Taktik und Spielsysteme
21.07.2011 - 09:17 Uhr
27.02.2018 - 12:09 Uhr
Wie immer eine herausragende Analyse!!
27.02.2018 - 14:12 Uhr
Danke.
17.03.2018 - 22:13 Uhr
Mal eine Frage an die Experten hier. Was in den letzten Spielen auffällt, wir schießen mehr Tore. Aber wir bekommen auch verhältnismäßig viele. Also für unsere Verhältnisse.
Hat sich bei uns taktisch etwas verändert? Lässt Schwartz mehr Risiko spielen?
Hat sich bei uns taktisch etwas verändert? Lässt Schwartz mehr Risiko spielen?
18.03.2018 - 10:38 Uhr
Zitat von Botibot
Mal eine Frage an die Experten hier. Was in den letzten Spielen auffällt, wir schießen mehr Tore. Aber wir bekommen auch verhältnismäßig viele. Also für unsere Verhältnisse.
Hat sich bei uns taktisch etwas verändert? Lässt Schwartz mehr Risiko spielen?
Mal eine Frage an die Experten hier. Was in den letzten Spielen auffällt, wir schießen mehr Tore. Aber wir bekommen auch verhältnismäßig viele. Also für unsere Verhältnisse.
Hat sich bei uns taktisch etwas verändert? Lässt Schwartz mehr Risiko spielen?
Tore <- Schwartz hat das gestern auf Nachfrage mit der gesteigerten Eingespieltheit erklärt. Glaube Muslija und Camoglu haben auch ein Stück weit zugelegt, unser Flügelspiel war gestern gut. Ich glaube zumindest nicht, dass man durch eine offensivere/geänderte Spielweise mehr Tore kassiert. Es kommen halt immer wieder Bälle in den 16er, das lässt sich nicht verhindern, da ist die bisherig geringe Anzahl an Gegentoren eher dem Umstand Glück zu verdanken, dass der Ball halt nicht dem Gegner passend vor die Füße gefallen ist. Passiert ja leicht, wenn man mal einen Querschläger produziert, einen Kopfball dem Gegner auf den Fuß serviert, oder wie Thiede gestern einmal entscheidend am Ball vorbeirauscht (Wagner dann knapp vorbei). Die Gegentore fallen ja nicht nach Konter/Umschaltspiel, wir spielen weiterhin sehr kompakt. Schwartz richtet sich immer auch passend nach dem Gegner, ergo spielen wir in jedem Spiel ein Stück weit anders, auch wenn man grundsätzlich im 4-2-2-2 aufs Feld geht.
18.03.2018 - 10:41 Uhr
Karlsruhe – Meppen
Der KSC spielte wie gewohnt im 4-2-2-2, Thiede für Bader auf dem Feld. Die Meppener versuchten sich im 4-3-3. Deren Trainer Neidhart sprach noch vor dem Spiel, dass man gegen den KSC offensiv agieren wolle, vorne anlaufen.
Davon war erst mal nichts zu sehen, denn der KSC kam mit der gleichen Marschroute aufs Feld. Zuerst spielten die Meppener in der Zentrale in 2-1-Stellung, also zwei Sechser und ein Achter. Der KSC versuchte durchgehend die Meppener auf die Flügel zu leiten. Problematisch war die Zentrale der Meppener. Wer übernimmt die 6er, wer den Achter? Mehlem und Wanitzek können nicht nebeneinander hochschieben, sie waren das Spiel durchgehend in Unterzahl gegen die MF-Zentrale der Meppener. Andere Spieler mussten die Aufgabe mit übernehmen. Das taten dann anfangs Fink, der einen 6er aufnahm, und Mehlem, der weit in die gegnerische Hälfte schob. Damit konnte man die Meppern gut am Spielaufbau hindern und sie zu weiten Bällen zwingen, sie kamen nicht zu ihrem Spiel. Der KSC hatte in Führung gehen können, nachdem Schleusener den feinen hohen Ball von Wanitzek Weltklasse herunterpflückte, aber an Domaschke dann scheiterte. Nach den starken ersten 10 Minuten, was auch später Neidhart im Interview so sah, kamen die Meppener langsam ins Spiel und wir bekamen Probleme mit der 3er-MF-Zentrale. Die Meppener kamen hinten raus und für unsre Flügelangreifer brach eine schwierige Zeit an. Da die beiden Sechser der Meppener nachschoben, deren Flügelspieler hoch standen, mussten Camoglu und Muslija situativ die richtige Entscheidung treffen. Rücken sie in die Zentrale rein und gehen auf einen der zentralen MF-Spieler, unterstützen Mehlem und Wanitzek, oder bleiben sie auf dem Flügel und achten auf den aufrückenden AV, halten den Abstand zu den Flügelangreifern der Meppener gering, unterstützen die AV. Das gelang nach den ersten 10 Minuten anfangs ordentlich, gerade Camoglu ging oft in die Zentrale rein und half aus, wurde dann aber immer weniger zupackend. Die Meppener hatten immer öfter einen Mann frei, erst nach Ballannahme wurde der Spieler dann angelaufen. Meiner Meinung nach wusste man aber über die Spielweise der Meppener gut Bescheid, denn im eigenen Spielaufbau versuchte man die Schwäche der Formation auszuspielen. Gestern ließ sich Wanitzek nicht in die IV fallen, die AV schoben so früh wie möglich hoch, Pisot und Gordon gingen breit und rückten in die Halbräume. Zwar griff das von Neidhart prognostizierte Angriffspressing der Meppener immer öfter, doch überspielte man das, kam der KSC leicht ins Angriffsdrittel. Der KSC stand breit, Muslija rückte im Angriffsspiel erst in die Zentrale, wenn er den Ball am Fuß hatte. Die Meppener hatten durch die 3er-Zentrale dann nicht die nötige Abdeckung in der MF-Zentrale, die Flügelangreifer konnte sich nicht sofort passend fallen lassen. Man versuchte die Meppener auf eine Flügelseite zu schieben und verlagerte das Spiel dann schnell auf die andere Seite, oder spielte aus zentraler Position auf die breit stehenden Flügelspieler. Muslija glänzte dann mit Tempoläufen, sein Abschluss aber wie bisher ohne Fortune. Camoglu hingegen löste sich durch intelligente Bewegungen bei Ballannahme von seinen Gegenspielern, der KSC machte offensiv einen guten Eindruck. Das 1:0 in der 26. Minute durch tolles Umschaltspiel, als man sich nach einsatzfreudigem Ballgewinn von Camoglu auf dem rechten Flügel einfach aus dem Gedränge lösen konnte.
Danach stellten die Meppener dauerhaft um, nun spielten sie nicht mehr mit zwei Sechsern, es wurden zwei Achter und ein Sechser – 1-2 Stellung. Damit vergrößerten sich die Probleme, die der KSC durch die drei zentralen Spieler hatte. Zugriff in der Zentrale war nicht durchgehend da, auch wenn Muslija und Camoglu konzentriert zu Werke gingen und ständig am Justieren waren. Die Meppener spielten zwar relativ wenig präzise, doch in der Abwehr häuften sich so langsam die Schlampigkeiten von Gordon. Im Rausrücken war das teils zu lasch, er wirkte heute zu lässig in seiner Spielweise und wirkte leider nicht sattelfest. Mit Meppens Stürmer Grith stand da ein Gegenspieler auf dem Feld, der genau weiß, wann er seine Läufe starten muss, wie er sich von seinem Gegenspieler löst. Das hätte dann fast das 1:1 bedeutet, doch Uphoff glänzte mit einem tollen Reflex. Mit der Führung ging es in die Pause.
Erhellende Antworten gab es in der Pause nicht. Bin davon ausgegangen, dass beide Teams wie vor der Halbzeitpause agieren. Der KSC bekam das eigene Spiel ganz gut durch, die Meppener im späteren Verlauf der ersten Hälfte ebenso.
In Hälfte 2 stellte der KSC das Angriffspressing ein, spielte ein höheres Mittelfeldpressing über der Mittellinie, man versuchte die Meppener nur auf die Flügel zu schieben, was dann aber Probleme mit sich brachte. Anfangs spielten die Meppener ausschließlich über unsre linke Seite, und da war dann Muslija defensiv nicht im Spiel. Er versuchte durchgehend auf dem Flügel zu verteidigen und hatte gar kein Auge mehr für den 8er im Halbraum. Damit war man wieder durchgehend zu spät am Mann dran, auch Wanitzek und Mehlem konnten nicht jeden Zweikampf für sich gewinnen, die Meppener fingen an das Spiel zu kontrollieren. Weiterhin waren sie aber im letzten Drittel wenig präzise, und Gordon fing sich dann auch wieder, hatte keine Böcke mehr in seinem Spiel. Der KSC verlegte sich aufs Kontern/Umschalten, stand dann aber Anfangs zu tief und gab den Ball zu schnell wieder her. Bis auf Finks Pass, als Schleuse absolut nicht im Abseits stand und da alleine auf den Keeper zu wäre, kam zu wenig. So langsam fing sich Muslija defensiv wieder, rückte passend ein, doch der KSC stand nun ein gutes Stück tiefer wie in Hälfte 1. Das nutzte dann Fink, der nicht mehr die Zentrale hielt wenn die Meppener in die Hälfte des KSC eindrangen, er ging auf eine Flügelseite, da die AV der Meppener hochschoben, er sich so der Deckung der Meppener IV entziehen konnte. Bei Ballgewinn hatte der KSC damit einen freien Mann, auf den es keinen direkten Zugriff gab. Während die Meppener 2 richtig gute Möglichkeiten zum Ausgleich hatten, weil die 3 Mann in der letzten Reihe (Stürmer + Flügelangreifer), die hochstehenden 8er, der ebenfalls nachschiebende Sechser, und die aufrückenden AV den KSC ganz schön in die Zange nahmen, so bekam der KSC immer häufiger die Möglichkeit umzuschalten. Das 2:0 dann aber durch einen krassen Fehler von Wagner. Mehlem rückte auf und bedrängte ihn, der spielte Muslija in den Fuß (steht richtig im Halbraum für den Zugriff auf den 8er und den Flügelspieler), während die Meppener Mannschaft aufgerückt in voller Offensivstellung stand. Muslijas feiner Steckpass vollendete Fink. Meppen brachte noch offensives Personal, was sich schlecht einfand, es war auch sichtbar der Wille weg das Spiel nochmal zu drehen. Beim KSC kam Bülow für Fink, der in der verbleibenden Zeit seine Sache gut machte. Lorenz und Pourie kamen noch um die Uhr runterzuspielen.
War dann eine gute Leistung gegen einen wirklich offensiv antretenden Gegner, der mit Girth einen tollen Stürmer hat. Der KSC spielte passend auf den Gegner eingestellt, Einsatz war durchgehend da, Präzision im Offensivspiel auch. Uphoff musste sich selten zeigen, sicherte mit den Sieg durch den tollem Reflex gegen Girth. Da hätte das Spiel dann auch gut und gerne in Richtung der Meppener kippen können. Pisot war heute der Turm in der Abwehr, während Gordon in Hälfte 1 schwach spielte. Thiede machte seine Sache im Vergleich zum Erfurt-Spiel viel besser und zeigte, dass er Bader gleichwertig ersetzen kann. Föhrenbach hatte in Hälfte 2 viel zu tun, weil es vorrangig über seine Seite ging. Auch er spielte souverän. Das „Foul“ am 16er, dass dann nicht gepfiffen wurde, das war meiner Ansicht nach keins, sein Gegenspieler suchte nur den Kontakt, der nicht da war. Camoglu spielte in Hälfte 1 sehr aggressiv und mit Ball am Fuß richtig toll, in Hälfte 2 war er dann ein Stück weit aus dem Spiel raus, weil fast alles über die Gegenseite lief. Dürfte sich mit der Leistung verdient gesetzt sehen. Muslija war wie Camoglu defensiv wieder emsig, zeigte gute Läufe mit Ball am Fuß, legte 2 mal auf, super Leistung. Einzig in den ersten 10 Minuten in Halbzeit 2, da war das defensiv mit zu wenig Übersicht gespielt. Wanitzek und Mehlem hatten es durch die Überzahl in der Zentrale nicht leicht, defensiv machten sie das Beste draus, dass dann mal ein Zweikampf verloren geht, das gehört dazu. Wanitzek müsste aber eine starke Passquote haben, denn jeder Ball von ihm hatte die nötige Präzision und Geschwindigkeit, scheint mir wieder voll auf der Höhe zu sein. Mehlem gestern nicht der ganz große Faktor. Zwar defensiv wieder mit vollem Einsatz dabei, gerade im Angriffspressing in Hälfte 1. Zeigte mir mal wieder, was der Junge an Sprungkraft hat, wenn er mit seiner Größe Kopfballduelle für sich entscheidet. Seine Läufe mit Ball am Fuß in Hälfte 2 waren aber nicht so effektiv. Fink sicherlich Spieler des Spiels, der alte Mann wirkt wieder frisch-fidel.
Schleuse strotz weiterhin vor Selbstvertrauen, alleine schon die Ballmitnahme nach der Flanke von Wanitzek, das war Weltklasse. Er bekam gestern aber wenige Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Dafür leitete er den Gegner in der Defensive durchgehend passend auf die Flügel und verrichtete seine defensiven Aufgaben durchgehend mit vollem Einsatz, ließ sich teils weit in die eigene Hälfte fallen bzw. folgte einem Gegenspieler in vollem Tempo.
Der KSC spielte wie gewohnt im 4-2-2-2, Thiede für Bader auf dem Feld. Die Meppener versuchten sich im 4-3-3. Deren Trainer Neidhart sprach noch vor dem Spiel, dass man gegen den KSC offensiv agieren wolle, vorne anlaufen.
Davon war erst mal nichts zu sehen, denn der KSC kam mit der gleichen Marschroute aufs Feld. Zuerst spielten die Meppener in der Zentrale in 2-1-Stellung, also zwei Sechser und ein Achter. Der KSC versuchte durchgehend die Meppener auf die Flügel zu leiten. Problematisch war die Zentrale der Meppener. Wer übernimmt die 6er, wer den Achter? Mehlem und Wanitzek können nicht nebeneinander hochschieben, sie waren das Spiel durchgehend in Unterzahl gegen die MF-Zentrale der Meppener. Andere Spieler mussten die Aufgabe mit übernehmen. Das taten dann anfangs Fink, der einen 6er aufnahm, und Mehlem, der weit in die gegnerische Hälfte schob. Damit konnte man die Meppern gut am Spielaufbau hindern und sie zu weiten Bällen zwingen, sie kamen nicht zu ihrem Spiel. Der KSC hatte in Führung gehen können, nachdem Schleusener den feinen hohen Ball von Wanitzek Weltklasse herunterpflückte, aber an Domaschke dann scheiterte. Nach den starken ersten 10 Minuten, was auch später Neidhart im Interview so sah, kamen die Meppener langsam ins Spiel und wir bekamen Probleme mit der 3er-MF-Zentrale. Die Meppener kamen hinten raus und für unsre Flügelangreifer brach eine schwierige Zeit an. Da die beiden Sechser der Meppener nachschoben, deren Flügelspieler hoch standen, mussten Camoglu und Muslija situativ die richtige Entscheidung treffen. Rücken sie in die Zentrale rein und gehen auf einen der zentralen MF-Spieler, unterstützen Mehlem und Wanitzek, oder bleiben sie auf dem Flügel und achten auf den aufrückenden AV, halten den Abstand zu den Flügelangreifern der Meppener gering, unterstützen die AV. Das gelang nach den ersten 10 Minuten anfangs ordentlich, gerade Camoglu ging oft in die Zentrale rein und half aus, wurde dann aber immer weniger zupackend. Die Meppener hatten immer öfter einen Mann frei, erst nach Ballannahme wurde der Spieler dann angelaufen. Meiner Meinung nach wusste man aber über die Spielweise der Meppener gut Bescheid, denn im eigenen Spielaufbau versuchte man die Schwäche der Formation auszuspielen. Gestern ließ sich Wanitzek nicht in die IV fallen, die AV schoben so früh wie möglich hoch, Pisot und Gordon gingen breit und rückten in die Halbräume. Zwar griff das von Neidhart prognostizierte Angriffspressing der Meppener immer öfter, doch überspielte man das, kam der KSC leicht ins Angriffsdrittel. Der KSC stand breit, Muslija rückte im Angriffsspiel erst in die Zentrale, wenn er den Ball am Fuß hatte. Die Meppener hatten durch die 3er-Zentrale dann nicht die nötige Abdeckung in der MF-Zentrale, die Flügelangreifer konnte sich nicht sofort passend fallen lassen. Man versuchte die Meppener auf eine Flügelseite zu schieben und verlagerte das Spiel dann schnell auf die andere Seite, oder spielte aus zentraler Position auf die breit stehenden Flügelspieler. Muslija glänzte dann mit Tempoläufen, sein Abschluss aber wie bisher ohne Fortune. Camoglu hingegen löste sich durch intelligente Bewegungen bei Ballannahme von seinen Gegenspielern, der KSC machte offensiv einen guten Eindruck. Das 1:0 in der 26. Minute durch tolles Umschaltspiel, als man sich nach einsatzfreudigem Ballgewinn von Camoglu auf dem rechten Flügel einfach aus dem Gedränge lösen konnte.
Danach stellten die Meppener dauerhaft um, nun spielten sie nicht mehr mit zwei Sechsern, es wurden zwei Achter und ein Sechser – 1-2 Stellung. Damit vergrößerten sich die Probleme, die der KSC durch die drei zentralen Spieler hatte. Zugriff in der Zentrale war nicht durchgehend da, auch wenn Muslija und Camoglu konzentriert zu Werke gingen und ständig am Justieren waren. Die Meppener spielten zwar relativ wenig präzise, doch in der Abwehr häuften sich so langsam die Schlampigkeiten von Gordon. Im Rausrücken war das teils zu lasch, er wirkte heute zu lässig in seiner Spielweise und wirkte leider nicht sattelfest. Mit Meppens Stürmer Grith stand da ein Gegenspieler auf dem Feld, der genau weiß, wann er seine Läufe starten muss, wie er sich von seinem Gegenspieler löst. Das hätte dann fast das 1:1 bedeutet, doch Uphoff glänzte mit einem tollen Reflex. Mit der Führung ging es in die Pause.
Erhellende Antworten gab es in der Pause nicht. Bin davon ausgegangen, dass beide Teams wie vor der Halbzeitpause agieren. Der KSC bekam das eigene Spiel ganz gut durch, die Meppener im späteren Verlauf der ersten Hälfte ebenso.
In Hälfte 2 stellte der KSC das Angriffspressing ein, spielte ein höheres Mittelfeldpressing über der Mittellinie, man versuchte die Meppener nur auf die Flügel zu schieben, was dann aber Probleme mit sich brachte. Anfangs spielten die Meppener ausschließlich über unsre linke Seite, und da war dann Muslija defensiv nicht im Spiel. Er versuchte durchgehend auf dem Flügel zu verteidigen und hatte gar kein Auge mehr für den 8er im Halbraum. Damit war man wieder durchgehend zu spät am Mann dran, auch Wanitzek und Mehlem konnten nicht jeden Zweikampf für sich gewinnen, die Meppener fingen an das Spiel zu kontrollieren. Weiterhin waren sie aber im letzten Drittel wenig präzise, und Gordon fing sich dann auch wieder, hatte keine Böcke mehr in seinem Spiel. Der KSC verlegte sich aufs Kontern/Umschalten, stand dann aber Anfangs zu tief und gab den Ball zu schnell wieder her. Bis auf Finks Pass, als Schleuse absolut nicht im Abseits stand und da alleine auf den Keeper zu wäre, kam zu wenig. So langsam fing sich Muslija defensiv wieder, rückte passend ein, doch der KSC stand nun ein gutes Stück tiefer wie in Hälfte 1. Das nutzte dann Fink, der nicht mehr die Zentrale hielt wenn die Meppener in die Hälfte des KSC eindrangen, er ging auf eine Flügelseite, da die AV der Meppener hochschoben, er sich so der Deckung der Meppener IV entziehen konnte. Bei Ballgewinn hatte der KSC damit einen freien Mann, auf den es keinen direkten Zugriff gab. Während die Meppener 2 richtig gute Möglichkeiten zum Ausgleich hatten, weil die 3 Mann in der letzten Reihe (Stürmer + Flügelangreifer), die hochstehenden 8er, der ebenfalls nachschiebende Sechser, und die aufrückenden AV den KSC ganz schön in die Zange nahmen, so bekam der KSC immer häufiger die Möglichkeit umzuschalten. Das 2:0 dann aber durch einen krassen Fehler von Wagner. Mehlem rückte auf und bedrängte ihn, der spielte Muslija in den Fuß (steht richtig im Halbraum für den Zugriff auf den 8er und den Flügelspieler), während die Meppener Mannschaft aufgerückt in voller Offensivstellung stand. Muslijas feiner Steckpass vollendete Fink. Meppen brachte noch offensives Personal, was sich schlecht einfand, es war auch sichtbar der Wille weg das Spiel nochmal zu drehen. Beim KSC kam Bülow für Fink, der in der verbleibenden Zeit seine Sache gut machte. Lorenz und Pourie kamen noch um die Uhr runterzuspielen.
War dann eine gute Leistung gegen einen wirklich offensiv antretenden Gegner, der mit Girth einen tollen Stürmer hat. Der KSC spielte passend auf den Gegner eingestellt, Einsatz war durchgehend da, Präzision im Offensivspiel auch. Uphoff musste sich selten zeigen, sicherte mit den Sieg durch den tollem Reflex gegen Girth. Da hätte das Spiel dann auch gut und gerne in Richtung der Meppener kippen können. Pisot war heute der Turm in der Abwehr, während Gordon in Hälfte 1 schwach spielte. Thiede machte seine Sache im Vergleich zum Erfurt-Spiel viel besser und zeigte, dass er Bader gleichwertig ersetzen kann. Föhrenbach hatte in Hälfte 2 viel zu tun, weil es vorrangig über seine Seite ging. Auch er spielte souverän. Das „Foul“ am 16er, dass dann nicht gepfiffen wurde, das war meiner Ansicht nach keins, sein Gegenspieler suchte nur den Kontakt, der nicht da war. Camoglu spielte in Hälfte 1 sehr aggressiv und mit Ball am Fuß richtig toll, in Hälfte 2 war er dann ein Stück weit aus dem Spiel raus, weil fast alles über die Gegenseite lief. Dürfte sich mit der Leistung verdient gesetzt sehen. Muslija war wie Camoglu defensiv wieder emsig, zeigte gute Läufe mit Ball am Fuß, legte 2 mal auf, super Leistung. Einzig in den ersten 10 Minuten in Halbzeit 2, da war das defensiv mit zu wenig Übersicht gespielt. Wanitzek und Mehlem hatten es durch die Überzahl in der Zentrale nicht leicht, defensiv machten sie das Beste draus, dass dann mal ein Zweikampf verloren geht, das gehört dazu. Wanitzek müsste aber eine starke Passquote haben, denn jeder Ball von ihm hatte die nötige Präzision und Geschwindigkeit, scheint mir wieder voll auf der Höhe zu sein. Mehlem gestern nicht der ganz große Faktor. Zwar defensiv wieder mit vollem Einsatz dabei, gerade im Angriffspressing in Hälfte 1. Zeigte mir mal wieder, was der Junge an Sprungkraft hat, wenn er mit seiner Größe Kopfballduelle für sich entscheidet. Seine Läufe mit Ball am Fuß in Hälfte 2 waren aber nicht so effektiv. Fink sicherlich Spieler des Spiels, der alte Mann wirkt wieder frisch-fidel.
Schleuse strotz weiterhin vor Selbstvertrauen, alleine schon die Ballmitnahme nach der Flanke von Wanitzek, das war Weltklasse. Er bekam gestern aber wenige Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Dafür leitete er den Gegner in der Defensive durchgehend passend auf die Flügel und verrichtete seine defensiven Aufgaben durchgehend mit vollem Einsatz, ließ sich teils weit in die eigene Hälfte fallen bzw. folgte einem Gegenspieler in vollem Tempo.
19.03.2018 - 10:17 Uhr
20.05.2018 - 09:47 Uhr
Relegation Hinspiel
Die Auer spielten defensiv im 5-2-3, offensiv wurde das zum 3-4-1-2. Der KSC wie gewohnt im 442/4222. Beide Trainer hatten ihre Mannschaft gut eingestellt und vermieden jegliches Risiko.
Die Anfangsminuten gehörten dem KSC, der mutig begann und etwas Torgefahr ausstrahlte, während Aue von Beginn an offensiv bereits früh abgemeldet war. Wie gewohnt ließ sich meist Wanitzek im Aufbauspiel fallen, von dort suchte der KSC mit flachen Pässen den Übergang in die Offensive. Die Auer spielten gewöhnliches Mittelfeldpressing, versuchten nicht früh an den Ball zu kommen, die Räume sollten eng gehalten werden, das Tempo aus dem Spiel genommen. Beide Teams waren darauf aus, es dem Gegner so schwierig wie möglich zu machen die Ketten zu überspielen. Die Auer verteidigten nicht minder geschickt wie der KSC. Im Aufbauspiel sollten die AV nicht tief an den Ball kommen, das hätte für die Formation der Auer Probleme gegeben. Ein Achter des KSC schiebt mit raus, der offensive Flügelspieler lässt sich fallen, das muss mitgegangen werden und hätte Raum für unsre Stürmer geöffnet, entweder in der Zentrale oder hinter dem offensiven Flügelverteidiger der Auer. Die Auer ließen damit Wanitzek größtenteils gewähren, aber Bader und Föhrenbach nicht. Insofern waren diese im Aufbauspiel von Anfang an so gut wie raus. Von Wanitzek, in seltenen Fällen auch Mehlem, ging der Ball dann über der Mittellinie auf die Flügel, nur war dies dann zu spät, denn dort schnappte die Pressingfalle der Auer zu. Deren Abwehr stand tief genug, um dann Steckpässe zu verhindern, die Stürmer konnten sich nicht auf die Flügel fallen lassen, die AV nicht überlaufen. Thiede und Muslija waren gut im Spiel drin, doch sie fanden keine Anschlussaktionen. Sie standen breit, für unsre AV gab es keine Möglichkeit zu Überlaufen, damit zwang uns Aue eine statische Spielweise auf, die man durchgehend nicht auflösen konnte, außer unsre Spieler suchten das 1-gegen-1. Die Defensivarbeit des KSC hingegen machte einen sehr passenden und gut eingestellten Eindruck. Die Formation der Auer ist Fluch und Segen zugleich, man konnte schon gut erkennen, warum die Auer trotz 10er und 2 Stürmer mit die wenigsten Tore in Liga 2 schossen. Vorteil im 3-4-1-2 ist, dass man bereits im Aufbauspiel eine volle Kapelle im Sturm mit der 1-2-Stellung hat. Nur mussten die Auer diese Spieler erst mal finden, und da machte der KSC dann einen sicheren Eindruck. Der KSC spielte bis auf wenige Ausnahmen zu Beginn des Spiels kein Angriffspressing, sondern ebenfalls ein engmaschiges MF-Pressing. Die Abwehrspieler ließ man gewähren, haben die ja mit Tiffert auch einen sehr ballsicheren Aufbauspieler. Besonderheit war hier, das Muslija und Thiede zuerst nicht den Kontakt zu den offensiven Flügelverteidigern der Auer suchten, sondern im Halbraum versuchten Bälle durch die Zentrale auf den Sturm und den 10er zu unterbinden, also Zugriff in die Zentrale rein. Der Ball sollte ruhig auf die offensiven Flügelverteidiger gehen, dann schnappte die Pressingfalle des KSC zu. Man schob zur ballspielenden Seite raus und verteidigte dann aggressiv nach vorne. Da Föhrenbach und Bader hier keine direkten Gegenspieler hatten, sie nur darauf achten mussten, ob sich einer der Stürmer oder Nazarov auf die Flügel fallen lässt, oder einer der offensiven Flügelverteidiger aufrückt, was sie kaum taten, waren sie etwas unterbeschäftigt, ließen sich durch die Auer nicht dazu locken, aus der Abwehrkette auszuscheren und Raum aufmachen. Die Auer versuchten dann die MF-Zentrale um Wanitzek und Mehlem zu locken, doch die ließen sich ebenfalls nicht überrumpeln. Wenn sich ein Achter der Auer fallen ließ, ging man das mit, Wanitzek oder Mehlem rückte aus der Kette raus. Standen beide Achter tiefer, übernahmen die Stürmer und je nach Situation rückte ein Achter mit auf. So hätte Aue vielleicht Raum hinter dem MF schaffen können, doch der KSC setzte dann den Spielaufbau der Auer genügend unter Druck, was oft weite Bälle in die Spitze bedeutete und keine Gefahr für Pisot und Gordon darstellte.
Damit war das Spiel dann früh gesetzt und keine der beiden Mannschaften machte den Eindruck von dieser Marschroute auch nur minimal abzuweichen. Es kam zu den immer gleichen Szenen. Thiede und Muslija am Ball, doch keine passenden Folgeaktionen. Aue hingegen ließ sich strecken und fand nicht die passenden Zuspiele in den Angriff. Ein Grottenkick? Teils, weil beide Mannschaften im Ballbesitz fahrig/nervös spielten und im Angriff sehr häufig die Präzision in den Pässen fehlte. Hatte man den Rasen vor dem Spiel gewässert? Der schien mir extrem stumpf. Ansonsten spielten beide Teams defensiv sehr konzentriert und hebelten die Spielidee des Gegners jeweils völlig aus.
Die 2. Hälfte ist dann schnell erzählt. Umstellungen gab es keine und auch nur ganz selten Momente, in denen sich eines der Teams aus dem Klammergriff befreien konnte. Gestern war das dann kein Fehlerspiel, beide Teams taten dem Gegner nicht den Gefallen, somit gab es so gut wie keine Torgefahr. Die Präzision im Angriffsspiel des KSC nahm weiter ab, die Auer legten aber ebenfalls nicht zu und fanden so gar keine Möglichkeit, gegen den KSC Räume zu öffnen, die Stürmer in Szene zu setzen. Es blieb beim gerechten 0:0, auch wenn der KSC etwas mehr vom Spiel hatte.
Hilft uns das 0:0 weiter? Da bin ich sehr gespannt drauf. Irgendwann kommt die Zeit, in der die Teams etwas mehr Risiko gehen müssen, wenn man nicht auf ein Elferschießen aus ist. Ich denke für uns gab es diese Möglichkeit kalkuliertes Risiko zu gehen, was man ungenutzt liegen ließ. Nachdem sich der offensive Flügelverteidiger Rizutto verletzte, kam mit Kahlig ein Mann, der in der Offensive so überhaupt nichts beizutragen hatte. Die bis dahin eh schon relativ ungefährlichen Auer waren durch den Wechsel sichtlich geschwächt. Aber egal, das ist letztlich hypothetisch, denn einen Konter zu kassieren, da zeigte sich der KSC ja gegen Jena sehr anfällig, insofern dann nur ein Gedankenspiel.
Letztlich eine konzentrierte Teamleistung des KSC, in der es keine herausragenden Leistungen gab. Muslijas quirliges Spiel stellte Aue vor leichte Probleme, er band das aber zu selten passend ins Team ein. Entweder scheute er das letzte Risiko, suchte selbst den Abschluss, oder wenn zügiges Spiel möglich gewesen wäre, weil Raum da war, ein Mitspieler Tempo aufnahm, dann zögerte er zu lange. Aber er war einer, der den KSC in der Offensive am Leben hielt. Das gilt auch für Thiede, der mit seiner emsigen und „nickeligen“ Art auf dem Flügel für so manche gute Aktion sorgte. Föhrenbach und Bader waren wie gesagt durch die Formation und die Spielweise der Auer abgemeldet. Ihre Läufe in die Offensive waren sehr zaghaft, aber das ist ok wenn man die 0 halten will. Gordon und Pisot spielten beide sehr sicher und abgeklärt. Gordon hatte einen Wackler mit einem Klärungsball, die weiten Bälle in die Offensive von Pisot und Gordon konnte der KSC nicht in Offensivaktionen umsetzen. Wanitzek sortierte das Spiel und konnte das Aufbauspiel ruhig betreiben, ihm stand niemand wirklich aggressiv auf den Füßen, aber die Offensivbemühungen verpufften schnell. Mehlem kam überhaupt nicht zu seinem Spiel, weil er sich nicht in die Offensive einschalten konnte/durfte. Wenn er sich im Aufbauspiel fallen ließ und an den Ball kam, fand er keine schlüssigen Folgeaktionen, meist ging der Ball wieder zurück in die IV. So ist er etwas verschenkt gewesen. Ich hoffe, dass er im Rückspiel bei Gelegenheit das taktische Korsett abstreift und sein Spiel spielt. Pourie machte einige Bälle fest und ackerte, doch er kam nicht in aussichtsreiche Positionen, seine Mitspieler konnte er auch nicht in Szene setzen. Da scheint halt doch etwas mehr der klare Stürmer zu Fink durch. Mit Thiede und Muslija aber trotzdem eine sehr ordentliche Leistung. Schleuse war aus dem Spiel, er bekam nichts in den Fuß serviert. Er ging zwar in jedes Kopfballduell und versuchte sich einzubringen, aber das Spiel bekam er nicht passend gelesen, dass er sich mal in aussichtsreiche Position bringen konnte. Fairerweise machte es ihm die 5er-Kette der Auer aber auch nicht leicht. Der späte Wechsel mit Fink hatte dann keinen Effekt mehr. Ich hätte ihn mir etwas früher gewünscht, da dem KSC in Hälfte 2 sichtbar ein weiterer Kombinationsspieler in der hohen Zentrale fehlte.
Einzig etwas ärgerlich fand ich unsre Freistöße. Hier hatten wir einen klaren Vorteil und die Auer gingen großes Risiko so hoch zu stehen, um Kopfbälle aus der Kurzdistanz zu verhindern. Man spielte das durchgehend schlampig aus und strahlte keine Torgefahr aus. Entweder weite Bälle und z.B. Gordon legt mit dem Kopf zurück in/um den 5er, oder kurz ausgeführt auf einen Nebenmann abgelegt eine Flanke rein, oder man achtet mehr aufs Timing und ein Stürmer wie Schleuse nimmt vor der Hereingabe Tempo auf und setzt sich von der Abwehr ab. Denke da liegt noch viel Potential brach.
Letztlich war das kein Zuckerschlecken, wenn man nicht Fan eines der beiden Teams ist. Weiter geht´s, im Rückspiel ist alles drin. Ich hoffe nur, dass man sich nicht im Nachhinein ärgern muss, weil man im Hinspiel dann doch etwas zu sehr das Risiko scheute.
Die Auer spielten defensiv im 5-2-3, offensiv wurde das zum 3-4-1-2. Der KSC wie gewohnt im 442/4222. Beide Trainer hatten ihre Mannschaft gut eingestellt und vermieden jegliches Risiko.
Die Anfangsminuten gehörten dem KSC, der mutig begann und etwas Torgefahr ausstrahlte, während Aue von Beginn an offensiv bereits früh abgemeldet war. Wie gewohnt ließ sich meist Wanitzek im Aufbauspiel fallen, von dort suchte der KSC mit flachen Pässen den Übergang in die Offensive. Die Auer spielten gewöhnliches Mittelfeldpressing, versuchten nicht früh an den Ball zu kommen, die Räume sollten eng gehalten werden, das Tempo aus dem Spiel genommen. Beide Teams waren darauf aus, es dem Gegner so schwierig wie möglich zu machen die Ketten zu überspielen. Die Auer verteidigten nicht minder geschickt wie der KSC. Im Aufbauspiel sollten die AV nicht tief an den Ball kommen, das hätte für die Formation der Auer Probleme gegeben. Ein Achter des KSC schiebt mit raus, der offensive Flügelspieler lässt sich fallen, das muss mitgegangen werden und hätte Raum für unsre Stürmer geöffnet, entweder in der Zentrale oder hinter dem offensiven Flügelverteidiger der Auer. Die Auer ließen damit Wanitzek größtenteils gewähren, aber Bader und Föhrenbach nicht. Insofern waren diese im Aufbauspiel von Anfang an so gut wie raus. Von Wanitzek, in seltenen Fällen auch Mehlem, ging der Ball dann über der Mittellinie auf die Flügel, nur war dies dann zu spät, denn dort schnappte die Pressingfalle der Auer zu. Deren Abwehr stand tief genug, um dann Steckpässe zu verhindern, die Stürmer konnten sich nicht auf die Flügel fallen lassen, die AV nicht überlaufen. Thiede und Muslija waren gut im Spiel drin, doch sie fanden keine Anschlussaktionen. Sie standen breit, für unsre AV gab es keine Möglichkeit zu Überlaufen, damit zwang uns Aue eine statische Spielweise auf, die man durchgehend nicht auflösen konnte, außer unsre Spieler suchten das 1-gegen-1. Die Defensivarbeit des KSC hingegen machte einen sehr passenden und gut eingestellten Eindruck. Die Formation der Auer ist Fluch und Segen zugleich, man konnte schon gut erkennen, warum die Auer trotz 10er und 2 Stürmer mit die wenigsten Tore in Liga 2 schossen. Vorteil im 3-4-1-2 ist, dass man bereits im Aufbauspiel eine volle Kapelle im Sturm mit der 1-2-Stellung hat. Nur mussten die Auer diese Spieler erst mal finden, und da machte der KSC dann einen sicheren Eindruck. Der KSC spielte bis auf wenige Ausnahmen zu Beginn des Spiels kein Angriffspressing, sondern ebenfalls ein engmaschiges MF-Pressing. Die Abwehrspieler ließ man gewähren, haben die ja mit Tiffert auch einen sehr ballsicheren Aufbauspieler. Besonderheit war hier, das Muslija und Thiede zuerst nicht den Kontakt zu den offensiven Flügelverteidigern der Auer suchten, sondern im Halbraum versuchten Bälle durch die Zentrale auf den Sturm und den 10er zu unterbinden, also Zugriff in die Zentrale rein. Der Ball sollte ruhig auf die offensiven Flügelverteidiger gehen, dann schnappte die Pressingfalle des KSC zu. Man schob zur ballspielenden Seite raus und verteidigte dann aggressiv nach vorne. Da Föhrenbach und Bader hier keine direkten Gegenspieler hatten, sie nur darauf achten mussten, ob sich einer der Stürmer oder Nazarov auf die Flügel fallen lässt, oder einer der offensiven Flügelverteidiger aufrückt, was sie kaum taten, waren sie etwas unterbeschäftigt, ließen sich durch die Auer nicht dazu locken, aus der Abwehrkette auszuscheren und Raum aufmachen. Die Auer versuchten dann die MF-Zentrale um Wanitzek und Mehlem zu locken, doch die ließen sich ebenfalls nicht überrumpeln. Wenn sich ein Achter der Auer fallen ließ, ging man das mit, Wanitzek oder Mehlem rückte aus der Kette raus. Standen beide Achter tiefer, übernahmen die Stürmer und je nach Situation rückte ein Achter mit auf. So hätte Aue vielleicht Raum hinter dem MF schaffen können, doch der KSC setzte dann den Spielaufbau der Auer genügend unter Druck, was oft weite Bälle in die Spitze bedeutete und keine Gefahr für Pisot und Gordon darstellte.
Damit war das Spiel dann früh gesetzt und keine der beiden Mannschaften machte den Eindruck von dieser Marschroute auch nur minimal abzuweichen. Es kam zu den immer gleichen Szenen. Thiede und Muslija am Ball, doch keine passenden Folgeaktionen. Aue hingegen ließ sich strecken und fand nicht die passenden Zuspiele in den Angriff. Ein Grottenkick? Teils, weil beide Mannschaften im Ballbesitz fahrig/nervös spielten und im Angriff sehr häufig die Präzision in den Pässen fehlte. Hatte man den Rasen vor dem Spiel gewässert? Der schien mir extrem stumpf. Ansonsten spielten beide Teams defensiv sehr konzentriert und hebelten die Spielidee des Gegners jeweils völlig aus.
Die 2. Hälfte ist dann schnell erzählt. Umstellungen gab es keine und auch nur ganz selten Momente, in denen sich eines der Teams aus dem Klammergriff befreien konnte. Gestern war das dann kein Fehlerspiel, beide Teams taten dem Gegner nicht den Gefallen, somit gab es so gut wie keine Torgefahr. Die Präzision im Angriffsspiel des KSC nahm weiter ab, die Auer legten aber ebenfalls nicht zu und fanden so gar keine Möglichkeit, gegen den KSC Räume zu öffnen, die Stürmer in Szene zu setzen. Es blieb beim gerechten 0:0, auch wenn der KSC etwas mehr vom Spiel hatte.
Hilft uns das 0:0 weiter? Da bin ich sehr gespannt drauf. Irgendwann kommt die Zeit, in der die Teams etwas mehr Risiko gehen müssen, wenn man nicht auf ein Elferschießen aus ist. Ich denke für uns gab es diese Möglichkeit kalkuliertes Risiko zu gehen, was man ungenutzt liegen ließ. Nachdem sich der offensive Flügelverteidiger Rizutto verletzte, kam mit Kahlig ein Mann, der in der Offensive so überhaupt nichts beizutragen hatte. Die bis dahin eh schon relativ ungefährlichen Auer waren durch den Wechsel sichtlich geschwächt. Aber egal, das ist letztlich hypothetisch, denn einen Konter zu kassieren, da zeigte sich der KSC ja gegen Jena sehr anfällig, insofern dann nur ein Gedankenspiel.
Letztlich eine konzentrierte Teamleistung des KSC, in der es keine herausragenden Leistungen gab. Muslijas quirliges Spiel stellte Aue vor leichte Probleme, er band das aber zu selten passend ins Team ein. Entweder scheute er das letzte Risiko, suchte selbst den Abschluss, oder wenn zügiges Spiel möglich gewesen wäre, weil Raum da war, ein Mitspieler Tempo aufnahm, dann zögerte er zu lange. Aber er war einer, der den KSC in der Offensive am Leben hielt. Das gilt auch für Thiede, der mit seiner emsigen und „nickeligen“ Art auf dem Flügel für so manche gute Aktion sorgte. Föhrenbach und Bader waren wie gesagt durch die Formation und die Spielweise der Auer abgemeldet. Ihre Läufe in die Offensive waren sehr zaghaft, aber das ist ok wenn man die 0 halten will. Gordon und Pisot spielten beide sehr sicher und abgeklärt. Gordon hatte einen Wackler mit einem Klärungsball, die weiten Bälle in die Offensive von Pisot und Gordon konnte der KSC nicht in Offensivaktionen umsetzen. Wanitzek sortierte das Spiel und konnte das Aufbauspiel ruhig betreiben, ihm stand niemand wirklich aggressiv auf den Füßen, aber die Offensivbemühungen verpufften schnell. Mehlem kam überhaupt nicht zu seinem Spiel, weil er sich nicht in die Offensive einschalten konnte/durfte. Wenn er sich im Aufbauspiel fallen ließ und an den Ball kam, fand er keine schlüssigen Folgeaktionen, meist ging der Ball wieder zurück in die IV. So ist er etwas verschenkt gewesen. Ich hoffe, dass er im Rückspiel bei Gelegenheit das taktische Korsett abstreift und sein Spiel spielt. Pourie machte einige Bälle fest und ackerte, doch er kam nicht in aussichtsreiche Positionen, seine Mitspieler konnte er auch nicht in Szene setzen. Da scheint halt doch etwas mehr der klare Stürmer zu Fink durch. Mit Thiede und Muslija aber trotzdem eine sehr ordentliche Leistung. Schleuse war aus dem Spiel, er bekam nichts in den Fuß serviert. Er ging zwar in jedes Kopfballduell und versuchte sich einzubringen, aber das Spiel bekam er nicht passend gelesen, dass er sich mal in aussichtsreiche Position bringen konnte. Fairerweise machte es ihm die 5er-Kette der Auer aber auch nicht leicht. Der späte Wechsel mit Fink hatte dann keinen Effekt mehr. Ich hätte ihn mir etwas früher gewünscht, da dem KSC in Hälfte 2 sichtbar ein weiterer Kombinationsspieler in der hohen Zentrale fehlte.
Einzig etwas ärgerlich fand ich unsre Freistöße. Hier hatten wir einen klaren Vorteil und die Auer gingen großes Risiko so hoch zu stehen, um Kopfbälle aus der Kurzdistanz zu verhindern. Man spielte das durchgehend schlampig aus und strahlte keine Torgefahr aus. Entweder weite Bälle und z.B. Gordon legt mit dem Kopf zurück in/um den 5er, oder kurz ausgeführt auf einen Nebenmann abgelegt eine Flanke rein, oder man achtet mehr aufs Timing und ein Stürmer wie Schleuse nimmt vor der Hereingabe Tempo auf und setzt sich von der Abwehr ab. Denke da liegt noch viel Potential brach.
Letztlich war das kein Zuckerschlecken, wenn man nicht Fan eines der beiden Teams ist. Weiter geht´s, im Rückspiel ist alles drin. Ich hoffe nur, dass man sich nicht im Nachhinein ärgern muss, weil man im Hinspiel dann doch etwas zu sehr das Risiko scheute.
03.07.2018 - 11:30 Uhr
Wer ist jetzt - nach MMs Abgang - eigentlich der "aggressive leader"?
03.07.2018 - 11:32 Uhr
Zitat von starbuck11
Wer ist jetzt - nach MMs Abgang - eigentlich der "aggressive leader"?
Wer ist jetzt - nach MMs Abgang - eigentlich der "aggressive leader"?
Kai Bülow.
03.07.2018 - 11:40 Uhr
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