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HisTORie und Histörchen

11.09.2008 - 21:56 Uhr
HisTORie und Histörchen |#111
12.04.2020 - 11:35 Uhr
Historische Arminia (7): Amanatidis beendet den Arminia-Pokaltraum im Halbfinale
Heute vor 14 Jahren reisen Tausende Bielefelder Fans gen Süden: Arminia träumt vor dem Duell mit Eintracht Frankfurt vom Pokalfinale. Doch ein Grieche macht die Hoffnungen früh zunichte.
von Jan Ahlers
Zitat von NW
Es ist Anfang April 2006.
(...)Just hat ein gewisser Heiko Westermann den DSC mit seinem 1:0-Siegtor gegen Eintracht Frankfurt endgültig aus dem Bundesliga-Abstiegskampf geköpft. Trainer Thomas von Heesen schwärmt vom Talent des 22-Jährigen, „der wird irgendwann in der A-Nationalmannschaft auftauchen", sagt er. „Er hat ein Riesentalent und ist noch lange nicht am Ende der Entwicklung."

Für Arminia Bielefeld stehen große Spiele bevor. Denn drei Tage nach dem Erstliga-Duell mit den Hessen wartet das viel bedeutsamere Pokal-Halbfinale gegen den gleichen Gegner, nochmals vier Tage später geht es zum FC Bayern München in die Allianz-Arena. Selten waren so viele Arminen auf den Autobahnen unterwegs wie dieser Tage. „Ich habe so viele Fahrzeuge aus Bielefeld und Umgebung wie noch nie bei einem Auswärtsspiel gesehen", wird Präsident Hans-Hermann Schwick später über die Anreise zum Pokalduell sagen. Sicher fünftausend Arminen sollen den Weg in den Frankfurter Stadtwald angetreten haben, sagt man heute. Vielleicht waren es noch deutlich mehr.
(...)
Peter Burkamp berichtete damals für uns aus Frankfurt.
Lauter unglückliche Figuren
(...)
Dass deren Höhepunkt nun nicht am 29. April in Berlin gefeiert werden kann, schrieb Reinhard Saftig vor allem der zu schwachen Vorstellung im Angriff zu. „Wenn Zuma und Boakye in der Form der Hinserie gewesen wären, hätten wir die Partie nicht verloren", meinte der Sport-Geschäftsführer: „So haben wir uns einfach zu wenige Chancen herausgespielt, um gewinnen zu können."

Der frühere Mittelfeldantreiber Thomas von Heesen würde nur zu gern seine persönliche Fußball-Philosophie umsetzen, unterwirft sich bei der Taktik allerdings den personellen Zwängen. „Boakye hat seit fünf Wochen das erste Mal wieder gespielt, Vata hat Adduktorenprobleme und ist immerhin schon 34, bei Zuma weiß keiner, wo er steht, Dalovic steckt noch in der Entwicklung und Wichniarek hat zuletzt nicht die glücklichste Figur bei der Ballsicherung gemacht", schildert der DSC-Coach die aktuelle Befindlichkeit seiner Offensivabteilung, die es bei der Aufstellung zu berücksichtigen gelte.

So begann von Heesen auch in Frankfurt wieder zunächst mit nur einer Spitze, die, so räumte Michael Fink ein, „zu wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld bekam". Man könne das System, das in der Liga bei Hannover und daheim gegen Frankfurt zu knappen 1:0-Siegen verholfen habe, auch offensiver auslegen, meinte Fink. Am Dienstagabend jedoch „haben wir uns zu weit nach hinten drängen lassen. Da hat es nach vorn gefehlt". Ioannis Amanatidis bestrafte das mit seinem Tor in der 16. Minute, auf das der DSC lange keine Antwort fand. Erst mit der Rückkehr zum in der Hinrunde etablierten 4:4:2-System spielte Arminia druckvoller und brachte die Eintracht in Schwierigkeiten. So scheiterte Boakye in der Schlussphase mit einer guten Chance.
(...)
Jene 37 Punkte, über die sich Frank Geideck nach 29 Spieltagen sehr zufrieden zeigte, wies der DSC übrigens auch am Saisonende auf. Mit sechs Pflichtspiel-Pleiten am Stück, darunter ein 0:2 beim FC Bayern vor mehr als sechstausend DSC-Fans, endete die Saison 2005/06 ein wenig unbefriedigend. Doch Trainer von Heesen nutzte den frühzeitigen Klassenerhalt und gewährte zahlreichen jungen Akteuren Einsatzchancen, etwa Dennis Eilhoff und Tim Danneberg.

Heiko Westermann wurde 2008 tatsächlich zum Nationalspieler. Zuvor hatte ihn Arminia für knapp drei Millionen Euro an Schalke 04 weiterverkauft.

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Gegen die Putin-Diktatur und den Angriffskrieg - Freiheit und Frieden für die Ukraine! An der Seite aller Ukrainer:innen und Russ:innen, die den Krieg ablehnen!
HisTORie und Histörchen |#112
20.04.2020 - 12:19 Uhr
Historische Arminia (8): Wunderbar dreckiger Derbysieg gegen die Unaussprechlichen
Mit einem 2:1 über den alten Rivalen macht Bielefeld 2015 einen großen Schritt Richtung Zweitliga-Aufstieg. Auch Trainer Norbert Meier reagiert emotionaler als nach anderen Erfolgen.
von Philipp Kreutzer
Zitat von NW
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Das Derby am 18. April 2015 verläuft ganz nach dem Geschmack der Bielefelder, der DSC gewinnt sein Drittliga-Heimspiel an diesem frühen Samstagnachmittag mit 2:1. Es ist der 33. von 38 Spieltagen, nach der Begegnung führt Arminia die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger Kiel an. Bis zum MSV Duisburg auf Relegationsplatz drei sind es sechs Zähler. Zehn Tage zuvor haben die Bielefelder Bundesligist Gladbach im Pokal-Viertelfinale ausgeschaltet - eine wunderbare Gesamtkonstellation, die die DSC-Fans nach dem Abpfiff ausgiebig feiern lässt.

Jörg Fritz berichtete für unsere Zeitung vom Bielefelder Derbysieg gegen die Mannschaft aus dem Vorort von Telgte:
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Dort stehen die treuesten der treuen Anhänger und freuen sich ebenso wie das gesamte Personal von Arminia über einen 2:1 (0:1)-Sieg im Westfalen-Derby vor 25.192 Zuschauern in der Schüco-Arena gegen Preußen Münster. „Es war mein Dank an unsere Fans, die uns immer wieder unterstützt haben", erklärt Meier später. Die Spieler sprechen von einem „dreckigen" Sieg. Meier lobt die Mentalität seiner Profis: „Wir haben den Sieg erzwungen.
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Während die Gäste durch ein schnelles Kombinationsspiel deutlich den Takt angaben, wirkten die Gastgeber planlos. Nichts gelang. Zweikampfschwach, ideenlos im Aufbau und gedanklich unkonzentriert auf dem Platz lieferten die Arminen die „schlechteste Heim-Halbzeit in dieser Saison" (Julian Börner) ab. „Diese Phase haben wir echt verschlafen", gestand Mittelfeldspieler Manuel Junglas ein.
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Auf dem Rasen dominierten weiterhin die Preußen, die logischerweise in der 41. Minute mit 1:0 in Führung gingen. Marcel Reichwein bediente Marcus Piossek, der sogar noch Zeit hatte, DSC-Keeper Alexander Schwolow auszuspielen.

Nach einem klärenden Halbzeitgespräch wachten die Gastgeber endlich auf. Ein Ruck ging durch die Mannschaft. Kompaktheit und Aggressivität in den Zweikämpfen kehrten zurück. Zwangsläufig ergaben sich daher einige gute Tormöglichkeiten. Vier Minuten nach dem Wiederanpfiff schöpfte der DSC-Anhang neue Hoffnung, nachdem Manuel Junglas mit einem Kopfball für den 1:1-Ausgleich sorgte. Vorausgegangen war eine von Florian Dick getretene Ecke.

Arminias König des ruhenden Balls war auch für den Siegtreffer verantwortlich. Nach einer weiteren Ecke, „die ich wie im Training oft einstudiert kurz auf Christoph Hemlein spielte" (Dick), schoss Julian Börner (65.) den abgeprallten Ball zum 2:1 ins Tor.
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Einen Blick in die Zukunft riskierte Florian Dick: „Wenn wir solche Partien weiter gewinnen, steigen wir auf."

Müssen sie nicht mal. Zur Rückkehr in die 2. Liga reichen in den Wochen danach ein 4:0-Sieg in Erfurt inklusive Christoph Hemleins 60-Meter-Tor-des-Monats gegen den heute beim DSC aktiven Keeper Philipp Klewin sowie drei Unentschieden. 2:2 gegen Kiel, 1:1 bei Wehen Wiesbaden und schließlich das irgendwie hingezitterte 2:2 zu Hause gegen Regensburg am vorletzten Spieltag.
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Und was machen Arminias Derbyhelden von 2015 heute? Julian Börner kickt inzwischen in England, beim Zweitligisten Sheffield Wednesday hat es der 29-Jährige schnell zu einem der Publikumslieblinge gebracht. Manuel Junglas beendete seine Karriere 2018 bei Drittligist Viktoria Köln, mittlerweile betreibt der 31-Jährige in Siegburg ein Unternehmen für Fassadenreinigung. Vorlagengeber Florian Dick ist seit Anfang dieses Monats wieder für einen anderen seiner Ex-Vereine tätig. Der 35-Jährige schult beim 1. FC Kaiserslautern zum Sportfachwirt um.

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HisTORie und Histörchen |#113
22.04.2020 - 14:12 Uhr
Historische Arminia (9): Der vierfache Wichniarek läutet Arminias Wende zum Guten ein
Heute vor 19 Jahren droht Arminia, von der Bundesliga in die 3. Liga durchgereicht zu werden. Doch nicht mit „König Artur“, dem in seiner zweiten Saison in Bielefeld der Durchbruch gelingt.
von Jan Ahlers
Zitat von NW
Bielefeld. Wenn Arminia Bielefeld heutzutage auf Hannover 96 trifft, ist das ein Garant für ein ausverkauftes Heimspiel. Vor 19 Jahren sah das noch etwas anders aus: Nur gut zwölftausend Menschen wollen am 22. April 2001 das kleine Derby mit den Niedersachsen sehen.

Das hat auch sportliche Gründe: Eine fast zweijährige Serie des Misserfolgs hat die Fans erschüttert. Nach dem Bundesliga-Abstieg in der Saison 1999/2000 bleibt Hermann Gerland Übungsleiter, obwohl sein Ruf bei der Anhängerschaft längst ruiniert ist. Auch die Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft ist nicht die beste. So vergiftet wie zu jener Zeit war die Atmosphäre rund um die Alm selten.
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Arminia rutscht auf einen Abstiegsplatz. In Ulm und Bielefeld droht gleich zwei vorherigen Bundesligisten der Doppel-Abstieg. Gegen den Tabellenzehnten Hannover geht es jetzt ums Ganze. Was keiner ahnt: Dieser Sonntagnachmittag wird zur Geburtsstunde eines späteren Königs.

Rainer Klusmeyer und Peter Burkamp berichteten damals vom Spiel.
Wichniarek einfach himmlisch

Bielefeld. So oft ist auf der Alm seit Jahren nicht gejubelt worden. Über fünf Treffer der eigenen Mannschaft zum Sieg über Hannover 96, über die Tore von LR Ahlen und Greuther Fürth gegen VfL Osnabrück und Stuttgarter Kickers. Drei Resultate nach dem Geschmack des DSC Arminia Bielefeld, der nach dem 5:2 (2:0) über die niedersächsischen Landeshauptstädter wieder die Abstiegsplätze der Zweiten Liga verlassen hat.

„Ich bin natürlich sehr froh über den Sieg", erklärte DSC-Trainer Benno Möhlmann, „aber es war nur ein kleiner Schritt zum Klassenerhalt". Möglich gemacht durch eine große Mannschaftsleistung und einen überragenden Angriffsspieler. Vier Tore steuerte Artur Wichniarek bei, per Elfmeter zum 1:0 (33. Minute), danach dreimal per Fuß nach Klassevorarbeit von Michael Sternkopf (34.), Bruno Labbadia (51.) und Markus Weissenberger (60.).
(...)
Für den 24-Jährigen rückt der persönliche Erfolg in den Hintergrund: „Wichtig ist, dass wir in der zweiten Liga bleiben." Er wolle zwar gern wieder zurück ins Fußball-Oberhaus, aber „es ist auch keine Katastrophe, wenn ich nächste Saison mit Arminia 2. Liga spiele."

Die zuletzt aufgekommenen Meldungen über einen Wechsel will Wichniarek nicht kommentieren. „Ich habe noch Vertrag bis 2003, und der Manager hat gesagt, dass ich bleiben soll. Wenn Arminia mich verkaufen muss, kann man auch darüber reden."
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Wieder war es ein Sieg mit Signalwirkung: Beim designierten Aufsteiger Borussia Mönchengladbach legte Arminia Bielefeld einen 1:0-Erfolg nach – der Klassenerhalt glückte allerdings erst am 34. Spieltag mit einem 4:2-Sieg über Saarbrücken. Artur Wichniarek hatte es sich nicht nehmen lassen, nochmals zwei Tore beizusteuern. Nach einer turbulenten Spielzeit fielen aber nicht nur ihm Wackersteine vom Herzen.

Der Pole, 1999 von Widzew Lodz verpflichtet, war damit endgültig im deutschen Fußball angekommen. In jener Saison traf er 17-fach und sicherte sich damit den Spitzenplatz in der Torjägerliste, ebenso im Folgejahr mit weiteren 20 Toren.
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HisTORie und Histörchen |#114
27.04.2020 - 00:32 Uhr
Historische Arminia (10): Als Ben Sahar den VfL Bochum aus dem Nichts düpierte
Er dauerte nur 64 Minuten, doch der Arbeitstag des Israeli Ben Sahar an jenem 25. April 2014 war ein eindrucksvoller: Die fast schon abgestiegene Arminia schöpfte mit einem Kantersieg in Bochum neue Hoffnung.
von Jörg Fritz und Jan Ahlers
Zitat von NW
Bielefeld. Zu viel schien Arminia Bielefeld im Endspurt der Zweitliga-Saison 2013/14 nicht mehr fähig. Drei Spieltage vor Schluss war der DSC im Abstiegskampf mehr tot als lebendig: Sechs Punkte und 13 Tore trennten ihn vom FSV Frankfurt auf Platz 15, drei Zähler und das deutlich schlechtere Torverhältnis von Dynamo Dresden auf Relegationsrang 16. Ein kleines Wunder musste her.
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Doch als alle, die es mit dem DSC Arminia Bielefeld halten, am wenigstens damit rechnen, sind die Blauen zur Stelle. Jörg Fritz berichtete für uns vor sechs Jahren vom Comeback im Ruhrpott:

Sahar schießt die Hoffnung zurück

Arminia Bielefeld lebt. Mit einer kaum für möglich gehaltenen Leistungssteigerung schaffte die Mannschaft von Trainer Norbert Meier einen hochverdienten 4:1-Sieg beim VfL Bochum. Die Tore für die Arminen, die eine überragende Teamleistung zeigten, erzielten Ben Sahar (2), Fabian Klos und Christian Müller.

„Das war eine verdammt schwierige Woche, aber wir waren von der ersten Minute an geschlossen. Der Abstieg ist noch nicht entschieden", sagte Thomas Hübener, der nun auf über 20.000 Zuschauer im Spiel gegen Frankfurt hofft. Im zehnten Spiel unter der Regie von Norbert Meier bot der DSC-Coach zum zehnten Mal eine veränderte Startelf auf. Verwundert war vor allem Außenbahnspieler Marc Lorenz, der für die U 23 in der Oberliga bei Rot-Weiß Ahlen antrat.

Um die Chance auf Relegationsrang 16 zu wahren, musste Arminia gewinnen. Deshalb setzte Meier voll auf Offensive. Er entschied sich für ein 4:1:4:1-System, in dem Fabian Klos die einzige Angriffsspitze bildete, während Kacper Przybylko etwas zurückgezogener auf der rechten Außenbahn agierte. „Pritsche" spielte ab der 2. Minute mit einem Nasenbeinbruch und wollte nicht ausgewechselt werden. Patrick Schönfeld, der den Vorzug gegenüber Philipp Riese erhielt, und Christian Müller machten das Spiel, während auf der linken Seite Ben Sahar stürmte, der ein ganz großes Spiel machen sollte.
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Was dann in den folgenden Minuten passieren sollte, lässt große Hoffnung aufkommen, dass Arminia tatsächlich noch Relegationsrang 16 einnehmen kann. Statt des befürchteten Einbruchs wurden die Arminen noch stärker. Nach einem Pass von Fabian Klos erhöhte Ben Sahar mit seinem zweiten Tor auf 2:0. Sieben Minuten später gelang dem glänzend aufgelegten Fabian Klos nach Zuspiel von Schönfeld das 3:0. In der zweiten Halbzeit setzte sich die Dominanz aus Ostwestfalen zunächst fort, ehe die Kräfte nachließen und Bochum das 1:3 gelang. Nachdem Christian Müller das 4:1 markiert hatte, randalierten Bochumer Fans und stürmten auf das Spielfeld. „Die Mannschaft lebt. Wir haben uns noch lange nicht aufgegeben und glauben an unsere Chance", sagte Christian Müller nach dem Auswärtssieg.
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Ohnehin hatte Sahar nicht oft genug mit Leistung überzeugt.

Heute ist der Stürmer 30 Jahre alt. Die ganz große Karriere blieb dem Mann, der einst als Siebzehnjähriger für den FC Chelsea in der Premier League debütiert hatte, verwehrt. Nach einem einjährigen Ausflug in die holländische Eredivisie zu Willem II Tilburg zog es ihn in die israelische Heimat, mit Hapoel Beer Sheva holte Sahar zwischen 2016 und 2018 gleich drei Meistertitel. Für sein Heimatland hat er 44 Länderspiele absolviert und dabei achtmal getroffen, zuletzt wurde Sahar kaum noch für die Auswahl nominiert.

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HisTORie und Histörchen |#115
29.04.2020 - 17:15 Uhr
Historische Arminia (11): DFB-Pokalsaison endet mit Gänsehautentzündung
Im Halbfinale des DFB-Pokals ist für den damaligen Drittligisten Arminia Bielefeld im Jahr 2015 die Reise vorbei. Doch die Fans bauen die Spieler nach dem 0:4 gegen Wolfsburg eindrucksvoll wieder auf.
von Jan Ahlers und Jens Reichenbach
Zitat von NW
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Jens Reichenbach war als einer unserer Reporter an jenem Abend auf der Bielefelder Alm.
Gänsehautentzündung auf der Alm

Bielefeld. Das hat eine Profimannschaft, die soeben überzeugend ins DFB-Pokal-Finale eingezogen ist, auch noch nicht erlebt: Die Spieler des VfL Wolfsburg saßen am Mittwochabend zwar glücklich vor ihren Fans am Gästeblock, aber die große Humba-Feier musste ausfallen. Zu laut und zu dominant bejubelten die Arminia-Fans ihre soeben ausgeschiedene Mannschaft. Die lautstarke Leistung der Fans war auch gestern noch ein großes Thema – bundesweit.
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Über WDR-Kommentator Steffen Simon lässt sich viel streiten. Aber in Bielefeld hatte er das richtige Gespür, als er gleich zweimal während der Liveübertragung verstummte, um die Atmosphäre im Stadion auf sich wirken zu lassen: „Wir sollten einfach nur zuhören und genießen", sagte er, als nach Spielschluss der Gesang nicht abebben wollte. Dann kommentierte er die Atmosphäre mit nur einem Wort: „Gänsehautentzündung".
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Als Sky-Kommentator Kai Dittmann die Zahl der Zuschauer im Stadion hörte, fragte er: „26.137 Zuschauer? Klingt wie 86.000. Irre, es steht 0:4 und die machen hier so eine Stimmung. Eigentlich hätten sie ein Spiel um Platz drei verdient!" Er kündigte später an, sich für die nächsten Bielefeld-Spiele als Kommentator zu bewerben, sollte der Bezahlsender bald wieder von der Alm berichten.

Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl stimmten in der ARD in das Loblied ein. Arminia-Sprecher Tim Santen wurde am Rande des Spiels vom sichtlich beeindruckten Reinhold Beckmann gefragt: „Seit wann ist das hier so? Ich war lange nicht mehr hier. Das war früher anders." Immer wieder gingen Beckmann und Scholl auf die Fangesänge ein. Offensichtlich hatte ihnen auch imponiert, wie die Fans die kläglichen Versuche der Wolfsburger Schmähgesänge gekontert hatten: Aus Zigtausenden Kehlen übernahmen die DSC-Anhänger den als Beleidigung versuchten Ruf von den „Ostwestfalen- ***** en" und antworteten schließlich mit „Gegen Dortmund habt ihr keine Chance" oder „Ihr könnt nach Hause fahren". Der DSC sprach seinen Fans auf Facebook dafür ein Sonderlob aus: „Typisch ostwestfälisch." Auch BILD-Chef Kai Diekmann twitterte: „Ich bin wahnsinnig stolz auf Bielefeld! Was für ein Auftritt auf der großen Bühne!"

Die Berliner Zeitung bewertete die Reaktion der Arminia-Anhänger als „Demonstration der Tradition gegen die moderne Fußballindustrie" (siehe Pressestimmen): „Als wollten die Fans eines alten Bundesligastandorts den modernen Parvenüs aus den Retortenklubs zeigen, wie sich echte Stimmung anhört."

Wolfsburg-Manager Klaus Allofs wurde nach dem Spiel auch nicht zuerst zur starken Leistung seiner Mannschaft befragt, sondern zur Kulisse auf der Alm: „Ich glaube, die freuen sich schon auf die 2. Liga", antwortete er. „Arminia wird aufsteigen, und dann geht es weiter. Man kommt hier nicht zu einem Drittligisten, das ist gefühlt Bundesliga."
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„Es ist unglaublich. Wir haben das Spiel 0:4 verloren, aber was hier im Stadion noch los ist, da habe ich Gänsehaut", stammelte der erfahrene Profi Florian Dick ins Mikrofon. Fabian Klos postete: „Sprachlos aufgrund der Szenen, die sich auf den Rängen abgespielt haben! Gänsehaut, ohne Worte, ihr seid überragend! Kein Geld der Welt kann wahre Fanliebe ersetzen."
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Der DFB-Pokal sollte es nicht sein, dafür aber zweieinhalb Wochen später mit einem 2:2-Remis gegen Jahn Regensburg der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Binnen zwölf Monaten nach dem bitteren Abstieg 2014 hatte Arminia in jeder Hinsicht ein beeindruckendes sportliches Comeback gefeiert.
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Gegen die Putin-Diktatur und den Angriffskrieg - Freiheit und Frieden für die Ukraine! An der Seite aller Ukrainer:innen und Russ:innen, die den Krieg ablehnen!
HisTORie und Histörchen |#116
07.05.2020 - 00:25 Uhr
Historische Arminia (12): Bierchen im Whirlpool nach Bundesliga-Aufstieg Nr. 6
Heute vor 18 Jahren steigt Arminia Bielefeld zum sechsten Mal in die Fußball-Bundesliga auf. Während die DSC-Spieler ausgelassen feiern, spielt sich in einem anderen Stadion zeitgleich ein Drama ab.
von Rainer Klusmeyer, Peter Burkamp, Jan Ahlers
Zitat von NW
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Die Lage gestaltet sich folgendermaßen: Der Zweite Mainz 05 hat 64 Punkte und 30 Tore mehr geschossen als kassiert. Arminia ist Dritter, damals noch ein direkter Aufstiegsrang, mit 62 Zählern und +28 Treffern. Der VfL Bochum ist als Vierter punktgleich mit dem DSC - seine Achillesferse ist das klar schwächere Torverhältnis (+18). Nun reist Mainz zum Sechsten Union Berlin, Bochum zum Zwölften Aachen. Arminia empfängt den Achten aus Ahlen, mehr als 26.000 Zuschauer sind vor Ort. Doch für mindestens einen der Aufstiegskandidaten nimmt dieser Sonntag eine nicht für möglich gehaltene Wende.

Rainer Klusmeyer und Peter Burkamp waren bei Arminias sechstem Bundesliga-Aufstieg live dabei.

Aufstiegsball mit König Artur

Bielefeld. Zwei, drei Minuten waren noch zu spielen auf der Alm. 26.601 begeisterte Zuschauer feierten längst mit einer nicht enden wollenden Welle, Klatschrhythmen und Bielefeld-Bielefeld-Sprechchören ihre Helden. Da bauten sich Ersatzspieler in Trikots, Verletzte in Zivil, Betreuer und Physiotherapeuten in einer langen Reihe am Spielfeldrand auf, nahmen sich in den Arm und hüpften auf und ab – sie alle wollten demonstrieren: Wir gehören dazu. Wir freuen uns mit. Wir haben genauso viel Anteil an diesem 3:1 (2:1) über LR Ahlen wie die elf spielenden Kicker.
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„Bei einem solchen Spielstand hat man immer ein komisches Gefühl. Eine Unachtsamkeit – und es ist passiert", fasste Keeper Mathias Hain seinen Gemütszustand zusammen. Doch Hains „Jugendtraum" wurde doch noch relativ Nerven schonend wahr. Dank Dirk van der Ven, der seine abermals überragende Leistung mit einem Überkopf-Pass in den Lauf von Erhan Albayrak krönte. Dank Erhan Albayrak, der Zentimeter vor der Torauslinie den Ball akrobatisch in Richtung Fünfmeter-Raum beförderte. Dank Artur Wichniarek, der mit dem linken Fuß das Spielgerät so hart ins Netz beförderte, dass Ahlens Keeper Dirk Langerbein nicht eine Zehntelsekunde Zeit zur Reaktion hatte.
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- Ende des Rückblicks -
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Doch die Aufstiegseuphorie hielt nicht lange an. Schon in der Saisonvorbereitung sorgten Ansgar Brinkmann ("Bei uns fangen Mannschaftssitzungen mit Fußball an und enden oft im Disneyland") und Dirk van der Ven ("Wir wären auch ohne Trainer aufgestiegen") mit Stunk gegen Coach Benno Möhlmann für Ärger.

Möhlmann blieb Trainer, schien den DSC sogar in der Erstklassigkeit zu etablieren. Doch im Saisonendspurt ging den Almkickern die Puste aus.
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Gegen die Putin-Diktatur und den Angriffskrieg - Freiheit und Frieden für die Ukraine! An der Seite aller Ukrainer:innen und Russ:innen, die den Krieg ablehnen!
HisTORie und Histörchen |#117
08.05.2020 - 21:03 Uhr
Historische Arminia (13): Aufbruchstimmung inmitten einer dunklen Stunde
Am 8. Mai 2011 ist Arminia längst abgestiegen, zum ersten Mal seit 16 Jahren ist der DSC drittklassig. Doch beim letzten Heimspiel gegen Karlsruhe ist die Schüco-Arena fast ausverkauft - und Arminia gewinnt.
von Torsten Ziegler und Jan Ahlers
Zitat von NW
Bielefeld. 16 mickrige Punkte hat Arminia Bielefeld in der schwärzesten Saison dieses Jahrtausends zwei Spieltage vor Schluss nur auf dem Konto. Wer am 8. Mai 2011 zum letzten Heimspiel des Jahres gegen den Karlsruher SC in die Schüco-Arena kommt, der sieht einen künftigen Drittligisten - sofern die hochverschuldete Arminia überhaupt die Zulassung für die 3. Liga erhält.
(...)
Und doch umgibt die Alm an diesem Sonntag etwas Magisches: Aufbruchstimmung.

24.123 Zuschauer wollen den Abschied der Arminia aus den Bundesligen nach 16 Jahren Zugehörigkeit sehen. Fast elftausend mehr, als durchschnittlich zu den meist unerfreulichen Auftritten jener Spielzeit erschienen waren.
(...)
Unser Redakteur Torsten Ziegler war damals live vor Ort.
Perfekter Doppelpass mit dem Publikum

Bielefeld. Wie groß die Sehnsucht jedes einzelnen DSC-Profis war, der katastrophalen Abstiegssaison ein positives Finale vor eigenem Publikum zu geben, zeigte die Reaktion von Pavel Fort. Als Trainer Ewald Lienen statt eines Stürmers Nils Fischer aufs Feld schickte, schmiss der tschechische Angreifer wütend sein giftgrünes Leibchen auf die Ersatzbank. Arminias Wechselkontingent war ausgeschöpft, und Fort moserte, war auch von Co-Trainer Abder Ramdane nicht zu beruhigen.
(...)
„Das war Wahnsinn", befand Kapitän Rüdiger Kauf, „man konnte das Gefühl haben, wir seien aufgestiegen."

Dass die Fans das längst feststehende Gegenteil nicht ignorierten, bewiesen sie mit ihren Schmähgesängen gegen den erhofften künftigen Ligakollegen Preußen Münster. Zu „Wer nicht hüpft, der ist ein Preuße" wurde die Statik der Südtribüne einem Stresstest unterzogen. Falls es mit der Lizenzerteilung für die 3. Liga klappt, sind die Fans jedenfalls stimmlich gewappnet, denn auch zum potenziellen Mitabsteiger VfL Osnabrück fiel den Arminen Unfreundliches ein.
(...)
Angeregt durch Besart Berishas 1:0 in der 27. Minute standen die Fans wie eine schwarz-weiß-blaue Wand hinter dem eigenen Team. Vielleicht gab es auch deshalb erstmalig in dieser Saison eine 2:0-Führung zu bejubeln. Dario Vidosic hatte in der 74. Minute genau so entschlossen vollendet wie zuvor Berisha. Lukas Rupp verkürzte für den KSC in der 89. Minute.
(...)
Die Gruselsaison endete anders. „Ich bin überglücklich, dass wir den Fans wenigstens im letzten Heimspiel etwas zurückgegeben haben für die phantastische Unterstützung", formulierte Markus Bollmann die Sehnsucht, die ihn wie alle seine Kollegen mit angetrieben hatte.

- Ende des Rückblicks -

Mit einem 1:1-Remis in Aachen und 20 sportlich erspielten Punkten, von denen wegen der Inanspruchnahme eines DFL-Sicherungsfonds drei wieder abgezogen wurden, steigt Arminia sang- und klanglos ab.
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Erst unter von Ahlens Nachfolger Stefan Krämer schaffen die Blauen schließlich den Turnaround und vermeiden es kurz vor dem Saisonende, binnen drei Jahren aus der Bundesliga bis in die Regionalliga West zu stürzen.
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Gegen die Putin-Diktatur und den Angriffskrieg - Freiheit und Frieden für die Ukraine! An der Seite aller Ukrainer:innen und Russ:innen, die den Krieg ablehnen!
HisTORie und Histörchen |#118
11.05.2020 - 09:25 Uhr
Historische Arminia (14): "Wir sind gerne zweitklassig" - der Aufstieg 2013
Am 11. Mai 2013 liegen gegen den VfL Osnabrück die Karten auf dem Tisch. Ein Sieg bedeutet den Aufstieg, eine Niederlage könnte alles zunichtemachen. Doch Arminia bewahrt die Ruhe.
von Jan Ahlers und Peter Burkamp
Zitat von NW
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Heute blicken wir zunächst genau sieben Jahre zurück, Arminia Bielefeld kämpft in der 3. Liga um den Wiederaufstieg. Es ist ein spektakulär, gar epischer Aufstiegskampf - vielleicht der spannendste der Drittliga-Geschichte?
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Eine Woche vor jenem 11. Mai 2013 hatte der DSC vorgelegt: Nur 1.100 Zuschauer sahen den 1:0-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart II. Als Zweiter hinter dem Karlsruher SC hatte Bielefeld vor dem 37. und vorletzten Spieltag plötzlich beste Karten, direkt aufzusteigen - weil Münster mit einer Heimniederlage überraschend gepatzt hatte. Vor dem Arminia-Heimspiel gegen den VfL Osnabrück liegen die Gastgeber drei Punkte vor den Lila-Weißen, vier vor dem Erzrivalen. Kurzum: Verlieren war verboten, ein Sieg würde die 2. Bundesliga bedeuten.

Peter Burkamp, damals für uns vor Ort, erzählt vom ersten Zweitliga-Aufstieg seit 18 Jahren.
Grenzenloser Jubel: Arminia ist wieder zweitklassig
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Der Sieg in dem zum „Endspiel" hochgejazzten Derby gegen den VfL geriet zum Spiegelbild der Saison. Erst brach Kapitän Thomas Hübener kurz vor dem Spiel einen Belastungstest frustriert ab, dann musste Manuel Hornig nach fünf Minuten verletzt vom Platz. „Ich dachte, das kann nicht wahr sein. Zwei wichtige Spieler fehlen und mit Appiah kommt einer rein, der fast drei Wochen nicht trainiert hat", schilderte Pascal Testroet seine Gefühlslage. Auf der Tribüne ging ein kollektives Raunen durch die Reihen.

Doch auch diesen Rückschlag steckten Stefan Krämers Schützlinge weg wie schon viele zuvor. „Nach dem 0:3 im Heidenheim-Spiel hat die Mannschaft einen Pakt geschlossen und sich auf den Aufstieg eingeschworen." Das sei für ihn einer der entscheidenden Momente gewesen, erzählte DSC-Trainer Krämer.

Der entscheidende Moment des Spiels war das 1:0 durch Hille in der 56. Spielminute. Danach hieß es nur: durchhalten.
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„Ich hatte Tränen in den Augen", verriet Marcus Uhlig. „Als wir begannen, lagen wir auf der Intensivstation. Unser Aufstieg ist eine Sensation", sagte der Geschäftsführer. Der Erfolgstrainer verschwand zunächst in der Kabine, um kurz innezuhalten. Wie Kinder im Wasser plantschten die Profis im Bier. Fans sicherten sich Stücke vom Almrasen und dem Tornetz. Wie versteinert verfolgten einige Osnabrücker Fans die Aufstiegsfeier des Konkurrenten.
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„Für mich ist der Aufstieg eine Wiedergutmachung für die vielen negativen Dinge, dir mir passiert sind", sagte Pascal Testroet, der das Tor aufgelegt hatte. Stefan Krämer wurde kurz vorm Muttertag väterlich: „Die Jungs sind mir so ans Herz gewachsen. Einmal mein Spieler, immer mein Spieler. Sie können mit allem zu mir kommen."

Das taten sie prompt. Wieder mit Bier. Eine Gruppe Spieler stürmte die Pressekonferenz und beendete diese mit einer weiteren Dusche ihres Trainers. „Nun haut endlich ab, ihr Pflegefälle", konterte Krämer lachend und entließ seine Jungs in den Feier-Marathon. Erst zum Rathaus, dann zurück ins Stadion, später in die Bielefelder Innenstadt.
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Gegen die Putin-Diktatur und den Angriffskrieg - Freiheit und Frieden für die Ukraine! An der Seite aller Ukrainer:innen und Russ:innen, die den Krieg ablehnen!
HisTORie und Histörchen |#119
14.05.2020 - 17:11 Uhr
Historische Arminia (15): Der Sieg mit sechs Ausrufezeichen
Heute vor drei Jahren springt Arminia mit einem Kantersieg am 33. Spieltag von Rang 17 auf einen Nichtabstiegsplatz. Seinen Ursprung hat das 6:0 über Braunschweig auch in einer emotionalen Ansprache.
von Peter Burkamp und Jan Ahlers
Zitat von NW
Bielefeld. Unter allen spektakulären Spielen des vergangenen Jahrzehnts dürfte dieses herausragen: Am 14. Mai 2017 gastiert Eintracht Braunschweig bei Arminia Bielefeld - und bezieht vom DSC in derartigem Maße Haue, dass die Ausstrahlung des Materials kaum durch die Jugendschutzprüfung käme. Mit 6:0 vermöbelt Bielefeld die Blau-Gelben, die mit einem Sieg am gleichen Tag hätten aufsteigen können, während Arminia im ungünstigsten Fall in die 3. Liga gepurzelt wäre.
(...)
Aber lesen Sie selbst aus unserem Archiv:

Ein Sieg mit sechs Ausrufezeichen - und einem Motivator

Es hatte etwas Irreales. Arminia 6, Braunschweig 0 – beim Blick auf die Anzeigetafel schüttelten viele Arminia-Fans ungläubig den Kopf: Optimisten hatten vielleicht mit einem knappen Sieg gerechnet, niemand aber mit einem halben Dutzend Tore des Ligavorletzten gegen den Erstliga-Aufstiegsanwärter.„Oh, wie ist das schön", skandierten die Bielefelder Fans, denen die Hoffnung auf den Klassenerhalt bei jedem Ton anzumerken war. Der Sieg katapultierte den DSC auf Rang 15. Angesichts der schlechten Aussichten der Würzburger am letzten Spieltag in Stuttgart, dürfen die Bielefelder mit der Relegation rechnen. Doch sie wollen mehr. „Das war ein großer Schritt nach vorn. Jetzt haben wir es in der eigenen Hand, am nächsten Sonntag alles klar zu machen", sagte Reinhold Yabo, der mit drei Toren in der zweiten Halbzeit seine Klasse unterstrich. Ein Sieg in Dresden – das ist das Ziel, auf das die DSC-Profis in dieser Woche hinarbeiten.
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Über WhatsApp, Facebook oder Medien- und Fußballseiten verbreitete sich der emotionsgeladene Appell des Bielefelder Urgesteins. Die Videobotschaft war eigentlich an die Familien der Spieler adressiert und nicht für eine Veröffentlichung gedacht. Allerdings haben die DSC-Verantwortlichen damit kalkuliert, dass es publik werden könnte.

„Die Rede war sehr emotional und hat ihre Wirkung gezeigt", sagte Jeff Saibene. Rumps Chef hatte sich im Hotel an die Mannschaft gewandt, sein Co-Trainer anschließend in der Kabine. Im Nachhinein erscheint der auffällig aggressive und einsatzfreudige Auftritt der Mannschaft in einem anderen Licht. „Rumpi hat da unglaubliches Potenzial. Es war in dieser Form schon außergewöhnlich. Das passt. Wir haben das so abgesprochen", sagte Arminias Cheftrainer. Rump selbst verließ den Trainingsplatz am Montagmorgen lächelnd. „Ich habe doch alles gesagt", meinte er in Richtung der wartenden Journalisten.
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Ganz ohne Zittern ging es nicht weiter: Statt eines Siegs holte Arminia in Dresden nur ein 1:1-Remis und schaute deshalb bis zum Schlusspfiff bangen Blickes auf die Liveticker aus Heidenheim: Dort hätte 1860 München nicht gewinnen dürfen. Tatsächlich verloren die Löwen mit 1:2, der DSC bejubelte den Klassenerhalt als Fünfzehnter.
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Gegen die Putin-Diktatur und den Angriffskrieg - Freiheit und Frieden für die Ukraine! An der Seite aller Ukrainer:innen und Russ:innen, die den Krieg ablehnen!
HisTORie und Histörchen |#120
17.05.2020 - 14:27 Uhr
Historische Arminia (16): Die Feier-Karawane aus Osnabrück
Im letzten Teil unseres DSC-Rückblicks schauen wir auf den 16. Mai 2004: Beim bislang letzten Bundesliga-Aufstieg reicht Arminia ein 0:0. Noch heute spricht man vor allem von der Feier danach.
von Ansgar Mönter, Jan Ahlers und Wolfgang Rudolf
Zitat von NW
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Unser Fotograf Wolfgang Rudolf beschreibt den historischen Tag in Osnabrück als "einen der schönsten Aufstiege". Nachdem er ausgiebig auf dem Platz sowie in der Mannschaftskabine Aufstiegsbilder geschossen hatte, hatte er festgestellt, dass sein Kollege schon in die Bielefelder Redaktion abgedüst war. Kurzerhand fragte er zunächst Trainer Rapolder und dann Mannschaftskapitän Mathias Hain, ob er im Mannschaftsbus mitfahren dürfe. "Du musst ja auch irgendwie nach Hause kommen", habe Hain ihm augenzwinkernd entgegnet, erinnert sich der Fotograf. Und war prompt Teil der Party.

"Schon nach drei Kilometern haben wir angehalten, Benjamin Lense musste am Kiosk den Biervorrat auffüllen", sagt Rudolf. Vom Straßenrand aus jubelten Arminia-Fans ihren Helden zu - Tausende fuhren im Autokorso den kurzen Weg zurück nach Bielefeld, während im Bus Stürmer Isaac Boakye die Kamera des Foto-Profis übernahm und selbst zahlreiche Jubelbilder schoss - leider können wir auf dieses Archivmaterial gegenwärtig nicht zugreifen.

"An der Oetkerhalle ist schließlich Thomas von Heesen eingestiegen", rekapituliert Wolfgang Rudolf. Immer mehr Anhänger hätten den Weg gesäumt, ehe die Mannschaft durch einen Hintereingang das Bielefelder Rathaus betrat.
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Unser Redakteur Ansgar Mönter berichtete von der Feier in der Innenstadt.

Rekord-Feier für den Rekord-Aufsteiger Arminia

Bielefeld. Rekordaufsteiger. Der siebte Sprung in die Erste Liga ist perfekt, und Tausende feierten am Rathaus ihre Arminia. Die neuerliche Aufstiegsfete nahmen alle gerne mit, dennoch war der Tenor: „Bitte nicht wieder." Künftig soll in Bielefeld der Klassenerhalt gefeiert werden.Die Spontanfeier war akribisch geplant.

„Wir sitzen alle paar Jahre mit denselben Leuten um einen Tisch", sagt Gisela Bockermann, bei der die Drähte für die als Oberbürgermeister-Empfang deklarierte Balkon- und Bühnenfeier zusammenliefen. 60 Menschen hatten sich bei der Fete 2002 verletzt, das wollte die Polizei dieses Jahr verhindern. Flaschen waren verboten (und trotzdem zu tausenden zu sehen), die Bahn-Haltestelle umzäunt und der Niederwall gesperrt.

Offiziell 5.000, inoffiziell mehr als doppelt so viele drängten sich zwischen Altem und Neuem Rathaus und manche machten schimpfend kehrt, bevor die Übertragung begann: „Zu eng." Die blieben, erlebten eine schwarz-weiß-blaue Jubelarie.
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Der Verein hatte Aufstiegs-Shirts gedruckt. Die „7" prangte auf dem Rücken, auf der Brust ein Arminia-Emblem, umgeben von sieben Sternen und dem Wort „Rekordaufsteiger". Den Titel hält Arminia jetzt alleine. Auch Präsident Hannes Schwick hatte sich ein Rekordaufsteigerhemd übergestreift. „Darin siehst du aus wie ein Kugelblitz", fand ein Vorstandskollege.
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- Ende des Rückblicks -

Fünf Jahre blieb Arminia danach erstklassig, während Rapolder - Erfinder des "Konzeptfußballs" - fast genau ein Jahr darauf von Bielefeld vorzeitig entlassen wurde: Der gebürtige Württemberger hatte bekanntgegeben, sich dem 1. FC Köln anschließen zu wollen. Doch die Trainerkarriere hatte ihren Höhepunkt erreicht: In Köln war schnell Schluss, danach engagierte sich Rapolder noch bei den Zweitligisten Koblenz und Karlsruhe sowie zuletzt 2015 bei Drittligist Großaspach. Heute arbeitet der 61-Jährige als Motivationstrainer für Führungskräfte.

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