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Sead Kolasinac
Geburtsdatum 20.06.1993
Alter 33
Nat. Bosnien-Herzegowina  Bosnien-Herzegowina
Größe 1,83m
Vertrag bis 30.06.2027
Position Innenverteidiger
Fuß links
Akt. Verein Atalanta Bergamo

Leistungsdaten: 25/26

Wettbewerbwettbewerb
Insgesamt 28--
19--
6--
3--

Sead Kolasinac

19.06.2012 - 12:18 Uhr
Sead Kolasinac |#91
04.08.2012 - 14:56 Uhr
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Sorry, aber das sehe ich in diesem Fall deutlich anders.

Bosnien-Herzegowina hat schon eine sehr besondere Geschichte. Und diese Geschichte hat meist sehr besondere Auswirkungen auf Familien wie die von Kolasinac gehabt.

Es ist schon ein Unterschied, ob Dir Granaten oder die Aussicht auf bessere Lebensverhältnisse den Weg in ein anderes Land weisen. Für die meisten Bosniaken sind die Auswahlmannschaften ihrer Heimat Symbol für den Selbstbehauptungswillen der Nation. Vor dem Hintergrund darf man Kolasinac's Aussagen sehen.

Ja, dann soll er aber auch nicht den DFB "ausnutzen" solange er ihm nützlich ist, dann soll er für Bosniens Jugendmannschaften spielen. Darum geht nicht, darum dass er für Bosnien spielen will, sondern dass er sich vom DFB für Bosnien ausbilden lässt.


Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG


Es sollte aber schon die Frage erlaubt sein, wenn sich jemand mit 19 Jahren klar positioniert und dennoch weiterhin für die Junioren.Mannschaft eines anderen Landes aufläuft, ob das wirklich sinnvoll ist.

Sead scheint da weiter zu sein als andere und hat sich wohl klar entschieden (im Falle einer Einladung BiHs). Die jetzige Fifa Regel begünstigt nur den Spieler und den aufnehmenden Verband. Verlierer ist nur der auszubildende Verband, der darauf hoffen muss, dass sich der Spieler loyal zum Verband zeigt.

Eine Aufwandsentschädigung in nicht geringer Höhe würde da für ein wenig mehr Gerechtigkeit sorgen.


Ich halte eine solche Argumentation für nicht zeitgemäß, da sie im wesentlichen auf einer nationalstaatlichen "Abstammungs-Doktrin" fußt.

In Europa sind hoffentlich zwischenstaatliche Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit an deren Stelle getreten. Formal sind dies "Geschäfte auf Gegenseitigkeit", wobei der DFB aufgrund seiner schieren Größe sich eher zu den "Geber-Ländern" zählen darf.

BWG
Sead Kolasinac |#92
04.08.2012 - 15:03 Uhr
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG

Ein Recht auf Länderspiele gibt es aber nicht, Länderspiele sind ein Privileg und man sollte sich diesem bewusst sein. Wenn er für Deutschland spielen will, dann soll er sich vom DFB ausbilden lassen und wenn er für Bosnien auflaufen will, sollte er sich auch vom bosnischen Verband ausbilden lassen.
Verbände sind keine Vereine, da ist es aus meiner Sicht eben nicht in Ordnung, wenn man das karrierestrategisch die Rosinen rauspickt. Wenn er meint, dass der letzte Schritt bei Schalke leichter zu gehen ist als beim VfB und er deshalb als Teenager von Stuttgart nach Gelsenkirchen kommt, dann ist das absolut in Ordnung. Bei der Nationalmannschaft ist dieses Karrieredenken aber was ganz anderes und das hat nichts mit Polemik zu tun.

PS: Ich habe keine Ahnung was kleines Karo bedeutet.

•     •     •

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Sead Kolasinac |#93
04.08.2012 - 15:30 Uhr
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Sorry, aber das sehe ich in diesem Fall deutlich anders.

Bosnien-Herzegowina hat schon eine sehr besondere Geschichte. Und diese Geschichte hat meist sehr besondere Auswirkungen auf Familien wie die von Kolasinac gehabt.

Es ist schon ein Unterschied, ob Dir Granaten oder die Aussicht auf bessere Lebensverhältnisse den Weg in ein anderes Land weisen. Für die meisten Bosniaken sind die Auswahlmannschaften ihrer Heimat Symbol für den Selbstbehauptungswillen der Nation. Vor dem Hintergrund darf man Kolasinac's Aussagen sehen.

Ja, dann soll er aber auch nicht den DFB "ausnutzen" solange er ihm nützlich ist, dann soll er für Bosniens Jugendmannschaften spielen. Darum geht nicht, darum dass er für Bosnien spielen will, sondern dass er sich vom DFB für Bosnien ausbilden lässt.


Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG


Es sollte aber schon die Frage erlaubt sein, wenn sich jemand mit 19 Jahren klar positioniert und dennoch weiterhin für die Junioren.Mannschaft eines anderen Landes aufläuft, ob das wirklich sinnvoll ist.

Sead scheint da weiter zu sein als andere und hat sich wohl klar entschieden (im Falle einer Einladung BiHs). Die jetzige Fifa Regel begünstigt nur den Spieler und den aufnehmenden Verband. Verlierer ist nur der auszubildende Verband, der darauf hoffen muss, dass sich der Spieler loyal zum Verband zeigt.

Eine Aufwandsentschädigung in nicht geringer Höhe würde da für ein wenig mehr Gerechtigkeit sorgen.


Ich halte eine solche Argumentation für nicht zeitgemäß, da sie im wesentlichen auf einer nationalstaatlichen "Abstammungs-Doktrin" fußt.

In Europa sind hoffentlich zwischenstaatliche Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit an deren Stelle getreten. Formal sind dies "Geschäfte auf Gegenseitigkeit", wobei der DFB aufgrund seiner schieren Größe sich eher zu den "Geber-Ländern" zählen darf.

BWG


Mit Abstammungsdoktrin hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit Loyalität gegenüber dem auszubildenden Verband.

Auch die neuen geregelten Freiheiten in Europa sind hier nur bedingt ein Faktor. Ich denke, wir sind uns einig darin, dass Kinder auch ohne den deutschen Pass das Recht haben in den U-Mannschaften auflaufen zu können, was heutzutage natürlich ganz normal ist. Dennoch bleibt es für mich fragwürdig, wenn der Spieler eine bestimmte geistige Reife erreicht hat und sich sicher zu sein scheint wie seine Entscheidung in Zukunft sein wird, dann weiterhin die Vorzüge eines Verbandes zu nutzen, dem er dann den Rücken zukehren wird.

Es geht hier nicht um einen Club-Wechsel, sondern darum den Verband eines bestimmten Landes zu repräsentieren. Wenn ich mir sicher bin in Zukunft für einen anderen Verband auflaufen zu wollen, dann muss man diese Entscheidung auch mit aller Konsequenz vertreten (und die besteht für mich im Verbandswechsel)

Natürlich ist jeder Fall verschieden und jeder Mensch hat unterschiedliche Gefühle und Loyalitäten zu dem Land, in dem er geboren wurde. Einige besitzen 2 Herzen in der Brust (also fühlen sich zu beiden Ländern hingezogen) und andere fühlen sich im Land ihrer Eltern oder Großeltern fest verwurzelt. Darin sehe ich überhaupt kein Problem. Problematisch wird es dann, wenn ich mich klar und wohlüberlegt in einem Interview zu einem Land bekenne, aber weiterhin für das andere Land auflaufe. Das passt für mich nicht.

Wie gesagt, einige erkennen diese Entscheidung recht früh in ihrem Leben, andere eben etwas später. Sobald man aber über die geistige Reife verfügt und sich auch über die Tragweite der Entscheidung im klaren ist, dann sollte man diese Entscheidung eben abstützen durch Taten. Immerhin repräsentiert man ein ganzes Land, ansonsten könnte man sich das Konstrukt einer Nationalmannschaft auch komplett sparen. Karrierebewegründe sollte da eigentlich keine Rolle spielen, tun sie aber leider.

Meine Kinder haben den Anspruch auf 3 Pässe und sollten sie evtl. in solche eine Entscheidungslage kommen wie Sead, dann würde ich immer dazu raten, konsequent den Weg zu gehen, sobald sie sich entschieden haben. Alles andere ist in meinen Augen nicht o.k..
Sead Kolasinac |#94
04.08.2012 - 15:38 Uhr
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG

Ein Recht auf Länderspiele gibt es aber nicht, Länderspiele sind ein Privileg und man sollte sich diesem bewusst sein. Wenn er für Deutschland spielen will, dann soll er sich vom DFB ausbilden lassen und wenn er für Bosnien auflaufen will, sollte er sich auch vom bosnischen Verband ausbilden lassen.
Verbände sind keine Vereine, da ist es aus meiner Sicht eben nicht in Ordnung, wenn man das karrierestrategisch die Rosinen rauspickt. Wenn er meint, dass der letzte Schritt bei Schalke leichter zu gehen ist als beim VfB und er deshalb als Teenager von Stuttgart nach Gelsenkirchen kommt, dann ist das absolut in Ordnung. Bei der Nationalmannschaft ist dieses Karrieredenken aber was ganz anderes und das hat nichts mit Polemik zu tun.

PS: Ich habe keine Ahnung was kleines Karo bedeutet.


Nein, Länderspiele sind weder ein Recht noch ein Privileg, man wird dazu berufen. Und es gibt reichlich U-Nationalspieler, die es im weiteren Verlauf ihrer Karriere hüben wie drüben nicht mal annähernd in eine "echte" Nationalmannschaft schaffen. Da steht dann ein 17,18, 19jähriger, der hier lebt, in die Jugend-Nationalmannschaft berufen wird und sagt: nein ich spiele nicht für Deutschland, weil es ja sein könnte, dass ich mal später für Bosnien spielen werde und deswegen fahre ich drei mal im Jahr zu Lehrgängen nach Bosnien (für die er wahrscheinlich auch noch maßlos überqualifiziert ist). Sehr unwahrscheinlich. Natürlich nimmt er dann die Chancen wahr, die sich im hier bieten.

Und: Dass ihm im Interview das Herz etwas arg übergelaufen ist, wer soll es ihm verdenken. Der Junge ist 19 Jahre und es kann durchaus passieren, dass ihn mit 23 keiner mehr kennt, also gönnen wir es ihm doch.

kleines Karo = kleinkariert und da hat der Skalpjäger meines Erachtens in diesem Fall Recht.
Sead Kolasinac |#95
04.08.2012 - 15:44 Uhr
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Sorry, aber das sehe ich in diesem Fall deutlich anders.

Bosnien-Herzegowina hat schon eine sehr besondere Geschichte. Und diese Geschichte hat meist sehr besondere Auswirkungen auf Familien wie die von Kolasinac gehabt.

Es ist schon ein Unterschied, ob Dir Granaten oder die Aussicht auf bessere Lebensverhältnisse den Weg in ein anderes Land weisen. Für die meisten Bosniaken sind die Auswahlmannschaften ihrer Heimat Symbol für den Selbstbehauptungswillen der Nation. Vor dem Hintergrund darf man Kolasinac's Aussagen sehen.

Ja, dann soll er aber auch nicht den DFB "ausnutzen" solange er ihm nützlich ist, dann soll er für Bosniens Jugendmannschaften spielen. Darum geht nicht, darum dass er für Bosnien spielen will, sondern dass er sich vom DFB für Bosnien ausbilden lässt.


Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG


Es sollte aber schon die Frage erlaubt sein, wenn sich jemand mit 19 Jahren klar positioniert und dennoch weiterhin für die Junioren.Mannschaft eines anderen Landes aufläuft, ob das wirklich sinnvoll ist.

Sead scheint da weiter zu sein als andere und hat sich wohl klar entschieden (im Falle einer Einladung BiHs). Die jetzige Fifa Regel begünstigt nur den Spieler und den aufnehmenden Verband. Verlierer ist nur der auszubildende Verband, der darauf hoffen muss, dass sich der Spieler loyal zum Verband zeigt.

Eine Aufwandsentschädigung in nicht geringer Höhe würde da für ein wenig mehr Gerechtigkeit sorgen.


Ich halte eine solche Argumentation für nicht zeitgemäß, da sie im wesentlichen auf einer nationalstaatlichen "Abstammungs-Doktrin" fußt.

In Europa sind hoffentlich zwischenstaatliche Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit an deren Stelle getreten. Formal sind dies "Geschäfte auf Gegenseitigkeit", wobei der DFB aufgrund seiner schieren Größe sich eher zu den "Geber-Ländern" zählen darf.

BWG


Mit Abstammungsdoktrin hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit Loyalität gegenüber dem auszubildenden Verband.

Auch die neuen geregelten Freiheiten in Europa sind hier nur bedingt ein Faktor. Ich denke, wir sind uns einig darin, dass Kinder auch ohne den deutschen Pass das Recht haben in den U-Mannschaften auflaufen zu können, was heutzutage natürlich ganz normal ist. Dennoch bleibt es für mich fragwürdig, wenn der Spieler eine bestimmte geistige Reife erreicht hat und sich sicher zu sein scheint wie seine Entscheidung in Zukunft sein wird, dann weiterhin die Vorzüge eines Verbandes zu nutzen, dem er dann den Rücken zukehren wird.

Es geht hier nicht um einen Club-Wechsel, sondern darum den Verband eines bestimmten Landes zu repräsentieren. Wenn ich mir sicher bin in Zukunft für einen anderen Verband auflaufen zu wollen, dann muss man diese Entscheidung auch mit aller Konsequenz vertreten (und die besteht für mich im Verbandswechsel)

Natürlich ist jeder Fall verschieden und jeder Mensch hat unterschiedliche Gefühle und Loyalitäten zu dem Land, in dem er geboren wurde. Einige besitzen 2 Herzen in der Brust (also fühlen sich zu beiden Ländern hingezogen) und andere fühlen sich im Land ihrer Eltern oder Großeltern fest verwurzelt. Darin sehe ich überhaupt kein Problem. Problematisch wird es dann, wenn ich mich klar und wohlüberlegt in einem Interview zu einem Land bekenne, aber weiterhin für das andere Land auflaufe. Das passt für mich nicht.

Wie gesagt, einige erkennen diese Entscheidung recht früh in ihrem Leben, andere eben etwas später. Sobald man aber über die geistige Reife verfügt und sich auch über die Tragweite der Entscheidung im klaren ist, dann sollte man diese Entscheidung eben abstützen durch Taten. Immerhin repräsentiert man ein ganzes Land, ansonsten könnte man sich das Konstrukt einer Nationalmannschaft auch komplett sparen. Karrierebewegründe sollte da eigentlich keine Rolle spielen, tun sie aber leider.

Meine Kinder haben den Anspruch auf 3 Pässe und sollten sie evtl. in solche eine Entscheidungslage kommen wie Sead, dann würde ich immer dazu raten, konsequent den Weg zu gehen, sobald sie sich entschieden haben. Alles andere ist in meinen Augen nicht o.k..


Dann ist es Sache der Verbände, dies frühzeitig zu regeln. Heißt: Wer eine Berufung in eine Jugendnationmannschaft annimmt, hat sich damit für seine spätere Karriere festegelegt. Dagegen hätte ich nicht das geringste. Aber von 16 -19jährigen Fußballer dertige Konsequenzen einzufordern, halte ich einfach übertrieben.
Sead Kolasinac |#96
04.08.2012 - 15:47 Uhr
Zitat von MonroeStahr:
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG

Ein Recht auf Länderspiele gibt es aber nicht, Länderspiele sind ein Privileg und man sollte sich diesem bewusst sein. Wenn er für Deutschland spielen will, dann soll er sich vom DFB ausbilden lassen und wenn er für Bosnien auflaufen will, sollte er sich auch vom bosnischen Verband ausbilden lassen.
Verbände sind keine Vereine, da ist es aus meiner Sicht eben nicht in Ordnung, wenn man das karrierestrategisch die Rosinen rauspickt. Wenn er meint, dass der letzte Schritt bei Schalke leichter zu gehen ist als beim VfB und er deshalb als Teenager von Stuttgart nach Gelsenkirchen kommt, dann ist das absolut in Ordnung. Bei der Nationalmannschaft ist dieses Karrieredenken aber was ganz anderes und das hat nichts mit Polemik zu tun.

PS: Ich habe keine Ahnung was kleines Karo bedeutet.


Nein, Länderspiele sind weder ein Recht noch ein Privileg, man wird dazu berufen. Und es gibt reichlich U-Nationalspieler, die es im weiteren Verlauf ihrer Karriere hüben wie drüben nicht mal annähernd in eine "echte" Nationalmannschaft schaffen. Da steht dann ein 17,18, 19jähriger, der hier lebt, in die Jugend-Nationalmannschaft berufen wird und sagt: nein ich spiele nicht für Deutschland, weil es ja sein könnte, dass ich mal später für Bosnien spielen werde und deswegen fahre ich drei mal im Jahr zu Lehrgängen nach Bosnien (für die er wahrscheinlich auch noch maßlos überqualifiziert ist). Sehr unwahrscheinlich. Natürlich nimmt er dann die Chancen wahr, die sich im hier bieten.

Und: Dass ihm im Interview das Herz etwas arg übergelaufen ist, wer soll es ihm verdenken. Der Junge ist 19 Jahre und es kann durchaus passieren, dass ihn mit 23 keiner mehr kennt, also gönnen wir es ihm doch.

kleines Karo = kleinkariert und da hat der Skalpjäger meines Erachtens in diesem Fall Recht.


Natürlich ist die Berufung in eine U-Auswahl ein Privileg. Auch die hohe Fluktuation von Spielern in diesen Mannschaften ändert nichts daran, dass man in dieser bestimmten Altersauswahl zu den besten in Deutschland gehört und als Repräsentant des Landes auftritt. Du siehst das viel zu locker, als würde es sich nur um eine Berufung für irgendeine Auswahl handeln.
Sead Kolasinac |#97
04.08.2012 - 15:54 Uhr
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von MonroeStahr:
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG

Ein Recht auf Länderspiele gibt es aber nicht, Länderspiele sind ein Privileg und man sollte sich diesem bewusst sein. Wenn er für Deutschland spielen will, dann soll er sich vom DFB ausbilden lassen und wenn er für Bosnien auflaufen will, sollte er sich auch vom bosnischen Verband ausbilden lassen.
Verbände sind keine Vereine, da ist es aus meiner Sicht eben nicht in Ordnung, wenn man das karrierestrategisch die Rosinen rauspickt. Wenn er meint, dass der letzte Schritt bei Schalke leichter zu gehen ist als beim VfB und er deshalb als Teenager von Stuttgart nach Gelsenkirchen kommt, dann ist das absolut in Ordnung. Bei der Nationalmannschaft ist dieses Karrieredenken aber was ganz anderes und das hat nichts mit Polemik zu tun.

PS: Ich habe keine Ahnung was kleines Karo bedeutet.


Nein, Länderspiele sind weder ein Recht noch ein Privileg, man wird dazu berufen. Und es gibt reichlich U-Nationalspieler, die es im weiteren Verlauf ihrer Karriere hüben wie drüben nicht mal annähernd in eine "echte" Nationalmannschaft schaffen. Da steht dann ein 17,18, 19jähriger, der hier lebt, in die Jugend-Nationalmannschaft berufen wird und sagt: nein ich spiele nicht für Deutschland, weil es ja sein könnte, dass ich mal später für Bosnien spielen werde und deswegen fahre ich drei mal im Jahr zu Lehrgängen nach Bosnien (für die er wahrscheinlich auch noch maßlos überqualifiziert ist). Sehr unwahrscheinlich. Natürlich nimmt er dann die Chancen wahr, die sich im hier bieten.

Und: Dass ihm im Interview das Herz etwas arg übergelaufen ist, wer soll es ihm verdenken. Der Junge ist 19 Jahre und es kann durchaus passieren, dass ihn mit 23 keiner mehr kennt, also gönnen wir es ihm doch.

kleines Karo = kleinkariert und da hat der Skalpjäger meines Erachtens in diesem Fall Recht.


Natürlich ist die Berufung in eine U-Auswahl ein Privileg. Auch die hohe Fluktuation von Spielern in diesen Mannschaften ändert nichts daran, dass man in dieser bestimmten Altersauswahl zu den besten in Deutschland gehört und als Repräsentant des Landes auftritt. Du siehst das viel zu locker, als würde es sich nur um eine Berufung für irgendeine Auswahl handeln.


Subjektiv gesehen - vielleicht. Im strengen Wortsinn - auf keinen Fall. Du wirst berufen - und du kannst die Berufung annehmen oder ablehnen, mehr nicht. Und wir sprechen hier doch über objektive Sachverhalte, oder?
Sead Kolasinac |#98
04.08.2012 - 15:55 Uhr
Zitat von MonroeStahr:
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Sorry, aber das sehe ich in diesem Fall deutlich anders.

Bosnien-Herzegowina hat schon eine sehr besondere Geschichte. Und diese Geschichte hat meist sehr besondere Auswirkungen auf Familien wie die von Kolasinac gehabt.

Es ist schon ein Unterschied, ob Dir Granaten oder die Aussicht auf bessere Lebensverhältnisse den Weg in ein anderes Land weisen. Für die meisten Bosniaken sind die Auswahlmannschaften ihrer Heimat Symbol für den Selbstbehauptungswillen der Nation. Vor dem Hintergrund darf man Kolasinac's Aussagen sehen.

Ja, dann soll er aber auch nicht den DFB "ausnutzen" solange er ihm nützlich ist, dann soll er für Bosniens Jugendmannschaften spielen. Darum geht nicht, darum dass er für Bosnien spielen will, sondern dass er sich vom DFB für Bosnien ausbilden lässt.


Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG


Es sollte aber schon die Frage erlaubt sein, wenn sich jemand mit 19 Jahren klar positioniert und dennoch weiterhin für die Junioren.Mannschaft eines anderen Landes aufläuft, ob das wirklich sinnvoll ist.

Sead scheint da weiter zu sein als andere und hat sich wohl klar entschieden (im Falle einer Einladung BiHs). Die jetzige Fifa Regel begünstigt nur den Spieler und den aufnehmenden Verband. Verlierer ist nur der auszubildende Verband, der darauf hoffen muss, dass sich der Spieler loyal zum Verband zeigt.

Eine Aufwandsentschädigung in nicht geringer Höhe würde da für ein wenig mehr Gerechtigkeit sorgen.


Ich halte eine solche Argumentation für nicht zeitgemäß, da sie im wesentlichen auf einer nationalstaatlichen "Abstammungs-Doktrin" fußt.

In Europa sind hoffentlich zwischenstaatliche Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit an deren Stelle getreten. Formal sind dies "Geschäfte auf Gegenseitigkeit", wobei der DFB aufgrund seiner schieren Größe sich eher zu den "Geber-Ländern" zählen darf.

BWG


Mit Abstammungsdoktrin hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit Loyalität gegenüber dem auszubildenden Verband.

Auch die neuen geregelten Freiheiten in Europa sind hier nur bedingt ein Faktor. Ich denke, wir sind uns einig darin, dass Kinder auch ohne den deutschen Pass das Recht haben in den U-Mannschaften auflaufen zu können, was heutzutage natürlich ganz normal ist. Dennoch bleibt es für mich fragwürdig, wenn der Spieler eine bestimmte geistige Reife erreicht hat und sich sicher zu sein scheint wie seine Entscheidung in Zukunft sein wird, dann weiterhin die Vorzüge eines Verbandes zu nutzen, dem er dann den Rücken zukehren wird.

Es geht hier nicht um einen Club-Wechsel, sondern darum den Verband eines bestimmten Landes zu repräsentieren. Wenn ich mir sicher bin in Zukunft für einen anderen Verband auflaufen zu wollen, dann muss man diese Entscheidung auch mit aller Konsequenz vertreten (und die besteht für mich im Verbandswechsel)

Natürlich ist jeder Fall verschieden und jeder Mensch hat unterschiedliche Gefühle und Loyalitäten zu dem Land, in dem er geboren wurde. Einige besitzen 2 Herzen in der Brust (also fühlen sich zu beiden Ländern hingezogen) und andere fühlen sich im Land ihrer Eltern oder Großeltern fest verwurzelt. Darin sehe ich überhaupt kein Problem. Problematisch wird es dann, wenn ich mich klar und wohlüberlegt in einem Interview zu einem Land bekenne, aber weiterhin für das andere Land auflaufe. Das passt für mich nicht.

Wie gesagt, einige erkennen diese Entscheidung recht früh in ihrem Leben, andere eben etwas später. Sobald man aber über die geistige Reife verfügt und sich auch über die Tragweite der Entscheidung im klaren ist, dann sollte man diese Entscheidung eben abstützen durch Taten. Immerhin repräsentiert man ein ganzes Land, ansonsten könnte man sich das Konstrukt einer Nationalmannschaft auch komplett sparen. Karrierebewegründe sollte da eigentlich keine Rolle spielen, tun sie aber leider.

Meine Kinder haben den Anspruch auf 3 Pässe und sollten sie evtl. in solche eine Entscheidungslage kommen wie Sead, dann würde ich immer dazu raten, konsequent den Weg zu gehen, sobald sie sich entschieden haben. Alles andere ist in meinen Augen nicht o.k..


Dann ist es Sache der Verbände, dies frühzeitig zu regeln. Heißt: Wer eine Berufung in eine Jugendnationmannschaft annimmt, hat sich damit für seine spätere Karriere festegelegt. Dagegen hätte ich nicht das geringste. Aber von 16 -19jährigen Fußballer dertige Konsequenzen einzufordern, halte ich einfach übertrieben.


Nein, du hast nicht ganz verstanden, worauf ich hinaus wollte. Es gibt durchaus Jugendliche, die mit 16 Jahren schon reif genug sind und klar sagen, dass sie für dieses oder jenes Land auflaufen werden. Andere brauchen dafür eben etwas mehr Zeit. Sobald man jedoch diese Entscheidung getroffen hat und auch im Kopf weit genug ist, sich dieser Entscheidung bewußt zu sein, dann muss man diese Entscheidung auch auf dem Platz im jeweiligen Trikot vertreten. Alles andere ist für mich verlogen. Und wenn Sead jetzt sagt, dass er unbedingt für die bosnische Auswahl spielen will, dann sollte er das auch ab jetzt tun.

Ich kann natürlich die Umstände des Interviews nicht einordnen und wie es in ihm innerlich aussieht. Aber dann sollte er auch nicht solch klare Aussagen tätigen.
Sead Kolasinac |#99
04.08.2012 - 16:02 Uhr
Zitat von MonroeStahr:
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von MonroeStahr:
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG

Ein Recht auf Länderspiele gibt es aber nicht, Länderspiele sind ein Privileg und man sollte sich diesem bewusst sein. Wenn er für Deutschland spielen will, dann soll er sich vom DFB ausbilden lassen und wenn er für Bosnien auflaufen will, sollte er sich auch vom bosnischen Verband ausbilden lassen.
Verbände sind keine Vereine, da ist es aus meiner Sicht eben nicht in Ordnung, wenn man das karrierestrategisch die Rosinen rauspickt. Wenn er meint, dass der letzte Schritt bei Schalke leichter zu gehen ist als beim VfB und er deshalb als Teenager von Stuttgart nach Gelsenkirchen kommt, dann ist das absolut in Ordnung. Bei der Nationalmannschaft ist dieses Karrieredenken aber was ganz anderes und das hat nichts mit Polemik zu tun.

PS: Ich habe keine Ahnung was kleines Karo bedeutet.


Nein, Länderspiele sind weder ein Recht noch ein Privileg, man wird dazu berufen. Und es gibt reichlich U-Nationalspieler, die es im weiteren Verlauf ihrer Karriere hüben wie drüben nicht mal annähernd in eine "echte" Nationalmannschaft schaffen. Da steht dann ein 17,18, 19jähriger, der hier lebt, in die Jugend-Nationalmannschaft berufen wird und sagt: nein ich spiele nicht für Deutschland, weil es ja sein könnte, dass ich mal später für Bosnien spielen werde und deswegen fahre ich drei mal im Jahr zu Lehrgängen nach Bosnien (für die er wahrscheinlich auch noch maßlos überqualifiziert ist). Sehr unwahrscheinlich. Natürlich nimmt er dann die Chancen wahr, die sich im hier bieten.

Und: Dass ihm im Interview das Herz etwas arg übergelaufen ist, wer soll es ihm verdenken. Der Junge ist 19 Jahre und es kann durchaus passieren, dass ihn mit 23 keiner mehr kennt, also gönnen wir es ihm doch.

kleines Karo = kleinkariert und da hat der Skalpjäger meines Erachtens in diesem Fall Recht.


Natürlich ist die Berufung in eine U-Auswahl ein Privileg. Auch die hohe Fluktuation von Spielern in diesen Mannschaften ändert nichts daran, dass man in dieser bestimmten Altersauswahl zu den besten in Deutschland gehört und als Repräsentant des Landes auftritt. Du siehst das viel zu locker, als würde es sich nur um eine Berufung für irgendeine Auswahl handeln.


Subjektiv gesehen - vielleicht. Im strengen Wortsinn - auf keinen Fall. Du wirst berufen - und du kannst die Berufung annehmen oder ablehnen, mehr nicht. Und wir sprechen hier doch über objektive Sachverhalte, oder?


Also wenn es nur noch um den wortwörtlichen Sinn geht, dann kann man auch aufhören zu diskutieren. Sorry, das empfinde ich als nicht dienlich. Es sollte selbst einem 15jährigen klar sein, dass die Berufung in eine Jugendauswahl eben etwas besonderes ist, auch wenn vielleicht der Umfang des Ganzen noch nicht erkannt wird.
Sead Kolasinac |#100
04.08.2012 - 16:12 Uhr
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von MonroeStahr:
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von JoelGoes2Hollywood:
Zitat von Zopf_oder_kahl:
Zitat von Runaway:
Zitat von Zopf_oder_kahl:

Sorry, aber das sehe ich in diesem Fall deutlich anders.

Bosnien-Herzegowina hat schon eine sehr besondere Geschichte. Und diese Geschichte hat meist sehr besondere Auswirkungen auf Familien wie die von Kolasinac gehabt.

Es ist schon ein Unterschied, ob Dir Granaten oder die Aussicht auf bessere Lebensverhältnisse den Weg in ein anderes Land weisen. Für die meisten Bosniaken sind die Auswahlmannschaften ihrer Heimat Symbol für den Selbstbehauptungswillen der Nation. Vor dem Hintergrund darf man Kolasinac's Aussagen sehen.

Ja, dann soll er aber auch nicht den DFB "ausnutzen" solange er ihm nützlich ist, dann soll er für Bosniens Jugendmannschaften spielen. Darum geht nicht, darum dass er für Bosnien spielen will, sondern dass er sich vom DFB für Bosnien ausbilden lässt.


Es tut mir leid, Deine Meinung in allen Ehren, aber ich halte das für ganz kleines Karo, wenn nicht gar "Wirtschaftsflüchtlings-Polemik".

Er ist ein in Ausbildung befindlicher Jugendlicher in diesem Land und hat die gleichen Rechte wie alle anderen Jugendlichen - egal welcher Herkunft - auch. Der Zugang zu den Auswahlmannschaften des Verbandes, in dem seine fussballerische Ausbildung stattfindet, ist gottseidank selbstverständlich.

BWG


Es sollte aber schon die Frage erlaubt sein, wenn sich jemand mit 19 Jahren klar positioniert und dennoch weiterhin für die Junioren.Mannschaft eines anderen Landes aufläuft, ob das wirklich sinnvoll ist.

Sead scheint da weiter zu sein als andere und hat sich wohl klar entschieden (im Falle einer Einladung BiHs). Die jetzige Fifa Regel begünstigt nur den Spieler und den aufnehmenden Verband. Verlierer ist nur der auszubildende Verband, der darauf hoffen muss, dass sich der Spieler loyal zum Verband zeigt.

Eine Aufwandsentschädigung in nicht geringer Höhe würde da für ein wenig mehr Gerechtigkeit sorgen.


Ich halte eine solche Argumentation für nicht zeitgemäß, da sie im wesentlichen auf einer nationalstaatlichen "Abstammungs-Doktrin" fußt.

In Europa sind hoffentlich zwischenstaatliche Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit an deren Stelle getreten. Formal sind dies "Geschäfte auf Gegenseitigkeit", wobei der DFB aufgrund seiner schieren Größe sich eher zu den "Geber-Ländern" zählen darf.

BWG


Mit Abstammungsdoktrin hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit Loyalität gegenüber dem auszubildenden Verband.

Auch die neuen geregelten Freiheiten in Europa sind hier nur bedingt ein Faktor. Ich denke, wir sind uns einig darin, dass Kinder auch ohne den deutschen Pass das Recht haben in den U-Mannschaften auflaufen zu können, was heutzutage natürlich ganz normal ist. Dennoch bleibt es für mich fragwürdig, wenn der Spieler eine bestimmte geistige Reife erreicht hat und sich sicher zu sein scheint wie seine Entscheidung in Zukunft sein wird, dann weiterhin die Vorzüge eines Verbandes zu nutzen, dem er dann den Rücken zukehren wird.

Es geht hier nicht um einen Club-Wechsel, sondern darum den Verband eines bestimmten Landes zu repräsentieren. Wenn ich mir sicher bin in Zukunft für einen anderen Verband auflaufen zu wollen, dann muss man diese Entscheidung auch mit aller Konsequenz vertreten (und die besteht für mich im Verbandswechsel)

Natürlich ist jeder Fall verschieden und jeder Mensch hat unterschiedliche Gefühle und Loyalitäten zu dem Land, in dem er geboren wurde. Einige besitzen 2 Herzen in der Brust (also fühlen sich zu beiden Ländern hingezogen) und andere fühlen sich im Land ihrer Eltern oder Großeltern fest verwurzelt. Darin sehe ich überhaupt kein Problem. Problematisch wird es dann, wenn ich mich klar und wohlüberlegt in einem Interview zu einem Land bekenne, aber weiterhin für das andere Land auflaufe. Das passt für mich nicht.

Wie gesagt, einige erkennen diese Entscheidung recht früh in ihrem Leben, andere eben etwas später. Sobald man aber über die geistige Reife verfügt und sich auch über die Tragweite der Entscheidung im klaren ist, dann sollte man diese Entscheidung eben abstützen durch Taten. Immerhin repräsentiert man ein ganzes Land, ansonsten könnte man sich das Konstrukt einer Nationalmannschaft auch komplett sparen. Karrierebewegründe sollte da eigentlich keine Rolle spielen, tun sie aber leider.

Meine Kinder haben den Anspruch auf 3 Pässe und sollten sie evtl. in solche eine Entscheidungslage kommen wie Sead, dann würde ich immer dazu raten, konsequent den Weg zu gehen, sobald sie sich entschieden haben. Alles andere ist in meinen Augen nicht o.k..


Dann ist es Sache der Verbände, dies frühzeitig zu regeln. Heißt: Wer eine Berufung in eine Jugendnationmannschaft annimmt, hat sich damit für seine spätere Karriere festegelegt. Dagegen hätte ich nicht das geringste. Aber von 16 -19jährigen Fußballer dertige Konsequenzen einzufordern, halte ich einfach übertrieben.


Nein, du hast nicht ganz verstanden, worauf ich hinaus wollte. Es gibt durchaus Jugendliche, die mit 16 Jahren schon reif genug sind und klar sagen, dass sie für dieses oder jenes Land auflaufen werden. Andere brauchen dafür eben etwas mehr Zeit. Sobald man jedoch diese Entscheidung getroffen hat und auch im Kopf weit genug ist, sich dieser Entscheidung bewußt zu sein, dann muss man diese Entscheidung auch auf dem Platz im jeweiligen Trikot vertreten. Alles andere ist für mich verlogen. Und wenn Sead jetzt sagt, dass er unbedingt für die bosnische Auswahl spielen will, dann sollte er das auch ab jetzt tun.

Ich kann natürlich die Umstände des Interviews nicht einordnen und wie es in ihm innerlich aussieht. Aber dann sollte er auch nicht solch klare Aussagen tätigen.


Dass er dies nicht ausreichend reflektiert bzw. nicht clever formuliert hat, ist eigentlich Beweis genug für seine Unreife. Aber ganz praktisch betrachtet: Der Junge hat gerade einmal seinen ersten Profivertrag in der Tasche. Für den ist die Nationalmannschaft (und ich behaupte mal, ganz gleich welche Deutschland oder Bosnien) ein Traum. Und da fragt ihn eine bosnische Zeitung, ob er sich vorstellen könnte, für sein Land zu spielen, und er sagt: Na klar, dafür würde ich zu Fuß in meine Heimat laufen. Was ist daran auszusetzen?

Ganz ehrlich, wer viel mit "deutschen Ausländern" zu tun, weiß doch, wie schwierig es ist, überhaupt seine Identität zu finden. Wer erlebt hat wie junge Deutschtürken teilweise in der Türkei behandelt bzw. vorgeführt werden, der weiß, wovon ich rede. Sollen sie doch diesen einen Vorteil haben, das bringt mich nicht um meinen Schlaf.
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