HisTORie und Histörchen
11.09.2008 - 21:56 Uhr
01.01.2020 - 20:36 Uhr
Die NW ist dabei, die bisherigen Erstliga-Aufstiege von Arminia Revue passieren zu lassen.
Hier sind die bisher erschienenen Teile zu finden:
1970: Wie Arminia erstmals in die Bundesliga stürmte
1. Teil der Serie: Ein Trainer aus der Halbwelt macht den DSC-Kickern Beine.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637337_1970-Wie-Arminia-erstmals-in-die-Bundesliga-stuermte.html
-----------------------
1978 besiegen Kalli und seine Blauen das Trauma
2. Teil der Serie: Arminia verliert 0:5. In Bocholt. Und darf am Ende der Saison trotzdem jubeln.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637343_1978-besiegen-Kalli-und-seine-Blauen-das-Trauma.html
-----------------------
1980: Mit sagenhaften 120 Treffern in die 1. Liga
3. Teil der Serie: Den Angriff nennen die Fans "100-Tore-Sturm". Den Trainer rufen sie "Tippi".
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637357_Wie-Arminia-1980-in-die-1.-Liga-stuermte.html
------------------------
1996 gelingt Arminia der Durchmarsch mit Power-Ernst
4. Teil der Serie: Trainer Middendorp interessieren weder Konventionen noch große Namen, er führt mit harter Hand.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637372_1996-gelingt-Arminia-der-Durchmarsch-mit-Power-Ernst.html
-------------------------
1999: Arminia fährt im Fahrstuhl rauf und runter
5. Teil der Serie: Welche Rollen Thomas von Heesen bei Arminia einnimmt und welcher Transfer überlebensnotwendig ist.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637388_1999-Arminia-faehrt-im-Fahrstuhl-rauf-und-runter.html
Hier sind die bisher erschienenen Teile zu finden:
1970: Wie Arminia erstmals in die Bundesliga stürmte
1. Teil der Serie: Ein Trainer aus der Halbwelt macht den DSC-Kickern Beine.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637337_1970-Wie-Arminia-erstmals-in-die-Bundesliga-stuermte.html
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1978 besiegen Kalli und seine Blauen das Trauma
2. Teil der Serie: Arminia verliert 0:5. In Bocholt. Und darf am Ende der Saison trotzdem jubeln.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637343_1978-besiegen-Kalli-und-seine-Blauen-das-Trauma.html
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1980: Mit sagenhaften 120 Treffern in die 1. Liga
3. Teil der Serie: Den Angriff nennen die Fans "100-Tore-Sturm". Den Trainer rufen sie "Tippi".
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637357_Wie-Arminia-1980-in-die-1.-Liga-stuermte.html
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1996 gelingt Arminia der Durchmarsch mit Power-Ernst
4. Teil der Serie: Trainer Middendorp interessieren weder Konventionen noch große Namen, er führt mit harter Hand.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637372_1996-gelingt-Arminia-der-Durchmarsch-mit-Power-Ernst.html
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1999: Arminia fährt im Fahrstuhl rauf und runter
5. Teil der Serie: Welche Rollen Thomas von Heesen bei Arminia einnimmt und welcher Transfer überlebensnotwendig ist.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22637388_1999-Arminia-faehrt-im-Fahrstuhl-rauf-und-runter.html
04.01.2020 - 11:35 Uhr
Hier noch die letzten beiden Teile:
2002 geht es für Arminia über Disneyland hoch in die erste Liga
6. Teil der Serie: Die Bielefelder retten einen knappen Vorsprung ins Ziel. Und das, obwohl das Verhältnis zwischen Trainer und einigen Spielern nicht immer einfach ist.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22635672_2002-geht-es-fuer-Arminia-ueber-Disneyland-hoch-in-die-erste-Liga.html
------------------------
2004: Mit Konzeptfußball zum siebten Mal in Liga eins
7. Teil der Serie: Trainer Rapolder führt die Wende herbei und den DSC zurück nach oben. Den Fans gelingt später ebenfalls eine Glanznummer.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22635655_2004-Mit-Konzeptfussball-zum-siebten-Mal-in-Liga-eins.html
2002 geht es für Arminia über Disneyland hoch in die erste Liga
6. Teil der Serie: Die Bielefelder retten einen knappen Vorsprung ins Ziel. Und das, obwohl das Verhältnis zwischen Trainer und einigen Spielern nicht immer einfach ist.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22635672_2002-geht-es-fuer-Arminia-ueber-Disneyland-hoch-in-die-erste-Liga.html
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2004: Mit Konzeptfußball zum siebten Mal in Liga eins
7. Teil der Serie: Trainer Rapolder führt die Wende herbei und den DSC zurück nach oben. Den Fans gelingt später ebenfalls eine Glanznummer.
https://www.nw.de/sport/dsc_arminia_bielefeld/22635655_2004-Mit-Konzeptfussball-zum-siebten-Mal-in-Liga-eins.html
19.02.2020 - 23:04 Uhr
Coronavirus-Stadt Wuhan: Wo Arminia einst das große Geld witterte
Die chinesische Millionen-Stadt Wuhan steht aktuell wegen des Coronavirus im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Früher hatte Bielefelds Profifußballklub dort einen Partnerverein.
von Philipp Kreutzer
Die chinesische Millionen-Stadt Wuhan steht aktuell wegen des Coronavirus im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Früher hatte Bielefelds Profifußballklub dort einen Partnerverein.
von Philipp Kreutzer
Zitat von NW
Bielefeld. Wuhan? Das ist die Stadt in China, die zurzeit vom Coronavirus besonders schwer betroffen ist. Der Name der Elf-Millionen-Metropole ist Anhängern von Arminia Bielefeld aber noch aus einem weiteren Grund geläufig, denn mit dem dort beheimateten FC Wuhan ging der DSC 2005 eine Kooperation ein. Entscheidenden Anteil am Zustandekommen der Partnerschaft hatte damals Iris Magdowski (67). Die frühere Beigeordnete der Stadt Bielefeld unterhält nach wie vor ausgezeichnete Kontakte nach China und insbesondere nach Wuhan und ist deshalb über die Zustände in der von der Epidemie befallenen Stadt gut unterrichtet.
(...)
Darum ging es für die Chinesen auch, als sie Anfang des Jahrtausends mit der Hilfe von Iris Magdowski erste lose Kontakte zu Arminia Bielefeld knüpften. Aus diesen entstand 2005 eine Kooperation. Der DSC um den damaligen Finanzchef Roland Kentsch witterte – wie viele andere Fußballklubs auch – im Reich der Mitte neue, wirtschaftlich reizvolle Vermarktungsmöglichkeiten.
Im Dezember 2007 ging Arminia nach dem letzten Bundesliga-Spiel des Jahres auf China-Reise. Zwei Langstrecken- und drei Inlandsflüge sowie zwei Freundschaftsspiele machten die fünftägige Tour für die DSC-Delegation zu einer anstrengenden Angelegenheit. Nebenbei unterschrieben beide Seiten eine unbefristete Verlängerung des Kooperationsvertrags zwischen Arminia und dem FC Wuhan. Wirklich gelebt wurde die Partnerschaft aber schon davor und auch danach nicht, schon wenig später wurde der chinesische Klub aufgelöst. Auch zum Bedauern von Iris Magdowski.
Bielefeld. Wuhan? Das ist die Stadt in China, die zurzeit vom Coronavirus besonders schwer betroffen ist. Der Name der Elf-Millionen-Metropole ist Anhängern von Arminia Bielefeld aber noch aus einem weiteren Grund geläufig, denn mit dem dort beheimateten FC Wuhan ging der DSC 2005 eine Kooperation ein. Entscheidenden Anteil am Zustandekommen der Partnerschaft hatte damals Iris Magdowski (67). Die frühere Beigeordnete der Stadt Bielefeld unterhält nach wie vor ausgezeichnete Kontakte nach China und insbesondere nach Wuhan und ist deshalb über die Zustände in der von der Epidemie befallenen Stadt gut unterrichtet.
(...)
Darum ging es für die Chinesen auch, als sie Anfang des Jahrtausends mit der Hilfe von Iris Magdowski erste lose Kontakte zu Arminia Bielefeld knüpften. Aus diesen entstand 2005 eine Kooperation. Der DSC um den damaligen Finanzchef Roland Kentsch witterte – wie viele andere Fußballklubs auch – im Reich der Mitte neue, wirtschaftlich reizvolle Vermarktungsmöglichkeiten.
Im Dezember 2007 ging Arminia nach dem letzten Bundesliga-Spiel des Jahres auf China-Reise. Zwei Langstrecken- und drei Inlandsflüge sowie zwei Freundschaftsspiele machten die fünftägige Tour für die DSC-Delegation zu einer anstrengenden Angelegenheit. Nebenbei unterschrieben beide Seiten eine unbefristete Verlängerung des Kooperationsvertrags zwischen Arminia und dem FC Wuhan. Wirklich gelebt wurde die Partnerschaft aber schon davor und auch danach nicht, schon wenig später wurde der chinesische Klub aufgelöst. Auch zum Bedauern von Iris Magdowski.
13.03.2020 - 14:58 Uhr
Was ein 4:0 von vor 25 Jahren mit der heutigen Arminia zu tun hat
„Dann wären die Lichter aus gewesen“
Von Jens Brinkmeier
„Dann wären die Lichter aus gewesen“
Von Jens Brinkmeier
Zitat von WB
Bielefeld (WB). Wenn Ernst Middendorp 25 Jahre zurückdenkt, erinnert er sich zuerst an die Montage der Saison 1994/95. „Immer wieder wurde durch das Management des Klubs klar kommuniziert, dass Platz zwei der erste Abstiegsplatz war. Das habe ich jeden Montag im Büro gehört“, sagt Middendorp.
(...)
Deshalb musste Middendorp, damals 36, die „Millionentruppe“ zum Aufstieg führen. Dazu berechtigte in der damals drittklassigen Regionalliga West nur Platz eins.
(...)
Doch auch unter „Power-Ernst“ lief es schleppend. Das Rückspiel gegen Essen am 11. März 1995 wurde dann zum Wendepunkt der Saison. „Dieses Spiel war entscheidend für den Abschluss der Saison. Es ging für uns praktisch um vier Punkte, und wir wussten: Wenn wir verlieren, zieht RWE weg“, erinnert sich Middendorp am Telefon im fernen Südafrika, als wäre alles gestern passiert.
Vor diesem 21. Spieltag war Essen mit 30:10 Punkten Tabellenführer vor dem SC Verl, Arminia und dem FSV Salmrohr (alle 28:12). Die Alm war natürlich ausverkauft, erstmals seit Jahren. Und die Arminen fegten wie ein Orkan über die von Wolfgang Frank trainierten Essener hinweg. „Wir haben etwas überraschend aufgestellt und wollten mit schnellen Attacken zum Erfolg kommen“, sagt Middendorp, der derzeit mit den Kaizer Chiefs Tabellenführer der südafrikanischen Liga ist.
(...)
Markus Wuckel hatte in dem Spiel zwei Tore geschossen und kam am Ende auf 13 Treffer. Damit war der heute 52-Jährige ein Aufstiegsgarant, der allerdings nicht mit in die 2. Liga ging. „Arminia wollte mir damals nur einen Einjahres-Vertrag geben. Essen hatte lange um mich gebuhlt, sie wollten mich unbedingt. Deshalb habe ich früh zugesagt“, erinnert sich Wuckel. In der Nacht nach dem 4:0 in Neuenkirchen, auf dem Rathausbalkon und vor 20.000 feiernden Menschen, wollte Rüdiger Lamm den Stürmer noch umstimmen. „Aber das war für mich eine Charakterfrage. Es ist für mich wichtig, in den Spiegel schauen zu können. Vielleicht erfahre ich deshalb heute noch großen Zuspruch von vielen Arminia-Fans“, sagt Wuckel, der inzwischen im 17. Jahr die DSC-Frauen (2. Liga) trainiert.
Auch die Fans konnten den Wechsel damals nicht verhindern, obwohl sie Wuckel vom Rathausplatz immer wieder „Markus, du darfst nicht gehen“ zuriefen. Der gebürtige Blankenburger (Sachsen-Anhalt) hatte Tränen in den Augen. „So etwas vergisst man nicht“, sagt er heute.
(...)
Der Druck sei allerdings die ganze Saison über enorm hoch gewesen. „Der Verein hat hoch gepokert und horrende Summen gezahlt. Wenn wir es nicht geschafft hätten, wären die Lichter wohl aus gewesen“, so Wuckel.
(...)
Den Aufstieg damals konnte Ernst Middendorp nicht wirklich genießen. Sofort gingen die Planungen für die erste Zweitligasaison seit 1987/88 los. Und auch da ließ Rüdiger Lamm nur wenig Zweifel an der Zielsetzung aufkommen. „Der einzige Unterschied war, dass ich dann am Montag hörte, Platz drei sei der erste Abstiegsplatz.“
(...)
Bielefeld (WB). Wenn Ernst Middendorp 25 Jahre zurückdenkt, erinnert er sich zuerst an die Montage der Saison 1994/95. „Immer wieder wurde durch das Management des Klubs klar kommuniziert, dass Platz zwei der erste Abstiegsplatz war. Das habe ich jeden Montag im Büro gehört“, sagt Middendorp.
(...)
Deshalb musste Middendorp, damals 36, die „Millionentruppe“ zum Aufstieg führen. Dazu berechtigte in der damals drittklassigen Regionalliga West nur Platz eins.
(...)
Doch auch unter „Power-Ernst“ lief es schleppend. Das Rückspiel gegen Essen am 11. März 1995 wurde dann zum Wendepunkt der Saison. „Dieses Spiel war entscheidend für den Abschluss der Saison. Es ging für uns praktisch um vier Punkte, und wir wussten: Wenn wir verlieren, zieht RWE weg“, erinnert sich Middendorp am Telefon im fernen Südafrika, als wäre alles gestern passiert.
Vor diesem 21. Spieltag war Essen mit 30:10 Punkten Tabellenführer vor dem SC Verl, Arminia und dem FSV Salmrohr (alle 28:12). Die Alm war natürlich ausverkauft, erstmals seit Jahren. Und die Arminen fegten wie ein Orkan über die von Wolfgang Frank trainierten Essener hinweg. „Wir haben etwas überraschend aufgestellt und wollten mit schnellen Attacken zum Erfolg kommen“, sagt Middendorp, der derzeit mit den Kaizer Chiefs Tabellenführer der südafrikanischen Liga ist.
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Markus Wuckel hatte in dem Spiel zwei Tore geschossen und kam am Ende auf 13 Treffer. Damit war der heute 52-Jährige ein Aufstiegsgarant, der allerdings nicht mit in die 2. Liga ging. „Arminia wollte mir damals nur einen Einjahres-Vertrag geben. Essen hatte lange um mich gebuhlt, sie wollten mich unbedingt. Deshalb habe ich früh zugesagt“, erinnert sich Wuckel. In der Nacht nach dem 4:0 in Neuenkirchen, auf dem Rathausbalkon und vor 20.000 feiernden Menschen, wollte Rüdiger Lamm den Stürmer noch umstimmen. „Aber das war für mich eine Charakterfrage. Es ist für mich wichtig, in den Spiegel schauen zu können. Vielleicht erfahre ich deshalb heute noch großen Zuspruch von vielen Arminia-Fans“, sagt Wuckel, der inzwischen im 17. Jahr die DSC-Frauen (2. Liga) trainiert.
Auch die Fans konnten den Wechsel damals nicht verhindern, obwohl sie Wuckel vom Rathausplatz immer wieder „Markus, du darfst nicht gehen“ zuriefen. Der gebürtige Blankenburger (Sachsen-Anhalt) hatte Tränen in den Augen. „So etwas vergisst man nicht“, sagt er heute.
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Der Druck sei allerdings die ganze Saison über enorm hoch gewesen. „Der Verein hat hoch gepokert und horrende Summen gezahlt. Wenn wir es nicht geschafft hätten, wären die Lichter wohl aus gewesen“, so Wuckel.
(...)
Den Aufstieg damals konnte Ernst Middendorp nicht wirklich genießen. Sofort gingen die Planungen für die erste Zweitligasaison seit 1987/88 los. Und auch da ließ Rüdiger Lamm nur wenig Zweifel an der Zielsetzung aufkommen. „Der einzige Unterschied war, dass ich dann am Montag hörte, Platz drei sei der erste Abstiegsplatz.“
(...)
31.03.2020 - 12:20 Uhr
Historische Arminia: Als Jonas Kamper den BVB ins Tal der Tränen schoss
Während der Profifußball vorerst pausiert, blicken wir auf Ereignisse der vergangenen 20 Arminia-Jahre zurück. Im ersten Teil erinnern wir uns an den 30. März 2007 - und einen Dänen namens Jonas Kamper.
von Peter Burkamp
Während der Profifußball vorerst pausiert, blicken wir auf Ereignisse der vergangenen 20 Arminia-Jahre zurück. Im ersten Teil erinnern wir uns an den 30. März 2007 - und einen Dänen namens Jonas Kamper.
von Peter Burkamp
Zitat von NW
Bielefeld. Wir schreiben den 27. Spieltag der Bundesliga-Saison 2006/07. Arminia ist Drittletzter, Borussia Dortmund Vorletzter. Am Tag der Rückkehr von Martin Amedick, der zwischen 1998 und 2004 seine Schuhe für die Arminia schnürte, steckt der BVB fünf Jahre nach der letzten Deutschen Meisterschaft also tief im Abstiegskampf – was sehr viel mehr überrascht als die Situation des DSC, der ebenso wie Dortmund nach einer soliden Hinrunde weit abgerutscht ist.
(...)
An diesem Freitagabend spricht wenig dafür, dass dieser gelingt - beide Teams liefern wenig Berauschendes, lange steht es 0:0. Doch dann kommt der „Pferdehuf" des Dänen Jonas Kamper - und ein Fehler von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.
Unser Redakteur Peter Burkamp war am 30. März 2007 live vor Ort:
Ein Hoch namens Jonas
Frenetisch schrien die DSC-Fans und Profis ihr Glück in den Nachthimmel. Arminias Schütze des goldenen Tores Jonas Kamper ließ sich auf dem Zaun vor der Südtribüne feiern. „Wir sind wieder da", verkündete Verteidiger Bernd Korzynietz nach seinem traditionellen Tanz mit der Eckfahne.
(...)
Mag im Spielaufbau nach kurzer Einarbeitungszeit noch manches Defizit bestehen, was die Einstellung angeht, hat der neue Trainer Ernst Middendorp „genau die Antwort bekommen", die er erwartet hatte. Der erstmals in seiner Zeit bei Arminia in Frage gestellte Routinier Rüdiger Kauf nahm den neu eröffneten Konkurrenzkampf als Anreiz und „pflügte den Rasen um, dass man ihn schon hätte abknallen müssen, um ihn zu stoppen", meinte Mathias Hain.
Dazu feierte ein 19-Jähriger ein respektables Debüt. Robert Tesche behauptete sich gegen gestandene Bundesligaspieler und hätte beinahe seine in ihm schlummernden Offensivtalente („Am liebsten spiele ich Zehner") erfolgreich eingebracht. „Konnte man, musste man aber nicht pfeifen", sagte Tesche zum Duell mit Christian Wörns, in dessen Folge der Bielefelder im Dortmunder Strafraum gefallen war.
(...)
Bielefeld. Wir schreiben den 27. Spieltag der Bundesliga-Saison 2006/07. Arminia ist Drittletzter, Borussia Dortmund Vorletzter. Am Tag der Rückkehr von Martin Amedick, der zwischen 1998 und 2004 seine Schuhe für die Arminia schnürte, steckt der BVB fünf Jahre nach der letzten Deutschen Meisterschaft also tief im Abstiegskampf – was sehr viel mehr überrascht als die Situation des DSC, der ebenso wie Dortmund nach einer soliden Hinrunde weit abgerutscht ist.
(...)
An diesem Freitagabend spricht wenig dafür, dass dieser gelingt - beide Teams liefern wenig Berauschendes, lange steht es 0:0. Doch dann kommt der „Pferdehuf" des Dänen Jonas Kamper - und ein Fehler von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.
Unser Redakteur Peter Burkamp war am 30. März 2007 live vor Ort:
Ein Hoch namens Jonas
Frenetisch schrien die DSC-Fans und Profis ihr Glück in den Nachthimmel. Arminias Schütze des goldenen Tores Jonas Kamper ließ sich auf dem Zaun vor der Südtribüne feiern. „Wir sind wieder da", verkündete Verteidiger Bernd Korzynietz nach seinem traditionellen Tanz mit der Eckfahne.
(...)
Mag im Spielaufbau nach kurzer Einarbeitungszeit noch manches Defizit bestehen, was die Einstellung angeht, hat der neue Trainer Ernst Middendorp „genau die Antwort bekommen", die er erwartet hatte. Der erstmals in seiner Zeit bei Arminia in Frage gestellte Routinier Rüdiger Kauf nahm den neu eröffneten Konkurrenzkampf als Anreiz und „pflügte den Rasen um, dass man ihn schon hätte abknallen müssen, um ihn zu stoppen", meinte Mathias Hain.
Dazu feierte ein 19-Jähriger ein respektables Debüt. Robert Tesche behauptete sich gegen gestandene Bundesligaspieler und hätte beinahe seine in ihm schlummernden Offensivtalente („Am liebsten spiele ich Zehner") erfolgreich eingebracht. „Konnte man, musste man aber nicht pfeifen", sagte Tesche zum Duell mit Christian Wörns, in dessen Folge der Bielefelder im Dortmunder Strafraum gefallen war.
(...)
01.04.2020 - 18:35 Uhr
Historische Arminia (2): Eine Bogenlampe wird zum Start der Aufholjagd
Heute vor drei Jahren debütiert Jeff Saibene als Arminia-Trainer im Gastspiel bei den Würzburger Kickers. Lange sieht es nach einer verdienten Niederlage aus. Dann hilft der Gegner kräftig mit.
von Jörg Fritz und Jan Ahlers
Heute vor drei Jahren debütiert Jeff Saibene als Arminia-Trainer im Gastspiel bei den Würzburger Kickers. Lange sieht es nach einer verdienten Niederlage aus. Dann hilft der Gegner kräftig mit.
von Jörg Fritz und Jan Ahlers
Zitat von NW
(...)
Vor dem Rückspiel ist mit Jürgen Kramny auch der zweite DSC-Trainer binnen einer Saison gescheitert, Interimstrainer Carsten Rump führte Arminia zu einem 2:0-Erfolg über Kaiserslautern – die Blauen schwammen sich etwas frei. Nun ist Würzburg, selbst vor dem 26. Spieltag noch ohne Rückrunden-Erfolg, gefordert. Und macht es gegen biedere, harmlose Arminen, von denen sich sechs in der obligatorischen Bewertung die Note „mangelhaft" einhandeln, lange Zeit gut. Doch dann profitiert Bielefeld vom kapitalen Fehler eines Abwehr-Routiniers, der drei Jahre später in seiner costa-ricanischen Heimat die Karriere ausklingen lässt: Junior Diaz trifft per Bogenlampe ins eigene Tor.
Unser Redakteur Jörg Fritz berichtete damals vom Spiel.
"Ungenügend"
(...)
1.463 mitgereiste Fans aus Ostwestfalen pfiffen. Sie waren mit den Leistungen der DSC-Spieler nicht zufrieden, die erneut auswärts keinen Sieg landeten und daher seit einem Jahr gern gesehene Gäste auf fremden Plätzen sind. Mit 24 Punkten liegen die Arminen nach dem 26. Spieltag auf dem direkten Abstiegsplatz 17.
(...)
„Für mehr als ein Remis waren wir einfach zu schlecht", meinte Mittelfeldspieler Tom Schütz, der neben Rückkehrer Florian Dick und Torhüter Daniel Davari zu den besseren Arminen gehörte. „Wir haben viele Bälle zu schnell hergeschenkt." Fabian Klos bemängelte das schlechte Zweikampfverhalten vor allem in der ersten Halbzeit. Allerdings räumte er dem späten Tor eine wichtige Bedeutung ein. „Es war wichtig für den Kopf. Man hat gesehen, dass alle wollten."
Diese Einschätzung wollte Arminias neuer Trainer Jeff Saibene nach seinem Premierenspiel nicht zu 100 Prozent teilen. „Die Mannschaft wollte", meinte der gebürtige Luxemburger. „Aber man kann noch mehr wollen."
(...)
Das "Projekt" gegen die Fortunen sollte gelingen, und das unmittelbar folgende Duell beim SV Sandhausen ebenfalls. Mit sieben Zählern gingen Saibene und Arminia aus einer Englischen Woche, die um ein Haar mit viel Frust und einem schweren Rückschlag im Abstiegskampf begonnen hätte. Schon war der neue Trainer, geholt aus der Schweiz, voll angekommen am Teutoburger Wald.
So nah wie an diesem Nachmittag kam Würzburg einem Sieg in jener Saison übrigens nie wieder: Ohne in der zweiten Saisonhälfte ein einziges Mal dreifach gepunktet zu haben, stiegen die Kickers am finalen Spieltag in die 3. Liga ab. Zeitgleich jubelte Arminia Bielefeld dank eines 1:1-Remis bei Dynamo Dresden über den sofortigen Klassenerhalt.
(...)
(...)
Vor dem Rückspiel ist mit Jürgen Kramny auch der zweite DSC-Trainer binnen einer Saison gescheitert, Interimstrainer Carsten Rump führte Arminia zu einem 2:0-Erfolg über Kaiserslautern – die Blauen schwammen sich etwas frei. Nun ist Würzburg, selbst vor dem 26. Spieltag noch ohne Rückrunden-Erfolg, gefordert. Und macht es gegen biedere, harmlose Arminen, von denen sich sechs in der obligatorischen Bewertung die Note „mangelhaft" einhandeln, lange Zeit gut. Doch dann profitiert Bielefeld vom kapitalen Fehler eines Abwehr-Routiniers, der drei Jahre später in seiner costa-ricanischen Heimat die Karriere ausklingen lässt: Junior Diaz trifft per Bogenlampe ins eigene Tor.
Unser Redakteur Jörg Fritz berichtete damals vom Spiel.
"Ungenügend"
(...)
1.463 mitgereiste Fans aus Ostwestfalen pfiffen. Sie waren mit den Leistungen der DSC-Spieler nicht zufrieden, die erneut auswärts keinen Sieg landeten und daher seit einem Jahr gern gesehene Gäste auf fremden Plätzen sind. Mit 24 Punkten liegen die Arminen nach dem 26. Spieltag auf dem direkten Abstiegsplatz 17.
(...)
„Für mehr als ein Remis waren wir einfach zu schlecht", meinte Mittelfeldspieler Tom Schütz, der neben Rückkehrer Florian Dick und Torhüter Daniel Davari zu den besseren Arminen gehörte. „Wir haben viele Bälle zu schnell hergeschenkt." Fabian Klos bemängelte das schlechte Zweikampfverhalten vor allem in der ersten Halbzeit. Allerdings räumte er dem späten Tor eine wichtige Bedeutung ein. „Es war wichtig für den Kopf. Man hat gesehen, dass alle wollten."
Diese Einschätzung wollte Arminias neuer Trainer Jeff Saibene nach seinem Premierenspiel nicht zu 100 Prozent teilen. „Die Mannschaft wollte", meinte der gebürtige Luxemburger. „Aber man kann noch mehr wollen."
(...)
Das "Projekt" gegen die Fortunen sollte gelingen, und das unmittelbar folgende Duell beim SV Sandhausen ebenfalls. Mit sieben Zählern gingen Saibene und Arminia aus einer Englischen Woche, die um ein Haar mit viel Frust und einem schweren Rückschlag im Abstiegskampf begonnen hätte. Schon war der neue Trainer, geholt aus der Schweiz, voll angekommen am Teutoburger Wald.
So nah wie an diesem Nachmittag kam Würzburg einem Sieg in jener Saison übrigens nie wieder: Ohne in der zweiten Saisonhälfte ein einziges Mal dreifach gepunktet zu haben, stiegen die Kickers am finalen Spieltag in die 3. Liga ab. Zeitgleich jubelte Arminia Bielefeld dank eines 1:1-Remis bei Dynamo Dresden über den sofortigen Klassenerhalt.
(...)
02.04.2020 - 17:06 Uhr
Historische Arminia (3): Radomir Dalovic, der Schreck von Bayer Leverkusen
Am 2. April 2005 schlägt die große Stunde von Radomir Djalovic, der bei seinem ersten Startelfeinsatz für Arminia das goldene Tor erzielt. Wie es mit dem Talent vom Balkan weiterging.
von Rainer Klusmeyer und Jan Ahlers
Am 2. April 2005 schlägt die große Stunde von Radomir Djalovic, der bei seinem ersten Startelfeinsatz für Arminia das goldene Tor erzielt. Wie es mit dem Talent vom Balkan weiterging.
von Rainer Klusmeyer und Jan Ahlers
Zitat von NW
(...)
Für den montenegrinischen Stürmer Radomir Dalovic muss sich jener 2. April 2005 besonders anfühlen: Der 22-Jährige, seit der Wintertransferphase ausgeliehen vom kroatischen NK Zagreb, steht nach drei Jokereinsätzen zum ersten Mal in der Arminen-Startelf. Eine „Notlösung", wie unser Autor damals nüchtern feststellte, weil die etablierten Angreifer fehlten. Und wie die Geschichten nun einmal so sind, die der Fußball hin und wieder schreibt ...
Unser früherer Redakteur Rainer Klusmeyer war Zeitzeuge des Spiels.
Dalovic und der Schuss ins Glück
(...)
Mit der Analyse „Es war ein Sieg der Leidenschaft" brachte Arminias Coach Uwe Rapolder den entscheidenden Unterschied auf den Punkt.
Dabei waren die personellen Voraussetzungen für den erfolgreichen Befreiungsschlag im immerwährenden Abstiegskampf alles andere als gut. Solo-Sturmspitze Fatmir Vata fiel mit Nasenbruch und Gehirnerschütterung aus, Nationalspieler Patrick Owomoyela saß wegen seiner schweren Knieverletzung mit Krücken als Zuschauer auf der Bank, Torjäger Delron Buckley hatte verletzungsbedingt die ganze Woche kaum trainiert.
Sie hätten mit Fug und Recht wehklagen können, doch statt dessen rückte das Team auf dem Feld noch enger zusammen, zauberte Rapolder mit Radomir Dalovic eine Offensiv-Notlösung aus dem Hut, steigerte sich die Heimmannschaft zur Begeisterung der 24.092 Fans in der Schüco-Arena vom anfangs abwartend-respektvollen Außenseiter zum später druckvoll-dominanten Spielfeld-Souverän.
(...)
Vor Hain bildeten Lense, Borges, Gabriel, Schuler einen für die uninspirierten Leverkusener undurchdringlichen Vierer-Riegel. Rüdiger Kauf und Detlev Dammeier eroberten im defensiven Mittelfeld 70 bis 80 Prozent der Bälle. Roberto Pinto und Delron Buckley, anfangs ohne Erfolg „seitenverkehrt" eingesetzt, erzeugten in der zweiten Halbzeit Druck über die Außenbahnen.
Radomir Dalovic rackerte und rackerte, und wenn es auch eine gute Stunde lang arg hüftsteif wirkte, so avancierte der 22-jährige Serbe bei seinem ersten Spiel von Anfang an mit seinem artistischen Siegtreffer dann doch zum Matchwinner. Ach ja, die präzise Vorlage gab Ervin Skela, und der hatte sich diesen Scorerpunkt schwer verdient. Für Massimilian Porcello, an dem das Geschehen 45 Minuten lang vorbei lief, eingewechselt, schwang sich der zuletzt in der Kritik stehende Albaner zum großen Antreiber und Organisator auf.
(...)
Zum Goalgetter wurde Dalovic aber nicht. Im Sommer 2006 wechselt er nach Ablauf der Leihe zunächst zurück nach Kroatien, dann in die Türkei. Dalovic wurde zum Weltenbummler, spielte unter anderem noch in Thailand, dem Iran und Russland. Heute hat der 37-Jährige 19 Vereinswechsel in seiner Vita stehen, immerhin 27 Länderspiele für Montenegro absolviert und lässt seine Karriere beim OFK Grbalj in der höchsten heimischen Liga austrudeln.
(...)
Für den montenegrinischen Stürmer Radomir Dalovic muss sich jener 2. April 2005 besonders anfühlen: Der 22-Jährige, seit der Wintertransferphase ausgeliehen vom kroatischen NK Zagreb, steht nach drei Jokereinsätzen zum ersten Mal in der Arminen-Startelf. Eine „Notlösung", wie unser Autor damals nüchtern feststellte, weil die etablierten Angreifer fehlten. Und wie die Geschichten nun einmal so sind, die der Fußball hin und wieder schreibt ...
Unser früherer Redakteur Rainer Klusmeyer war Zeitzeuge des Spiels.
Dalovic und der Schuss ins Glück
(...)
Mit der Analyse „Es war ein Sieg der Leidenschaft" brachte Arminias Coach Uwe Rapolder den entscheidenden Unterschied auf den Punkt.
Dabei waren die personellen Voraussetzungen für den erfolgreichen Befreiungsschlag im immerwährenden Abstiegskampf alles andere als gut. Solo-Sturmspitze Fatmir Vata fiel mit Nasenbruch und Gehirnerschütterung aus, Nationalspieler Patrick Owomoyela saß wegen seiner schweren Knieverletzung mit Krücken als Zuschauer auf der Bank, Torjäger Delron Buckley hatte verletzungsbedingt die ganze Woche kaum trainiert.
Sie hätten mit Fug und Recht wehklagen können, doch statt dessen rückte das Team auf dem Feld noch enger zusammen, zauberte Rapolder mit Radomir Dalovic eine Offensiv-Notlösung aus dem Hut, steigerte sich die Heimmannschaft zur Begeisterung der 24.092 Fans in der Schüco-Arena vom anfangs abwartend-respektvollen Außenseiter zum später druckvoll-dominanten Spielfeld-Souverän.
(...)
Vor Hain bildeten Lense, Borges, Gabriel, Schuler einen für die uninspirierten Leverkusener undurchdringlichen Vierer-Riegel. Rüdiger Kauf und Detlev Dammeier eroberten im defensiven Mittelfeld 70 bis 80 Prozent der Bälle. Roberto Pinto und Delron Buckley, anfangs ohne Erfolg „seitenverkehrt" eingesetzt, erzeugten in der zweiten Halbzeit Druck über die Außenbahnen.
Radomir Dalovic rackerte und rackerte, und wenn es auch eine gute Stunde lang arg hüftsteif wirkte, so avancierte der 22-jährige Serbe bei seinem ersten Spiel von Anfang an mit seinem artistischen Siegtreffer dann doch zum Matchwinner. Ach ja, die präzise Vorlage gab Ervin Skela, und der hatte sich diesen Scorerpunkt schwer verdient. Für Massimilian Porcello, an dem das Geschehen 45 Minuten lang vorbei lief, eingewechselt, schwang sich der zuletzt in der Kritik stehende Albaner zum großen Antreiber und Organisator auf.
(...)
Zum Goalgetter wurde Dalovic aber nicht. Im Sommer 2006 wechselt er nach Ablauf der Leihe zunächst zurück nach Kroatien, dann in die Türkei. Dalovic wurde zum Weltenbummler, spielte unter anderem noch in Thailand, dem Iran und Russland. Heute hat der 37-Jährige 19 Vereinswechsel in seiner Vita stehen, immerhin 27 Länderspiele für Montenegro absolviert und lässt seine Karriere beim OFK Grbalj in der höchsten heimischen Liga austrudeln.
06.04.2020 - 12:35 Uhr
Historische Arminia (4): "Der Ball ist drin, der Ball ist drin! Durch Leonidas!"
Selten wurde ein Siegtor des DSC so gut für die Nachwelt dokumentiert wie dieser Treffer von Leonidas Kampantais am 5. April 2008. Radio-Bielefeld-Reporter Ulrich Zwetz sei Dank.
von Jan Ahlers und Rainer Klusmeyer
Selten wurde ein Siegtor des DSC so gut für die Nachwelt dokumentiert wie dieser Treffer von Leonidas Kampantais am 5. April 2008. Radio-Bielefeld-Reporter Ulrich Zwetz sei Dank.
von Jan Ahlers und Rainer Klusmeyer
Zitat von NW
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Zwei Leute sollten an diesem Samstagnachmittag vor 19.600 Zuschauern bundesweite Berühmtheit erlangen: Der eine, ein Grieche namens Leonidas Kampantais, wurde mit einem Abstaubertreffer in der Nachspielzeit zum ostwestfälischen Helden. Der andere, Dr. Ulrich "Uli" Zwetz, kommentierte für Radio Bielefeld das Tor so überschwänglich wie selten eines zuvor und schaffte es damit in zahlreiche TV- und Radio-Shows, unter anderem die ARD-Sportschau. Erinnern Sie sich an den Original-Ton?
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Unser ehemaliger Redakteur Rainer Klusmeyer war beim erlösenden Sieg vor Ort.
Leonidas empfindet sein erstes Bundesliga-Tor als Geschenk Gottes
(...)
„Das war für mich wie eine Geschenk Gottes", kommentierte der Grieche seinen ersten Bundesligatreffer. In der 82. Minute wurde Leo, wie ihn alle Teamkollegen nur rufen, für den ausgepumpten Mittelfeldspieler Thorben Marx eingewechselt. Eine letzte Möglichkeit, den dringend erforderlichen Heimsieg durch eine vierte Spitze zu erzwingen. „Ich hatte nicht damit gerechnet, überhaupt reinzukommen", gab der Siegtorschütze zu.
Denn eigentlich war Leonidas Kampantais nicht einmal mehr zweite Wahl, stand nur im Kader, weil mit Jörg Böhme (Sperre) und Sibusiso Zuma (erkrankt) zwei arrivierte Offensivkräfte ausgefallen waren. „Leo ist immer professionell mit der Situation umgegangen, dass er bislang noch keine große Aktionen für die Mannschaft hatte", sprach Cheftrainer Michael Frontzeck dem Stürmer ein Sonderlob aus, lobte dessen „ganz tollen Charakter".
Dass erst ein schlimmer Patzer des bis dahin überragend haltenden KSC-Keepers Markus Miller den Bielefeldern überhaupt die Gelegenheit zum ersten Dreier dieses Jahres eröffnete, wen sollte es ernsthaft stören? Leonidas hatte allein schon durch sein Nachsetzen bei Christian Eiglers Schuss deutlich gemacht, dass er wie alle anderen Arminen noch an eine letzte Chance glaubte - sie bekam und nutzte.
(...)
Heute wissen wir: Das Heldendasein durfte Leonidas nicht lange genießen. Schon eine Woche darauf wurde er beim trostlosen 0:1 in Cottbus, bei dem die Ekstase von Ulrich Zwetz rasch der Trauer wich, erneut spät eingewechselt – diesmal nahm kaum einer von ihm Notiz. Es war ein ziemlich unauffälliger Abgang, denn danach absolvierte Leonidas Kampantais kein weiteres Pflichtspiel mehr für Arminia. Der im Sommer 2007 von AEK Athen gekommene Stürmer kämpfte im zweiten Vertragsjahr mit einer chronischen Sprunggelenksverletzung, eigentlich hätte er schon nach der Spielzeit 2007/08 den Verein wechseln dürfen. So erlebte er den Bundesliga-Abstieg 2009 von der Tribüne aus mit, danach spielte der heute 38-Jährige noch einige Jahre in seiner griechischen Heimat.
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Zwei Leute sollten an diesem Samstagnachmittag vor 19.600 Zuschauern bundesweite Berühmtheit erlangen: Der eine, ein Grieche namens Leonidas Kampantais, wurde mit einem Abstaubertreffer in der Nachspielzeit zum ostwestfälischen Helden. Der andere, Dr. Ulrich "Uli" Zwetz, kommentierte für Radio Bielefeld das Tor so überschwänglich wie selten eines zuvor und schaffte es damit in zahlreiche TV- und Radio-Shows, unter anderem die ARD-Sportschau. Erinnern Sie sich an den Original-Ton?
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Unser ehemaliger Redakteur Rainer Klusmeyer war beim erlösenden Sieg vor Ort.
Leonidas empfindet sein erstes Bundesliga-Tor als Geschenk Gottes
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„Das war für mich wie eine Geschenk Gottes", kommentierte der Grieche seinen ersten Bundesligatreffer. In der 82. Minute wurde Leo, wie ihn alle Teamkollegen nur rufen, für den ausgepumpten Mittelfeldspieler Thorben Marx eingewechselt. Eine letzte Möglichkeit, den dringend erforderlichen Heimsieg durch eine vierte Spitze zu erzwingen. „Ich hatte nicht damit gerechnet, überhaupt reinzukommen", gab der Siegtorschütze zu.
Denn eigentlich war Leonidas Kampantais nicht einmal mehr zweite Wahl, stand nur im Kader, weil mit Jörg Böhme (Sperre) und Sibusiso Zuma (erkrankt) zwei arrivierte Offensivkräfte ausgefallen waren. „Leo ist immer professionell mit der Situation umgegangen, dass er bislang noch keine große Aktionen für die Mannschaft hatte", sprach Cheftrainer Michael Frontzeck dem Stürmer ein Sonderlob aus, lobte dessen „ganz tollen Charakter".
Dass erst ein schlimmer Patzer des bis dahin überragend haltenden KSC-Keepers Markus Miller den Bielefeldern überhaupt die Gelegenheit zum ersten Dreier dieses Jahres eröffnete, wen sollte es ernsthaft stören? Leonidas hatte allein schon durch sein Nachsetzen bei Christian Eiglers Schuss deutlich gemacht, dass er wie alle anderen Arminen noch an eine letzte Chance glaubte - sie bekam und nutzte.
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Heute wissen wir: Das Heldendasein durfte Leonidas nicht lange genießen. Schon eine Woche darauf wurde er beim trostlosen 0:1 in Cottbus, bei dem die Ekstase von Ulrich Zwetz rasch der Trauer wich, erneut spät eingewechselt – diesmal nahm kaum einer von ihm Notiz. Es war ein ziemlich unauffälliger Abgang, denn danach absolvierte Leonidas Kampantais kein weiteres Pflichtspiel mehr für Arminia. Der im Sommer 2007 von AEK Athen gekommene Stürmer kämpfte im zweiten Vertragsjahr mit einer chronischen Sprunggelenksverletzung, eigentlich hätte er schon nach der Spielzeit 2007/08 den Verein wechseln dürfen. So erlebte er den Bundesliga-Abstieg 2009 von der Tribüne aus mit, danach spielte der heute 38-Jährige noch einige Jahre in seiner griechischen Heimat.
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07.04.2020 - 10:18 Uhr
Historische Arminia (5): Beim Untergang in Unterhaching der Regionalliga nah
Heute vor acht Jahren ereignet sich die höchste Pflichtspielniederlage des gesamten Jahrzehnts: Arminia Bielefeld kassiert bei der SpVgg. Unterhaching eine 0:5-Klatsche. Der Absturz in die 4. Liga droht.
von Jan Ahlers und Rainer Klusmeyer
Heute vor acht Jahren ereignet sich die höchste Pflichtspielniederlage des gesamten Jahrzehnts: Arminia Bielefeld kassiert bei der SpVgg. Unterhaching eine 0:5-Klatsche. Der Absturz in die 4. Liga droht.
von Jan Ahlers und Rainer Klusmeyer
Zitat von NW
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An einen besonders tristen Samstagnachmittag erinnern wir am heutigen Dienstag zurück, denn er ereignete sich vor exakt acht Jahren. Er brachte die höchste Liga-Pleite mit sich, die der DSC im gesamten abgelaufenen Jahrzehnt kassieren sollte.
Mit 0:5 wird Arminia am 33. Spieltag der Saison 2011/12 bei der Spielvereinigung Unterhaching, damals selbst ein Abstiegskandidat, abgebügelt. Dass es bis zur 83. Minute „nur" 0:2 aus Sicht der Gäste steht und diese gewiss keine fünf Tore schlechter spielen, ist sekundär – Bielefeld hat ein Sechs-Punkte-Spiel ernüchternd hergeschenkt. Das Beste an der Niederlage dürfte aus Arminia-Sicht sein, dass „nur" 1.720 Besucher Zeuge des Schauspiels sind. Die zehn Prozent davon, die es aber mit Schwarz-Weiß-Blau hielten, stellen ihre Kicker nach Spielende zur Rede. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz schrumpft auf einen Zähler. Die Angst vor der Regionalliga geht um.
Unser ehemaliger Redakteur Rainer Klusmeyer war mit Arminia damals in den Süden gereist und berichtet von der Partie:
Weiter im freien Fall
(...)
Fünf Spiele bleiben Zeit, den Super-Gau abzuwenden. „Am besten schon bis Mittwoch", wenn es daheim (19 Uhr) gegen den Aufstiegsanwärter Chemnitzer FC geht, solle sich die Mannschaft so „geschüttelt" haben, dass sie sich „geschlossen als Gruppe" gegen den Abwärtstrend wehre, forderte Sportchef Samir Arabi nach dem 0:5-Debakel von Unterhaching.
(...)
Die abschließenden Fakten, also dieses desaströse Null zu Fünf, sind nun wirklich nicht dazu angetan, in Optimismus zu verfallen. Aber, um mit den Worten eines Hachinger Ordners zu sprechen: „So ein knappes 5:0 habe ich noch nie gesehen." Ein Satz mit einem Kern Wahrheit: In Rückstand geriet der DSC, als Patrick Schönfeld verletzt am Boden lag, die Gastgeber den Ball aber nicht ins Aus schlugen. Bigalkes Schuss zum 1:0 war ebenso abgefälscht wie Amachaibous 2:0.
Sebastian Hille erzielte zwischendurch den Ausgleich, den Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannte. Philipp Heithölters Schuss, der ebenfalls das 1:1 bedeutet hätte, landete am Pfosten. Mit der (harten) Roten Karte gegen Fabian Klos war die letzte Hoffnung auf eine Wende dahin.
(...)
Vier Tage später folgte die Reaktion: Gegen den bis dahin 16 Spiele ungeschlagenen Aufsteiger und Ligadritten Chemnitzer FC drehte Zweitliga-Absteiger Arminia einen 0:1-Rückstand noch in ein 3:1 – Eric Agyemang, Manuel Hornig und Sebastian Hille sorgten für kolossale Erleichterung bei den meisten der lediglich 6.893 Menschen in der Schüco-Arena. Heute erscheint die Zahl ob eines dreimal so hohen Zuschauerschnitts abwegig gering, damals gehörten Sechstausender-Kulissen zur bitteren Realität.
Der DSC siegte auch im darauffolgenden Schlüsselspiel beim Achtzehnten Rot-Weiß Oberhausen, holte insgesamt drei Erfolge am Stück und feierte am 36. Spieltag durch einen 2:1-Sieg gegen Carl Zeiss Jena vorzeitig den Drittliga-Klassenerhalt.
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An einen besonders tristen Samstagnachmittag erinnern wir am heutigen Dienstag zurück, denn er ereignete sich vor exakt acht Jahren. Er brachte die höchste Liga-Pleite mit sich, die der DSC im gesamten abgelaufenen Jahrzehnt kassieren sollte.
Mit 0:5 wird Arminia am 33. Spieltag der Saison 2011/12 bei der Spielvereinigung Unterhaching, damals selbst ein Abstiegskandidat, abgebügelt. Dass es bis zur 83. Minute „nur" 0:2 aus Sicht der Gäste steht und diese gewiss keine fünf Tore schlechter spielen, ist sekundär – Bielefeld hat ein Sechs-Punkte-Spiel ernüchternd hergeschenkt. Das Beste an der Niederlage dürfte aus Arminia-Sicht sein, dass „nur" 1.720 Besucher Zeuge des Schauspiels sind. Die zehn Prozent davon, die es aber mit Schwarz-Weiß-Blau hielten, stellen ihre Kicker nach Spielende zur Rede. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz schrumpft auf einen Zähler. Die Angst vor der Regionalliga geht um.
Unser ehemaliger Redakteur Rainer Klusmeyer war mit Arminia damals in den Süden gereist und berichtet von der Partie:
Weiter im freien Fall
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Fünf Spiele bleiben Zeit, den Super-Gau abzuwenden. „Am besten schon bis Mittwoch", wenn es daheim (19 Uhr) gegen den Aufstiegsanwärter Chemnitzer FC geht, solle sich die Mannschaft so „geschüttelt" haben, dass sie sich „geschlossen als Gruppe" gegen den Abwärtstrend wehre, forderte Sportchef Samir Arabi nach dem 0:5-Debakel von Unterhaching.
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Die abschließenden Fakten, also dieses desaströse Null zu Fünf, sind nun wirklich nicht dazu angetan, in Optimismus zu verfallen. Aber, um mit den Worten eines Hachinger Ordners zu sprechen: „So ein knappes 5:0 habe ich noch nie gesehen." Ein Satz mit einem Kern Wahrheit: In Rückstand geriet der DSC, als Patrick Schönfeld verletzt am Boden lag, die Gastgeber den Ball aber nicht ins Aus schlugen. Bigalkes Schuss zum 1:0 war ebenso abgefälscht wie Amachaibous 2:0.
Sebastian Hille erzielte zwischendurch den Ausgleich, den Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannte. Philipp Heithölters Schuss, der ebenfalls das 1:1 bedeutet hätte, landete am Pfosten. Mit der (harten) Roten Karte gegen Fabian Klos war die letzte Hoffnung auf eine Wende dahin.
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Vier Tage später folgte die Reaktion: Gegen den bis dahin 16 Spiele ungeschlagenen Aufsteiger und Ligadritten Chemnitzer FC drehte Zweitliga-Absteiger Arminia einen 0:1-Rückstand noch in ein 3:1 – Eric Agyemang, Manuel Hornig und Sebastian Hille sorgten für kolossale Erleichterung bei den meisten der lediglich 6.893 Menschen in der Schüco-Arena. Heute erscheint die Zahl ob eines dreimal so hohen Zuschauerschnitts abwegig gering, damals gehörten Sechstausender-Kulissen zur bitteren Realität.
Der DSC siegte auch im darauffolgenden Schlüsselspiel beim Achtzehnten Rot-Weiß Oberhausen, holte insgesamt drei Erfolge am Stück und feierte am 36. Spieltag durch einen 2:1-Sieg gegen Carl Zeiss Jena vorzeitig den Drittliga-Klassenerhalt.
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09.04.2020 - 23:19 Uhr
Historische Arminia (6): Als Wolfgang Kneib das Pokalwunder prophezeite
Vor genau fünf Jahren sorgt der damalige Drittligist Arminia Bielefeld für gleich mehrere Überraschungen im DFB-Pokal. Der Höhepunkt: Ein Elfmeter-Krimi gegen Gladbach und der Einzug ins Halbfinale.
von Lukas Brekenkamp und Jörg Fritz
Vor genau fünf Jahren sorgt der damalige Drittligist Arminia Bielefeld für gleich mehrere Überraschungen im DFB-Pokal. Der Höhepunkt: Ein Elfmeter-Krimi gegen Gladbach und der Einzug ins Halbfinale.
von Lukas Brekenkamp und Jörg Fritz
Zitat von NW
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Mittwochabend, 8. April 2015. Viertelfinale des Pokals. Die Alm tobt - Borussia Mönchengladbach am Boden. Der Held des Abends, Torwart Alexander Schwolow, stürmt mit ausgestreckten Armen seinen Mannschaftskollegen entgegen, fällt ihnen in die Arme. Gerade hatte der Armine den entscheidenden Schuss von Ibrahima Traoré im Elfmeterschießen pariert. Jubel ohne Grenzen - denn der DSC steht zu diesem Zeitpunkt im Halbfinale des Pokals, siegt 6:5 (1:1) gegen den Bundesligisten. Als Drittligist, wohlgemerkt.
(...)
Und die breite Brust macht sich letztlich auch in der Partie gegen Gladbach bezahlt. Unsere Autoren Peter Burkamp und Jörg Fritz berichteten damals über den Sensations-Sieg in der Schüco-Arena.
Bielefeld. Arminia Bielefelds wundersame Reise ins Reich der Pokalträume setzte sich gestern Abend nahtlos fort. Nach einer überragenden kämpferischen und spielerischen Vorstellung zog der Drittliga-Tabellenführer mit einem 6:5 (1:1)-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den haushohen Favoriten aus Mönchengladbach ins Halbfinale ein. Der Lohn für die Sensation: Die Begeisterung der Fans und ein Scheck in Höhe von zwei Millionen Euro vom DFB.
(...)
Die Losung für das Spiel der Gastgeber hatte Ex-Torhüter Wolfgang Kneib ausgegeben, der sowohl für Arminia als auch für Borussia Mönchengladbach spielte: „Jeder Armine muss 100 Prozent bringen. Dann haben wir eine kleine Chance", meinte Kneib, dessen Herz an diesem Abend eindeutig für die Ostwestfalen schlug.
Arminias Trainer Norbert Meier nahm gegenüber dem Meisterschaftsspiel gegen Energie Cottbus zwei Änderungen vor. Torjäger Fabian Klos und Christian Müller rückten in die Startelf.
Die nach ihren beiden Auswärtssiegen in München und in Hoffenheim vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden Gäste vom Niederrhein diktierten wie erwartet vom Anpfiff an das Spielgeschehen und wiesen in den ersten 15 Minuten eine Ballbesitzquote von 80 Prozent auf. Die klug und aggressiv verteidigenden Arminen ließen aber kaum gefährliche Chancen des Bundesliga-Tabellendritten zu – sehr zu Begeisterung der 26.137 Fans in der ausverkauften Schüco-Arena.
(...)
In der 24. Minute brachte Schiedsrichter Wolfgang Stark mit einer fragwürdigen Entscheidung erstmals Dramatik in diese Partie. Einen Kopfball von Christian Müller prallte an den Arm von Gladbachs Abwehrspieler Brouwers. Ein möglicher Elfmeterpfiff blieb aber aus. Drei Minuten später wurde das Engagement der Arminen belohnt, als Manuel Junglas zur umjubelten 1:0-Führung einschoss. Junglas hatte bereits im Pokal-Achtefinale gegen Werder Bremen (3:1) zwei Tore für Arminia erzielt.
Die Freude beim Drittligisten war jedoch nicht von langer Dauer. In der 32. Minute deutete Schiedsrichter Stark auf den ominösen Elfmeterpunkt, nachdem Christian Müller einen Flankenball mit dem Arm berührt hatte. Max Kruse glich zum 1:1 aus.
(...)
Die Entscheidung fällt schließlich im Elfmeterschießen. Arminia beginnt.
Klos trifft links flach zum 1:0. Raffael schießt links am Tor vorbei. Vorteil Arminia. Florian Dick chipt den Ball in die Mitte – 2:0! Jones trifft für die Borussia links oben. 2:1. Ulm schiebt ihn links flach rein. 3:1. Granit Xhaka trifft mit links rechts unten. Nur noch 3:2. Brinkmann verwandelt cool halbhoch zum 4:2. Jetzt muss Gladbach treffen. Roel Brouwers tut’s. 4:3. Marc Lorenz verschießt! Sommer hält. Kruse trifft rechts unten zum 4:4. Jetzt geht es eins gegen eins. Burmeister versenkt den Ball links oben. 5:4! Schwolow hält gegen Ibrahima Traoré!!!
(...)
Doch was machen die Pokalhelden heute? Alexander Schwolow, der damals vom SC Freiburg an Arminia verliehen war, ist mittlerweile Stammkraft im Breisgau. Den damaligen Torschütze Manuel Junglas zog es wenige Jahre später zu Viktoria Köln. Florian Dick und David Ulm haben mittlerweile ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Daniel Brinkmann spielt beim OWL-Club SC Wiedenbrück, Marc Lorenz beim Karlsruher SC, Felix Burmeister steht bei Eintracht Braunschweig unter Vertrag.
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Mittwochabend, 8. April 2015. Viertelfinale des Pokals. Die Alm tobt - Borussia Mönchengladbach am Boden. Der Held des Abends, Torwart Alexander Schwolow, stürmt mit ausgestreckten Armen seinen Mannschaftskollegen entgegen, fällt ihnen in die Arme. Gerade hatte der Armine den entscheidenden Schuss von Ibrahima Traoré im Elfmeterschießen pariert. Jubel ohne Grenzen - denn der DSC steht zu diesem Zeitpunkt im Halbfinale des Pokals, siegt 6:5 (1:1) gegen den Bundesligisten. Als Drittligist, wohlgemerkt.
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Und die breite Brust macht sich letztlich auch in der Partie gegen Gladbach bezahlt. Unsere Autoren Peter Burkamp und Jörg Fritz berichteten damals über den Sensations-Sieg in der Schüco-Arena.
Bielefeld. Arminia Bielefelds wundersame Reise ins Reich der Pokalträume setzte sich gestern Abend nahtlos fort. Nach einer überragenden kämpferischen und spielerischen Vorstellung zog der Drittliga-Tabellenführer mit einem 6:5 (1:1)-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den haushohen Favoriten aus Mönchengladbach ins Halbfinale ein. Der Lohn für die Sensation: Die Begeisterung der Fans und ein Scheck in Höhe von zwei Millionen Euro vom DFB.
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Die Losung für das Spiel der Gastgeber hatte Ex-Torhüter Wolfgang Kneib ausgegeben, der sowohl für Arminia als auch für Borussia Mönchengladbach spielte: „Jeder Armine muss 100 Prozent bringen. Dann haben wir eine kleine Chance", meinte Kneib, dessen Herz an diesem Abend eindeutig für die Ostwestfalen schlug.
Arminias Trainer Norbert Meier nahm gegenüber dem Meisterschaftsspiel gegen Energie Cottbus zwei Änderungen vor. Torjäger Fabian Klos und Christian Müller rückten in die Startelf.
Die nach ihren beiden Auswärtssiegen in München und in Hoffenheim vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden Gäste vom Niederrhein diktierten wie erwartet vom Anpfiff an das Spielgeschehen und wiesen in den ersten 15 Minuten eine Ballbesitzquote von 80 Prozent auf. Die klug und aggressiv verteidigenden Arminen ließen aber kaum gefährliche Chancen des Bundesliga-Tabellendritten zu – sehr zu Begeisterung der 26.137 Fans in der ausverkauften Schüco-Arena.
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In der 24. Minute brachte Schiedsrichter Wolfgang Stark mit einer fragwürdigen Entscheidung erstmals Dramatik in diese Partie. Einen Kopfball von Christian Müller prallte an den Arm von Gladbachs Abwehrspieler Brouwers. Ein möglicher Elfmeterpfiff blieb aber aus. Drei Minuten später wurde das Engagement der Arminen belohnt, als Manuel Junglas zur umjubelten 1:0-Führung einschoss. Junglas hatte bereits im Pokal-Achtefinale gegen Werder Bremen (3:1) zwei Tore für Arminia erzielt.
Die Freude beim Drittligisten war jedoch nicht von langer Dauer. In der 32. Minute deutete Schiedsrichter Stark auf den ominösen Elfmeterpunkt, nachdem Christian Müller einen Flankenball mit dem Arm berührt hatte. Max Kruse glich zum 1:1 aus.
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Die Entscheidung fällt schließlich im Elfmeterschießen. Arminia beginnt.
Klos trifft links flach zum 1:0. Raffael schießt links am Tor vorbei. Vorteil Arminia. Florian Dick chipt den Ball in die Mitte – 2:0! Jones trifft für die Borussia links oben. 2:1. Ulm schiebt ihn links flach rein. 3:1. Granit Xhaka trifft mit links rechts unten. Nur noch 3:2. Brinkmann verwandelt cool halbhoch zum 4:2. Jetzt muss Gladbach treffen. Roel Brouwers tut’s. 4:3. Marc Lorenz verschießt! Sommer hält. Kruse trifft rechts unten zum 4:4. Jetzt geht es eins gegen eins. Burmeister versenkt den Ball links oben. 5:4! Schwolow hält gegen Ibrahima Traoré!!!
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Doch was machen die Pokalhelden heute? Alexander Schwolow, der damals vom SC Freiburg an Arminia verliehen war, ist mittlerweile Stammkraft im Breisgau. Den damaligen Torschütze Manuel Junglas zog es wenige Jahre später zu Viktoria Köln. Florian Dick und David Ulm haben mittlerweile ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Daniel Brinkmann spielt beim OWL-Club SC Wiedenbrück, Marc Lorenz beim Karlsruher SC, Felix Burmeister steht bei Eintracht Braunschweig unter Vertrag.
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