Finanzierung der Hertha
12.03.2004 - 22:01 Uhr
05.03.2005 - 20:46 Uhr
>>Hey, Jungs, Spaetzle hat grad einen anderen Artikel aus der
>>MoPo gepostet, der doch nun viel interessanter scheint.
>
>Du sagst es. Das Ding ist eine Bombe!
>
>
wird der verein darauf reagieren ?
bleibt dies alles unkommentiert ?
bin sehr gespannt.....
>>MoPo gepostet, der doch nun viel interessanter scheint.
>
>Du sagst es. Das Ding ist eine Bombe!
>
>
wird der verein darauf reagieren ?
bleibt dies alles unkommentiert ?
bin sehr gespannt.....
05.03.2005 - 21:58 Uhr
>Hey, Jungs, Spaetzle hat grad einen anderen Artikel aus der
>MoPo gepostet, der doch nun viel interessanter scheint.
In der heutigen Morgenpost waren noch zwei weitere Artikel zu diesem Thema, aber leider wurden sie nicht online gestellt.
Einmal war noch ein Interview mit Schiller abgedruckt, indem ihm sehr unangenehme Fragen gestellt wurde, die er sehr ausweichend beantwortet (nichtbeantwortet) hat.
Und dann gab es endlich wieder einen sehr lesenswerten Kommentar von Uwe Bremer, der die Probleme zwar versteckt aber sehr zynisch und bissig zusammengefasst hat.
Aber es wirklich schlimm, dass wir jetzt schon auf der Vorderseite der Tageszeitung nicht wegen sportlichen Erfolgen sondern aufgrund von finanziellen Problemen auftauchen. :-(
>MoPo gepostet, der doch nun viel interessanter scheint.
In der heutigen Morgenpost waren noch zwei weitere Artikel zu diesem Thema, aber leider wurden sie nicht online gestellt.
Einmal war noch ein Interview mit Schiller abgedruckt, indem ihm sehr unangenehme Fragen gestellt wurde, die er sehr ausweichend beantwortet (nichtbeantwortet) hat.
Und dann gab es endlich wieder einen sehr lesenswerten Kommentar von Uwe Bremer, der die Probleme zwar versteckt aber sehr zynisch und bissig zusammengefasst hat.
Aber es wirklich schlimm, dass wir jetzt schon auf der Vorderseite der Tageszeitung nicht wegen sportlichen Erfolgen sondern aufgrund von finanziellen Problemen auftauchen. :-(
05.03.2005 - 22:05 Uhr
>>In Dortmund hat die Geschäftsführung das Westfalenstadion
>verkauft
>>und muß hohe Leasinggebühren zahlen, um es zu nutzen.
>>Hertha hat in zwei Tranchen Rechte veräußert
>>an seinen Logen, Skyboxen und Business-Seats im Rahmen eines
>>"Sale-and-lease-back"-Geschäftes. Dafür bekam der Klub
>2002/03
>>fünf Millionen Euro, in der folgenden Saison zehn Millionen
>>von der "AGV Vermarktungsrechte Vermietungsgesellschaft" -
>und
>>zahlt nun bis 2010 Leasing-Raten für die Nutzung des
>>VIP-Bereiches.
>
>Mit anderen Worten, man hat das gleiche gemacht wie der BVB.
>Kurzfristige Finanzlücken wurden durch Verkauf, Abtretung und
>Pump kaschiert, natürlich alles zulasten späterer Einnahmen.
Bei den ganzen Geldbeschaffungsmethoden verliert man ja langsam den Überblick. Daher stellt sich mir hier eine Frage:
Bisher war im Rahmen der Schechter-Anleihe zu hören, dass dafür die VIP-Einnahmen als Sicherheit dienen sollen. Wie kann das dann aber funktionieren, wenn diese Einnahmequelle uns per "Sale-and-lease-back" - Verfahren nun nicht mehr wirklich gehört?
>verkauft
>>und muß hohe Leasinggebühren zahlen, um es zu nutzen.
>>Hertha hat in zwei Tranchen Rechte veräußert
>>an seinen Logen, Skyboxen und Business-Seats im Rahmen eines
>>"Sale-and-lease-back"-Geschäftes. Dafür bekam der Klub
>2002/03
>>fünf Millionen Euro, in der folgenden Saison zehn Millionen
>>von der "AGV Vermarktungsrechte Vermietungsgesellschaft" -
>und
>>zahlt nun bis 2010 Leasing-Raten für die Nutzung des
>>VIP-Bereiches.
>
>Mit anderen Worten, man hat das gleiche gemacht wie der BVB.
>Kurzfristige Finanzlücken wurden durch Verkauf, Abtretung und
>Pump kaschiert, natürlich alles zulasten späterer Einnahmen.
Bei den ganzen Geldbeschaffungsmethoden verliert man ja langsam den Überblick. Daher stellt sich mir hier eine Frage:
Bisher war im Rahmen der Schechter-Anleihe zu hören, dass dafür die VIP-Einnahmen als Sicherheit dienen sollen. Wie kann das dann aber funktionieren, wenn diese Einnahmequelle uns per "Sale-and-lease-back" - Verfahren nun nicht mehr wirklich gehört?
05.03.2005 - 23:53 Uhr
>>Hey, Jungs, Spaetzle hat grad einen anderen Artikel aus der
>>MoPo gepostet, der doch nun viel interessanter scheint.
>
>In der heutigen Morgenpost waren noch zwei weitere Artikel zu
>diesem Thema, aber leider wurden sie nicht online gestellt.
>
>Einmal war noch ein Interview mit Schiller abgedruckt, indem
>ihm sehr unangenehme Fragen gestellt wurde, die er sehr
>ausweichend beantwortet (nichtbeantwortet) hat.
>Und dann gab es endlich wieder einen sehr lesenswerten
>Kommentar von Uwe Bremer, der die Probleme zwar versteckt aber
>sehr zynisch und bissig zusammengefasst hat.
>
>Aber es wirklich schlimm, dass wir jetzt schon auf der
>Vorderseite der Tageszeitung nicht wegen sportlichen Erfolgen
>sondern aufgrund von finanziellen Problemen auftauchen. :-(
wäre es möglich, daß du vielleicht einiges abtippst, falls du überhaupt die zeit dafür hast ?
>>MoPo gepostet, der doch nun viel interessanter scheint.
>
>In der heutigen Morgenpost waren noch zwei weitere Artikel zu
>diesem Thema, aber leider wurden sie nicht online gestellt.
>
>Einmal war noch ein Interview mit Schiller abgedruckt, indem
>ihm sehr unangenehme Fragen gestellt wurde, die er sehr
>ausweichend beantwortet (nichtbeantwortet) hat.
>Und dann gab es endlich wieder einen sehr lesenswerten
>Kommentar von Uwe Bremer, der die Probleme zwar versteckt aber
>sehr zynisch und bissig zusammengefasst hat.
>
>Aber es wirklich schlimm, dass wir jetzt schon auf der
>Vorderseite der Tageszeitung nicht wegen sportlichen Erfolgen
>sondern aufgrund von finanziellen Problemen auftauchen. :-(
wäre es möglich, daß du vielleicht einiges abtippst, falls du überhaupt die zeit dafür hast ?
06.03.2005 - 10:17 Uhr
Auf Wunsch von Physsus habe ich mal das Interview mit Schiller aus der gestrigen Morgenpost abgetippt:
Ingo Schiller: Hertha bekommt die Lizenz 2005/06
Ingo Schiller (39) ist seit 2001 Geschäftsführer bei Hertha BSC. Über die Finanzpolitik des Bundesligisten sprach die Morgenpost mit Schiller.
Berliner Morgenpost: Herr Schiller, wie kann Hertha Leasing-Geschäfte über den VIP-Bereich abschließen, wenn dem Klub das Stadion nicht gehört?
Schiller: Diese Rechte resultieren aus den Nutzungsvereinbarungen. Wir vermarkten nicht generell den VIP-Bereich, sondern Hertha-Heimspiele
Morgenpost: Arbeitet Hertha nicht mit den gleichen Instrumenten wie Schalke und Dortmund?
Schiller: Es geht darum, intelligente Instrumente zu nutzen. Sale-and-Lease-back ist nichts negatives. Die Frage ist, ob die Konditionen stimmen. Das ist bei uns der Fall.
Morgenpost: Ob Signing Fee (Unterschriftenprämie) oder Lesaing-Geschäft: Das Prinzip ist, möglichst sofort über möglichst große Summe zu verfügen.
Schiller: Signing Fees sind ein übliches verfahren. Entscheidend für uns ist, ob die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben kleiner wird oder größer. Wir sehen gute Potenziale: Wir haben Stadion mit dem VIP-Bereich, wir setzen auf steigende Zuschauerzahlen und den sportlichen Erfolg. Ich denke auch, dass die Fernseh-Vermarktung nach 2006 mehr Geld bringen wird.
Morgenpost: Wieviel Riskio ist sinnvoll als Verein einzugehen?
Schiller: Wir haben bereits investiert in unsere Infrastruktur, den Nachwuchs. Zudem haben wir Personalkosten gesenkt von 33 Millionen auf rund 25 in dieser Saison.
Morgenpost: Bekommt Hertha die Lizenz 2005/06?
Schiller: Ja
---------------------------------------------------------------------
Erschreckend ist, auf welche Potentiale man setzt!
Die Einnahmen aus dem VIP-Bereich sind schon verpfändet. Sie setzen auf steigende Zuschauerzahlen, aber in der Realität müssen sie trotz Erfolg in der Saison die Zuschauer mit Preisaktionen ins Stadion locken, da weniger kommen als man eigentlich durch das neue Stadion gedacht hätte. Man setzt auf sportlichen Erfolg. Klasse! Das hat Dortmund auch gemacht und sogar einige Jahre gehabt. Dennoch steht ihnen schon das Wasser bis zum Hals. In was für eine Realität leben die Verantwortlichen?
Und sie denken, dass die Fernseheinnahmen steigen werden. Da stellt sich doch gleich die Frage, ob diese auch schon verplant wurden bzw. was passiert, wenn die Einnahmen nicht steigen? :-(
Ingo Schiller: Hertha bekommt die Lizenz 2005/06
Ingo Schiller (39) ist seit 2001 Geschäftsführer bei Hertha BSC. Über die Finanzpolitik des Bundesligisten sprach die Morgenpost mit Schiller.
Berliner Morgenpost: Herr Schiller, wie kann Hertha Leasing-Geschäfte über den VIP-Bereich abschließen, wenn dem Klub das Stadion nicht gehört?
Schiller: Diese Rechte resultieren aus den Nutzungsvereinbarungen. Wir vermarkten nicht generell den VIP-Bereich, sondern Hertha-Heimspiele
Morgenpost: Arbeitet Hertha nicht mit den gleichen Instrumenten wie Schalke und Dortmund?
Schiller: Es geht darum, intelligente Instrumente zu nutzen. Sale-and-Lease-back ist nichts negatives. Die Frage ist, ob die Konditionen stimmen. Das ist bei uns der Fall.
Morgenpost: Ob Signing Fee (Unterschriftenprämie) oder Lesaing-Geschäft: Das Prinzip ist, möglichst sofort über möglichst große Summe zu verfügen.
Schiller: Signing Fees sind ein übliches verfahren. Entscheidend für uns ist, ob die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben kleiner wird oder größer. Wir sehen gute Potenziale: Wir haben Stadion mit dem VIP-Bereich, wir setzen auf steigende Zuschauerzahlen und den sportlichen Erfolg. Ich denke auch, dass die Fernseh-Vermarktung nach 2006 mehr Geld bringen wird.
Morgenpost: Wieviel Riskio ist sinnvoll als Verein einzugehen?
Schiller: Wir haben bereits investiert in unsere Infrastruktur, den Nachwuchs. Zudem haben wir Personalkosten gesenkt von 33 Millionen auf rund 25 in dieser Saison.
Morgenpost: Bekommt Hertha die Lizenz 2005/06?
Schiller: Ja
---------------------------------------------------------------------
Erschreckend ist, auf welche Potentiale man setzt!
Die Einnahmen aus dem VIP-Bereich sind schon verpfändet. Sie setzen auf steigende Zuschauerzahlen, aber in der Realität müssen sie trotz Erfolg in der Saison die Zuschauer mit Preisaktionen ins Stadion locken, da weniger kommen als man eigentlich durch das neue Stadion gedacht hätte. Man setzt auf sportlichen Erfolg. Klasse! Das hat Dortmund auch gemacht und sogar einige Jahre gehabt. Dennoch steht ihnen schon das Wasser bis zum Hals. In was für eine Realität leben die Verantwortlichen?
Und sie denken, dass die Fernseheinnahmen steigen werden. Da stellt sich doch gleich die Frage, ob diese auch schon verplant wurden bzw. was passiert, wenn die Einnahmen nicht steigen? :-(
06.03.2005 - 11:19 Uhr
mal sehen was passiert, wenn die vip-logen auch noch versteuert werden müssen...dann bin ich neugierig, welche "potentiale" der herr schiller dann sieht :(
zu viel riskantes dabei...so wirtschaftet man einfach nicht !
@spätzle
danke fürs abtippen.
zu viel riskantes dabei...so wirtschaftet man einfach nicht !
@spätzle
danke fürs abtippen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von physsus am 06.03.2005 um 11:20 Uhr bearbeitet
06.03.2005 - 20:29 Uhr
Hier ist im übrigen die Primärquelle, auf die sich die Berliner Morgenpost bezogen hat:
http://www.berliner-volksbank.de/pdf/prospekte/verkaufsprospekt_hertha.pdf
Dabei ist auch die GuV und die Bilanz der Saison 2003/04 enthalten.
http://www.berliner-volksbank.de/pdf/prospekte/verkaufsprospekt_hertha.pdf
Dabei ist auch die GuV und die Bilanz der Saison 2003/04 enthalten.
07.03.2005 - 12:49 Uhr
Stürmen auf Vorkasse
Hertha will seine schwierige Finanzlage verbessern
Michael Jahn
BERLIN, 6. März. "Die Berliner nehmen sehr großen Anteil daran, was Hertha macht", sagte Manager Dieter Hoeneß, er merke das im Restaurant, beim Tanken oder am Kiosk. "Aber", so Hoeneß, "es fehlt leider oft der zweite Schritt, der Gang ins Stadion." Beim Bundesligisten, der um einen Platz im Uefa-Cup kämpft, ist man nicht zufrieden mit der Zuschauerresonanz "in einem der schönsten Stadien Europas", so Hoeneß. Zwar liegt der Schnitt mit 43 887 Zuschauern höher als im Etat kalkuliert (39 000), aber angesichts des sportlichen Erfolgs und des enormen Einzugsgebietes ist er nicht zufriedenstellend. Zwar stellen die Zuschauererlöse bei allen Bundesligaklubs gegenüber den TV-Einnahmen und Marketing-Aktivitäten längst nur noch einen kleineren Teil im Etat dar, aber Hertha benötigt jeden Euro - und zwar mehr, als bislang bekannt war.
Öffentlich war zuvor nur, dass den Verein Verbindlichkeiten von 18,95 Millionen Euro drücken, aber durch den Schritt, als erster Bundesligist eine öffentliche Anleihe in Form von Inhaber-Teilschuldverschreibungen zu emittieren (60 000 Urkunden zu je 100 Euro), wurden nun Details über die finanzielle Situation von Hertha BSC publik. In einem 110 Seiten starken Verkaufsprospekt der Hertha BSC KG mbH aA. für den Partner Berliner Volksbank werden die potenziellen Käufer unter Punkt 4 (Anlagerisiken) über die wirtschaftliche Lage informiert. Da heißt es: "Derzeit ist die Liquidität des Emittenten (also Hertha/d. Red.) stark angespannt."
Einmalige Sonderzahlung
So hat Hertha den Vertrag mit seinem exklusiven Vermarktungspartner Sportfive in aller Stille vorzeitig bis Juni 2014 verlängert, um an frisches Geld zu gelangen. Ursprünglich lief der Kontrakt bis 2009. Für die Verlängerung des Vertrages muss Sportfive eine einmalige Sonderzahlung leisten. Auch aus den Verträgen mit Hauptsponsor (Arcor/bis 2006) und Ausrüster (Nike/bis 2009) ist schon viel Geld geflossen. Beide Partner, heißt es, haben bereits bei Vertragsabschluss einen "wesentlichen Teil aller zu erbringenden Zahlungen getätigt".
Bislang hieß es, der Hauptsponsor unterstütze den Klub mit sechs Millionen Euro pro Jahr, der Ausrüster mit drei Millionen Euro. Die Verbindung mit Sportfive geht ins Jahr 1994 zurück. Damals rettete Sportfive-Vorgänger Ufa-Sports den maroden Zweitligisten. Als Mitgift in einen ersten Vertrag flossen 4,5 Millionen Mark. Lange unterhielt man einen Kontrakt, den viele in Berlin als Knebelvertrag bezeichneten. Die Erlöse aus dem Marketing wurden im Verhältnis 60 (Verein) zu 40 (Ufa) aufgeteilt, erst 2000 gelang es Hertha, bessere Konditionen auszuhandeln (80 zu 20).
Starke Infrastruktur
Die Gründe, warum der bis auf die Saison 2003/04 sportlich erfolgreiche Klub in finanzielle Engpässe geriet, sind vielschichtig. Von 1997 an bis 2005 wurden 50,875 Millionen Euro für Spielertransfers verbraucht und 15 Millionen Euro in die Infrastruktur gesteckt, die heute zu den besten in der Liga zählt. Dem gegenüber stehen Verluste von 2000 bis 2004, die der Klub so angibt: 11 Millionen Euro wegen der Kirch-Krise und 15 Millionen Euro wegen des Stadionumbaus. Nennenswerte Einnahmen aus Spielerverkäufen gab es nur durch Sebastian Deisler.
Die Aktivitäten von Hertha auf finanziellen Sektor sind legitim und auch bei anderen Klubs üblich, riskant sind sie dennoch. Erschwerend kommt hinzu, dass es trotz intensiver Bemühungen nicht gelang, einen strategischen Partner zu gewinnen. Als solcher kaufte sich Adidas einst beim FC Bayern mit einer zehnprozentigen Beteiligung ein - für 76,6 Millionen Euro.
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/sport/428245.html
Hertha will seine schwierige Finanzlage verbessern
Michael Jahn
BERLIN, 6. März. "Die Berliner nehmen sehr großen Anteil daran, was Hertha macht", sagte Manager Dieter Hoeneß, er merke das im Restaurant, beim Tanken oder am Kiosk. "Aber", so Hoeneß, "es fehlt leider oft der zweite Schritt, der Gang ins Stadion." Beim Bundesligisten, der um einen Platz im Uefa-Cup kämpft, ist man nicht zufrieden mit der Zuschauerresonanz "in einem der schönsten Stadien Europas", so Hoeneß. Zwar liegt der Schnitt mit 43 887 Zuschauern höher als im Etat kalkuliert (39 000), aber angesichts des sportlichen Erfolgs und des enormen Einzugsgebietes ist er nicht zufriedenstellend. Zwar stellen die Zuschauererlöse bei allen Bundesligaklubs gegenüber den TV-Einnahmen und Marketing-Aktivitäten längst nur noch einen kleineren Teil im Etat dar, aber Hertha benötigt jeden Euro - und zwar mehr, als bislang bekannt war.
Öffentlich war zuvor nur, dass den Verein Verbindlichkeiten von 18,95 Millionen Euro drücken, aber durch den Schritt, als erster Bundesligist eine öffentliche Anleihe in Form von Inhaber-Teilschuldverschreibungen zu emittieren (60 000 Urkunden zu je 100 Euro), wurden nun Details über die finanzielle Situation von Hertha BSC publik. In einem 110 Seiten starken Verkaufsprospekt der Hertha BSC KG mbH aA. für den Partner Berliner Volksbank werden die potenziellen Käufer unter Punkt 4 (Anlagerisiken) über die wirtschaftliche Lage informiert. Da heißt es: "Derzeit ist die Liquidität des Emittenten (also Hertha/d. Red.) stark angespannt."
Einmalige Sonderzahlung
So hat Hertha den Vertrag mit seinem exklusiven Vermarktungspartner Sportfive in aller Stille vorzeitig bis Juni 2014 verlängert, um an frisches Geld zu gelangen. Ursprünglich lief der Kontrakt bis 2009. Für die Verlängerung des Vertrages muss Sportfive eine einmalige Sonderzahlung leisten. Auch aus den Verträgen mit Hauptsponsor (Arcor/bis 2006) und Ausrüster (Nike/bis 2009) ist schon viel Geld geflossen. Beide Partner, heißt es, haben bereits bei Vertragsabschluss einen "wesentlichen Teil aller zu erbringenden Zahlungen getätigt".
Bislang hieß es, der Hauptsponsor unterstütze den Klub mit sechs Millionen Euro pro Jahr, der Ausrüster mit drei Millionen Euro. Die Verbindung mit Sportfive geht ins Jahr 1994 zurück. Damals rettete Sportfive-Vorgänger Ufa-Sports den maroden Zweitligisten. Als Mitgift in einen ersten Vertrag flossen 4,5 Millionen Mark. Lange unterhielt man einen Kontrakt, den viele in Berlin als Knebelvertrag bezeichneten. Die Erlöse aus dem Marketing wurden im Verhältnis 60 (Verein) zu 40 (Ufa) aufgeteilt, erst 2000 gelang es Hertha, bessere Konditionen auszuhandeln (80 zu 20).
Starke Infrastruktur
Die Gründe, warum der bis auf die Saison 2003/04 sportlich erfolgreiche Klub in finanzielle Engpässe geriet, sind vielschichtig. Von 1997 an bis 2005 wurden 50,875 Millionen Euro für Spielertransfers verbraucht und 15 Millionen Euro in die Infrastruktur gesteckt, die heute zu den besten in der Liga zählt. Dem gegenüber stehen Verluste von 2000 bis 2004, die der Klub so angibt: 11 Millionen Euro wegen der Kirch-Krise und 15 Millionen Euro wegen des Stadionumbaus. Nennenswerte Einnahmen aus Spielerverkäufen gab es nur durch Sebastian Deisler.
Die Aktivitäten von Hertha auf finanziellen Sektor sind legitim und auch bei anderen Klubs üblich, riskant sind sie dennoch. Erschwerend kommt hinzu, dass es trotz intensiver Bemühungen nicht gelang, einen strategischen Partner zu gewinnen. Als solcher kaufte sich Adidas einst beim FC Bayern mit einer zehnprozentigen Beteiligung ein - für 76,6 Millionen Euro.
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/sport/428245.html
07.03.2005 - 13:05 Uhr
Das schreit für mich alles nach einem neuen Fragenkatalog zur Finanzlage bei Hertha...
07.03.2005 - 13:57 Uhr
>Das schreit für mich alles nach einem neuen Fragenkatalog zur
>Finanzlage bei Hertha...
dazu ist unsere sportliche lage viel zu rosig, als daß du massen von fans dazu mobilisieren könntest........
eine informationsveranstaltung + fragekatalog und zwar vor unterzeichnung des schechter-anleihe wäre ideal.
>Finanzlage bei Hertha...
dazu ist unsere sportliche lage viel zu rosig, als daß du massen von fans dazu mobilisieren könntest........
eine informationsveranstaltung + fragekatalog und zwar vor unterzeichnung des schechter-anleihe wäre ideal.
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