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Finanzen

02.12.2019 - 16:18 Uhr
Finanzen |#7441
19.02.2025 - 11:03 Uhr
Ich kann vieles nachvollziehen was hier geschrieben wurde. Sowohl, dass Investoren selbstverständlich mit der Vereinsführung sprechen wie es läuft und welche Ziele gesteckt werden. Bei Vertragsgesprächen mit möglichen Neuzugängen wird das natürlich auch thematisiert.

Niemand wünscht sich eine Vereinsführung, die keine klaren Ziele für die Saison hat, und idealerweise auch darüber hinaus. Fraglich scheint mir jedoch, ob so etwas in die Rheinpfalz, den Kicker oder von mir aus ins Sky-Interview gehört. Zielsetzungen müssen sein, sind aus meiner Sicht aber Interna.

In die Karten schauen lassen würde ich mir nur, wenn es unvermeidbar ist. Und Interpretationen von Zielsetzungen auf Basis von Neuverpflichtungen o.ä. überlasse ich der sonntäglichen Trinkerrunde auf Sport1.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Rhagulian am 19.02.2025 um 11:04 Uhr bearbeitet
Finanzen |#7442
19.02.2025 - 12:29 Uhr
Ich erwarte mir von der KGaA (sowohl von den Investoren wie von den aus dem AR rekrutierten Beiratsmitgliedern) in Kollaboration mit dem GF Sport ein an strategischen Zielen orientiertes Investitionsverhalten. Also nicht nach dem Ukraine-Muster: "Wir geben euch genug, dass ihr im Spiel bleibt, aber nicht genug für den Sieg", um ein - völlig ungeachtet der politischen Dimension - gar nicht mal so unpassendes Beispiel zu nennen. Eine Gesamtstrategie glaube ich aus den Interviews von Thomas Hengen auch durchaus herauslesen zu können - und zwar mit dem kurzfristigen Fokus "Ausbau der Infrastruktur":RL-Stadion am Fröhnerhof, Sanierung FWS, Aufwuchs Geschäftsstelle, Aufstieg Amas und eine den Aufstieg der Profis zumindest nicht von vorne herein negierende Transferpolitik bei den Profis. Man würde einen Aufstieg durchaus mitnehmen, investiert aber jetzt (noch?) nicht jeden Euro in den Profi-Kader, sondern behält den Fokus auf die Gesamtentwicklung des FCK im Blick. Das ist bei Weitem kein "All In", aber eben auch kein "Ein Aufstieg käme zu früh!" mehr. Ich denke, die meisten hier dürften sich einig darin sein, dass dies derzeit ein vernünftiger Ansatz ist. Muss er aber ab April nicht mehr bleiben! Denn dann muss man die Strategie ggf. nochmal anpassen.

Beispiel: Sollten wir dann in der Tat immer noch vorne mit dabeisein, müsste man geplante Investitionen in die Infrastruktur (z.B. Jugendstadion) evt. nochmal zurückstellen, um alle Kräfte darauf zu konzentrieren, Leistungsträger für die BL zu halten und frisches Geld für weitere Verstärkungen in der Kaderspitze zu generieren (ggf. per Kapitalerhöhung auf Basis einer durch den Aufstieg sprunghaft ansteigenden Anteilswertentwicklung). Egal, wie man das sieht, aber die Strategie müsste zumindest auf den Prüfstand. Und sind wir bis dahin nicht mehr ganz vorne mit dabei, muss man eben die internen Ziele für die Folgesaison definieren - auch dies erfordert ggf. eine strategische Anpassung, da der Aufstieg aus Wirtschaftlichkeitserwägungen heraus dann vielleicht nicht mehr ein "nice to have" ist, sondern dringlicher werden könnte (ohne notwendigerweise schon ein "must have" zu sein).

Mir ist das Mindset hier im Forum klar und ich könnte die Repliken auf diesen Beitrag selbst verfassen: "Aufstieg kannst du nicht planen; organische Weiterentwicklung; Aufstieg in drei bis fünf Jahren anpeilen; bedenken, wo wir herkommmen; demütig bleiben...). Aber ich denke, intern kann man sich diese Bierruhe womöglich nicht leisten und hat man mit dem Pokalerfolg und der hohen Stadionauslastung vielleicht lediglich ein bis zwei Spielzeiten erkauft, bevor wir wirklich hoch müssen, weil sich die Sache in Liga 2 sonst nicht mehr trägt (Stadionfrage).

Meine Sorge ist, dass unsere Fan-Investoren diesen strategischen Weitblick vermissen lassen; das Interview von Kemmler weist in diese Richtung, auch wenn er damit wohl nicht für SPI insgesamt gesprochen hat.

Wir können uns in diesen Fragen weder eine unambitionierte Kleinmütigkeit noch eine impulsive "All In"-Orientierung leisten! Und alle müssen am selben Strang ziehen, wenn sie nicht über kurz oder lang am selben Strick hengen wollen.

Ähnlich wie in der von Hengen abgeschenkten Saison sind wir nun wieder in der Situation, bereits frühzeitig den Klassenerhalt fix zu haben. Daher wäre es wirklich dringlich, den Posten des Sportdirektors jetzt zeitnah zu besetzen und in das Screening potenzieller Neuzugänge einzusteigen. Ich würde es nämlich - unabhängig von der Aufstiegsfrage - sehr begrüßen, wenn wir im Sommer den Kader bis auf vielleicht ein, zwei Positionen zu Beginn der Vorbereitung bereits zusammen hätten! Markus Anfang kommt derart stark über das Kollektiv - und nicht primär über die individuelle Qualität -, dass dies gerade bei diesem Trainer wirklich, wirklich wichtig wäre.

Im Moment kann man vielleicht einfach noch die Show genießen, anstatt sich über ungelegte Eier Gedanken machen zu müssen. Aber damit muss - so oder so - spätestens im April dann Schluß sein! Dann muss man wissen, wie und unter welchem Mitteleinsatz man strategisch investieren will. Und irgendwie traue ich unserem Pälzer Bauerntheater das nach den vergangenen beiden Jahrzehnten immer noch nicht wirklich zu. Von daher hätte ich auch absolut nix gegen einen Sportdirektor ohne "Stallgeruch" - gerne auch mit "Plastikclub"-Vita, das ist mir völlig gleich! Oder halt Rebbe, je nachdem, was er sich in Nürnberg (nicht) geleistet hat. Immerhin war er da ja drei Jahre, was die Halbwertszeit eines ausgemachten Stinkstiefels deutlich übertrifft.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 19.02.2025 um 12:33 Uhr bearbeitet
Finanzen |#7443
20.02.2025 - 02:33 Uhr
@Newtrial ich teile deine Ansicht nahezu vollständig. Aber sie geht an dem vorbei, worauf ich hinaus wollte. Meine Frage ist, sollten Investoren in der Öffentlichkeit Vereinsziele setzen oder Zielsetzungen öffentlich fordern?

Es mag ja sein, dass die Aussage, auf die sich die Rheinpfalz bezieht in der Euphorie des Augenblicks entstanden ist, und kein überlegter taktischer Schachzug ist. Das ist gut möglich. Aber ein Investor ist kein beliebiger Fan, der in fröhlicher Stimmung mal einen raushaut. Aussagen von Investoren werden sofort von der Presse aufgriffen.

Wie viele Informationen über die Vereinsziele nach außen getragen werden ist sicher diskutabel. Aber wenn sie nach außen getragen werden, sollte das niemals über Investoren geschehen. Und gerade in einer fröhlichen Situation können Aussagen entstehen, die dann in der Presse landen. Ich will nicht über den Inhalt der Aussage schreiben, sondern wie diese Aussagen in der Presse gelandet sind. Das ist meine Sorge.

Man kann mir sicher entgegenhalten, "ja, mei, war halt der Situation geschuldet, sollte man nicht zu hoch hängen." Da ist was dran. Zum Glück. Und genau deswegen ist diese Aussage der beste Aufhänger, darüber nachzudenken, was passiert wenn Investoren sich öffentlich äußern und welche Risiken sich daraus ergeben, wenn es eine konkrete Meinungsverschiedenheit gibt. Was passiert wenn ein Investor öffentlich sagt, wir müssen Spieler X unbedingt halten, oder auch, wir müssen Spieler Y verkaufen.

Am harmlosen Beispiel können wir nachdenken was passiert, wenn die Aussage nicht mehr ganz so harmlos sein sollte.
Finanzen |#7444
25.04.2025 - 10:21 Uhr
Zitat von Josh_Simpson
Ich verstehe aber auch nicht, warum die Investoren in der ganzen Rechnung immer so gut wegkommen.

Sie halten den e.V durch die Schuldenlast weiter auf relativ dünnem Eis, investieren jetzt korrigiert mich auch nicht im großen Stil ins Stadion Umfeld, z.B in das neue Amateurstadion. Dazu investieren sie jetzt auch nicht in große Transfers, die einen Aufstieg irgendwie erwartbar machen würden.



Passt glaub ich besser hier her als Start für ne Diskussion zwinker
Also ich glaube schon das viele das kritisch sehen (ich durchaus auch). Die Frage ist halt eher für mich:
Was sind die Alternativen bzw. kann man großartig was dagegen tun ? (ich meine Nein)

Natürlich kenne ich auch deren finanzielle Situation nicht aber es wäre halt tatsächlich schön wenn man nicht nur in die erste investiert sondern gerade für das Amateur / Jugend Stadion etc. auch ne Grundlage schafft (notfalls eben über andere Investoren).

Wobei wir aufgrund der Sondereffekte letztes Jahr (Pokalfinale) glaub ich ja selbst bestimmt auf Geld der Investoren verzichtet hatten. Weil man ja eben auch Anteile nicht endlos verschachern kann so einfach. Das kann diesen Sommer ggf. anders aussehen...
Finanzen |#7445
25.04.2025 - 10:36 Uhr
Zitat von Lautrer1900

Zitat von Josh_Simpson

Ich verstehe aber auch nicht, warum die Investoren in der ganzen Rechnung immer so gut wegkommen.

Sie halten den e.V durch die Schuldenlast weiter auf relativ dünnem Eis, investieren jetzt korrigiert mich auch nicht im großen Stil ins Stadion Umfeld, z.B in das neue Amateurstadion. Dazu investieren sie jetzt auch nicht in große Transfers, die einen Aufstieg irgendwie erwartbar machen würden.



Passt glaub ich besser hier her als Start für ne Diskussion zwinker
Also ich glaube schon das viele das kritisch sehen (ich durchaus auch). Die Frage ist halt eher für mich:
Was sind die Alternativen bzw. kann man großartig was dagegen tun ? (ich meine Nein)

Natürlich kenne ich auch deren finanzielle Situation nicht aber es wäre halt tatsächlich schön wenn man nicht nur in die erste investiert sondern gerade für das Amateur / Jugend Stadion etc. auch ne Grundlage schafft (notfalls eben über andere Investoren).

Wobei wir aufgrund der Sondereffekte letztes Jahr (Pokalfinale) glaub ich ja selbst bestimmt auf Geld der Investoren verzichtet hatten. Weil man ja eben auch Anteile nicht endlos verschachern kann so einfach. Das kann diesen Sommer ggf. anders aussehen...


Das ist genau das Punkt. Die Herren investieren nur noch mit einer Gegenleistung. Eine Leistung die der e.V beispielsweise gar nicht mehr leisten kann, weil die Anteile endlich sind.

Wenn man aber mehr möchte als ein Mittelfeldverein in Liga 2 und das möchte man ja offensichtlich, wenn man den Trainer 4 Spiele vor Saisonende schmeißt, dann muss man halt auch mehr investieren.

Diese Strategie die aktuell gefahren wird beißt sich. Man hätte ja schon längst sagen können hey wir denken langfristig bauen ein neues NLZ, Amateurstadion usw. Daraus kann man langfristig extrem viel Geld machen siehe Nürnberg.

Das ist mir alles etwas kurz gegriffen. Wenn man wirklich sagt man möchte kurzfristig Erfolg, kann man es ja auch wie Hopp machen. Kauft einen Toptrainer siehe Rangnick, investiert in der zweiten Liga 20 Millionen und marschiert durch. Stattdessen eiert man so vor sich hin, hat aber eigentlich ganz andere Ansprüche.

Ja was den nun?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Josh_Simpson am 25.04.2025 um 10:37 Uhr bearbeitet
Finanzen |#7446
25.04.2025 - 10:41 Uhr
So weit ich weiß, wurde für 2024 bereits eine Kapitalerhöhung genehmigt, aber vom Verein nicht gezogen, weil man dank der Pokaleinnahmen und des Zuschaueraufkommens, das deutlich über der Planung lag, finanziell auch so gut aufgestellt war. Die Kapitalerhöhung ist aber nur aufgeschoben, d.h. der Verein bzw. die KGaA kann jederzeit nachtanken. Sofern man das muss. Beim aktuellen Zuschauerschnitt und den erwarteten Transfereinnahmen für Ache dürfte da akut kein Bedarf bestehen. Ich habe insofern nicht den Eindruck, dass die Investoren im Moment Optionen haben, den Verein unter Druck zu setzen. Ich kann mich da aber irren.

Beste Grüße
Lullaby
Finanzen |#7447
25.04.2025 - 10:50 Uhr
Zitat von Josh_Simpson

Diese Strategie die aktuell gefahren wird beißt sich. Man hätte ja schon längst sagen können hey wir denken langfristig bauen ein neues NLZ, Amateurstadion usw. Daraus kann man langfristig extrem viel Geld machen siehe Nürnberg.


Es ist mitnichten so, dass große Ausgaben in den Unterbau auch zu massiven finanziellen Zuwächsen führen - ganz gleich welchen Zeitraum man anlegt. In Hoffenheim investiert man da auch viel, wenn es dann aber läuft wie bei Bischoff, schaut der Verein am Ende auch in die Röhre.

Wir fahren nach wie vor ein strukturelles Defizit. Bevor man sich mit einem neuen Amateurstadion und anderen Dingen Investitionen und laufende Kosten ans Bein bindet, sollte man zusehen, dass man dieses Defizit reduziert bzw. gänzlich verschwinden lässt. Das muss Priorität haben, denn nur dann kann ich etwas "aufbauen".
Aktuell leben wir von der Hand in den Mund - da hilft ein Amateurstadion auch nicht weiter.

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Mein Leben hab ich dir vermacht, jeden Tag und jede Nacht!
Forza FCK, rot-weiß-rot olé!
Finanzen |#7448
25.04.2025 - 10:56 Uhr
Über die Fansäule könnten ja auch noch ein paar Mio's erwirtschaftet werden. Seltsamerweise hört man davon gar nichts mehr.
Die "Sperre" läuft doch 2025 aus, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.
Finanzen |#7449
25.04.2025 - 11:00 Uhr
Zitat von Hemdl
Zitat von Josh_Simpson

Diese Strategie die aktuell gefahren wird beißt sich. Man hätte ja schon längst sagen können hey wir denken langfristig bauen ein neues NLZ, Amateurstadion usw. Daraus kann man langfristig extrem viel Geld machen siehe Nürnberg.


Es ist mitnichten so, dass große Ausgaben in den Unterbau auch zu massiven finanziellen Zuwächsen führen - ganz gleich welchen Zeitraum man anlegt. In Hoffenheim investiert man da auch viel, wenn es dann aber läuft wie bei Bischoff, schaut der Verein am Ende auch in die Röhre.

Wir fahren nach wie vor ein strukturelles Defizit. Bevor man sich mit einem neuen Amateurstadion und anderen Dingen Investitionen und laufende Kosten ans Bein bindet, sollte man zusehen, dass man dieses Defizit reduziert bzw. gänzlich verschwinden lässt. Das muss Priorität haben, denn nur dann kann ich etwas "aufbauen".
Aktuell leben wir von der Hand in den Mund - da hilft ein Amateurstadion auch nicht weiter.


Das werden wir auch immer tun, solange wir ein Zweitligist sind. Wo wir wieder bei der strategischen Ausrichtung wären. Nochmal ich behaupte wer Ansprüche stellt, muss auch auf der anderen Seite bereit sein zu investieren.

Man hat es am Ache Transfer gesehen. Du kannst wenn du Verhältnismäßig viel Geld in die Hand nimmst und auf Umstände wie Charakter achtest, einen extremen Input erzielen. Das gleiche haben wir ja auch mit Boyd damals in Liga 3 gemacht.

Passt es aus eurer Sicht zusammen, einen Aufstieg irgendwie erzwingen zu wollen und auf der anderen Seite Investitionen die dafür nötig wären nur im geringem Maße zu leisten?
Finanzen |#7450
25.04.2025 - 12:08 Uhr
Zitat von Josh_Simpson
Passt es aus eurer Sicht zusammen, einen Aufstieg irgendwie erzwingen zu wollen und auf der anderen Seite Investitionen die dafür nötig wären nur im geringem Maße zu leisten?
Ich verstehe deinen Punkt. Allerdings weiß ich nicht, wer entschieden hat, im vergangenen Sommer die bereits abgesegnete Kapitalerhöhung *nicht* zu ziehen. Das muss nicht zwingend die Investorenseite gewesen sein. Mit diesem Geld und den Sondererlösen aus Pokal und Ticketverkauf wäre man zumindest in die Nähe dessen gekommen, was es gebraucht hätte, um einen Top-Etat auf die Beine zu stellen. Ob daraus auch ein Top-Kader resultiert wäre, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Was den Rahmen angeht, in dem das Investorengeld in die Kapitalgesellschaft fließt, kann man m.E. den Investoren kaum zum Vorwurf machen, dass sie eine Gegenleistung dafür sehen möchten. Bei mir entsteht zwar bei dem ein oder anderen gelegentlich der Eindruck, dass er sich eher als Mäzen wahrnimmt - faktisch ist dies aber keiner der Geldgeber. Der Deal lautet „Anteile gegen Geld“.
Ich halte das auch für besser als die Kreditlinien, mit denen meines Wissens Kühne oder Ismaik arbeiten bzw. arbeiteten. Bei uns erhält die KGaA Eigenkapital. Was mit dem Geld geschieht, obliegt theoretisch allein der FCK-KGaA. Praktisch behält die Kapitalseite Mitspracherechte, weil sie über den Beirat jedenfalls bei Grundlagengeschäften mitzubestimmen hat. Das ist aber m.E. aus Sicht der KGaA das angenehmere Modell als das Damoklesschwert eines vom Geldgeber jederzeit fällig zu stellenden Kredits.

Die Anteile sind übrigens auch nicht per se endlich. Meines Wissens fließt das Geld bisher stets über Kapitalerhöhungen. Da insbesondere der e.V. diese nicht mitgehen kann, verwässern seine Anteile „halt“ prozentual. Aufgrund der Steuerthematik hält der e.V. aber bis heute in absoluten Zahlen so viele Anteile wie im Moment der Ausgliederung. Die werden ggf. irgendwann zum Verkauf (das ist etwas anderes als eine Kapitalerhöhung) stehen, um den e.V. nachhaltig zu gesunden.

Theoretisch kann man das Stammkapital der KGaA in Zukunft endlos erhöhen. Die neu ausgegebenen Anteile wird aber immer nur die Investorenseite erwerben können, während das Bezugsrecht des e.V. an diesen neuen Anteilen faktisch - da dort kein Geld vorhanden ist - nicht ausgeübt werden kann. Darin kann man langfristig schon ein Problem sehen, weil sich die wirtschaftliche Macht innerhalb der KGaA immer weiter zugunsten der Investorenseite verschieben wird.

Für akut problematisch halte ich persönlich ja eher, wie seitens der Geldgeber kommuniziert wird. Das Kemmler-Interview in der Rheinpfalz war so nötig wie ein Kropf.
Dann, auch das Thema „Kommunikation“ betreffend: Wann immer es um den FCK unruhig wird, erscheinen bei sport1 Artikel von Franke, der offenbar vorab bestens informiert ist und anscheinend stündlich mit Updates aufwarten kann, die sich nicht selten im Nachhinein als zutreffend herausstellen. Das kann natürlich auch ein Zufall sein, ich persönlich finde es in dieser Regelmäßigkeit aber schon auffällig, zumal es eigentlich immer um polarisierende Entscheidungen geht und Franke nach meiner Wahrnehmung in keinem anderen Bereich in dieser Tiefe über den FCK berichtet.

Unabhängig machen kann sich die FCK-KGaA wahrscheinlich am besten durch einen Bundesligaaufstieg. Ein stabiles Fundament böte wohl auch eine Etablierung unter den Top 6 der zweiten Liga (-> TV-Gelder) plus ein anhaltender Zuschauerboom. Der Position des e.V. im Gesamtkonstrukt könnte ggf. damit gedient sein, vorhandenen oder zukünftigen Grundbesitz in seine Hände zu legen. Da weiß ich aber erstens nicht, wie die steuerrechtliche Lage ist. Und zweitens wird der e.V. das geplante Amateurstadion nicht bezahlen können. Ggf. ließe sich hier aber mit dem Geld aus einem etwaigen Verkauf seiner angesprochenen Anteile an der KGaA etwas bewegen…
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