| Geburtsdatum | 03.06.1992 |
|---|---|
| Alter | 34 |
| Nat. |
Deutschland |
| Größe | 1,76m |
| Vertrag bis | 30.06.2028 |
| Position | Offensives Mittelfeld |
| Fuß | rechts |
| Akt. Verein | Eintracht Frankfurt |
Mario Götze [10]
21.07.2016 - 12:08 Uhr
03.08.2016 - 13:40 Uhr
Zitat von t3lly
Großartige Diskussion gerade! Möchte mal noch anmerken, dass das Wort Kreativität im Fußball oftmals nicht richtig benutzt wird. Der Erklärung bzgl. Götze in Peps Positionsspiel kann ich nur zustimmen. Der Einzige, der noch eine Freirolle hatte war Müller. Götze ist ein Problemlöser und diese Probleme löst er eben mit seiner Kreativität - ohne Nachzudenken. Etwas, das z. B. Micki vollkommen abging. Er fühlte sich im Positionsspiel extrem wohl und war bei Klopp teilweise völlig von der Rolle. Man sah im praktisch an wie er anfing zu denken und es dann verkackte - eben weil ihm die Kreativität abging. Götze ist da ganz anders. Ihm muss man eben, ähnlich wie Müller, zugestehen, seine Räume selbst zu finden. Erst dann kann er seine Mitspieler richtig unterstützen. Und ich behaupte mal, dass Pep das ganz genau wusste und er ihn für Müller opfern musste.
Bei uns nun könnte man Götze diese Freirolle geben. Und zwar so:
--------------Weigl--------
---------Castro--------Guerreiro---
-------------Götze-------
--Dembele-------Reus--
-----------Auba---------
Erklärung:
Weigl ist der klassische DLP, der den Rhythmus bestimmt und Bälle verteilt. Ersetzt e#werden kann er von Sahin. Castro trägt den Ball durch freie Räume nach vorne. Diese Rolle kann auch Rode ausfüllen. Also der B2B im Team, der Räume schließt. Von da aus kann links Rapha Breite geben und bis zur Linie gehen. Von dort kann er im Rückraum Reus/Schürrle oder in der Mitte Auba bedienen. Geht es über rechts, so läuft hier ein Dembele auf die Abwehr zu und durch seine Beidfüßigkeit kann er hier eben alles machen. Ein offensiver RV könne hier also auch mal wegfallen. Die Alternative wäre ein offensiver RV plus Mor. Im Strafraum hat man mit Reus/Schürrle/Auba genügend abschlussstarke Spieler. Ja und Götze? Der ist eben das freie Radikal. Er kann als Verbindung zw. ZM und Angriff dienen, er kann selbst abschließen. Er kann rechts Dembele unterstützen oder links Reus/Rapha. Er kann Castro unterstützen wenn er sich fallen lässt. Für mich ist genau das seine Rolle und in dieser wird er brillieren, da bin ich mir sicher. Ein ähnlich skillset hat übrigens Kagawa, der sich mit Götze abwechseln wird.
Großartige Diskussion gerade! Möchte mal noch anmerken, dass das Wort Kreativität im Fußball oftmals nicht richtig benutzt wird. Der Erklärung bzgl. Götze in Peps Positionsspiel kann ich nur zustimmen. Der Einzige, der noch eine Freirolle hatte war Müller. Götze ist ein Problemlöser und diese Probleme löst er eben mit seiner Kreativität - ohne Nachzudenken. Etwas, das z. B. Micki vollkommen abging. Er fühlte sich im Positionsspiel extrem wohl und war bei Klopp teilweise völlig von der Rolle. Man sah im praktisch an wie er anfing zu denken und es dann verkackte - eben weil ihm die Kreativität abging. Götze ist da ganz anders. Ihm muss man eben, ähnlich wie Müller, zugestehen, seine Räume selbst zu finden. Erst dann kann er seine Mitspieler richtig unterstützen. Und ich behaupte mal, dass Pep das ganz genau wusste und er ihn für Müller opfern musste.
Bei uns nun könnte man Götze diese Freirolle geben. Und zwar so:
--------------Weigl--------
---------Castro--------Guerreiro---
-------------Götze-------
--Dembele-------Reus--
-----------Auba---------
Erklärung:
Weigl ist der klassische DLP, der den Rhythmus bestimmt und Bälle verteilt. Ersetzt e#werden kann er von Sahin. Castro trägt den Ball durch freie Räume nach vorne. Diese Rolle kann auch Rode ausfüllen. Also der B2B im Team, der Räume schließt. Von da aus kann links Rapha Breite geben und bis zur Linie gehen. Von dort kann er im Rückraum Reus/Schürrle oder in der Mitte Auba bedienen. Geht es über rechts, so läuft hier ein Dembele auf die Abwehr zu und durch seine Beidfüßigkeit kann er hier eben alles machen. Ein offensiver RV könne hier also auch mal wegfallen. Die Alternative wäre ein offensiver RV plus Mor. Im Strafraum hat man mit Reus/Schürrle/Auba genügend abschlussstarke Spieler. Ja und Götze? Der ist eben das freie Radikal. Er kann als Verbindung zw. ZM und Angriff dienen, er kann selbst abschließen. Er kann rechts Dembele unterstützen oder links Reus/Rapha. Er kann Castro unterstützen wenn er sich fallen lässt. Für mich ist genau das seine Rolle und in dieser wird er brillieren, da bin ich mir sicher. Ein ähnlich skillset hat übrigens Kagawa, der sich mit Götze abwechseln wird.
100% Zustimmung. Genauso würde ich die personell-taktische Planung der Offiziellen auch vermuten inkl. der "Ersatzspieler".
Details: Schmelzer würde ich nicht abschreiben, sehe hier das Duell mit Guerreiro als offen an. Schürrle wird natürlich (u.a. um Reus Atempausen zur verschafften) viele Einsätze bekommen, Dembélé wird nicht jedes Spiel von Anfang anmachen. Aber das geht jetzt meinerseits mehr in Richtung Kaderplanung bzw. Wunschaufstellung.
03.08.2016 - 13:41 Uhr
Zitat von oink90
Ich war schon immer ein großer Fan von Guardiola und allem was mit dem FC Barcelona zu tun hat aber ich finde, er ist in seiner Zeit als Bayerntrainer nicht an seine eigene Brillanz aus Barca-Zeiten herangekommen. Man könnte jetzt natürlich nach den Ursachen dafür suchen und einige wurden ja eine Zeit lang in den Medien diskutiert aber mich persönlich interessieren eher die Folgen.
Es gibt auf Youtube einige Videos, in denen Tierry Henry erläutert, welche Anforderungen an ihn während seiner Zeit bei Barca gestellt wurden. Er formuliert das immer so, als wäre alles total positiv und als sei Guardiola der Vorreiter für den Fussball der Zukunft. Ich würde dem nicht komplett widersprechen aber ich bin der Ansicht, das Guardiolas Art, Fussball spielen zu lassen, eine eklatante Schwachstelle haben kann.
Henry erläutert, dass die Spieler in Guardiolas System bestimmte Aufgaben haben. In den ersten zwei Spielfelddritteln sollen alle Spieler ihre Position halten, dem Spiel Struktur geben und er benutzt häufiger der Ausdruck "Trust your teammates". Er erzähl auch eine Anekdote darüber, wie er mal seine Position verlassen hat, um Ballkontakte zu bekommen und ein bisschen mit Messi zu zaubern und dafür von Guardiola ausgewechselt wurde. Man soll also dem Verlangen, dem Mitspieler unbedingt helfen zu wollen, widerstehen und stattdessen an das große Ganze denken. Vertrauen in seine Mitspieler zu haben, ist natürlich grundsätzlich etwas positives und so wird das auch durch die Ausdrucksweise von Henry rübergebracht. Aber zwischen den Zeilen steht etwas ganz anderes: Es ist den Spielern nicht erlaubt, ihre eigene Kreativität auszuleben!
Henry sagt weiter, dass im letzten Spielfelddrittel die Aufgabenverteilung etwas freier ist. Die Spieler seien hier zum großen Teil selbst dafür verantwortlich, den Ball im Tor zu versenken. In den Spielen waren aber trotzdem immer wieder Mechanismen erkennbar, die sich wiederholt haben und somit einstudiert gewesen sein müssen. Dennoch wirkte zumindest alles etwas freier und fluider.
Bei den Bayern war meiner Ansicht nach vor allem in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr "frei" und fluid. Ich hatte das Gefühl, dass Guardiola nicht dasselbe Vertrauen in seine Spieler hatte, wie in Messi, Iniesta oder Xavi. Sein System rückte noch stärker in den Vordergrund, als es eh schon war. Die Kreativität der Spieler wurde noch stärker unterdrückt. Alles schien darauf ausgerichtet, den Ball sicher ins letzte Drittel zu bekommen, den Flügelspieler freizuspielen, die Flanke reinzubringen und falls der Ball abgewehrt werden sollte, sofort ins Gegenpressing zu gehen und den zweiten Ball zu erobern. Freiheiten für kreative Momente der Spieler schienen auf das absolute Minimum reduziert gewesen zu sein. Ribery hat sich ja nun auch negativ über Guardiola geäußert. Er habe kein Vertrauen gespürt und Fussball sei eigentlich ganz einfach, war in den Medien zu lesen. Das heißt nicht, dass Ribery Recht hat aber es passt ins Bild.
Mir scheint es so, als sei Götze ein Opfer des Guardiola-Systems geworden. In den Medien wurde häufig berichtet, Götze traue sich nicht, in Dribblings zu gehen oder mal was außergewöhnliches auszuprobieren. Ich behaupte, dass genau das von Guardiola untersagt gewesen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Druck seitens der Bayern, den Champions League Titel gewinnen zu müssen, dazu geführt hat, dass Guardiola den Faktor Glück komplett minimieren wollte. Dafür wollte er ein System erschaffen, was nicht davon abhängig ist, welche Spieler aufgestellt sind, sonders das die Spieler selbst trägt. Es sollte so perfekt sein, dass kreative Einzelaktionen unnötig wären und vor allem Verletzungen keinen so großen Einfluss auf die Performance des Systems hätten. Ich denke, das hat er im Großen und Ganzen auch gut hinbekommen aber es ist auch recht deutlich zu erkennen, dass es Spielertypen gibt, die darunter leiden.
Tuchels Herangehensweise ist in meinen Augen ganz anders. Aus vielen Pressekonferenzen ging hervor, dass er sich und sein Trainerteam als Dienstleister sieht. Er will den Spielern Möglichkeiten aufzeigen und ihnen beibringen, in bestimmten Spielsituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Art der Formulierung suggeriert, dass die Freiheiten der Spieler erhalten werden sollen und sie im Rahmen des Systems ihre Kreativität ausleben dürfen. Natürlich kann man nicht einfach "Geht raus und spielt Fussball sagen" und hoffen, dass es klappt. Sicher gibt es auch in Tuchels System Richtlinien, an die sich alle zu halten haben. Aber ich habe das Gefühl, dass sie deutlich weniger einschnürend sind, als bei Guardiola. Deswegen glaube ich, dass ein Spieler wie Götze hier besser zurecht kommen sollte. Dabei ist es auch gar nicht so entscheidend, auf welcher Position er eingesetzt wird, solange es ihm gestattet ist, die Rolle auf seine Weise auszufüllen.
Ich war schon immer ein großer Fan von Guardiola und allem was mit dem FC Barcelona zu tun hat aber ich finde, er ist in seiner Zeit als Bayerntrainer nicht an seine eigene Brillanz aus Barca-Zeiten herangekommen. Man könnte jetzt natürlich nach den Ursachen dafür suchen und einige wurden ja eine Zeit lang in den Medien diskutiert aber mich persönlich interessieren eher die Folgen.
Es gibt auf Youtube einige Videos, in denen Tierry Henry erläutert, welche Anforderungen an ihn während seiner Zeit bei Barca gestellt wurden. Er formuliert das immer so, als wäre alles total positiv und als sei Guardiola der Vorreiter für den Fussball der Zukunft. Ich würde dem nicht komplett widersprechen aber ich bin der Ansicht, das Guardiolas Art, Fussball spielen zu lassen, eine eklatante Schwachstelle haben kann.
Henry erläutert, dass die Spieler in Guardiolas System bestimmte Aufgaben haben. In den ersten zwei Spielfelddritteln sollen alle Spieler ihre Position halten, dem Spiel Struktur geben und er benutzt häufiger der Ausdruck "Trust your teammates". Er erzähl auch eine Anekdote darüber, wie er mal seine Position verlassen hat, um Ballkontakte zu bekommen und ein bisschen mit Messi zu zaubern und dafür von Guardiola ausgewechselt wurde. Man soll also dem Verlangen, dem Mitspieler unbedingt helfen zu wollen, widerstehen und stattdessen an das große Ganze denken. Vertrauen in seine Mitspieler zu haben, ist natürlich grundsätzlich etwas positives und so wird das auch durch die Ausdrucksweise von Henry rübergebracht. Aber zwischen den Zeilen steht etwas ganz anderes: Es ist den Spielern nicht erlaubt, ihre eigene Kreativität auszuleben!
Henry sagt weiter, dass im letzten Spielfelddrittel die Aufgabenverteilung etwas freier ist. Die Spieler seien hier zum großen Teil selbst dafür verantwortlich, den Ball im Tor zu versenken. In den Spielen waren aber trotzdem immer wieder Mechanismen erkennbar, die sich wiederholt haben und somit einstudiert gewesen sein müssen. Dennoch wirkte zumindest alles etwas freier und fluider.
Bei den Bayern war meiner Ansicht nach vor allem in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr "frei" und fluid. Ich hatte das Gefühl, dass Guardiola nicht dasselbe Vertrauen in seine Spieler hatte, wie in Messi, Iniesta oder Xavi. Sein System rückte noch stärker in den Vordergrund, als es eh schon war. Die Kreativität der Spieler wurde noch stärker unterdrückt. Alles schien darauf ausgerichtet, den Ball sicher ins letzte Drittel zu bekommen, den Flügelspieler freizuspielen, die Flanke reinzubringen und falls der Ball abgewehrt werden sollte, sofort ins Gegenpressing zu gehen und den zweiten Ball zu erobern. Freiheiten für kreative Momente der Spieler schienen auf das absolute Minimum reduziert gewesen zu sein. Ribery hat sich ja nun auch negativ über Guardiola geäußert. Er habe kein Vertrauen gespürt und Fussball sei eigentlich ganz einfach, war in den Medien zu lesen. Das heißt nicht, dass Ribery Recht hat aber es passt ins Bild.
Mir scheint es so, als sei Götze ein Opfer des Guardiola-Systems geworden. In den Medien wurde häufig berichtet, Götze traue sich nicht, in Dribblings zu gehen oder mal was außergewöhnliches auszuprobieren. Ich behaupte, dass genau das von Guardiola untersagt gewesen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Druck seitens der Bayern, den Champions League Titel gewinnen zu müssen, dazu geführt hat, dass Guardiola den Faktor Glück komplett minimieren wollte. Dafür wollte er ein System erschaffen, was nicht davon abhängig ist, welche Spieler aufgestellt sind, sonders das die Spieler selbst trägt. Es sollte so perfekt sein, dass kreative Einzelaktionen unnötig wären und vor allem Verletzungen keinen so großen Einfluss auf die Performance des Systems hätten. Ich denke, das hat er im Großen und Ganzen auch gut hinbekommen aber es ist auch recht deutlich zu erkennen, dass es Spielertypen gibt, die darunter leiden.
Tuchels Herangehensweise ist in meinen Augen ganz anders. Aus vielen Pressekonferenzen ging hervor, dass er sich und sein Trainerteam als Dienstleister sieht. Er will den Spielern Möglichkeiten aufzeigen und ihnen beibringen, in bestimmten Spielsituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Art der Formulierung suggeriert, dass die Freiheiten der Spieler erhalten werden sollen und sie im Rahmen des Systems ihre Kreativität ausleben dürfen. Natürlich kann man nicht einfach "Geht raus und spielt Fussball sagen" und hoffen, dass es klappt. Sicher gibt es auch in Tuchels System Richtlinien, an die sich alle zu halten haben. Aber ich habe das Gefühl, dass sie deutlich weniger einschnürend sind, als bei Guardiola. Deswegen glaube ich, dass ein Spieler wie Götze hier besser zurecht kommen sollte. Dabei ist es auch gar nicht so entscheidend, auf welcher Position er eingesetzt wird, solange es ihm gestattet ist, die Rolle auf seine Weise auszufüllen.
Schöner Beitrag und ich denke auch das Götze irgendwie Opfer des 'Guardiolasystems' wurde. Ein ganz einfacher Beleg sind jegliche 'Skills and goals videos' von Mario. Der hat Dinger rausgehauen beim BVB! Kunststücke, wahnsinnstore, das war Kreativität pur! Es hat nicht immer geklappt, aber diese kreativen Momente sind der Grund weshalb er als Jahrhunderttalent galt!
Ob Götze jetzt unter Tuchel und mit mehr Freiheit auch nur ansatzweise der alte wird ist natürlich fraglich. Man kann nur hoffen !
Kimmich sagte einst : bei uns ist es egal wer spielt.
Untermauert das nicht auch irgendwie deine Aussage, dass Guardiola sein System total unabhängig von Personal machen will?
Und das den Spielern auch offensichtlich verklickert hat? Denn wie kann ein kimmich sonst der Meinung sein, dass es egal ist ob er oder Boateng in der IV aufläuft ? Oder kimmich/Alonso. Ich meine das sind noch Welten, wenn man die individuelle Klasse der Spieler vergleicht !
03.08.2016 - 14:10 Uhr
Ab einem gewissen Zeitpunkt, war Götze glaube ich einfach das Bauernopfer. Ob vor, während oder nach der EM, hat man ihn zu häufig als Sündenbock benutzt. Als neutraler Beobachter von BVB und Bayern Spielen hab ich keine Interna zur Person Götze, sondern bewerte ihn neutral.
Bayern hat ein Luxuskader mit besitmmten Lieblingen des Trainers - Ribery und Götze waren es wohl nicht. Ist ja auch ein fairer Punkt und vermutlich war er dafür dann einfach am Ende zu teuer. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Götze nicht jedem Team auf der Welt Mehrwert an Qualität liefert - bedingt natürlich, man setzt ihn richtig ein.
Rode vielleicht mit Abstrichen, find ich die Transfers diesen Sommer beim BVB einfach Bombe. Sympathische und frische Spieler mit einem Schürrle und einem Götze als Sahnehäubchen. Fehlt noch Draxler
Ich hoffe, dass Götze wieder richtig aufdreht und der Presse zeigt, was er mit seinen 24 Jahren alles mit der richtigen Pflege zeigen kann. Bin wirklich gespannt auf das BVB Gesicht 2017
Bayern hat ein Luxuskader mit besitmmten Lieblingen des Trainers - Ribery und Götze waren es wohl nicht. Ist ja auch ein fairer Punkt und vermutlich war er dafür dann einfach am Ende zu teuer. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Götze nicht jedem Team auf der Welt Mehrwert an Qualität liefert - bedingt natürlich, man setzt ihn richtig ein.
Rode vielleicht mit Abstrichen, find ich die Transfers diesen Sommer beim BVB einfach Bombe. Sympathische und frische Spieler mit einem Schürrle und einem Götze als Sahnehäubchen. Fehlt noch Draxler
Ich hoffe, dass Götze wieder richtig aufdreht und der Presse zeigt, was er mit seinen 24 Jahren alles mit der richtigen Pflege zeigen kann. Bin wirklich gespannt auf das BVB Gesicht 2017
03.08.2016 - 14:15 Uhr
Zitat von mrobvious
Schöner Beitrag und ich denke auch das Götze irgendwie Opfer des 'Guardiolasystems' wurde. Ein ganz einfacher Beleg sind jegliche 'Skills and goals videos' von Mario. Der hat Dinger rausgehauen beim BVB! Kunststücke, wahnsinnstore, das war Kreativität pur! Es hat nicht immer geklappt, aber diese kreativen Momente sind der Grund weshalb er als Jahrhunderttalent galt!
Ob Götze jetzt unter Tuchel und mit mehr Freiheit auch nur ansatzweise der alte wird ist natürlich fraglich. Man kann nur hoffen !
Zitat von oink90
Ich war schon immer ein großer Fan von Guardiola und allem was mit dem FC Barcelona zu tun hat aber ich finde, er ist in seiner Zeit als Bayerntrainer nicht an seine eigene Brillanz aus Barca-Zeiten herangekommen. Man könnte jetzt natürlich nach den Ursachen dafür suchen und einige wurden ja eine Zeit lang in den Medien diskutiert aber mich persönlich interessieren eher die Folgen.
Es gibt auf Youtube einige Videos, in denen Tierry Henry erläutert, welche Anforderungen an ihn während seiner Zeit bei Barca gestellt wurden. Er formuliert das immer so, als wäre alles total positiv und als sei Guardiola der Vorreiter für den Fussball der Zukunft. Ich würde dem nicht komplett widersprechen aber ich bin der Ansicht, das Guardiolas Art, Fussball spielen zu lassen, eine eklatante Schwachstelle haben kann.
Henry erläutert, dass die Spieler in Guardiolas System bestimmte Aufgaben haben. In den ersten zwei Spielfelddritteln sollen alle Spieler ihre Position halten, dem Spiel Struktur geben und er benutzt häufiger der Ausdruck "Trust your teammates". Er erzähl auch eine Anekdote darüber, wie er mal seine Position verlassen hat, um Ballkontakte zu bekommen und ein bisschen mit Messi zu zaubern und dafür von Guardiola ausgewechselt wurde. Man soll also dem Verlangen, dem Mitspieler unbedingt helfen zu wollen, widerstehen und stattdessen an das große Ganze denken. Vertrauen in seine Mitspieler zu haben, ist natürlich grundsätzlich etwas positives und so wird das auch durch die Ausdrucksweise von Henry rübergebracht. Aber zwischen den Zeilen steht etwas ganz anderes: Es ist den Spielern nicht erlaubt, ihre eigene Kreativität auszuleben!
Henry sagt weiter, dass im letzten Spielfelddrittel die Aufgabenverteilung etwas freier ist. Die Spieler seien hier zum großen Teil selbst dafür verantwortlich, den Ball im Tor zu versenken. In den Spielen waren aber trotzdem immer wieder Mechanismen erkennbar, die sich wiederholt haben und somit einstudiert gewesen sein müssen. Dennoch wirkte zumindest alles etwas freier und fluider.
Bei den Bayern war meiner Ansicht nach vor allem in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr "frei" und fluid. Ich hatte das Gefühl, dass Guardiola nicht dasselbe Vertrauen in seine Spieler hatte, wie in Messi, Iniesta oder Xavi. Sein System rückte noch stärker in den Vordergrund, als es eh schon war. Die Kreativität der Spieler wurde noch stärker unterdrückt. Alles schien darauf ausgerichtet, den Ball sicher ins letzte Drittel zu bekommen, den Flügelspieler freizuspielen, die Flanke reinzubringen und falls der Ball abgewehrt werden sollte, sofort ins Gegenpressing zu gehen und den zweiten Ball zu erobern. Freiheiten für kreative Momente der Spieler schienen auf das absolute Minimum reduziert gewesen zu sein. Ribery hat sich ja nun auch negativ über Guardiola geäußert. Er habe kein Vertrauen gespürt und Fussball sei eigentlich ganz einfach, war in den Medien zu lesen. Das heißt nicht, dass Ribery Recht hat aber es passt ins Bild.
Mir scheint es so, als sei Götze ein Opfer des Guardiola-Systems geworden. In den Medien wurde häufig berichtet, Götze traue sich nicht, in Dribblings zu gehen oder mal was außergewöhnliches auszuprobieren. Ich behaupte, dass genau das von Guardiola untersagt gewesen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Druck seitens der Bayern, den Champions League Titel gewinnen zu müssen, dazu geführt hat, dass Guardiola den Faktor Glück komplett minimieren wollte. Dafür wollte er ein System erschaffen, was nicht davon abhängig ist, welche Spieler aufgestellt sind, sonders das die Spieler selbst trägt. Es sollte so perfekt sein, dass kreative Einzelaktionen unnötig wären und vor allem Verletzungen keinen so großen Einfluss auf die Performance des Systems hätten. Ich denke, das hat er im Großen und Ganzen auch gut hinbekommen aber es ist auch recht deutlich zu erkennen, dass es Spielertypen gibt, die darunter leiden.
Tuchels Herangehensweise ist in meinen Augen ganz anders. Aus vielen Pressekonferenzen ging hervor, dass er sich und sein Trainerteam als Dienstleister sieht. Er will den Spielern Möglichkeiten aufzeigen und ihnen beibringen, in bestimmten Spielsituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Art der Formulierung suggeriert, dass die Freiheiten der Spieler erhalten werden sollen und sie im Rahmen des Systems ihre Kreativität ausleben dürfen. Natürlich kann man nicht einfach "Geht raus und spielt Fussball sagen" und hoffen, dass es klappt. Sicher gibt es auch in Tuchels System Richtlinien, an die sich alle zu halten haben. Aber ich habe das Gefühl, dass sie deutlich weniger einschnürend sind, als bei Guardiola. Deswegen glaube ich, dass ein Spieler wie Götze hier besser zurecht kommen sollte. Dabei ist es auch gar nicht so entscheidend, auf welcher Position er eingesetzt wird, solange es ihm gestattet ist, die Rolle auf seine Weise auszufüllen.
Ich war schon immer ein großer Fan von Guardiola und allem was mit dem FC Barcelona zu tun hat aber ich finde, er ist in seiner Zeit als Bayerntrainer nicht an seine eigene Brillanz aus Barca-Zeiten herangekommen. Man könnte jetzt natürlich nach den Ursachen dafür suchen und einige wurden ja eine Zeit lang in den Medien diskutiert aber mich persönlich interessieren eher die Folgen.
Es gibt auf Youtube einige Videos, in denen Tierry Henry erläutert, welche Anforderungen an ihn während seiner Zeit bei Barca gestellt wurden. Er formuliert das immer so, als wäre alles total positiv und als sei Guardiola der Vorreiter für den Fussball der Zukunft. Ich würde dem nicht komplett widersprechen aber ich bin der Ansicht, das Guardiolas Art, Fussball spielen zu lassen, eine eklatante Schwachstelle haben kann.
Henry erläutert, dass die Spieler in Guardiolas System bestimmte Aufgaben haben. In den ersten zwei Spielfelddritteln sollen alle Spieler ihre Position halten, dem Spiel Struktur geben und er benutzt häufiger der Ausdruck "Trust your teammates". Er erzähl auch eine Anekdote darüber, wie er mal seine Position verlassen hat, um Ballkontakte zu bekommen und ein bisschen mit Messi zu zaubern und dafür von Guardiola ausgewechselt wurde. Man soll also dem Verlangen, dem Mitspieler unbedingt helfen zu wollen, widerstehen und stattdessen an das große Ganze denken. Vertrauen in seine Mitspieler zu haben, ist natürlich grundsätzlich etwas positives und so wird das auch durch die Ausdrucksweise von Henry rübergebracht. Aber zwischen den Zeilen steht etwas ganz anderes: Es ist den Spielern nicht erlaubt, ihre eigene Kreativität auszuleben!
Henry sagt weiter, dass im letzten Spielfelddrittel die Aufgabenverteilung etwas freier ist. Die Spieler seien hier zum großen Teil selbst dafür verantwortlich, den Ball im Tor zu versenken. In den Spielen waren aber trotzdem immer wieder Mechanismen erkennbar, die sich wiederholt haben und somit einstudiert gewesen sein müssen. Dennoch wirkte zumindest alles etwas freier und fluider.
Bei den Bayern war meiner Ansicht nach vor allem in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr "frei" und fluid. Ich hatte das Gefühl, dass Guardiola nicht dasselbe Vertrauen in seine Spieler hatte, wie in Messi, Iniesta oder Xavi. Sein System rückte noch stärker in den Vordergrund, als es eh schon war. Die Kreativität der Spieler wurde noch stärker unterdrückt. Alles schien darauf ausgerichtet, den Ball sicher ins letzte Drittel zu bekommen, den Flügelspieler freizuspielen, die Flanke reinzubringen und falls der Ball abgewehrt werden sollte, sofort ins Gegenpressing zu gehen und den zweiten Ball zu erobern. Freiheiten für kreative Momente der Spieler schienen auf das absolute Minimum reduziert gewesen zu sein. Ribery hat sich ja nun auch negativ über Guardiola geäußert. Er habe kein Vertrauen gespürt und Fussball sei eigentlich ganz einfach, war in den Medien zu lesen. Das heißt nicht, dass Ribery Recht hat aber es passt ins Bild.
Mir scheint es so, als sei Götze ein Opfer des Guardiola-Systems geworden. In den Medien wurde häufig berichtet, Götze traue sich nicht, in Dribblings zu gehen oder mal was außergewöhnliches auszuprobieren. Ich behaupte, dass genau das von Guardiola untersagt gewesen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Druck seitens der Bayern, den Champions League Titel gewinnen zu müssen, dazu geführt hat, dass Guardiola den Faktor Glück komplett minimieren wollte. Dafür wollte er ein System erschaffen, was nicht davon abhängig ist, welche Spieler aufgestellt sind, sonders das die Spieler selbst trägt. Es sollte so perfekt sein, dass kreative Einzelaktionen unnötig wären und vor allem Verletzungen keinen so großen Einfluss auf die Performance des Systems hätten. Ich denke, das hat er im Großen und Ganzen auch gut hinbekommen aber es ist auch recht deutlich zu erkennen, dass es Spielertypen gibt, die darunter leiden.
Tuchels Herangehensweise ist in meinen Augen ganz anders. Aus vielen Pressekonferenzen ging hervor, dass er sich und sein Trainerteam als Dienstleister sieht. Er will den Spielern Möglichkeiten aufzeigen und ihnen beibringen, in bestimmten Spielsituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Art der Formulierung suggeriert, dass die Freiheiten der Spieler erhalten werden sollen und sie im Rahmen des Systems ihre Kreativität ausleben dürfen. Natürlich kann man nicht einfach "Geht raus und spielt Fussball sagen" und hoffen, dass es klappt. Sicher gibt es auch in Tuchels System Richtlinien, an die sich alle zu halten haben. Aber ich habe das Gefühl, dass sie deutlich weniger einschnürend sind, als bei Guardiola. Deswegen glaube ich, dass ein Spieler wie Götze hier besser zurecht kommen sollte. Dabei ist es auch gar nicht so entscheidend, auf welcher Position er eingesetzt wird, solange es ihm gestattet ist, die Rolle auf seine Weise auszufüllen.
Schöner Beitrag und ich denke auch das Götze irgendwie Opfer des 'Guardiolasystems' wurde. Ein ganz einfacher Beleg sind jegliche 'Skills and goals videos' von Mario. Der hat Dinger rausgehauen beim BVB! Kunststücke, wahnsinnstore, das war Kreativität pur! Es hat nicht immer geklappt, aber diese kreativen Momente sind der Grund weshalb er als Jahrhunderttalent galt!
Ob Götze jetzt unter Tuchel und mit mehr Freiheit auch nur ansatzweise der alte wird ist natürlich fraglich. Man kann nur hoffen !
Ich finde die Diskussion hier auch gerade sehr interessant, aber ich frage mich, warum man dabei nun wieder Götzes persönliches Leistungsvermögen außer acht läßt und alles mit Guardiolas System und dessen " Starrheit" begründen tut ?
Was über die generelle Spielweise in Peps Philosophie geschrieben wurde ist schon größtenteils richtig, ABER gerade Guardiola möchte ( und braucht ) für sein System, wie kaum ein zweiter Trainer, kreative, dribbelstarke Spieler, die das statische Grundgerüst des Ballbesitzes aufbrechen und durch individuelle Klasse Torchancen kreieren.
Das heißt, ein an sich starres Gebilde, das nur funktioniert, wenn alle ihre Positionen halten, wird erst zu einem torgefährlichem System, wenn es im Offensivbereich 2,3 Spieler gibt, die durch ihre individuelle Klasse enge Defensivreihen aufbrechen können.
Das war bei Barcelona so und auch bei Bayern.
Aber anscheinend hatte Götze spätestens 14/15 diese Fähigkeiten nicht mehr zur Genüge vorhanden, so das ihm Guardiola die Rolle als dribbelstarken Türöffner im Offensivbereich nicht mehr zutraute und deshalb Costa und Coman holte.
Im nachhinein ja auch eine sehr gute Idee, da die beiden genau das lieferten, was Bayern brauchte und Götze das halt aus oft genannten Gründen nicht mehr konnte.
Und wie man bei der N11 gut sehen konnte, hat sich seine Spielweise und Durchsetzungsstärke ja auch da stark geändert.
Bei der WM 14 konnte man zum ersten mal beobachten, das Götze es nicht mehr schaffte, sich im 1-1 durchzusetzen und Bälle verlor, die er noch 1,2 Jahre zuvor niemals abgegeben hätte. Bei der EM war das dann noch auffälliger.
Also zusammenfassend kann man sagen, das das System von Pep schon einen gewissen Einfluß auf Götze gehabt hat, aber ein Götze in der Form von 2012 hätte sich auch dort wahrscheinlich durchsetzen können, auch wenn die Spielweise für seine Art von Fußball nicht so förderlich war.
Aber die Kombination von engen Räumen, vielen statischen Situationen und Götzes nachlassender Spritzigkeit und Dynamik, waren am Ende eine tödliche Dosis...
03.08.2016 - 14:23 Uhr
Bin mal gespannt wann wir ihn das erste Mal im Testspiel sehen. Ob schon im 1. oder doch erst im 2. Spiel im TL. Ich denke, nach dem Spiel kann man, auch wenn natürlich vorher hart trainiert wird, einige Eindrücke mitnehmen.
03.08.2016 - 14:31 Uhr
Zitat von TangoDE
Bin mal gespannt wann wir ihn das erste Mal im Testspiel sehen. Ob schon im 1. oder doch erst im 2. Spiel im TL. Ich denke, nach dem Spiel kann man, auch wenn natürlich vorher hart trainiert wird, einige Eindrücke mitnehmen.
Bin mal gespannt wann wir ihn das erste Mal im Testspiel sehen. Ob schon im 1. oder doch erst im 2. Spiel im TL. Ich denke, nach dem Spiel kann man, auch wenn natürlich vorher hart trainiert wird, einige Eindrücke mitnehmen.
Man sollte hier generell keine Gedankenspiele bezüglich seiner Rolle, Position und Erwartungen formulieren, solange Ihn Tuchel nicht richtig begutachtet, eingeschätzt und in Testspielen eingesetzt hat.
Erst dann weiß man doch, wo Mario zur Zeit überhaupt steht ...
03.08.2016 - 14:36 Uhr
Zitat von an_neum
Ich finde die Diskussion hier auch gerade sehr interessant, aber ich frage mich, warum man dabei nun wieder Götzes persönliches Leistungsvermögen außer acht läßt und alles mit Guardiolas System und dessen " Starrheit" begründen tut ?
Was über die generelle Spielweise in Peps Philosophie geschrieben wurde ist schon größtenteils richtig, ABER gerade Guardiola möchte ( und braucht ) für sein System, wie kaum ein zweiter Trainer, kreative, dribbelstarke Spieler, die das statische Grundgerüst des Ballbesitzes aufbrechen und durch individuelle Klasse Torchancen kreieren.
Das heißt, ein an sich starres Gebilde, das nur funktioniert, wenn alle ihre Positionen halten, wird erst zu einem torgefährlichem System, wenn es im Offensivbereich 2,3 Spieler gibt, die durch ihre individuelle Klasse enge Defensivreihen aufbrechen können.
Das war bei Barcelona so und auch bei Bayern.
Aber anscheinend hatte Götze spätestens 14/15 diese Fähigkeiten nicht mehr zur Genüge vorhanden, so das ihm Guardiola die Rolle als dribbelstarken Türöffner im Offensivbereich nicht mehr zutraute und deshalb Costa und Coman holte.
Im nachhinein ja auch eine sehr gute Idee, da die beiden genau das lieferten, was Bayern brauchte und Götze das halt aus oft genannten Gründen nicht mehr konnte.
Und wie man bei der N11 gut sehen konnte, hat sich seine Spielweise und Durchsetzungsstärke ja auch da stark geändert.
Bei der WM 14 konnte man zum ersten mal beobachten, das Götze es nicht mehr schaffte, sich im 1-1 durchzusetzen und Bälle verlor, die er noch 1,2 Jahre zuvor niemals abgegeben hätte. Bei der EM war das dann noch auffälliger.
Also zusammenfassend kann man sagen, das das System von Pep schon einen gewissen Einfluß auf Götze gehabt hat, aber ein Götze in der Form von 2012 hätte sich auch dort wahrscheinlich durchsetzen können, auch wenn die Spielweise für seine Art von Fußball nicht so förderlich war.
Aber die Kombination von engen Räumen, vielen statischen Situationen und Götzes nachlassender Spritzigkeit und Dynamik, waren am Ende eine tödliche Dosis...
Zitat von mrobvious
Schöner Beitrag und ich denke auch das Götze irgendwie Opfer des 'Guardiolasystems' wurde. Ein ganz einfacher Beleg sind jegliche 'Skills and goals videos' von Mario. Der hat Dinger rausgehauen beim BVB! Kunststücke, wahnsinnstore, das war Kreativität pur! Es hat nicht immer geklappt, aber diese kreativen Momente sind der Grund weshalb er als Jahrhunderttalent galt!
Ob Götze jetzt unter Tuchel und mit mehr Freiheit auch nur ansatzweise der alte wird ist natürlich fraglich. Man kann nur hoffen !
Zitat von oink90
Ich war schon immer ein großer Fan von Guardiola und allem was mit dem FC Barcelona zu tun hat aber ich finde, er ist in seiner Zeit als Bayerntrainer nicht an seine eigene Brillanz aus Barca-Zeiten herangekommen. Man könnte jetzt natürlich nach den Ursachen dafür suchen und einige wurden ja eine Zeit lang in den Medien diskutiert aber mich persönlich interessieren eher die Folgen.
Es gibt auf Youtube einige Videos, in denen Tierry Henry erläutert, welche Anforderungen an ihn während seiner Zeit bei Barca gestellt wurden. Er formuliert das immer so, als wäre alles total positiv und als sei Guardiola der Vorreiter für den Fussball der Zukunft. Ich würde dem nicht komplett widersprechen aber ich bin der Ansicht, das Guardiolas Art, Fussball spielen zu lassen, eine eklatante Schwachstelle haben kann.
Henry erläutert, dass die Spieler in Guardiolas System bestimmte Aufgaben haben. In den ersten zwei Spielfelddritteln sollen alle Spieler ihre Position halten, dem Spiel Struktur geben und er benutzt häufiger der Ausdruck "Trust your teammates". Er erzähl auch eine Anekdote darüber, wie er mal seine Position verlassen hat, um Ballkontakte zu bekommen und ein bisschen mit Messi zu zaubern und dafür von Guardiola ausgewechselt wurde. Man soll also dem Verlangen, dem Mitspieler unbedingt helfen zu wollen, widerstehen und stattdessen an das große Ganze denken. Vertrauen in seine Mitspieler zu haben, ist natürlich grundsätzlich etwas positives und so wird das auch durch die Ausdrucksweise von Henry rübergebracht. Aber zwischen den Zeilen steht etwas ganz anderes: Es ist den Spielern nicht erlaubt, ihre eigene Kreativität auszuleben!
Henry sagt weiter, dass im letzten Spielfelddrittel die Aufgabenverteilung etwas freier ist. Die Spieler seien hier zum großen Teil selbst dafür verantwortlich, den Ball im Tor zu versenken. In den Spielen waren aber trotzdem immer wieder Mechanismen erkennbar, die sich wiederholt haben und somit einstudiert gewesen sein müssen. Dennoch wirkte zumindest alles etwas freier und fluider.
Bei den Bayern war meiner Ansicht nach vor allem in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr "frei" und fluid. Ich hatte das Gefühl, dass Guardiola nicht dasselbe Vertrauen in seine Spieler hatte, wie in Messi, Iniesta oder Xavi. Sein System rückte noch stärker in den Vordergrund, als es eh schon war. Die Kreativität der Spieler wurde noch stärker unterdrückt. Alles schien darauf ausgerichtet, den Ball sicher ins letzte Drittel zu bekommen, den Flügelspieler freizuspielen, die Flanke reinzubringen und falls der Ball abgewehrt werden sollte, sofort ins Gegenpressing zu gehen und den zweiten Ball zu erobern. Freiheiten für kreative Momente der Spieler schienen auf das absolute Minimum reduziert gewesen zu sein. Ribery hat sich ja nun auch negativ über Guardiola geäußert. Er habe kein Vertrauen gespürt und Fussball sei eigentlich ganz einfach, war in den Medien zu lesen. Das heißt nicht, dass Ribery Recht hat aber es passt ins Bild.
Mir scheint es so, als sei Götze ein Opfer des Guardiola-Systems geworden. In den Medien wurde häufig berichtet, Götze traue sich nicht, in Dribblings zu gehen oder mal was außergewöhnliches auszuprobieren. Ich behaupte, dass genau das von Guardiola untersagt gewesen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Druck seitens der Bayern, den Champions League Titel gewinnen zu müssen, dazu geführt hat, dass Guardiola den Faktor Glück komplett minimieren wollte. Dafür wollte er ein System erschaffen, was nicht davon abhängig ist, welche Spieler aufgestellt sind, sonders das die Spieler selbst trägt. Es sollte so perfekt sein, dass kreative Einzelaktionen unnötig wären und vor allem Verletzungen keinen so großen Einfluss auf die Performance des Systems hätten. Ich denke, das hat er im Großen und Ganzen auch gut hinbekommen aber es ist auch recht deutlich zu erkennen, dass es Spielertypen gibt, die darunter leiden.
Tuchels Herangehensweise ist in meinen Augen ganz anders. Aus vielen Pressekonferenzen ging hervor, dass er sich und sein Trainerteam als Dienstleister sieht. Er will den Spielern Möglichkeiten aufzeigen und ihnen beibringen, in bestimmten Spielsituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Art der Formulierung suggeriert, dass die Freiheiten der Spieler erhalten werden sollen und sie im Rahmen des Systems ihre Kreativität ausleben dürfen. Natürlich kann man nicht einfach "Geht raus und spielt Fussball sagen" und hoffen, dass es klappt. Sicher gibt es auch in Tuchels System Richtlinien, an die sich alle zu halten haben. Aber ich habe das Gefühl, dass sie deutlich weniger einschnürend sind, als bei Guardiola. Deswegen glaube ich, dass ein Spieler wie Götze hier besser zurecht kommen sollte. Dabei ist es auch gar nicht so entscheidend, auf welcher Position er eingesetzt wird, solange es ihm gestattet ist, die Rolle auf seine Weise auszufüllen.
Ich war schon immer ein großer Fan von Guardiola und allem was mit dem FC Barcelona zu tun hat aber ich finde, er ist in seiner Zeit als Bayerntrainer nicht an seine eigene Brillanz aus Barca-Zeiten herangekommen. Man könnte jetzt natürlich nach den Ursachen dafür suchen und einige wurden ja eine Zeit lang in den Medien diskutiert aber mich persönlich interessieren eher die Folgen.
Es gibt auf Youtube einige Videos, in denen Tierry Henry erläutert, welche Anforderungen an ihn während seiner Zeit bei Barca gestellt wurden. Er formuliert das immer so, als wäre alles total positiv und als sei Guardiola der Vorreiter für den Fussball der Zukunft. Ich würde dem nicht komplett widersprechen aber ich bin der Ansicht, das Guardiolas Art, Fussball spielen zu lassen, eine eklatante Schwachstelle haben kann.
Henry erläutert, dass die Spieler in Guardiolas System bestimmte Aufgaben haben. In den ersten zwei Spielfelddritteln sollen alle Spieler ihre Position halten, dem Spiel Struktur geben und er benutzt häufiger der Ausdruck "Trust your teammates". Er erzähl auch eine Anekdote darüber, wie er mal seine Position verlassen hat, um Ballkontakte zu bekommen und ein bisschen mit Messi zu zaubern und dafür von Guardiola ausgewechselt wurde. Man soll also dem Verlangen, dem Mitspieler unbedingt helfen zu wollen, widerstehen und stattdessen an das große Ganze denken. Vertrauen in seine Mitspieler zu haben, ist natürlich grundsätzlich etwas positives und so wird das auch durch die Ausdrucksweise von Henry rübergebracht. Aber zwischen den Zeilen steht etwas ganz anderes: Es ist den Spielern nicht erlaubt, ihre eigene Kreativität auszuleben!
Henry sagt weiter, dass im letzten Spielfelddrittel die Aufgabenverteilung etwas freier ist. Die Spieler seien hier zum großen Teil selbst dafür verantwortlich, den Ball im Tor zu versenken. In den Spielen waren aber trotzdem immer wieder Mechanismen erkennbar, die sich wiederholt haben und somit einstudiert gewesen sein müssen. Dennoch wirkte zumindest alles etwas freier und fluider.
Bei den Bayern war meiner Ansicht nach vor allem in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr "frei" und fluid. Ich hatte das Gefühl, dass Guardiola nicht dasselbe Vertrauen in seine Spieler hatte, wie in Messi, Iniesta oder Xavi. Sein System rückte noch stärker in den Vordergrund, als es eh schon war. Die Kreativität der Spieler wurde noch stärker unterdrückt. Alles schien darauf ausgerichtet, den Ball sicher ins letzte Drittel zu bekommen, den Flügelspieler freizuspielen, die Flanke reinzubringen und falls der Ball abgewehrt werden sollte, sofort ins Gegenpressing zu gehen und den zweiten Ball zu erobern. Freiheiten für kreative Momente der Spieler schienen auf das absolute Minimum reduziert gewesen zu sein. Ribery hat sich ja nun auch negativ über Guardiola geäußert. Er habe kein Vertrauen gespürt und Fussball sei eigentlich ganz einfach, war in den Medien zu lesen. Das heißt nicht, dass Ribery Recht hat aber es passt ins Bild.
Mir scheint es so, als sei Götze ein Opfer des Guardiola-Systems geworden. In den Medien wurde häufig berichtet, Götze traue sich nicht, in Dribblings zu gehen oder mal was außergewöhnliches auszuprobieren. Ich behaupte, dass genau das von Guardiola untersagt gewesen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Druck seitens der Bayern, den Champions League Titel gewinnen zu müssen, dazu geführt hat, dass Guardiola den Faktor Glück komplett minimieren wollte. Dafür wollte er ein System erschaffen, was nicht davon abhängig ist, welche Spieler aufgestellt sind, sonders das die Spieler selbst trägt. Es sollte so perfekt sein, dass kreative Einzelaktionen unnötig wären und vor allem Verletzungen keinen so großen Einfluss auf die Performance des Systems hätten. Ich denke, das hat er im Großen und Ganzen auch gut hinbekommen aber es ist auch recht deutlich zu erkennen, dass es Spielertypen gibt, die darunter leiden.
Tuchels Herangehensweise ist in meinen Augen ganz anders. Aus vielen Pressekonferenzen ging hervor, dass er sich und sein Trainerteam als Dienstleister sieht. Er will den Spielern Möglichkeiten aufzeigen und ihnen beibringen, in bestimmten Spielsituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Art der Formulierung suggeriert, dass die Freiheiten der Spieler erhalten werden sollen und sie im Rahmen des Systems ihre Kreativität ausleben dürfen. Natürlich kann man nicht einfach "Geht raus und spielt Fussball sagen" und hoffen, dass es klappt. Sicher gibt es auch in Tuchels System Richtlinien, an die sich alle zu halten haben. Aber ich habe das Gefühl, dass sie deutlich weniger einschnürend sind, als bei Guardiola. Deswegen glaube ich, dass ein Spieler wie Götze hier besser zurecht kommen sollte. Dabei ist es auch gar nicht so entscheidend, auf welcher Position er eingesetzt wird, solange es ihm gestattet ist, die Rolle auf seine Weise auszufüllen.
Schöner Beitrag und ich denke auch das Götze irgendwie Opfer des 'Guardiolasystems' wurde. Ein ganz einfacher Beleg sind jegliche 'Skills and goals videos' von Mario. Der hat Dinger rausgehauen beim BVB! Kunststücke, wahnsinnstore, das war Kreativität pur! Es hat nicht immer geklappt, aber diese kreativen Momente sind der Grund weshalb er als Jahrhunderttalent galt!
Ob Götze jetzt unter Tuchel und mit mehr Freiheit auch nur ansatzweise der alte wird ist natürlich fraglich. Man kann nur hoffen !
Ich finde die Diskussion hier auch gerade sehr interessant, aber ich frage mich, warum man dabei nun wieder Götzes persönliches Leistungsvermögen außer acht läßt und alles mit Guardiolas System und dessen " Starrheit" begründen tut ?
Was über die generelle Spielweise in Peps Philosophie geschrieben wurde ist schon größtenteils richtig, ABER gerade Guardiola möchte ( und braucht ) für sein System, wie kaum ein zweiter Trainer, kreative, dribbelstarke Spieler, die das statische Grundgerüst des Ballbesitzes aufbrechen und durch individuelle Klasse Torchancen kreieren.
Das heißt, ein an sich starres Gebilde, das nur funktioniert, wenn alle ihre Positionen halten, wird erst zu einem torgefährlichem System, wenn es im Offensivbereich 2,3 Spieler gibt, die durch ihre individuelle Klasse enge Defensivreihen aufbrechen können.
Das war bei Barcelona so und auch bei Bayern.
Aber anscheinend hatte Götze spätestens 14/15 diese Fähigkeiten nicht mehr zur Genüge vorhanden, so das ihm Guardiola die Rolle als dribbelstarken Türöffner im Offensivbereich nicht mehr zutraute und deshalb Costa und Coman holte.
Im nachhinein ja auch eine sehr gute Idee, da die beiden genau das lieferten, was Bayern brauchte und Götze das halt aus oft genannten Gründen nicht mehr konnte.
Und wie man bei der N11 gut sehen konnte, hat sich seine Spielweise und Durchsetzungsstärke ja auch da stark geändert.
Bei der WM 14 konnte man zum ersten mal beobachten, das Götze es nicht mehr schaffte, sich im 1-1 durchzusetzen und Bälle verlor, die er noch 1,2 Jahre zuvor niemals abgegeben hätte. Bei der EM war das dann noch auffälliger.
Also zusammenfassend kann man sagen, das das System von Pep schon einen gewissen Einfluß auf Götze gehabt hat, aber ein Götze in der Form von 2012 hätte sich auch dort wahrscheinlich durchsetzen können, auch wenn die Spielweise für seine Art von Fußball nicht so förderlich war.
Aber die Kombination von engen Räumen, vielen statischen Situationen und Götzes nachlassender Spritzigkeit und Dynamik, waren am Ende eine tödliche Dosis...
Klar hat das letztendlich dazu beigetragen, dass Götze das Rennen auf den Außen verloren hat, aber wenn man sich mal anschaut, welchen Typ Spieler Guardiola da am liebsten hat, war das Projekt Götze von Anfang an zum scheitern verurteilt. Zu Robben und Ribery sind noch Costa und Coman gekommen. Die haben zwar einiges gemeinsam mit Götze, allerdings sind das dann doch andere Spielertypen. Alle explosiv im Antritt, hohes Endtempo, starke 1gg1 Skills, suchen alle den direkten Abschluss, können aber auch zur Grundlinie durch marschieren und einen Mitspieler suchen, da auch alle auf engem Raum kombinationsfreudig bleiben. Übrigens hat sich Guardiola mit Sané wieder genau so einen Typen nach England geholt. Also das Beuteschema ist klar. ( Wollte am Anfang ja auch lieber Neymar als Götze, ebenso der selbe Typ ) Wenn dann noch dazukommt, dass Götze seine Kreativität nicht in vollen Zügen ausleben durfte, dann wird mir gerade einiges klar.
03.08.2016 - 14:41 Uhr
Zitat von an_neum
Man sollte hier generell keine Gedankenspiele bezüglich seiner Rolle, Position und Erwartungen formulieren, solange Ihn Tuchel nicht richtig begutachtet, eingeschätzt und in Testspielen eingesetzt hat.
Erst dann weiß man doch, wo Mario zur Zeit überhaupt steht ...
Zitat von TangoDE
Bin mal gespannt wann wir ihn das erste Mal im Testspiel sehen. Ob schon im 1. oder doch erst im 2. Spiel im TL. Ich denke, nach dem Spiel kann man, auch wenn natürlich vorher hart trainiert wird, einige Eindrücke mitnehmen.
Bin mal gespannt wann wir ihn das erste Mal im Testspiel sehen. Ob schon im 1. oder doch erst im 2. Spiel im TL. Ich denke, nach dem Spiel kann man, auch wenn natürlich vorher hart trainiert wird, einige Eindrücke mitnehmen.
Man sollte hier generell keine Gedankenspiele bezüglich seiner Rolle, Position und Erwartungen formulieren, solange Ihn Tuchel nicht richtig begutachtet, eingeschätzt und in Testspielen eingesetzt hat.
Erst dann weiß man doch, wo Mario zur Zeit überhaupt steht ...
Ja stimme dir da voll zu. Aber gerade das macht doch auch einen Teil der hier geführten, sich ewig im Kreis drehenden Diskussionen überflüssig.
03.08.2016 - 15:00 Uhr
Zitat von MR1708
Klar hat das letztendlich dazu beigetragen, dass Götze das Rennen auf den Außen verloren hat, aber wenn man sich mal anschaut, welchen Typ Spieler Guardiola da am liebsten hat, war das Projekt Götze von Anfang an zum scheitern verurteilt. Zu Robben und Ribery sind noch Costa und Coman gekommen. Die haben zwar einiges gemeinsam mit Götze, allerdings sind das dann doch andere Spielertypen. Alle explosiv im Antritt, hohes Endtempo, starke 1gg1 Skills, suchen alle den direkten Abschluss, können aber auch zur Grundlinie durch marschieren und einen Mitspieler suchen, da auch alle auf engem Raum kombinationsfreudig bleiben. Übrigens hat sich Guardiola mit Sané wieder genau so einen Typen nach England geholt. Also das Beuteschema ist klar. ( Wollte am Anfang ja auch lieber Neymar als Götze, ebenso der selbe Typ ) Wenn dann noch dazukommt, dass Götze seine Kreativität nicht in vollen Zügen ausleben durfte, dann wird mir gerade einiges klar.
Zitat von an_neum
Ich finde die Diskussion hier auch gerade sehr interessant, aber ich frage mich, warum man dabei nun wieder Götzes persönliches Leistungsvermögen außer acht läßt und alles mit Guardiolas System und dessen " Starrheit" begründen tut ?
Was über die generelle Spielweise in Peps Philosophie geschrieben wurde ist schon größtenteils richtig, ABER gerade Guardiola möchte ( und braucht ) für sein System, wie kaum ein zweiter Trainer, kreative, dribbelstarke Spieler, die das statische Grundgerüst des Ballbesitzes aufbrechen und durch individuelle Klasse Torchancen kreieren.
Das heißt, ein an sich starres Gebilde, das nur funktioniert, wenn alle ihre Positionen halten, wird erst zu einem torgefährlichem System, wenn es im Offensivbereich 2,3 Spieler gibt, die durch ihre individuelle Klasse enge Defensivreihen aufbrechen können.
Das war bei Barcelona so und auch bei Bayern.
Aber anscheinend hatte Götze spätestens 14/15 diese Fähigkeiten nicht mehr zur Genüge vorhanden, so das ihm Guardiola die Rolle als dribbelstarken Türöffner im Offensivbereich nicht mehr zutraute und deshalb Costa und Coman holte.
Im nachhinein ja auch eine sehr gute Idee, da die beiden genau das lieferten, was Bayern brauchte und Götze das halt aus oft genannten Gründen nicht mehr konnte.
Und wie man bei der N11 gut sehen konnte, hat sich seine Spielweise und Durchsetzungsstärke ja auch da stark geändert.
Bei der WM 14 konnte man zum ersten mal beobachten, das Götze es nicht mehr schaffte, sich im 1-1 durchzusetzen und Bälle verlor, die er noch 1,2 Jahre zuvor niemals abgegeben hätte. Bei der EM war das dann noch auffälliger.
Also zusammenfassend kann man sagen, das das System von Pep schon einen gewissen Einfluß auf Götze gehabt hat, aber ein Götze in der Form von 2012 hätte sich auch dort wahrscheinlich durchsetzen können, auch wenn die Spielweise für seine Art von Fußball nicht so förderlich war.
Aber die Kombination von engen Räumen, vielen statischen Situationen und Götzes nachlassender Spritzigkeit und Dynamik, waren am Ende eine tödliche Dosis...
Zitat von mrobvious
Schöner Beitrag und ich denke auch das Götze irgendwie Opfer des 'Guardiolasystems' wurde. Ein ganz einfacher Beleg sind jegliche 'Skills and goals videos' von Mario. Der hat Dinger rausgehauen beim BVB! Kunststücke, wahnsinnstore, das war Kreativität pur! Es hat nicht immer geklappt, aber diese kreativen Momente sind der Grund weshalb er als Jahrhunderttalent galt!
Ob Götze jetzt unter Tuchel und mit mehr Freiheit auch nur ansatzweise der alte wird ist natürlich fraglich. Man kann nur hoffen !
Zitat von oink90
Ich war schon immer ein großer Fan von Guardiola und allem was mit dem FC Barcelona zu tun hat aber ich finde, er ist in seiner Zeit als Bayerntrainer nicht an seine eigene Brillanz aus Barca-Zeiten herangekommen. Man könnte jetzt natürlich nach den Ursachen dafür suchen und einige wurden ja eine Zeit lang in den Medien diskutiert aber mich persönlich interessieren eher die Folgen.
Es gibt auf Youtube einige Videos, in denen Tierry Henry erläutert, welche Anforderungen an ihn während seiner Zeit bei Barca gestellt wurden. Er formuliert das immer so, als wäre alles total positiv und als sei Guardiola der Vorreiter für den Fussball der Zukunft. Ich würde dem nicht komplett widersprechen aber ich bin der Ansicht, das Guardiolas Art, Fussball spielen zu lassen, eine eklatante Schwachstelle haben kann.
Henry erläutert, dass die Spieler in Guardiolas System bestimmte Aufgaben haben. In den ersten zwei Spielfelddritteln sollen alle Spieler ihre Position halten, dem Spiel Struktur geben und er benutzt häufiger der Ausdruck "Trust your teammates". Er erzähl auch eine Anekdote darüber, wie er mal seine Position verlassen hat, um Ballkontakte zu bekommen und ein bisschen mit Messi zu zaubern und dafür von Guardiola ausgewechselt wurde. Man soll also dem Verlangen, dem Mitspieler unbedingt helfen zu wollen, widerstehen und stattdessen an das große Ganze denken. Vertrauen in seine Mitspieler zu haben, ist natürlich grundsätzlich etwas positives und so wird das auch durch die Ausdrucksweise von Henry rübergebracht. Aber zwischen den Zeilen steht etwas ganz anderes: Es ist den Spielern nicht erlaubt, ihre eigene Kreativität auszuleben!
Henry sagt weiter, dass im letzten Spielfelddrittel die Aufgabenverteilung etwas freier ist. Die Spieler seien hier zum großen Teil selbst dafür verantwortlich, den Ball im Tor zu versenken. In den Spielen waren aber trotzdem immer wieder Mechanismen erkennbar, die sich wiederholt haben und somit einstudiert gewesen sein müssen. Dennoch wirkte zumindest alles etwas freier und fluider.
Bei den Bayern war meiner Ansicht nach vor allem in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr "frei" und fluid. Ich hatte das Gefühl, dass Guardiola nicht dasselbe Vertrauen in seine Spieler hatte, wie in Messi, Iniesta oder Xavi. Sein System rückte noch stärker in den Vordergrund, als es eh schon war. Die Kreativität der Spieler wurde noch stärker unterdrückt. Alles schien darauf ausgerichtet, den Ball sicher ins letzte Drittel zu bekommen, den Flügelspieler freizuspielen, die Flanke reinzubringen und falls der Ball abgewehrt werden sollte, sofort ins Gegenpressing zu gehen und den zweiten Ball zu erobern. Freiheiten für kreative Momente der Spieler schienen auf das absolute Minimum reduziert gewesen zu sein. Ribery hat sich ja nun auch negativ über Guardiola geäußert. Er habe kein Vertrauen gespürt und Fussball sei eigentlich ganz einfach, war in den Medien zu lesen. Das heißt nicht, dass Ribery Recht hat aber es passt ins Bild.
Mir scheint es so, als sei Götze ein Opfer des Guardiola-Systems geworden. In den Medien wurde häufig berichtet, Götze traue sich nicht, in Dribblings zu gehen oder mal was außergewöhnliches auszuprobieren. Ich behaupte, dass genau das von Guardiola untersagt gewesen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Druck seitens der Bayern, den Champions League Titel gewinnen zu müssen, dazu geführt hat, dass Guardiola den Faktor Glück komplett minimieren wollte. Dafür wollte er ein System erschaffen, was nicht davon abhängig ist, welche Spieler aufgestellt sind, sonders das die Spieler selbst trägt. Es sollte so perfekt sein, dass kreative Einzelaktionen unnötig wären und vor allem Verletzungen keinen so großen Einfluss auf die Performance des Systems hätten. Ich denke, das hat er im Großen und Ganzen auch gut hinbekommen aber es ist auch recht deutlich zu erkennen, dass es Spielertypen gibt, die darunter leiden.
Tuchels Herangehensweise ist in meinen Augen ganz anders. Aus vielen Pressekonferenzen ging hervor, dass er sich und sein Trainerteam als Dienstleister sieht. Er will den Spielern Möglichkeiten aufzeigen und ihnen beibringen, in bestimmten Spielsituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Art der Formulierung suggeriert, dass die Freiheiten der Spieler erhalten werden sollen und sie im Rahmen des Systems ihre Kreativität ausleben dürfen. Natürlich kann man nicht einfach "Geht raus und spielt Fussball sagen" und hoffen, dass es klappt. Sicher gibt es auch in Tuchels System Richtlinien, an die sich alle zu halten haben. Aber ich habe das Gefühl, dass sie deutlich weniger einschnürend sind, als bei Guardiola. Deswegen glaube ich, dass ein Spieler wie Götze hier besser zurecht kommen sollte. Dabei ist es auch gar nicht so entscheidend, auf welcher Position er eingesetzt wird, solange es ihm gestattet ist, die Rolle auf seine Weise auszufüllen.
Ich war schon immer ein großer Fan von Guardiola und allem was mit dem FC Barcelona zu tun hat aber ich finde, er ist in seiner Zeit als Bayerntrainer nicht an seine eigene Brillanz aus Barca-Zeiten herangekommen. Man könnte jetzt natürlich nach den Ursachen dafür suchen und einige wurden ja eine Zeit lang in den Medien diskutiert aber mich persönlich interessieren eher die Folgen.
Es gibt auf Youtube einige Videos, in denen Tierry Henry erläutert, welche Anforderungen an ihn während seiner Zeit bei Barca gestellt wurden. Er formuliert das immer so, als wäre alles total positiv und als sei Guardiola der Vorreiter für den Fussball der Zukunft. Ich würde dem nicht komplett widersprechen aber ich bin der Ansicht, das Guardiolas Art, Fussball spielen zu lassen, eine eklatante Schwachstelle haben kann.
Henry erläutert, dass die Spieler in Guardiolas System bestimmte Aufgaben haben. In den ersten zwei Spielfelddritteln sollen alle Spieler ihre Position halten, dem Spiel Struktur geben und er benutzt häufiger der Ausdruck "Trust your teammates". Er erzähl auch eine Anekdote darüber, wie er mal seine Position verlassen hat, um Ballkontakte zu bekommen und ein bisschen mit Messi zu zaubern und dafür von Guardiola ausgewechselt wurde. Man soll also dem Verlangen, dem Mitspieler unbedingt helfen zu wollen, widerstehen und stattdessen an das große Ganze denken. Vertrauen in seine Mitspieler zu haben, ist natürlich grundsätzlich etwas positives und so wird das auch durch die Ausdrucksweise von Henry rübergebracht. Aber zwischen den Zeilen steht etwas ganz anderes: Es ist den Spielern nicht erlaubt, ihre eigene Kreativität auszuleben!
Henry sagt weiter, dass im letzten Spielfelddrittel die Aufgabenverteilung etwas freier ist. Die Spieler seien hier zum großen Teil selbst dafür verantwortlich, den Ball im Tor zu versenken. In den Spielen waren aber trotzdem immer wieder Mechanismen erkennbar, die sich wiederholt haben und somit einstudiert gewesen sein müssen. Dennoch wirkte zumindest alles etwas freier und fluider.
Bei den Bayern war meiner Ansicht nach vor allem in der letzten Saison so gut wie gar nichts mehr "frei" und fluid. Ich hatte das Gefühl, dass Guardiola nicht dasselbe Vertrauen in seine Spieler hatte, wie in Messi, Iniesta oder Xavi. Sein System rückte noch stärker in den Vordergrund, als es eh schon war. Die Kreativität der Spieler wurde noch stärker unterdrückt. Alles schien darauf ausgerichtet, den Ball sicher ins letzte Drittel zu bekommen, den Flügelspieler freizuspielen, die Flanke reinzubringen und falls der Ball abgewehrt werden sollte, sofort ins Gegenpressing zu gehen und den zweiten Ball zu erobern. Freiheiten für kreative Momente der Spieler schienen auf das absolute Minimum reduziert gewesen zu sein. Ribery hat sich ja nun auch negativ über Guardiola geäußert. Er habe kein Vertrauen gespürt und Fussball sei eigentlich ganz einfach, war in den Medien zu lesen. Das heißt nicht, dass Ribery Recht hat aber es passt ins Bild.
Mir scheint es so, als sei Götze ein Opfer des Guardiola-Systems geworden. In den Medien wurde häufig berichtet, Götze traue sich nicht, in Dribblings zu gehen oder mal was außergewöhnliches auszuprobieren. Ich behaupte, dass genau das von Guardiola untersagt gewesen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Druck seitens der Bayern, den Champions League Titel gewinnen zu müssen, dazu geführt hat, dass Guardiola den Faktor Glück komplett minimieren wollte. Dafür wollte er ein System erschaffen, was nicht davon abhängig ist, welche Spieler aufgestellt sind, sonders das die Spieler selbst trägt. Es sollte so perfekt sein, dass kreative Einzelaktionen unnötig wären und vor allem Verletzungen keinen so großen Einfluss auf die Performance des Systems hätten. Ich denke, das hat er im Großen und Ganzen auch gut hinbekommen aber es ist auch recht deutlich zu erkennen, dass es Spielertypen gibt, die darunter leiden.
Tuchels Herangehensweise ist in meinen Augen ganz anders. Aus vielen Pressekonferenzen ging hervor, dass er sich und sein Trainerteam als Dienstleister sieht. Er will den Spielern Möglichkeiten aufzeigen und ihnen beibringen, in bestimmten Spielsituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Art der Formulierung suggeriert, dass die Freiheiten der Spieler erhalten werden sollen und sie im Rahmen des Systems ihre Kreativität ausleben dürfen. Natürlich kann man nicht einfach "Geht raus und spielt Fussball sagen" und hoffen, dass es klappt. Sicher gibt es auch in Tuchels System Richtlinien, an die sich alle zu halten haben. Aber ich habe das Gefühl, dass sie deutlich weniger einschnürend sind, als bei Guardiola. Deswegen glaube ich, dass ein Spieler wie Götze hier besser zurecht kommen sollte. Dabei ist es auch gar nicht so entscheidend, auf welcher Position er eingesetzt wird, solange es ihm gestattet ist, die Rolle auf seine Weise auszufüllen.
Schöner Beitrag und ich denke auch das Götze irgendwie Opfer des 'Guardiolasystems' wurde. Ein ganz einfacher Beleg sind jegliche 'Skills and goals videos' von Mario. Der hat Dinger rausgehauen beim BVB! Kunststücke, wahnsinnstore, das war Kreativität pur! Es hat nicht immer geklappt, aber diese kreativen Momente sind der Grund weshalb er als Jahrhunderttalent galt!
Ob Götze jetzt unter Tuchel und mit mehr Freiheit auch nur ansatzweise der alte wird ist natürlich fraglich. Man kann nur hoffen !
Ich finde die Diskussion hier auch gerade sehr interessant, aber ich frage mich, warum man dabei nun wieder Götzes persönliches Leistungsvermögen außer acht läßt und alles mit Guardiolas System und dessen " Starrheit" begründen tut ?
Was über die generelle Spielweise in Peps Philosophie geschrieben wurde ist schon größtenteils richtig, ABER gerade Guardiola möchte ( und braucht ) für sein System, wie kaum ein zweiter Trainer, kreative, dribbelstarke Spieler, die das statische Grundgerüst des Ballbesitzes aufbrechen und durch individuelle Klasse Torchancen kreieren.
Das heißt, ein an sich starres Gebilde, das nur funktioniert, wenn alle ihre Positionen halten, wird erst zu einem torgefährlichem System, wenn es im Offensivbereich 2,3 Spieler gibt, die durch ihre individuelle Klasse enge Defensivreihen aufbrechen können.
Das war bei Barcelona so und auch bei Bayern.
Aber anscheinend hatte Götze spätestens 14/15 diese Fähigkeiten nicht mehr zur Genüge vorhanden, so das ihm Guardiola die Rolle als dribbelstarken Türöffner im Offensivbereich nicht mehr zutraute und deshalb Costa und Coman holte.
Im nachhinein ja auch eine sehr gute Idee, da die beiden genau das lieferten, was Bayern brauchte und Götze das halt aus oft genannten Gründen nicht mehr konnte.
Und wie man bei der N11 gut sehen konnte, hat sich seine Spielweise und Durchsetzungsstärke ja auch da stark geändert.
Bei der WM 14 konnte man zum ersten mal beobachten, das Götze es nicht mehr schaffte, sich im 1-1 durchzusetzen und Bälle verlor, die er noch 1,2 Jahre zuvor niemals abgegeben hätte. Bei der EM war das dann noch auffälliger.
Also zusammenfassend kann man sagen, das das System von Pep schon einen gewissen Einfluß auf Götze gehabt hat, aber ein Götze in der Form von 2012 hätte sich auch dort wahrscheinlich durchsetzen können, auch wenn die Spielweise für seine Art von Fußball nicht so förderlich war.
Aber die Kombination von engen Räumen, vielen statischen Situationen und Götzes nachlassender Spritzigkeit und Dynamik, waren am Ende eine tödliche Dosis...
Klar hat das letztendlich dazu beigetragen, dass Götze das Rennen auf den Außen verloren hat, aber wenn man sich mal anschaut, welchen Typ Spieler Guardiola da am liebsten hat, war das Projekt Götze von Anfang an zum scheitern verurteilt. Zu Robben und Ribery sind noch Costa und Coman gekommen. Die haben zwar einiges gemeinsam mit Götze, allerdings sind das dann doch andere Spielertypen. Alle explosiv im Antritt, hohes Endtempo, starke 1gg1 Skills, suchen alle den direkten Abschluss, können aber auch zur Grundlinie durch marschieren und einen Mitspieler suchen, da auch alle auf engem Raum kombinationsfreudig bleiben. Übrigens hat sich Guardiola mit Sané wieder genau so einen Typen nach England geholt. Also das Beuteschema ist klar. ( Wollte am Anfang ja auch lieber Neymar als Götze, ebenso der selbe Typ ) Wenn dann noch dazukommt, dass Götze seine Kreativität nicht in vollen Zügen ausleben durfte, dann wird mir gerade einiges klar.

Das Götze letztlich gegen Robben/Ribery oder Costa/Coman das Nachsehen hatte, ist ja auch nicht verwunderlich. Götze ist nunmal kein klassischer Außenstürmer, der von seiner Explosivität lebt und permanent bis zur Grundlinie marschiert.
Götze gehört ins Zentrum, falls er doch weiter außen spielt dann muss er zumindest die Freiheit haben immer wieder in Zentrum gehen zu können. Es ist für mich aber auch nicht der Gündogan Ersatz, der aus 8er Position das spiel strategisch lenkt oder antreibt.
Findet man die richtige Position für ihn, dann wird er unser Spiel bereichern.
03.08.2016 - 15:02 Uhr
Zitat von mrobvious
Kimmich sagte einst : bei uns ist es egal wer spielt.
Untermauert das nicht auch irgendwie deine Aussage, dass Guardiola sein System total unabhängig von Personal machen will?
Und das den Spielern auch offensichtlich verklickert hat? Denn wie kann ein kimmich sonst der Meinung sein, dass es egal ist ob er oder Boateng in der IV aufläuft ? Oder kimmich/Alonso. Ich meine das sind noch Welten, wenn man die individuelle Klasse der Spieler vergleicht !
Kimmich sagte einst : bei uns ist es egal wer spielt.
Untermauert das nicht auch irgendwie deine Aussage, dass Guardiola sein System total unabhängig von Personal machen will?
Und das den Spielern auch offensichtlich verklickert hat? Denn wie kann ein kimmich sonst der Meinung sein, dass es egal ist ob er oder Boateng in der IV aufläuft ? Oder kimmich/Alonso. Ich meine das sind noch Welten, wenn man die individuelle Klasse der Spieler vergleicht !
Jap, das ist auch ein gutes Beispiel. Oder, dass ein Costa aus der ukrainischen Liga kommt und sofort ohne Qualitätsverlust auf höchstem Bundesliganiveau spielen kann. Unabhängig von seinen Scorerwerten sondern im Sinne des Mannschaftserfolges.
Das Gleiche gilt ja auch für einen Weigl beim BVB.
Das System muss stark genug sein, um unabhängig vom Personal erfolgsstabil zu bleiben. Ich hatte letzte Saison aber das Gefühl, dass Guardiola es total überzogen hat. Über die Gründe dafür kann man natürlich lange diskutieren aber da hier sicher niemand so richtig Einblick hat, ist es reine Spekulation. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass die Vereinsführung der Bayern da ein Wörtchen mitgeredet hat. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Guardiola seine eigene Identität so sehr verbiegt und fast ausschließlich über die Flügel spielen lässt und mit die höchste Flankenquote der ganzen Liga produziert. Er hatte ja mit Kroos, Thiago, Götze, Lahm gute Spieler fürs Zentrum. Dann kamen aber fragwürdige Transfers und ein kompletter Bruch mit Guardiolas Spielphilosophie. Da scheint irgendwas nicht so gelaufen zu sein, wie es hätte laufen sollen/können. Ist aber wie gesagt nur Spekulation.
Zitat von crosseo
Da gebe ich dir vollkommen Recht. Allerdings frage ich mich eines: Wenn Götze in das Spielprinzip von Guardiola nicht hinein passte, warum wollte Ancelotti ihn nicht haben? Der spielt doch eigentlich vollkommen anders. Oder war es vielleicht eine Fehleinschätzung seitens des FC Bayern, Götze nicht mehr zu brauchen?
Da gebe ich dir vollkommen Recht. Allerdings frage ich mich eines: Wenn Götze in das Spielprinzip von Guardiola nicht hinein passte, warum wollte Ancelotti ihn nicht haben? Der spielt doch eigentlich vollkommen anders. Oder war es vielleicht eine Fehleinschätzung seitens des FC Bayern, Götze nicht mehr zu brauchen?
Warum Ancelotti nicht mit Götze geplant hat, weiß ich auch nicht.
Ich könnte mir aber Vorstellen, dass es für Götze eine Hop oder Top Situation gewesen ist. Entweder Stamplatzgarantie unter Ancelotti, um sich für eine Vertragsverlängerung anzubieten oder für andere Vereine vorzuspielen oder eben ein Wechsel. Ein weiteres Jahr auf der Bank hätte für Götze bedeutet, dass er ein weiteres Jahr verloren hätte, vereinslos gewesen wär und mit Angeboten wäre er dann sicher auch nicht überschüttet worden. Dann wäre seine Karriere wirklich in Gefahr gewesen, weil er sich mittelfristig mit einem kleineren Verein hätte begnügen müssen. Man könnte natürlich Argumentieren, dass der BVB ihn nächste Saison trotzdem genommen hätte aber auf so ein Versprechen kann sich Götze auch nicht einfach so verlassen. Das wäre ein zu großes Risiko gewesen, weil der Fussball zu schnelllebig ist. Ist aber auch nur meine Spekulation, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Ancelotti einfach so einen jungen Spieler "wegschickt". Das passt irgendwie nicht zu ihm.
Zitat von an_neum
Was über die generelle Spielweise in Peps Philosophie geschrieben wurde ist schon größtenteils richtig, ABER gerade Guardiola möchte ( und braucht ) für sein System, wie kaum ein zweiter Trainer, kreative, dribbelstarke Spieler, die das statische Grundgerüst des Ballbesitzes aufbrechen und durch individuelle Klasse Torchancen kreieren.
Das heißt, ein an sich starres Gebilde, das nur funktioniert, wenn alle ihre Positionen halten, wird erst zu einem torgefährlichem System, wenn es im Offensivbereich 2,3 Spieler gibt, die durch ihre individuelle Klasse enge Defensivreihen aufbrechen können.
Das war bei Barcelona so und auch bei Bayern.
Was über die generelle Spielweise in Peps Philosophie geschrieben wurde ist schon größtenteils richtig, ABER gerade Guardiola möchte ( und braucht ) für sein System, wie kaum ein zweiter Trainer, kreative, dribbelstarke Spieler, die das statische Grundgerüst des Ballbesitzes aufbrechen und durch individuelle Klasse Torchancen kreieren.
Das heißt, ein an sich starres Gebilde, das nur funktioniert, wenn alle ihre Positionen halten, wird erst zu einem torgefährlichem System, wenn es im Offensivbereich 2,3 Spieler gibt, die durch ihre individuelle Klasse enge Defensivreihen aufbrechen können.
Das war bei Barcelona so und auch bei Bayern.
Ich gebe mal ein Beispiel dafür, was genau ich meine. Ich habe letztens ein Testspiel der Bayern gesehen. Natürlich ein recht lockerer Kick aber jetzt schon gar kein Vergleich zu den Testspielen unter Guardiola. Das Spiel hat deutlich weniger klare Strukturen. Zunächst macht es den Eindruck, als seien die Spieler irgendwo auf dem Platz. Dann macht sich Thiago auf und hol sich den Ball ab. Dribbelt an, sucht sich einen Mittspieler, spielt einen angechipten Ball mit dem Außenrist für einen Doppelpass. In einer anderen Szene, spielt er Pässe mit der Hacke usw. Sowas hätte man unter Guardiola nie gesehen. Es gibt auf Youtube ein Trainingsvideo, in dem Thiago den Ball elegant mit der Sohle verarbeiten will und dabei einen Fehler macht. Guardiola rastet total aus. Das ist die Art von Kreativität, die bei Guardiola strikt untersagt zu sein scheint. Die Spieler dürfen scheinbar bestimmte Situationen nicht nach ihrem Gefühl auflösen, sondern müssen Lösungen wählen, die vom System vorgegeben sind. Das muss nicht zwingend schlecht sein. Mit den passenden Spielertypen, die eher von ihrer Disziplin leben und eher geradeaus denken, funktioniert das bestimmt wunderbar. Aber ein Spieler wie Götze könnte dadurch negativ beeinfluss werden. Und ein Ribery mault dann sogar rum und schießt Pfeile Richtung Guardiola. Aber natürlich erst, nachdem er schon weg ist.
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