Lars Windhorst
28.11.2019 - 23:49 Uhr
08.04.2022 - 18:06 Uhr
Zitat von Der-Neue
So unterschiedlich sind die Sichtweisen!
Für mich ist man Seitens Hertha mit LW respektlos umgegangen und unser kleiner Fürst meinte er kann LW über den Tisch hin und her ziehen, wie es beliebt.
LW hat mit Sicherheit von seiner ehemals reichlich vorhandenen Euphorie eingebüßt und Lust, sowie Geld verloren.
Zitat von Begabtes_Kind
@Spielermanager
Ich habe mir so einiges nicht vorstellen können von dem was ich in meinem Leben kennengelernt habe.
Das Amsterdamer Gerichtsurteil vom April 2021 ist öffentlich einsehbar, und so ist es theoretisch für Jedermann möglich den Inhalt in die Öffentlichkeit zu geben. Die Androhung rechtlicher Schritte von Windhorst (Zitat) "wenn dieser Sachverhalt an die Presse lanciert oder auf andere Art öffentlich gemacht wird" ist aus meiner Sicht deshalb nicht nachvollziehbar. Es ist ja schon öffentlich gemacht worden.
Hier ist vieles nicht nachvollziehbar und ich gebe Dir Recht, vom gesunden Menschenverstand her ... !?!
Der Punkt für mich bei Windhorst ist nun die Frage nach der Richtigkeit der Zwangsvollstreckung, weil das bedeuten würde, dass Windhorst seinen Kredit nicht zurückgezahlt hätte, und die (vermeintliche) Verpfändung der Peil Inv. B.V. ist ja wohl daran gekoppelt. Indirekt hat er damit Anteile an der Hertha KGaA verpfändet und somit die Vereinbarungen mit Hertha verletzt. Und das schon vor zwei Jahren!
Wenn es so stimmt, wie Business Insider schreibt.
Letzte Woche hat Hertha dann von der Verpfändung erfahren, da ein niederländischer Notar aufgrund der Zwangsvollstreckung mit Hertha BSC in Kontakt getreten ist. Zuvor konnte Windhorst darauf hoffen, dass die Verpfändung im Friesenhaus nicht bekannt wird und wenn er den Kredit rechtzeitig abgelöst hätte, dann wäre es wohl unter dem Mantel des Schweigens geblieben.
Von meiner Seite, also, wenn die Geschichte so stimmt, dann war es das für mich mit Windhorst, dann hat er sich als Partner unmöglich gemacht.
Folglich wird es auch für Gegenbauer et al. unschön, weil unser Präsident muss dann die Frage beantworten wie er überhaupt auf die Idee kommen konnte die Anteile der KGaA an jemanden wie Lars Windhorst zu verkaufen?
Und eine mögliche Antwort von Gegenbauer et al. könnte darin liegen, dass durch Misswirtschaft die finanzielle Not so groß war, dass man Windhorst akzeptiert hat, bzw. akzeptieren musste, auch wenn er so seriös daherkam wie ein Kleinhändler bei Ebay, der nur Sofortzahlungen auf ein Auslandskonto akzeptiert.
Ich fürchte Windhorst demontiert sich in diesen Wochen selber und Gegenbauer schweigt und ahnt, dass diese Enwticklung auf ihn zurückfallen könnte. Für Gegenbauer ist es gefährlicher, wenn vom Windhorst Investment nurmehr ein Scherbenhaufen übrig bleibt und unser ehemaliger Investor sich für alle sichtbar als windiger und unseriöser Hallodri entpuppt hätte. Es würde zwangsläufig zur Frage aufkommen, wer auf der Seite des Vereins die Verantwortung für das Investorendesaster trägt?
@Spielermanager
Ich habe mir so einiges nicht vorstellen können von dem was ich in meinem Leben kennengelernt habe.
Das Amsterdamer Gerichtsurteil vom April 2021 ist öffentlich einsehbar, und so ist es theoretisch für Jedermann möglich den Inhalt in die Öffentlichkeit zu geben. Die Androhung rechtlicher Schritte von Windhorst (Zitat) "wenn dieser Sachverhalt an die Presse lanciert oder auf andere Art öffentlich gemacht wird" ist aus meiner Sicht deshalb nicht nachvollziehbar. Es ist ja schon öffentlich gemacht worden.
Hier ist vieles nicht nachvollziehbar und ich gebe Dir Recht, vom gesunden Menschenverstand her ... !?!
Der Punkt für mich bei Windhorst ist nun die Frage nach der Richtigkeit der Zwangsvollstreckung, weil das bedeuten würde, dass Windhorst seinen Kredit nicht zurückgezahlt hätte, und die (vermeintliche) Verpfändung der Peil Inv. B.V. ist ja wohl daran gekoppelt. Indirekt hat er damit Anteile an der Hertha KGaA verpfändet und somit die Vereinbarungen mit Hertha verletzt. Und das schon vor zwei Jahren!
Wenn es so stimmt, wie Business Insider schreibt.
Letzte Woche hat Hertha dann von der Verpfändung erfahren, da ein niederländischer Notar aufgrund der Zwangsvollstreckung mit Hertha BSC in Kontakt getreten ist. Zuvor konnte Windhorst darauf hoffen, dass die Verpfändung im Friesenhaus nicht bekannt wird und wenn er den Kredit rechtzeitig abgelöst hätte, dann wäre es wohl unter dem Mantel des Schweigens geblieben.
Von meiner Seite, also, wenn die Geschichte so stimmt, dann war es das für mich mit Windhorst, dann hat er sich als Partner unmöglich gemacht.
Folglich wird es auch für Gegenbauer et al. unschön, weil unser Präsident muss dann die Frage beantworten wie er überhaupt auf die Idee kommen konnte die Anteile der KGaA an jemanden wie Lars Windhorst zu verkaufen?
Und eine mögliche Antwort von Gegenbauer et al. könnte darin liegen, dass durch Misswirtschaft die finanzielle Not so groß war, dass man Windhorst akzeptiert hat, bzw. akzeptieren musste, auch wenn er so seriös daherkam wie ein Kleinhändler bei Ebay, der nur Sofortzahlungen auf ein Auslandskonto akzeptiert.
Ich fürchte Windhorst demontiert sich in diesen Wochen selber und Gegenbauer schweigt und ahnt, dass diese Enwticklung auf ihn zurückfallen könnte. Für Gegenbauer ist es gefährlicher, wenn vom Windhorst Investment nurmehr ein Scherbenhaufen übrig bleibt und unser ehemaliger Investor sich für alle sichtbar als windiger und unseriöser Hallodri entpuppt hätte. Es würde zwangsläufig zur Frage aufkommen, wer auf der Seite des Vereins die Verantwortung für das Investorendesaster trägt?
So unterschiedlich sind die Sichtweisen!
Für mich ist man Seitens Hertha mit LW respektlos umgegangen und unser kleiner Fürst meinte er kann LW über den Tisch hin und her ziehen, wie es beliebt.
LW hat mit Sicherheit von seiner ehemals reichlich vorhandenen Euphorie eingebüßt und Lust, sowie Geld verloren.
Man muss aber auch sehr viel Fantasie haben um Windhorst dauerhaft als Opfer hinzustellen. Ich weiß aktuell gar nicht wer seid dem Beginn dieser Partnerschaft mehr negative Presse hatte der windige Geschäftsmann oder der Big City Club. Ich würde aktuell an Herthas Stelle alles unternehmen um Windhorst loszuwerden unabhängig von der Personalie Gegenbauer. Ist ja insgesamt schlimmer als bei GZSZ, wobei gute Zeiten bei uns aktuell omnipräsent sind. Das witzige ist ja vor allem wenn Gegenbauer wirklich aufhören wollte. Mittlerweile fände ich es witzig wenn er nochmal alles in die Pipeline wirft.
Ein im negativen Sinne aktuell nie langweilig bei Oma Hertha.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von ZeroGrabbity am 08.04.2022 um 18:07 Uhr bearbeitet
08.04.2022 - 19:21 Uhr
Zitat von ZeroGrabbity
Ich würde aktuell an Herthas Stelle alles unternehmen um Windhorst loszuwerden unabhängig von der Personalie Gegenbauer.
Ich würde aktuell an Herthas Stelle alles unternehmen um Windhorst loszuwerden unabhängig von der Personalie Gegenbauer.
Darauf hat Hertha doch Null Einfluss. Windhorst entscheidet, was mit seinen Anteilen passiert.
09.04.2022 - 09:57 Uhr
Zitat von Der-Neue
So unterschiedlich sind die Sichtweisen!
Für mich ist man Seitens Hertha mit LW respektlos umgegangen und unser kleiner Fürst meinte er kann LW über den Tisch hin und her ziehen, wie es beliebt.
LW hat mit Sicherheit von seiner ehemals reichlich vorhandenen Euphorie eingebüßt und Lust, sowie Geld verloren.
So unterschiedlich sind die Sichtweisen!
Für mich ist man Seitens Hertha mit LW respektlos umgegangen und unser kleiner Fürst meinte er kann LW über den Tisch hin und her ziehen, wie es beliebt.
LW hat mit Sicherheit von seiner ehemals reichlich vorhandenen Euphorie eingebüßt und Lust, sowie Geld verloren.
Beides ist richtig. Insgesamt geht es um Hertha und dazu müssen beide zusammenarbeiten, was nicht der Fall ist.
Wenn der Präsident über Jahre nicht müde wird den Investor (ohne den Hertha schon lange pleite wäre) öffentlich damit zu brüskieren, dass er bei Hertha gar nichts zu sagen hat, dann ist das sinnloses Gezicke.
Solche Aussagen trifft man nicht öffentlich, sondern im kleinen Kreis. Und wenn exakt dieser Präsident den Verein unter seiner Aufsicht und trotz einer Drittel Milliarde Investorenkohle derart vor den Baum fährt, dann hat Hertha offensichtlich ein ganz anderes Problem.
Die Vereinsleitung und seine Geschäftsführung in der KGaA kann es einfach nicht, und mit jedem Jahr wird die Situation schlechter statt besser. Die Führung der Hertha ist wie Nekrose: alles was sie berührt das stirbt ab. Sei es die Stadionplanung (der frühe Antrag gg Brandenburg war strategischer Suizid), die strategische Entwicklung der Hertha innerhalb der Liga (Union ist nun Berlins Nummer 1 und Hertha das Gespött der Nation), die personelle Zusammenstellung im Management inkl. dem neu geholten CEO der ganz fix wieder weg war, das gesamte Finanzmanagement von Schiller, die geldverbrennende Kaderplanung oder die extrem fluktuierende Mannschaftsführung und der alsbald perspektivlose Ligaverbleib.
Und für all das trägt nach eigener Aussage einzig Gegenbauer die Verantwortung, und eben nicht Windhorst.
Windhorst hat nur das Verbrechen begangen solchen Ahnungslosen die Kontrolle über € 350 mio zu geben. Klar, das ist schlimm genug, denn die viele Kohle verpufft einfach für enorme Fehlleistungen und der Verein versinkt in der Erde, statt sich zu entwickeln und mit solcher Anschubfinanzierung eine gute Perspektive zu erarbeiten. Hätte Gegenbauer keine Kohle gehabt sähe es vielleicht anders aus, aber was er aus allerbesten Startvoraussetzungen gemacht hat, ist quasi schon fast kriminell, zumindest was seine Verpfllichtung gg. den Hertha Mitgliedern angeht (wenn ich mir vorstelle ein Dieter Hoeneß wäre an seiner Stelle gewesen, dann sähe das mMn heute aber diametral anders aus und Hertha hätte nicht die tolle Perspektive so schnell komplett eingebüßt).
Man kann sich über Windig-Lars aufregen wie man will, aber derartigen Murks den Gegenbauer zu verantworten hat, den kann er mangels operativem Mandat selbst überhaupt nicht bauen. Im Grunde lenkt der Hate gegen ihn nur von den wahren Problemen und Ursachen ab.
Selbst wenn jetzt seine Anteile jemand anderem gehören würden, dann würde sich gar nichts ändern, denn der Investor hat keinerlei Handhabe und der Verein das Geld ohnehin bereits durchgebracht. Vielmehr ist es für Tennor bald an der Zeit das gesamte Investment als Verlust abzuschreiben, denn der Buchwert der Investition tendiert bei dieser Führung langsam gegen Null. Das ist die bittere Realität eines Hauptstadtclubs, der auszog sich selbst aufs Kreuz zu legen.
09.04.2022 - 10:08 Uhr
Zitat von Blaustern
Sei es die Stadionplanung (der frühe Antrag gg Brandenburg war strategischer Suizid),(...) Zusammenstellung im Management inkl. dem neu geholten CEO der ganz fix wieder weg war
Sei es die Stadionplanung (der frühe Antrag gg Brandenburg war strategischer Suizid),(...) Zusammenstellung im Management inkl. dem neu geholten CEO der ganz fix wieder weg war
Also im Großen und Ganzen stimme ich Dir tendenziell zu, aber diese beiden Punkte würde ich doch stark relativieren.
Der Antrag kam einzig und allein von den Mitgliedern, und ihn einfach vor Abstimmung abzulehnen wäre ja keine Option gewesen. Man hätte aber sicherlich mehr dafür tun können, den Mitgliedern bewusst zu machen, was das heißt.
Und dass Schmidt schnell wieder weg war (ich trauere ihm übrigens stark hinterher) - es wurde von wirklich allen Seiten betont, dass das ausschließlich schwerwiegende familiäre Gründe hatte. Etwas anderes anzunehmen hat Stand heute keinerlei Grundlage und wäre einfach nur böswillig (oder hab ich was verpasst?). Natürlich hätte man aber auch hier die Position wieder neu besetzen können.
09.04.2022 - 10:37 Uhr
Zitat von pipo27
Vielleicht nochmal zum Verständnis, ohne eigene Meinung, sondern vollkommen wertneutral die reinen Fakten wie unser Verein funktioniert und aktuell organisiert ist. Bisschen trocken, aber letztendlich sollte man sich als Fan und/oder Mitglied mal damit beschäftigt haben.
Organisation von Hertha
Hertha ist eine GmbH & Co KGaA. Eine KG (bzw. KGaA) besteht immer aus zwei Parteien, einem persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementär) und (einem) beschränkt haftenden Gesellschafter (Kommanditist), der nur in Höhe der Einlage haftet.
Die GmbH & Co. KGaA ist eine (übliche) Sonderform der KG. Dabei übernimmt eine GmbH (beschränkte Haftung) den Part der eigentlich persönlichen haftenden Gesellschafterin. Da die GmbH in sich schon haftungsbeschränkt ist, kann man dadurch eine komplette Haftungsbeschränkung erlangen (Trick17). Der Unterschied zwischen einer KG und einer KGaA ist lediglich, dass man anstatt Gesellschafteranteile Aktien erwirbt. Damit könnte man wie z.B. Dortmund an die Börse gehen, ist aber für uns unwichtig, da wir mit LW einen einzelnen Investor haben. Ob man nun KG oder KGaA sagt, ist also letzendlich egal.
Wer entscheidet bei Hertha?
Daher besteht Hertha aus zwei wesentlichen Firmen, der GmbH und der KG. Die GmbH trifft alle Entscheidungen für beide Firmen (ist immer so) durch die angestellten Geschäftsführer (Bobic und Schiller). Die Profiabteilung liegt in der KGaA, für die unsere Geschäftsführer Entscheidungen treffen, wie Personal, Spielertransfers und und und, eben das, was man über Hertha halt so mitbekommt. Die KG darf per Gesetz keine eigenen Entscheidungen treffen, sondern wird von der GmbH geführt.
Was hat Windhorst gekauft
An der KG, also der Profiabteilung hat LW rund 66% der Anteile gekauft und dafür rund 375 Mio. Eure gezahlt. Hertha bekommt das Gekd und LW 66% der o.g. Aktien.
LW hat damit in vollem Bewusstsein Firmenanteile gekauft über deren Geschicke unsere Geschäftsführer entscheiden. Er darf per Gesetz keine Entscheidungen für Hertha treffen. Das war ihm auch bewusst, denn er beteiligt sich über Tennor an zig Firmen weltweit.
Wie kommt da jetzt der Verein und das Präsidium rein?
Gesellschafter bzw. Eigentümer der GmbH ist unser eingetragener Verein (e.V.). Der Verein wird vom Präsidium vertreten, das durch die Hertha-Mitglieder gewählt wird.
Den Mitgliedern gehört der Verein, dem Verein gehört die GmbH und und seit dem Einstieg von Windhorst gehören ihm von der KG ca. 66%.
Satzungen, die über das Gesellschaftsrecht hinaus gehen.
Jetzt kommen im Grunde erst Satzungen mit dazu. Die Wesentlichen sind:
-Das Päsidium, also die Vertretung des Vereins (e.V.) bzw. der Hertha-Mitglieder, trifft keine Entscheidungen in der GmbH, abgesehen davon, wer die Geschäftsführer sind und dementsprechend die Geschicke der Profiabteilung leitet. Die Entscheidung ist natürlich extrem wichtig, aber darüber hinaus sind unsere Geschäftsführer verantwortlich.
-die KG hat einen Aufsichtsrat, der neben dem Präsidium die Entscheidungen der Geschäftsführer kontrolliert. Dort hat LW 4 Personen für ihn sitzen.
-Es gibt Beiräte/Ausschüsse (Kontrollgremien) die wichtige Entscheidungen absegnen. Im Wichtigsten hat Windhorst zwei Sitze und wird dadurch regelmäßig über alles wichtige im Verein informiert, kann seine Meinung sagen und auch dagegen stimmen
Hertha hat also Kontrollgremien per Satzung eingebaut, um die Geschäftsfuhrung bei wichtigen (großen) Entscheidungen zu kontrollieren.
50+1
Die Regel sagt im Grunde, dass ein Investor keine Kontrolle, also 51% Stimmrechte (Entscheidungsmacht) eines Fußballvereins haben darf. Nochmal: Enscheidungen trifft die GmbH und die Musik spielt in der KG. LW hat zwar 66% Anteile/Aktien gekauft, aber nicht der GmbH (das wäre mit 50+1 nicht vertretbar), sondern der KG, da er da, genau wie von der DFL gewünscht, eben Kein Mitspracherecht hat. Dafür hat er jedoch Sitze in den Kontrolgremien bekommen, um dort Informationen direkt vom Verein zu erhalten und seine Meinung dort auch einbringen zu können. Da z.B. im Beirat große Entscheidungen zusätzlich abgesegnet werden müssen, kann er dort auch gegen Pläne der Geschäftsführung stimmen.
Ich hoffe, das ist weder pro noch contra Gegenbauer oder Windhorst neutral widergegeben. Da hier gerade eine Lagerbildung stattfindet, finde ich, sollten alle eine Faktenfrundlage haben auf der man spricht.
Wichtig finde ich festzuhalten:
Alle sportlichen Entscheidungen werden immer (!) von unseren Geschäftsführern (Bobic, Schiller) getroffen. Weder Windhorst noch Gegenbauer können direkte sportliche Entscheidungen treffen. Lediglich das Präsidium als Ganzes darf die Geschäftsführung bestimmen oder abwählen.
Kurze Einschätzung dann doch am Ende
Die Struktur ist an sich klug gewählt, wenn auch nicht so ganz einfach zu verstehen. Man hat die Mitglieder als Basis, die das Präsidium wählen, die dann die GmbH Geschäftsfuhrer bestimmen und in der KG (Profiabteilung) weitestgehend frei bestimmen können, mit Kontrollgremien an den kritischen Punkten. Die Mitglieder haben an sich den vollen Einfluss, aber mit zwischeninstanzen, damit nicht komplett sprunghaft gehandelt wird.
Vielleicht nochmal zum Verständnis, ohne eigene Meinung, sondern vollkommen wertneutral die reinen Fakten wie unser Verein funktioniert und aktuell organisiert ist. Bisschen trocken, aber letztendlich sollte man sich als Fan und/oder Mitglied mal damit beschäftigt haben.
Organisation von Hertha
Hertha ist eine GmbH & Co KGaA. Eine KG (bzw. KGaA) besteht immer aus zwei Parteien, einem persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementär) und (einem) beschränkt haftenden Gesellschafter (Kommanditist), der nur in Höhe der Einlage haftet.
Die GmbH & Co. KGaA ist eine (übliche) Sonderform der KG. Dabei übernimmt eine GmbH (beschränkte Haftung) den Part der eigentlich persönlichen haftenden Gesellschafterin. Da die GmbH in sich schon haftungsbeschränkt ist, kann man dadurch eine komplette Haftungsbeschränkung erlangen (Trick17). Der Unterschied zwischen einer KG und einer KGaA ist lediglich, dass man anstatt Gesellschafteranteile Aktien erwirbt. Damit könnte man wie z.B. Dortmund an die Börse gehen, ist aber für uns unwichtig, da wir mit LW einen einzelnen Investor haben. Ob man nun KG oder KGaA sagt, ist also letzendlich egal.
Wer entscheidet bei Hertha?
Daher besteht Hertha aus zwei wesentlichen Firmen, der GmbH und der KG. Die GmbH trifft alle Entscheidungen für beide Firmen (ist immer so) durch die angestellten Geschäftsführer (Bobic und Schiller). Die Profiabteilung liegt in der KGaA, für die unsere Geschäftsführer Entscheidungen treffen, wie Personal, Spielertransfers und und und, eben das, was man über Hertha halt so mitbekommt. Die KG darf per Gesetz keine eigenen Entscheidungen treffen, sondern wird von der GmbH geführt.
Was hat Windhorst gekauft
An der KG, also der Profiabteilung hat LW rund 66% der Anteile gekauft und dafür rund 375 Mio. Eure gezahlt. Hertha bekommt das Gekd und LW 66% der o.g. Aktien.
LW hat damit in vollem Bewusstsein Firmenanteile gekauft über deren Geschicke unsere Geschäftsführer entscheiden. Er darf per Gesetz keine Entscheidungen für Hertha treffen. Das war ihm auch bewusst, denn er beteiligt sich über Tennor an zig Firmen weltweit.
Wie kommt da jetzt der Verein und das Präsidium rein?
Gesellschafter bzw. Eigentümer der GmbH ist unser eingetragener Verein (e.V.). Der Verein wird vom Präsidium vertreten, das durch die Hertha-Mitglieder gewählt wird.
Den Mitgliedern gehört der Verein, dem Verein gehört die GmbH und und seit dem Einstieg von Windhorst gehören ihm von der KG ca. 66%.
Satzungen, die über das Gesellschaftsrecht hinaus gehen.
Jetzt kommen im Grunde erst Satzungen mit dazu. Die Wesentlichen sind:
-Das Päsidium, also die Vertretung des Vereins (e.V.) bzw. der Hertha-Mitglieder, trifft keine Entscheidungen in der GmbH, abgesehen davon, wer die Geschäftsführer sind und dementsprechend die Geschicke der Profiabteilung leitet. Die Entscheidung ist natürlich extrem wichtig, aber darüber hinaus sind unsere Geschäftsführer verantwortlich.
-die KG hat einen Aufsichtsrat, der neben dem Präsidium die Entscheidungen der Geschäftsführer kontrolliert. Dort hat LW 4 Personen für ihn sitzen.
-Es gibt Beiräte/Ausschüsse (Kontrollgremien) die wichtige Entscheidungen absegnen. Im Wichtigsten hat Windhorst zwei Sitze und wird dadurch regelmäßig über alles wichtige im Verein informiert, kann seine Meinung sagen und auch dagegen stimmen
Hertha hat also Kontrollgremien per Satzung eingebaut, um die Geschäftsfuhrung bei wichtigen (großen) Entscheidungen zu kontrollieren.
50+1
Die Regel sagt im Grunde, dass ein Investor keine Kontrolle, also 51% Stimmrechte (Entscheidungsmacht) eines Fußballvereins haben darf. Nochmal: Enscheidungen trifft die GmbH und die Musik spielt in der KG. LW hat zwar 66% Anteile/Aktien gekauft, aber nicht der GmbH (das wäre mit 50+1 nicht vertretbar), sondern der KG, da er da, genau wie von der DFL gewünscht, eben Kein Mitspracherecht hat. Dafür hat er jedoch Sitze in den Kontrolgremien bekommen, um dort Informationen direkt vom Verein zu erhalten und seine Meinung dort auch einbringen zu können. Da z.B. im Beirat große Entscheidungen zusätzlich abgesegnet werden müssen, kann er dort auch gegen Pläne der Geschäftsführung stimmen.
Ich hoffe, das ist weder pro noch contra Gegenbauer oder Windhorst neutral widergegeben. Da hier gerade eine Lagerbildung stattfindet, finde ich, sollten alle eine Faktenfrundlage haben auf der man spricht.
Wichtig finde ich festzuhalten:
Alle sportlichen Entscheidungen werden immer (!) von unseren Geschäftsführern (Bobic, Schiller) getroffen. Weder Windhorst noch Gegenbauer können direkte sportliche Entscheidungen treffen. Lediglich das Präsidium als Ganzes darf die Geschäftsführung bestimmen oder abwählen.
Kurze Einschätzung dann doch am Ende
Die Struktur ist an sich klug gewählt, wenn auch nicht so ganz einfach zu verstehen. Man hat die Mitglieder als Basis, die das Präsidium wählen, die dann die GmbH Geschäftsfuhrer bestimmen und in der KG (Profiabteilung) weitestgehend frei bestimmen können, mit Kontrollgremien an den kritischen Punkten. Die Mitglieder haben an sich den vollen Einfluss, aber mit zwischeninstanzen, damit nicht komplett sprunghaft gehandelt wird.
Danke für die sehr informativen Ausführungen zur KG-Struktur bei Hertha.
Wollte nur kurz ergänzen und auf den wichtigen § 170 HGB verweisen:
https://dejure.org/gesetze/HGB/170.html
Dort steht drin, dass der Kommanditist zur Vertretung der Gesellschaft nicht ermächtigt ist. Die zentrale Vorschrift des HGB erklärt m.E. ganz gut, warum Herr Windhorst kaum Mitspracherechte innerhalb der KG hat.
Die Vertretungsbefugnis liegt in der KG bei den Komplementären, was sich aus § 125 HGB i.V.m. § 161 Abs. 2 HGB ergibt:
https://dejure.org/gesetze/HGB/125.html
https://dejure.org/gesetze/HGB/161.html
All diese wichtigen Regelungen kann Herr Windhorst nicht so leicht juristisch aushebeln.
Ich sehe es auch so, dass mehr sportliche Kompetenz in den Gremien bzw. Ausschüssen installiert werden muß.
Es muß einfach Fachleute bei Hertha geben, die sportlich bzw. analytisch einen Spieler und seinen Wert richtig einordnen können. Überschätzte und menschlich nicht zu Hertha passende Spieler sollten in Zukunft also nicht teuer eingekauft werden... In dieser Hinsicht sollten in Zukunft keine Fehler mehr passieren.
Wir brauchen analytisch absolute Profis, die das auch richtig bei Hertha mit den richtigen und passenden Spielern einordnen können.
Und das sage ich als einfaches Hertha-Mitglied.
09.04.2022 - 11:04 Uhr
Zitat von bschuss
Also im Großen und Ganzen stimme ich Dir tendenziell zu, aber diese beiden Punkte würde ich doch stark relativieren.
Der Antrag kam einzig und allein von den Mitgliedern, und ihn einfach vor Abstimmung abzulehnen wäre ja keine Option gewesen. Man hätte aber sicherlich mehr dafür tun können, den Mitgliedern bewusst zu machen, was das heißt.
Und dass Schmidt schnell wieder weg war (ich trauere ihm übrigens stark hinterher) - es wurde von wirklich allen Seiten betont, dass das ausschließlich schwerwiegende familiäre Gründe hatte. Etwas anderes anzunehmen hat Stand heute keinerlei Grundlage und wäre einfach nur böswillig (oder hab ich was verpasst?). Natürlich hätte man aber auch hier die Position wieder neu besetzen können.
Zitat von Blaustern
Sei es die Stadionplanung (der frühe Antrag gg Brandenburg war strategischer Suizid),(...) Zusammenstellung im Management inkl. dem neu geholten CEO der ganz fix wieder weg war
Sei es die Stadionplanung (der frühe Antrag gg Brandenburg war strategischer Suizid),(...) Zusammenstellung im Management inkl. dem neu geholten CEO der ganz fix wieder weg war
Also im Großen und Ganzen stimme ich Dir tendenziell zu, aber diese beiden Punkte würde ich doch stark relativieren.
Der Antrag kam einzig und allein von den Mitgliedern, und ihn einfach vor Abstimmung abzulehnen wäre ja keine Option gewesen. Man hätte aber sicherlich mehr dafür tun können, den Mitgliedern bewusst zu machen, was das heißt.
Und dass Schmidt schnell wieder weg war (ich trauere ihm übrigens stark hinterher) - es wurde von wirklich allen Seiten betont, dass das ausschließlich schwerwiegende familiäre Gründe hatte. Etwas anderes anzunehmen hat Stand heute keinerlei Grundlage und wäre einfach nur böswillig (oder hab ich was verpasst?). Natürlich hätte man aber auch hier die Position wieder neu besetzen können.
Kein Widerspruch, aber dennoch:
Bzgl. Antrag störte mich die Kommunikationspolitik des Vereins, denn wenn man das alles im Vorfeld anders verpackt hätte und als strategisch unverzichtbares Vorgehen vermittelt hätte, zweigleisig zu fahren bis man die bestmögliche Lösung für Hertha verhandelt hätte, statt ohne Not schon zu Beginn zu einer Grundsatzfrage hochzujazzen, dann hätte es den Antrag auch nicht gegeben. Solche Dinge haben ihren Ursprung in der Art und Weise wie sie verkündet und vermittelt werden. Wenn es interne Strömungen gibt, dann stimmt man sich mit den Protagonisten im Vorfeld einer HV ab, um eine gemeinsame Linie zu finden. Das ist die Aufgabe eines Präsidenten. Aber so wie es ablief wurde nur selbstgefällig gearbeitet und man ließ sich von einer deutlich absehbaren Antragstellung die bestmögliche Strategie einfach aus der Hand nehmen. Das grandiose Scheitern aller Stadionbau Bemühungen in den Folgejahren dokumentiert nunmehr, wie schwerwiegend diese Unterlassungssünde des Präsidiums war.
Was Schmidt angeht bin ich zu weit weg, nur fand ich sehr schwach, dass ein öffentlich und intern als anpackender Heilsbringer angesehener CEO nach einem Dreivierteljahr zurücktritt, nur um dann selbst nach 6 Monaten überhaupt nicht ersetzt zu werden. Wo gibt es denn sowas?
Hier liegt ein unübersehbares Problem vor, denn diese Nicht-Handlung ist schwerwiegend und raubt der Hertha zuvor angenommene Zukunftsperspektiven und Glaubwürdigkeit gleichermaßen, weil darüber die innere Überzeugung in die eigene Strategie komplett verloren geht. Der CEO hatte die strategisch enorm wichtigen Handlungsfelder Marketing, Vertrieb, Strategie, Unternehmenskommunikation und Internationalisierung zu verantworten und diese sind nun seit einem halben Jahr verwaist, bzw. werden nur kommissarisch bearbeitet.
Was sagt denn das über die Gewichtung dieser strategischen Schlüsselthemen im Unternehmen aus, und wie es um die Fähigkeit bestellt ist, die eigene Zukunft erfolgreich selbst erarbeiten und gestalten zu können?
War wohl nix....
Diese Unterlassung ist ein krasser Fehler der Vereinsführung, denn soweit darf sie es gar nicht kommen lassen.
Jetzt hat man einen führungslosen Spree-Dampfer, der mit erkennbarer Schlagseite Gefahr läuft alsbald zu kentern. Wen wundert es da noch, dass sich nun das öffentliche Gezicke zwischen Präse und Investor hochschaukelt, während Bobic den Club schnurstracks in die 2. Liga führt und Friedrich die Sinnlosigkeit seiner Tätigkeit zum Anlass nimmt ebenfalls zu gehen.
Echt klasse wie aus vormals großen Erwartungshaltungen und einer Mentalität des Anpackens nur noch Depression, Versagensängste und die dazugehörigen Put-Optionen auf Herthas Niedergang im öffentlichen Fokus stehen. Nein, das ist wahrlich ein extremes Führungsproblem, dass niemand mehr wegdiskutieren kann. PS: Wir snd im falschen Thread!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Blaustern am 09.04.2022 um 11:11 Uhr bearbeitet
27.05.2022 - 21:59 Uhr
Quelle: amp2.wiwo.de
Gegenbauer sagt: „Wenn jemand vorgibt, langfristig investieren zu wollen und gleichzeitig mehr Einfluss auf die sportliche Aufstellung eines Vereins verlangt, dann ist klar: Er will kurzfristige Erfolge erzielen. Damit führt er Vereinsmitglieder und seine eigenen Kapitalgeber hinters Licht.
Weiß nicht ob schon mal gepostet aber lt. Artikel hat ein Prüfer bestätigt das Tennor über alle Finanzen informiert war.
28.05.2022 - 20:20 Uhr
Quelle: www.tagesspiegel.de
Ökonom über Investoren im Fußball
„Hertha BSC steht für Unruhe“
Wirtschaftswissenschaftler Henning Zülch über Investoren im Fußball im Allgemeinen und Lars Windhorst bei Hertha BSC im Speziellen.(...)
Interessantes Interview! „Hertha BSC steht für Unruhe“
Wirtschaftswissenschaftler Henning Zülch über Investoren im Fußball im Allgemeinen und Lars Windhorst bei Hertha BSC im Speziellen.(...)
Zitat von Tagesspiegel
(...)
Windhorst sagt, er wüsste gerne, was mit seinem Geld eigentlich passiert ist.
Überliefert wird hier Folgendes: Für 100 Millionen Euro hat Hertha die Anteile von KKR zurückgekauft, 130 Millionen sind für Transfers ausgegeben worden, dazu kommt ein Minus von 100 Millionen durch Corona, welches zu decken war. Und ein einstelliger Millionenbetrag ist schließlich in die Infrastruktur geflossen. Ein einstelliger Millionenbetrag von 374 Millionen! Das Geld ist anscheinend eingesetzt worden, um die vorherrschenden finanziellen Engpässe zu überwinden. Natürlich hat der Klub nunmehr eine hohe Eigenkapitalbasis, was aus finanzwirtschaftlicher Sicht sehr gut ist. Aber nachhaltige Investitionstätigkeit sieht anders aus. Da hätte ich mir zum Beispiel gewünscht, dass ein Investor klarer in die Strategie eingreift, um Investitionen in Zukunftskonzepte sicherzustellen.
Aber es war auch Windhorst, der Herthas Vereinsführung mit seinem Gerede vom Big City Club und vom Europapokal vor sich hergetrieben hat.
Hertha BSC ist ein Unternehmen mit einem Umsatz um die 100 Millionen Euro. Das ist nicht viel, in der Bundesliga bewegst du dich damit im Mittelfeld. Da kann ich doch nicht Investitionssummen mit höchstem Risiko raushauen ohne jedes Investitionscontrolling, ohne Risikomanagementsysteme. Der eine treibt den anderen vor sich her? Nein, ihr seid ein Unternehmen, ihr müsst gemeinsam dafür sorgen, dass das Geld strategisch und effizient eingesetzt wird. Einfach mal drei, vier Spieler kaufen für viel Geld, und alles wird besser: So funktioniert das doch nicht.
Mit 374 Millionen Euro die europäische Spitze angreifen zu wollen ist sowieso ein bisschen naiv, oder?
Das Geld allein ist es ja nicht. Das ist eine Anschubfinanzierung, oder besser: sollte es sein. Ich kann nicht erwarten, dass ich innerhalb von einem, zwei oder drei Jahren in die europäische Spitze komme. Das ist ein strategischer Prozess, den ich einstielen muss. Sie müssen den Klub aus einer schwierigen Lage heraus mit dem Investor stabilisieren und dann schauen: Was sind meine Erfolgspotenziale?
Welche sind das bei Hertha BSC?
Eines muss künftig die Jugendarbeit sein. Ein anderes ist der Standort. Sie sind in Berlin, in der Hauptstadt! Sie haben also die besten Voraussetzungen. Aber auch die besten Voraussetzungen müssen aktiviert werden. Und das dauert. Aber nur über diesen Hebel, über solide Arbeit, ein gutes Image, ein gutes Management, können Sie nach oben kommen. Schauen Sie sich Eintracht Frankfurt an: vom Chaosklub zum Europapokalsieger. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Ein erfolgreiches Unternehmen hat eine Strategie und lässt diese Strategie wirken.
Wo steht Hertha aktuell?
Wenn sportlicher Erfolg der wichtigste Treiber ist, dann steht Hertha – darüber müssen wir nicht diskutieren – natürlich weit unterdurchschnittlich da. Das hat mit den häufigen Trainerwechseln zu tun, mit dem Umschlag im Kader und der fehlenden Kontinuität. Die Spielerentwicklung ist Bundesligadurchschnitt, wenn nicht gar schlechter. Auch die Marke ist eine Riesenbaustelle. Als Traditionsverein ist Hertha grundsätzlich bekannt, aber die Attitude zum Brand ist weitgehend negativ. Markenbildung ist im Profisport essenziell. Das trägt den Verein. Das lockt Sponsoren an, das lockt Geld an. Aber Hertha BSC steht für Unruhe. Das ist nicht gut. Und das spiegelt sich in allem anderen.
Herthas Präsident Werner Gegenbauer ist in dieser Woche zurückgetreten. Zuvor war er heftig von Windhorst attackiert worden. Wie soll der Verein mit einer solchen Einmischung des Investors umgehen?
Das ist wie in einem Unternehmen, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende dem CEO sagt: „Pass auf, du bist 'ne Pfeife. Wir werden Deinen Vertrag nicht mehr verlängern.“ Was Imageeffekte anbelangt, ist das das Schlimmste, was Ihnen passieren kann. Katastrophe. Der Schaden für die Reputation ist maximal.
Nach den Buchstaben der 50+1-Regelung hat Windhorst seine Kompetenzen überschritten, wenn er sagt: Der Präsident muss weg.
Er kann doch sagen, was er will. Sie müssen nur schauen, dass Sie die Reputation des Unternehmens nicht schädigen. Am Ende ist nicht entscheidend, was man sagt, sondern was man tut. Und mal ernsthaft: Die 50+1-Regelung in Deutschland existiert doch nur noch auf dem Papier. Ich befürworte die 50+1-Regelung sehr, aber handwerklich ist sie nicht mehr zeitgemäß. Weil sie anfechtbar ist und in der Praxis längst ausgehebelt wird.
Was bedeutet das perspektivisch?
Wir glauben immer noch, dass die Bundesliga die beste Liga in Europa ist, aber ganz ehrlich: An die Premier League und die La Liga kommen wir so schnell nicht mehr heran. Das lässt sich nur mit strategischen Investoren ändern. Und diese Investoren stehen vor der Tür. Die wollen. Aber die werden von der 50+1-Regelung oder der vermeintlichen 50+1-Regelung abgehalten. Wir brauchen Klarheit, eine eindeutige Regelung ohne Schlupflöcher. Ich bin davon überzeugt, dass es eine Modifikation geben wird. Wir benötigen Investoren, die glaubwürdig Anteile an einer Kapitalgesellschaft kaufen. Aber als Investor will ich auch wissen, was mit meinem Geld passiert. Ich möchte keine Kontrolle, aber ich möchte zumindest ein Mitspracherecht und Rechenschaft.
Ist das das Versäumnis von Lars Windhorst, dass er das bei seinem Einstieg bei Hertha nicht klar geregelt hat?
Ich glaube, beiden Seiten war nicht klar, was auf sie zukommt. Hinzu kommt, dass Hertha BSC meines Erachtens keinen strategischen Plan besaß, wie das Geld eingesetzt werden soll. Und man hat sich auch über die strategische wie kulturelle Passgenauigkeit von Klub, Fans und Investor überhaupt keine Gedanken gemacht.
Was heißt das?
Zwischen Verein und Investor muss es kulturell passen, nicht nur finanziell. Die Motive müssen übereinandergelegt werden und deckungsgleich sein. Bei Windhorst und Hertha ist nichts übereinandergelegt worden. Das ist der Klassiker in einer solchen Situation. Die Klubs suchen Investoren, die zunächst einmal eine finanzielle Lücke stopfen. Das war auch bei Hertha so: KKR ablösen und die schlechte Eigenkapitalausstattung ausgleichen. Erst im vergangenen Sommer ist bei Hertha eine Strategieabteilung implementiert worden – zwei Jahre nach dem Einstieg des Investors. Da frage ich mich doch: Mit welcher Strategie ist man denn in dieses Zusammenspiel reingegangen?
Wie schwierig ist es, die Konstruktionsfehler im Nachhinein noch zu korrigieren?
Das Geld ist ja so gut wie weg! Was wollen Sie machen? Ich bin zwar kein Insider, aber nach außen macht Hertha mit all den kommunikativen und strategischen Problemen nicht den Eindruck, dass man Herr der Lage ist. Sicherlich war es ein guter Schachzug, Fredi Bobic zu holen. Aber solche strategischen Entscheidungen wirken sich ja nicht ad hoc aus, sondern erst in drei bis fünf Jahren. Fußball ist ein Tagesgeschäft. Das im Nachhinein zu korrigieren, das wird schwierig.(...)
(...)
Windhorst sagt, er wüsste gerne, was mit seinem Geld eigentlich passiert ist.
Überliefert wird hier Folgendes: Für 100 Millionen Euro hat Hertha die Anteile von KKR zurückgekauft, 130 Millionen sind für Transfers ausgegeben worden, dazu kommt ein Minus von 100 Millionen durch Corona, welches zu decken war. Und ein einstelliger Millionenbetrag ist schließlich in die Infrastruktur geflossen. Ein einstelliger Millionenbetrag von 374 Millionen! Das Geld ist anscheinend eingesetzt worden, um die vorherrschenden finanziellen Engpässe zu überwinden. Natürlich hat der Klub nunmehr eine hohe Eigenkapitalbasis, was aus finanzwirtschaftlicher Sicht sehr gut ist. Aber nachhaltige Investitionstätigkeit sieht anders aus. Da hätte ich mir zum Beispiel gewünscht, dass ein Investor klarer in die Strategie eingreift, um Investitionen in Zukunftskonzepte sicherzustellen.
Aber es war auch Windhorst, der Herthas Vereinsführung mit seinem Gerede vom Big City Club und vom Europapokal vor sich hergetrieben hat.
Hertha BSC ist ein Unternehmen mit einem Umsatz um die 100 Millionen Euro. Das ist nicht viel, in der Bundesliga bewegst du dich damit im Mittelfeld. Da kann ich doch nicht Investitionssummen mit höchstem Risiko raushauen ohne jedes Investitionscontrolling, ohne Risikomanagementsysteme. Der eine treibt den anderen vor sich her? Nein, ihr seid ein Unternehmen, ihr müsst gemeinsam dafür sorgen, dass das Geld strategisch und effizient eingesetzt wird. Einfach mal drei, vier Spieler kaufen für viel Geld, und alles wird besser: So funktioniert das doch nicht.
Mit 374 Millionen Euro die europäische Spitze angreifen zu wollen ist sowieso ein bisschen naiv, oder?
Das Geld allein ist es ja nicht. Das ist eine Anschubfinanzierung, oder besser: sollte es sein. Ich kann nicht erwarten, dass ich innerhalb von einem, zwei oder drei Jahren in die europäische Spitze komme. Das ist ein strategischer Prozess, den ich einstielen muss. Sie müssen den Klub aus einer schwierigen Lage heraus mit dem Investor stabilisieren und dann schauen: Was sind meine Erfolgspotenziale?
Welche sind das bei Hertha BSC?
Eines muss künftig die Jugendarbeit sein. Ein anderes ist der Standort. Sie sind in Berlin, in der Hauptstadt! Sie haben also die besten Voraussetzungen. Aber auch die besten Voraussetzungen müssen aktiviert werden. Und das dauert. Aber nur über diesen Hebel, über solide Arbeit, ein gutes Image, ein gutes Management, können Sie nach oben kommen. Schauen Sie sich Eintracht Frankfurt an: vom Chaosklub zum Europapokalsieger. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Ein erfolgreiches Unternehmen hat eine Strategie und lässt diese Strategie wirken.
Wo steht Hertha aktuell?
Wenn sportlicher Erfolg der wichtigste Treiber ist, dann steht Hertha – darüber müssen wir nicht diskutieren – natürlich weit unterdurchschnittlich da. Das hat mit den häufigen Trainerwechseln zu tun, mit dem Umschlag im Kader und der fehlenden Kontinuität. Die Spielerentwicklung ist Bundesligadurchschnitt, wenn nicht gar schlechter. Auch die Marke ist eine Riesenbaustelle. Als Traditionsverein ist Hertha grundsätzlich bekannt, aber die Attitude zum Brand ist weitgehend negativ. Markenbildung ist im Profisport essenziell. Das trägt den Verein. Das lockt Sponsoren an, das lockt Geld an. Aber Hertha BSC steht für Unruhe. Das ist nicht gut. Und das spiegelt sich in allem anderen.
Herthas Präsident Werner Gegenbauer ist in dieser Woche zurückgetreten. Zuvor war er heftig von Windhorst attackiert worden. Wie soll der Verein mit einer solchen Einmischung des Investors umgehen?
Das ist wie in einem Unternehmen, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende dem CEO sagt: „Pass auf, du bist 'ne Pfeife. Wir werden Deinen Vertrag nicht mehr verlängern.“ Was Imageeffekte anbelangt, ist das das Schlimmste, was Ihnen passieren kann. Katastrophe. Der Schaden für die Reputation ist maximal.
Nach den Buchstaben der 50+1-Regelung hat Windhorst seine Kompetenzen überschritten, wenn er sagt: Der Präsident muss weg.
Er kann doch sagen, was er will. Sie müssen nur schauen, dass Sie die Reputation des Unternehmens nicht schädigen. Am Ende ist nicht entscheidend, was man sagt, sondern was man tut. Und mal ernsthaft: Die 50+1-Regelung in Deutschland existiert doch nur noch auf dem Papier. Ich befürworte die 50+1-Regelung sehr, aber handwerklich ist sie nicht mehr zeitgemäß. Weil sie anfechtbar ist und in der Praxis längst ausgehebelt wird.
Was bedeutet das perspektivisch?
Wir glauben immer noch, dass die Bundesliga die beste Liga in Europa ist, aber ganz ehrlich: An die Premier League und die La Liga kommen wir so schnell nicht mehr heran. Das lässt sich nur mit strategischen Investoren ändern. Und diese Investoren stehen vor der Tür. Die wollen. Aber die werden von der 50+1-Regelung oder der vermeintlichen 50+1-Regelung abgehalten. Wir brauchen Klarheit, eine eindeutige Regelung ohne Schlupflöcher. Ich bin davon überzeugt, dass es eine Modifikation geben wird. Wir benötigen Investoren, die glaubwürdig Anteile an einer Kapitalgesellschaft kaufen. Aber als Investor will ich auch wissen, was mit meinem Geld passiert. Ich möchte keine Kontrolle, aber ich möchte zumindest ein Mitspracherecht und Rechenschaft.
Ist das das Versäumnis von Lars Windhorst, dass er das bei seinem Einstieg bei Hertha nicht klar geregelt hat?
Ich glaube, beiden Seiten war nicht klar, was auf sie zukommt. Hinzu kommt, dass Hertha BSC meines Erachtens keinen strategischen Plan besaß, wie das Geld eingesetzt werden soll. Und man hat sich auch über die strategische wie kulturelle Passgenauigkeit von Klub, Fans und Investor überhaupt keine Gedanken gemacht.
Was heißt das?
Zwischen Verein und Investor muss es kulturell passen, nicht nur finanziell. Die Motive müssen übereinandergelegt werden und deckungsgleich sein. Bei Windhorst und Hertha ist nichts übereinandergelegt worden. Das ist der Klassiker in einer solchen Situation. Die Klubs suchen Investoren, die zunächst einmal eine finanzielle Lücke stopfen. Das war auch bei Hertha so: KKR ablösen und die schlechte Eigenkapitalausstattung ausgleichen. Erst im vergangenen Sommer ist bei Hertha eine Strategieabteilung implementiert worden – zwei Jahre nach dem Einstieg des Investors. Da frage ich mich doch: Mit welcher Strategie ist man denn in dieses Zusammenspiel reingegangen?
Wie schwierig ist es, die Konstruktionsfehler im Nachhinein noch zu korrigieren?
Das Geld ist ja so gut wie weg! Was wollen Sie machen? Ich bin zwar kein Insider, aber nach außen macht Hertha mit all den kommunikativen und strategischen Problemen nicht den Eindruck, dass man Herr der Lage ist. Sicherlich war es ein guter Schachzug, Fredi Bobic zu holen. Aber solche strategischen Entscheidungen wirken sich ja nicht ad hoc aus, sondern erst in drei bis fünf Jahren. Fußball ist ein Tagesgeschäft. Das im Nachhinein zu korrigieren, das wird schwierig.(...)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Donhelli am 28.05.2022 um 20:24 Uhr bearbeitet
29.05.2022 - 18:52 Uhr
https://www.kicker.de/windhorst-unter-pfiffen-ich-gehe-nicht-weg-904052/artikel
Hier nochmal Auszüge aus der Rede Windhorst's von der MV. Alles sehr nachvollziehbar was er sagt. "Windhorst raus" ist so eine sinnfreie Forderung. Schwer zu ertragen solche Anhänger. Simpelste Zusammenhänge nicht zu verstehen, wie die Tatsache, dass Windhorst nicht gewählt und daher nicht rausgeschmissen werden kann, ok kann passieren. Aber dann auch noch so stur zu sein und nicht zuzuhören um die Sichtweise des anderen zu verstehen
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Hier nochmal Auszüge aus der Rede Windhorst's von der MV. Alles sehr nachvollziehbar was er sagt. "Windhorst raus" ist so eine sinnfreie Forderung. Schwer zu ertragen solche Anhänger. Simpelste Zusammenhänge nicht zu verstehen, wie die Tatsache, dass Windhorst nicht gewählt und daher nicht rausgeschmissen werden kann, ok kann passieren. Aber dann auch noch so stur zu sein und nicht zuzuhören um die Sichtweise des anderen zu verstehen
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29.05.2022 - 19:01 Uhr
Zitat von Herthubal
https://www.kicker.de/windhorst-unter-pfiffen-ich-gehe-nicht-weg-904052/artikel
Hier nochmal Auszüge aus der Rede Windhorst's von der MV. Alles sehr nachvollziehbar was er sagt. "Windhorst raus" ist so eine sinnfreie Forderung. Schwer zu ertragen solche Anhänger. Simpelste Zusammenhänge nicht zu verstehen, wie die Tatsache, dass Windhorst nicht gewählt und daher nicht rausgeschmissen werden kann, ok kann passieren. Aber dann auch noch so stur zu sein und nicht zuzuhören um die Sichtweise des anderen zu verstehen
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https://www.kicker.de/windhorst-unter-pfiffen-ich-gehe-nicht-weg-904052/artikel
Hier nochmal Auszüge aus der Rede Windhorst's von der MV. Alles sehr nachvollziehbar was er sagt. "Windhorst raus" ist so eine sinnfreie Forderung. Schwer zu ertragen solche Anhänger. Simpelste Zusammenhänge nicht zu verstehen, wie die Tatsache, dass Windhorst nicht gewählt und daher nicht rausgeschmissen werden kann, ok kann passieren. Aber dann auch noch so stur zu sein und nicht zuzuhören um die Sichtweise des anderen zu verstehen
.Man sollte das vielleicht nicht direkt wörtlich nehmen das man Windhorst nicht perse rauswerfen kann ist klar. Sinnvoller wäre ein Transport mit Windhorst muss weg gewesen.
Im übrigen vertrete ich auch die Meinung das der windige Horst schnellstmöglich weg muss. Seitdem er investiert hat ist das Theater durch und mit ihm umso größer. Wir können im gerne dankbar sein das er uns von anderem übel erlöst hat.
Die Geschehnisse bei Hertha zeigen aber das die Pest nicht besser als die Cholera ist.
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