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Leon Goretzka
Geburtsdatum 06.02.1995
Alter 31
Nat. Deutschland  Deutschland
Größe 1,89m
Vertrag bis -
Position Zentrales Mittelfeld
Fuß rechts
Akt. Verein Vereinslos

Leistungsdaten: 25/26

Wettbewerbwettbewerb
Insgesamt 4855
3154
10--
6-1
1--

#8 Leon Goretzka

14.07.2015 - 19:04 Uhr
#8 Leon Goretzka |#3901
24.01.2018 - 07:20 Uhr
Ich will es mal so ausdrücken. Zu solch einem Ablauf gehören meistens zwei Seiten: einen Verarscher und einen der sich verarschen lässt. Meine Vermutung ist, wäre bereits letztes Jahr klar gewesen, dass Leon Goretzka uns verlässt, so hätte man ihn verkauft. Schalke ist nicht der FCB und eigentlich auf Ablösen angewiesen wenn sie sich realisieren lassen.

Allein die Überzeugung, mit ihm verlängern zu können und eine realistische Chance zu haben, hat den Verein dazu bewogen zu warten.
Das wurde ja auch offensichtlich von Berater und Spieler so suggeriert. Nämlich indem man zunächst eine mündliche Zusage gab, um den Verein dann später hinzuhalten und die Aussicht zu geben, unter gewissen Voraussetzungen könnte sich Leon Goretzka einen Verbleib vorstellen.

Diese Voraussetzungen wurden aus Sicht der Schalker Fangemeinde, so wie ich es wahrnehme, in weiten Teilen erfüllt. Man sieht eine sportlich nachezu optimale Entwicklung, der Trainer und der Verein sehen den Spieler als wichtiges Standbein und auch finanziell hat sich der Verein so weit wie möglich auf den Spieler zubewegt.

Bleibt die berechtigte Frage, was noch hätte passieren müssen, damit Leon Goretzka bleibt. Und dieser Antwort bleiben Spieler und Berater vollkommen schuldig. Stattdessen, und das finde ich nahezu grotesk, wird sich auf die Position zurückgezogen, die zurecht jeden erzürnt, der noch was von mündlichen Zusagen, Ehrlichkeit und Transparenz hält: nur ein schriftlicher Vertrag ist final verbindlich.

Es mag ja Vereine wie den BxB geben, bei denen sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass es für die Spieler in den meisten Fällen nur noch um die Ware Liebe geht. Wir Schalker sind halt noch nicht so weit, auf Aussagen, Bekenntnisse und Zusagen nichts mehr zu geben. Wir brauchten glaub ich nochmal einen Verarscher, um zu realisieren wie die neue Generation Spieler in weiten Teilen tickt. Für mich ist das ernüchternd, enttäuschend und bringt mich wieder einen weiteren Schritt weg davon mir jede Woche die Schalker anzuschauen. Schalker in denen ich Angestellte sehe deren einziges Ziel ist den nächsten optimalen Absprungspunkt in der Karriere zu finden und deren Identifikation mit dem Verein weitgehend nicht vorhanden oder gespielt ist.

Unterm Strich finde ich es richtig und wichtig, dass wir Schalker erzürnt sind und das auch ausdrücken. Mit Anstand und Ehrlichkeit hat dieses Verhalten aus meiner Sicht nichts mehr zu tun. Es geht um Taktik, Strategie und Zockerei. In diesem Fall,wie in vielen anderen Fällen von Bundesligatransfers zum Schaden des Vereins. Da frage ich mich in welcher Welt wir leben, wenn man da nicht mehr seinen Unmut äußern kann und sollte.

Es mag ja andere Vereine geben bei denen bereits der "Endzustand" erreicht ist und bei denen Spieler halt als Angestellte gesehen werden die kommen und gehen und deren einziger Zweck darin besteht Verträge zu erfüllen und deren einziges Ziel darin besteht sich selbst zu optimieren. Wie geschrieben zähle ich Schalke aber (noch) nicht dazu.
#8 Leon Goretzka |#3902
24.01.2018 - 08:19 Uhr
Zitat von deralex80
Ich will es mal so ausdrücken. Zu solch einem Ablauf gehören meistens zwei Seiten: einen Verarscher und einen der sich verarschen lässt. Meine Vermutung ist, wäre bereits letztes Jahr klar gewesen, dass Leon Goretzka uns verlässt, so hätte man ihn verkauft. Schalke ist nicht der FCB und eigentlich auf Ablösen angewiesen wenn sie sich realisieren lassen.

Allein die Überzeugung, mit ihm verlängern zu können und eine realistische Chance zu haben, hat den Verein dazu bewogen zu warten.
Das wurde ja auch offensichtlich von Berater und Spieler so suggeriert. Nämlich indem man zunächst eine mündliche Zusage gab, um den Verein dann später hinzuhalten und die Aussicht zu geben, unter gewissen Voraussetzungen könnte sich Leon Goretzka einen Verbleib vorstellen.

Diese Voraussetzungen wurden aus Sicht der Schalker Fangemeinde, so wie ich es wahrnehme, in weiten Teilen erfüllt. Man sieht eine sportlich nachezu optimale Entwicklung, der Trainer und der Verein sehen den Spieler als wichtiges Standbein und auch finanziell hat sich der Verein so weit wie möglich auf den Spieler zubewegt.

Bleibt die berechtigte Frage, was noch hätte passieren müssen, damit Leon Goretzka bleibt. Und dieser Antwort bleiben Spieler und Berater vollkommen schuldig. Stattdessen, und das finde ich nahezu grotesk, wird sich auf die Position zurückgezogen, die zurecht jeden erzürnt, der noch was von mündlichen Zusagen, Ehrlichkeit und Transparenz hält: nur ein schriftlicher Vertrag ist final verbindlich.

Es mag ja Vereine wie den BxB geben, bei denen sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass es für die Spieler in den meisten Fällen nur noch um die Ware Liebe geht. Wir Schalker sind halt noch nicht so weit, auf Aussagen, Bekenntnisse und Zusagen nichts mehr zu geben. Wir brauchten glaub ich nochmal einen Verarscher, um zu realisieren wie die neue Generation Spieler in weiten Teilen tickt. Für mich ist das ernüchternd, enttäuschend und bringt mich wieder einen weiteren Schritt weg davon mir jede Woche die Schalker anzuschauen. Schalker in denen ich Angestellte sehe deren einziges Ziel ist den nächsten optimalen Absprungspunkt in der Karriere zu finden und deren Identifikation mit dem Verein weitgehend nicht vorhanden oder gespielt ist.

Unterm Strich finde ich es richtig und wichtig, dass wir Schalker erzürnt sind und das auch ausdrücken. Mit Anstand und Ehrlichkeit hat dieses Verhalten aus meiner Sicht nichts mehr zu tun. Es geht um Taktik, Strategie und Zockerei. In diesem Fall,wie in vielen anderen Fällen von Bundesligatransfers zum Schaden des Vereins. Da frage ich mich in welcher Welt wir leben, wenn man da nicht mehr seinen Unmut äußern kann und sollte.

Es mag ja andere Vereine geben bei denen bereits der "Endzustand" erreicht ist und bei denen Spieler halt als Angestellte gesehen werden die kommen und gehen und deren einziger Zweck darin besteht Verträge zu erfüllen und deren einziges Ziel darin besteht sich selbst zu optimieren. Wie geschrieben zähle ich Schalke aber (noch) nicht dazu.[/quot

Aus fansicht ist das alles verständlich und es klingt auch total romantisch. Nur die meisten Spieler haben mit Gelsenkirchen nichts am Hut. Sie haben ihren eigenen Karriereplan und wenn dann der nächst größere Klub kommt, dann nutze sie auch ihre Chance ( neuer , draxler etc.).

Die beiden genannten Spieler kommen dazu noch aus der eigen Jugend .

Am Ende sind Fußballer Einzelunternehmer die ihre Dienstleistung verkaufen. Auch wenn das garnicht romantisch ist.
#8 Leon Goretzka |#3903
24.01.2018 - 08:38 Uhr
Meine Fresse, wenn ich nicht selber im Stadion gewesen wäre Sonntag, würde ich dank der Nachrichtenseiten und Beiträge anderer Fans denken, dass Leon in der Arena nur knapp den Tod entwichen hat.
der wurde zu Beginn ausgepfiffen und während des Spiels. Er hat den Ball aber nie wirkich gehalten und selbst wenn er ihn mal hatte hat es ein paar Momente gedauert bis die Pfiffe dann auch wirklich kamen. Und es ist nicht so dass die ganze Arena auf einmal ein riesen großes Pfeifkonzert war.
Dafür dass es 2 Tage nach seinen Wechsel war und nicht so wie bei Draxler und vor allem bei Neuer ein paar Monate dazwischen lagen, war bei den beiden aber mal ordentlich mehr zu hören. Bei Neuer noch heute.
Der Transfer schmerzt und wenn 2 Tage nach dem Transfer gepfiffen wird und Unmut geäußert wird ist das doch normal. Das wird sich bei Goretzka aber auch legen. Ich war wütend und betrübt als der Transfer bekündet wurde, aber so ein Tritt in den Magen wie bei Neuer und Draxler ist das eben auch nicht. Bei Neuer fühlte man sich richtig verraten und bei Draxler gedemütigt, hier ist es dann halt im Endeffekt doch gleichgültig. Und wenn wir zwei Heimspiele weiter sind wird es sich mit den Pfiffen auch spätestens erledigt haben, dann werden nur noch vereinzelt ein paar Wenige pfeifen wollen.
#8 Leon Goretzka |#3904
24.01.2018 - 08:47 Uhr
Zitat von deralex80
Ich will es mal so ausdrücken. Zu solch einem Ablauf gehören meistens zwei Seiten: einen Verarscher und einen der sich verarschen lässt. Meine Vermutung ist, wäre bereits letztes Jahr klar gewesen, dass Leon Goretzka uns verlässt, so hätte man ihn verkauft. Schalke ist nicht der FCB und eigentlich auf Ablösen angewiesen wenn sie sich realisieren lassen.

Allein die Überzeugung, mit ihm verlängern zu können und eine realistische Chance zu haben, hat den Verein dazu bewogen zu warten.
Das wurde ja auch offensichtlich von Berater und Spieler so suggeriert. Nämlich indem man zunächst eine mündliche Zusage gab, um den Verein dann später hinzuhalten und die Aussicht zu geben, unter gewissen Voraussetzungen könnte sich Leon Goretzka einen Verbleib vorstellen.

Diese Voraussetzungen wurden aus Sicht der Schalker Fangemeinde, so wie ich es wahrnehme, in weiten Teilen erfüllt. Man sieht eine sportlich nachezu optimale Entwicklung, der Trainer und der Verein sehen den Spieler als wichtiges Standbein und auch finanziell hat sich der Verein so weit wie möglich auf den Spieler zubewegt.

Bleibt die berechtigte Frage, was noch hätte passieren müssen, damit Leon Goretzka bleibt. Und dieser Antwort bleiben Spieler und Berater vollkommen schuldig. Stattdessen, und das finde ich nahezu grotesk, wird sich auf die Position zurückgezogen, die zurecht jeden erzürnt, der noch was von mündlichen Zusagen, Ehrlichkeit und Transparenz hält: nur ein schriftlicher Vertrag ist final verbindlich.

Es mag ja Vereine wie den BxB geben, bei denen sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass es für die Spieler in den meisten Fällen nur noch um die Ware Liebe geht. Wir Schalker sind halt noch nicht so weit, auf Aussagen, Bekenntnisse und Zusagen nichts mehr zu geben. Wir brauchten glaub ich nochmal einen Verarscher, um zu realisieren wie die neue Generation Spieler in weiten Teilen tickt. Für mich ist das ernüchternd, enttäuschend und bringt mich wieder einen weiteren Schritt weg davon mir jede Woche die Schalker anzuschauen. Schalker in denen ich Angestellte sehe deren einziges Ziel ist den nächsten optimalen Absprungspunkt in der Karriere zu finden und deren Identifikation mit dem Verein weitgehend nicht vorhanden oder gespielt ist.

Unterm Strich finde ich es richtig und wichtig, dass wir Schalker erzürnt sind und das auch ausdrücken. Mit Anstand und Ehrlichkeit hat dieses Verhalten aus meiner Sicht nichts mehr zu tun. Es geht um Taktik, Strategie und Zockerei. In diesem Fall,wie in vielen anderen Fällen von Bundesligatransfers zum Schaden des Vereins. Da frage ich mich in welcher Welt wir leben, wenn man da nicht mehr seinen Unmut äußern kann und sollte.

Es mag ja andere Vereine geben bei denen bereits der "Endzustand" erreicht ist und bei denen Spieler halt als Angestellte gesehen werden die kommen und gehen und deren einziger Zweck darin besteht Verträge zu erfüllen und deren einziges Ziel darin besteht sich selbst zu optimieren. Wie geschrieben zähle ich Schalke aber (noch) nicht dazu.


Herzliche Willkommen hier.

Ich sehe das anders und da sollte man sich auch von unserer Seite vor Legendenbildung hüten.

Tatsächlich wäre eine mündliche Übereinkunft rechtsverbindlich, darauf pochen aber weder Heidel noch Tönnies. Übereinkunft über die Vertragsmodalitäten gefunden zu haben ist noch keine verbindliche Zusage.
Davor sollten wir uns hier wirklich hüten und auch da sehen, was unsere Entscheider sagen.
Es wurde eine Übereinkunft erzielt und der Vertrag wurde dann den Juristen übergeben.
Ich bin sozusagen im Aldi an der Kasse angelangt, kann aber, auch wenn ich das Sixpack bereits auf das Warenband gelegt habe, immer noch vom Kauf zurück treten.

Wenn man sich die Mühe macht, merkt man auch bei den Interviews, dass Heidel sich zuerst wohl sehr sicher war, danach, schon im Sommer es etwas relativiert (kurz: "Wir geben Goretzka nicht ab" bis hin zu " Es wird uns keiner 50 Mio für ihn geben." )

Keine Ahnung wie es war, unbestritten auch von Seiten Neubauers im Kicker ist bislang, dass Schalke alle Forderungen Gorezkas erfüllt hatte. Was dann zu einem Umdenken geführt hat, ist nicht zu ergründen.

Da Matip und Kolasinacs auch ablösefrei gingen, dies aber weder bei den Schalker Verantwortlichen noch bei den Fans auch nur ansatzweise solche Wellen geschlagen hat, darf man in diesem Fall wohl wirklich davon ausgehen, dass Heidel und Tönnies hier wirklich enttäuscht sind und das auch so artikuliert haben.

Der Abgang ist natürlich enttäuschend, aber es geht wohl wirklich um die Art und Weise. Wie bei Neuer geht es hier um die Art und Weise. Neuer verkauft sich wie der Schalker Gott auf Erden und kommt dann auf einer DFB-PK damit an, dass er von Seiten Schalkes über das Interesse Bayerns unterrichtet worden wäre und jetzt, dann doch, dorthin wechseln möchte.
Das ist dann doch zu viel Heuchelei für einen Ruhrpottverein.
Goretzka wollte unbedingt dieses Saubermannimage haben, es ist dann eben dumm gelaufen in seinen Augen.

Bei aller Enttäuschung, sollten wir uns hier aber auch nicht dazu hinreißen lassen von Vertragsbruch zu reden. Dazu gibt es nach den Äußerungen der Schalker Entscheider keine Grundlage. Es geht im Kern um etwas anderes, etwas, was Schalke auch zu einem Teil ausmacht, auch wenn es mit der Haltung, warum sich viele Schalkefans für diesen Verein entscheiden, zu tun hat.
Ich verstehe es nur allzu gut, kann aber auch nachvollziehen, warum es vielen anderen Fans so schwer fällt, dies gleichfalls erkennen zu können.

Denke, Heidel und Tönnies kennen das Geschäft zu Genüge, zumal gerade in Tönnies Branche noch mit ganz anderen Bandagen gekämpft wird.
Hier werden beide einfach menschlich enttäuscht sein, weil beide in Gorezka mehr als eine Investition gesehen haben (kein Seitenhieb in Richtung Bayern damit angedacht, das unterstelle ich keinesfalls).
Wenn das zwei so gewieften Geschäftsmännern so ergeht, es wird im Kern schon wahr sein, man war sich einig und Gorre versuchte sich dann nochmals raus zu winden.

Jörg Neubauer und Leon Goretzka werden genug Handgeld von den Bayern bekommen haben, um diesen Schritt immer vor sich rechtfertigen zu können. Das beide daraus gelernt und gegenüber ihren künftigen Arbeitgebern wahrhaftiger agieren werden, dürfte tatsächlich eine allzu naive Erwartungshaltung sein.
#8 Leon Goretzka |#3905
24.01.2018 - 09:20 Uhr
Das Thema Goretzka nervt langsam ein wenig. Ich war anfangs auch etwas angefressen, aber eigentlich nur, weil wir wieder einen Spieler ablösefrei verlieren und dass die arroganten Bayern wieder mal einen Verein aus der Bundesliga schwächen und sich einen ablachen.

Leon hat sich damals für Schalke entschieden, weil er hier reifen konnte und dass er mal geht war ja immer klar. Die Art und Weise ist nicht besonders glücklich, aber auch nicht verwerflich.

Ich sehe Goretzka jetzt nur noch als Leihspieler für den Rest der Saison, genau wie Pjaca.
Er gehört nicht mehr zu uns, aber hilft uns diese Saison unsere Ziele zu erreichen.
Wenn Bentaleb oder McKennie genau so gut trainieren wie Goretzka, würde ich diese jedoch eher spielen lassen, denn man muss auch zukunftsorientiert denken und handeln.

Wir müssen es irgenwie schaffen am Ende der Saison auf dem 4. Platz zu landen um auch den ablösefreien Wechsel finanziell etwas auszugleichen und die Mannschaft verstärken zu können und dabei darf Goretzka uns gerne helfen.
#8 Leon Goretzka |#3906
24.01.2018 - 10:27 Uhr
Zitat von BWG

Herzliche Willkommen hier.

Ich sehe das anders und da sollte man sich auch von unserer Seite vor Legendenbildung hüten.

Tatsächlich wäre eine mündliche Übereinkunft rechtsverbindlich, darauf pochen aber weder Heidel noch Tönnies. Übereinkunft über die Vertragsmodalitäten gefunden zu haben ist noch keine verbindliche Zusage.
Davor sollten wir uns hier wirklich hüten und auch da sehen, was unsere Entscheider sagen.
Es wurde eine Übereinkunft erzielt und der Vertrag wurde dann den Juristen übergeben.
Ich bin sozusagen im Aldi an der Kasse angelangt, kann aber, auch wenn ich das Sixpack bereits auf das Warenband gelegt habe, immer noch vom Kauf zurück treten.



Danke. smile

Man kann theoretisch auch noch den Kauf stornieren direkt nachdem die Ware gekauft wurde und bei Kulanz sogar noch viel später. Das war aber nicht ganz mein Punkt.

Wie du etwas später schreibst ist es aus meiner Sicht die Art und Weise.
Das eine ist die juristische Seite, das andere die des ich will es mal "ehrenwerten Geschäftsmannes" nennen.

Beispiel: ich arbeite selbständig und hatte ein Interview bei einem Kunden. Nach dem Gespräch wurde mir die Zusage des Kunden gegeben und versprochen den Vertrag zeitnah aufzusetzen. Ich wurde nach meinem Standpunkt gefragt und ich habe aus meiner Sicht der Dinge geschildert, dass das Gesamtpaket stimmt und wir uns grundsätzlich einige wären.
In solchen Fällen spreche ich aber noch mit weiteren Kunden, falls es aus diversen Gründen nicht zum Vertrag kommt. Das zweite Interview war auch gut, der Kunde wollte mich ebenfalls. Die Rate war höher. Was nun ?

Juristisch wäre es kein Thema gewesen, denn unterschrieben und direkt dem Kunden zugesagt hatte ich auch nicht (ich arbeite über einen Vermittler der mit dem Kunden kommuniziert). Der Kunde ist aber nach meinem positiven Feedback fest davon ausgegangen, dass alles glatt über die Bühne geht. Er stellt die Suche nach Alternativen ein, er leitet diverse Prozesse ein um alles zu fixieren etc.
In solchen Fällen kann man noch auf die Rate zocken mit dem Angebot des zweiten Kunden, man kann dem ersten Kunden absagen mit der Begründung man hätte doch was Besseres gefunden. Man kann taktieren und sich selbst optimieren. Kann man machen, ab einem gewissen Punkt ist man aber in einer moralischen Verpflichtung aus meiner Sicht. Das war mein erster Punkt.

Das sieht sicher jeder anders und die Frage, die sich ja jeder stellen muss, ist: wenn mir jemand das doppelte an Gehalt bietet und eine Stelle die mich mehr ausfüllt und mir mehr Erfolg verspricht, würde ich dann bei meinem bisherigen Arbeitgeber bleiben ? Wahrscheinlich nicht. Ich denke das sind die Punkte gewesen mit denen der Berater zurück kam: der FC Bayern hat angeklopft und bietet mehr Geld, mehr Titel, mehr Prestige etc. Da hatten wir meiner Meinung nach aber bereits den Punkt überschritten, bei dem die Erwartungshaltung ist dass der Vertrag zu Stande kommt und jemand moralisch in der Pflicht ist.

Jetzt hat der Verein aus meiner Sicht erheblich nachgebessert in allen Punkten die vom Berater genannt wurden. So mein Eindruck. Vollkommen legitim das auch einzufordern wenn der FCB anklopft und Interesse hinterlegt. Es wurde das Angebot erhöht, etc. Es gibt auch Punkte die nur Schalke bieten kann (faktisch eine Stammplatzgarantie) und welche die faktisch nur der FCB bieten kann (z.B. viele Titel).

Um zu meinem beruflichen Beispiel zurück zu kommen: ich nenne Kunde 1 die Punkte die besser werden müssen damit ich unterschreibe. Er erfüllt alle, erhöht die Rate. Das Projektthema kann er ja gar nicht ändern und man einigt sich wenn die Punkte erfüllt werden, ist Kunde 1 zurück im Rennen. Kunde 1 akzeptiert. Trotzdem entscheide ich mich nach langem Hinhalten für Kunde 2. Wie fühlt sich wohl Kunde 1 ? Das ist denke ich die Situation und das kreide ich einem Leon Goretzka auch an. Die Art und Weise ist keine die ich unterstütze und nachvollziehen kann.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von deralex80 am 24.01.2018 um 10:34 Uhr bearbeitet
#8 Leon Goretzka |#3907
24.01.2018 - 12:50 Uhr
Zitat von Aedtno
Zitat von goldkind90

Zitat von wormate08

Zitat von Franken-Maradona

Emotional kann ich den Unmut schon verstehen. Tatsächlich könnte man derartige Fälle im Fußball schon auch grundsätzlich besser/ehrlicher lösen. Gibt da ja auch den Gegenentwurf Lewandowski. Der hat was das betrifft ja recht früh klipp und klar angekündigt das er auf gar keinen Fall verlängert.

Aber mal ehrlich jetzt, auch das ist damals jetzt nicht unbedingt auf extreme Gegenliebe und Verständnis in Dortmund gestoßen. Wirklich Recht machen kann man es unser aller Fanseele doch meist nur dann, wenn der jeweilige "Star" ganz einfach verlängert. Trotzdem war es bei maximaler Offenheit seitens Lewandowskis damals eigentlich gar nicht so schlimm wie zuerst befürchtet werden musste, die Dortmunder haben zumindest recht schnell seine noch gezeigten sportlichen Leistungen zu würdigen gewusst.

Das sind dann tatsächlich auch genau die Gegenentwürfe, wo man nicht so recht nachvollziehen kann warum nicht mehrere Spieler die ganz direkte Ansage wählen. Bedeutet ja nicht das man sich deswegen auch nur einen mm schlechter stellt bezüglich der eigenen Karriere.

Bei Goretzka kam der Confed-Cup und die damit verbundene sportliche Beachtung für Schalke absolut zum falschen Zeitpunkt. Da hat er sich doch nicht nur bei Bayern festgespielt, das war für mehrere Vereine in Europa ein Ausrufezeichen. Und deswegen hat er auch danach nicht mehr unterschreiben wollen. Zuvor war er sich wahrscheinlich noch nicht sicher ob es bereits für den nächsten Schritt langt. Dazwischen liegen dann diverse Ereignisse, Gespräche (zB mit Löw) und das immer offensichtlichere Interesse diverser größerer Vereine. Und dann ist der Spieler doch gedanklich schon mehr oder weniger raus aus der Geschichte. Das er dann nicht, ähnlich wie ein Lewandowski, klipp und klar sagt das er nicht verlängern wird, kann man jetzt natürlich als moralisch falsch bezeichnen. Die Frage ist halt ob das etwas an der Grundursache ändert - der Spieler entscheidet sich gegen den eigenen Verein. Das macht es emotional nicht leichter und der Spieler ist trotzdem der Dumme.

Persönlich gebe ich auf Spieleraussagen eh nichts mehr. Es ist deren gutes Recht sogar überhaupt gar nichts zu erklären oder sich auf etwas festlegen zu müssen. Sie haben Vertrag, der endet irgendwann und "Ablösefrei" ist nicht ihr Nachteil. Also bekommt man in der Regel nur blabla erzählt und was tatsächlich passiert steht in den Sternen. Das Gequatsche ist einfach fast immer nichtssagend.

Trotzdem wäre es für Schalke in Form von Heidel und Tönnies besser, wenn man es gut sein lässt. Man hat dauernd Personalentscheidungen zu treffen und da macht es die eigene Stellung nicht besser, wenn man letztlich vertrauliche Inhalte aus Verhandlungen ausplaudert. Für mich zwar schon emotional verständlich, weil man sich sicherlich ohne Ende gestreckt hat und längere Zeit in der Warteschleife war, aber der Markt bleibt wie er ist. Die Spieler sind am Ende am längeren Hebel und da macht man sich mit sowas einfach angreifbar.


Prinzipiell hast du vollkommen Recht.
Aber was mir in den letzten Tagen etwas fehlt: Man sollte doch die Möglichkeit, dass Goretzka sich wirklich noch nicht sicher war und noch abwägen wollte, nicht von vornherein ausschließen - was mMn hier viel zu oft getan wird. Wer kann schon wirklich wissen, wann er seine Entscheidung final getroffen hat. Alles andere sind Mutmaßungen, die rein emotionaler Natur sind.
Wahrscheinlich hegt man aber die Zweifel nur, weil er sich für Bayern entschieden hat. Einen Wechsel zu Liverpool hätte man doch eher mit einem Schulterzucken und einem "Schade, aber isso" zur Kenntnis genommen und nicht weiter über Goretzkas Verhalten nachgedacht bzw. ihm das so abgenommen.


Leider darf ich noch nicht werten, aber inhaltlich ein sehr starker Beitrag daumen-hoch

Ich denke man sollte die jeweiligen Situationen auch auf sein eigenes Arbeitsleben/Leben übertragen und überlegen, wie würde ich denn reagieren?
Wenn ich von einer anderen Firma angesprochen werde, es sogar evtl. Gerüchte dazu gibt, würde ich das Thema solange bis ich definitives weiß auch nichts zu dem Thema sagen und versuchen mit durchhalte Parolen ala "sportliche Entwicklung abwarten..." zu Punkten.
Ansonsten ist jedoch direkte Ehrlichkeit in unserer Gesellschaft nicht gewünscht, nein sogar regelrecht verpönt. Alles muss durch die Blume gesagt werden, aus jeder kleinen direkten und ehrlichen Aussagen gibt es Verachtung.
In Kombination mit einem entsprechenden Kommunikationscoaching ist man genau an der Stelle wo wir uns heute bewegen.


Kein Wunder, dass unsere Gesellschaft den Bach runter geht, wenn alle Leute so denken, wie du.

Ehrlichkeit ist also verpönt? Ahja... Ich wurde so erzogen immer ehrlich zu sein und das kann ich mit guten Gewissen auch von mir behaupten, dass ich dies bin und ich bin erst 30!

Dass du dann den Vergleich zum normalen AN ziehst, geschenkt ugly Ich kann dir aber versichern, wenn mich andere Firmen ansprechen, gehe ich zu meinem Chef und organisiere mir erstmal ne Gehaltserhöhung, im Fall von Goretzka ne VVL, ohne überhaupt erstmal daran zu denken, ob ich wechsel oder nicht!


Dann möchte ich dir nicht verraten das ich sogar jünger bin als du cool

Interessant, aufgrund meiner Aussage geht also die Gesellschaft den Bach hinunter. Schonmal darüber nachgedacht, dass dies leider die gängige Praxis in der Realität ist?

Ja kein Mensch will heute mehr Ehrlichkeit, so traurig es auch klingen mag. Beispiele? Die größte Lüge von allen - "Wie geht es dir" - Wann hast du auf diese Frage ein - "mir geht es schlecht" - gehört, bzw. wie würdest du darauf reagieren? Möglicherweise sogar unbeholfen weil wir es nicht mehr kennen?
Im Alltag das gleiche Spiel, jeder will toll, super und am besten frei von Fehlern sein. In der Geschäftswelt das gleiche. Das Dieselgate (VW Konzern) ist bestimmt nicht aufgrund absoluter Ehrlichkeit entstanden, noch können Manager mit entsprechenden ehrlichen Zahlen und Daten umgehen. Dabei ist meine Wahrnehmung nicht nur von einer Firma geprägt sondern von unterschiedlichen Kundensituationen.

Es ist interessant, alle erzählen immer die Gehaltserhöhung beim Chef einzufordern. Wer weiß ob das im Falle Goretzka nicht auch passiert ist?
Ich kann die verletzte Schalker Fan Seele verstehen, jedoch muss man einfach mal bemerken das direkte Ehrlichkeit nur noch von den wenigsten Menschen gewollt, gelebt, akzeptiert wird.

In dem Sinne einen schönen Tag Lachend
#8 Leon Goretzka |#3908
24.01.2018 - 13:17 Uhr
Zitat von deralex80
...Trotzdem entscheide ich mich nach langem Hinhalten für Kunde 2. Wie fühlt sich wohl Kunde 1 ? Das ist denke ich die Situation und das kreide ich einem Leon Goretzka auch an.
Dein Beispiel beschreibt sehr ausführlich einen Charakterzug, den man auch kurz mit "Aufrichtigkeit" oder auch "Integrität" beschreiben kann. Vielleicht sollte Leon diese Begriffe mal nachschlagen und dann in sich gehen. Er ist noch jung, beeinflussbar und seine Charakterbildung ist noch längst nicht abgeschlossen. Ich wünsche ihm für die Zukunft, dass ihm klar wird, wie wichtig diese charakterlichen Eigenschaften im gegenseitigem Miteinander sind.
#8 Leon Goretzka |#3909
24.01.2018 - 13:36 Uhr
Zitat von deralex80

Um zu meinem beruflichen Beispiel zurück zu kommen: ich nenne Kunde 1 die Punkte die besser werden müssen damit ich unterschreibe. Er erfüllt alle, erhöht die Rate. Das Projektthema kann er ja gar nicht ändern und man einigt sich wenn die Punkte erfüllt werden, ist Kunde 1 zurück im Rennen. Kunde 1 akzeptiert. Trotzdem entscheide ich mich nach langem Hinhalten für Kunde 2. Wie fühlt sich wohl Kunde 1 ? Das ist denke ich die Situation und das kreide ich einem Leon Goretzka auch an. Die Art und Weise ist keine die ich unterstütze und nachvollziehen kann.


Diese Analogie passt aber in einem Punkt nicht so ganz: Du wirst wahrscheinlich im Laufe Deines Lebens jede Menge solche Projekte erledigen, von denen die meisten wohl nicht allzu langfristig sind, und kein einzelnes am Ende besonders ins Gewicht fällt. Jetzt stell Dir vor, Du musst mit spätestens Mitte 30 in Rente gehen oder komplett umsatteln, und absolvierst vorher nur 4-5 jeweils mehrjährige Projekte, nach denen dann Deine ganze Karriere (öffentlich!) bewertet wird. Ausserdem hättest Du die Ambition, irgendwann als absoluter Weltklasse-Projektarbeiter zu gelten und die grössten Preise zu gewinnen, die Deine Zunft zu bieten hat, was wiederum stark davon abhängt, mit welchen Kunden Du zusammenarbeitest.

Wäre Dein Verhalten dann immer noch identisch? Sowas muss man sich schon fragen, bevor man jemanden kritisiert, dessen Lebens- und Arbeitsumstände sich von uns "Normalsterblichen" doch ziemlich unterscheiden.
#8 Leon Goretzka |#3910
24.01.2018 - 14:07 Uhr
Wieso ist man sich auf Schalke überhaupt zu 100% sicher, dass Herr Goretzka wortbrüchig geworden ist?
Welche Beweise gibt es dafür?
Meiner Meinung nach ist es ebenso wahrscheinlich, dass er sagte: "damit ich (einen Vertrag) unterschreibe müssen (mindestens) folgende Vertragsbedingungen erfüllt sein".
Die Bedingungen hat Schalke wohl erfüllt, richtig.
Die Bedingungen hat aber auch der FC Bayern München erfüllt und bietet dazu noch einen Karriereschritt.

Man kann doch nicht einfach automatisch davon ausgehen, dass Leon gesagt hat, dass er definitiv zu 100% den Vertrag verlängert, wenn er seinen Wünschen entspricht.
Das ist faktisch doch gar nicht sichergestellt.
Das mögen die Verantwortlichen auf Schalke so interpretiert haben (Wunschdenken), muss aber noch lange nicht der ehrlichen Intention Goretzkas entsprechen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von 1000Dantes am 24.01.2018 um 14:07 Uhr bearbeitet
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