Alles Part II
04.07.2011 - 00:39 Uhr
23.03.2020 - 00:23 Uhr
Hmmja. Also für gänzlich utopisch würd ich nicht halten, dass die Saison noch (mit Geisterspielen) fertiggespielt wird. Allerdings braucht's dafür jetzt schon unerwartete Entwicklungen.
Eventuell setzt der Sommer dem Virus doch mehr zu, als erwartet. Oder "technische Lösungen". Ich hab mal irgendwo - hab leider vergessen wo, auf Bayern2, glaub ich - eine Ärztin gehört, die meinte für das Gesundheitssystem wär's ein großer Wurf, wenn's Soforttests gäbe und dass das auch nicht abwegig sei. So könne man Pfleger mit großer Ansteckungsgefahr rechtzeitig testen, eh man sie auf die Patienten loslässt. Gleiches gälte dann potenziell auch für Fußballmannschaften. Vorm Spiel Test, ansonsten "auf Abstand trainieren" (nicht optimal, aber so lange Chancengleichheit besteht...) und die Leute im Umfeld kann man ja eh mehr oder minder entweder im Home-Office lassen und/oder im Stadion auf Abstand zueinander setzen.
Aber grad da das gerade Gedankenspiel-Status ist: Ich glaube auch eher, dass wir die Saison knicken können. Evtl. geht 20/21, wenn man etwas später startet. Evtl. kann man dann die Pokale noch in "Blitzrunden" nachholen.
Und diese Ligasaison hier halt einstampfen. Das ist bitter (gerade für Clubs wie Bielefeld), aber gewissermaßen auch "fair".
Durch die Hachinger Brille: Mit einem Aufstieg hätten wir eh nicht wirklich rechnen dürfen. Und was ich mir in diesem Szenario tatsächlich vorstellen könnte, ist, dass wir einen DFB-Pokal-Startplatz abbekämen. Aber das nur am Rande bemerkt, das ist natürlich kein Kriterium für irgendwas.
Eventuell setzt der Sommer dem Virus doch mehr zu, als erwartet. Oder "technische Lösungen". Ich hab mal irgendwo - hab leider vergessen wo, auf Bayern2, glaub ich - eine Ärztin gehört, die meinte für das Gesundheitssystem wär's ein großer Wurf, wenn's Soforttests gäbe und dass das auch nicht abwegig sei. So könne man Pfleger mit großer Ansteckungsgefahr rechtzeitig testen, eh man sie auf die Patienten loslässt. Gleiches gälte dann potenziell auch für Fußballmannschaften. Vorm Spiel Test, ansonsten "auf Abstand trainieren" (nicht optimal, aber so lange Chancengleichheit besteht...) und die Leute im Umfeld kann man ja eh mehr oder minder entweder im Home-Office lassen und/oder im Stadion auf Abstand zueinander setzen.
Aber grad da das gerade Gedankenspiel-Status ist: Ich glaube auch eher, dass wir die Saison knicken können. Evtl. geht 20/21, wenn man etwas später startet. Evtl. kann man dann die Pokale noch in "Blitzrunden" nachholen.
Und diese Ligasaison hier halt einstampfen. Das ist bitter (gerade für Clubs wie Bielefeld), aber gewissermaßen auch "fair".
Durch die Hachinger Brille: Mit einem Aufstieg hätten wir eh nicht wirklich rechnen dürfen. Und was ich mir in diesem Szenario tatsächlich vorstellen könnte, ist, dass wir einen DFB-Pokal-Startplatz abbekämen. Aber das nur am Rande bemerkt, das ist natürlich kein Kriterium für irgendwas.
23.03.2020 - 06:52 Uhr
Also die Anulierung ist mMn der worst case und nur mit einer erheblichen Kompensation zu rechtfertigen.
Denn wenn es weiter geht, sehe ich uns auch gegen alle Spitzenteams mit der Breite klar im Vorteil.
Denn wenn es weiter geht, sehe ich uns auch gegen alle Spitzenteams mit der Breite klar im Vorteil.
23.03.2020 - 14:54 Uhr
Ich möchte zum Thema "Blick zurück" heute auch mal eine Anekdote beisteuern:
Vorausschicken will ich, dass ich nicht in meinen noch vorhandenen Stadionmagazinen
nachgesehen, bzw. im Netz gesucht habe, wann geau es war. Jedenfalls war es ein Spiel
im DFB-Pokal, unter Flutlicht und (wenn ich mich nicht irre) gegen Freiburg im Sportpark.
Haching war - wie so oft - der "Underdog", das Match war ziemlich gut besucht, glaube aber
nicht ausverkauft. Auch könnte es damals ziemlich schwül gewesen sein, denn es gab ein
heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Starkregen, weswegen die Zuschauer auf der "Süd"
aufgefordert wurden, auf die Gegengerade unter das Dach zu kommen, was viele annahmen.
Auch ich befand mich dort, was allerdings wenig brachte, da der Wind den Regen sogar unter
das Dach bis ganz nach oben wehte !
Das Spiel selbst was für circa 1 1/2 Stunden unterbrochen, nach Rücksprache mit dem Schiri
wollten beide Teams (laut Durchsage) aber danach weitermachen, was trotzdem eher einer
Wasserschlacht gleichkam. Am Ende schieden die Vorstädter - ich glaube mit 0 zu 1 - aus.
Ein Erlebnis der "etwas anderen Art" war es aber trotzdem - zumindest für mich !
Vorausschicken will ich, dass ich nicht in meinen noch vorhandenen Stadionmagazinen
nachgesehen, bzw. im Netz gesucht habe, wann geau es war. Jedenfalls war es ein Spiel
im DFB-Pokal, unter Flutlicht und (wenn ich mich nicht irre) gegen Freiburg im Sportpark.
Haching war - wie so oft - der "Underdog", das Match war ziemlich gut besucht, glaube aber
nicht ausverkauft. Auch könnte es damals ziemlich schwül gewesen sein, denn es gab ein
heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Starkregen, weswegen die Zuschauer auf der "Süd"
aufgefordert wurden, auf die Gegengerade unter das Dach zu kommen, was viele annahmen.
Auch ich befand mich dort, was allerdings wenig brachte, da der Wind den Regen sogar unter
das Dach bis ganz nach oben wehte !
Das Spiel selbst was für circa 1 1/2 Stunden unterbrochen, nach Rücksprache mit dem Schiri
wollten beide Teams (laut Durchsage) aber danach weitermachen, was trotzdem eher einer
Wasserschlacht gleichkam. Am Ende schieden die Vorstädter - ich glaube mit 0 zu 1 - aus.
Ein Erlebnis der "etwas anderen Art" war es aber trotzdem - zumindest für mich !
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Da-Hanse am 23.03.2020 um 14:58 Uhr bearbeitet
23.03.2020 - 17:00 Uhr
Zitat von Da-Hanse
Ich möchte zum Thema "Blick zurück" heute auch mal eine Anekdote beisteuern:
Vorausschicken will ich, dass ich nicht in meinen noch vorhandenen Stadionmagazinen
nachgesehen, bzw. im Netz gesucht habe, wann geau es war. Jedenfalls war es ein Spiel
im DFB-Pokal, unter Flutlicht und (wenn ich mich nicht irre) gegen Freiburg im Sportpark.
Haching war - wie so oft - der "Underdog", das Match war ziemlich gut besucht, glaube aber
nicht ausverkauft. Auch könnte es damals ziemlich schwül gewesen sein, denn es gab ein
heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Starkregen, weswegen die Zuschauer auf der "Süd"
aufgefordert wurden, auf die Gegengerade unter das Dach zu kommen, was viele annahmen.
Auch ich befand mich dort, was allerdings wenig brachte, da der Wind den Regen sogar unter
das Dach bis ganz nach oben wehte !
Das Spiel selbst was für circa 1 1/2 Stunden unterbrochen, nach Rücksprache mit dem Schiri
wollten beide Teams (laut Durchsage) aber danach weitermachen, was trotzdem eher einer
Wasserschlacht gleichkam. Am Ende schieden die Vorstädter - ich glaube mit 0 zu 1 - aus.
Ein Erlebnis der "etwas anderen Art" war es aber trotzdem - zumindest für mich !
Ich möchte zum Thema "Blick zurück" heute auch mal eine Anekdote beisteuern:
Vorausschicken will ich, dass ich nicht in meinen noch vorhandenen Stadionmagazinen
nachgesehen, bzw. im Netz gesucht habe, wann geau es war. Jedenfalls war es ein Spiel
im DFB-Pokal, unter Flutlicht und (wenn ich mich nicht irre) gegen Freiburg im Sportpark.
Haching war - wie so oft - der "Underdog", das Match war ziemlich gut besucht, glaube aber
nicht ausverkauft. Auch könnte es damals ziemlich schwül gewesen sein, denn es gab ein
heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Starkregen, weswegen die Zuschauer auf der "Süd"
aufgefordert wurden, auf die Gegengerade unter das Dach zu kommen, was viele annahmen.
Auch ich befand mich dort, was allerdings wenig brachte, da der Wind den Regen sogar unter
das Dach bis ganz nach oben wehte !
Das Spiel selbst was für circa 1 1/2 Stunden unterbrochen, nach Rücksprache mit dem Schiri
wollten beide Teams (laut Durchsage) aber danach weitermachen, was trotzdem eher einer
Wasserschlacht gleichkam. Am Ende schieden die Vorstädter - ich glaube mit 0 zu 1 - aus.
Ein Erlebnis der "etwas anderen Art" war es aber trotzdem - zumindest für mich !

Weiß welches Spiel du meinst, hab es als kleiner Pimpf in unserem Stadionmagazin studiert.
Gibt glaub ich auch ein YT-Video davon, meine aber, es war ein 0:2. Trotzdem geile Story!
23.03.2020 - 20:41 Uhr
Zitat von SB_10
Weiß welches Spiel du meinst, hab es als kleiner Pimpf in unserem Stadionmagazin studiert.
Gibt glaub ich auch ein YT-Video davon, meine aber, es war ein 0:2.
Trotzdem geile Story!
Zitat von Da-Hanse
Ich möchte zum Thema "Blick zurück" heute auch mal eine Anekdote beisteuern:
Vorausschicken will ich, dass ich nicht in meinen noch vorhandenen Stadionmagazinen
nachgesehen, bzw. im Netz gesucht habe, wann geau es war. Jedenfalls war es ein Spiel
im DFB-Pokal, unter Flutlicht und (wenn ich mich nicht irre) gegen Freiburg im Sportpark.
Haching war - wie so oft - der "Underdog", das Match war ziemlich gut besucht, glaube aber
nicht ausverkauft. Auch könnte es damals ziemlich schwül gewesen sein, denn es gab ein
heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Starkregen, weswegen die Zuschauer auf der "Süd"
aufgefordert wurden, auf die Gegengerade unter das Dach zu kommen, was viele annahmen.
Auch ich befand mich dort, was allerdings wenig brachte, da der Wind den Regen sogar unter
das Dach bis ganz nach oben wehte !
Das Spiel selbst was für circa 1 1/2 Stunden unterbrochen, nach Rücksprache mit dem Schiri
wollten beide Teams (laut Durchsage) aber danach weitermachen, was trotzdem eher einer
Wasserschlacht gleichkam. Am Ende schieden die Vorstädter - ich glaube mit 0 zu 1 - aus.
Ein Erlebnis der "etwas anderen Art" war es aber trotzdem - zumindest für mich !
Ich möchte zum Thema "Blick zurück" heute auch mal eine Anekdote beisteuern:
Vorausschicken will ich, dass ich nicht in meinen noch vorhandenen Stadionmagazinen
nachgesehen, bzw. im Netz gesucht habe, wann geau es war. Jedenfalls war es ein Spiel
im DFB-Pokal, unter Flutlicht und (wenn ich mich nicht irre) gegen Freiburg im Sportpark.
Haching war - wie so oft - der "Underdog", das Match war ziemlich gut besucht, glaube aber
nicht ausverkauft. Auch könnte es damals ziemlich schwül gewesen sein, denn es gab ein
heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Starkregen, weswegen die Zuschauer auf der "Süd"
aufgefordert wurden, auf die Gegengerade unter das Dach zu kommen, was viele annahmen.
Auch ich befand mich dort, was allerdings wenig brachte, da der Wind den Regen sogar unter
das Dach bis ganz nach oben wehte !
Das Spiel selbst was für circa 1 1/2 Stunden unterbrochen, nach Rücksprache mit dem Schiri
wollten beide Teams (laut Durchsage) aber danach weitermachen, was trotzdem eher einer
Wasserschlacht gleichkam. Am Ende schieden die Vorstädter - ich glaube mit 0 zu 1 - aus.
Ein Erlebnis der "etwas anderen Art" war es aber trotzdem - zumindest für mich !

Weiß welches Spiel du meinst, hab es als kleiner Pimpf in unserem Stadionmagazin studiert.
Gibt glaub ich auch ein YT-Video davon, meine aber, es war ein 0:2. Trotzdem geile Story!
Ja, das war ein 0:2, wobei das 2. Freiburger Tor erst kurz vor Schluss fiel. War auf jeden Fall eine spannende und nasse Partie. Ich vermute, es war die 2. Saison nach dem Zweitligaabstieg. In der Spielzeit direkt nach dem Abstieg sind wir, glaube ich, gegen Hertha ausgeschieden. Zusammen mit dem Würzburgspiel diese Saison und dem Bundesligaheimspiel gegen SSV Ulm (übrigens morgen vor 20 Jahren) vermutlich eine der größten Wasserschlachten, die ich im Sportpark erlebt habe. Ich hab damals "Baby"sitter für den 12-jährigen Neffen einer Freundin gespielt, der aus Offenburg kommt und damals zufällig in München war. Der wollte natürlich den SC Freiburg sehen. Auf dem Weg zurück zur S-Bahn hat sich dann die Sohle von seinen Schuhen abgelöst, so vollgesogen waren die von dem Regen.
Ein paar Jahre (3? 4?) später gab's dann die Revanche wieder in der 1.DFB-Pokalrunde und wieder mit einem späten Tor, dieses Mal für uns nach eher glücklichem Elfmeter. Das war damals eines der besten Spiele des blutjungen Flo Niederlechner für uns.
Danke @Da-Hanse für den Trip down Memory Lane.
23.03.2020 - 23:07 Uhr
Danke "darlouhg" und "SB_10" !
Ich hab jetzt (aus Neugierde) doch gesucht und bin fündig geworden !
Es gab "nur" 2 DFB-Pokale zwischen Haching und Freiburg (bisher):
Saison 2008 / 09, 1. Runde, Haching - SC Freiburg 0 : 2 (Freitag, 08. 08. 2008)
Saison 2011 / 12, 1. Runde, Haching - SC Freiburg 3 : 2 (Sonntag, 31. 07. 2011)
Torschützen für Haching: Sternisko und 2 x Tunjic
https://www.fussballdaten.de/vereine/sc-freiburg/spvgg-unterhaching/
Ich hab jetzt (aus Neugierde) doch gesucht und bin fündig geworden !
Es gab "nur" 2 DFB-Pokale zwischen Haching und Freiburg (bisher):
Saison 2008 / 09, 1. Runde, Haching - SC Freiburg 0 : 2 (Freitag, 08. 08. 2008)
Saison 2011 / 12, 1. Runde, Haching - SC Freiburg 3 : 2 (Sonntag, 31. 07. 2011)
Torschützen für Haching: Sternisko und 2 x Tunjic
https://www.fussballdaten.de/vereine/sc-freiburg/spvgg-unterhaching/
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Da-Hanse am 23.03.2020 um 23:23 Uhr bearbeitet
23.03.2020 - 23:58 Uhr
https://www.youtube.com/watch?v=ry7y9ltBKgc
Zitat von Da-Hanse
Saison 2011 / 12, 1. Runde, Haching - SC Freiburg 3 : 2 (Sonntag, 31. 07. 2011)
Torschützen für Haching: Sternisko und 2 x Tunjic
Saison 2011 / 12, 1. Runde, Haching - SC Freiburg 3 : 2 (Sonntag, 31. 07. 2011)
Torschützen für Haching: Sternisko und 2 x Tunjic
https://www.youtube.com/watch?v=lTgiW_MKW6E
24.03.2020 - 00:15 Uhr
Danke, SB_10 !
24.03.2020 - 12:25 Uhr
Ich kann mich an beide Freiburg-Spiele erinnern - beides Highlights. Ein 0:2 ist natürlich jetzt kein Meilenstein, aber das Spiel war schon stark. Blendend erinnern kann ich mich auch an Tobi Schweinsteigers Fallrückzieher an die Latte (?) nach der Unterbrechung...
Wo von darlo-uhg das Stichwort "Ulm" fiel... Da das Stadionheft gegen Ingolstadt ja nicht veröffentlicht wurde (und vermutlich auch nicht mehr das Licht der Welt erblicken wird), bin ich so frei, meinen "heute vor 20 Jahren"-Text mal hier zu veröffentlichen. Für die Tonne arbeiten ist ja auch immer unnötig. Vielleicht interessiert's ja wen.
März, wenn alle Serien reißen...
März. Ganz generell: Was für ein Monat. Eigentlich ist es genug mit dem Winter, das Ziel scheint nahe. Sei es nun der Frühling oder der Klassenerhalt. Und dann fällt Schnee, es stürmt oder regnet tagelang. Manchmal hagelt es auch Niederlagen. Wie wir in Haching bestens wissen.
Vor zwanzig Jahren hatte das neue Bundesliga-Jahr für die Spielvereinigung eigentlich überzeugend begonnen. Drei Siege und zwei Niederlagen, eine davon eine einkalkulierte gegen den FC Bayern... So kommt man schon ans Ziel, wenn es Klassenerhalt heißt. Der elfte Tabellenplatz stand am 27. Februar zu Buche. Elf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, dazu mickrige vier Punkte Rückstand auf die UEFA-Cup-Plätze - rückblickend eigentlich eine gute Frage, ob das damals jemand realisierte. Große Träume von internationalem Geschäft gibt meine Erinnerung nicht her. Abgesehen von der berühmten UEFA-Fairplaywertung natürlich, die im Sommer 2000 statt an Haching per Los an Lierse SK und Rayo Vallecano ging.
Dann aber kam der März. Er brachte zunächst drei Partien gegen Clubs aus diesem verflixten unteren Teil der oberen Tabellenhälfte, zu der Haching so sachte Tuchfühlung aufgenommen hatte. Und eine kalte Dusche nach der anderen. Graupelschauer für die Fan-Seele.
Im Berliner Olympiastadion führte die Spielvereinigung 63 Minuten lang durch ein Tor von Marco Haber, ehe Sixten Veit und Bryan Roy die Kiste in drei Minuten drehten. Eine Woche später kam Lautern zum Freitags-Flutlichtspiel in den Sportpark. Die Erwartungslage auf der Süd war wie immer freundlich-entspannt - aber auch mit neuem Optimismus angefüttert. Die damals noch großen, großen Roten Teufel importierten dennoch ganz neue, bittere Emotionen in die Vorstadt: In der 11. Minute segelte Jürgen Wittmann vor der Nordtribüne unter einer Ecke von Mario Basler hindurch, Harry Koch versenkte die Pille. Fünf Minuten später nagelte Andreas Buck einen Schrägschuss in die Maschen. Und als nach 19 Minuten Youri Djorkaeff zum Elfmeter anlief, roch es kurz nach Debakel.
"Willi" Wittmanns Fingerspitzen und ein Jokertor von André Breitenreiter verhinderten Schlimmeres, nämlich die Pulverisierung des alten Heim-Mythos. Aber nach einem 2:2 in Wolfsburg drohten die Hoffnungen auf ein freundliches Frühjahr, die noch an diesem warmen Februarabend gegen Schalke sprossen, gründlich im Matsch zu versinken: Wieder war es Freitagabend, es goss aus Kübeln, 90 Minuten lang - und zu Gast war der SSV Ulm, gewissermaßen das Bundesligawunder-Geschwisterchen der SpVgg. Genauso überraschend waren die Ulmer aufgestiegen, ein bisschen schwerer hatten sie sich lange getan. Und standen nun, mitten im vorentscheidenden März punktgleich mit Haching auf Platz 13, immerhin noch sieben Punkte vor der Abstiegszone.
Trotzdem wäre eine Niederlage ein echter Schlag gewesen. Zumal Ulm eine Woche zuvor 1:9 gegen Bayer Leverkusen untergegangen war. Und nun? Regnete es und regnetes es, das Wasser rann ins Gesicht, in die Jacken; in die alkoholischen und unalkoholischen Getränke und kondensierte eiskalt in den Spätwinterhimmel. Auf dem Rasen: Nichts? Querschläger, Befreiungsgebolze, Fehlpässe; ein feucht-kalter Hauch von Abstiegskampf wehte durch den Sportpark und durchnässte 10.000 Zuschauer, minus der 2.000 auf der Haupttribüne - die Ost hatte ja noch kein Dach.
Neben dem Spielereingang auf den Stufen der Süd wurde langsam jene Lakonie ausgepackt, die Haching-Fans in den 00er-Jahren noch so oft brauchten. "Also neun schießen wir nicht mehr", hieß es einmal hinter mir, tief in der zweiten Halbzeit. Und dann kam die unglamouröse, fast slapstickhafte Szene, die alle Unglaublichkeiten des letzten Saisonviertels vielleicht erst möglich machte. Die 84. Minute: Marco Haber bogenlampt (eher, als dass er geflankt hätte) in den Strafraum, ein Rot-Blauer und ein Ulmer rumpeln den Ball in einem missglückten Kopfballduell über den herausgeeilten Keeper Philipp Laux, die Pille fällt genau zwischen die Köpfe von Breitenreiter und Abwehrhüne Thomas Stadler - und eiert von dort so glücklich Richtung Torlinie, dass der letzte Klärungsversuch der Ulmer mit einem Scherenschlag unters Tordach endet.
Schnitt, "I Will Survive" über die Stadionlautsprecher, drei Punkte für Haching. Das Schlimmste sollte damit überstanden gewesen sein. Ulm stieg am Ende ab - leider. Haching schrieb in den folgenden Wochen Geschichte. Und die Fernsehbilder dieses eher üblen Fußballabends zeigen einen Lorenz-Günter Köstner der erschöpft, mit unbewegter Mine, fast tonlos ins Mikrofon schnauft: "Ich glaube, es war wichtig, dass wir einfach gewonnen haben." So ist das, mit dem März. Bis heute.
SpVgg Unterhaching - SSV Ulm 1:0 (0:0)
SpVgg: Wittmann - Strehmel - Seifert, Grassow - Zimmermann, Schwarz (72. Rraklli) - Straube (57. Kögl), Haber, Oberleitner - Seitz, Breitenreiter (89. Hertl)
SSV Ulm: Laux - Bodog, Rui Marques, Stadler, Radoki - Otto (86. Scharinger), Gora (72. Demirkiran) - Maier, Unsöld - Leandro, Trkulja (60. Rösler)
Tor: 1:0 Stadler (84., Eigentor)
Wo von darlo-uhg das Stichwort "Ulm" fiel... Da das Stadionheft gegen Ingolstadt ja nicht veröffentlicht wurde (und vermutlich auch nicht mehr das Licht der Welt erblicken wird), bin ich so frei, meinen "heute vor 20 Jahren"-Text mal hier zu veröffentlichen. Für die Tonne arbeiten ist ja auch immer unnötig. Vielleicht interessiert's ja wen.
März, wenn alle Serien reißen...
März. Ganz generell: Was für ein Monat. Eigentlich ist es genug mit dem Winter, das Ziel scheint nahe. Sei es nun der Frühling oder der Klassenerhalt. Und dann fällt Schnee, es stürmt oder regnet tagelang. Manchmal hagelt es auch Niederlagen. Wie wir in Haching bestens wissen.
Vor zwanzig Jahren hatte das neue Bundesliga-Jahr für die Spielvereinigung eigentlich überzeugend begonnen. Drei Siege und zwei Niederlagen, eine davon eine einkalkulierte gegen den FC Bayern... So kommt man schon ans Ziel, wenn es Klassenerhalt heißt. Der elfte Tabellenplatz stand am 27. Februar zu Buche. Elf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, dazu mickrige vier Punkte Rückstand auf die UEFA-Cup-Plätze - rückblickend eigentlich eine gute Frage, ob das damals jemand realisierte. Große Träume von internationalem Geschäft gibt meine Erinnerung nicht her. Abgesehen von der berühmten UEFA-Fairplaywertung natürlich, die im Sommer 2000 statt an Haching per Los an Lierse SK und Rayo Vallecano ging.
Dann aber kam der März. Er brachte zunächst drei Partien gegen Clubs aus diesem verflixten unteren Teil der oberen Tabellenhälfte, zu der Haching so sachte Tuchfühlung aufgenommen hatte. Und eine kalte Dusche nach der anderen. Graupelschauer für die Fan-Seele.
Im Berliner Olympiastadion führte die Spielvereinigung 63 Minuten lang durch ein Tor von Marco Haber, ehe Sixten Veit und Bryan Roy die Kiste in drei Minuten drehten. Eine Woche später kam Lautern zum Freitags-Flutlichtspiel in den Sportpark. Die Erwartungslage auf der Süd war wie immer freundlich-entspannt - aber auch mit neuem Optimismus angefüttert. Die damals noch großen, großen Roten Teufel importierten dennoch ganz neue, bittere Emotionen in die Vorstadt: In der 11. Minute segelte Jürgen Wittmann vor der Nordtribüne unter einer Ecke von Mario Basler hindurch, Harry Koch versenkte die Pille. Fünf Minuten später nagelte Andreas Buck einen Schrägschuss in die Maschen. Und als nach 19 Minuten Youri Djorkaeff zum Elfmeter anlief, roch es kurz nach Debakel.
"Willi" Wittmanns Fingerspitzen und ein Jokertor von André Breitenreiter verhinderten Schlimmeres, nämlich die Pulverisierung des alten Heim-Mythos. Aber nach einem 2:2 in Wolfsburg drohten die Hoffnungen auf ein freundliches Frühjahr, die noch an diesem warmen Februarabend gegen Schalke sprossen, gründlich im Matsch zu versinken: Wieder war es Freitagabend, es goss aus Kübeln, 90 Minuten lang - und zu Gast war der SSV Ulm, gewissermaßen das Bundesligawunder-Geschwisterchen der SpVgg. Genauso überraschend waren die Ulmer aufgestiegen, ein bisschen schwerer hatten sie sich lange getan. Und standen nun, mitten im vorentscheidenden März punktgleich mit Haching auf Platz 13, immerhin noch sieben Punkte vor der Abstiegszone.
Trotzdem wäre eine Niederlage ein echter Schlag gewesen. Zumal Ulm eine Woche zuvor 1:9 gegen Bayer Leverkusen untergegangen war. Und nun? Regnete es und regnetes es, das Wasser rann ins Gesicht, in die Jacken; in die alkoholischen und unalkoholischen Getränke und kondensierte eiskalt in den Spätwinterhimmel. Auf dem Rasen: Nichts? Querschläger, Befreiungsgebolze, Fehlpässe; ein feucht-kalter Hauch von Abstiegskampf wehte durch den Sportpark und durchnässte 10.000 Zuschauer, minus der 2.000 auf der Haupttribüne - die Ost hatte ja noch kein Dach.
Neben dem Spielereingang auf den Stufen der Süd wurde langsam jene Lakonie ausgepackt, die Haching-Fans in den 00er-Jahren noch so oft brauchten. "Also neun schießen wir nicht mehr", hieß es einmal hinter mir, tief in der zweiten Halbzeit. Und dann kam die unglamouröse, fast slapstickhafte Szene, die alle Unglaublichkeiten des letzten Saisonviertels vielleicht erst möglich machte. Die 84. Minute: Marco Haber bogenlampt (eher, als dass er geflankt hätte) in den Strafraum, ein Rot-Blauer und ein Ulmer rumpeln den Ball in einem missglückten Kopfballduell über den herausgeeilten Keeper Philipp Laux, die Pille fällt genau zwischen die Köpfe von Breitenreiter und Abwehrhüne Thomas Stadler - und eiert von dort so glücklich Richtung Torlinie, dass der letzte Klärungsversuch der Ulmer mit einem Scherenschlag unters Tordach endet.
Schnitt, "I Will Survive" über die Stadionlautsprecher, drei Punkte für Haching. Das Schlimmste sollte damit überstanden gewesen sein. Ulm stieg am Ende ab - leider. Haching schrieb in den folgenden Wochen Geschichte. Und die Fernsehbilder dieses eher üblen Fußballabends zeigen einen Lorenz-Günter Köstner der erschöpft, mit unbewegter Mine, fast tonlos ins Mikrofon schnauft: "Ich glaube, es war wichtig, dass wir einfach gewonnen haben." So ist das, mit dem März. Bis heute.
SpVgg Unterhaching - SSV Ulm 1:0 (0:0)
SpVgg: Wittmann - Strehmel - Seifert, Grassow - Zimmermann, Schwarz (72. Rraklli) - Straube (57. Kögl), Haber, Oberleitner - Seitz, Breitenreiter (89. Hertl)
SSV Ulm: Laux - Bodog, Rui Marques, Stadler, Radoki - Otto (86. Scharinger), Gora (72. Demirkiran) - Maier, Unsöld - Leandro, Trkulja (60. Rösler)
Tor: 1:0 Stadler (84., Eigentor)
25.03.2020 - 10:18 Uhr
Gefällt mir sehr und deshalb: Danke Flo !
Liest sich echt gut, wobei das noch vor meiner Haching-Zeit war,
aber immerhin hat ja der Ex-Hachinger (und Kirgisische
Nationalspieler) Vitalij Lux nach seiner Zeit in der Vorstadt für die
"Spatzen" gegen den Ball getreten !
Ansonsten: "Bleibts gsund - und wenn möglich - dahoam !"
Rot-Blaue Grüsse an alle !
Liest sich echt gut, wobei das noch vor meiner Haching-Zeit war,
aber immerhin hat ja der Ex-Hachinger (und Kirgisische
Nationalspieler) Vitalij Lux nach seiner Zeit in der Vorstadt für die
"Spatzen" gegen den Ball getreten !
Ansonsten: "Bleibts gsund - und wenn möglich - dahoam !"
Rot-Blaue Grüsse an alle !
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