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Bruno Labbadia
Geburtsdatum 08.02.1966
Alter 60
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein Vereinslos

Bruno Labbadia

09.04.2020 - 06:57 Uhr
Bruno Labbadia |#1131
24.12.2020 - 22:28 Uhr
Zitat von marcello84

Zitat von Berlin71

..).


Also ehrlich, jedem seine Meinung - aber schaust du dir an wie wir spielen und wieso die meisten hier Labbadia lieber heute, als morgen loswerden wollen?

Hier einige Argumente - ich freue mich auf Gegenargumente:

- wir spielen trotz des 6. wertvollsten Kaders (& den höchsten Transferausgaben aller Zeiten) desaströs
- gleichzeitig punkten wir deutlich unter den Erwartungen
- es ist keinerlei Entwicklung zu sehen
- junge Spieler werden kaum bis gar nicht gefördert
- er legt sich in aller Öffentlichkeit mit unserem besten Spieler an und stellt diesen bloß (schlechte Leistungen müssen intern besprochen werden)
- er hält schwachsinnigerweise an seiner Aufstellung fest. Wer sieht bitte Stark als geeigneten 6er? Wer erwartet nicht zwei richtige Außen, wenn man Piatek vorne drin hat ? Wer stellt jedes Mal Darida auf einer offensiven MF Postion aus, obwohl dieser die notwendigen Fähigkeiten offensichtlich nicht hat (gutes Passspiel, Dribblings, etc.)
- er gibt extrem genervte, fast depressiv wirkende Interviews. Wie soll soll die Mannschaft so motiviert werden ?

Es geht also nicht nur darum, dass man aktuell unter den Erwartungen spielt. Ja - dann sollte man der Sache Zeit geben sich zu entwickeln. Es spricht aber nichts, absolut nichts dafür, dass Labbadia in der Lage ist hier eine Entwicklung herbeizuführen & deshalb auch nicht besser zu Punkten.

Demnach sollte sobald wie möglich reagiert werden. Leider glaube ich auch, dass das nur funktioniert wenn auch Preetz gehen muss. Dieser wird Labbadia kaum feuern, weil er weiß, dass seine Situation damit selbst bedrohlich wird. Er hofft also wohl darauf, dass man gegen die schwächsten der Liga punktet um dann zu mindestens etwas Zeit zu gewinnen.

Deshalb - beide raus und einen sauberen Cut solange so Namen wie Rangnick (& Tuchel) verfügbar sind!


Also ehrlich, jedem seine Meinung - aber hast du dir über Gegen-Argumente überhaupt ernste Gedanken gemacht? Klar, man kann jeden Trainer rauswerfen, der unterhalb des Kaderwertes performt. Kann man machen als Sportmanager, und wenn man das zum Maßstab macht, dann muss jetzt mindestens jeder zweite Bundesliga-Trainer rausgeworfen werden. Man könnte deinen Maßstab ja so gestalten: Sobald ein Club zwei Spieltage in Folge unterhalb des Kaderwertes nach Abschluss der Transferperiode performt: Trainer sofort raus!!

Flick bei Bayern wäre dann auch schon lange Geschichte gewesen. Und ob das aber den betreffenden Clubs für Verbesserungen sorgt, ist eine andere Frage. Gucken wir da ruhig etwas genauer hin, welche Clubs in etwa in unserer "Kaderwert-Preisklasse" spielen:

Moment! Zunächst schauen wir da aber auf den Marktwert nach Abschluss der Sommertransfers, okay? Unserer ist nämlich gestiegen, trotz unserer sehr gemischten, eher negativen sportlichen Lage. Marktwertzuwächse Labbadia zur Last zu legen, das geht nicht, oder? Unsere letzten Zugänge kamen am 15.10.2020, deshalb nehme ich das als Stichtag.

(Funfact: Hertha ist das Team mit dem fünftbesten prozentualen Marktwertzuwachs seit dem 15.10.2020 in der Bundesliga)

Borussia Mönchengladbach oder Leverkusen? Nope. 80 bzw. 90 Mio Kaderwert-Differenz sind mir zu viel. Die spielen über uns. Das seht man auch fast jedem Spieltag in der Liga, auch von den Ergebnissen her. Es verbleiben:

- Hertha BSC: 234,6 Mio
- Hoffenheim: 224,1 Mio
- Wolfsburg: 209,3 Mio
- Frankfurt: 184,9 Mio
- FC Schalke 04: 171,6 Mio

Mit gerade einmal 2 Punkten mehr als Hertha, hinterfragt bei Hoffenheim seltsamer Weise niemand den Trainer. Schalke04 ist z.Zt. ein echter Krisenverein - und insofern liegt bzw. lag ein Trainerwechsel dort auch sehr nahe. Aber gucken wir doch kurz einmal weiter!


Maßstab: Punkteausbeute:
------------------------------------

Gucken wir auf die letzten 8 Partien - vielleicht findet sich ja noch weitere Vereine, die genau so schlecht wie Labbadia performen oder schlechter:

Freiburg: 11 Punkte
Wir: 10 Punkte
Gladbach: 10 Punkte
Stuttgart: 10 Punkte
Dortmund: 10 Punkte
Augsburg: 9 Punkte
Frankfurt: 9 Punkte
Köln: 9 Punkte
Hoffenheim: 8 Punkte
Bielefeld: 6 Punkte
Bremen: 6 Punkte
Mainz: 6 Punkte

Tja: Da müssen dann wohl 11 Trainer fliegen!! Ob das wirklich eine durchweg tolle Idee ist? Schwer vorstellbar, sorry. Direkt abseitig. Übrigens, nimmt man statt den letzten 8 Spieltagen die letzten 7 Spieltage, dann müsste auch Freiburgs Trainer sofort heraus geworfen werden - und 12 Trainer wären zu entlassen.

Faktor Psychologie:
--------------------------

Die scharfen Entlassungsforderungen ("sofort!" u.ä.) gegen Labbadia hängen mit zwei Dingen zusammen:

1. Der Berliner an und für sich ist ein oft nur destruktiver Meckerkopf. Das größte Lob eines Berliners ist "kann man nix gegen sagen!" oder "da gübt es nüscht zu tippen" - die Volkseele in Berlin hat ihre Vorzüge, ist beispielsweise erfreulich verspielt und amüsierfreudig, aber sie wird auch sehr schnell unzufrieden und meckerig, wenn es mal nicht so läuft. Kurz: Der Berliner meckert gerne! Da liegt er im Bundesländer-Ranking klar auf Platz 1.

2. Der Sturz aus einer Euphorie ist immer besonders bitter. Wenn man so will, ist das die späte Rache der Windhorst-Millionen. Wo andere Fans uns fragen: "Was habt ihr denn?", oder sagen: "Aber euer Verein hat doch echte Aussichten - das ist da doch Totalquatsch, von der Dritten Liga zu reden!", da bildet sich in unserem Fanlager, aufgrund der Differenz zu den ursprünglichen Hoffnungen echte Weltuntergangsstimmung. Es ist nie schön, aus allen Träumen gerissen zu werden und einsehen zu müssen, dass der Weg noch recht lang ist. Das ist menschlich! Und zugleich falsch.

Zu "keine Entwicklungen zu sehen"
-----------------------------------------------

Ich sehe welche. Das ist mir vom Tempo her zwar zu wenig, aber wer sich hinstellt, und behauptet, es gäbe gar keine Entwicklungen, der urteilt in meinen Augen a) gehässig und b) inkompetent. Der will nur mit Worten vernichten - nicht aber genau analysieren.

Mit der Formulierung "zu wenig positive Entwicklungen zu sehen" könnte ich gut leben, aber mit diese destruktiven Frust- und Hetzerton eher nicht. Das ist dann jedenfalls keine differenzierte Analyse. In meinen Augen gehört z.B. zu einer Analyse dazu, dass Cordoba ausgefallen ist, und Piatek noch nicht so recht gezündet hat.

Faktor Verletzungspech
--------------------------------

Ja, etwas Pech hatten wir da schon, finde ich. Die "Coronapausen" von Mitte und Guendouzi waren nicht so toll für uns, Toru ist ein wichiger "Achsenspieler" für uns, und fiel 6 Spiele lang aus, und das Fehlen von Cordoba tut uns eindeutig nicht gut. Er bindet in Angriffssituationen oft sogar zwei gegnerische Spieler, zermürbt diese durch seine ungeheuerliche Körperlichkeit, und schaff schon alleine damit Räume für Spieler wie Cunha, Lukebakio und Dilrosun. Dazu kommt seine Fähigkeit, Bälle festzumachen - das kann bei uns kein anderer. In der Vorsaison hatte Ibisevic diese Aufgabe.

Faktor Umbruch
----------------------

Ich weiß, von den Labbadia-Kritikern will das einfach niemand hören, aber unser Kader ist auf 6-7 Positionen gegenüber der Vorsaison verändert. Wenn dann noch ein paar Verletzungen dazu kommen, sowie Länderspielpausen, dann ist das mit dem Einspielen etwas schwierig. Ich halte es für einen Fakt, dass die meisten Kader unserer Konkurrenten deutlich besser eingespielt sind.

Ich glaube, diesen Umbruch wollten viele Herthafans eigentlich auch. Genau daraus ergibt sich auch ein kleiner Hoffnungsmoment - denn das kann sich ja noch verbessern. Ich würde mir erst einmal angucken (bis ca. 20. Spieltag), wie es bei Hertha weiter geht, bevor ich den Trainer cancele. Ein verunsicherter Kader wird im Regelfall auch nicht sicherer auftreten, wenn es in der Saison 3-4 Trainerwechsel gibt.

Faktor Spielpech
-----------------------

Ich weiß ja nicht, welche Spiele sich die Labbadia-Kritiker angeschaut haben. Mir fallen jedenfalls einige Spiele in dieser Saison ein, die von den Schiedsrichterleistungen her eher semi waren, und auch einige Spiele, wo unserer Mannschaft das Spielglück nicht hold war.

Normaler Weise geht man mit der 2. Halbzeit gegen Freiburg mit einem Unentschieden vom Platz, oder sogar einem Sieg. Nun, uns wurde ein Elfmeter gemoppst, während Freiburg ein Elfer geschenkt wurde. Höler stellt den Fuß weit raus, ob nun speziell zum Einhaken, oder um selbst ein Foul zu begehen - und der Schiri pfeifft gegen Hertha!!

Dazu lief auch vieles andere im Spiel richtig bekloppt, z.B. die Szene, wo ein Ball von Toru querschlägt - und zwar direkt einem einschussbereiten Freiburger vor die Füße. Im Gegenzug erzielen wir zwei Pfostentreffer, und Piatek hat eine fast 100-Prozentige, wo er evtl. nicht genügend Zielwasser getrunken hatte.

Die vermeintlich klare und eindeutig frustrierende 1:4-Auswärtsniederlage war eigentlich überhaupt nicht so klar, wie sie im Spielberichtsbogen eingetragen wurde. Und solche Partien hatten wir bislang mehrere.

Tuchel und Rangnik
---------------------------

Nur, weil diese auf dem Markt sind, heißt das noch sehr lange nicht, dass sie zu Hertha kommen. Die suchen internationale Vereine, die ihnen 10 Millionen Euro im Jahr zahlen können. Und nicht uns! Unseren Trainer sofort zu feuern, ohne einen richtig guten Trainerersatz sicher verpflichten zu können, das sieht mir nicht sehr klug aus.

Im Moment punkten wir nicht so toll, das ist unbestritten, aber auch noch lange nicht wie ein Absteiger. Planlos den Trainer rauszukanten: Erst das würde uns zum Abstiegskandidaten machen.

Interviews
--------------

Ist das noch seriös, das Auftreten in Interviews so in den Vordergund zu stellen? Im Übrigen kann ich mit Labbadias Interview etwas anfangen. Ein Faktor für eine Trainer-Entlassung ist das ganz sicher nicht. Warum soll Labbadia auch in Jubelgeschrei verfallen in der augenblicklichen Lage.

Jubel muss man sich eben erarbeiten. Wenn wir am 20. Spieltag bei 20 Punkten oder tiefer stehen: Dann kann man die Trainerfrage imho neu stellen. Aber nicht jetzt!

•     •     •

Tore! Tore! Tore! Und drei richtig gute Spielzüge pro Partie!
Besseres, präziseres Konterspiel. Und Siege!

Mehr will ich doch nicht!!!!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von KonProg am 24.12.2020 um 22:48 Uhr bearbeitet
Bruno Labbadia |#1132
24.12.2020 - 23:27 Uhr
Zitat von KonProg

..).


Also ehrlich, jedem seine Meinung - aber schaust du dir an wie wir spielen und wieso die meisten hier Labbadia lieber heute, als morgen loswerden wollen?

Hier einige Argumente - ich freue mich auf Gegenargumente:

- wir spielen trotz des 6. wertvollsten Kaders (& den höchsten Transferausgaben aller Zeiten) desaströs
- gleichzeitig punkten wir deutlich unter den Erwartungen
- es ist keinerlei Entwicklung zu sehen
- junge Spieler werden kaum bis gar nicht gefördert
- er legt sich in aller Öffentlichkeit mit unserem besten Spieler an und stellt diesen bloß (schlechte Leistungen müssen intern besprochen werden)
- er hält schwachsinnigerweise an seiner Aufstellung fest. Wer sieht bitte Stark als geeigneten 6er? Wer erwartet nicht zwei richtige Außen, wenn man Piatek vorne drin hat ? Wer stellt jedes Mal Darida auf einer offensiven MF Postion aus, obwohl dieser die notwendigen Fähigkeiten offensichtlich nicht hat (gutes Passspiel, Dribblings, etc.)
- er gibt extrem genervte, fast depressiv wirkende Interviews. Wie soll soll die Mannschaft so motiviert werden ?

Es geht also nicht nur darum, dass man aktuell unter den Erwartungen spielt. Ja - dann sollte man der Sache Zeit geben sich zu entwickeln. Es spricht aber nichts, absolut nichts dafür, dass Labbadia in der Lage ist hier eine Entwicklung herbeizuführen & deshalb auch nicht besser zu Punkten.

Demnach sollte sobald wie möglich reagiert werden. Leider glaube ich auch, dass das nur funktioniert wenn auch Preetz gehen muss. Dieser wird Labbadia kaum feuern, weil er weiß, dass seine Situation damit selbst bedrohlich wird. Er hofft also wohl darauf, dass man gegen die schwächsten der Liga punktet um dann zu mindestens etwas Zeit zu gewinnen.

Deshalb - beide raus und einen sauberen Cut solange so Namen wie Rangnick (& Tuchel) verfügbar sind!

Also ehrlich, jedem seine Meinung - aber hast du dir über Gegen-Argumente überhaupt ernste Gedanken gemacht? Klar, man kann jeden Trainer rauswerfen, der unterhalb des Kaderwertes performt. Kann man machen als Sportmanager, und wenn man das zum Maßstab macht, dann muss jetzt mindestens jeder zweite Bundesliga-Trainer rausgeworfen werden. Man könnte deinen Maßstab ja so gestalten: Sobald ein Club zwei Spieltage in Folge unterhalb des Kaderwertes nach Abschluss der Transferperiode performt: Trainer sofort raus!!

Flick bei Bayern wäre dann auch schon lange Geschichte gewesen. Und ob das aber den betreffenden Clubs für Verbesserungen sorgt, ist eine andere Frage. Gucken wir da ruhig etwas genauer hin, welche Clubs in etwa in unserer "Kaderwert-Preisklasse" spielen:

Moment! Zunächst schauen wir da aber auf den Marktwert nach Abschluss der Sommertransfers, okay? Unserer ist nämlich gestiegen, trotz unserer sehr gemischten, eher negativen sportlichen Lage. Marktwertzuwächse Labbadia zur Last zu legen, das geht nicht, oder? Unsere letzten Zugänge kamen am 15.10.2020, deshalb nehme ich das als Stichtag.

(Funfact: Hertha ist das Team mit dem fünftbesten prozentualen Marktwertzuwachs seit dem 15.10.2020 in der Bundesliga)

Borussia Mönchengladbach oder Leverkusen? Nope. 80 bzw. 90 Mio Kaderwert-Differenz sind mir zu viel. Die spielen über uns. Das seht man auch fast jedem Spieltag in der Liga, auch von den Ergebnissen her. Es verbleiben:

- Hertha BSC: 234,6 Mio
- Hoffenheim: 224,1 Mio
- Wolfsburg: 209,3 Mio
- Frankfurt: 184,9 Mio
- FC Schalke 04: 171,6 Mio

Mit gerade einmal 2 Punkten mehr als Hertha, hinterfragt bei Hoffenheim seltsamer Weise niemand den Trainer. Schalke04 ist z.Zt. ein echter Krisenverein - und insofern liegt bzw. lag ein Trainerwechsel dort auch sehr nahe. Aber gucken wir doch kurz einmal weiter!


Maßstab: Punkteausbeute:
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Gucken wir auf die letzten 8 Partien - vielleicht findet sich ja noch weitere Vereine, die genau so schlecht wie Labbadia performen oder schlechter:

Freiburg: 11 Punkte
Wir: 10 Punkte
Gladbach: 10 Punkte
Stuttgart: 10 Punkte
Dortmund: 10 Punkte
Augsburg: 9 Punkte
Frankfurt: 9 Punkte
Köln: 9 Punkte
Hoffenheim: 8 Punkte
Bielefeld: 6 Punkte
Bremen: 6 Punkte
Mainz: 6 Punkte

Tja: Da müssen dann wohl 11 Trainer fliegen!! Ob das wirklich eine durchweg tolle Idee ist? Schwer vorstellbar, sorry. Direkt abseitig. Übrigens, nimmt man statt den letzten 8 Spieltagen die letzten 7 Spieltage, dann müsste auch Freiburgs Trainer sofort heraus geworfen werden - und 12 Trainer wären zu entlassen.

Faktor Psychologie:
--------------------------

Die scharfen Entlassungsforderungen ("sofort!" u.ä.) gegen Labbadia hängen mit zwei Dingen zusammen:

1. Der Berliner an und für sich ist ein oft nur destruktiver Meckerkopf. Das größte Lob eines Berliners ist "kann man nix gegen sagen!" oder "da gübt es nüscht zu tippen" - die Volkseele in Berlin hat ihre Vorzüge, ist beispielsweise erfreulich verspielt und amüsierfreudig, aber sie wird auch sehr schnell unzufrieden und meckerig, wenn es mal nicht so läuft. Kurz: Der Berliner meckert gerne! Da liegt er im Bundesländer-Ranking klar auf Platz 1.

2. Der Sturz aus einer Euphorie ist immer besonders bitter. Wenn man so will, ist das die späte Rache der Windhorst-Millionen. Wo andere Fans uns fragen: "Was habt ihr denn?", oder sagen: "Aber euer Verein hat doch echte Aussichten - das ist da doch Totalquatsch, von der Dritten Liga zu reden!", da bildet sich in unserem Fanlager, aufgrund der Differenz zu den ursprünglichen Hoffnungen echte Weltuntergangsstimmung. Es ist nie schön, aus allen Träumen gerissen zu werden und einsehen zu müssen, dass der Weg noch recht lang ist. Das ist menschlich! Und zugleich falsch.

Zu "keine Entwicklungen zu sehen"
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Ich sehe welche. Das ist mir vom Tempo her zwar zu wenig, aber wer sich hinstellt, und behauptet, es gäbe gar keine Entwicklungen, der urteilt in meinen Augen a) gehässig und b) inkompetent. Der will nur mit Worten vernichten - nicht aber genau analysieren.

Mit der Formulierung "zu wenig positive Entwicklungen zu sehen" könnte ich gut leben, aber mit diese destruktiven Frust- und Hetzerton eher nicht. Das ist dann jedenfalls keine differenzierte Analyse. In meinen Augen gehört z.B. zu einer Analyse dazu, dass Cordoba ausgefallen ist, und Piatek noch nicht so recht gezündet hat.

Faktor Verletzungspech
--------------------------------

Ja, etwas Pech hatten wir da schon, finde ich. Die "Coronapausen" von Mitte und Guendouzi waren nicht so toll für uns, Toru ist ein wichiger "Achsenspieler" für uns, und fiel 6 Spiele lang aus, und das Fehlen von Cordoba tut uns eindeutig nicht gut. Er bindet in Angriffssituationen oft sogar zwei gegnerische Spieler, zermürbt diese durch seine ungeheuerliche Körperlichkeit, und schaff schon alleine damit Räume für Spieler wie Cunha, Lukebakio und Dilrosun. Dazu kommt seine Fähigkeit, Bälle festzumachen - das kann bei uns kein anderer. In der Vorsaison hatte Ibisevic diese Aufgabe.

Faktor Umbruch
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Ich weiß, von den Labbadia-Kritikern will das einfach niemand hören, aber unser Kader ist auf 6-7 Positionen gegenüber der Vorsaison verändert. Wenn dann noch ein paar Verletzungen dazu kommen, sowie Länderspielpausen, dann ist das mit dem Einspielen etwas schwierig. Ich halte es für einen Fakt, dass die meisten Kader unserer Konkurrenten deutlich besser eingespielt sind.

Ich glaube, diesen Umbruch wollten viele Herthafans eigentlich auch. Genau daraus ergibt sich auch ein kleiner Hoffnungsmoment - denn das kann sich ja noch verbessern. Ich würde mir erst einmal angucken (bis ca. 20. Spieltag), wie es bei Hertha weiter geht, bevor ich den Trainer cancele. Ein verunsicherter Kader wird im Regelfall auch nicht sicherer auftreten, wenn es in der Saison 3-4 Trainerwechsel gibt.

Faktor Spielpech
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Ich weiß ja nicht, welche Spiele sich die Labbadia-Kritiker angeschaut haben. Mir fallen jedenfalls einige Spiele in dieser Saison ein, die von den Schiedsrichterleistungen her eher semi waren, und auch einige Spiele, wo unserer Mannschaft das Spielglück nicht hold war.

Normaler Weise geht man mit der 2. Halbzeit gegen Freiburg mit einem Unentschieden vom Platz, oder sogar einem Sieg. Nun, uns wurde ein Elfmeter gemoppst, während Freiburg ein Elfer geschenkt wurde. Höler stellt den Fuß weit raus, ob nun speziell zum Einhaken, oder um selbst ein Foul zu begehen - und der Schiri pfeifft gegen Hertha!!

Dazu lief auch vieles andere im Spiel richtig bekloppt, z.B. die Szene, wo ein Ball von Toru querschlägt - und zwar direkt einem einschussbereiten Freiburger vor die Füße. Im Gegenzug erzielen wir zwei Pfostentreffer, und Piatek hat eine fast 100-Prozentige, wo er evtl. nicht genügend Zielwasser getrunken hatte.

Die vermeintlich klare und eindeutig frustrierende 1:4-Auswärtsniederlage war eigentlich überhaupt nicht so klar, wie sie im Spielberichtsbogen eingetragen wurde. Und solche Partien hatten wir bislang mehrere.

Tuchel und Rangnik
---------------------------

Nur, weil diese auf dem Markt sind, heißt das noch sehr lange nicht, dass sie zu Hertha kommen. Die suchen internationale Vereine, die ihnen 10 Millionen Euro im Jahr zahlen können. Und nicht uns! Unseren Trainer sofort zu feuern, ohne einen richtig guten Trainerersatz sicher verpflichten zu können, das sieht mir nicht sehr klug aus.

Im Moment punkten wir nicht so toll, das ist unbestritten, aber auch noch lange nicht wie ein Absteiger. Planlos den Trainer rauszukanten: Erst das würde uns zum Abstiegskandidaten machen.

Interviews
--------------

Ist das noch seriös, das Auftreten in Interviews so in den Vordergund zu stellen? Im Übrigen kann ich mit Labbadias Interview etwas anfangen. Ein Faktor für eine Trainer-Entlassung ist das ganz sicher nicht. Warum soll Labbadia auch in Jubelgeschrei verfallen in der augenblicklichen Lage.

Jubel muss man sich eben erarbeiten. Wenn wir am 20. Spieltag bei 20 Punkten oder tiefer stehen: Dann kann man die Trainerfrage imho neu stellen. Aber nicht jetzt!


Ein sehr gelungener Post. Sehr objektiv und detailliert! Mein Kompliment
Bruno Labbadia |#1133
25.12.2020 - 11:51 Uhr
Ich find die Einschätzungen von KonProg sehr gut recherchiert und nachvollziehbar. daumen-hoch
Allerdings finde ich, dass die massive Kritik an Cunha zumindest diskussionswürdig ist. Natürlich mußte Labbadia die Auswechselung zur Halbzeit begründen, aber eine Nummer kleiner hätte es vielleicht auch getan. Klar, Labbadia mußte ein Zeichen setzen, es muß mehr Engagement von der Mannschaft kommen, mehr Verantwortung jedes Einzelnen für´s Ganze, mehr Teamspirit. Hoffentlich fruchtet das und die Kritik wird mit Cunha so besprochen, dass er nicht beleidigt ist.

•     •     •

Hertha for ever
Bruno Labbadia |#1134
25.12.2020 - 13:44 Uhr
Zitat von Berlin71
Ich find die Einschätzungen von KonProg sehr gut recherchiert und nachvollziehbar. daumen-hoch
Allerdings finde ich, dass die massive Kritik an Cunha zumindest diskussionswürdig ist. Natürlich mußte Labbadia die Auswechselung zur Halbzeit begründen, aber eine Nummer kleiner hätte es vielleicht auch getan. Klar, Labbadia mußte ein Zeichen setzen, es muß mehr Engagement von der Mannschaft kommen, mehr Verantwortung jedes Einzelnen für´s Ganze, mehr Teamspirit. Hoffentlich fruchtet das und die Kritik wird mit Cunha so besprochen, dass er nicht beleidigt ist.


Ich sehe das gänzlich anders, ich kann Labbadia da voll und ganz verstehen.

Cunha hält sich nicht an die taktischen Vorgaben des Coaches. Er war gegen Mainz schon grottig und gegen Freiburg genau so. Dann holt er sich quasi in jedem Spiel eine sinnlose und dumme gelbe Karte ab.

Uch finde Labbadia auch nicht geil und gehöre zu denen die bei seinem Namen mit den Augen rollen. Aber in dem Fall finde ich sein Verhalten legitim und auch in Ordnung.
Bruno Labbadia |#1135
25.12.2020 - 13:44 Uhr
Zitat von Berlin71

Ich find die Einschätzungen von KonProg sehr gut recherchiert und nachvollziehbar. daumen-hoch
Allerdings finde ich, dass die massive Kritik an Cunha zumindest diskussionswürdig ist. Natürlich mußte Labbadia die Auswechselung zur Halbzeit begründen, aber eine Nummer kleiner hätte es vielleicht auch getan. Klar, Labbadia mußte ein Zeichen setzen, es muß mehr Engagement von der Mannschaft kommen, mehr Verantwortung jedes Einzelnen für´s Ganze, mehr Teamspirit. Hoffentlich fruchtet das und die Kritik wird mit Cunha so besprochen, dass er nicht beleidigt ist.


Nur an der Berliner Mentalität kann man das doch nicht festmachen, also die allgemeine Rumnörgelei. Der Deutsche ist alles in allem sehr obrigkeitshörig, also ein richtiger Untertan. Das zieht sich bis heute durch die Geschichte. Mit fatalen Folgen natürlich.


Ich denke, dass viele Fans unheimlich geduldig waren die letzten Jahre. Außerdem gibt es auch viele Hinzugezogene in Berlin. Wer kennt nicht die große schwäbische Gemeinde in Berlin ? Oder die vielen Araber und Afrikaner. Die habe ich auch schon bei Hertha gesehen.

Bei Hertha schwirren nicht nur nörgelnde Urberliner rum. Selbst unter den Migranten habe ich Herthafans entdeckt. Das Publikum im Stadion ist teilweise international aufgestellt. Ich habe dort auch schon Polen, Ungarn und Israelis gesehen. Auch Chinesen usw. Über viele Jahre habe ich eine Dauerkarte gehabt. Deshalb kann ich mir da schon ein Urteil bilden. Ausserdem bin ich Vereinsmitglied und ich kenne einige Fans persönlich.

Herr Preetz kommt doch aus Düsseldorf ? Den würde ich nun wirklich nicht als Urberliner bezeichnen.

Der obige Vergleich zum Trainer Streich, seiner dürftigen Punkteausbeute in den letzten 8 Spielen und zu Freiburg genügt mir persönlich nicht, da man Hertha m.E. nicht auf eine Stufe mit Freiburg stellen kann.

Das zeigen schon der höhere Marktwert von Hertha und die massiven Investitionen die letzten 12 Monate. Kaum ein Verein in Europa hat so viel Geld für neue Spieler in diesem Zeitraum ausgegeben. Ich wüßte nicht, dass Freiburg so viel Geld die letzte Zeit in die Hände genommen hat ?

Bei Herrn Streich weiß man seit Jahren, was man an ihm hat und er genießt vereinsintern und ligaweit sehr hohes Vertrauen. Ich kenne kaum einen Trainer, der so ein hohes Ansehen genießt wie Streich. Deshalb steht dort auch keine Entlassung zur Diskussion. Zudem kann er sehr gut mit jungen und talentierten Spielern umgehen und er ist imstande, diese weiter zu entwickeln.

Trotz der Abgänge von Waldschmidt, Koch und Schwolow für insgesamt 35 Millionen Euro lässt er einen schönen Fußball spielen. So grottig ist das Auftreten von Freiburg nun wirklich nicht gewesen. Wir dürfen ja auch nicht verkennen, dass der Marktwert nur 111 Millionen bei Freiburg beträgt.

Ich finde schon, dass der Vergleich zu Freiburg gewaltig hinkt.

Weiterhin wird auf Stuttgart verwiesen. Dort haben wir es aber mit einem Aufsteiger zu tun.

Bei Gladbach muss man zudem die Belastung in der CL beachten. Da war schon eine Mehrfachbelastung gegeben, von der bei Hertha nun wirklich keine Rede sein kann.

Was die Corona-Ausfälle betrifft, da muss man m.E. auch mal die Frage stellen, warum das Team nicht in weiser Voraussicht breiter aufgestellt worden ist, um Corona-Ausfälle besser kompensieren zu können ?

Dass der Lockdown bis vielleicht Ende März andauern könnte, ist gar nicht mal so abwegig ? Siehe der mutierte Virus, der gerade in UK entdeckt worden ist. UK geht deswegen jetzt in den Lockdown und in Israel ist ein Ende der restriktiven Maßnahmen auch noch nicht in Sicht.

Man muss sich doch nur mal die internationale Lage bei Corona anschauen und sich fragen, ob nicht ein breiterer Kader besser gewesen wäre ?

Bei Piatek ist weiterhin zu fragen, woran es vielleicht liegen könnte, dass er auch nach 1 Jahr nicht so recht bei Hertha funktioniert ? Fehleinkauf oder sind es vielleicht die zu wenigen Zuspiele und das kaum vorhandene Flügelspiel, weil ein kreativer OM und eine Rakete auf RA nicht vorhanden sind ? Da muss sich dann aber der Herr Preetz an die eigene Nase fassen. So ganz ohne Mitverantwortung ist das bei ihm nicht.

Einige Kaderprobleme bestehen auch nicht erst seit 1 Jahr und sind länger bekannt. Darüber ist schon sehr viel in diesem Forum geschrieben worden.

Die große Frage ist für mich, ob die Probleme bei Hertha nicht viel tiefer liegen und man die ganze Situation nicht nur am Trainer festmachen kann ?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Moishele am 25.12.2020 um 13:50 Uhr bearbeitet
Bruno Labbadia |#1136
25.12.2020 - 14:02 Uhr
Zitat von KonProg
Niemand weiß, welche Leistungen Arne im Transfergeschäft erbringen kann. Man kann sagen, dass er in einer Lernphase ist, aber eher nicht, dass sich ein Fußballclub jetzt schon Großes von ihm erwarten kann. Woher also die Träume? Auf was für einer Basis ruhen diese?

Sorry, beinahe genau so gut könnte man auch einen der Busfahrer vom Hertha-Bus als Nachfolger von Preetz vorstellen. Und das, was Tuchel passiert ist (Entlassung wegen einem 4:0 Heimsieg gegen einen Gegner, der den Bus parkte), das wünsche ich mir als Hertha-Fan nicht. Wir haben noch genug mit der Klinsmann-Saison zu tun, die war chaotisch genug. Das brauchen wir nicht noch einmal.

Wir alle sind auf diesen Blender J.K. herein gefallen! Wir alle hatten gehofft, mit diesem feigen Abkassierer würde eine gute Zukunft für unseren Verein beginnen. Ja, 13/13 ist sehr, sehr unschön. Wenn aber jeder Verein sofort einen etablierten, anerkannten Trainer entlässt, weil es in den letzten 8 Partien nur 10 Punkte gab (Punkteschnitt 1,25 für dieses Zeitfenster):

Dann können wir ja wirklich für die Dritte Liga planen!

Übrigens, die guten Zeiten, die unser Verein unter Jürgen Röber hatte:

* begannen in seiner ersten Saison95/96 mit einem Punkteschnitt von 1,33
* 96/97 kam der Aufstieg in Liga 1!
* 97/98 begann mit einer richtig schlechten Phase: 6 Punkte aus 11 Spielen!
* Nach Windhorst-, pardon, Aufstiegseuphorie: GROßER KATZENJAMMER!
* Röber wird zum Rapport bestellt, erhält eine letzte Galgenfrist
* Und das auch nur, weil Dieter Hoeneß an ihm festhielt
* Ein Spiel noch, gegen den Karlsruher SC - und dann erneut Rapport!
* Das Entscheidungsspiel also am 25. Oktober
* Die Fans hielten eisern zu ihrem Trainer - und die Spieler auch!

Und was dann? Guckt selbst:

https://www.youtube.com/watch?v=InSr6XY_A6E

* Nach 13 Spielen erreichten Jürgen Röber bzw. Hertha BSC 12 Punkte

(weniger als Labbadia)

* Tabellen-Elfter zur Winterpause (vom letzten Platz aus hochgearbeitet)
* wegen einer kleinen Serie mit 13 Punkten aus 7 Spielen bis zum 20. Spieltag!
* in der restlichen Saison gab es noch einmal 18 Punkte aus 14 Spielen
* Röbers Schnitt für seine erste BL-Saison mit Hertha betrug 1,26 Punkte

Hertha hielt an Röber fest und in der Folgesaison gab es schon 1,82 Punkte/Partie. Dann 1,47. Dann 1,65. Und dann 1,57 - und Röber wurde er gefeuert. Es waren aber gute Jahre von Hertha unter Jürgen Röber - ich denke, darüber sind sich hier alle einig. Oder?

Eine kleine Statistik zum Thema: 13. Spieltag:
-------------------------------------------------------------

97/98: 12 (Punkte)
98/99: 17
99/00: 15
03/04: 11 (Huub Stevens)
09/10: 5 (Lucien Favre)
14/15: 14 (Luhukay)
19/20: 11 (Covic)

In der fatalen, chaotischen Saison 19/20 war Labbadia übrigens der Trainer mit dem höchsten Punkteschnitt. Und so landeten wir gegen alle Wahrscheinlichkeit in dieser Saison noch auf Platz 10.

Fazit:
-------

Ja, diese Saison läuft bis jetzt nicht so, wie wir uns das alle gewünscht haben. Wirklich nicht. Und die letzten beiden Partien waren eine besondere Enttäuschung.

Ich gebe zu bedenken: Diejenigen, die als Fans wirklich nichts lieber täten als Labbadia fristlos zu feuern, vielleicht sogar noch heute am Heiligabend, die hätten damals auch Jürgen Röber gefeuert. Mehrfach! Vermutlich schon in seiner ersten Zweitligasaison (die lief mit einem Punkteschnitt von 1,33 nämlich auch nicht so prickelnd), aber danach MINDESTENS ZWEI BIS DREI MAL!

Cancel Culture galore.


Ich sehe das eigentlich genauso pragmatisch wie BL selbst. Wen interessiert die Vergangenheit?
Sicher kann man die letzen 100 Jahre (überspietzt) als Vergleich ranziehen. Das interessiert in der Gegenwart aber niemanden.
Nicht wenn man sieht, was für einen Kader wir haben
Nicht wenn man sieht, was taktisch schief läuft
Nicht wenn man sieht, was offensichtlich an den Aufstellungen falsch läuft
Nicht wenn man sieht, dass es keine Entwicklung gibt
Nicht wenn man erkennt, dass man lieber kein Spiel mehr sehen möchte und wenn wir gegen Schalke verlieren, wird das bei mir auch so sein, bis nicht zumindest MP samt BL weg sind.

Das man mit so einem Kader bis hierhin nicht mindestens auf Platz 10 steht (selbst das wäre enttäuschend, aber noch halbwegs tragbar) darf einfach nicht sein.
Hierzu gelten für mich auch keine Ausreden bzgl. Umbruch, Sprachprobleme (größter Humbug - es sei denn es gibt die Anweisung ausschließlich auf deutsch zu Kommunizieren...was ich mir zum einen nicht vorstellen kann, zum anderen man sich ins eigene Fleisch schneiden würde), falsche Spieler, etc...

Ein halbwegs guter Trainer holt aus dem vorhandenen Personal das beste raus (selbst wenn er dafür nicht bevorzugtes System spielen lassen kann). Dazu gehört auch, dass früher im Spiel gewechselt wird und nicht erst in der Pause, oder noch später.

Alles in allem ist es einfach nur noch entäuschend und hier sollte sich niemand wundern, wenn es dem einen oder anderen an Verständis fehlt, dass man diese Leute, ohne Konsequenzen zu ziehen, weiter machen lassen kann.
Bruno Labbadia |#1137
25.12.2020 - 16:08 Uhr
Ein guter Trainer,  bzw. einer der es sein möchte, muss auch aus einer Mannschaft, die nicht seinen Vorstellungen entspricht, mehr rausholen als biederes Mittelmaß. Da ist es eigentlich auch egal, was das ganze Drumherum angeht. Bruno Labbadia hat selbst erklärt bei Amtsantritt, dass er der Mannschaft erstmal einen Schritt aufzeigen möchte, um von den Abstiegsplätzen wegzukommen. Geschafft!
Nächstes Ziel sei es, die spielerische Komponente zu erweitern, für einen erfolgreich, offensiven Spielstil. Gemessen an seinen Aussagen war in meinen Augen,  dass dieser Schritt dann für die neue Saison,  also jetzt galt bzw. gilt. Nach Ansicht der Tabelle im Ist-Zustand sehe ich hier aber nicht zwingend eine Verbesserung um es mal milde auszudrücken. Es ist mir einfach zu billig immer darauf zu beharren,  dass der Transfersommer so schlecht war und man nicht den ein oder anderen wunschspieler bekam. Sieht man sich andere Mannschaften an, wo nicht die finanziellen Rahmenbedingungen gegeben sind, die Trainer aber (siehe Freiburg) trotzdem das Maximum rausholen, dann zweifele ich sehr stark an Bruno Labbadia und seinen Aussagen. Ich glaube, er hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt und kommt somit immer mehr in die sportliche Bredoullie.

Da nutzt es auch nicht mehr, es weiter zu probieren und eventuell das Ding noch zu drehen.

Ich bin auch ein verfechter der überschnellen Trainerentlassungen, aber die Entwicklung der letzten Monate lassen leider nichts anderes zu. 

Sportlich auf einem absteigenden Ast und der Teamzusammenhalt sehr fragwürdig. 

Da passt nichts zusammen!

•     •     •

Es geht immer weiter!
Bruno Labbadia |#1138
25.12.2020 - 16:39 Uhr
Vorab:
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Ich gehöre weder zu jenen, die Labbadia bis zum Saisonende die Treue schwören, noch zu jenen, die ihn gerne pünktlich zu Heiligabend (quasi: Tuchelentlassung als Vorbild) heraus geworfen hätten. Ich denke, man sollte ihm bis zum 20. Spieltag Zeit geben - und dann seine Arbeit erneut bewerten.

Für mich ist es ein Faktor, dass er aus den letzten 8 Spielen 10 Punkte geholt hat. Das ist zwar nicht toll, aber lässt evtl. darauf hoffen, dass Hertha doch nicht in der Dritten Liga landen wird. Auch ist es ja immer noch möglich, dass sich die Mannschaft allmählich besser einspielt und besser punktet. Wie gesagt: Ich würde bis zum 20. Spieltag abwarten. Dann gibt es immer noch genug Zeit, sollte sich die Ergebniskrise fortsetzen bzw. verstärken, zu reagieren.

Ich habe mich nun gefragt, wie es Vereinen erging, die ihren Trainer wechselten a) grundsätzlich und b) speziell mit einem PPS von 1,25 in den letzten 8 Partien.

Die große Trainer-Wechsel-Übersicht - Erstligaabsteiger:
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A) Hamburg, Saison 17/18
* 20 Spiele mit Gisdol, PPS 0,75 (entspricht: Labbadia holt nur 2 Punkte aus den nächsten 7 Spielen)
* dann Hollerbach, PPS 0,43 mit 7 Spielen
* dann Christian Titz PPS 1,63 in 8 Spielen

Der erste Trainer war völlig glücklos, der zweite Trainer ein Notnagel, der das Elend noch verstärkte, der dritte Trainer sah in Sachen PPS sogar gut aus. Fun Fact: Nimmt man beide Nachfolgetrainer von Gisdol zusammen, ergeben sich 16 Punkte aus 15 Partien bzw. ein PPS von 1,06.

Es ergab sich ein direkter Abstieg, Platz 17

Fazit: Die Trainerwechsel waren erfolglos. Der HSV war dann in der Folgesaison mit Titz trotz PPS 1,91 unzufrieden, und tausche ihn nach 11 Spielen mit Hannes Wolf aus, was dank PPS 1,68 den Wiederaufstieg kostete.

B) Düsseldorf, Saison 19/20
* 21 Spiele mit Friedhelm Funkel, PPS 1,0 (Hertha-Fans kennen Funkel noch aus der Abstiegssaison 09/10)
* dann Uwe Rösler, PPS 1,06 in 17 Spielen

Es ergab sich ein direkter Abstieg, Platz 17

Fazit: Der Trainerwechsel brachte nichts. Aktuell steht man auf Platz 5 und die Aufstiegsränge sind noch in Reichweite

C) Hannover 96, Saison 18/19
* 21 Spiele mit André Breitenreiter, PPS 0,67
* dann Thomas Doll, PPS 0,67 in 15 Spielen

Fazit: Trainerwechsel umsonst! Aktuell hat man Kenan Kocak, PPS 1,3 in dieser Saison und ggf. zur Winterpause Ibisevic am Start. Vedo traue ich Einiges zu. Nicht nur Streit mit jungen Trainern...

D) SC Paderborn

Ich denke, den SC Paderborn muss man als Sonderfall behandeln. Nach dem Erstligaabstieg drohte sogar der Abstieg in die vierte Liga, die vom Lizenzentzug für 1860 München verhindert wurde. Paderborn ist ein ausgesprochen "trainerfreundlicher" Verein, der mit den angeheuerten Trainern auch Krisen durchsteht. Im Moment ist Paderborn Teil der zweiten Liga, und wird das wohl auch erst einmal bleiben.

Paderborn könnte man evtl. knapp als Beispiel dafür nehmen, dass sich Treue zum Trainer lohnt.

E) VFL Bochum, Saison 09/10

* 7 Spiele mit Marcel Koller, PPS 1,0 -> Entlassung (ich denke, Labbadia-Entlassungsforderer finden das gut)
* dann 5 Spiele mit Frank Heinemann, PPS 0,8
* dann 22 Spiele mit Heiko Herrlich, PPS 0,91
* dann 2 Spiele mit Darius Wosz, PPS 0,00

Fazit: Uppsi! Die Sache mit den beschwingten Trainerwechseln ging da wohl eher in die Hose.

Fazit zum Thema Trainerwechsel:
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Man kann sich da sicherlich tiefer eingraben, aber das Ergebnis wird ähnlich ausfallen: Trainerwechsel garantieren keineswegs, dass eine Saison ab diesem Zeitpunkt deutlich besser läuft. Ja, es kann auch mal funktionieren, aber dann muss der entlassene Vorgänger tendenziell schon eine Vollkatastrophe sein.

Es ist nicht die Methode, die Erfolg garantiert. Insofern wundern mich die lauten Rufe vieler Herthafans doch schon ein wenig.

•     •     •

Tore! Tore! Tore! Und drei richtig gute Spielzüge pro Partie!
Besseres, präziseres Konterspiel. Und Siege!

Mehr will ich doch nicht!!!!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von KonProg am 25.12.2020 um 16:40 Uhr bearbeitet
Bruno Labbadia |#1139
25.12.2020 - 16:49 Uhr
10 Punkte aus 8 Spielen ist doch ebenfalls viel zu wenig. Das sind 42 Punkte auf die Saison gerechnet. Das im Anbetracht des Kaders ist für einen Trainer in meinen Augen eine schlechte Leistung.

Labbadia hat doch bis auf die ersten vier Spiele bei uns gar nichts gerissen, so ehrlich muss man sein.
Bruno Labbadia |#1140
25.12.2020 - 17:21 Uhr
Zitat von KonProg

Es ist nicht die Methode, die Erfolg garantiert. Insofern wundern mich die lauten Rufe vieler Herthafans doch schon ein wenig.


Zunächst einmal lieben Dank für Deine Mühen, welche aber keine Aussagekraft in Bezug auf unsere Situation haben...

Der Unterschied besteht schon darin, dass die von Dir aufgelisteten Vereine einen weitaus schlechteren Kader hatten (Mal die Unausgewogenheit außen vor gelassen). Ferner dürften sich zumindest grundsätzlich auch wesentlich bessere Trainer für die Aufgabe in Berlin motivieren lassen, als die von dir in Vergleich einbezogenen.

Ich mag es ja auch noch, dass hire and fire in der BuLi gilt, aber mittlerweile fehlt mir das Vertrauen in BL, da er zu viele Fehler macht.
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