmen meiner Masterarbeit untersuche ich, wie wichtig die 50+1-Regel für Fußballfans in Deutschland ist und wie hoch ihre Zahlungsbereitschaft für deren Erhalt wäre. Dafür führe ich eine kurze Online-Umfrage (ca. 5 Minuten) durch, die sich direkt an Fußballfans richtet.
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Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr teilnehmt.
Vielen Dank für eure Unterstützung! ⚽️
30.10.2025 - 00:15 Uhr
Zitat von Dewey2000
Ich sag ja nicht, dass es früher super war, aber die Entkoppelung hat dennoch zugenommen.
Was es früher mehr gab:
- Torwart wird für Parade gefeiert.
- Reaktion auf eigene Torchance. (Heja, Heja, SCF)
- „Kämpfen Freiburg, Kämpfen“, wenn das Team zu passiv wurde.
- Bei Gegentor kurze Pause, dann ein lautes „Auf geht‘s Freiburg kämpfen und siegen“.
- Auf Druckphase der Mannschaft mit „Steht auf, wenn ihr Freiburg seid“ reagieren.
- „Oh wie ist das schön..“, „einer geht noch rein“ bei hoher Führung (Sind jetzt eher lahme Gesänge, aber man könnte ja was anlassbezogenes schöneres erfinden.)
Oder auch bezogen auf die aktuelle Situation in der Tabelle. So hat die Männer-Mannschaft gerade 8 Spiele in Folge nicht verloren, aber darauf wurde auch nicht eingegangen von Seiten der Kurve, soweit ich weiß. (Gab mal den Gesang: „Keiner wird es wagen, unsern SCF zu schlagen“)
Aber ich sag ja auch nicht, dass es früher so toll war. So gab es früher mehr vulgäre Beschimpfungen des Schiedsrichters. Andererseits fände ich eine kreative Reaktion auf fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen durchaus angemessen und eben stimmungsvoller und spielbezogen.
Und eben mal auch Pausen zulassen, wenn gerade die Luft raus ist. Das ist doch authentisch für die Stimmung als immer auf einem Level alles durchzusingen.
Ich sag ja nicht, dass es früher super war, aber die Entkoppelung hat dennoch zugenommen.
Was es früher mehr gab:
- Torwart wird für Parade gefeiert.
- Reaktion auf eigene Torchance. (Heja, Heja, SCF)
- „Kämpfen Freiburg, Kämpfen“, wenn das Team zu passiv wurde.
- Bei Gegentor kurze Pause, dann ein lautes „Auf geht‘s Freiburg kämpfen und siegen“.
- Auf Druckphase der Mannschaft mit „Steht auf, wenn ihr Freiburg seid“ reagieren.
- „Oh wie ist das schön..“, „einer geht noch rein“ bei hoher Führung (Sind jetzt eher lahme Gesänge, aber man könnte ja was anlassbezogenes schöneres erfinden.)
Oder auch bezogen auf die aktuelle Situation in der Tabelle. So hat die Männer-Mannschaft gerade 8 Spiele in Folge nicht verloren, aber darauf wurde auch nicht eingegangen von Seiten der Kurve, soweit ich weiß. (Gab mal den Gesang: „Keiner wird es wagen, unsern SCF zu schlagen“)
Aber ich sag ja auch nicht, dass es früher so toll war. So gab es früher mehr vulgäre Beschimpfungen des Schiedsrichters. Andererseits fände ich eine kreative Reaktion auf fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen durchaus angemessen und eben stimmungsvoller und spielbezogen.
Und eben mal auch Pausen zulassen, wenn gerade die Luft raus ist. Das ist doch authentisch für die Stimmung als immer auf einem Level alles durchzusingen.
Ich kann den Wunsch nach spielbezogenerem Support schon nachvollziehen, aber zunächst zu deinen Punkten:
Was es früher mehr gab:
- Torwart wird für Parade gefeiert. --- gibt es auch heute, Atu Sprechchöre werden nach solchen Szenen ebenfalls zelebriert.
- Reaktion auf eigene Torchance. (Heja, Heja, SCF) -- hier gebe ich dir recht
- „Kämpfen Freiburg, Kämpfen“, wenn das Team zu passiv wurde. -- Come On, wenn die Kurve das singt, wird sie damit selbst lethargisch. Davon schläft jeder ein.
- Bei Gegentor kurze Pause, dann ein lautes „Auf geht‘s Freiburg kämpfen und siegen“. -- wird bis heute immer angewendet
- Auf Druckphase der Mannschaft mit „Steht auf, wenn ihr Freiburg seid“ reagieren. -- gehe ich mit
- „Oh wie ist das schön..“, „einer geht noch rein“ bei hoher Führung (Sind jetzt eher lahme Gesänge, aber man könnte ja was anlassbezogenes schöneres erfinden.) -- auch hier gehe ich mit "Oh wie ist das schön" ist absoluter nonsens.
In deinem Text wünscht du dir, dass die Serie von acht Spielen ohne Niederlage mehr zelebriert wird. Sowas wird in gewisser weise schon auch zelebriert, aber bitte nicht falsch verstehen. Acht Spiele ohne Niederlage. Fine, völlig solide, aber halt auch mal vier Spiele in Serie unentschieden. Alles super, aber sollte man in diesem Kontext auch nicht höher hängen als es ist. Zusätzlich verwässert eine wettbewerbsübergreifende Betrachtung ganz schön.
Natürlich sieht ein Vorsänger nur einen Bruchteil des Spiels und kann dementsprechend oft auch nicht schnell genug reagieren. In diesem Fall ist es Aufgabe der Kurve das zu signalisieren und Aufgabe des Vorsängers ein Auge auf das, was aus der Kurve kommt zu werfen und eben das aufzugreifen. Kommt durchaus vor, aber insgesamt zu wenig.
Krasses Negativbeispiel war für mich am Sonntag in Lev, als von unten nach dem 2:0 eigentlich nur noch dinger "Konto überzogen.." und "Weinberg und Wald.." lief. Das hatte krass was von komm, wir geben einfach auf...
Grundsätzlich betrachtet ist es aber ganz solide. Es gibt aber auch Kurven (ich könnte auf anhieb 2 nennen) bei denen dich der Vorsänger animiert in strittigen Situationen oder Ecken des Gegners lauter zu pfeifen. Da stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf. Hochgradig peinlich
30.10.2025 - 10:05 Uhr
Die Kunst im Support ist es m.E. nicht, Stimmung zu erzeugen, wenn etwas positives auf dem Feld passiert. Das sollte bei emotional mitgehenden Menschen (von denen es aus meiner Sicht in der Freiburger Fanbasis massiv weniger gibt als an anderen Standorten) von selbst etwas auslösen. Dass man sich bei einer entstehenden Torchance aus dem Sitz reißt (sofern man sitzt), dass man nach einer Torchance gestikuliert, schreit, keine Ahnung, solche Sachen. Das lässt sich nicht von einzelnen Personen "anheizen".
Im Gegensatz zu den Beobachtungen der meisten anderen hier sehe ich eine emotionale visuelle Reaktion auf das Spielgeschehen bei Heimspielen fast ausschließlich in den vorderen Reihen der Südtribüne Mitte. Beim restlichen Stadion darf man froh sein, wenn man sich mal beim Tor vom Platz erhebt.
Aber egal, ich meinte ja, bei positiven Impulsen auf dem Feld sollte eine Reaktion des Publikums eigentlich selbstverständlich sein. Dazu stehe ich.
Was ist die Kunst? Stimmung zu erzeugen, wenn es nicht läuft. Und das ist das, was ich an dieser Diskussion "spielbezogener Support" so seltsam finde. Die wenigsten Spiele sind von sich aus mitreißend. Meistens viel Geplätscher, oft auch mal ein Rückstand. Ich kann euch genau sagen, wie da "spielbezogener Support" ohne organisierte Stimmung aussehen würde: Stille, vielleicht mal Rumgenöhle, da und dort ein Pfiff und bestenfalls 5x in Folge Anstimmen des immer gleichen Fangesangs, der nach zwei Durchgängen wieder verpufft.
Ganz ehrlich? Ohne mich. Dafür brauche ich nicht ins Stadion gehen, dann kann ich Fernsehen.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass die Freiburger Fanszene es toll hinkriegen würde, bei Rückstand nen mitreißenden Support auf die Beine zu stellen. Teils selbst gewählt (siehe Sparschwein und Weinberg und Wald Gesänge bei Rückstand), teils dem allgemeinen Publikum geschuldet, das in Freiburg im bundesweiten Vergleich schlichtweg unemotional ist. Und ja, ich maße mir an, das einschätzen zu können.
Trotzdem ist es für mich ein unschätzbarer Wert, ins Stadion gehen zu können und zu wissen, auch bei einem Kackspiel oder bei Rückstand meinen Spaß haben zu können, weil ich in einem Block stehen kann, in dem Bewegung herrscht, in dem angefeuert wird, in dem so was wie Leidenschaft herrscht. Das kann hier niemand den Leuten da ernsthaft absprechen. Das ist das, was mich ins Stadion zieht.
Zur Halbzeit 0:5 in Wolfsburg zurückliegen (hallo, Januar 2023) und trotzdem eine geile zweite Halbzeit erleben, weil der Block halt eine "Scheiß drauf, wir ziehen durch"-Mentalität entwickelt, maßgeblich getrieben von der aktiven Fanszene. Ein Beispiel, von denen ich viele nennen könnte.
Irgendwo oben hatte ein User mal Beispiele für Schlachtrufe o.ä. genannt für spielbezogenen Support. Da war genau einer dabei, der sich auf eine Situation bezieht, in der es im Spiel schlecht läuft. Support ist für mich nicht nur zum Honorieren guter Leistungen da, sondern zum pushen eines Teams, GERADE wenn es auf dem Platz schwierig ist. Einen Impuls setzen. So gering der Einfluss der Ränge mittlerweile auch sein mag. Also eine proaktive Rolle einnehmen. Spielbezogener Support ist für mich rein reaktiv und passiv. Wie gesagt: Kann ich auch vorm Fernseher, dafür muss ich mich nicht bei 3 Grad im Januar ins Stadion hocken.
Im Gegensatz zu den Beobachtungen der meisten anderen hier sehe ich eine emotionale visuelle Reaktion auf das Spielgeschehen bei Heimspielen fast ausschließlich in den vorderen Reihen der Südtribüne Mitte. Beim restlichen Stadion darf man froh sein, wenn man sich mal beim Tor vom Platz erhebt.
Aber egal, ich meinte ja, bei positiven Impulsen auf dem Feld sollte eine Reaktion des Publikums eigentlich selbstverständlich sein. Dazu stehe ich.
Was ist die Kunst? Stimmung zu erzeugen, wenn es nicht läuft. Und das ist das, was ich an dieser Diskussion "spielbezogener Support" so seltsam finde. Die wenigsten Spiele sind von sich aus mitreißend. Meistens viel Geplätscher, oft auch mal ein Rückstand. Ich kann euch genau sagen, wie da "spielbezogener Support" ohne organisierte Stimmung aussehen würde: Stille, vielleicht mal Rumgenöhle, da und dort ein Pfiff und bestenfalls 5x in Folge Anstimmen des immer gleichen Fangesangs, der nach zwei Durchgängen wieder verpufft.
Ganz ehrlich? Ohne mich. Dafür brauche ich nicht ins Stadion gehen, dann kann ich Fernsehen.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass die Freiburger Fanszene es toll hinkriegen würde, bei Rückstand nen mitreißenden Support auf die Beine zu stellen. Teils selbst gewählt (siehe Sparschwein und Weinberg und Wald Gesänge bei Rückstand), teils dem allgemeinen Publikum geschuldet, das in Freiburg im bundesweiten Vergleich schlichtweg unemotional ist. Und ja, ich maße mir an, das einschätzen zu können.
Trotzdem ist es für mich ein unschätzbarer Wert, ins Stadion gehen zu können und zu wissen, auch bei einem Kackspiel oder bei Rückstand meinen Spaß haben zu können, weil ich in einem Block stehen kann, in dem Bewegung herrscht, in dem angefeuert wird, in dem so was wie Leidenschaft herrscht. Das kann hier niemand den Leuten da ernsthaft absprechen. Das ist das, was mich ins Stadion zieht.
Zur Halbzeit 0:5 in Wolfsburg zurückliegen (hallo, Januar 2023) und trotzdem eine geile zweite Halbzeit erleben, weil der Block halt eine "Scheiß drauf, wir ziehen durch"-Mentalität entwickelt, maßgeblich getrieben von der aktiven Fanszene. Ein Beispiel, von denen ich viele nennen könnte.
Irgendwo oben hatte ein User mal Beispiele für Schlachtrufe o.ä. genannt für spielbezogenen Support. Da war genau einer dabei, der sich auf eine Situation bezieht, in der es im Spiel schlecht läuft. Support ist für mich nicht nur zum Honorieren guter Leistungen da, sondern zum pushen eines Teams, GERADE wenn es auf dem Platz schwierig ist. Einen Impuls setzen. So gering der Einfluss der Ränge mittlerweile auch sein mag. Also eine proaktive Rolle einnehmen. Spielbezogener Support ist für mich rein reaktiv und passiv. Wie gesagt: Kann ich auch vorm Fernseher, dafür muss ich mich nicht bei 3 Grad im Januar ins Stadion hocken.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Konstanz am 30.10.2025 um 10:07 Uhr bearbeitet
30.10.2025 - 12:11 Uhr
Zitat von Konstanz
Die Kunst im Support ist es m.E. nicht, Stimmung zu erzeugen, wenn etwas positives auf dem Feld passiert. Das sollte bei emotional mitgehenden Menschen (von denen es aus meiner Sicht in der Freiburger Fanbasis massiv weniger gibt als an anderen Standorten) von selbst etwas auslösen. Dass man sich bei einer entstehenden Torchance aus dem Sitz reißt (sofern man sitzt), dass man nach einer Torchance gestikuliert, schreit, keine Ahnung, solche Sachen. Das lässt sich nicht von einzelnen Personen "anheizen".
Im Gegensatz zu den Beobachtungen der meisten anderen hier sehe ich eine emotionale visuelle Reaktion auf das Spielgeschehen bei Heimspielen fast ausschließlich in den vorderen Reihen der Südtribüne Mitte. Beim restlichen Stadion darf man froh sein, wenn man sich mal beim Tor vom Platz erhebt.
Aber egal, ich meinte ja, bei positiven Impulsen auf dem Feld sollte eine Reaktion des Publikums eigentlich selbstverständlich sein. Dazu stehe ich.
Was ist die Kunst? Stimmung zu erzeugen, wenn es nicht läuft. Und das ist das, was ich an dieser Diskussion "spielbezogener Support" so seltsam finde. Die wenigsten Spiele sind von sich aus mitreißend. Meistens viel Geplätscher, oft auch mal ein Rückstand. Ich kann euch genau sagen, wie da "spielbezogener Support" ohne organisierte Stimmung aussehen würde: Stille, vielleicht mal Rumgenöhle, da und dort ein Pfiff und bestenfalls 5x in Folge Anstimmen des immer gleichen Fangesangs, der nach zwei Durchgängen wieder verpufft.
Ganz ehrlich? Ohne mich. Dafür brauche ich nicht ins Stadion gehen, dann kann ich Fernsehen.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass die Freiburger Fanszene es toll hinkriegen würde, bei Rückstand nen mitreißenden Support auf die Beine zu stellen. Teils selbst gewählt (siehe Sparschwein und Weinberg und Wald Gesänge bei Rückstand), teils dem allgemeinen Publikum geschuldet, das in Freiburg im bundesweiten Vergleich schlichtweg unemotional ist. Und ja, ich maße mir an, das einschätzen zu können.
Trotzdem ist es für mich ein unschätzbarer Wert, ins Stadion gehen zu können und zu wissen, auch bei einem Kackspiel oder bei Rückstand meinen Spaß haben zu können, weil ich in einem Block stehen kann, in dem Bewegung herrscht, in dem angefeuert wird, in dem so was wie Leidenschaft herrscht. Das kann hier niemand den Leuten da ernsthaft absprechen. Das ist das, was mich ins Stadion zieht.
Zur Halbzeit 0:5 in Wolfsburg zurückliegen (hallo, Januar 2023) und trotzdem eine geile zweite Halbzeit erleben, weil der Block halt eine "Scheiß drauf, wir ziehen durch"-Mentalität entwickelt, maßgeblich getrieben von der aktiven Fanszene. Ein Beispiel, von denen ich viele nennen könnte.
Irgendwo oben hatte ein User mal Beispiele für Schlachtrufe o.ä. genannt für spielbezogenen Support. Da war genau einer dabei, der sich auf eine Situation bezieht, in der es im Spiel schlecht läuft. Support ist für mich nicht nur zum Honorieren guter Leistungen da, sondern zum pushen eines Teams, GERADE wenn es auf dem Platz schwierig ist. Einen Impuls setzen. So gering der Einfluss der Ränge mittlerweile auch sein mag. Also eine proaktive Rolle einnehmen. Spielbezogener Support ist für mich rein reaktiv und passiv. Wie gesagt: Kann ich auch vorm Fernseher, dafür muss ich mich nicht bei 3 Grad im Januar ins Stadion hocken.
Die Kunst im Support ist es m.E. nicht, Stimmung zu erzeugen, wenn etwas positives auf dem Feld passiert. Das sollte bei emotional mitgehenden Menschen (von denen es aus meiner Sicht in der Freiburger Fanbasis massiv weniger gibt als an anderen Standorten) von selbst etwas auslösen. Dass man sich bei einer entstehenden Torchance aus dem Sitz reißt (sofern man sitzt), dass man nach einer Torchance gestikuliert, schreit, keine Ahnung, solche Sachen. Das lässt sich nicht von einzelnen Personen "anheizen".
Im Gegensatz zu den Beobachtungen der meisten anderen hier sehe ich eine emotionale visuelle Reaktion auf das Spielgeschehen bei Heimspielen fast ausschließlich in den vorderen Reihen der Südtribüne Mitte. Beim restlichen Stadion darf man froh sein, wenn man sich mal beim Tor vom Platz erhebt.
Aber egal, ich meinte ja, bei positiven Impulsen auf dem Feld sollte eine Reaktion des Publikums eigentlich selbstverständlich sein. Dazu stehe ich.
Was ist die Kunst? Stimmung zu erzeugen, wenn es nicht läuft. Und das ist das, was ich an dieser Diskussion "spielbezogener Support" so seltsam finde. Die wenigsten Spiele sind von sich aus mitreißend. Meistens viel Geplätscher, oft auch mal ein Rückstand. Ich kann euch genau sagen, wie da "spielbezogener Support" ohne organisierte Stimmung aussehen würde: Stille, vielleicht mal Rumgenöhle, da und dort ein Pfiff und bestenfalls 5x in Folge Anstimmen des immer gleichen Fangesangs, der nach zwei Durchgängen wieder verpufft.
Ganz ehrlich? Ohne mich. Dafür brauche ich nicht ins Stadion gehen, dann kann ich Fernsehen.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass die Freiburger Fanszene es toll hinkriegen würde, bei Rückstand nen mitreißenden Support auf die Beine zu stellen. Teils selbst gewählt (siehe Sparschwein und Weinberg und Wald Gesänge bei Rückstand), teils dem allgemeinen Publikum geschuldet, das in Freiburg im bundesweiten Vergleich schlichtweg unemotional ist. Und ja, ich maße mir an, das einschätzen zu können.
Trotzdem ist es für mich ein unschätzbarer Wert, ins Stadion gehen zu können und zu wissen, auch bei einem Kackspiel oder bei Rückstand meinen Spaß haben zu können, weil ich in einem Block stehen kann, in dem Bewegung herrscht, in dem angefeuert wird, in dem so was wie Leidenschaft herrscht. Das kann hier niemand den Leuten da ernsthaft absprechen. Das ist das, was mich ins Stadion zieht.
Zur Halbzeit 0:5 in Wolfsburg zurückliegen (hallo, Januar 2023) und trotzdem eine geile zweite Halbzeit erleben, weil der Block halt eine "Scheiß drauf, wir ziehen durch"-Mentalität entwickelt, maßgeblich getrieben von der aktiven Fanszene. Ein Beispiel, von denen ich viele nennen könnte.
Irgendwo oben hatte ein User mal Beispiele für Schlachtrufe o.ä. genannt für spielbezogenen Support. Da war genau einer dabei, der sich auf eine Situation bezieht, in der es im Spiel schlecht läuft. Support ist für mich nicht nur zum Honorieren guter Leistungen da, sondern zum pushen eines Teams, GERADE wenn es auf dem Platz schwierig ist. Einen Impuls setzen. So gering der Einfluss der Ränge mittlerweile auch sein mag. Also eine proaktive Rolle einnehmen. Spielbezogener Support ist für mich rein reaktiv und passiv. Wie gesagt: Kann ich auch vorm Fernseher, dafür muss ich mich nicht bei 3 Grad im Januar ins Stadion hocken.
Muss ich jetzt doch mal was dazu loswerden.
Ich habe das Privileg dass ich noch zu den Anfangszeiten des SC in der Bundesliga dabei sein durfte. Ich habe selbst nie aktiv Fussball gespielt, sondern Handball und Volleyball, wo die Zuschauer viel näher am Geschehen sind und die Kultur auf dem Feld und auch auf den Rängen von Respekt und Fairness geprägt sind. Das Mimimi der (männlichen) Fussballer auf dem Platz würde kein Handballer wagen, und auf der Tribüne gibt es viele Dinge welche beim Fußball zum Standard gehören einfach nicht. Und die Stimmung ist richtig gut, es gibt eigentlich keine fussballtypischen Dauergesänge, es ist sehr situationsbedingt und dadurch oft saumässig witzig.
Daher war ich etwas reserviert als meine Kumpels mich zum SC mitgeschleppt haben, aber nicht lange, weil die Stimmung richtig gut war, und vor allem hatte es einen gewissen FairPlay Gedanken - so wie heute zu pfeifen wenn der gegnerische Torwart zum Warmmachen auf‘s Feld kommt, das gab’s eher nicht (sagen wir mal mit Ausnahme VfB und KSC).
Das Aufkommen der Ultras fiel mit dem sensationellen Wiederaufstieg und meinem berufsbedingten Weggang von Freiburg zusammen. Ich erinnere mich daran dass die lange keiner ernst genommen hat, die wollen was genau von uns, singen nach Plan? Da hatte keiner Bock drauf. Da wir eine recht grosse Gruppe waren war’s uns auch recht egal was die wollten, aber es war etwas nervig und sie hatten regelmässig Stress mit den (damals noch) zahlreichen Kuttenträgern, die hatten auf den Kindergarten auch keinen Bock.
Zum Ende der sensationellen Ära Finke war ich wieder zurück im gelobten Land, das Stadion war deutlich grösser, der Verein deutlich weniger familiär und die Stimmung war - wie weggeblasen….
Ja, wir hatten jetzt die sogenannte Organisierte Fanszene, aber Stimmung auf der Nord war weg, alles was mal spontan funktioniert hat und dann zum Teil das ganze Stadion mitgenommen hat gab’s nicht mehr und wurde durch einen sogenannten Vorsänger ersetzt. Der stand mit dem Rücken zum Spielfeld (sah also nichts vom Spielgeschehen) und gab seinen Jüngern mal mehr, mal weniger passende Lieder zum Absingen vor (mein Kumpel aus alten Tagen nannte ihn den Blockwart). Schon damals fiel mir das äusserst beschränkte Liedgut in Freiburg auf, wenigstens das hat Tradition bis heute. Gegen Utrecht, nahe der Gästekurve stehend, ist es mir wieder aufgefallen dass es wirklich viele schöne Melodien gibt wo man was drauf singen könnte - Ultras, klaut doch einfach mal 2-3 neue Stücke von anderen Vereinen zu eingängigen und bekannten Melodien, welche ein ganzes Stadion kennt und mitsingen kann. Da muss es auch nicht um euch gehen und eure Hingabe und die weiten Wege welche ihr geht, einfaches, dummes Zeug zum Mitsingen.
Wie auch immer, das mit den Ultras auf der Nord war nach gut 15 Jahren das Ende meiner Zeit in dieser Kurve, spätestens nachdem leider das plärrige Megaphon erlaubt wurde war es an der Zeit auf der Süd weiterzumachen, mit vielen der Leute welche seinerzeit angefangen haben unseren Verein zu unterstützen (oder einfach Spass am Fussball haben).
Ich bin bis heute gerne bei jedem halbwegs anständigen Lied dabei, muss aber sagen dass es bei uns wenig zündende Impulse gibt und vor allem immer das Gleiche. Die Eurohymne ist lustig, aber für die meisten Fans zu kompliziert, und das gleiche gilt halt leider für die Stimme der Kurve, das funktioniert sicher auswärts gut, aber Zuhause halt nicht - geschätzt 70% kennen die Texte nicht, und werden den nie kennen.
Das letzte Mal richtig geil war’s darum auch in Berlin beim Finale, ich glaube ich habe 100 mal "auf geht’s" gesungen, aber es war einfach laut und geil. Und nein, das Publikum beim SC ist nicht zurückhaltend, das war so geil wie weiland die Bayern aus dem Stadion schiessen und die Wunderkerzen - so schön, so schöööön!
Leider wird sich das in den nächsten Jahren wohl nicht ändern, unsere Ultras in ihrer Selbstbeweihräucherung nicht, der Verein der sich mehr und mehr zum Narren macht und den Ultras in den Allerwertesten kriecht, und der Funke der nur noch selten ins Publikum überspringt.
Keiner wird überrascht sein dass ich unsere Ultras bezüglich der Stimmung bei Heimspielen für völlig überschätzt und absolut verzichtbar halte, zumindest solange man sich vorwiegend selber feiert und kein Gespür oder Interesse dafür entwickelt was im Stadion ausserhalb der Süd funktioniert.
Dagegen waren die Basler und Utrecht eine ziemliche Offenbarung was Repertoire und Intensität betrifft , so kann offensichtlich organisierter Support auch sein. Nehmt euch mal ein Beispiel, liebe Vorsänger (wenn es die schon unbedingt haben muss).
30.10.2025 - 14:18 Uhr
Dann bin ich auch mal ganz ehrlich mit meiner Meinung. Das geht jetzt nicht gegen dich, ich kenn dich ja nicht. Aber ich höre so, so, so oft dieses 90er Jahre Argument und wie witzig das war etc. Ich bin der Auffassung: Viele Leute, die damals dabei waren, die nehmen die Ultra-Bewegung als Ausrede dafür, dass man jetzt halt älter und nicht mehr so aktiv ist. Bisschen gemütlicher geworden ist. Aber um das nicht zugeben zu müssen, nimmt man die Ultras als Feigenblatt, frönt schön den nostalgischen alten guten Zeiten. Das ist tatsächlich meine Auffassung. Die Alten sind faul geworden - kein Vorwurf, ist doch normal, dass man wenn man älter wird, nimmer so krass aktiv ist (außer man ist Engländer oder Südamerikaner, oder Italiener, oder vom Balkan etc., da scheint es diese Mäßigung im Alter nicht zu geben, wenn man die Emotionalität mit dem soziodemographischen Erscheinungsbild der Leute übereinander legt) - und nutzten dafür die Ultras als Ausrede.
Und ja, es gibt auch Jüngere, die die Ultras sc.heisse finden. Und ja, es gibt auch Ältere, die noch voll am Start sind. Ich rede von einer Tendenz, die ich bei vielen, vielen Leuten auszumachen glaube.
Das Ding in Freiburg ist halt: Da steht jetzt eine riesige Heim-Tribüne und die unterschiedlichen Herangehensweisen ans Fandasein (die alle ihre Daseinsberechtigung haben) tummeln sich da geballt. Stellt euch mal die aktive Freiburger Fanszene + den üblichen Normalo-Supportkern mit der gleichen Personenanzahl auf einer kleineren Tribüne vor. Das würde komplett fetzen. Man teilt sich aber halt die Tribüne mit einem rieseigen Teil Schallschlucker (sorry für die Beschreibung, die hab ich von einem Podcast übernommen; wer Spotify und mal in die Folge reinhören will, wo über Freiburg geredet wird: https://open.spotify.com/episode/4cug5nC27JFjRmd1pFchG6 ab ca. 42:20) und das Bild leidet.
Und sorry, jetzt muss ich doch noch einmal persönlich an dich rantreten, denn eine Sache finde ich fundamental seltsam:
Zitat von lupulu5
Dagegen waren die Basler und Utrecht eine ziemliche Offenbarung was Repertoire und Intensität betrifft
Dagegen waren die Basler und Utrecht eine ziemliche Offenbarung was Repertoire und Intensität betrifft
Mal abgesehen davon, dass Kopieren von anderen Fanszenen komplett verpönt ist, widersprichst du dir, wenn du sagst, das Europacup Lied und Die Stimme der Kurve überfordere die Leute, man solle sich aber eine Scheibe von Basel abschneiden. Ehrlich jetzt. Die haben die kompliziertesten und längsten Melodien übrhaupt (gefühlt). Ich lieb es total, wie die mit dem ganzen Mob diese Melodien abliefern.
Außerdem bezeichnend:
Zitat von lupulu5
Und nein, das Publikum beim SC ist nicht zurückhaltend, das war so geil wie weiland die Bayern aus dem Stadion schiessen und die Wunderkerzen - so schön, so schöööön!
Und nein, das Publikum beim SC ist nicht zurückhaltend, das war so geil wie weiland die Bayern aus dem Stadion schiessen und die Wunderkerzen - so schön, so schöööön!
Dass man ein Highlight Spiel ranziehen muss, um emotionales Publikum zu zeichnen, come on. Wenn da die Leute nicht emotional mitgehen, wann dann?! Schau dir die anderen Standorte in Deutschland mal an. Dann siehst du, wie weit unten wir beim Thema "Emotionalität des durchschnittlichen Stadionbesuchers" im Vergleich sind.
(Edit: Ursprünglich hatte ich verstanden, du würdest monieren, Freiburg hätte zu wenig kreative Gesänge - beim zweiten Lesen ist mir mein Missverständnis aufgefallen, deswgen habe ich diesen Part editiert.)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Konstanz am 30.10.2025 um 14:25 Uhr bearbeitet
30.10.2025 - 17:30 Uhr
Zitat von Konstanz
Dann bin ich auch mal ganz ehrlich mit meiner Meinung. Das geht jetzt nicht gegen dich, ich kenn dich ja nicht. Aber ich höre so, so, so oft dieses 90er Jahre Argument und wie witzig das war etc. Ich bin der Auffassung: Viele Leute, die damals dabei waren, die nehmen die Ultra-Bewegung als Ausrede dafür, dass man jetzt halt älter und nicht mehr so aktiv ist. Bisschen gemütlicher geworden ist. Aber um das nicht zugeben zu müssen, nimmt man die Ultras als Feigenblatt, frönt schön den nostalgischen alten guten Zeiten. Das ist tatsächlich meine Auffassung. Die Alten sind faul geworden - kein Vorwurf, ist doch normal, dass man wenn man älter wird, nimmer so krass aktiv ist (außer man ist Engländer oder Südamerikaner, oder Italiener, oder vom Balkan etc., da scheint es diese Mäßigung im Alter nicht zu geben, wenn man die Emotionalität mit dem soziodemographischen Erscheinungsbild der Leute übereinander legt) - und nutzten dafür die Ultras als Ausrede.
Und ja, es gibt auch Jüngere, die die Ultras sc.heisse finden. Und ja, es gibt auch Ältere, die noch voll am Start sind. Ich rede von einer Tendenz, die ich bei vielen, vielen Leuten auszumachen glaube.
Das Ding in Freiburg ist halt: Da steht jetzt eine riesige Heim-Tribüne und die unterschiedlichen Herangehensweisen ans Fandasein (die alle ihre Daseinsberechtigung haben) tummeln sich da geballt. Stellt euch mal die aktive Freiburger Fanszene + den üblichen Normalo-Supportkern mit der gleichen Personenanzahl auf einer kleineren Tribüne vor. Das würde komplett fetzen. Man teilt sich aber halt die Tribüne mit einem rieseigen Teil Schallschlucker (sorry für die Beschreibung, die hab ich von einem Podcast übernommen; wer Spotify und mal in die Folge reinhören will, wo über Freiburg geredet wird: https://open.spotify.com/episode/4cug5nC27JFjRmd1pFchG6 ab ca. 42:20) und das Bild leidet.
Und sorry, jetzt muss ich doch noch einmal persönlich an dich rantreten, denn eine Sache finde ich fundamental seltsam:
Mal abgesehen davon, dass Kopieren von anderen Fanszenen komplett verpönt ist, widersprichst du dir, wenn du sagst, das Europacup Lied und Die Stimme der Kurve überfordere die Leute, man solle sich aber eine Scheibe von Basel abschneiden. Ehrlich jetzt. Die haben die kompliziertesten und längsten Melodien übrhaupt (gefühlt). Ich lieb es total, wie die mit dem ganzen Mob diese Melodien abliefern.
Außerdem bezeichnend:
Dass man ein Highlight Spiel ranziehen muss, um emotionales Publikum zu zeichnen, come on. Wenn da die Leute nicht emotional mitgehen, wann dann?! Schau dir die anderen Standorte in Deutschland mal an. Dann siehst du, wie weit unten wir beim Thema "Emotionalität des durchschnittlichen Stadionbesuchers" im Vergleich sind.
(Edit: Ursprünglich hatte ich verstanden, du würdest monieren, Freiburg hätte zu wenig kreative Gesänge - beim zweiten Lesen ist mir mein Missverständnis aufgefallen, deswgen habe ich diesen Part editiert.)
Dann bin ich auch mal ganz ehrlich mit meiner Meinung. Das geht jetzt nicht gegen dich, ich kenn dich ja nicht. Aber ich höre so, so, so oft dieses 90er Jahre Argument und wie witzig das war etc. Ich bin der Auffassung: Viele Leute, die damals dabei waren, die nehmen die Ultra-Bewegung als Ausrede dafür, dass man jetzt halt älter und nicht mehr so aktiv ist. Bisschen gemütlicher geworden ist. Aber um das nicht zugeben zu müssen, nimmt man die Ultras als Feigenblatt, frönt schön den nostalgischen alten guten Zeiten. Das ist tatsächlich meine Auffassung. Die Alten sind faul geworden - kein Vorwurf, ist doch normal, dass man wenn man älter wird, nimmer so krass aktiv ist (außer man ist Engländer oder Südamerikaner, oder Italiener, oder vom Balkan etc., da scheint es diese Mäßigung im Alter nicht zu geben, wenn man die Emotionalität mit dem soziodemographischen Erscheinungsbild der Leute übereinander legt) - und nutzten dafür die Ultras als Ausrede.
Und ja, es gibt auch Jüngere, die die Ultras sc.heisse finden. Und ja, es gibt auch Ältere, die noch voll am Start sind. Ich rede von einer Tendenz, die ich bei vielen, vielen Leuten auszumachen glaube.
Das Ding in Freiburg ist halt: Da steht jetzt eine riesige Heim-Tribüne und die unterschiedlichen Herangehensweisen ans Fandasein (die alle ihre Daseinsberechtigung haben) tummeln sich da geballt. Stellt euch mal die aktive Freiburger Fanszene + den üblichen Normalo-Supportkern mit der gleichen Personenanzahl auf einer kleineren Tribüne vor. Das würde komplett fetzen. Man teilt sich aber halt die Tribüne mit einem rieseigen Teil Schallschlucker (sorry für die Beschreibung, die hab ich von einem Podcast übernommen; wer Spotify und mal in die Folge reinhören will, wo über Freiburg geredet wird: https://open.spotify.com/episode/4cug5nC27JFjRmd1pFchG6 ab ca. 42:20) und das Bild leidet.
Und sorry, jetzt muss ich doch noch einmal persönlich an dich rantreten, denn eine Sache finde ich fundamental seltsam:
Zitat von lupulu5
Dagegen waren die Basler und Utrecht eine ziemliche Offenbarung was Repertoire und Intensität betrifft
Dagegen waren die Basler und Utrecht eine ziemliche Offenbarung was Repertoire und Intensität betrifft
Mal abgesehen davon, dass Kopieren von anderen Fanszenen komplett verpönt ist, widersprichst du dir, wenn du sagst, das Europacup Lied und Die Stimme der Kurve überfordere die Leute, man solle sich aber eine Scheibe von Basel abschneiden. Ehrlich jetzt. Die haben die kompliziertesten und längsten Melodien übrhaupt (gefühlt). Ich lieb es total, wie die mit dem ganzen Mob diese Melodien abliefern.
Außerdem bezeichnend:
Zitat von lupulu5
Und nein, das Publikum beim SC ist nicht zurückhaltend, das war so geil wie weiland die Bayern aus dem Stadion schiessen und die Wunderkerzen - so schön, so schöööön!
Und nein, das Publikum beim SC ist nicht zurückhaltend, das war so geil wie weiland die Bayern aus dem Stadion schiessen und die Wunderkerzen - so schön, so schöööön!
Dass man ein Highlight Spiel ranziehen muss, um emotionales Publikum zu zeichnen, come on. Wenn da die Leute nicht emotional mitgehen, wann dann?! Schau dir die anderen Standorte in Deutschland mal an. Dann siehst du, wie weit unten wir beim Thema "Emotionalität des durchschnittlichen Stadionbesuchers" im Vergleich sind.
(Edit: Ursprünglich hatte ich verstanden, du würdest monieren, Freiburg hätte zu wenig kreative Gesänge - beim zweiten Lesen ist mir mein Missverständnis aufgefallen, deswgen habe ich diesen Part editiert.)
Zuerst mal danke für die freundliche Antworten, ich weiss es sehr zu schätzen und nehme selbstverständlich nichts davon persönlich.
Ja, selbstverständlich sind viele nicht mehr so aktiv, Familie, Kinder, Freunde, Beruf, Haushalt usw. bringt das mit sich Jetzt steht unsere Kinder auf Süd und Nord, das Leben geht weiter, die Menschen altern. Das “Jung gegen Alt” Ding kann ich da nicht mitgehen, wir waren ja auch mal die jüngsten im Stadion, ich erinnere mich noch gut daran.
Aber wir sind definitiv die erste Fan-Generation die als junge Menschen mit dem SC in der Bundesliga sozialisiert worden sind. Darum, besseres Material für Fangesänge findest du nicht, wenn die Ultras meine Generation nicht mehr begeistern können dann liegt es vielleicht nicht nur an uns?
Ich empfinde dass sich die Szene immer mehr verselbstständigt, siehe Pyrodebatte, siehe die Berichte von Ausswärtsfahrten wo plötzlich kein Platz mehr für “normale Fans” ist, und halt auch die Vorsingerei die halt die Szene bedient, aber den Rest des Stadions nicht mitnimmt.
Was du zu “kopieren von Fangesängen” sagst finde ich etwas schräg, natürlich muss niemand Stern des Südens kopieren, aber Go West wird in allen Stadien gesungen, das ist nichts dabei. Ich kann es auch anders ausdrücken- wenn die Ultras meinen nur sie wären berufen den Takt vorzugeben, dann bitte gescheit und für das breite Publikum.
Die Choreo gegen Utrecht fand ich da mal sehr gelungen, alle konnten mitmachen, das ganze Stadion war Teil, und vor allem ist es gelungen eine tolle Choreo ohne Pyro hinzubekommen- Hut ab und weiter so!
Bezüglich witzig und 90er - Mario Basler wurde ausgewechselt, da fingen ein paar an “Mario geht rauchen, dudai, dudai usw.” zu singen, viele stimmten ein, und das machte viel Spaß - hab ich so nicht mehr erlebt.
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