Taktik und Spielsysteme
21.07.2011 - 09:17 Uhr
22.08.2017 - 07:45 Uhr
Zitat von ebseKa
Ich bin zwar kein Taktik-Guru und Analytiker wie Rudi, aber rein gefühlt wird bei uns jetzt seit ca 2 Jahren das 4-4-2 von diversen Trainern propagiert und versucht. Die Ergebnisse waren sowohl optisch als auch vom Ergebnis her mehr als bescheiden.
Vielleicht taugt das einfach nicht für uns und/oder 2./3. Liga?
Ich bin zwar kein Taktik-Guru und Analytiker wie Rudi, aber rein gefühlt wird bei uns jetzt seit ca 2 Jahren das 4-4-2 von diversen Trainern propagiert und versucht. Die Ergebnisse waren sowohl optisch als auch vom Ergebnis her mehr als bescheiden.
Vielleicht taugt das einfach nicht für uns und/oder 2./3. Liga?
Laut Wenger ist ein 442 die beste Formation!
Mir gefällt das 442 auch nicht sehr, vor allem wenn da in der Zentrale jemand spielt, der eher einem 6er ähnelt. Aber im aktuellen Fußball scheint schnelle Raumüberbrückung und Chancenerarbeitung mit einfacher Spielanlage wieder voll im Trend zu liegen (öhm war das auch mal out?
), dazu ist das 442 gut.
22.08.2017 - 12:18 Uhr
Ich finde ein 4-4-2 mittlerweile auch ziemlich unmodern.Gerade wenn dann bülow und hofmann das duo im mittelfeld bilden statt zum bsp. Peitz und yabo.Ich glaube wenn meister sein 3-5-2 aufgeboten hätte würden wir uns keine gedanken um einen neuen trainer machen.Wenn ich mir den kader angucke dann sehe ich mit föhrenbach,pisot,lorenz,camoglu und fink perfekte spieler für die formation.
Uphoff
Pisot Gordon Föhrenbach
Siebeck Hofmann
Camoglu Wanitzek Lorenz
Fink
DSE
Uphoff
Pisot Gordon Föhrenbach
Siebeck Hofmann
Camoglu Wanitzek Lorenz
Fink
DSE
22.08.2017 - 12:29 Uhr
Zitat von RudiMentaer
Laut Wenger ist ein 442 die beste Formation!
Mir gefällt das 442 auch nicht sehr, vor allem wenn da in der Zentrale jemand spielt, der eher einem 6er ähnelt. Aber im aktuellen Fußball scheint schnelle Raumüberbrückung und Chancenerarbeitung mit einfacher Spielanlage wieder voll im Trend zu liegen (öhm war das auch mal out?
), dazu ist das 442 gut.
Zitat von ebseKa
Ich bin zwar kein Taktik-Guru und Analytiker wie Rudi, aber rein gefühlt wird bei uns jetzt seit ca 2 Jahren das 4-4-2 von diversen Trainern propagiert und versucht. Die Ergebnisse waren sowohl optisch als auch vom Ergebnis her mehr als bescheiden.
Vielleicht taugt das einfach nicht für uns und/oder 2./3. Liga?
Ich bin zwar kein Taktik-Guru und Analytiker wie Rudi, aber rein gefühlt wird bei uns jetzt seit ca 2 Jahren das 4-4-2 von diversen Trainern propagiert und versucht. Die Ergebnisse waren sowohl optisch als auch vom Ergebnis her mehr als bescheiden.
Vielleicht taugt das einfach nicht für uns und/oder 2./3. Liga?
Laut Wenger ist ein 442 die beste Formation!
Mir gefällt das 442 auch nicht sehr, vor allem wenn da in der Zentrale jemand spielt, der eher einem 6er ähnelt. Aber im aktuellen Fußball scheint schnelle Raumüberbrückung und Chancenerarbeitung mit einfacher Spielanlage wieder voll im Trend zu liegen (öhm war das auch mal out?
), dazu ist das 442 gut.Selbst wennger spielt nicht mehr mit dem 4-4-2
22.08.2017 - 13:49 Uhr
Ob man das jetzt im 442 oder 4231 mit Fink auf der 10 spielt (ist bei mir ja eh mehr als hängende Spitze gedacht) ist letztlich egal. Mir ging es darum, die Mannschaft taktisch nicht zu überfordern und eine vertraute Grundformation zu wählen, in der sich alle Spieler mehr oder weniger sicher und wohl fühlen. Ich halte es jetzt gerade nicht an der Zeit für taktische Sperenzchen. Es ist wichtig, der Mannschaft Sicherheit zu geben und die kommt meiner Meinung nach über ein solides Fundament in Form einer funktionierenden Defensive. Da auch in 4231/451 Formationen letztlich mehr oder weniger im 442 gepresst und verteidigt wird, hatte ich mich dafür entschieden. Auch die Kaderchemie/-hierarchie wollte ich nicht gänzlich außer Acht lassen (keine Kritik an dir Rudi). Deshalb, wie gesagt, mein Rückgriff auf eine simple, Sicherheit bietende Grundformation.
@RudiMentaer: Ich finde es interessant, dass du zuerst offensiv denkst und ich zuerst defensiv. Vielleicht sollten wir uns als Trainerduo bewerben. Mit Powerpoint kenne ich mich ein bisschen aus.
Rein auf spielerischer Ebene macht deine Idee absolut Sinn und ich kann da nicht wirklich widersprechen. Das einzige, was mir fehlt ist ein körperlich präsenter Spieler im 16er. Ich befürchte, dass sich Fink und Muslija da zu wenig durchsetzen könnten. Die Schwächen hast du ja selbst schon angesprochen: Es fehlt an den körperlichen Voraussetzung, gerade in den Zweikämpfen dagegen halten zu können. Camoglu traue ich die 6er-Rolle nicht zu. Eher schon Cello Mehlem (meinetwegen auch Bülow) als einfachem Ballverteiler, der die Bälle an die kreativeren, technisch beschlagenen Spieler weiterleitet. Würde natürlich eine andere Rollenverteilung und Dynamik mit sich bringen. Andererseits würde man die Abhängigkeit vom 6er vielleicht so verringern können. Defensiv wäre man aber im Zentrum so sicher präsenter.
Auf dem Papier ist das eine absolut sinnvolle Taktik, die durchaus funktionieren kann - allerdings glaube ich, dass man die Spieler damit in der jetzigen Situation eher verunsichern und vielleicht überfordern würde. Zumindest, wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt.
@RudiMentaer: Ich finde es interessant, dass du zuerst offensiv denkst und ich zuerst defensiv. Vielleicht sollten wir uns als Trainerduo bewerben. Mit Powerpoint kenne ich mich ein bisschen aus.
Rein auf spielerischer Ebene macht deine Idee absolut Sinn und ich kann da nicht wirklich widersprechen. Das einzige, was mir fehlt ist ein körperlich präsenter Spieler im 16er. Ich befürchte, dass sich Fink und Muslija da zu wenig durchsetzen könnten. Die Schwächen hast du ja selbst schon angesprochen: Es fehlt an den körperlichen Voraussetzung, gerade in den Zweikämpfen dagegen halten zu können. Camoglu traue ich die 6er-Rolle nicht zu. Eher schon Cello Mehlem (meinetwegen auch Bülow) als einfachem Ballverteiler, der die Bälle an die kreativeren, technisch beschlagenen Spieler weiterleitet. Würde natürlich eine andere Rollenverteilung und Dynamik mit sich bringen. Andererseits würde man die Abhängigkeit vom 6er vielleicht so verringern können. Defensiv wäre man aber im Zentrum so sicher präsenter.
Auf dem Papier ist das eine absolut sinnvolle Taktik, die durchaus funktionieren kann - allerdings glaube ich, dass man die Spieler damit in der jetzigen Situation eher verunsichern und vielleicht überfordern würde. Zumindest, wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt.
22.08.2017 - 18:34 Uhr
@Dedaim: Das sind ein paar Gedankenfehler drin, bzw. vielleicht hast du das auch nur nicht ausführlich genug ausgeführt. Mal alles in der Annahme, dass der Gegner dein Spiel mitgeht. Wenn du dich im 442 im letzten Drittel verschanzt, dann hast du zwar eine sehr defensive Grundordnung, die nicht einfach zu knacken ist. Du wirst aber mit dem 442 hinten nicht rauskommen.
Du kannst mit dem 442 weder in der Zentrale, noch auf den Flügeln für Überzahl sorgen, es hängt also einzig und alleine von den Bewegungen deiner Spieler ab. Dazu stehen Fink und Zawada im Angriff, die keine Konterstürmer sind, damit kann dich der Gegner im hohen Angriffspressing sorgenlos im eigenen Drittel einkesseln. Man muss ja keine Sorge haben, dass ein langer Ball die eigene Hintermannschaft öffnet. Dazu würden dir Lorenz, Bülow und Zawada Probleme machen. Lorenz rückt nicht ein, zumindest nicht im eigenen Drittel, auch nicht in der Mittelfeldzentrale, er wird keine spielöffnenden Läufe anbieten können, wie auch Zawada im Sturm. Bei Ballgewinn im eigenen Drittel wirst du verdammt enge Räume vorfinden, du willst diese Räume ja auch mit deinem "defensiv verschanzen", sie werden aber bei Ballgewinn dann auch für deine Formation zum Problem. Wie soll sich im Extrem ein Bülow daraus befreien? Er hat weder die technischen noch körperlichen Fähigkeiten dazu. Wenn soll er direkt einsetzen? Weite Bälle auf die Flügel? Da steht in dem Moment gar niemand.
Im Bedenken dieser Eigenschaften, also dahingehend, dass es keine Offensive/Defensive getrennt gibt, das eine bedingt immer auch das andere, ist das noch nicht so schlüssig. Du switcht quasi in deiner Beschreibung von "eng verteidigen" direkt in den geordneten Spielaufbau, das dazwischen, die Umschaltphasen, die sind aber sehr entscheidend.
Deshalb das 3142, welches natürlich ebenso wie alle anderen Formationen Bruchstellen bietet, mit eben genau diesen Spielertypen. Pressingresistent, kombinationsstark, dynamisch, Überzahl schaffend, deshalb hat da kein Mehlem Platz, vor allem kein Bülow. Körperlichkeit ist im Sturm gar nicht entscheidend, denn wenn ich z.B. Konter, ein Stürmer also an der Abseitskante lauert, große, freie Räume vor dem Stürmer liegen dann bringt Körperlichkeit wenig. Auch wenn ich das Spiel vor Eintritt in den 16er öffne, denn dann sind Zuordnungen futsch, die IV schwimmt.
Ob Camoglu die 6 kann, nö glaube ich auch nicht so ganz, es war aber die naheliegenste Option.
Technisch gute AV, die Übersicht haben und nicht dazu neigen zu überpacen (in beidem mangelt es Camoglu leider noch ein Stück weit), die können auch in der Zentrale spielen. Lahm, Hector, Valentini etc. es gibt genügend Beispiele von Spielern, die das auf die Reihe bekommen haben, warum Camoglu nicht? Ein AV sollte alles können, außer unbedingt Tore zu schießen, ein moderner 6er ebenso.
Du kannst mit dem 442 weder in der Zentrale, noch auf den Flügeln für Überzahl sorgen, es hängt also einzig und alleine von den Bewegungen deiner Spieler ab. Dazu stehen Fink und Zawada im Angriff, die keine Konterstürmer sind, damit kann dich der Gegner im hohen Angriffspressing sorgenlos im eigenen Drittel einkesseln. Man muss ja keine Sorge haben, dass ein langer Ball die eigene Hintermannschaft öffnet. Dazu würden dir Lorenz, Bülow und Zawada Probleme machen. Lorenz rückt nicht ein, zumindest nicht im eigenen Drittel, auch nicht in der Mittelfeldzentrale, er wird keine spielöffnenden Läufe anbieten können, wie auch Zawada im Sturm. Bei Ballgewinn im eigenen Drittel wirst du verdammt enge Räume vorfinden, du willst diese Räume ja auch mit deinem "defensiv verschanzen", sie werden aber bei Ballgewinn dann auch für deine Formation zum Problem. Wie soll sich im Extrem ein Bülow daraus befreien? Er hat weder die technischen noch körperlichen Fähigkeiten dazu. Wenn soll er direkt einsetzen? Weite Bälle auf die Flügel? Da steht in dem Moment gar niemand.
Im Bedenken dieser Eigenschaften, also dahingehend, dass es keine Offensive/Defensive getrennt gibt, das eine bedingt immer auch das andere, ist das noch nicht so schlüssig. Du switcht quasi in deiner Beschreibung von "eng verteidigen" direkt in den geordneten Spielaufbau, das dazwischen, die Umschaltphasen, die sind aber sehr entscheidend.
Deshalb das 3142, welches natürlich ebenso wie alle anderen Formationen Bruchstellen bietet, mit eben genau diesen Spielertypen. Pressingresistent, kombinationsstark, dynamisch, Überzahl schaffend, deshalb hat da kein Mehlem Platz, vor allem kein Bülow. Körperlichkeit ist im Sturm gar nicht entscheidend, denn wenn ich z.B. Konter, ein Stürmer also an der Abseitskante lauert, große, freie Räume vor dem Stürmer liegen dann bringt Körperlichkeit wenig. Auch wenn ich das Spiel vor Eintritt in den 16er öffne, denn dann sind Zuordnungen futsch, die IV schwimmt.
Ob Camoglu die 6 kann, nö glaube ich auch nicht so ganz, es war aber die naheliegenste Option.
Technisch gute AV, die Übersicht haben und nicht dazu neigen zu überpacen (in beidem mangelt es Camoglu leider noch ein Stück weit), die können auch in der Zentrale spielen. Lahm, Hector, Valentini etc. es gibt genügend Beispiele von Spielern, die das auf die Reihe bekommen haben, warum Camoglu nicht? Ein AV sollte alles können, außer unbedingt Tore zu schießen, ein moderner 6er ebenso.
23.08.2017 - 08:59 Uhr
@RudiMentaer: Stimmt schon, da sind einige Schwachstellen drin, die du sehr richtig ausgemacht hast. Ausgehend von der Prämisse, der Mannschaft Sicherheit und Stabilität zu geben, habe ich das übersehen. Da muss ich mir wohl nochmal Gedanken machen. Am Besten vor und nicht erst während des Schreibens.
Ich glaube aber, dass man grundsätzlich auf die echten Kanten in der dritten Liga nicht verzichten kann - zumindest defensiv. Offensiv lässt sich das sicher auch anders lösen. Btw: wenn ich es noch richtig im Kopf habe, wolltest du relativ hoch pressen, dann fehlt der Raum für Konter (außer bei schneller Balleroberung, wenn der Gegner unsortiert ist). Da wäre ein Wandspieler à la DSE nicht verkehrt, finde ich. Gerade auch um Gegenspieler zu binden und mal eine hohe Anspielstation zu bieten. Zawada habe ich gefressen - nicht wegen seiner Fan-Aktion in Bremen, sondern wegen seiner Spielweise. Der junge hat den Körper um sich durchzusetzen, bringt auch sonst gute Voraussetzungen mit sich, spielt aber so, als ob er Angst vor Zweikämpfen habe...
Naja, back to topic: Mein Konzept war sicher etwas unausgegoren und ich werde mir da nochmal Gedanken machen. Falls ich zu einer Lösung komme, werde ich es hier zur Begutachtung vorlegen.
Ich glaube aber, dass man grundsätzlich auf die echten Kanten in der dritten Liga nicht verzichten kann - zumindest defensiv. Offensiv lässt sich das sicher auch anders lösen. Btw: wenn ich es noch richtig im Kopf habe, wolltest du relativ hoch pressen, dann fehlt der Raum für Konter (außer bei schneller Balleroberung, wenn der Gegner unsortiert ist). Da wäre ein Wandspieler à la DSE nicht verkehrt, finde ich. Gerade auch um Gegenspieler zu binden und mal eine hohe Anspielstation zu bieten. Zawada habe ich gefressen - nicht wegen seiner Fan-Aktion in Bremen, sondern wegen seiner Spielweise. Der junge hat den Körper um sich durchzusetzen, bringt auch sonst gute Voraussetzungen mit sich, spielt aber so, als ob er Angst vor Zweikämpfen habe...
Naja, back to topic: Mein Konzept war sicher etwas unausgegoren und ich werde mir da nochmal Gedanken machen. Falls ich zu einer Lösung komme, werde ich es hier zur Begutachtung vorlegen.
26.08.2017 - 13:27 Uhr
So, ich habe gerade mal ein bisschen Zeit gefunden und über Rudis Kritik nachgedacht. Es war ja durchaus berechtigt, dass sich das Umschaltmoment als schwierig gestalten könnte, wenn der Raum nach Ballgewinn wegen der Grundordnung extrem verknappt ist. Ich in aber zu einer Lösung gekommen, die ich gerne hier zur Diskussion stellen würde.
Ein bisschen habe ich da bei Rudi geklaut.
Defensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
Bader------Gordon-------Pisot--------Siebeck
-----------------------Camoglu-----------------------
Muslija-----Wanitzek-----Bülow-------Lorenz
---------------------------Fink---------------------------
Offensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
----------------Gordon-------Pisot------------------
-------------------------Bülow-------------------------
Bader-------Camoglu-----------Siebeck---------
--------Muslija-------Wanitzek------------Lorenz
------------------------Fink------------------------------
(So 100% habe ich die offensive Formation nicht darstellen können. Hoffe, es geht aus der Beschreibung hervor
)
Ausgehend von der Kritik, dass nach Balleroberung der Raum fehlt, um effektiv umschalten zu können (sei es in Form von Kontern, oder in Form eines geordneten, ballbesitzorientierten Spielaufbaus) und dazu eben auch die Spieler, die sich im engen Raum befreien können, habe ich Rudis Vorschlag übernommen, Camoglu auf der 6 zu positionieren. Er ist da sicher keine Idealbesetzung, andererseits gibt es wohl keinen anderen Spieler, der das könnte (mit Abstrichen vllt. Siebeck).
Der Gedanke ist der, dass jeder Spieler bei Balleroberung sofort 2-3 Anspielstationen hat. Mit Camoglu im Zentrum wurde so eine neue geschaffen, die vor allem die Innenverteidiger entlasten soll. Er kann außerdem auch schnell in Richtung Flügel schieben, um eine Anspielstation für die Außenbahnspieler zu sein. Sicher können sich da auch Wanitzek und Bülow schnell fallen lassen. Letzteren habe ich aufgrund seiner Physis in der Startelf belassen. Ein Peitzer, der mal ordentlich dazwischen haut wäre mir zwar lieber, aber Bülow kann (!) physisch ähnlich präsent sein, wenn er seine Normalform erreicht. Fink hat defensiv die Aufgabe, Passwege zuzustellen, soweit es ihm als einzige Spitze eben möglich ist. Verteidigt wird grundsätzlich wieder tief (Abwehrreihe auf der Höhe des 16ers, der Rest entsprechend davor). Im Idealfall werden bei Balleroberungen schnelle Konter über die Außen gesetzt.
Offensiv bleibt Bülow mit den beiden IVs als Absicherung zurück. Bader macht auf seiner Seite das Spiel breit und geht auch mal auf die Grundlinie durch. Muslija schiebt tendenziell eher zentral ein, um hinter Fink zu agieren und auch mal in den 16er einzudringen. Gleiches gilt für Wanitzek. Camoglu schiebt ebenfalls vor, als weitere Anspielstation hinter der vordersten Reihe. Siebeck machen auf Links das Spiel breit, versuchen in die Tiefe vorzustoßen. Situativ kann einer der beiden jedoch auch zentral einschieben, um hier eine weitere Anspielstation zu bieten. Fink kann sich situativ fallen lassen, oder auf einen Flügel rausschieben, um den nachrückenden Wanitzek und Muslija Raum für Vorstöße zu schaffen.
Das größte Problem ist hier sicherlich die teilweise fehlende Präsenz im Strafraum, hohe Bälle sind quasi kein Mittel mehr. Alternativ könnte man Bülow und Camoglu vielleicht eine Doppel-6 bilden lassen, Fink auf der 10 und davor DSE spielen lassen. Das brächte wiederum eine andere Dynamik mit sich, die ich hier aber nicht weiter ausführen möchte. Wäre ja auch nur meine B-Lösung.
Ein bisschen habe ich da bei Rudi geklaut.
Defensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
Bader------Gordon-------Pisot--------Siebeck
-----------------------Camoglu-----------------------
Muslija-----Wanitzek-----Bülow-------Lorenz
---------------------------Fink---------------------------
Offensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
----------------Gordon-------Pisot------------------
-------------------------Bülow-------------------------
Bader-------Camoglu-----------Siebeck---------
--------Muslija-------Wanitzek------------Lorenz
------------------------Fink------------------------------
(So 100% habe ich die offensive Formation nicht darstellen können. Hoffe, es geht aus der Beschreibung hervor
) Ausgehend von der Kritik, dass nach Balleroberung der Raum fehlt, um effektiv umschalten zu können (sei es in Form von Kontern, oder in Form eines geordneten, ballbesitzorientierten Spielaufbaus) und dazu eben auch die Spieler, die sich im engen Raum befreien können, habe ich Rudis Vorschlag übernommen, Camoglu auf der 6 zu positionieren. Er ist da sicher keine Idealbesetzung, andererseits gibt es wohl keinen anderen Spieler, der das könnte (mit Abstrichen vllt. Siebeck).
Der Gedanke ist der, dass jeder Spieler bei Balleroberung sofort 2-3 Anspielstationen hat. Mit Camoglu im Zentrum wurde so eine neue geschaffen, die vor allem die Innenverteidiger entlasten soll. Er kann außerdem auch schnell in Richtung Flügel schieben, um eine Anspielstation für die Außenbahnspieler zu sein. Sicher können sich da auch Wanitzek und Bülow schnell fallen lassen. Letzteren habe ich aufgrund seiner Physis in der Startelf belassen. Ein Peitzer, der mal ordentlich dazwischen haut wäre mir zwar lieber, aber Bülow kann (!) physisch ähnlich präsent sein, wenn er seine Normalform erreicht. Fink hat defensiv die Aufgabe, Passwege zuzustellen, soweit es ihm als einzige Spitze eben möglich ist. Verteidigt wird grundsätzlich wieder tief (Abwehrreihe auf der Höhe des 16ers, der Rest entsprechend davor). Im Idealfall werden bei Balleroberungen schnelle Konter über die Außen gesetzt.
Offensiv bleibt Bülow mit den beiden IVs als Absicherung zurück. Bader macht auf seiner Seite das Spiel breit und geht auch mal auf die Grundlinie durch. Muslija schiebt tendenziell eher zentral ein, um hinter Fink zu agieren und auch mal in den 16er einzudringen. Gleiches gilt für Wanitzek. Camoglu schiebt ebenfalls vor, als weitere Anspielstation hinter der vordersten Reihe. Siebeck machen auf Links das Spiel breit, versuchen in die Tiefe vorzustoßen. Situativ kann einer der beiden jedoch auch zentral einschieben, um hier eine weitere Anspielstation zu bieten. Fink kann sich situativ fallen lassen, oder auf einen Flügel rausschieben, um den nachrückenden Wanitzek und Muslija Raum für Vorstöße zu schaffen.
Das größte Problem ist hier sicherlich die teilweise fehlende Präsenz im Strafraum, hohe Bälle sind quasi kein Mittel mehr. Alternativ könnte man Bülow und Camoglu vielleicht eine Doppel-6 bilden lassen, Fink auf der 10 und davor DSE spielen lassen. Das brächte wiederum eine andere Dynamik mit sich, die ich hier aber nicht weiter ausführen möchte. Wäre ja auch nur meine B-Lösung.
26.08.2017 - 16:39 Uhr
Ich hab das Gefühl das der kader unausgegoren und generell geschwindkeit fehlt.
Sehe fast niemand der Räume schnell sichern bzw in freie Räume rennen kann.
Spieler die solche Pässe spielen können haben wir aber.
Sprich wir müssten eigentlich eher auf ballbesitz Fußball spielen, oder?
Sehe fast niemand der Räume schnell sichern bzw in freie Räume rennen kann.
Spieler die solche Pässe spielen können haben wir aber.
Sprich wir müssten eigentlich eher auf ballbesitz Fußball spielen, oder?
26.08.2017 - 20:50 Uhr
Zitat von Dedaim
gekürzt
Defensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
Bader------Gordon-------Pisot--------Siebeck
-----------------------Camoglu-----------------------
Muslija-----Wanitzek-----Bülow-------Lorenz
---------------------------Fink---------------------------
Offensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
----------------Gordon-------Pisot------------------
-------------------------Bülow-------------------------
Bader-------Camoglu-----------Siebeck---------
--------Muslija-------Wanitzek------------Lorenz
------------------------Fink------------------------------
(So 100% habe ich die offensive Formation nicht darstellen können. Hoffe, es geht aus der Beschreibung hervor
)
gekürzt
gekürzt
Defensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
Bader------Gordon-------Pisot--------Siebeck
-----------------------Camoglu-----------------------
Muslija-----Wanitzek-----Bülow-------Lorenz
---------------------------Fink---------------------------
Offensiv:
-------------------------Uphoff-------------------------
----------------Gordon-------Pisot------------------
-------------------------Bülow-------------------------
Bader-------Camoglu-----------Siebeck---------
--------Muslija-------Wanitzek------------Lorenz
------------------------Fink------------------------------
(So 100% habe ich die offensive Formation nicht darstellen können. Hoffe, es geht aus der Beschreibung hervor
) gekürzt
zu deinen Aufstellungen habe ich ein paar grundlegende Fragen
1) wieso siehst Du Bülow als 8er bzw ZM? In meinen Augen ist er eher ein DM oder gar IV. Für die 8 wäre er mir zu langsam
2) wieso siehst Du Camoglu als zentralen Mittelfeldspieler? Ich habe ihn bisher nur als Außen erlebt und kann mir diese Rolle, eventuell sogar als 6er, gar nicht vorstellen
3) Siebeck als LV und Lorenz als LM/LA. Meiner Meinung nach, eventuell eine exklusive, sollte es eher umgedreht sein
27.08.2017 - 01:47 Uhr
KSC - Halle
Erste Woche nach dem Meister-Rausschmiss, was erwartet uns nun mit Bajramovic und Eichner? Leider war es gestern ein Muster ohne Wert. Halle erwies sich durch die vielen Ausfälle offensiv wenig eingespielt. Sie konnten sich aber durch den Spielverlauf voll und ganz der Defensive widmen, spielten da fehlerlos und zwangen den KSC zu einer ungewohnten Spielweise, zermürbten uns.
Der KSC startete im 442, Wanitzek und Siebeck in der Zentrale, anfangs Schleusener als Bindungsspieler, Fink in der Zentrale lauernd. Halle formierte sich im 343 und verteidigte auch bis zum 0:1 im 343, versuchte über der Mittellinie das Aufbauspiel des KSC zu stören, spielte aber kein intensives Angriffspressing. Der KSC begann nicht druckvoll, aber es machte einen geordneten Eindruck, keine unnötigen weiten Bälle. Mit der IV, Siebeck, Wanitzek und dem ab und an in die Zentrale fallen lassenden Schleusener oder Muslija konnte man den Ball halten und ließ das moderate Anlaufen der Gäste aus Halle so selten zuschnappen. Der KSC zeigte da noch Zeichen eines Matchplans, die grundsätzliche Ausrichtung und die Vergabe der Spielerrollen machte offensiv einen passenden Eindruck. Defensiv ließ man sich aber bereits zu Anfang durch die Struktur der Gäste zu sehr beeinflussen, ließ damit in der eigenen Hälfte Ordnung vermissen und agierte aus schlichter Manndeckung heraus wenig koordiniert. Kein Wunder, dass Gordon beim 0:1 so aus der Abwehr gezogen wird. Halle deckte mit deren Abwehrkette im 343 nicht die Breite des Spielfeldes ab, es gab also auf den Flügeln gute Möglichkeiten durchzubrechen. Auf unsrer linken Seite wurde Lorenz vom RM abgedeckt, Bader überlief ihn und hätte steil geschickt werden können, oder er rückte in den Halbraum über der Mittellinie ein. Halle ließ dies gewähren, Bader agierte frei, ohne in Deckung genommen zu werden, wurde aber dann entweder unsauber angespielt oder wusste nichts aus diesen Stellungen zu initiieren. Auf der gegenüberliegenden Seite gab es diese Mechanismen nicht. Camoglu agierte wieder einzig an der Seitenlinie, Muslija im Halbraum, zur anderen Seite tendierend (wie unter Meister). Die Mannschaft wusste damit im Spielaufbau wenig anzufangen, Camoglu war so im Laufe des Spiels zu isoliert und abgekappt im Zusammenspiel zu seinen Kollegen, Muslija wurde teils wieder verschluckt. Erst im letzten Drittel fanden beide dann wieder zueinander.
Das Spiel änderte sich grundlegend, als unser Team wiedermal durch eine Unachtsamkeit das 0:1 kassierte. Ab da verwarf Halle jegliche Defensivstaffelung, die ein umschalten auf die Offensive möglich gemacht hätte. Ab sofort agierte Halle im 532. Wenn der KSC ins letzte Drittel kam, was in der 1. Hälfte kaum der Fall war, war es teils ein 631. Einen Spielplan gab es seitens des KSC dann nicht mehr, Anpassungen von Bajramovic in der 1. Hälfte auch nicht, die Spieler spielten einzig ihre Fähigkeiten aus und versuchten etwas zu initiieren, was nicht gelang. Im Vergleich zu Meister verwarf man das bekannte Spiel weit in die Hälfte des Gegners zu schieben und mit schnellen Ablagen den Gegner zu öffnen. Nun versuchte man es mit kontrolliertem Spiel von hinten raus, investierte viel in einen geordneten Spielaufbau, leider viel zu viel. Querpässe, fallen lassen, die Breite ausnutzen, das alles vorrangig mit Kurzpassspiel. Keine hohen Seitverlagerungen, viele Läufe mit Ball am Fuß. Das war viel zu behäbig, leicht zu verteidigen und brachte den FC wenig in Bedrängnis. Mitte der ersten Hälfte hatte es Fink dann satt, dass er so völlig aus dem Spiel war, keine Bälle bekam, auch er schaltete sich in den Spielaufbau mit ein. Effekt? Noch mehr Aufwand, weiter keinerlei Durchschlagskraft. Möglichkeiten zum schnellen Spiel, Ballgewinne direkt bis vor das Tor zu tragen? Leider Fehlanzeige. Es sah zwar kontrolliert aus, verpuffte aber sobald man ins letzte Drittel übersetzen wollte, was allgemein viel zu langwierige Vorarbeit benötigte.
Der KSC verwarf zu Meister das Angriffspressing völlig, sie waren voll auf das eigene Offensivspiel fokussiert und hatten bei Ballverlust selten direkt Zugriff, suchten dann aber intensiv, teils sehr unkoordiniert die Zweikämpfe. Halle kam durch die defensive Ausrichtung selten hinten raus, wenn wurden die Spieler dann abgelaufen und gestellt, da sie keine Anspielstation fanden, die Bälle zu lange hielten.
Bajramovic machte zur Pause eine sinnige Umstellung, er nahm Siebeck runter und brachte mit DSE einen Stürmer. Das zu Anfang der 1. Hälfte noch praktizierte überlaufen/einrücken von Bader hatte ja längst keinen Effekt mehr, der Spielaufbau war unnötig aufwendig, es ging wenig Gefahr durch die Gäste aus im Spielaufbau den Ball zu verlieren. Nun schoben die AV also einzig weit auf, aus der Zentrale initiierten die IV und Wanitzek das Spiel, die offensiven Spieler ließen sich seltener fallen, während sich Halle immer tiefer in der eigenen Hälfte verschanzte. Der KSC agierte mehr in einem verschobenen 4-1-4-1, also Bader und Lorenz links außen, Camoglu rechts breitstehend, Muslija vermehrt in den Halbräumen, was eine 2-3-3-2 oder 2-3-2-3-Staffelung im Spielaufbau zur Folge hatte. Je ein Spieler in den offensiven Halbräumen, die viel zu engen, übertriebenen Kombinationsstaffelungen im tiefen zentralen Mittelfeld wurden damit sinnvoll entzerrt.
Doch Halle agierte weiterhin defensiv ohne Fehler, verteidigte intensiv, mit einer sehr tiefen Pressinglinie. Der KSC fand darauf in der ganzen Spielzeit vielleicht höchstens 3-4 mal, z.B. mit 1-2 Pässen eine passende Antwort. Ansonsten agierte man weiterhin viel zu ballkontrollierend, ohne es zu schaffen, dann im richtigen Moment Tempo aufzunehmen. In der 74. Minute! gab es das erste Mal ein auffälliges Anzeichen, doch mal schnell vor das Tor zu kommen. Ein Freistoß wurde nach Foulspiel in der tiefen MF-Zentrale schnell in den Sturm weitergeleitet, ansonsten gab es keine Anzeichen gestern schnell umschalten zu wollen.
Letztlich war es dann ein enttäuschendes Ergebnis, gegen eine offensiv harmlose Mannschaft aus Halle. Unter Meister hatte der KSC in der bisherigen Saison keinen Gegner zu bespielen, der so extrem tief stand. Bajramovics Eingriffe in das Spiel reduzierte sich auf Auswechslungen und die Umstellung nach der Halbzeitpause, was sinnig war, ansonsten war sich die Mannschaft sich selbst überlassen, die Spielweise fußte auf den Fähigkeiten der Spieler, deren Spielinterpretation. Letzteres muss man Bajramovic nicht negativ auslegen, der KSC ging unnötig in Rückstand und machte damit die wenigen sichtbaren Anzeichen einer Spielidee zunichte, da sich Halle dann nur noch rein aufs Verteidigen konzentrierte und es zu einem zermürbenden Spiel ohne einfach zu bespielenden Raum im letzten Drittel wurde. Natürlich auch dem geschuldet, dass der KSC hinten raus kaum aus den Pötten kam. Nach dem Ausgleich war die Erleichterung in der Mannschaft zu spüren, es mangelt weder an Wille, Einsatz, noch gibt es Anzeichen von Auflösungserscheinungen, doch Eingespieltheit, heute in Bezug auf Tempo in den Aktionen, fehlt weiterhin. Weiterhin ist der Wille da zusammen etwas auf die Beine zu stellen, aber es hat keine Konstanz, selten Struktur. Aber wen wundert das gerade nach dieser Woche?
Ich hoffe man backt nun ganz kleine Brötchen, völlig egal wie sehr der Aufstieg finanziell sein muss, lässt die Entscheidungsträger und Spieler in Ruhe arbeiten. Hilfreich ist der Druck aktuell kein Stück, das war gestern zu sehen. Ich hoffe außerhalb des Platzes hört es schnell auf, sich so eine Schalke-Mentalität zuzulegen, alles schlecht zu reden und das Dauergemecker langsam zu kultivieren. Dauerpessimismus und alles schlecht reden ist für mich zumindest kein Zeichen von ernsthafter Besorgnis. Auch das „Scheixx-DFB“ im Stadion während dem Spiel sollte man sich sparen, wäre schön wenn man da den Fokus auf unser Team legt. War fassungslos während der Trinkpause in der 1. Hälfte, als die Ultras sich dem DFB- Nebenkriegsschauplatz widmeten. Was soll denn sowas bewirken? Aber egal, ich weiß dafür bin ich nicht der passende Moralapostel mit dem erhobenen Zeigefinger, als erwiesener Erfolgsfan mit aktueller Stadion-Allergie.
Nach dem Spiel lässt sich wenig zu Bajramovics Wirken sagen, der Spielverlauf machte die wenigen sichtbaren Ideen zunichte, auf den weiteren Spielverlauf hatte er wenig Einfluss nehmen können. Nächste Woche wird man mehr sehen, dann erwartet uns sicherlich kein Gegner, der 75 Minuten tief steht und kein Tor schießen will. Das soll keine Kritik an Halle sein, die das Beste aus ihren Möglichkeiten machten, defensiv aufmerksam und fehlerfrei arbeiteten und das Unentschieden letztlich mit der dezimierten Mannschaft absolut verdient hatten. Gordon und Pisot spielten tiefstehend wieder sehr fahrig. Bader, Muslija und Camoglu zeigten heute zu wenig, auch Lorenz war teilweise aus dem Spiel raus. Sie können allesamt viel mehr, ich hoffe das klappt nächste Woche besser.
Erste Woche nach dem Meister-Rausschmiss, was erwartet uns nun mit Bajramovic und Eichner? Leider war es gestern ein Muster ohne Wert. Halle erwies sich durch die vielen Ausfälle offensiv wenig eingespielt. Sie konnten sich aber durch den Spielverlauf voll und ganz der Defensive widmen, spielten da fehlerlos und zwangen den KSC zu einer ungewohnten Spielweise, zermürbten uns.
Der KSC startete im 442, Wanitzek und Siebeck in der Zentrale, anfangs Schleusener als Bindungsspieler, Fink in der Zentrale lauernd. Halle formierte sich im 343 und verteidigte auch bis zum 0:1 im 343, versuchte über der Mittellinie das Aufbauspiel des KSC zu stören, spielte aber kein intensives Angriffspressing. Der KSC begann nicht druckvoll, aber es machte einen geordneten Eindruck, keine unnötigen weiten Bälle. Mit der IV, Siebeck, Wanitzek und dem ab und an in die Zentrale fallen lassenden Schleusener oder Muslija konnte man den Ball halten und ließ das moderate Anlaufen der Gäste aus Halle so selten zuschnappen. Der KSC zeigte da noch Zeichen eines Matchplans, die grundsätzliche Ausrichtung und die Vergabe der Spielerrollen machte offensiv einen passenden Eindruck. Defensiv ließ man sich aber bereits zu Anfang durch die Struktur der Gäste zu sehr beeinflussen, ließ damit in der eigenen Hälfte Ordnung vermissen und agierte aus schlichter Manndeckung heraus wenig koordiniert. Kein Wunder, dass Gordon beim 0:1 so aus der Abwehr gezogen wird. Halle deckte mit deren Abwehrkette im 343 nicht die Breite des Spielfeldes ab, es gab also auf den Flügeln gute Möglichkeiten durchzubrechen. Auf unsrer linken Seite wurde Lorenz vom RM abgedeckt, Bader überlief ihn und hätte steil geschickt werden können, oder er rückte in den Halbraum über der Mittellinie ein. Halle ließ dies gewähren, Bader agierte frei, ohne in Deckung genommen zu werden, wurde aber dann entweder unsauber angespielt oder wusste nichts aus diesen Stellungen zu initiieren. Auf der gegenüberliegenden Seite gab es diese Mechanismen nicht. Camoglu agierte wieder einzig an der Seitenlinie, Muslija im Halbraum, zur anderen Seite tendierend (wie unter Meister). Die Mannschaft wusste damit im Spielaufbau wenig anzufangen, Camoglu war so im Laufe des Spiels zu isoliert und abgekappt im Zusammenspiel zu seinen Kollegen, Muslija wurde teils wieder verschluckt. Erst im letzten Drittel fanden beide dann wieder zueinander.
Das Spiel änderte sich grundlegend, als unser Team wiedermal durch eine Unachtsamkeit das 0:1 kassierte. Ab da verwarf Halle jegliche Defensivstaffelung, die ein umschalten auf die Offensive möglich gemacht hätte. Ab sofort agierte Halle im 532. Wenn der KSC ins letzte Drittel kam, was in der 1. Hälfte kaum der Fall war, war es teils ein 631. Einen Spielplan gab es seitens des KSC dann nicht mehr, Anpassungen von Bajramovic in der 1. Hälfte auch nicht, die Spieler spielten einzig ihre Fähigkeiten aus und versuchten etwas zu initiieren, was nicht gelang. Im Vergleich zu Meister verwarf man das bekannte Spiel weit in die Hälfte des Gegners zu schieben und mit schnellen Ablagen den Gegner zu öffnen. Nun versuchte man es mit kontrolliertem Spiel von hinten raus, investierte viel in einen geordneten Spielaufbau, leider viel zu viel. Querpässe, fallen lassen, die Breite ausnutzen, das alles vorrangig mit Kurzpassspiel. Keine hohen Seitverlagerungen, viele Läufe mit Ball am Fuß. Das war viel zu behäbig, leicht zu verteidigen und brachte den FC wenig in Bedrängnis. Mitte der ersten Hälfte hatte es Fink dann satt, dass er so völlig aus dem Spiel war, keine Bälle bekam, auch er schaltete sich in den Spielaufbau mit ein. Effekt? Noch mehr Aufwand, weiter keinerlei Durchschlagskraft. Möglichkeiten zum schnellen Spiel, Ballgewinne direkt bis vor das Tor zu tragen? Leider Fehlanzeige. Es sah zwar kontrolliert aus, verpuffte aber sobald man ins letzte Drittel übersetzen wollte, was allgemein viel zu langwierige Vorarbeit benötigte.
Der KSC verwarf zu Meister das Angriffspressing völlig, sie waren voll auf das eigene Offensivspiel fokussiert und hatten bei Ballverlust selten direkt Zugriff, suchten dann aber intensiv, teils sehr unkoordiniert die Zweikämpfe. Halle kam durch die defensive Ausrichtung selten hinten raus, wenn wurden die Spieler dann abgelaufen und gestellt, da sie keine Anspielstation fanden, die Bälle zu lange hielten.
Bajramovic machte zur Pause eine sinnige Umstellung, er nahm Siebeck runter und brachte mit DSE einen Stürmer. Das zu Anfang der 1. Hälfte noch praktizierte überlaufen/einrücken von Bader hatte ja längst keinen Effekt mehr, der Spielaufbau war unnötig aufwendig, es ging wenig Gefahr durch die Gäste aus im Spielaufbau den Ball zu verlieren. Nun schoben die AV also einzig weit auf, aus der Zentrale initiierten die IV und Wanitzek das Spiel, die offensiven Spieler ließen sich seltener fallen, während sich Halle immer tiefer in der eigenen Hälfte verschanzte. Der KSC agierte mehr in einem verschobenen 4-1-4-1, also Bader und Lorenz links außen, Camoglu rechts breitstehend, Muslija vermehrt in den Halbräumen, was eine 2-3-3-2 oder 2-3-2-3-Staffelung im Spielaufbau zur Folge hatte. Je ein Spieler in den offensiven Halbräumen, die viel zu engen, übertriebenen Kombinationsstaffelungen im tiefen zentralen Mittelfeld wurden damit sinnvoll entzerrt.
Doch Halle agierte weiterhin defensiv ohne Fehler, verteidigte intensiv, mit einer sehr tiefen Pressinglinie. Der KSC fand darauf in der ganzen Spielzeit vielleicht höchstens 3-4 mal, z.B. mit 1-2 Pässen eine passende Antwort. Ansonsten agierte man weiterhin viel zu ballkontrollierend, ohne es zu schaffen, dann im richtigen Moment Tempo aufzunehmen. In der 74. Minute! gab es das erste Mal ein auffälliges Anzeichen, doch mal schnell vor das Tor zu kommen. Ein Freistoß wurde nach Foulspiel in der tiefen MF-Zentrale schnell in den Sturm weitergeleitet, ansonsten gab es keine Anzeichen gestern schnell umschalten zu wollen.
Letztlich war es dann ein enttäuschendes Ergebnis, gegen eine offensiv harmlose Mannschaft aus Halle. Unter Meister hatte der KSC in der bisherigen Saison keinen Gegner zu bespielen, der so extrem tief stand. Bajramovics Eingriffe in das Spiel reduzierte sich auf Auswechslungen und die Umstellung nach der Halbzeitpause, was sinnig war, ansonsten war sich die Mannschaft sich selbst überlassen, die Spielweise fußte auf den Fähigkeiten der Spieler, deren Spielinterpretation. Letzteres muss man Bajramovic nicht negativ auslegen, der KSC ging unnötig in Rückstand und machte damit die wenigen sichtbaren Anzeichen einer Spielidee zunichte, da sich Halle dann nur noch rein aufs Verteidigen konzentrierte und es zu einem zermürbenden Spiel ohne einfach zu bespielenden Raum im letzten Drittel wurde. Natürlich auch dem geschuldet, dass der KSC hinten raus kaum aus den Pötten kam. Nach dem Ausgleich war die Erleichterung in der Mannschaft zu spüren, es mangelt weder an Wille, Einsatz, noch gibt es Anzeichen von Auflösungserscheinungen, doch Eingespieltheit, heute in Bezug auf Tempo in den Aktionen, fehlt weiterhin. Weiterhin ist der Wille da zusammen etwas auf die Beine zu stellen, aber es hat keine Konstanz, selten Struktur. Aber wen wundert das gerade nach dieser Woche?
Ich hoffe man backt nun ganz kleine Brötchen, völlig egal wie sehr der Aufstieg finanziell sein muss, lässt die Entscheidungsträger und Spieler in Ruhe arbeiten. Hilfreich ist der Druck aktuell kein Stück, das war gestern zu sehen. Ich hoffe außerhalb des Platzes hört es schnell auf, sich so eine Schalke-Mentalität zuzulegen, alles schlecht zu reden und das Dauergemecker langsam zu kultivieren. Dauerpessimismus und alles schlecht reden ist für mich zumindest kein Zeichen von ernsthafter Besorgnis. Auch das „Scheixx-DFB“ im Stadion während dem Spiel sollte man sich sparen, wäre schön wenn man da den Fokus auf unser Team legt. War fassungslos während der Trinkpause in der 1. Hälfte, als die Ultras sich dem DFB- Nebenkriegsschauplatz widmeten. Was soll denn sowas bewirken? Aber egal, ich weiß dafür bin ich nicht der passende Moralapostel mit dem erhobenen Zeigefinger, als erwiesener Erfolgsfan mit aktueller Stadion-Allergie.
Nach dem Spiel lässt sich wenig zu Bajramovics Wirken sagen, der Spielverlauf machte die wenigen sichtbaren Ideen zunichte, auf den weiteren Spielverlauf hatte er wenig Einfluss nehmen können. Nächste Woche wird man mehr sehen, dann erwartet uns sicherlich kein Gegner, der 75 Minuten tief steht und kein Tor schießen will. Das soll keine Kritik an Halle sein, die das Beste aus ihren Möglichkeiten machten, defensiv aufmerksam und fehlerfrei arbeiteten und das Unentschieden letztlich mit der dezimierten Mannschaft absolut verdient hatten. Gordon und Pisot spielten tiefstehend wieder sehr fahrig. Bader, Muslija und Camoglu zeigten heute zu wenig, auch Lorenz war teilweise aus dem Spiel raus. Sie können allesamt viel mehr, ich hoffe das klappt nächste Woche besser.
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