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Konkurrenzthread [Premier League]

05.11.2023 - 09:23 Uhr
Konkurrenzthread [Premier League] |#1241
22.07.2026 - 20:22 Uhr
Zitat von DonMarvel

Unsere Handhabung vermittelt den Eindruck eines klaren sportlichen Ziels mit einer langfristigen Strategie.
Wir haben über Jahre Geduld bewiesen und sind nicht dem Aktionismus verfallen. Man hat den Kader sukzessive umgebaut und Arteta das Vertrauen ausgesprochen, trotz kadertechnisch schwierigen Zeiten und sportlich mühsamen Phasen. Unsere Transferstrategie dient idR unserer Philosophie und nicht umgekehrt.

Was genau ist die langfristige Strategie und wodurch hebt sich Arsenal denn so gravierend ab, wenn wir über Transfers sprechen?
Bisher verzeichnet man unter Arteta seit der Saison 19/20 ein Transferminus von 941 Millionen, dem gegenüber stehen ein PL-Titel, ein FA Cup + zwei Community Shields. Chelsea hat im selben Zeitraum ein Transferminus von 800 Millionen gemacht und dem gegenüber stehen jeweils ein Titel in der CL, UECL, Club-WM und dem Supercup gegenüber. Du magst jetzt die eine Transferstrategie viel besser als die andere sehen, wenn silverware jedoch der Maßstab ist, nehmen sich die Vereine nicht unfassbar viel. Chelsea gibt deutlich mehr und v.a. risikoreicher auf dem Transfermarkt aus, nimmt jedoch auch traditionell viel Geld ein.

Zu vergleichen ist dann halt auch die Wertschöpfung. Chelsea hat hohe Ausgaben getätigt und natürlich gab und gibt es Spieler, die man nur mit großem Verlust losbekommen kann/wird. Man hat aber auch zahlreiche Wertsteigerungen im Kader, bspw. ein A. Santos mit über 40 Millionen Transfergewinn, letzte Saison ja auch schon Madueke mit über 20 Millionen Transfergewinn, ein Gusto wird ebenfalls nur mit einem Transfergewinn von 25-30 Millionen wechseln, selbst bei Rekordtransfers wie Enzo ist ein signifikantes Transferplus zu erwarten im Falle eines Wechsels. Dazu Palmer, Estevao, Pedro, Hato die ihre einstige Transfersumme mittlerweile alle mindestens verdoppelt haben.

Bei Arsenal ist die Struktur grundlegend anders, Arteta kauft für die Gegenwart ein. Die Vorteile liegen auf der Hand, aber gerade wenn wir über Transfersalden sprechen, liegt es genauso auf der Hand, dass Arsenal für einen Gyökeres, Jesus, Eze, Havertz oder Zubimendi eben nicht mehr die investierte Summe zurückbekommen wird.

Die Geduld mit Arteta finde ich positiv, dennoch bleiben am Ende in sieben Jahren zwei große Titel stehen, das ist dann halt eine Ausbeute die Slot, Conte oder Tuchel binnen zwei Spielzeiten eingespielt haben. Interessanter wird sein, wie sich Arsenal in den nächsten Jahren nach Peps Weggang von City positionieren wird. Siehst du Arsenal die nächsten Jahre ähnlich dominieren, wie es zuvor Klopp und Pep gemacht haben? Die Buchmacher sehen für die nächste Saison jedenfalls wieder City vorne und Fakt ist, dass Arsenal sich zwar die letzten Jahre sehr konstant gezeigt hat, aber weder bei den Transfersalden noch der Titelausbeute nah an irgendeinem Blueprint für die Liga ist.
Konkurrenzthread [Premier League] |#1242
22.07.2026 - 22:41 Uhr
Zitat von Oligarch
Zitat von DonMarvel

Unsere Handhabung vermittelt den Eindruck eines klaren sportlichen Ziels mit einer langfristigen Strategie.
Wir haben über Jahre Geduld bewiesen und sind nicht dem Aktionismus verfallen. Man hat den Kader sukzessive umgebaut und Arteta das Vertrauen ausgesprochen, trotz kadertechnisch schwierigen Zeiten und sportlich mühsamen Phasen. Unsere Transferstrategie dient idR unserer Philosophie und nicht umgekehrt.

Was genau ist die langfristige Strategie und wodurch hebt sich Arsenal denn so gravierend ab, wenn wir über Transfers sprechen?
Bisher verzeichnet man unter Arteta seit der Saison 19/20 ein Transferminus von 941 Millionen, dem gegenüber stehen ein PL-Titel, ein FA Cup + zwei Community Shields. Chelsea hat im selben Zeitraum ein Transferminus von 800 Millionen gemacht und dem gegenüber stehen jeweils ein Titel in der CL, UECL, Club-WM und dem Supercup gegenüber. Du magst jetzt die eine Transferstrategie viel besser als die andere sehen, wenn silverware jedoch der Maßstab ist, nehmen sich die Vereine nicht unfassbar viel. Chelsea gibt deutlich mehr und v.a. risikoreicher auf dem Transfermarkt aus, nimmt jedoch auch traditionell viel Geld ein.

Zu vergleichen ist dann halt auch die Wertschöpfung. Chelsea hat hohe Ausgaben getätigt und natürlich gab und gibt es Spieler, die man nur mit großem Verlust losbekommen kann/wird. Man hat aber auch zahlreiche Wertsteigerungen im Kader, bspw. ein A. Santos mit über 40 Millionen Transfergewinn, letzte Saison ja auch schon Madueke mit über 20 Millionen Transfergewinn, ein Gusto wird ebenfalls nur mit einem Transfergewinn von 25-30 Millionen wechseln, selbst bei Rekordtransfers wie Enzo ist ein signifikantes Transferplus zu erwarten im Falle eines Wechsels. Dazu Palmer, Estevao, Pedro, Hato die ihre einstige Transfersumme mittlerweile alle mindestens verdoppelt haben.

Bei Arsenal ist die Struktur grundlegend anders, Arteta kauft für die Gegenwart ein. Die Vorteile liegen auf der Hand, aber gerade wenn wir über Transfersalden sprechen, liegt es genauso auf der Hand, dass Arsenal für einen Gyökeres, Jesus, Eze, Havertz oder Zubimendi eben nicht mehr die investierte Summe zurückbekommen wird.

Die Geduld mit Arteta finde ich positiv, dennoch bleiben am Ende in sieben Jahren zwei große Titel stehen, das ist dann halt eine Ausbeute die Slot, Conte oder Tuchel binnen zwei Spielzeiten eingespielt haben. Interessanter wird sein, wie sich Arsenal in den nächsten Jahren nach Peps Weggang von City positionieren wird. Siehst du Arsenal die nächsten Jahre ähnlich dominieren, wie es zuvor Klopp und Pep gemacht haben? Die Buchmacher sehen für die nächste Saison jedenfalls wieder City vorne und Fakt ist, dass Arsenal sich zwar die letzten Jahre sehr konstant gezeigt hat, aber weder bei den Transfersalden noch der Titelausbeute nah an irgendeinem Blueprint für die Liga ist.


Für mich hat das wenig mit der Ausgangsfrage nach der Identität zu tun.

Dein Punkt sagt zunächst einmal nur aus, dass Chelsea wesentlich erfolgreicher verkauft hat. Wir haben über viele Jahre kaum Transfereinnahmen generieren können, was unser Transferminus natürlich zusätzlich verschlechtert.

Ohne jeden einzelnen Leihspieler mitzuzählen, liegt Chelsea seit dem Eigentümerwechsel bzw. in den letzten sieben Jahren deutlich über Arsenal, was die Spielerrekrutierung und die Anzahl der Transferbewegungen betrifft. Ihr habt also in diesem Zeitraum wesentlich mehr Spieler verpflichtet und abgegeben – grob überschlagen sogar etwa doppelt so viele.

Über die sportliche Qualität oder die Identität einer Strategie sagt das allein aber wenig aus. Genau darum ging es mir ursprünglich.

Du argumentierst vor allem mit Transfererlösen, Marktwertentwicklungen und Titeln. Das sind alles legitime Kennzahlen, beantworten für mich aber nicht die Frage, welche Vereinsidentität daraus entsteht. Für mich zeigt sich Identität eher darin, ob ein Verein über Jahre einer klaren sportlichen Linie folgt und einen Kern entwickelt, statt den Kader regelmäßig grundlegend umzubauen.

•     •     •

Premier League: 1931, 1933, 1934, 1935, 1938, 1948, 1953, 1971, 1989, 1991, 1998, 2002, 2004, 2026
FA Cup: 1930, 1936, 1950, 1971, 1979, 1993, 1998, 2002, 2003, 2005, 2014, 2015, 2017, 2020
EFL Cup: 1987, 1993
• • •
Lehmann – Lauren, Touré, Campbell, Cole – Ljungberg, Vieira, Gilberto Silva, Pirès – Bergkamp, Henry
Raya – Timber, Saliba, Gabriel, Calafiori – Guimarães, Rice - Saka, Ødegaard, Eze - Havertz
• • •
Victoria Concordia Crescit
North London Forever
Arsenal F.C.
Konkurrenzthread [Premier League] |#1243
22.07.2026 - 23:32 Uhr
Zitat von DonMarvel
Unsere Handhabung vermittelt den Eindruck eines klaren sportlichen Ziels mit einer langfristigen Strategie.
Wir haben über Jahre Geduld bewiesen und sind nicht dem Aktionismus verfallen. Man hat den Kader sukzessive umgebaut und Arteta das Vertrauen ausgesprochen, trotz kadertechnisch schwierigen Zeiten und sportlich mühsamen Phasen. Unsere Transferstrategie dient idR unserer Philosophie und nicht umgekehrt.


Könntest du das genauer ausführen? Ich finde ebenfalls das wir extrem gut eingekauft haben, aber ich erkenne darin keine überliegende Strategie. Meiner Ansicht nach haben wir unsere Strategie mehrfach geändert/angepasst. Erst entwicklungsfähige Spieler, dann physis und athletik und nun gestandene Spieler. Zudem hat sich auch der Fokus von Stammspielern zu Kaderspieler für die Breite verschoben. Kannst du da nochmal die Philosophie näher ausführen? smile

Zitat von Oligarch

Bisher verzeichnet man unter Arteta seit der Saison 19/20 ein Transferminus von 941 Millionen, dem gegenüber stehen ein PL-Titel, ein FA Cup + zwei Community Shields. Chelsea hat im selben Zeitraum ein Transferminus von 800 Millionen gemacht und dem gegenüber stehen jeweils ein Titel in der CL, UECL, Club-WM und dem Supercup gegenüber.


Kannst du nochmal erklären wie du auf die Zahlen gekommen bist? Meine Zahlen sagen das Chelsea fast ein genauso großes Transferminus hat und zusammen mit den Gehältern knapp eine halbe Milliarde mehr Geld in den Kader investiert hat. Und da sind die Beraterhonorare noch nichtmal inkludiert. Und da ist Chelsea ja mit Abstand vorne...

Zitat von Oligarch
Zu vergleichen ist dann halt auch die Wertschöpfung. Chelsea hat hohe Ausgaben getätigt und natürlich gab und gibt es Spieler, die man nur mit großem Verlust losbekommen kann/wird. Man hat aber auch zahlreiche Wertsteigerungen im Kader, bspw. ein A. Santos mit über 40 Millionen Transfergewinn, letzte Saison ja auch schon Madueke mit über 20 Millionen Transfergewinn, ein Gusto wird ebenfalls nur mit einem Transfergewinn von 25-30 Millionen wechseln, selbst bei Rekordtransfers wie Enzo ist ein signifikantes Transferplus zu erwarten im Falle eines Wechsels. Dazu Palmer, Estevao, Pedro, Hato die ihre einstige Transfersumme mittlerweile alle mindestens verdoppelt haben.


Und für wie viel glaubst du das Chelsea Enzo verkauft? Hatte gedacht das es schwierig wird die gezahlte Ablöse von 121 Mio.€ zu bekommen...

Und ich glaube es ist nicht wahnsinnig schwer seine besten Spieler für einen Transfergewinn zu verkaufen. Wenn Arsenal wollte könnten sie Timber, Gabriel, Saliba, Odegaard, Mosquera, Rice Martinelli & Co. auch für einen dicken Gewinn verkaufen. Aber darum geht es ja gar nicht.

Chelsea hat 2019/20 an einem völlig anderem Punkt gestartet. Man hat in den vorherigen 5 Spielzeiten 2 Mal die PL gewonnen, einmal die Europa-League und zwei nationale Pokale. Arsenal hingegen hat "nur" 2 nationale Pokale geholt und hatte enorme Probleme sich überhaupt für die CL zu qualifizieren. Das sind zwei völlig verschiedene Ausgangslagen. Wenn man an diesem Punkt gefragt hätte ob man die folgende Entwicklung haben will, hätte jeder FAn direkt unterschrieben. Bei Chelsea hätte man sich ggf. mehr von der zukunft erwartet...
Konkurrenzthread [Premier League] |#1244
23.07.2026 - 00:28 Uhr
Mir ging es eigentlich nicht darum jetzt eine Grundsatzdiskussion zu entfachen, sondern eher um den Begriff „Deadwood“. Aber ist ja auch egal, wir sind hier in einem Diskussionsforum und tm hat genau davon gelebt - Austausch zwischen verschiedenen Fanlagern und dafür ist man damals sehr gerne ins Forum gekommen. Durch die (neue) damalige Aufteilung ist das leider verloren gegangen und jeder ist wieder in seiner eigenen Bubble unterwegs.

Ich möchte hier auch gar nicht unser Vorgehen und unsere Strategie in Schutz nehmen, das sind Dinge, die wir als Fans nicht kontrollieren können und wohl oder übel hinnehmen müssen. Die Transferstrategie besteht auch daraus junge Spieler mit gutem Wiederverkaufswert zu verpflichten, „auf Probe spielen zu lassen“ und dann bei Nicht-Erfolg möglichst ohne Verlust oder gar mit einem Gewinn wieder abzugeben. Eine typische Market-Opportunity war eben Garnacho, hätte er eingeschlagen hätte man ihn nicht verkauft, jetzt wechselt er wohl zu Villa und seiner Karriere wird es nicht schaden. Man könnte noch zig weitere Beispiele nennen. Dieses Verpflichten und Aussieben kann man kritisieren, ändern wird es dennoch nichts und Spieler, die sich bewusst für uns entscheiden sind auch nicht auf den Kopf gefallen und wissen was auf sie zukommt.

Nur kurz zur Identität: Ja, wir haben immense Transferbewegungen und gefühlt jede Saison einen radikalen Umbruch, aber einen Kern an Spielern hat man dann doch noch. Alleine in der ersten Elf hat man mit James und Colwill zwei Eigengewächse, im Zentrum Caicedo und Enzo (der wohl weg möchte, aber dennoch zum Kern gehört), und vorne einen Palmer. Spieler wie Joao Pedro, Hato und Estevao werden in Zukunft auch zu diesem Kern gehören und ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass ein Rogers auch nicht gekommen ist, um in der folgenden Saison abgegeben zu werden. Dazu kommt noch mit Acheampong ein weiterer Spieler aus der Jugend, der zum erweiterten Kader gehört und intern sehr hoch angesehen ist.
Konkurrenzthread [Premier League] |#1245
23.07.2026 - 00:46 Uhr
Zitat von Oligarch

Bei Arsenal ist die Struktur grundlegend anders, Arteta kauft für die Gegenwart ein. Die Vorteile liegen auf der Hand, aber gerade wenn wir über Transfersalden sprechen, liegt es genauso auf der Hand, dass Arsenal für einen Gyökeres, Jesus, Eze, Havertz oder Zubimendi eben nicht mehr die investierte Summe zurückbekommen wird.

Ich greife mir mal dieses eine Element deiner Aussage heraus. Wenn du erklärst, dass Arteta Transfers für die Gegenwart tätigt, liegst du richtig und doch irgendwie auch falsch:
  • Wie für die allermeisten Trainer der oberen Ligen geht es auch für Arteta vorerst einmal darum, kurzfristig Erfolg mit seiner Mannschaft zu haben. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Einerseits geht es im Leistungssport immer darum, einen (wie auch immer definierten) Erfolg zu generieren und andererseits bringt der Erfolg dem Trainer in der Regel auch die Weiterbeschäftigung ein.
  • Während der Trainer notgedrungen vor allem den kurzfristigen Erfolg suchen muss, ist es am Verein und im konkreten Fall an Berta, die mittel- und langfristige Perspektiven im Auge zu behalten. Macht er das nicht, droht dem Verein der baldige Verlust seiner einst erworbenen Position (siehe z.B. AC Milan). Es ist darum zwingend nötig, dass der Trainer und der Sportchef sämtliche Zeithorizonte berücksichtigen und dementsprechend einen altersmässig möglichst kunterbunten Kader zusammenstellen. Das gelingt mal besser und mal weniger gut. Der Spielermarkt ist nun mal kein Wunschkonzert.
Was für mich der Hauptunterschied zwischen Arsenal und Chelsea ist, ist der Fokus. Während Arsenal sein Augenmerk vorrangig auf den Sport richtet und darum gezielt nach Spielern für eine bestimmte Position sucht, wirkt Chelsea auf mich wie ein Investmentbanker, der seine Wertanlagen je nach Opportunität kauft und verkauft. Wo sich Chelsea den grössten Gewinn erhofft, wird, wie es scheint auf Teufel komm raus, gekauft und verkauft. Diese merkantile Strategie kann dazu führen, dass für eine Position fünf bis sechs Spieler vorhanden sind, für eine andere gar keiner. Mit einer Fokussierung auf das Abschneiden im nationalen oder internationalen Wettbewerb hat das wenig bis nichts zu tun. Ich kann mich gar des Eindrucks nicht erwehren, dass Chelseas Chefetage sportlicher Erfolg auch ziemlich egal ist oder bestenfalls ein "nice to have". Kläre mich auf, wenn meine Eindrücke falsch sind.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von ZuschauerIn am 23.07.2026 um 00:52 Uhr bearbeitet
Konkurrenzthread [Premier League] |#1246
23.07.2026 - 08:26 Uhr
Zitat von DonMarvel
Zitat von Oligarch

Zitat von DonMarvel

Unsere Handhabung vermittelt den Eindruck eines klaren sportlichen Ziels mit einer langfristigen Strategie.
Wir haben über Jahre Geduld bewiesen und sind nicht dem Aktionismus verfallen. Man hat den Kader sukzessive umgebaut und Arteta das Vertrauen ausgesprochen, trotz kadertechnisch schwierigen Zeiten und sportlich mühsamen Phasen. Unsere Transferstrategie dient idR unserer Philosophie und nicht umgekehrt.

Was genau ist die langfristige Strategie und wodurch hebt sich Arsenal denn so gravierend ab, wenn wir über Transfers sprechen?
Bisher verzeichnet man unter Arteta seit der Saison 19/20 ein Transferminus von 941 Millionen, dem gegenüber stehen ein PL-Titel, ein FA Cup + zwei Community Shields. Chelsea hat im selben Zeitraum ein Transferminus von 800 Millionen gemacht und dem gegenüber stehen jeweils ein Titel in der CL, UECL, Club-WM und dem Supercup gegenüber. Du magst jetzt die eine Transferstrategie viel besser als die andere sehen, wenn silverware jedoch der Maßstab ist, nehmen sich die Vereine nicht unfassbar viel. Chelsea gibt deutlich mehr und v.a. risikoreicher auf dem Transfermarkt aus, nimmt jedoch auch traditionell viel Geld ein.

Zu vergleichen ist dann halt auch die Wertschöpfung. Chelsea hat hohe Ausgaben getätigt und natürlich gab und gibt es Spieler, die man nur mit großem Verlust losbekommen kann/wird. Man hat aber auch zahlreiche Wertsteigerungen im Kader, bspw. ein A. Santos mit über 40 Millionen Transfergewinn, letzte Saison ja auch schon Madueke mit über 20 Millionen Transfergewinn, ein Gusto wird ebenfalls nur mit einem Transfergewinn von 25-30 Millionen wechseln, selbst bei Rekordtransfers wie Enzo ist ein signifikantes Transferplus zu erwarten im Falle eines Wechsels. Dazu Palmer, Estevao, Pedro, Hato die ihre einstige Transfersumme mittlerweile alle mindestens verdoppelt haben.

Bei Arsenal ist die Struktur grundlegend anders, Arteta kauft für die Gegenwart ein. Die Vorteile liegen auf der Hand, aber gerade wenn wir über Transfersalden sprechen, liegt es genauso auf der Hand, dass Arsenal für einen Gyökeres, Jesus, Eze, Havertz oder Zubimendi eben nicht mehr die investierte Summe zurückbekommen wird.

Die Geduld mit Arteta finde ich positiv, dennoch bleiben am Ende in sieben Jahren zwei große Titel stehen, das ist dann halt eine Ausbeute die Slot, Conte oder Tuchel binnen zwei Spielzeiten eingespielt haben. Interessanter wird sein, wie sich Arsenal in den nächsten Jahren nach Peps Weggang von City positionieren wird. Siehst du Arsenal die nächsten Jahre ähnlich dominieren, wie es zuvor Klopp und Pep gemacht haben? Die Buchmacher sehen für die nächste Saison jedenfalls wieder City vorne und Fakt ist, dass Arsenal sich zwar die letzten Jahre sehr konstant gezeigt hat, aber weder bei den Transfersalden noch der Titelausbeute nah an irgendeinem Blueprint für die Liga ist.


Für mich hat das wenig mit der Ausgangsfrage nach der Identität zu tun.

Dein Punkt sagt zunächst einmal nur aus, dass Chelsea wesentlich erfolgreicher verkauft hat. Wir haben über viele Jahre kaum Transfereinnahmen generieren können, was unser Transferminus natürlich zusätzlich verschlechtert.

Ohne jeden einzelnen Leihspieler mitzuzählen, liegt Chelsea seit dem Eigentümerwechsel bzw. in den letzten sieben Jahren deutlich über Arsenal, was die Spielerrekrutierung und die Anzahl der Transferbewegungen betrifft. Ihr habt also in diesem Zeitraum wesentlich mehr Spieler verpflichtet und abgegeben – grob überschlagen sogar etwa doppelt so viele.

Über die sportliche Qualität oder die Identität einer Strategie sagt das allein aber wenig aus. Genau darum ging es mir ursprünglich.

Du argumentierst vor allem mit Transfererlösen, Marktwertentwicklungen und Titeln. Das sind alles legitime Kennzahlen, beantworten für mich aber nicht die Frage, welche Vereinsidentität daraus entsteht. Für mich zeigt sich Identität eher darin, ob ein Verein über Jahre einer klaren sportlichen Linie folgt und einen Kern entwickelt, statt den Kader regelmäßig grundlegend umzubauen.

Den Punkt mit der Identität habe ich ja schon selbst genannt, bin da ganz bei dir. Und ich habe schon häufig bei uns kritisiert, dass man Eigengewächse für den Profit verkauft und dann mehr oder weniger gleichwertige Spieler von extern verpflichtet. Seit dem Besitzerwechsel fehlt dem Verein eine klare Identität, so eine Geschichte wie mit Maresca und seinem Rücktritt spielt da natürlich auch mit rein, unter ihm hatte man langsam angefangen eine Identität (zumindest auf dem Platz) zu entwickeln. Jetzt schauen wir mal, ob es unter Alonso besser wird…

Zum Punkt „wir haben eben kaum Transfereinnahmen generieren können“: und genau das ist mein Argument. Mir ist es auch deutlich zu viel was wir auf dem Transfermarkt für Spieler wie Garnacho und Gittens ausgegeben haben. Aber es ist wie in jedem Wirtschaftsbereich auch, wenn du 500 Millionen ausgibst und 400 Millionen einnimmst, bist du wirtschaftlich zumindest nicht instabiler aufgestellt, als jemand der nur 200 Millionen ausgibt, aber nur 50 Millionen einnimmt. Spielerverkäufe sind ein extrem wichtiges Element im modernen Fußball, fast genauso wichtig wie die Einkäufe. Deswegen stört es mich, wenn nur die Einkäufe betrachtet werden. Gerade bei Arsenal muss man sich fragen, was schief läuft, wenn da ein Oxlade-Chamberlain zehn Jahre lang der Rekordverkauf ist.

Und ja, wenn wir nur die Zeit ab 2022 nehmen, dann ist das Verhältnis selbstverständlich viel schlechter, sowohl was das Transferminus angeht, als auch die Titelausbeute. Das ist kein Geheimnis und ist ja auch der kritischste Punkt. Allerdings kann das auch alles Momentaufnahme sein, denn gerade wenn du die Zeit vor 2022 nimmst, hat Arsenal ebenfalls ein signifikant höheres Transferminus erwirtschaftet als Chelsea und zeitgleich sportlich nahezu gar nichts gerissen, während wir mehrfach die PL sowie internationale Titel gewonnen haben. Diese Zyklen gibt es bei Fußballvereinen immer wieder und ihr solltet am besten wissen, dass die Durststrecke durchaus langanhaltend sein kann.


@Turm_Hengst
Zähle gerne die Transfersalden hier auf TM zwischen 19/20 (Artetas ersten, meinetwegen halben Saison) und der letzten 25/26 zusammen. Dann landest du bei -941 Millionen, während wir bei -800 Millionen liegen für den selben Zeitraum. Nimmst du die letzten zehn Jahre, liegt Chelsea bei -1.01 Milliarden und Arsenal bei -1.14 Milliarden, auf Titelseite verschiebt sich das Bild dann sogar noch deutlich mehr zugunsten Chelseas mit einem weiteren Meistertitel, einem FA Cup, einem EL-Titel vs einem FA Cup bei Arsenal.

Und ja, du hast absolut recht, es gibt zahlreiche Faktoren wie z.B. deine genannten Beraterhonorare, die das Verhältnis wirtschaftlich vielleicht sogar so verzerren, dass Chelsea schlechtere Zahlen vorzuweisen hätte. Aber mir persönlich geht es gar nicht darum, dass Chelsea irgendwie besser arbeiten würde (Spoiler: der Verein arbeitet derzeit überhaupt nicht gut), sondern lediglich darum, dass ich bei Arsenal auch keine besonders herausragende Arbeit erkennen kann mit den Transferausgaben sowie der Titelausbeute. Wenn jetzt in den nächsten zwei Jahren vielleicht nochmal die PL oder CL dazu kommen würde, werde ich meine Meinung entsprechend korrigieren. Aber derzeit liest sich vieles so bisschen wie von oben herab auf andere Vereine, wohlgemerkt auch letztes Jahr auf Liverpool, obwohl sie in den benannten Zeiträumen ein um hunderte Millionen geringeres Transferminus bei gleichzeitig viel größerem Erfolg als Chelsea & Arsenal hatten. Und dafür gibt es bisher eben noch keine Grundlage.
Konkurrenzthread [Premier League] |#1247
23.07.2026 - 08:36 Uhr
Zitat von Turm_Hengst
Könntest du das genauer ausführen? Ich finde ebenfalls das wir extrem gut eingekauft haben, aber ich erkenne darin keine überliegende Strategie. Meiner Ansicht nach haben wir unsere Strategie mehrfach geändert/angepasst. Erst entwicklungsfähige Spieler, dann physis und athletik und nun gestandene Spieler. Zudem hat sich auch der Fokus von Stammspielern zu Kaderspieler für die Breite verschoben. Kannst du da nochmal die Philosophie näher ausführen? smile


Es geht weniger um das konkrete Spielerprofil als vielmehr den übergeordneten Ansatz.

Natürlich verändert sich ein Kader. Deshalb ist es logisch, dass sich auch die Transferprofile ändern.

Für mich blieb die grundsätzliche Idee unter Arteta aber konstant: Man wollte eine technisch starke, dominante Mannschaft aufbauen, die über Ballbesitz, Kontrolle, Positionsspiel und hohes Pressing funktioniert. Die Transfers sollten genau dieser Spielidee dienen.

Deshalb sehe ich beispielsweise keinen Widerspruch darin, zunächst entwicklungsfähige Spieler zu holen und später gezielt Erfahrung oder Kaderbreite nachzulegen. Das wirkt auf mich eher wie verschiedene Entwicklungsstufen derselben Strategie als wie ständig wechselnde Strategien.

•     •     •

Premier League: 1931, 1933, 1934, 1935, 1938, 1948, 1953, 1971, 1989, 1991, 1998, 2002, 2004, 2026
FA Cup: 1930, 1936, 1950, 1971, 1979, 1993, 1998, 2002, 2003, 2005, 2014, 2015, 2017, 2020
EFL Cup: 1987, 1993
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Lehmann – Lauren, Touré, Campbell, Cole – Ljungberg, Vieira, Gilberto Silva, Pirès – Bergkamp, Henry
Raya – Timber, Saliba, Gabriel, Calafiori – Guimarães, Rice - Saka, Ødegaard, Eze - Havertz
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Victoria Concordia Crescit
North London Forever
Arsenal F.C.
Konkurrenzthread [Premier League] |#1248
23.07.2026 - 11:03 Uhr
Erstmal, ich finde es immer cool wenn Fans von anderen Vereinen ihre Sicht darlegen, danke dafür, früher war dies mal gang und gebe.

Es sind auch valide Punkte vorgebracht worden, unser Transferminus die letzten Jahre ist extrem hoch, das kann man nicht bestreiten und ich wäre froh wenn wir da die Geschütze wieder etwas zurück fahren würden.

Dennoch finde ich machen wir hervorragende Arbeit, Arsenal steckte ordentlich in der Krise, mehrere Jahre keine CL etc., dann kam Edu und Arteta und haben den Verein wieder nach vorne gebracht. Diese sukzessiven Verbesserungen gepaart mit einigen Vize Meisterschaften zeigen für mich schon das der eingeschlagene Weg ein guter ist.
Ich denke sogar das Arsenals Weg vom Midtable Team zurück an die Spitze für einige Vereine in Zukunft als Vorlage genommen werden wird.
Konkurrenzthread [Premier League] |#1249
23.07.2026 - 11:21 Uhr
Zitat von DonMarvel
Zitat von Turm_Hengst

Könntest du das genauer ausführen? Ich finde ebenfalls das wir extrem gut eingekauft haben, aber ich erkenne darin keine überliegende Strategie. Meiner Ansicht nach haben wir unsere Strategie mehrfach geändert/angepasst. Erst entwicklungsfähige Spieler, dann physis und athletik und nun gestandene Spieler. Zudem hat sich auch der Fokus von Stammspielern zu Kaderspieler für die Breite verschoben. Kannst du da nochmal die Philosophie näher ausführen? smile


Es geht weniger um das konkrete Spielerprofil als vielmehr den übergeordneten Ansatz.

Natürlich verändert sich ein Kader. Deshalb ist es logisch, dass sich auch die Transferprofile ändern.

Für mich blieb die grundsätzliche Idee unter Arteta aber konstant: Man wollte eine technisch starke, dominante Mannschaft aufbauen, die über Ballbesitz, Kontrolle, Positionsspiel und hohes Pressing funktioniert. Die Transfers sollten genau dieser Spielidee dienen.

Deshalb sehe ich beispielsweise keinen Widerspruch darin, zunächst entwicklungsfähige Spieler zu holen und später gezielt Erfahrung oder Kaderbreite nachzulegen. Das wirkt auf mich eher wie verschiedene Entwicklungsstufen derselben Strategie als wie ständig wechselnde Strategien.


Würde ich so unterschreiben.
Noch als Ergänzung:

Wenn man sich mal zurück erinnert hat Arteta eigentlich mehr oder weniger auf einem weißen Blatt Papier anfangen müssen. Das bringt zwar den Vorteil, dass man sich das Team dann mit einem klaren Plan von Grund auf so zusammenbauen kann wie es zu der eigenen Philosophie passt, es erfordert aber eben auch hohe Ausgaben.
Vor allem in den ersten Jahren.
Man muss viele junge Talente holen, die eben auch vom Altersprofil nahe beisammen sind, damit der Kern des neuen Teams eben möglichst "gleichzeitig" wächst und seinen Peak gemeinsam erreicht.
Und in einem Konkurrenzumfeld wie der Premier League mit diesen Gegnern ist ein solcher Rückstand wie ihn Arsenal in 2019/2020 hatte eben nur mit enormen Ausgaben aufzuholen.

Man kann auch den Erfolg nicht immer nur mit Titeln bemessen.
Ich glaube Arsenal hat über die letzten 3-4 Jahre die meisten Punkte von allen PL-Teams gesammelt, trotz City und Liverpool. Dafür bekommt man keine Silverware, aber es zeigt eben die Qualität der Arbeit eines Vereins.
Mit etwas mehr Glück in dem ein- oder anderen Moment wäre in dieser Phase locker ein weiterer PL Titel und/oder auch die CL möglich gewesen.

Ich habe es schon mal gesagt, aber Arteta hat bei Arsenal damals eben auch einen Verein übergeben bekommen, der komplett in Trümmern lag und sich in einem katastrophalen Zustand befand.
Sportlich und finanziell im Vergleich zur Konkurrenz meilenweit abgehängt. Chaos auf und neben dem Platz.
Und trotzdem hat er es hinbekommen, dass nach wenigen Monaten wieder Ruhe eingekehrt ist und alle an einem Strang gezogen haben. Sportlich und finanziell ist man zurück unter den Elite-Klubs.

Das geht eben weit über die Tätigkeit eines Trainers hinaus, das ist eher das Profil eines Arsene Wengers.
Und somit ist er nun mal auch mit Abstand die wichtigste Personalie im Klub.

•     •     •

VfB & Arsenal
Konkurrenzthread [Premier League] |#1250
23.07.2026 - 15:28 Uhr
Zitat von Oligarch

Zähle gerne die Transfersalden hier auf TM zwischen 19/20 (Artetas ersten, meinetwegen halben Saison) und der letzten 25/26 zusammen. Dann landest du bei -941 Millionen, während wir bei -800 Millionen liegen für den selben Zeitraum. Nimmst du die letzten zehn Jahre, liegt Chelsea bei -1.01 Milliarden und Arsenal bei -1.14 Milliarden, auf Titelseite verschiebt sich das Bild dann sogar noch deutlich mehr zugunsten Chelseas mit einem weiteren Meistertitel, einem FA Cup, einem EL-Titel vs einem FA Cup bei Arsenal.

Und ja, du hast absolut recht, es gibt zahlreiche Faktoren wie z.B. deine genannten Beraterhonorare, die das Verhältnis wirtschaftlich vielleicht sogar so verzerren, dass Chelsea schlechtere Zahlen vorzuweisen hätte. Aber mir persönlich geht es gar nicht darum, dass Chelsea irgendwie besser arbeiten würde (Spoiler: der Verein arbeitet derzeit überhaupt nicht gut), sondern lediglich darum, dass ich bei Arsenal auch keine besonders herausragende Arbeit erkennen kann mit den Transferausgaben sowie der Titelausbeute. Wenn jetzt in den nächsten zwei Jahren vielleicht nochmal die PL oder CL dazu kommen würde, werde ich meine Meinung entsprechend korrigieren. Aber derzeit liest sich vieles so bisschen wie von oben herab auf andere Vereine, wohlgemerkt auch letztes Jahr auf Liverpool, obwohl sie in den benannten Zeiträumen ein um hunderte Millionen geringeres Transferminus bei gleichzeitig viel größerem Erfolg als Chelsea & Arsenal hatten. Und dafür gibt es bisher eben noch keine Grundlage.


Ok, das kann man jetzt natürlich drehen und wenden wie man will. Es ist nur ein wenig komisch wo du die Grenze ziehst. Warum betrachten wir 13 Transferfenster die Arteta in Verantwortung war und dann noch eines von Emery? Wenn du die Amtszeit von Arteta nimmst, dann zählt das Sommertransferfenster 2019 nicht mit. Dann kommt man auf 843,69 Mio.€ Transferminus und bei Chelsea im gleichen Zeitraum auf 914,832 Mio.€ Transferminus. Was man aber festhalten kann, ist das Arsenal viel Geld in diesem Zeitraum ausgegeben hat.

Ich glaube ein Indikator bei der Beurteilung der Transfer kann der Marktwert des Kaders sein. Zum Antsantritt von Arteta war der gesamte Kader circa 602,85 Mio.€ wert. Aktuell sind es 1,3 Milliarden laut TM. Wenn man also die Investitionen gegen den Wert rechnet, so bekommt man bei Arsenal knapp 150 Mio.€ mehr Ausgaben als der Wertgewinn. Bei Chelsea sind es knapp 400 Mio.€ Differenz.
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