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Ex-Lautrer

31.07.2015 - 09:17 Uhr
Ex-Lautrer |#9071
03.11.2023 - 08:24 Uhr
Joa, also grenzwertig fand ich das Auftreten von Antwerpen jetzt nicht unbedingt, es war meist nur für die heutige Zeit ungewöhnlich oft ehrlich und kritisch. Da wird halt nicht um eine Fehlentscheidung herum diskutiert oder ein individueller Fehler schöngeredet, auch werden sich keine Freunde bei den Kollegen gemacht. Im Endeffekt hat das für mich auch oft nur den unglaublichen Ehrgeiz von Antwerpen gezeigt. Auch wenn seine Aussagen manchmal sehr subjektiv und auch nicht immer inhaltlich korrekt waren, hat er jetzt nie den ganz großen Bock hier geschossen. Und da geht dann wieder die Diskussion los, ob man solche "Typen" heute noch im Fußball haben möchte oder nicht. Und die Antwort ist tendenziell eben nein. Antwerpen steht heute sicher nicht wegen seiner sportlichen Leistungen oder Ambitionen ohne Job da.

Im Übrigen denke ich, dass Antwerpen hier gerade auch wegen seiner Art vieles gewonnen hat und den Verein in der Form erweckt hat. Wie jetzt sichtbar, haben wir einen Typ Antwerpen nicht über Jahre benötigt, aber eben über eine gewisse Phase. So eine "Phase" würde sicher auch ganz vielen anderen Traditionsmannschaften in Deutschland gut tun, auch wenn ein Antwerpen allein keine Garantie für Aufbruchstimmung und planbaren Erfolg sein kann.

Im Endeffekt glaube ich, dass Antwerpen selbst weiß, was er hier geleistet hat und das dann keinesfalls selbstverständlich war. Das da ein bisschen der "Dankbarkeitsgedanke" im Kopf ist, finde ich völlig normal. Der Verein stand bei seiner Ankunft vor dem nichts, in der Nachfolgesaison hat er einen solide Kader bekommen, der aber keinesfalls in der Liga herausragte und erst durch Antwerpen zu einem richtig guten gemacht wurde. Was hatten uns Spieler wie Kraus, Zuck, Ritter, Redondo, Ciftci & Co. zuvor über Jahre enttäuscht. Das man dann gegen Ende der Saison ein Stück weit erwartet, dass der Verein dann auch eine ligaunabhängig weitere Zusammenarbeit anstrebt, finde ich plausibel. Am Ende wollte er vielleicht auch deswegen den Aufstieg mit aller Macht erzwingen, was ein bisschen zu Lasten der Lockerheit flöten ging. Letztlich ging der FCK (zum Glück, denn der Verein steht nunmal über allem) als großer Sieger aus der Sache raus und Antwerpen ist irgendwie bis heute gestraft von dieser Entlassung, aber auch das gehört leider zum Geschäft dazu.

•     •     •

"Ich habe Mannschaft in die Kurve geschickt, damit sie sehen diese Enttäuschung, damit sie sehen diese Hass. Denn solche Hass kann nur entstehen, wenn da ist unbändige Liebe." Milan Sasic


• LAUTRE •
Ex-Lautrer |#9072
03.11.2023 - 10:58 Uhr
Zitat von Laudan

Ich persönlich habe ein deutlich anderes Bild von Marco Antwerpen in meinem Kopf wie viele andere hier. JA, er hat aus einem Haufen verunsicherter Indivualisten eine Mannschaft geformt und letztendlich den Hebel des Niedergangs entscheidend umgelegt. Dafür gebührt im Dankbarkeit. Allerdings fand ich sein Auftreten immer sehr grenzwertig. Ich kann verstehen, dass viele dieses Auftreten authentisch fanden, mir war es jedoch immer zu proletenhaft. Damit macht man sich auf Dauer keine Freunde und schadet dann auch iorgendwann dem Image des Vereines. Und auch als Trainer war er aus meiner persönlcihen Sicht deutlich limitierter als jetzt zum Beispiel Dirk Schuster.
...

Antwerpen war geradlinig, schnörkellos und kein Schönsprecher. Unmittelbar nach einem Spiel war er emotional aufgeladen und hat dann aus seinem Herzen nicht immer eine Mördergrube gemacht, wirklich grenzwertig war da nach meiner Erinnerung aber keine einzige Situation, wobei die Grenzen natürlich jeder anders zieht.

Antwerpen hat sich im Grunde genau so verhalten, wie alle Fußballer und Trainer, bevor irgendwann der große Weichspüler eingesetzt hat und selbst der Platzwart ein Mediencoaching durchlaufen muss. Aber auch heutzutage gibt es da ganz andere Kaliber und wenn man schon findet dass Antwerpen proletenhaft ist, was bitteschön ist dann eigentlich Jürgen Klopp? Ein Psychopath?

Mir gefällt die ruhige und freundliche Art von Schuster sehr gut aber Antwerpen ist ein echter Typ und in der desaströsen Situation damals war er wahrscheinlich genau der Trainer, den der FCK gebraucht hat. Mir sind beide sympathisch, für mich passen beide gut zum FCK, jeder auf seine Art und jeder war zu seiner Zeit eine Idealbesetzung.
Ex-Lautrer |#9073
03.11.2023 - 11:42 Uhr
Zitat von Troglauer
Zitat von Laudan

Ich persönlich habe ein deutlich anderes Bild von Marco Antwerpen in meinem Kopf wie viele andere hier. JA, er hat aus einem Haufen verunsicherter Indivualisten eine Mannschaft geformt und letztendlich den Hebel des Niedergangs entscheidend umgelegt. Dafür gebührt im Dankbarkeit. Allerdings fand ich sein Auftreten immer sehr grenzwertig. Ich kann verstehen, dass viele dieses Auftreten authentisch fanden, mir war es jedoch immer zu proletenhaft. Damit macht man sich auf Dauer keine Freunde und schadet dann auch iorgendwann dem Image des Vereines. Und auch als Trainer war er aus meiner persönlcihen Sicht deutlich limitierter als jetzt zum Beispiel Dirk Schuster.
...

Antwerpen war geradlinig, schnörkellos und kein Schönsprecher. Unmittelbar nach einem Spiel war er emotional aufgeladen und hat dann aus seinem Herzen nicht immer eine Mördergrube gemacht, wirklich grenzwertig war da nach meiner Erinnerung aber keine einzige Situation, wobei die Grenzen natürlich jeder anders zieht.

Antwerpen hat sich im Grunde genau so verhalten, wie alle Fußballer und Trainer, bevor irgendwann der große Weichspüler eingesetzt hat und selbst der Platzwart ein Mediencoaching durchlaufen muss. Aber auch heutzutage gibt es da ganz andere Kaliber und wenn man schon findet dass Antwerpen proletenhaft ist, was bitteschön ist dann eigentlich Jürgen Klopp? Ein Psychopath?

Mir gefällt die ruhige und freundliche Art von Schuster sehr gut aber Antwerpen ist ein echter Typ und in der desaströsen Situation damals war er wahrscheinlich genau der Trainer, den der FCK gebraucht hat. Mir sind beide sympathisch, für mich passen beide gut zum FCK, jeder auf seine Art und jeder war zu seiner Zeit eine Idealbesetzung.


Klar, das beurteilt und bewertet jeder anders. Aber für mich gibt es schon einen Unterschied zwischen emotinal und sagen wir mal unhöflich/pöpelhaft. Jürgen Klopp würde ich da nie auf eine Stufe mit Antwerpen stellen. Mir fallen da durchaus ein paar Situationen (Zwickau, Saarbrücken,...) ein, in den er - aus meienr Sicht wie gesagt - extrem proletenhaft/unsympathisch rüber kommt.
Ex-Lautrer |#9074
03.11.2023 - 11:46 Uhr
Zitat von Wingman_7
Zitat von Nasenkarl

Quelle: www.swr.de
Marco Antwerpen: "Der FCK ist eine Bereicherung für den deutschen Fußball"
Er wird immer ein Platz in meinem Herzen haben.

Die für mich interessanteste Passage aus dem Interview:
Zitat von SWR

Für Antwerpen allerdings war die Entscheidung des Vereins weniger überraschend. "Manchmal war es auch schon ein bisschen absehbar, dass vielleicht das Ende in Kaiserslautern gekommen ist, weil mit mir auch keine Vertragsverhandlungen für die 3. Liga geführt wurden", erklärt er. Das sei damals auch Thema in der Mannschaft gewesen und Antwerpen hätte sich gewünscht, dass das anders gehandhabt worden wäre. Trotzdem bleibt: "Ich schaue auf eine positive Zeit zurück."

Man kann jetzt wieder über die üblichen nebulösen Begleitumstände u. Zeitpunkte seiner damaligen Entlassung spekulieren, aber wenn eine Weiterbeschäftigung von Antwerpen über die Saison 21/22 auch bei einem verpassten Aufstieg generell nicht zur Disposition gestanden hätte, lässt sich der Spannungsabfall in der Mannschaft und die damit einhergehende Irritation mit welchem Cheftrainer es nach der Saison überhaupt weitergegangen wäre, in den letzten drei Saisonspielen vielleicht noch einmal etwas mehr nachvollziehen.

Gruß,
W7


Ist jetzt Spekulation, aber m.E. dreht sich hier Antwerpen die Dinge im Sinne seiner Ursache/Wirkung, damit sie für ihn passen. Er insituiert, dass die fehlenden Vertragsgespräche mit ihm Unruhe in die Mannschaft getragen haben. Ist vll möglich, aber wohl kaum für den eklatanten Leistungsabfall am Saisonende verantwortlich weil die Mannschaft doch ein großes Interesse gehabt haben muss unabhängig von Antwerpen aufzusteigen.
Es kommt als Grund nur ein Problem zwischen Trainer und Mannschaft in Frage, da die Mannschaftchemie in sich ganz offensichtlich vollkommen intakt ist wie sie folgenden Monate und Jahre deutlich zeigen.

Viel mehr müsste er sich fragen (und tut das im Geheimen hoffentlich auch) wieso sich ein Verein erneut dazu entschied nicht mit ihm weiterzuarbeiten, obwohl er sportlich erfolgreich ist.

•     •     •

With your feet in the air and your head on the ground
Try this trick and spin it, yeah
Your head will collapse
But there's nothing in it
And you'll ask yourself

Where is my mind
Ex-Lautrer |#9075
03.11.2023 - 12:02 Uhr
Zitat von Laudan
..........

Klar, das beurteilt und bewertet jeder anders. Aber für mich gibt es schon einen Unterschied zwischen emotinal und sagen wir mal unhöflich/pöpelhaft. Jürgen Klopp würde ich da nie auf eine Stufe mit Antwerpen stellen. Mir fallen da durchaus ein paar Situationen (Zwickau, Saarbrücken,...) ein, in den er - aus meienr Sicht wie gesagt - extrem proletenhaft/unsympathisch rüber kommt.


Es waren genau die 2 Spiele, die Du hier beschreibst, wo wir quasi gejagt wurden. Nicht nur auf dem Spielfeld sondern auch da neben. Kein Trainer Handshake nach dem Spiel in Zwickau bsp. Pöbelleien 90 Minuten lang von der Haupttribüne, wo Ante auch noch gelb sahaugen-zuhalten.
Ganz zu vergessen, die Sticheleien vom Leuchtturm der Saaraugen-zuhalten
Gebehtsmühlen artig würde immer und immer wieder unsere Insolvenz aufgetischt usw. und so fort.....
Aber dank Rendos Tor wurde denen der Stecker gezoggenstark
Ich akzeptiere mittlerweile die Entscheidung von TH aber ich bin Ante sehr dankbar, dass er uns den Weg vorbereitet hat wo wir nun stehen.

Beste Grüße aus dem Roiland
BB

•     •     •

" Di Palz iss dort, wo en Pälzer grade iss "


FCK Mitglied seit 25.04.2008
Ex-Lautrer |#9076
03.11.2023 - 12:31 Uhr
Zitat von B-Boy
Zitat von Laudan

..........

Klar, das beurteilt und bewertet jeder anders. Aber für mich gibt es schon einen Unterschied zwischen emotinal und sagen wir mal unhöflich/pöpelhaft. Jürgen Klopp würde ich da nie auf eine Stufe mit Antwerpen stellen. Mir fallen da durchaus ein paar Situationen (Zwickau, Saarbrücken,...) ein, in den er - aus meienr Sicht wie gesagt - extrem proletenhaft/unsympathisch rüber kommt.


Es waren genau die 2 Spiele, die Du hier beschreibst, wo wir quasi gejagt wurden. Nicht nur auf dem Spielfeld sondern auch da neben. Kein Trainer Handshake nach dem Spiel in Zwickau bsp. Pöbelleien 90 Minuten lang von der Haupttribüne, wo Ante auch noch gelb sahaugen-zuhalten.
Ganz zu vergessen, die Sticheleien vom Leuchtturm der Saaraugen-zuhalten
Gebehtsmühlen artig würde immer und immer wieder unsere Insolvenz aufgetischt usw. und so fort.....
Aber dank Rendos Tor wurde denen der Stecker gezoggenstark
Ich akzeptiere mittlerweile die Entscheidung von TH aber ich bin Ante sehr dankbar, dass er uns den Weg vorbereitet hat wo wir nun stehen.

Beste Grüße aus dem Roiland
BB


es waren nicht DIE zwei Spiele, es waren u.a. die zwei Spiele die mir jetzt spontan eingefallen sind. Aber es macht auch keinen Sinn darüber zu diskutiueren. Da hat jeder ne andere Wahnehmung. Für mich war Antwerpen wie gesagt ein Prolet mit geringeren Trainerfähigkeiten als Dirk Schuster. Von daher bin ich sehr froh über die Entscheidung von Hengen damals. Dass man Antwerpen für den eingeleiteten Turnarround dankbar sein muss ist jedoch sicherlich unbestritten.
Ex-Lautrer |#9077
03.11.2023 - 14:21 Uhr
Zitat von Laudan
Zitat von Troglauer

Zitat von Laudan

Ich persönlich habe ein deutlich anderes Bild von Marco Antwerpen in meinem Kopf wie viele andere hier. JA, er hat aus einem Haufen verunsicherter Indivualisten eine Mannschaft geformt und letztendlich den Hebel des Niedergangs entscheidend umgelegt. Dafür gebührt im Dankbarkeit. Allerdings fand ich sein Auftreten immer sehr grenzwertig. Ich kann verstehen, dass viele dieses Auftreten authentisch fanden, mir war es jedoch immer zu proletenhaft. Damit macht man sich auf Dauer keine Freunde und schadet dann auch iorgendwann dem Image des Vereines. Und auch als Trainer war er aus meiner persönlcihen Sicht deutlich limitierter als jetzt zum Beispiel Dirk Schuster.
...

Antwerpen war geradlinig, schnörkellos und kein Schönsprecher. Unmittelbar nach einem Spiel war er emotional aufgeladen und hat dann aus seinem Herzen nicht immer eine Mördergrube gemacht, wirklich grenzwertig war da nach meiner Erinnerung aber keine einzige Situation, wobei die Grenzen natürlich jeder anders zieht.

Antwerpen hat sich im Grunde genau so verhalten, wie alle Fußballer und Trainer, bevor irgendwann der große Weichspüler eingesetzt hat und selbst der Platzwart ein Mediencoaching durchlaufen muss. Aber auch heutzutage gibt es da ganz andere Kaliber und wenn man schon findet dass Antwerpen proletenhaft ist, was bitteschön ist dann eigentlich Jürgen Klopp? Ein Psychopath?

Mir gefällt die ruhige und freundliche Art von Schuster sehr gut aber Antwerpen ist ein echter Typ und in der desaströsen Situation damals war er wahrscheinlich genau der Trainer, den der FCK gebraucht hat. Mir sind beide sympathisch, für mich passen beide gut zum FCK, jeder auf seine Art und jeder war zu seiner Zeit eine Idealbesetzung.


Klar, das beurteilt und bewertet jeder anders. Aber für mich gibt es schon einen Unterschied zwischen emotinal und sagen wir mal unhöflich/pöpelhaft. Jürgen Klopp würde ich da nie auf eine Stufe mit Antwerpen stellen. Mir fallen da durchaus ein paar Situationen (Zwickau, Saarbrücken,...) ein, in den er - aus meienr Sicht wie gesagt - extrem proletenhaft/unsympathisch rüber kommt.

Klopp wird in England gerade vom Verband angeklagt, nachdem er gegenüber einem Schiedsrichter komplett ausgerastet ist, mit übelsten Beleidigungen und auch vorher hatte Klopp unzählige Aktionen, die um ein Vielfaches schlimmer sind, als alles was Antwerpen sich jemals geleistet hat.
Nach welchem Maßstab du hier bewertetest, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Es macht eher den Eindruck, als geht es primär um Sympathie und deshalb ist man bei Antwerpen übergenau.
Ex-Lautrer |#9078
03.11.2023 - 14:33 Uhr
Zitat von Troglauer
Zitat von Laudan

Zitat von Troglauer

Zitat von Laudan

Ich persönlich habe ein deutlich anderes Bild von Marco Antwerpen in meinem Kopf wie viele andere hier. JA, er hat aus einem Haufen verunsicherter Indivualisten eine Mannschaft geformt und letztendlich den Hebel des Niedergangs entscheidend umgelegt. Dafür gebührt im Dankbarkeit. Allerdings fand ich sein Auftreten immer sehr grenzwertig. Ich kann verstehen, dass viele dieses Auftreten authentisch fanden, mir war es jedoch immer zu proletenhaft. Damit macht man sich auf Dauer keine Freunde und schadet dann auch iorgendwann dem Image des Vereines. Und auch als Trainer war er aus meiner persönlcihen Sicht deutlich limitierter als jetzt zum Beispiel Dirk Schuster.
...

Antwerpen war geradlinig, schnörkellos und kein Schönsprecher. Unmittelbar nach einem Spiel war er emotional aufgeladen und hat dann aus seinem Herzen nicht immer eine Mördergrube gemacht, wirklich grenzwertig war da nach meiner Erinnerung aber keine einzige Situation, wobei die Grenzen natürlich jeder anders zieht.

Antwerpen hat sich im Grunde genau so verhalten, wie alle Fußballer und Trainer, bevor irgendwann der große Weichspüler eingesetzt hat und selbst der Platzwart ein Mediencoaching durchlaufen muss. Aber auch heutzutage gibt es da ganz andere Kaliber und wenn man schon findet dass Antwerpen proletenhaft ist, was bitteschön ist dann eigentlich Jürgen Klopp? Ein Psychopath?

Mir gefällt die ruhige und freundliche Art von Schuster sehr gut aber Antwerpen ist ein echter Typ und in der desaströsen Situation damals war er wahrscheinlich genau der Trainer, den der FCK gebraucht hat. Mir sind beide sympathisch, für mich passen beide gut zum FCK, jeder auf seine Art und jeder war zu seiner Zeit eine Idealbesetzung.


Klar, das beurteilt und bewertet jeder anders. Aber für mich gibt es schon einen Unterschied zwischen emotinal und sagen wir mal unhöflich/pöpelhaft. Jürgen Klopp würde ich da nie auf eine Stufe mit Antwerpen stellen. Mir fallen da durchaus ein paar Situationen (Zwickau, Saarbrücken,...) ein, in den er - aus meienr Sicht wie gesagt - extrem proletenhaft/unsympathisch rüber kommt.

Klopp wird in England gerade vom Verband angeklagt, nachdem er gegenüber einem Schiedsrichter komplett ausgerastet ist, mit übelsten Beleidigungen und auch vorher hatte Klopp unzählige Aktionen, die um ein Vielfaches schlimmer sind, als alles was Antwerpen sich jemals geleistet hat.
Nach welchem Maßstab du hier bewertetest, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Es macht eher den Eindruck, als geht es primär um Sympathie und deshalb ist man bei Antwerpen übergenau.


Natürlich geht es auch um Sympathie. Und MArco Antwerpen finde ich von seinem Auftreten und seiner Art deutlich unsympathischer als eben beispielsweise Jürgen Klopp. Und das hat ducrhaus - bei mir - etwas damit zu tun WIE man sich artikuliert und welche Körpersprache man dabei hat.

Aber nochmal: das ist MEINE Meinung zu Antwerpen und ich will hier keinen überzeugen. Jeder sieht das anders und ich sehe durchaus, das Antwerpen mit seiner Art auch sehr viele Anhänger hat. Ein Jürgen Klopp lächelt diese Ausraster dann danach wieder auf seine charmante Art weg. Antwerpen kann das nicht und das führt in der Summe dazu, dass er - so mein EIndruck - auf der menschlichen Ebene desöfteren scheitert.
Ex-Lautrer |#9079
03.11.2023 - 14:40 Uhr
Antwerpen war der richtige Mann im Überlebenskampf. Auch wegen seiner knallharten Art. Wenn jeder meint, mit Dreck auf dich werfen zu müssen, braucht es keinen auf der Trainerbank, der das in sachlich zutreffend, teilweise zutreffend und völligen Quatsch aufschlüsselt. Man sieht ja bis heute - etwa im „Austausch“ mit Fans von Dynamo Dresden auf TM -, was das bringt: gar nix. Nein, in diesen Situationen war es Gold wert, dass wir jemanden hatten, der sich den Kram nicht hat gefallen lassen. Der sich gewehrt hat. Diese Einstellung hat die Truppe damals nämlich verinnerlicht und sie lebt teilweise bis heute fort bei Ritter, Tomiak oder auch Zimmer (wobei letzterer durch seinen besonderen Bezug zum Verein ein Sonderfall ist und Antwerpen insoweit wohl nicht gebraucht hat). *Das* ist Antwerpens ganz großes Verdienst und das ist die Sache, die ich ihm nie vergessen werde.

Für mich hat es darüber hinaus auch heute, in einer gänzlich anderen Situation, keinen großen Wert, wenn ein Trainer über diplomatische Fähigkeiten verfügt. Ich persönlich brauche keinen übermäßig versöhnlichen Typen auf der Trainerbank, sondern mag es eigentlich ganz gerne, wenn Trainer Klartext sprechen. Ohne Frage tut Schuster der Außendarstellung aktuell aber gut. Wobei ich persönlich wie gesagt finde, dass wir Antwerpens „f…. euch!“-Einstellung 2021 gebraucht haben und ich nicht sicher bin, ob der anders gestrickte Schuster *damals* Ähnliches hätte bewerkstelligen können. Als gentleman unter Rowdys bist du am Ende des Tages halt nur der Depp, der zurücksteckt. In einer anderen Gesellschaft sieht das dann wiederum anders aus und darin liegt dann auch ein Unterschied zwischen der Neidliga und zweiten Bundesliga.

Antwerpen hat mit Hengen die Trendwende herbeigeführt. Ob ihn Vorgesetzte als unangenehm erlebt haben, interessiert mich als Fan da ehrlich gesagt sehr wenig. Die Wahrnehmung gegnerischer Fans, vor allem aus unserem damaligen Leistungsspektrum, interessiert mich gar nicht.

Dennoch, und das kann ich gut von meiner subjektiven Meinung von Antwerpen trennen, musste Hengen damals reagieren. Liegt aber auch daran, dass für mich Trainerwechsel null mit Sanktion zu tun haben und ich finde, dass solche Entscheidungen immer mit Blick in die Zukunft und nicht mit Blick in die Vergangenheit getroffen werden sollten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCK-Tribun am 03.11.2023 um 14:47 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#9080
03.11.2023 - 16:38 Uhr
Hier fällt ein Aspekt unter den Tisch, der m.E. aber der alles Entscheidende ist: Unabhängig von der Triftigkeit bzw. Absurdität irgendwelcher Vorwürfe hatte der FCK durch das Planinsolvenzverfahren in der Profiverein-Community viel an Renomee verloren. Und nun hatte man auch noch einen Trainer, der auch noch stark polarisiert und allgemein als "prollig" empfunden wurde. Mag man ja anders sehen, aber er ist nicht umsonst noch ohne Job, was bei seiner Vita nicht wirklich verständlich ist. Ungewollt ist die Auszeit in dieser Länge auch, was man an dem verlinkten Interview sieht, in dem er sich anpreist. Egal ob man dies alles für berechtigt ansieht, muss man es halt eben in Rechnung stellen!

Was das Duo Hengen/Schuster gerade macht - und was auch durch die diskret agierenden Vereinsgremien und Investorengruppen effektiv unterstützt wird - ist eine Strategie, dem FCK wieder zu mehr Ansehen zu verhelfen. Das ist für Spielerverhandlungen nicht unwichtig und da war die causa Röser mit Sicherheit schädlich für uns; ebenso das ganze "Chaos-Lautern"-Theater über Jahre und zwei Jahrzehnte hinweg. Dass du da jetzt einen Trainer in der PK und vor den Sky-Mikros hast, der einen eigenen Sieg auch durchaus mal als "glücklich" bezeichnet und sogar sagt, ein Remis wäre gerechter gewesen (hat er schon mehrfach gemacht, ohne dass ich da jetzt die Spiele erinnere und Quellen angeben kann), kommt bei den Mitberwerbern einfach sympathatisch und seriös rüber! Und das ist gerade Programm beim FCK! Neben dem Sportlichen dürfte dieser Aspekt bei Hengen stark gegen eine Weiterbeschäftigung von Ante gesprochen haben, selbst wenn er den direkten Aufstieg geschafft hätte.

Ich gehe völlig mit: Angefangen mit der Initialzündung Waldhof und Florian Heft MUSSTE der FCK eine Wagenburg bauen und konnte einen absolut hartleibigen Trainer bestens gebrauchen! Aber danach ging es mehr und mehr darum, sich über sportliche Leistungen und seriöses, geräuschloses Arbeiten neues Ansehen zu verschaffen! Das muss Fans nicht interessieren, da die eh auf Polarisierung gestrickt sind und jede Woche einen anderen Club als "den unsympathischten aller Vereine" auserwählen. Aber für die Verantwortlichen sieht das anders aus, zumal nach der Ausgründung! Jetzt brauchst du als Verein Strahlkraft, nicht zuletzt, um auch für neue Investoren attraktiv zu sein. Und in diese schöne neue Welt passte Ante nicht mehr so gut rein.

Natürlich war die Herschenkung des direkten Aufstiegsplatzes damals der alles entscheidende Grund für die vorzeitige Freistellung. Aber dass Hengen mit Ante so oder so nicht weitergemacht hätte, glaube ich sofort! Auch dafür ist der Hauptgrund ein anderer, weil man einen in den höheren Ligen erfahrenen Mann in Liga 2 an der Seitenlinie wollte. Aber das persönliche Auftreten spielte an diesem Punkt sicherlich auch mit hinein in die Entscheidungsfindung, wenngleich an nachgeordneter Stelle.

Also Ja, Investorenclubs bevorzugen eher Gentleman-Trainer als "Ruhrpott-Prolls". Muss ich persönlich nicht mögen, dürfte aber für Ante inzwischen eine echte Hürde darstellen. Typen wie ihn holt man tendenziell nur noch als "Feuerwehr" kurz vor dem Absaufen, wenn eine Wagenburg gebaut und die Truppe gegen eine feindliche Welt eingeschworen werden muss. Auch ich denke, dass dies Ante absolut nicht gerecht wird und er im Interview völlig zurecht sagt, dass er ja bei uns auch etwas aufgebaut hat! Aber ich muss so ein Muster ja auch nicht gut und gerecht finden, um es erkennen zu können.

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