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Finanzierung der Hertha

12.03.2004 - 22:01 Uhr
Finanzierung der Hertha |#81
14.04.2005 - 13:49 Uhr
Da ja auch Pedni Werder Bremen schon als Vorbild herangezogen hat, passt ja folgender Artikel sehr schön hier hinein:

Der Kampf um Europa
Hertha BSC will dorthin, wo Werder Bremen schon ist: an die nationale Spitze - Sonnabend geht es zum Meister ins Weserstadion
Bild aus der Morgenpost

Hertha BSC, hier Marcelinho (h.), und Bremen, hier Tim Borowski, kämpfen um einen internationalen Startplatz

Foto: dpa
Von Uwe Bremer und Kai Niels Bogena

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid hatte im Auftrag der "Welt am Sonntag" gefragt: "Welcher Bundesligist wirtschaftet Ihrer Meinung nach seriös?" Den zweitbesten Wert unter 1000 repräsentativ ausgesuchten Bundesbürgern erhielt Werder Bremen (nach dem FC Bayern). Abgeschlagen in dem Ranking landete Hertha BSC zwischen Mainz und Rostock. Das Phänomen ist für Hertha-Manager Dieter Hoeneß nicht neu. "Es geht weniger um objektive Fakten, aber bundesweit haben wir mit Hertha ein Wahrnehmungsproblem."

In zwei Tagen tritt der Hauptstadt-Klub beim deutschen Meister an. Bei Hertha registrieren sie sehr wohl, daß Bremen sich eine Menge Respekt erarbeitet hat. "Zu Recht", findet Hoeneß. Eigentlich sprechen die Faktoren gegen einen Topklub an der Weser: zu wenig Einwohner, zu kleines Stadion, zu geringe Wirtschaftskraft in der Region. Trotzdem war Werder seit 1988 dreimal Meister, viermal Pokalsieger und einmal Europacup-Sieger. "Wir sind einer der drei besten Klubs in Deutschland", sagt Werders Sportdirektor Klaus Allofs, "den Platz wollen wir behaupten." Unter den besten drei heißt Champions League. Anders gesagt: Werder ist da, wo Hertha hinmöchte.

Dieter Hoeneß versteht, was gemeint ist, will es aber so nicht stehen lassen. Ein Klub wie Werder genießt viele Sympathien, "obwohl objektiv gesehen Herthas BSC in den vergangenen sechs Jahren im Schnitt besser plaziert war."

Das ist zugleich richtig und falsch. Richtig, weil Hertha mit Ausnahme dieser Saison zuvor fünfmal in Folge international gespielt hat. Werder hingegen wurde in diesem Zeitraum 13., 9. oder 7. Falsch ist das Argument, weil Werder sich via DFB-Pokal oder UI-Cup dennoch UEFA-Cup-Startplätze ergattert hat. Vor allem aber hat Bremen im fraglichen Zeitraum gleich dreimal das gewonnen, was Hertha bisher vergeblich anstrebt: Titel (deutsche Meisterschaft 2004, DFB-Pokalsieger 1999 und 2004).

Dabei sind die Wege, die die beiden Klubs beschreiten, nicht so verschieden. Seit drei Jahren gibt es nur stark leistungsbezogene Kontrakte. Werder-Topverdiener Johan Micoud kommt nur dann auf ein Jahressalär von 3,2 Millionen Euro, wenn das Team Erfolg hat. Gleiches gilt in Berlin für Arne Friedrich, dessen (geschätztes) Gehalt bis auf 2,7 Millionen klettern kann.

Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller sagt seit Jahren, die Finanzplanung sei konservativ angelegt. So werde eine Saison grundsätzlich ohne Einnahmen aus dem internationalen Geschäft geplant. Das gleiche Credo gilt in Bremen. Nur scheinen die hanseatischen Kaufleute das gewiefter zu handhaben. Allofs jedenfalls vermeldet, Werder habe keine Schulden. Bei Hertha belaufen sich allein die Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten auf 18,95 Millionen Euro.

Ein glücklicheres Händchen bewies Bremen bei der Zusammenstellung des Kaders. Während Hertha nach der Verpflichtung von Fredi Bobic und Artur Wichniarek 2003 nun in der zweiten Saison praktisch ohne Sturm spielt, wurde das treffsichere Quartett der Vorsaison (Ailton, Klasnic, Valdez, Charisteas) umgewandelt in die ebenfalls gefährlichen Klose, Klasnic, Valdez und Zidan. Auch in der Nationalmannschaft hat Werder mehr Gewicht als Hertha. So lädt Bundestrainer Jürgen Klinsmann aus Bremen Ernst, Klose, Baumann, Borowski und Schulz ein; aus Berlin ist nur Arne Friedrich dabei.

Allofs: "Mit Blick auf die WM 2006 wollen wir möglichst viele Spieler an die Nationalelf abstellen." Dieter Hoeneß kann aktuell nicht mithalten, verweist aber auf die Perspektiven. Hertha hat Werder, das als einer der ersten Klubs in der Bundesliga ein Jugendinternat hatte, auf diesem Gebiet überflügelt. Die Nachwuchsarbeit in Berlin gilt bundesweit als vorbildlich.

Nun sind sie bei Hertha traurig, daß nicht mehr Fans ins Olympiastadion strömen, um das Team zu unterstützen. Daß Respekt nicht selbstverständlich ist, haben sie indessen auch bei Werder erfahren. Nach dem Double-Gewinn 2004 schien klar, wer "Bremens Mannschaft des Jahres" wird. Doch der Titel ging an den Grün-Gold-Club Bremen - den deutschen Meister im Latein-Formationstanz.

http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/04/14/sport/747276.html
Finanzierung der Hertha |#82
14.04.2005 - 20:07 Uhr
>>und dem offiziellen Schuldenstand von kanpp 19 Mio.€
>
>spaetzle, entschuldige wenn ich Dich verbessern muss. Der
>offizielle Schuldenstand lt. Bilanz zum 30.Juni 2004 sind 34,7
>Mio €! Deine 19 Mio sind nur die Verbindlichkeiten gegenüber
>Banken.
>
>Siehe S. 88
>
>http://www.berliner-volksbank.de/pdf/prospekte/verkaufsprospekt_hertha.pdf

Das stört mich doch nicht, wenn du mich verbessern musst, da mein wirtschaftliches Wissen erst am Wachsen ist. ;-)

Aber ist es eigentlich so zweckdienlich diese 34,7 Mio als offiziellen Schuldenstand zu verwenden?
Sicherlich ist es finanziell korrekter von dieser Gesamtzahl aller Verbindlichkeiten auszugehen, jedoch sind die 19 Mio wohl die bessere Vergleichsgröße.
Schließlich wird seit Jahren bei Hertha immer diese Summe (also nur die Bankverbindlichkeiten) bekanntgeben und auch die anderen Vereine werden es vermutlich so handhaben.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Spaetzle am 14.04.2005 um 20:08 Uhr bearbeitet
Finanzierung der Hertha |#83
14.04.2005 - 22:49 Uhr
>>und auch die anderen Vereine werden es vermutlich so
>handhaben.
>
>Mir ist nicht bekannt das andere ihre Bankverb. als
>Gesamtverbindlichkeiten verkaufen.

Naja, die anderen Vereine (den BVB ausgenommmen, da sie es ja müssen) sind ja auch nicht gerade fleißig mit dem Veröffentlichen ihrer detaillierten finanziellen Situation.
Und ich glaube nicht, dass die Hertha Verantwortlichen die einzigen sind, die dabei tricksen. Das ist den anderen genau so zuzutrauen.
Finanzierung der Hertha |#84
14.04.2005 - 23:00 Uhr
>Sturmritter, es sind ja auch nicht 19 Mio sondern 34,7 Mio zur
>letzten Bilanz!
>
>Selbst wenn wir nun "nur" 25 Mio Schechter rechnen, werden es
>nach den Anleihen und Umschuldung knapp 50 Mio sein!
>
>Und 50 Mio Schulden sind nicht "horrend" wenn man in der
>Bilanz nur Aktiva von rd. 25 Mio dagegen hat? Du beliebst zu
>scherzen, oder? ;)

Das wollte ich dich schon die ganze Zeit fragen, weil ich mir da nicht sicher bin: Wie kommst du eigentlich auf diese 50 Millionen?

Ich vermute mal die 25 Mio Schechter-Anleihe + 6 Mio öffentliche Anleihe + circa 15 Mio Verbindlichkeiten aus L+L, Sonstige

Liege ich damit richtig?

Finanzierung der Hertha |#85
14.04.2005 - 23:30 Uhr
>Kurz Zusammengefasst:
>Besseres Scouting, gepaart mit besserer Betreuung bringen
>mittel- und langfristig Einsparungen im Transferbereich und
>bessere Ergebnisse in der Liga und in den Cups.

Unser Scouting-System funktioniert eigentlich im Großen und ganz gut.
Einer der wenigen großen Fehlern ist mit Alves passiert, bei dem man die charakterliche Komponente zu wenig beachtet hätte. Aber auch mit ihm hätte es geklappt, wenn er dieses durch konstante Leistungen ausgeglichen hätte. Dann wäre nämlich all dieses drumherum mehr oder weniger irrelevant gewesen.
Ansonsten haben eigentlich nur die Stürmer die Probleme bereitet, wobei es teilweise auch überhaupt nicht vorhersehbar war.

Aber auf der anderen Seite sind ziemlich gute Sichtungen (z.B. van Burik, Kiraly, Simunic, Cagara, Marcelinho, Gilberto, Rafael, Friedrich etc.) gelungen, die es mit dem Bremer Vorbild locker aufnehmen können.

Das ist ja auch das merkwürdige. Im Tor, Abwehr und Mittelfeld funktioniert es gut bis sehr gute, aber beim Stürmerscouting ist der Wurm drin.

Es wurde früher in der Blütezeit der Transferrekorde viel Geld verschwendet, was ja aber auch nahezu alle Vereine so zu verantworten haben. Nun wird aber m.E. eine relativ vernünftige Transferpolitik betrieben.
Finanzierung der Hertha |#86
14.04.2005 - 23:47 Uhr
>Aber gehört sowas hier in den Finanzierungsthread?

Hast recht, ich wechsle mal in den Thread "Fazit: Hertha´s Zugänge seit 1997 ......" ;-)
Finanzierung der Hertha |#87
15.04.2005 - 11:50 Uhr
>Schließlich wird seit Jahren bei Hertha immer diese Summe
>(also nur die Bankverbindlichkeiten) bekanntgeben und auch die
>anderen Vereine werden es vermutlich so handhaben.

@Spätzle

Die Verbindlichkeiten, die bzgl. Schalke in den Medien genannt werden, sind definitiv die Gesamtverbindlichkeiten gemäß Bilanz ( 2004 aktuell ca. 115 Mio. / davon ca. 85 Mio. Anleihe ) .

Wie Du schon richtig sagst ist die kursierende Zahl beim BVB sicher auch richtig, weil das Ganze durch das Aktienrecht dort sehr transparent ist .

Ich bin wirklich sehr erstaunt, daß die Medien sich kaum auf die bilanzielle Überschuldung der Hertha stürzen .
Zumindest in den überregionalen Medien nimmt man davon gar nichts wahr .
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Andre am 15.04.2005 um 11:53 Uhr bearbeitet
Finanzierung der Hertha |#88
16.04.2005 - 09:50 Uhr
>>Ich bin wirklich sehr erstaunt, daß die Medien sich kaum auf
>>die bilanzielle Überschuldung der Hertha stürzen .
>>Zumindest in den überregionalen Medien nimmt man davon gar
>>nichts wahr .
>
>
>Das ist wirklich unfassbar und zeigt nur, wie wenig
>Sportreporter vom kaufmännischen verstehen. Wenn sie wüssten,
>würden sie sich totsicher wie die Geier drauf stürzen...

Oder es liegt daran, dass Hertha für die Allgemeinheit scheinbar eher uninteressant ist.
Denn auf Schalke und dem BVB haben sie sich ja teilweise geierartig drauf gestürzt.
Finanzierung der Hertha |#89
19.04.2005 - 15:29 Uhr
BVB-Fußball
dpa
Der BVB benötigt mehr als nur eine Finanzspritze.

Frontal21 am 19. April 2005

"Fünf vor Zwölf"
in der Bundesliga

Dramatische Wirtschaftslage - Wegen fehlender Bilanzen drohen Ordnungsgelder

Die meisten Clubs der Fußball-Bundesliga sind nach Einschätzung einer Finanzexpertin in einer wirtschaftlich dramatischen Lage. "Man kann sagen, es ist fünf vor zwölf und es besteht absolut akuter Handlungsbedarf", urteilt die auf Unternehmensinsolvenzen spezialisierte Anwältin Angelika Amend nach der Einsicht in Vereins-Bilanzen. Das ZDF-Magazin Frontal21 hat erstmals einen Großteil der Bilanzen zusammengestellt und verglichen.

19.04.2005

Nach den Recherchen von Frontal21 müssen Bayer 04 Leverkusen, DSC Arminia Bielefeld und Hannover 96 mit Ordnungsstrafen bis zu 25.000 Euro rechnen, weil sie gesetzeswidrig ihre Jahresabschlüsse bei den Amtsgerichten nicht offengelegt haben.

Das gilt auch für die Deutsche Fußball Liga (DFL), die zur Zeit die Lizenzvergabe für die nächste Spielzeit prüft. Wie die meisten Clubs ist auch die DFL als Kapitalgesellschaft zur Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse gesetzlich verpflichtet.

Unterlagen fehlen
Soweit Bilanzen vorlagen, hat Frontal21 sie der Insolvenzberaterin Amend zur Begutachtung vorgelegt. "Dem überwiegenden Teil der Vereine geht es richtig schlecht", lautet ihr Fazit. Sie seien bilanziell überschuldet. "Sie haben hohe Verbindlichkeiten, im wesentlichen Bankverbindlichkeiten, was kaum durch Aktivwerte auf der Bilanzseite aufgefangen wird."

Amend untersuchte die Clubs nach den Erträgen aus ihrer Geschäftstätigkeit und nach ihrer Vermögenslage. Würde man die Vereine dementsprechend auf dem Spielfeld postieren, ergäbe sich eine extrem defensiv ausgerichtete Mannschaftsaufstellung.

Viele in der Defensive
Das überraschende Stürmerpaar bilden der FC Bayern München und der SC Freiburg - der Erste und der Letzte in der Tabelle. Bayern habe sich in Sachen Vermögen eine Art Speckmantel zugelegt, so Amend, auch Freiburg sei ein Musterbeispiel für solide Unternehmensführung. Im Mittelfeld spielen Mönchengladbach und Wolfsburg zurück gedrängt in der eigenen Hälfte, dahinter Stuttgart, Bremen und Hannover.

Der HSV, Hertha und Schalke verteidigen im eigenen Strafraum. Sie kämpfen mit hohen Verbindlichkeiten und drohenden Liquiditätsproblemen. Zu diesem Feld hat sich auch der vor zwei Jahren noch der von der Insolvenz bedrohte 1. FC Kaiserslautern vor gearbeitet. Dortmund kämpft auch nach der Einigung mit den Gläubigern auf der Torlinie ums Überleben.

Fehler im Management
DFL-Geschäftsführer Christian Müller betonte dagegen, dass den Verbindlichkeiten von rund 700 Millionen Euro in der ersten und zweiten Liga Vermögenswerte von fast einer Milliarde entgegen stünden. Das sei eine "solide Ausgangsposition".

Neben der Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg der Clubs sieht Amend als wesentlichen Grund für die schlechte Wirtschaftslage auch Mängel im Management. "Mit ein Hauptfehler ist, dass die Vereine, obwohl sie als Wirtschaftsunternehmen geführt werden, kein vernünftiges Controlling haben." Mit einem solchen Controlling könne man relativ schnell erkennen, wo man gegensteuern müsse.

Wachsende Verschuldung
Gefährlich sei auch die wachsende Verschuldung der Vereine, unter anderem durch teure Zukäufe: "Die Vereine haben oft munter weiter Spieler eingekauft, obwohl sie gesehen haben, wir erwirtschaften Verluste."

Die schlechten Zahlen sollten von den Vereinen als Aufgabe verstanden werden, sofort zu handeln, fordert die Analystin. "Nach den Erfahrungen, die ich jetzt hier anhand des Zahlenmaterials gemacht habe, kann ich schon sagen, dass die Ausrede, mir fehlt der sportliche Erfolg und deswegen bin ich wirtschaftlich nicht erfolgreich, einfach so nicht zählen kann."

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,2288252,00.html
Finanzierung der Hertha |#90
19.04.2005 - 19:59 Uhr

>
>Was macht die Hertha? Will man sich langfristig positionieren
>(Werder)? Oder will man sich nach oben kaufen?


zweiteres. der vertrag von d. hoeneß läuft nicht ewig und zu gerne würde er sich seinen traum von der meisterschaft in berlin erfüllen...auf teufel komm raus. ob die anleiheverpflichutngen den verein für die nächsten paar generationen lahm legen werden, ist dem so ziemlich egal. er wird zu der zeit sowieso unlängst einen anderen job gefunden haben.
so wie meyer-vorfelder beim vfb gewütete hat, so macht es dieter hoeneß jetzt bei uns....und keiner kann etwas dagegen unternehmen :-(

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