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Freiburger Fankultur

04.11.2009 - 13:48 Uhr
Freiburger Fankultur |#4541
24.10.2025 - 16:21 Uhr
Ich finde es bezeichend, dass man, wenn man die mittlerweile vorherschende Stadionkultur nicht schätzt, als krank chakterisiert wird.
Aber immer noch besser, als wenn man von den Ultras, wenn man nicht alles mitmachen will, was so angeordnet wird, ganz konkret mit Gewalt bedroht wird.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von radan am 24.10.2025 um 16:23 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4542
24.10.2025 - 20:35 Uhr
wie schon Christian Streich meiner Meinung nach richtig einordnete:
Ein Fußballspiel ist ein Fußballspiel
und
kein „Event“.
Das heißt ja nicht, dass es keine Stimmung geben darf.
Freiburger Fankultur |#4543
27.10.2025 - 17:54 Uhr
War hier gestern jemand beim Spiel in Leverkusen und hat was von einer größeren Schlägerei mitbekommen? Meine Eltern waren im Gästeblock und haben davon berichtet, was mich doch sehr geärgert hat. Ist gefühlt auch eine immer ernstere Atmosphäre und Stimmung. Für außenstehende Fans, die seit Jahren einfach nur friedlich Fußball sehen wollen, ist sowas mittlerweile ein Grund nicht mehr zu gehen.

Ich selbst habe ab und zu Einblicke in die Szene, aber auch da finde ich den Hass und die Stimmung untereinander unglaublich traurig. Macht eine Fanszene nach außen lächerlich und schüchtert die restlichen Fans zudem ein. Dachte immer das überlassen wir Frankfurt, Stuttgart oder anderen.

Und mit den tollen Choreos, dem Support und dem Engagement hat das absolut nichts zu tun. Spüre da nur eine immer schlimmer werdende Entwicklung.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Jan158 am 27.10.2025 um 17:54 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4544
27.10.2025 - 20:08 Uhr
Zitat von Jan158
War hier gestern jemand beim Spiel in Leverkusen und hat was von einer größeren Schlägerei mitbekommen? Meine Eltern waren im Gästeblock und haben davon berichtet, was mich doch sehr geärgert hat. Ist gefühlt auch eine immer ernstere Atmosphäre und Stimmung. Für außenstehende Fans, die seit Jahren einfach nur friedlich Fußball sehen wollen, ist sowas mittlerweile ein Grund nicht mehr zu gehen.

Ich selbst habe ab und zu Einblicke in die Szene, aber auch da finde ich den Hass und die Stimmung untereinander unglaublich traurig. Macht eine Fanszene nach außen lächerlich und schüchtert die restlichen Fans zudem ein. Dachte immer das überlassen wir Frankfurt, Stuttgart oder anderen.

Und mit den tollen Choreos, dem Support und dem Engagement hat das absolut nichts zu tun. Spüre da nur eine immer schlimmer werdende Entwicklung.


Ich war selbst nicht in Leverkusen und kann daher nicht beurteilen, wie es dort konkret war. Allerdings habe ich beim Auswärtsspiel in Köln erlebt, dass es auch innerhalb der eigenen Fankurve zu Auseinandersetzungen kam. Teilweise wurde einigen Fans sogar der Austritt aus der Kurve untersagt, was ich persönlich sehr bedenklich finde.

Ich habe insgesamt den Eindruck, dass die momentane Situation im Freiburger Fanumfeld nicht ganz einfach ist. Der Verein wächst, die Fanszene entwickelt sich weiter, und mit dieser Entwicklung entstehen natürlich auch Reibungen. Es ist wichtig, dass uns allen bewusst bleibt: Fußball lebt von Leidenschaft, aber nicht von Hass – schon gar nicht untereinander.

Wir alle gehen ins Stadion, um unseren Sport zu genießen, um uns zu freuen – und ja, auch um mal über eine Niederlage zu schimpfen. Aber am Ende gehört beides dazu: Sieg und Niederlage. Was ich in letzter Zeit häufiger mitbekomme, ist, dass die Stimmung in der Kurve nicht immer optimal ist. Manche Ultras äußern Unmut darüber, dass nicht alle aktiv mitmachen, während andere Fans sich unter Druck gesetzt fühlen, unbedingt singen oder stehen zu müssen – selbst, wenn sie lieber einfach zuschauen würden.

Ich erinnere mich etwa an das Auswärtsspiel in Heidenheim: Dort hatten viele Sitzplatzkarten, mussten aber trotzdem stehen, und einige haben dadurch kaum etwas vom Spiel gesehen. Solche Situationen sorgen natürlich für Unzufriedenheit. Auf der anderen Seite kann ich auch die Ultras verstehen, die sich wünschen, dass der Support gemeinschaftlich getragen wird und die Stimmung in jedem Spiel stark bleibt.

Letztlich treffen hier einfach zwei Perspektiven aufeinander: Die einen möchten bedingungslosen Support und Dauerstimmung, die anderen möchten das Spiel auf ihre eigene Weise genießen – ohne Vorgaben. Ich glaube, beide Seiten haben ihre Berechtigung. Von außen betrachtet wirkt die Freiburger Fanszene insgesamt sehr positiv, engagiert und leidenschaftlich. Doch innerhalb der Kurve scheint es eben auch unterschiedliche Ansichten darüber zu geben, was „richtiger“ Support ist.

Ich persönlich hoffe einfach, dass man einen Weg findet, respektvoll miteinander umzugehen – denn genau das macht die Freiburger Fankultur eigentlich aus: Zusammenhalt, Bodenständigkeit und Leidenschaft – ohne sich gegenseitig das Fansein abzusprechen.

•     •     •

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Auf geht's Freiburg kämpfen und Siegen.
Freiburger Fankultur |#4545
27.10.2025 - 20:38 Uhr
Zitat von Jan158

War hier gestern jemand beim Spiel in Leverkusen und hat was von einer größeren Schlägerei mitbekommen? Meine Eltern waren im Gästeblock und haben davon berichtet, was mich doch sehr geärgert hat. Ist gefühlt auch eine immer ernstere Atmosphäre und Stimmung. Für außenstehende Fans, die seit Jahren einfach nur friedlich Fußball sehen wollen, ist sowas mittlerweile ein Grund nicht mehr zu gehen.

Ich selbst habe ab und zu Einblicke in die Szene, aber auch da finde ich den Hass und die Stimmung untereinander unglaublich traurig. Macht eine Fanszene nach außen lächerlich und schüchtert die restlichen Fans zudem ein. Dachte immer das überlassen wir Frankfurt, Stuttgart oder anderen.

Und mit den tollen Choreos, dem Support und dem Engagement hat das absolut nichts zu tun. Spüre da nur eine immer schlimmer werdende Entwicklung.


Vor dem Spiel gab es im Bereich unten kurz Aufregung. Vom Oberrang sah es zunächst so aus als wollte jemand (Ordner?) in die Vorbereitung für die Pyroaktion eingreifen. Genau in diesem Bereich (untem links) hing aber auch seitlich noch eine rote Fahne. Vielleicht hatte es auch etwas mit der zu tun. Letzendlich sind so 10-20 Ultras losgesprintet und haben jemanden die Treppe hochgedrängt. Die Situation hatte sich dann zumindest nach unserem Eindruck relativ schnell wieder entspannt.

Was letztlich der genaue Hintergrund war, weiß ich aber auch nicht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von NicoSC am 27.10.2025 um 20:39 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4546
27.10.2025 - 21:51 Uhr
Zitat von NicoSC
Zitat von Jan158

War hier gestern jemand beim Spiel in Leverkusen und hat was von einer größeren Schlägerei mitbekommen? Meine Eltern waren im Gästeblock und haben davon berichtet, was mich doch sehr geärgert hat. Ist gefühlt auch eine immer ernstere Atmosphäre und Stimmung. Für außenstehende Fans, die seit Jahren einfach nur friedlich Fußball sehen wollen, ist sowas mittlerweile ein Grund nicht mehr zu gehen.

Ich selbst habe ab und zu Einblicke in die Szene, aber auch da finde ich den Hass und die Stimmung untereinander unglaublich traurig. Macht eine Fanszene nach außen lächerlich und schüchtert die restlichen Fans zudem ein. Dachte immer das überlassen wir Frankfurt, Stuttgart oder anderen.

Und mit den tollen Choreos, dem Support und dem Engagement hat das absolut nichts zu tun. Spüre da nur eine immer schlimmer werdende Entwicklung.


Vor dem Spiel gab es im Bereich unten kurz Aufregung. Vom Oberrang sah es zunächst so aus als wollte jemand (Ordner?) in die Vorbereitung für die Pyroaktion eingreifen. Genau in diesem Bereich (untem links) hing aber auch seitlich noch eine rote Fahne. Vielleicht hatte es auch etwas mit der zu tun. Letzendlich sind so 10-20 Ultras losgesprintet und haben jemanden die Treppe hochgedrängt. Die Situation hatte sich dann zumindest nach unserem Eindruck relativ schnell wieder entspannt.

Was letztlich der genaue Hintergrund war, weiß ich aber auch nicht.


Ergänzung aus dem Steherbereich: Was genau die Ursache für die Prügelei war, konnte ich auch nicht sehen. Es sah so aus als ob 2 Ordner einen Fan abführen wollten. Das haben die umstehenden Fans mit Schlägen verhindert. Ein Ordner hat definitiv heftige Schläge kassiert. Würde mich nicht wundern, wenn der ärztlich versorgt werden musste. Es kamen dann noch mehr Ordner zur Unterstützung, die wurden aber alle aus dem Block hinaus gedrängt. Die Aufregung hat sich dann aber wieder gelegt und es gab keine weiteren Zwischenfälle.

Ob das Eingreifen der Ordner berechtigt war oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber in Leverkusen schien die Zündschnur von beiden Seiten sehr kurz zu sein. Das Fahnenverbot im Auswärtsblock durch Bayer (wohl aufgrund der letztjährigen Zündeleien)
hat sicherlich auch dazu beigetragen. Gewalt kann aber natürlich nicht die Lösung sein, daher keine Rechtfertigung einfach einen Ordner zu verprügeln. Egal was dieser jetzt genau da vorhatte.
Freiburger Fankultur |#4547
28.10.2025 - 07:50 Uhr
Zitat von DerJenser
Das es ohne Ultras keine Stimmung im Stadion gibt wurde schon so oft gezeigt.


Nein.

Wenn die Ultras, oder welche Gruppe auch immer, welche im Stadion am lautesten sind und "Stimmung" machen, mal für ein Spiel wegbleiben oder ruhig sind, entwickelt sich keine neue Stimmung. Nicht sofort.

Früher gab es auch Stimmung, ohne Ultras und wenn diese mal eine Saison nicht im Stadion wären, würde sich eine neue Stimmung entwickeln. War im Fußball immer so, wird immer so sein.

Aber auf Knopfdruck für ein Spiel dann für Stimmung zu sorgen wird nie funktionieren.

Daher ist die Behauptung, ohne Ultras keine Stimmung, auch völlig falsch. Jedenfalls mittelfristig, weil sich mit der Zeit einfach eine neue Stimmung entwickelt. Ob besser oder schlechter ist dann halt die andere Frage, aber ich glaube schon, wenn sich etwas natürlich im Stadion entwickelt, ohne von einer zentralen Stelle/Block vorgegeben, wird es mittelfristig evtl. besser, da sich die Zuschauer dann eher mitreißen lassen, aus der Situation heraus. Helfen würde natürlich ein gutes Spiel der eigenen Mannschaft.

Mal weg von gut, schlecht usw. Was mir auffällt ist, dass die "Stimmung" oder was gerade von den Ultras kommt, sofern man es verstehen kann, oftmals überhaupt nicht zum Spielgeschehen auf dem Platz passt.
Freiburger Fankultur |#4548
28.10.2025 - 08:38 Uhr
Zitat von FranzWeber

Zitat von DerJenser

Das es ohne Ultras keine Stimmung im Stadion gibt wurde schon so oft gezeigt.


Nein.

Wenn die Ultras, oder welche Gruppe auch immer, welche im Stadion am lautesten sind und "Stimmung" machen, mal für ein Spiel wegbleiben oder ruhig sind, entwickelt sich keine neue Stimmung. Nicht sofort.

Früher gab es auch Stimmung, ohne Ultras und wenn diese mal eine Saison nicht im Stadion wären, würde sich eine neue Stimmung entwickeln. War im Fußball immer so, wird immer so sein.

Aber auf Knopfdruck für ein Spiel dann für Stimmung zu sorgen wird nie funktionieren.

Daher ist die Behauptung, ohne Ultras keine Stimmung, auch völlig falsch. Jedenfalls mittelfristig, weil sich mit der Zeit einfach eine neue Stimmung entwickelt. Ob besser oder schlechter ist dann halt die andere Frage, aber ich glaube schon, wenn sich etwas natürlich im Stadion entwickelt, ohne von einer zentralen Stelle/Block vorgegeben, wird es mittelfristig evtl. besser, da sich die Zuschauer dann eher mitreißen lassen, aus der Situation heraus. Helfen würde natürlich ein gutes Spiel der eigenen Mannschaft.

Mal weg von gut, schlecht usw. Was mir auffällt ist, dass die "Stimmung" oder was gerade von den Ultras kommt, sofern man es verstehen kann, oftmals überhaupt nicht zum Spielgeschehen auf dem Platz passt.

Ergänzend kann man hierzu noch sagen (auch am Sonntag in Leverkusen), dass kaum noch Sprechchöre aus dem weiteren Block aufgenommen werden - bzw. am Sonntag sogar via Megafon-Zuruf zum Stopp ermahnt wurden. Dadurch wird die Anhängerschaft im Block mindestens auswärts nun mal dazu erzogen, nur noch auf den/die beiden Frontalunterricht gebenden Vorsänger zu hören. Die Lust aus der Emotion heraus Gesänge anzustimmen, schwindet so beim Nicht-Ultra-Block/ auch bei mir immer mehr. Egal ob Führung oder Rückstand.

60-70% der Gesänge sind mittlerweile wie @FranzWeber richtig schreibt, spielunabhängiges Abspielen der (teilweise guten/schönen) Ultra-Lieder aus den letzten 4-5 Jahren. Kaum Abwechslung - kaum Spontanität angestrebt. Dadurch hat die Gruppierung viele als Nonstop-Supporter in den letzten Jahren verloren - da das einfach zu sehr "Branding" der eigenen Gruppe ist.

Da ich eben auch die 90er / 2000er / 2010er im Stadion mitgemacht habe, kann ich aus Erfahrung sagen, dass die Kreativität und Vielfalt mir in dieser Zeit viel besser gefallen hat - wenn auch unkoordinierter.

Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Schade ist in jedem Fall, dass es dadurch (wie auch in der Gesellschaft) zwangsläufig sogar zu einer Spaltung innerhalb einer Anhängerschaft kommt - und wir jetzt wieder nur darüber diskutieren "komplett in die eine (Ultra-)Richtung - oder komplett in die andere (ohne Ultras)".

Schön wäre es, wenn das gesamte Fanlager wieder enger zusammenrücken würde: der 20-jährige FA-Anhänger mit dem 65-jährigen Früh-Rentner, der noch Trainer Jörg Berger in Freiburg zugejubelt hat. Das wäre Fußball für mich, wie ich ihn als verbindende Kraft wieder wünschen würde. Schade dass das nicht mal mehr ansatzweise das Motiv zu sein scheint.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Spence2000 am 28.10.2025 um 08:39 Uhr bearbeitet
Freiburger Fankultur |#4549
28.10.2025 - 11:02 Uhr
Zitat von Spence2000
Zitat von FranzWeber

Zitat von DerJenser

Das es ohne Ultras keine Stimmung im Stadion gibt wurde schon so oft gezeigt.


Nein.

Wenn die Ultras, oder welche Gruppe auch immer, welche im Stadion am lautesten sind und "Stimmung" machen, mal für ein Spiel wegbleiben oder ruhig sind, entwickelt sich keine neue Stimmung. Nicht sofort.

Früher gab es auch Stimmung, ohne Ultras und wenn diese mal eine Saison nicht im Stadion wären, würde sich eine neue Stimmung entwickeln. War im Fußball immer so, wird immer so sein.

Aber auf Knopfdruck für ein Spiel dann für Stimmung zu sorgen wird nie funktionieren.

Daher ist die Behauptung, ohne Ultras keine Stimmung, auch völlig falsch. Jedenfalls mittelfristig, weil sich mit der Zeit einfach eine neue Stimmung entwickelt. Ob besser oder schlechter ist dann halt die andere Frage, aber ich glaube schon, wenn sich etwas natürlich im Stadion entwickelt, ohne von einer zentralen Stelle/Block vorgegeben, wird es mittelfristig evtl. besser, da sich die Zuschauer dann eher mitreißen lassen, aus der Situation heraus. Helfen würde natürlich ein gutes Spiel der eigenen Mannschaft.

Mal weg von gut, schlecht usw. Was mir auffällt ist, dass die "Stimmung" oder was gerade von den Ultras kommt, sofern man es verstehen kann, oftmals überhaupt nicht zum Spielgeschehen auf dem Platz passt.

Ergänzend kann man hierzu noch sagen (auch am Sonntag in Leverkusen), dass kaum noch Sprechchöre aus dem weiteren Block aufgenommen werden - bzw. am Sonntag sogar via Megafon-Zuruf zum Stopp ermahnt wurden. Dadurch wird die Anhängerschaft im Block mindestens auswärts nun mal dazu erzogen, nur noch auf den/die beiden Frontalunterricht gebenden Vorsänger zu hören. Die Lust aus der Emotion heraus Gesänge anzustimmen, schwindet so beim Nicht-Ultra-Block/ auch bei mir immer mehr. Egal ob Führung oder Rückstand.

60-70% der Gesänge sind mittlerweile wie @FranzWeber richtig schreibt, spielunabhängiges Abspielen der (teilweise guten/schönen) Ultra-Lieder aus den letzten 4-5 Jahren. Kaum Abwechslung - kaum Spontanität angestrebt. Dadurch hat die Gruppierung viele als Nonstop-Supporter in den letzten Jahren verloren - da das einfach zu sehr "Branding" der eigenen Gruppe ist.

Da ich eben auch die 90er / 2000er / 2010er im Stadion mitgemacht habe, kann ich aus Erfahrung sagen, dass die Kreativität und Vielfalt mir in dieser Zeit viel besser gefallen hat - wenn auch unkoordinierter.

Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Schade ist in jedem Fall, dass es dadurch (wie auch in der Gesellschaft) zwangsläufig sogar zu einer Spaltung innerhalb einer Anhängerschaft kommt - und wir jetzt wieder nur darüber diskutieren "komplett in die eine (Ultra-)Richtung - oder komplett in die andere (ohne Ultras)".

Schön wäre es, wenn das gesamte Fanlager wieder enger zusammenrücken würde: der 20-jährige FA-Anhänger mit dem 65-jährigen Früh-Rentner, der noch Trainer Jörg Berger in Freiburg zugejubelt hat. Das wäre Fußball für mich, wie ich ihn als verbindende Kraft wieder wünschen würde. Schade dass das nicht mal mehr ansatzweise das Motiv zu sein scheint.


Ja, das sehe ich ganz ähnlich wie du und wie @FranzWeber das beschrieben hat. Mir geht’s da tatsächlich ähnlich – man merkt einfach, dass die Fankurve in Freiburg in den letzten Jahren enorm gewachsen ist, was natürlich grundsätzlich erstmal positiv ist. Mehr Fans, mehr Leidenschaft, mehr Präsenz – das ist ja eigentlich genau das, was man sich als Verein wünscht. Aber gleichzeitig hat sich dadurch auch einiges verschoben. Früher, als wir vielleicht noch 4.000–5.000 Zuschauer im Dreisamstadion waren, war das Ganze familiärer, spontaner, ehrlicher. Heute ist alles größer, professioneller, aber auch irgendwie distanzierter geworden.

Gerade, was du mit den Vorsängern und der Stimmung beschreibst, trifft’s ganz gut. Ich hab’s auch schon ein paar Mal erlebt, dass aus anderen Blöcken eigene Gesänge angestimmt wurden und dann sofort wieder abgewürgt wurden – oder einfach ignoriert, weil sie nicht „vom Capo“ kamen. Das ist schade, weil genau diese Spontanität und Emotion ja das ausmachen, was Stadionkultur eigentlich sein sollte. Mittlerweile wirkt es oft wie ein einstudiertes Programm – 60 bis 70 Prozent der Lieder sind immer dieselben, unabhängig vom Spielverlauf. Da fehlt mir einfach das Gefühl, dass die Stimmung wirklich aus dem Moment heraus entsteht.
Ich finde es ehrlich gesagt auch schade, dass die Ultras in gewisser Weise bestimmen, was „gesungen werden darf“ und was nicht. Natürlich, ohne sie wäre die Stimmung sicher deutlich leiser, keine Frage – ihre Energie, die Choreos, die Organisation, das ist alles stark. Aber das Ganze sollte kein Einbahnstraßenprojekt sein. Wenn man das Gefühl hat, dass die „normalen“ Fans kaum noch Mitspracherecht haben, dann geht dieses Gemeinschaftsgefühl verloren, das Freiburg früher immer so ausgezeichnet hat.

Was mir eben besonders fehlt, sind Lieder oder Momente, bei denen wirklich das ganze Stadion mitzieht – wie bei Union oder Frankfurt. Diese Gänsehaut-Momente, wenn Sitz- und Stehplätze gemeinsam singen, sind bei uns fast gar nicht mehr da. Stattdessen wirkt es, als würden zwei Gruppen nebeneinander existieren: die Ultras mit ihrem Dauerprogramm, und der Rest, der entweder nur zuhört oder sich zurückzieht.

Das ist schade, weil der Fußball doch eigentlich verbinden sollte. Der 20-Jährige neben dem 65-Jährigen, beide feiern dasselbe Tor, singen denselben Song – das ist für mich die Magie, die gerade ein bisschen verloren gegangen ist. Vielleicht braucht’s wieder mehr Offenheit von beiden Seiten: dass die Ultras etwas mehr Raum für spontane Stimmung geben, und dass die restlichen Fans sich vielleicht auch wieder etwas aktiver trauen, selbst was anzustimmen.

Leicht ist das sicher nicht – aber wenn man den Anspruch hat, in Freiburg weiterhin diese besondere Fan-Kultur zu leben, dann sollte man genau da ansetzen. Ein bisschen weniger Kontrolle, ein bisschen mehr Herz – das würde der Kurve, finde ich, richtig guttun.

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Einzigartiger Verein-So wie du soll Fussball sein!
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Freiburger Fankultur |#4550
28.10.2025 - 13:59 Uhr
Zitat von FranzWeber


Früher gab es auch Stimmung, ohne Ultras und wenn diese mal eine Saison nicht im Stadion wären, würde sich eine neue Stimmung entwickeln. War im Fußball immer so, wird immer so sein.



Jein.....

Was sind denn Ultras? Am Ende ist das eine Gruppierung von Menschen, die Ihr Team mehr supporten, als die normalen Zuschauer/Fans, die einfach nur ein gutes Fußballspiel sehen wollen und mal wohlwollend klatschen oder jubeln wenn es die Situation zulässt.
Wenn sich also nach dem Abschied einer Ultragruppierung wieder ein Block bildet, der regelmäßig über das gesamte Spiel für Stimmung sorgt, dann wäre das der erste Schritt zur nächsten Ultragruppierung.

Ich habe das damals als Fan vom VfB Leipzig über Jahre miterlebt. Als ich Mitte der 90er zum ersten mal in der Kurve des altehrwürdigen Bruno-Plache-Stadions stand und dort lautstark meinen Verein angefeuert habe, gab es den "Ultra"-Begriff gar nicht. Das hat sich erst später entwickelt.

Zurückblickend war ich damals dennoch ein Teil einer Ultragruppierung, in der sich irgendwann kleine Hierarchien entwickelt haben. Diese Leute wurden aber nicht demokratisch gewählt, sondern es hat sich durch den Lauf der Dinge ergeben: Wenn eine kleine Gruppe von 4-5 Leuten ein Lied anstimmt, dann schwappt das eher über, als wenn das eine Einzelperson macht. Heißt, die Fans, die damals untereinander vernetzt/befreundet waren, haben die Stimmung vorgegeben. Fertig ist die Ultragruppierung.

Als der VfB Leipzig in den Konkurs gegangen ist und sein Nachfolgeverein Lok Leipzig rigoros alle Ultras aus dem Stadion verbannt hat, war die Stimmung über Jahre dahin. Klar, es gab vereinzelte "L-O-K"-Rufe, aber wirkliche Stimmung sollte nie entstehen. Totentanz....
Das ganze hat sich vor wenigen Jahren geändert, als sich eine junge Gruppe junger Fans dazu entschieden hat, wieder Stimmung im Stadion zu machen. Anfangs waren das vielleicht 10 Leute, mittlerweile sind das über 50. Und Siehe da: Sie stecken den Rest der Kurve mit Fangesängen an, so dass im Stadion wieder eine tolle Stimmung herrscht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ultras sind einfach nur Fans, die mehr Stimmung machen, als andere. Gleichzeitig sind es aber auch die, die dafür sorgen, dass sich auch andere Fans an der Stimmung beteiligen.

Wenn nämlich der Fan Horst-Rüdiger im Block links oben anfängt, ein Lied zu singen, Hildegard im gleichen Block rechts unten eine ähnliche Idee hat, während Ralf in der Blockmitte lieber rhythmisch klatschen will, wird hieraus keine flächendeckende Stimmung entstehen. Die wird erst dann zustande kommen, wenn das ganze halbwegs koordiniert wird. Diese Leute werden dann allgemein hin als Ultras bezeichnet.

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