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Ryan Malone
Geburtsdatum 11.08.1992
Alter 34
Nat. Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten
Größe 1,90m
Vertrag bis -
Position Innenverteidiger
Fuß rechts
Akt. Verein FC Energie Cottbus

Leistungsdaten: 26/27

Ryan Malone [16]

20.07.2021 - 13:05 Uhr
Ryan Malone [16] |#161
22.03.2022 - 09:36 Uhr
Neben den Kellerkindern Aue und Audi haben 2 weitere Teams mehr Gegentore hinnehmen müssen: Kiel und Sandhausen.

Wir stehen in der Rangliste der besten Defensive also auf Platz 14 von 18. Verteidigen ist weitaus mehr als nur die Aufgabe der Innenverteidiger, bei uns sehe ich da auch bei den Außenverteidigern Potenzial und bedingt auch in der Zentrale davor. Platz 14 ist für einen Aufsteiger okay, aber natürlich muss es das Ziel sein sich dort zu verbessern.

Ob das mit der Kombo Malone und Roßbach möglich ist? Ich habe meine Zweifel. Auch Meißner sehe ich da keinesfalls als Lösung, Härtel anscheinend auch Riedel nicht.
Insofern haben wir aktuell 4 IV von denen lediglich Riedel noch andere Positionen bekleiden kann. Die 4er Kette ist etabliert und wird wohl fortbestehen. Folglich würde es keinen Sinn machen mit Roßbach und Malone zu verlängern. Vier Spieler für zwei Positionen und mit keinem ist man so richtig zufrieden.

Die Planungen auf dieser Position (und damit Malone betreffend) kann man auch etwas abhängig von Becker machen. Kann man ihn halten? Falls ja, auf welcher Position plant man mit ihm?

•     •     •

Leidenschaft kennt keine Liga!
Totgesagte leben länger!
Ryan Malone [16] |#162
24.03.2022 - 15:26 Uhr
laut kicker verlängert sich u.a. der Vertrag von Malone bei Klassenerhalt:

https://www.kicker.de/hansa-will-rhein-unbedingt-halten-895460/artikel
Ryan Malone [16] |#163
24.03.2022 - 16:23 Uhr
Zitat von Bauernluemmel
laut kicker verlängert sich u.a. der Vertrag von Malone bei Klassenerhalt:

https://www.kicker.de/hansa-will-rhein-unbedingt-halten-895460/artikel



nun steht ja sogar im 1. Post dieses Thread in der offiziellen Pressemiteilung das er ne Option hat zwinker (daher weiss ich gar nicht wo aufeinmal dieses "sollen wir mit ihm verlängern" herkommt)........aber zu der Kickermeldung mal, da steht auch drin das sich Jens Vertrag verlängert bei nichtabstieg und das ist ja mal definitiv falsch laut aussage von Piecke.....da ist der Kicker leider nicht immer auf Augenhöhe irgendwie
Ryan Malone [16] |#164
26.03.2022 - 21:24 Uhr
NCAA Division 3 to Bundesliga in 7 Years! How to Become a Pro Podcast Ep. 89 with Ryan Malone
Hope you apologized. Kate is a keeper!

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Glück lässt sich nicht erzwingen. Aber es mag hartnäckige Menschen.
Du kannst nicht negativ denken und Positives erwarten.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von HansaInBaWue am 26.03.2022 um 21:25 Uhr bearbeitet
Ryan Malone [16] |#165
30.03.2022 - 17:59 Uhr
Zitat von HansaInBaWue
NCAA Division 3 to Bundesliga in 7 Years! How to Become a Pro Podcast Ep. 89 with Ryan Malone
Hope you apologized. Kate is a keeper!


Habe jetzt die Zeit gefunden, dieses zweistündige (!) Interview zu sehen. Es bestätigt den Eindruck, dass Ryan ein unglaublich sympathischer, lustiger, offener und auch bodenständiger, nicht abgehobener Typ ist.
Da viele es wegen der langen Dauer und vielleicht auch wegen der Sprache nicht sehen werden, habe ich beim Gucken mal etwas protokolliert:

Ryan gibt sehr interessante Einblicke in seine Karriere, dabei gibt es weniger überraschende Enthüllungen, als einfach eine sehr detaillierte Biographie. Welche Sportarten er ausübte (viele, wie jeder Amerikaner, was er als ein großen Unterschied zu Deutschland ansieht); dass er in der Jugend in Massachusetts noch zu den kleineren Spielern gehörte; wie er zum Collegesport am Springfield College in Massachusetts kam, weil ein Trainer an ihn glaubte, obwohl er kein guter Schüler war, weil er sich zu sehr auf den Sport fokussiert hatte; dass er noch als Collegespieler zunächst Offensivspieler war und sich Defensivarbeit und die damit verbundene Taktik erst mühsam und anfangs etwas widerwillig erarbeiten musste; nach einer langwierigen Verletzung wurde er zum Center-Back, also zum Innenverteidiger, umgeschult.

Am Ende der Collegezeit bekam er Probetrainings bei Magdeburg, Berliner AK und TSG Neustrelitz vermittelt (nachdem er vorher schon einmal mit dem BAK und Viktoria Berlin mittrainiert hatte), die damals alle in der Regionalliga spielten und ihm alle einen Vertag anboten ("ziemlich surreal"). Er nahm in Magdeburg an und noch ehe er seinen Vertrag antrat, stieg der FCM auf, so dass er direkt in der 3. Liga ankam, womit der Wechsel nach Deutschland für ihn noch phantastischer war als gedacht. Das muss also 2015 gewesen sein. Bei seinem Startelfdebut erzielte er vor großer Kulisse gleich das entscheidende 1:0 gegen Wehen-Wiesbaden per Kopf. Ich habe auf youtube ein Video gefunden. Lustig irgendwie: er schenkt Kolke ein, sein Trainer ist Härtel und seine Mitspieler Löhmannsröben, Butzen und Farrona Pulido. Im nächsten Spiel in Dresden hat er übrigens gleich wieder per Kopfball getroffen, vor 30.000 Zuschauern. Im dritten (am 16. Spieltag) war es dann aber erstmal schon wieder, weil er sich gegen Preußen Münster einen Innenbandriss zuzog. Er kam zum Wintertrainingslager zurück, Magdeburg wollte mit ihm verlängern, aber im ersten Training wieder zu Hause (auf Schnee), verletzte er sich am Syndesmoseband. Am Ende der Saison wurde er dreimal kurz eingewechselt und hatte noch einen Einwurf-Assist (Kopfball Löhmannsröben).

Deshalb ging er zu den Stuttgarter Kickers, die gerade in die Regionalliga abgestiegen waren, obwohl er eigentlich in der 3. Liga bleiben wollte. War kein schönes Jahr, drei Trainer in einer Saison, er mußte auf wirklich jeder Position außer Torwart spielen, nach einer roten Karte wurde er vereinsintern sogar zum Training in der zweiten Mannschaft relegiert, der Verein spielte gegen den Abstieg und mußte wohl in ein Insolvenzverfahren. Für die nächste Saison bekam er keinen neuen Vertrag und von den Trainern bekam er zu hören, dass er es nie im professionellen Fußball zu etwas bringen werde. Völlig deprimiert hatte er schon mit Deutschland und dem Profifußball abgeschlossen, war wieder in die USA gefahren, da bekam er an seinem Hochzeitstag den Anruf, dass Lok Leipzig (ebenfalls Regionalliga) ihm einen Zweijahresvertrag anbot. Ryan sagt, die Zeit in Leipzig war (bis Rostock) der absolute Höhepunkt in seinem Leben und ein turning point, alles in Leipzig sei perfekt gewesen. Dort erzielte er in zwei Saisons 19 Tore und das als Sechser.
Trotzdem ging er zur Saison 2019/20 nach Lübeck, die sich sehr um ihn bemüht und Ambitionen auf den Drittligaaufstieg hatten. Bekanntermaßen stieg Lübeck auf und spielte anschließend in der 3. Liga, wo Ryan die ganze Zeit unbedingt wieder hatte hinwollen. In der Regionalliga spielte er noch ein halbes Jahr als Sechser, bevor er in die Innenverteidigung zurückgezogen wurde.
In der 3. Liga brachte ihn wieder eine rote Karte aus dem Team, das ohne ihn viermal in Folge gewann. Was ich gar nicht wußte und jetzt noch mal auf tm nachgeschaut habe: in 17 aufeinanderfolgenden Spielen kam er nur zu zwei kurzen Einwechselungen mit zusammen 14 Minuten und war etliche Male nicht einmal im Kader. Die letzten 16 Spiele stand er dann aber immer in der Startelf, erzielte dabei zwei Tore und eine Vorlage. Ungerne erinnere ich mich an die Einwurfvorlage bei unserer 0:1-Niederlage in Lübeck, der aber auf tm gar nicht als Assist für Malone geführt wird. War wohl noch ein Kopf oder so dazwischen.

Nach der Saison stand Ryan ohne Vertrag da und kein Verein interessierte sich für den Verteidiger von einem Drittligaabsteiger. Er wartete ein lange Zeit auf Angebote, bis Ende Juli, dabei trainierte er noch mit Lübeck, wo er aber keinen Vertrag mehr hatte, um sich fit zu halten. Er und sein Agent redeten mit jedem einzelnen Trainer/Sportdirektor der 3. Liga und jeder sagte "nein, wir brauchen ihn nicht, er ist OK, aber nicht gut genug".
Auf Drängen seiner Frau rief er Härtel an, mit dem er nach seiner Magdeburger Zeit in losem Kontakt geblieben war, ob er bei Hansa mittrainieren könne, obwohl er es selbst für unmöglich hielt, dass Härtel Ja sagen würde. Härtel war wohl auch wirklich zuerst nicht so begeistert, rief aber nach ein paar Tagen an, ob er zum Trial ins Trainingslager kommen könne. Ryan sagt, die Woche Training sei ziemlich perfekt gelaufen inkl. der zwei Testspiele u.a. gegen Wolfsburg (ich erinnere mich, wie verwundert ich war, dass er mitspielte). Danach trainierte er noch eine Woche mit einem süddeutschen Regionalligateam, die ihn jetzt haben wollten, aber dann rief sein Agent an, dass er den Vertrag in Rostock bekommt. "I really freaked out!". Seine Frau hat seine Reaktion auf den Anruf auf Instagram gepostet. Ich bin nicht auf Instagram, aber das würde ich gerne sehen smile Auf die Frage, wie sich das anfühlt, sagt er, dass er es wirklich nicht beschreiben kann, dass es ist, als träume er, und zwar nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinn. Noch zwei Monate später habe er manchmal dagesessen und sich gefragt "what the hell is happening?".
Er war zufrieden mit einer Rolle als Backup und hatte das Ziel, fünf Spiele zu machen, nach fünf Spielen wollte er zehn machen usw.
Vielleicht hat man es als Fan auch nicht en detail parat: Sein erster Startelfeinsatz war der Pokalsieg in Regensburg Ende Oktober. Da habe Härtel gesehen, dass er ihn auf Zweitliganiveau reinwerfen kann, und hat ihm das auch gesagt. Davor hatte er drei Kurzeinsätze für jeweils ein paar Minuten und bei so wenig Spielminuten könne man ja quasi nichts zeigen. Bei seinem nächsten Startelfeinsatz gegen Paderborn (28. November) hat er überraschend einen Tag vorher erfahren, dass er spielt (das war nach dem 1:2 gegen Aue). Seitdem ist er, wie wir wissen, Stammspieler.

Ryan sagt, das Auf und Ab, die Achterbahnfahrt sei für ihn Wesensmerkmal dieses Buisiness'. Und ein Rat an junge Spieler, die Profi werden wollen: konzentriere Dich auf die nächsten Schritte und was Du jetzt besser machen kannst, denn einen langfristigen Plan kannst Du nicht kontrollieren. Und der andere: Spiele und genieße jedes Spiel, als sei es das letzte - denn das kann es auch sein.

Sich in Deutschland einzuleben sei vielleicht die schwierigste Zeit in seinem Leben gewesen. In Magdeburg konnten nur drei oder vier Spieler Englisch (was ich fast nicht glauben kann). Interessant und sehr nachvollziehbar, wie er erzählt, dass er die Sprache so schnell wie möglich lernen mußte, mental und physisch aber jeden Tag so erschöpft war, dass er kaum noch vernünftig denken konnte. Der Trainer (das war ja Härtel) erklärte in den Teamsitzungen unheimlich viel, so kennen wir ihn ja, und Ryan verstand nur sehr wenig davon smile Die Kommandos auf dem Platz habe er immerhin sehr schnell draufgehabt. Nach etwa zwei Jahren habe er richtige Unterhaltungen auf Deutsch führen und Witze machen können.

Die meisten Spieler in seinem College-Team hätten Ambitionen gehabt, in der MLS zu spielen, das Niveau sei dort deshalb recht hoch gewesen. Der größte Unterschied zwischen dem Spiel in den USA und Deutschland sei der starke Fokus auf die Taktik hier gewesen. Und der jeweilige Schritt von der Regionalliga in die 3. Liga und von dort in die 2. Bundesliga sei schon enorm groß.
Ryan sagt von sich selbst, dass er gut mit Druck umgehen kann und in großen Spielen oder wenn er überraschend spielt weniger nervös ist, sondern seine Chance sieht und den Druck eigentlich mag.

Kleine, aber interessante Nebenerkenntnis für mich war übrigens, dass Ryan und sein amerikanischer Gesprächspartner von "Football" sprechen und nicht von Soccer.

Ryan erwähnt übrigens an einer Stelle transfermarkt.de - allerdings die Leistungsdaten, nicht das Forum. Trotzdem: Solltest Du mitlesen, ich bin sehr froh, Dich an Bord zu haben!
Ryan Malone [16] |#166
30.03.2022 - 18:27 Uhr
Schöner Beitrag.

Und dann stelle man sich noch vor: Hansa-Pauli in der 93. Minute. Malone wirft zum 28. Mal in dieser Partei einen seiner weiten Einwürfe, ein Spieler der Hamburger verlängert unglaublich unglücklich auf das Hinterteil des schon vom Tor abgewandten und kurz zuvor eingewechselten Munsy und der Endstand von 3:2 für die Gastgeber ist unter Dach und Fach. tongue
Ryan Malone [16] |#167
31.03.2022 - 10:23 Uhr
Ein superschöner Beitrag über Ryan! Danke dafür. Irgendwie spiegelt es genau das wieder, was man so über ihn gedacht hat, finde ich zumindest.

Das er in Lübeck ne Zeit lang nicht gesetzt war, war mir noch bewusst. Deshalb war ich auch sehr überrascht über die Entscheidung ihn sich ansehen zu wollen. Ich war allerdings von Anfang an kein Gegner oder Pessimist, denn jeder Spieler sollte erstmal eine Chance bekommen.

Nachdem Pokalspiel in Regensburg hatte mich Ryan im Rucksack. Ich mag seine Emotionen wirklich sehr, wie er jede Grätsche abfeiert, wie er sich reinhaut. Er verkörpert irgendwie genau das, was wir eigentlich von Hansa-Spielern erwarten. Er ist sicher am Ball ziemlich limitiert. Bisschen hüftsteif wie man so schön sagt. Aber er ist eine absolute Bereicherung. Starkes Gardemaß, gefährliche Stratosphären-Einwürfe, voller Einsatz und Emotionen.

Ich bin auch sehr froh dass er da ist. Hatte es auch schon vor Monaten hier im Thread mal geschrieben. Für mich ist er die größte Überraschung im Kader, natürlich positiv gesehen. Er mag nicht DER Innenverteidiger sein, aber wenn er gebraucht wird ist er da und er setzt sich auch ohne großes Murren auf die Bank.

Was mir Bauchschmerzen bereitet sind aktuell die vielen Berichte über einen möglichen Abschied von Jens Härtel, überspitzt die Presse das oder könnte da echt was dran sein? Was spricht dagegen? Es ist klar, dass man nicht vollends planen kann, da die Ligenzugehörigkeit bei weitem nicht klar ist, deshalb wartet man ab, angeblich habe JH ja auch eine Option, die automatisch bei Klassenerhalt greift. Wieso spreche ich das an? Es gibt Spieler die von JH wirklich profitieren, wie ich finde aber zurecht. Nur sieht das eben nicht jeder Trainer so.

Ryan Malone, John Verhoek, Nico Neidhart usw. sind so Beispiele die mir sofort einfallen, die bei anderen Trainern bei 0 anfangen müssten. Bei JH genießen sie (zurecht) ein gutes Standing. Ich hoffe das wir unseren Sachsen behalten. Ich kann mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, dass die Schatulle nächstes Jahr viel weiter geöffnet werden kann, als in diesem Jahr, ganz egal in welcher Liga wir dann an den Start gehen. Deshalb finde ich dieses "Weiterentwicklung im Spiel" schon arg übertrieben, wir müssen uns eigentlich (sofern wir in der 2.Liga bleiben sollten) vorerst so an die 2-3 Saisons damit anfreunden auch mal mit etwas unattraktiveren Fußball Punkte einfahren zu müssen. Was mich persönlich überhaupt nicht stört. Wir müssen uns über diese Mentalität, den Team- und Kampfgeist definieren. Wenn man bedenkt was für geringe Möglichkeiten wir haben, ist das diese Saison schon wirklich erstaunlich. Teilweise haben wir richtig guten Fußball geboten.

Für mich steht und fällt so manch eine Entscheidung. Sollte Jens Härtel gehen, wird es auch für Spieler wie John oder Malone nochmal eine ganz neue Situation. Da bin ich mir ziemlich sicher. Denn wenn Piecke darauf beharrt irgendwas weiterentwickeln zu wollen, wird es auch mit Einsatzgarantien für Johnny schwierig. Lange Bälle auf einen Wandspieler sind nämlich ganz sich nicht das, was dann auf dem Plan stünde.

•     •     •

Hansääää!
Ryan Malone [16] |#168
31.03.2022 - 10:59 Uhr
Zitat von Nico_P
Zitat von HansaInBaWue

NCAA Division 3 to Bundesliga in 7 Years! How to Become a Pro Podcast Ep. 89 with Ryan Malone
Hope you apologized. Kate is a keeper!


Habe jetzt die Zeit gefunden, dieses zweistündige (!) Interview zu sehen. Es bestätigt den Eindruck, dass Ryan ein unglaublich sympathischer, lustiger, offener und auch bodenständiger, nicht abgehobener Typ ist.
Da viele es wegen der langen Dauer und vielleicht auch wegen der Sprache nicht sehen werden, habe ich beim Gucken mal etwas protokolliert:

Ryan gibt sehr interessante Einblicke in seine Karriere, dabei gibt es weniger überraschende Enthüllungen, als einfach eine sehr detaillierte Biographie. Welche Sportarten er ausübte (viele, wie jeder Amerikaner, was er als ein großen Unterschied zu Deutschland ansieht); dass er in der Jugend in Massachusetts noch zu den kleineren Spielern gehörte; wie er zum Collegesport am Springfield College in Massachusetts kam, weil ein Trainer an ihn glaubte, obwohl er kein guter Schüler war, weil er sich zu sehr auf den Sport fokussiert hatte; dass er noch als Collegespieler zunächst Offensivspieler war und sich Defensivarbeit und die damit verbundene Taktik erst mühsam und anfangs etwas widerwillig erarbeiten musste; nach einer langwierigen Verletzung wurde er zum Center-Back, also zum Innenverteidiger, umgeschult.

Am Ende der Collegezeit bekam er Probetrainings bei Magdeburg, Berliner AK und TSG Neustrelitz vermittelt (nachdem er vorher schon einmal mit dem BAK und Viktoria Berlin mittrainiert hatte), die damals alle in der Regionalliga spielten und ihm alle einen Vertag anboten ("ziemlich surreal"). Er nahm in Magdeburg an und noch ehe er seinen Vertrag antrat, stieg der FCM auf, so dass er direkt in der 3. Liga ankam, womit der Wechsel nach Deutschland für ihn noch phantastischer war als gedacht. Das muss also 2015 gewesen sein. Bei seinem Startelfdebut erzielte er vor großer Kulisse gleich das entscheidende 1:0 gegen Wehen-Wiesbaden per Kopf. Ich habe auf youtube ein Video gefunden. Lustig irgendwie: er schenkt Kolke ein, sein Trainer ist Härtel und seine Mitspieler Löhmannsröben, Butzen und Farrona Pulido. Im nächsten Spiel in Dresden hat er übrigens gleich wieder per Kopfball getroffen, vor 30.000 Zuschauern. Im dritten (am 16. Spieltag) war es dann aber erstmal schon wieder, weil er sich gegen Preußen Münster einen Innenbandriss zuzog. Er kam zum Wintertrainingslager zurück, Magdeburg wollte mit ihm verlängern, aber im ersten Training wieder zu Hause (auf Schnee), verletzte er sich am Syndesmoseband. Am Ende der Saison wurde er dreimal kurz eingewechselt und hatte noch einen Einwurf-Assist (Kopfball Löhmannsröben).

Deshalb ging er zu den Stuttgarter Kickers, die gerade in die Regionalliga abgestiegen waren, obwohl er eigentlich in der 3. Liga bleiben wollte. War kein schönes Jahr, drei Trainer in einer Saison, er mußte auf wirklich jeder Position außer Torwart spielen, nach einer roten Karte wurde er vereinsintern sogar zum Training in der zweiten Mannschaft relegiert, der Verein spielte gegen den Abstieg und mußte wohl in ein Insolvenzverfahren. Für die nächste Saison bekam er keinen neuen Vertrag und von den Trainern bekam er zu hören, dass er es nie im professionellen Fußball zu etwas bringen werde. Völlig deprimiert hatte er schon mit Deutschland und dem Profifußball abgeschlossen, war wieder in die USA gefahren, da bekam er an seinem Hochzeitstag den Anruf, dass Lok Leipzig (ebenfalls Regionalliga) ihm einen Zweijahresvertrag anbot. Ryan sagt, die Zeit in Leipzig war (bis Rostock) der absolute Höhepunkt in seinem Leben und ein turning point, alles in Leipzig sei perfekt gewesen. Dort erzielte er in zwei Saisons 19 Tore und das als Sechser.
Trotzdem ging er zur Saison 2019/20 nach Lübeck, die sich sehr um ihn bemüht und Ambitionen auf den Drittligaaufstieg hatten. Bekanntermaßen stieg Lübeck auf und spielte anschließend in der 3. Liga, wo Ryan die ganze Zeit unbedingt wieder hatte hinwollen. In der Regionalliga spielte er noch ein halbes Jahr als Sechser, bevor er in die Innenverteidigung zurückgezogen wurde.
In der 3. Liga brachte ihn wieder eine rote Karte aus dem Team, das ohne ihn viermal in Folge gewann. Was ich gar nicht wußte und jetzt noch mal auf tm nachgeschaut habe: in 17 aufeinanderfolgenden Spielen kam er nur zu zwei kurzen Einwechselungen mit zusammen 14 Minuten und war etliche Male nicht einmal im Kader. Die letzten 16 Spiele stand er dann aber immer in der Startelf, erzielte dabei zwei Tore und eine Vorlage. Ungerne erinnere ich mich an die Einwurfvorlage bei unserer 0:1-Niederlage in Lübeck, der aber auf tm gar nicht als Assist für Malone geführt wird. War wohl noch ein Kopf oder so dazwischen.

Nach der Saison stand Ryan ohne Vertrag da und kein Verein interessierte sich für den Verteidiger von einem Drittligaabsteiger. Er wartete ein lange Zeit auf Angebote, bis Ende Juli, dabei trainierte er noch mit Lübeck, wo er aber keinen Vertrag mehr hatte, um sich fit zu halten. Er und sein Agent redeten mit jedem einzelnen Trainer/Sportdirektor der 3. Liga und jeder sagte "nein, wir brauchen ihn nicht, er ist OK, aber nicht gut genug".
Auf Drängen seiner Frau rief er Härtel an, mit dem er nach seiner Magdeburger Zeit in losem Kontakt geblieben war, ob er bei Hansa mittrainieren könne, obwohl er es selbst für unmöglich hielt, dass Härtel Ja sagen würde. Härtel war wohl auch wirklich zuerst nicht so begeistert, rief aber nach ein paar Tagen an, ob er zum Trial ins Trainingslager kommen könne. Ryan sagt, die Woche Training sei ziemlich perfekt gelaufen inkl. der zwei Testspiele u.a. gegen Wolfsburg (ich erinnere mich, wie verwundert ich war, dass er mitspielte). Danach trainierte er noch eine Woche mit einem süddeutschen Regionalligateam, die ihn jetzt haben wollten, aber dann rief sein Agent an, dass er den Vertrag in Rostock bekommt. "I really freaked out!". Seine Frau hat seine Reaktion auf den Anruf auf Instagram gepostet. Ich bin nicht auf Instagram, aber das würde ich gerne sehen smile Auf die Frage, wie sich das anfühlt, sagt er, dass er es wirklich nicht beschreiben kann, dass es ist, als träume er, und zwar nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinn. Noch zwei Monate später habe er manchmal dagesessen und sich gefragt "what the hell is happening?".
Er war zufrieden mit einer Rolle als Backup und hatte das Ziel, fünf Spiele zu machen, nach fünf Spielen wollte er zehn machen usw.
Vielleicht hat man es als Fan auch nicht en detail parat: Sein erster Startelfeinsatz war der Pokalsieg in Regensburg Ende Oktober. Da habe Härtel gesehen, dass er ihn auf Zweitliganiveau reinwerfen kann, und hat ihm das auch gesagt. Davor hatte er drei Kurzeinsätze für jeweils ein paar Minuten und bei so wenig Spielminuten könne man ja quasi nichts zeigen. Bei seinem nächsten Startelfeinsatz gegen Paderborn (28. November) hat er überraschend einen Tag vorher erfahren, dass er spielt (das war nach dem 1:2 gegen Aue). Seitdem ist er, wie wir wissen, Stammspieler.

Ryan sagt, das Auf und Ab, die Achterbahnfahrt sei für ihn Wesensmerkmal dieses Buisiness'. Und ein Rat an junge Spieler, die Profi werden wollen: konzentriere Dich auf die nächsten Schritte und was Du jetzt besser machen kannst, denn einen langfristigen Plan kannst Du nicht kontrollieren. Und der andere: Spiele und genieße jedes Spiel, als sei es das letzte - denn das kann es auch sein.

Sich in Deutschland einzuleben sei vielleicht die schwierigste Zeit in seinem Leben gewesen. In Magdeburg konnten nur drei oder vier Spieler Englisch (was ich fast nicht glauben kann). Interessant und sehr nachvollziehbar, wie er erzählt, dass er die Sprache so schnell wie möglich lernen mußte, mental und physisch aber jeden Tag so erschöpft war, dass er kaum noch vernünftig denken konnte. Der Trainer (das war ja Härtel) erklärte in den Teamsitzungen unheimlich viel, so kennen wir ihn ja, und Ryan verstand nur sehr wenig davon smile Die Kommandos auf dem Platz habe er immerhin sehr schnell draufgehabt. Nach etwa zwei Jahren habe er richtige Unterhaltungen auf Deutsch führen und Witze machen können.

Die meisten Spieler in seinem College-Team hätten Ambitionen gehabt, in der MLS zu spielen, das Niveau sei dort deshalb recht hoch gewesen. Der größte Unterschied zwischen dem Spiel in den USA und Deutschland sei der starke Fokus auf die Taktik hier gewesen. Und der jeweilige Schritt von der Regionalliga in die 3. Liga und von dort in die 2. Bundesliga sei schon enorm groß.
Ryan sagt von sich selbst, dass er gut mit Druck umgehen kann und in großen Spielen oder wenn er überraschend spielt weniger nervös ist, sondern seine Chance sieht und den Druck eigentlich mag.

Kleine, aber interessante Nebenerkenntnis für mich war übrigens, dass Ryan und sein amerikanischer Gesprächspartner von "Football" sprechen und nicht von Soccer.

Ryan erwähnt übrigens an einer Stelle transfermarkt.de - allerdings die Leistungsdaten, nicht das Forum. Trotzdem: Solltest Du mitlesen, ich bin sehr froh, Dich an Bord zu haben!



https://www.bild.de/video/clip/sport-videos/hansa-vertrag-statt-4-liga-freudentraenen-bei-malone-77154208.bild.html

da siehst das Video von ihm .....danke für deine übersetzung, ich hatte nach 10 min ausgemacht,da mein englisch dann doch nicht wirklich gut ist
Ryan Malone [16] |#169
31.03.2022 - 15:08 Uhr
Zitat von Nico_P
Zitat von HansaInBaWue

NCAA Division 3 to Bundesliga in 7 Years! How to Become a Pro Podcast Ep. 89 with Ryan Malone
Hope you apologized. Kate is a keeper!


Habe jetzt die Zeit gefunden, dieses zweistündige (!) Interview zu sehen. Es bestätigt den Eindruck, dass Ryan ein unglaublich sympathischer, lustiger, offener und auch bodenständiger, nicht abgehobener Typ ist.
Da viele es wegen der langen Dauer und vielleicht auch wegen der Sprache nicht sehen werden, habe ich beim Gucken mal etwas protokolliert:

Ryan gibt sehr interessante Einblicke in seine Karriere, dabei gibt es weniger überraschende Enthüllungen, als einfach eine sehr detaillierte Biographie. Welche Sportarten er ausübte (viele, wie jeder Amerikaner, was er als ein großen Unterschied zu Deutschland ansieht); dass er in der Jugend in Massachusetts noch zu den kleineren Spielern gehörte; wie er zum Collegesport am Springfield College in Massachusetts kam, weil ein Trainer an ihn glaubte, obwohl er kein guter Schüler war, weil er sich zu sehr auf den Sport fokussiert hatte; dass er noch als Collegespieler zunächst Offensivspieler war und sich Defensivarbeit und die damit verbundene Taktik erst mühsam und anfangs etwas widerwillig erarbeiten musste; nach einer langwierigen Verletzung wurde er zum Center-Back, also zum Innenverteidiger, umgeschult.

Am Ende der Collegezeit bekam er Probetrainings bei Magdeburg, Berliner AK und TSG Neustrelitz vermittelt (nachdem er vorher schon einmal mit dem BAK und Viktoria Berlin mittrainiert hatte), die damals alle in der Regionalliga spielten und ihm alle einen Vertag anboten ("ziemlich surreal"). Er nahm in Magdeburg an und noch ehe er seinen Vertrag antrat, stieg der FCM auf, so dass er direkt in der 3. Liga ankam, womit der Wechsel nach Deutschland für ihn noch phantastischer war als gedacht. Das muss also 2015 gewesen sein. Bei seinem Startelfdebut erzielte er vor großer Kulisse gleich das entscheidende 1:0 gegen Wehen-Wiesbaden per Kopf. Ich habe auf youtube ein Video gefunden. Lustig irgendwie: er schenkt Kolke ein, sein Trainer ist Härtel und seine Mitspieler Löhmannsröben, Butzen und Farrona Pulido. Im nächsten Spiel in Dresden hat er übrigens gleich wieder per Kopfball getroffen, vor 30.000 Zuschauern. Im dritten (am 16. Spieltag) war es dann aber erstmal schon wieder, weil er sich gegen Preußen Münster einen Innenbandriss zuzog. Er kam zum Wintertrainingslager zurück, Magdeburg wollte mit ihm verlängern, aber im ersten Training wieder zu Hause (auf Schnee), verletzte er sich am Syndesmoseband. Am Ende der Saison wurde er dreimal kurz eingewechselt und hatte noch einen Einwurf-Assist (Kopfball Löhmannsröben).

Deshalb ging er zu den Stuttgarter Kickers, die gerade in die Regionalliga abgestiegen waren, obwohl er eigentlich in der 3. Liga bleiben wollte. War kein schönes Jahr, drei Trainer in einer Saison, er mußte auf wirklich jeder Position außer Torwart spielen, nach einer roten Karte wurde er vereinsintern sogar zum Training in der zweiten Mannschaft relegiert, der Verein spielte gegen den Abstieg und mußte wohl in ein Insolvenzverfahren. Für die nächste Saison bekam er keinen neuen Vertrag und von den Trainern bekam er zu hören, dass er es nie im professionellen Fußball zu etwas bringen werde. Völlig deprimiert hatte er schon mit Deutschland und dem Profifußball abgeschlossen, war wieder in die USA gefahren, da bekam er an seinem Hochzeitstag den Anruf, dass Lok Leipzig (ebenfalls Regionalliga) ihm einen Zweijahresvertrag anbot. Ryan sagt, die Zeit in Leipzig war (bis Rostock) der absolute Höhepunkt in seinem Leben und ein turning point, alles in Leipzig sei perfekt gewesen. Dort erzielte er in zwei Saisons 19 Tore und das als Sechser.
Trotzdem ging er zur Saison 2019/20 nach Lübeck, die sich sehr um ihn bemüht und Ambitionen auf den Drittligaaufstieg hatten. Bekanntermaßen stieg Lübeck auf und spielte anschließend in der 3. Liga, wo Ryan die ganze Zeit unbedingt wieder hatte hinwollen. In der Regionalliga spielte er noch ein halbes Jahr als Sechser, bevor er in die Innenverteidigung zurückgezogen wurde.
In der 3. Liga brachte ihn wieder eine rote Karte aus dem Team, das ohne ihn viermal in Folge gewann. Was ich gar nicht wußte und jetzt noch mal auf tm nachgeschaut habe: in 17 aufeinanderfolgenden Spielen kam er nur zu zwei kurzen Einwechselungen mit zusammen 14 Minuten und war etliche Male nicht einmal im Kader. Die letzten 16 Spiele stand er dann aber immer in der Startelf, erzielte dabei zwei Tore und eine Vorlage. Ungerne erinnere ich mich an die Einwurfvorlage bei unserer 0:1-Niederlage in Lübeck, der aber auf tm gar nicht als Assist für Malone geführt wird. War wohl noch ein Kopf oder so dazwischen.

Nach der Saison stand Ryan ohne Vertrag da und kein Verein interessierte sich für den Verteidiger von einem Drittligaabsteiger. Er wartete ein lange Zeit auf Angebote, bis Ende Juli, dabei trainierte er noch mit Lübeck, wo er aber keinen Vertrag mehr hatte, um sich fit zu halten. Er und sein Agent redeten mit jedem einzelnen Trainer/Sportdirektor der 3. Liga und jeder sagte "nein, wir brauchen ihn nicht, er ist OK, aber nicht gut genug".
Auf Drängen seiner Frau rief er Härtel an, mit dem er nach seiner Magdeburger Zeit in losem Kontakt geblieben war, ob er bei Hansa mittrainieren könne, obwohl er es selbst für unmöglich hielt, dass Härtel Ja sagen würde. Härtel war wohl auch wirklich zuerst nicht so begeistert, rief aber nach ein paar Tagen an, ob er zum Trial ins Trainingslager kommen könne. Ryan sagt, die Woche Training sei ziemlich perfekt gelaufen inkl. der zwei Testspiele u.a. gegen Wolfsburg (ich erinnere mich, wie verwundert ich war, dass er mitspielte). Danach trainierte er noch eine Woche mit einem süddeutschen Regionalligateam, die ihn jetzt haben wollten, aber dann rief sein Agent an, dass er den Vertrag in Rostock bekommt. "I really freaked out!". Seine Frau hat seine Reaktion auf den Anruf auf Instagram gepostet. Ich bin nicht auf Instagram, aber das würde ich gerne sehen smile Auf die Frage, wie sich das anfühlt, sagt er, dass er es wirklich nicht beschreiben kann, dass es ist, als träume er, und zwar nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinn. Noch zwei Monate später habe er manchmal dagesessen und sich gefragt "what the hell is happening?".
Er war zufrieden mit einer Rolle als Backup und hatte das Ziel, fünf Spiele zu machen, nach fünf Spielen wollte er zehn machen usw.
Vielleicht hat man es als Fan auch nicht en detail parat: Sein erster Startelfeinsatz war der Pokalsieg in Regensburg Ende Oktober. Da habe Härtel gesehen, dass er ihn auf Zweitliganiveau reinwerfen kann, und hat ihm das auch gesagt. Davor hatte er drei Kurzeinsätze für jeweils ein paar Minuten und bei so wenig Spielminuten könne man ja quasi nichts zeigen. Bei seinem nächsten Startelfeinsatz gegen Paderborn (28. November) hat er überraschend einen Tag vorher erfahren, dass er spielt (das war nach dem 1:2 gegen Aue). Seitdem ist er, wie wir wissen, Stammspieler.

Ryan sagt, das Auf und Ab, die Achterbahnfahrt sei für ihn Wesensmerkmal dieses Buisiness'. Und ein Rat an junge Spieler, die Profi werden wollen: konzentriere Dich auf die nächsten Schritte und was Du jetzt besser machen kannst, denn einen langfristigen Plan kannst Du nicht kontrollieren. Und der andere: Spiele und genieße jedes Spiel, als sei es das letzte - denn das kann es auch sein.

Sich in Deutschland einzuleben sei vielleicht die schwierigste Zeit in seinem Leben gewesen. In Magdeburg konnten nur drei oder vier Spieler Englisch (was ich fast nicht glauben kann). Interessant und sehr nachvollziehbar, wie er erzählt, dass er die Sprache so schnell wie möglich lernen mußte, mental und physisch aber jeden Tag so erschöpft war, dass er kaum noch vernünftig denken konnte. Der Trainer (das war ja Härtel) erklärte in den Teamsitzungen unheimlich viel, so kennen wir ihn ja, und Ryan verstand nur sehr wenig davon smile Die Kommandos auf dem Platz habe er immerhin sehr schnell draufgehabt. Nach etwa zwei Jahren habe er richtige Unterhaltungen auf Deutsch führen und Witze machen können.

Die meisten Spieler in seinem College-Team hätten Ambitionen gehabt, in der MLS zu spielen, das Niveau sei dort deshalb recht hoch gewesen. Der größte Unterschied zwischen dem Spiel in den USA und Deutschland sei der starke Fokus auf die Taktik hier gewesen. Und der jeweilige Schritt von der Regionalliga in die 3. Liga und von dort in die 2. Bundesliga sei schon enorm groß.
Ryan sagt von sich selbst, dass er gut mit Druck umgehen kann und in großen Spielen oder wenn er überraschend spielt weniger nervös ist, sondern seine Chance sieht und den Druck eigentlich mag.

Kleine, aber interessante Nebenerkenntnis für mich war übrigens, dass Ryan und sein amerikanischer Gesprächspartner von "Football" sprechen und nicht von Soccer.

Ryan erwähnt übrigens an einer Stelle transfermarkt.de - allerdings die Leistungsdaten, nicht das Forum. Trotzdem: Solltest Du mitlesen, ich bin sehr froh, Dich an Bord zu haben!


Danke für die Zusammenfassung, das hat mir jetzt ein bisschen Zeit erspart, als ich nur die "relevanten" Stellen nachhören wollte. Mein Englisch reicht zum Glück selbst.
Witzig finde ich gerade, dass sein Gesprächspartner – Eric Friedlander – selbst mal für 2 Monate in Luckenwalde unter Vertrag stand. Keine Ahnung, was da schiefgelaufen ist, dass es nur so kurz war.

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---------- still not lovin' new tm ---------
Ryan Malone [16] |#170
01.04.2022 - 14:44 Uhr
Zitat von FutureBoy
Danke für die Zusammenfassung, das hat mir jetzt ein bisschen Zeit erspart, als ich nur die "relevanten" Stellen nachhören wollte. Mein Englisch reicht zum Glück selbst.
Witzig finde ich gerade, dass sein Gesprächspartner – Eric Friedlander – selbst mal für 2 Monate in Luckenwalde unter Vertrag stand. Keine Ahnung, was da schiefgelaufen ist, dass es nur so kurz war.


Eric Friedlander hatte seinen Vertrag aufgelöst weil sein Vater in den Staaten gesundheitliche Probleme hatte. Bei Luckenwalde hatte er aufgrund seiner Leistungen und seines Charakters einen guten Stand und man war enttäuscht über die Vertragsauflösung. Danach scheint er es nie wieder in D oder Europa versucht zu haben.
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