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Ex-Lautrer

31.07.2015 - 09:17 Uhr
Ex-Lautrer |#6961
25.03.2022 - 22:52 Uhr
Ich bin nach wie vor großer Runjaic Fan. Natürlich war der vermasselte Aufstieg damals enttäuschend, aber er war mit Abstand der beste Trainer mindestens der letzten zehn Jahre. Ich hab ihn mir immer zurück gewünscht. In Polen hat er einen Fast-Absteiger zu einem Meisterschaftsanwärter gemacht. Ich würde mich freuen, ihn in Deutschland nochmal zu sehen. Aber bei Schalke habe ich Bauchschmerzen. Hier hat sich schon so mancher hoffnungsvolle Trainer bzw. Manager eine blutige Nase geholt.

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Niederlage zu Null
Ex-Lautrer |#6962
25.03.2022 - 23:01 Uhr
Ballbesitzfußball. Es ging viel in die Breite, mit wenig Risiko. Entertainment war es nicht gerade und hatte mit mutig-kämpferischem Betzefußball wenig zu tun. Es war ein Fußball wie seine Frisur: Immer ganz schick, aber nicht besonders aufregend.

Es hätte dennoch gereicht, wenn DJ Aytekin gewollt hätte.

Gott….lange her. Er wird sich weiterentwickelt haben.
Ex-Lautrer |#6963
26.03.2022 - 00:57 Uhr
Zitat von nibo1904
Interessante Beschreibungen bei euch. Ich hatte tatsächlich im Kopf, dass er bei euch vor dem Hintergrund des doppelt verpassten Aufstiegs auch fachlich deutlicher niedergemacht wurde.


Ich erinnere mich, damals noch als Mitleser, das man von Fanseite sehr sehr kritisch mit ihm umgegangen ist. Ob es ein Fehler war ihn damals zu entlassen weiß man immer erst danach - Ich hatte damals nur selten die Gelegenheit live im Stadion zu sein, aber ich erinnere mich schon an das auffällige Bemühen zur Spielkontrolle - es waren dazu alles gute bis sehr gute Einzelspieler, ich hatte aber eher selten das Gefühl von Teamgeist oder Wille - genau das was uns heute eigentlich wieder auszeichnet. Eine Frage des Mannschaftsgefüges oder des Trainers oder beides ? - ich kann mich nicht daran erinnern, das man mal ein Spiel gedreht hat in der Zeit. Für mich sinnbildlich immer noch so Spieler wie A. Ring - ein top Techniker aber hat die PS in der Konstellation einfach nicht konstant aufs Feld bekommen.
Ex-Lautrer |#6964
26.03.2022 - 08:16 Uhr
Zitat von nibo1904

Den Einruck, den ich gewonnen hatte war eher, das er relativ pragmatischen, konservativen Fußball hat spielen lassen. Dafür würden auch die niedrige Anzahl an Toren sprechen, die ihr 2014/2015 für einen Viertplatzierten erzielt habt mit nur 45, dabei allerdings nur 31 kassiert habt. Könntet ihr dazu vielleicht noch ein bisschen etwas sagen?
Dass wir Ballbesitzfußball damals haben spielen lassen, das wurde ja schon gesagt. War ja auch überwiegend der bevorzugte Stil, den man bei den großen Teams europaweit praktiziert hat. Problem war, dass wir mit unserer wirklich gepflegten Spielanlage oft auf Gegner getroffen sind, die sich stumpf hinten rein gestellt haben und nur drauf aus waren, das Tor zu verteidigen und nix, aber auch gar nix für das Spiel gemacht haben. Und dagegen haben wir oft genug kein Mittel gefunden. Das endete dann in viel Ballgeschiebe im Mittelfeld, Querpässen ohne großen Raumgewinn und der verzweifelten Suche nach einer Lücke in der Abwehr. Die dann aber selten gefunden wurde. Wenn wir aber Gegner hatten, die sich zutrauten, Fußball mit uns zu spielen, dann haben wir auch gewonnen. Eine Liga höher, wo man uns nicht so destruktiv begegnet wäre, da hätte das eventuell viel besser gepasst, grad mit der Qualität der Einzelspieler, die ja damals ja unbestreitbar vorhanden gewesen ist.

Er hat halt seinen Spielstil durchziehen lassen, komme wer da wolle. Das kann man negativ sehen (»wir passen unser Spiel nicht dem Gegner an«), das kann man positiv sehen (»wir zwingen dem Gegner unser Spiel auf«). Sind halt die zwei Seiten der gleichen Medaille. Fachlich ist Kosta jedenfalls über jeden Zweifel erhaben, da gibt es nur wenige bei uns, die das wegdiskutieren wollen.

Es wär spannend zu sehen, was er mit seinem fachlichen Können und gewachsener Erfahrung jetzt mit einer Mannschaft anstellen kann. Ich würd ihm aber wünschen, dass das – bitte nimm's mir nicht übel – in einem ruhigeren Umfeld als bei euch wäre.

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
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Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 26.03.2022 um 08:25 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#6965
26.03.2022 - 08:41 Uhr
Zitat von nibo1904

Interessante Beschreibungen bei euch. Ich hatte tatsächlich im Kopf, dass er bei euch vor dem Hintergrund des doppelt verpassten Aufstiegs auch fachlich deutlicher niedergemacht wurde.


Ich glaube nicht, dass Fans und Umfeld an Runjaics fußballerischen Wissen bzw. seinem Fachverstand gezweifelt haben.

Man muss sich nur mal vorstellen, was möglich gewesen wäre, wenn wir es 2015 nicht kurz vor Schluss vergeigt hätten: Man hätte 15/16 alle 2 Wochen vor ca. 30.000 Zuschauer*innen gespielt, höhere Gelder eingenommen, den Vertrag von Orban möglicherweise mit einer hohen Ausstiegsklausel verlängern, Leihspieler wie Demirbay, Stöger, Thommy oder Younes ggf. nochmal halten können.

Eine Situation wie der, in der wir uns nun seit 4 Jahren incl. Planinsolvenz, etc. befinden, wäre im Idealfall in der Form nie so entstanden.

Dass es im Fußball natürlich auch dazugehört, neben Siegen und Triumphen in letzter Minute, mal eine bittere Niederlage zu kassieren, macht den Sport auch gewissermaßen aus und liegt in der Natur der Sache.

Wenn dann Runjaic und Kuntz aber den vierten Platz grinsend als "Erfolg verkaufen", nachdem man vier Spieltage vor Schluss noch auf einem direkten Aufstiegsplatz gestanden hat, mutet das schon als "etwas komisch an."

Stell dir vor, Assauer und Stevens hätten sich im Mai 01 hingestellt und gesagt "ahja, den zweiten Platz incl. CL Qualifikation nehmen wir gerne mit und hätten ihn vor der Saison direkt unterschrieben."

Da hätte ich mir seitens der Verantwortlichen schon mal ein wenig Enttäuschung und Frust über das verpasste Ziel gewünscht.

Hinzu kam, das eine "jetzt erst Recht Haltung" aufgrund der teils ablösefreien Abgänge auch gar nicht aufkommen konnte.

Konnten die Bayern nach ihren Niederlagen 2012 bspw. ihr Team beisamen halten, qualitativ verstärken und hatten den Willen "es nun allen zu zeigen" ist bei uns alles auseinandergebrochen und wir mussten mehr oder weniger wieder bei 0 anfangen.

Spieler wie Ziegler, für die viel Ablöse bezahlt wurden, konnten die Erwartungen nicht erfüllen und der Tausch Halfar vs. Heintz verlief auch "eher semi."

Dies führte dann recht schnell zu einer "hohen und in Teilen sicher auch unfairen Erwartungshaltung" gegenüber Team und Trainer, da man aus Fansicht das Gefühl hatte, dass so eine Chance in die Bundesliga aufzusteigen, so schnell nicht wieder kommt.

Ich glaub bspw. auch, dass wir uns mit Runjaic in Liga 1 leichter getan hätten als in der "Favouritenrolle" in Liga 2 zu agieren. Die Pokalspiele gegen Bundesligisten konnten in Teilen wirklich ausgeglichen gestaltet werden.

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I hate this place but I love these chords.
"An empty fate just means an even score."
And the pain this morning...
It filled my head.
It's Jameson.
It means that I'm not dead.
Ex-Lautrer |#6966
26.03.2022 - 11:02 Uhr
An was ich mich ebenfalls noch sehr gut erinnere ist, dass Runjaic unsere Abwehr im Vergleich zu seinem Vorgänger direkt viele Meter höher platzierte und das Spiel so deutlich stärker in des Gegners Hälfte verlagerte. Das war im ersten Spiel in Köln (glaube 0:0) schon eine ziemliche Augenweide und eine starke Verbesserung im Vergleich zu dem Gekicke unter Foda. Im weiteren hat er dann, wie schon beschrieben, auf einen sehr ballbesitzorientierten Fußball gesetzt, was ihm bei Gegnern, die sich kompakt aufs Verteidigen konzentriert haben, von seinen Kritikern als "Ballgeschiebe" ausgelegt wurde. Zudem fehlte häufig der Mut, bei einer 1:0 Führung auf weitere Tore zu gehen, stattdessen hat man sich auf Ergebnissicherung konzentriert. Zu knacken waren wir idR vor allem durch Catenaccio light á la VFR Aalen und Erzgebirge Aue.

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"Stagnation ist Rückschritt" - Thomas Hengen (30.11.2023)
Ex-Lautrer |#6967
26.03.2022 - 11:43 Uhr
@Ozelot

Ja, ich erinnere mich noch sehr gut an die ersten paar Spiele unter Runjaic. Die waren echt überragend gut und haben uns, wenn ich mich richtig erinnere, auf Platz eins gespült, bevor man sich durch eine ebenso unnötige wie unverständliche Niederlagenserie vor Weihnachten wieder ins Hintertreffen gebracht hat.

0:0 beim Topteam in Köln, dann die Hertha mit „Du bist nur Auswechselspieler“-Sandra aus dem Pokal geworfen nach einer überragenden zweiten Halbzeit und dann das 3:0 gegen die Münchner Löwen, wobei ich mich bis heute an kein so überlegenes Heimspiel erinnere wie dieses. Ich glaube, wir hatten von Sport1/Sky handgezählte 17 Torschüsse, zehn klare Chancen, 65% Ballbesitz etc.

Hat schon richtig Spaß gemacht damals. Und ja, hätte diese mental durch Kuntz‘ Personalentscheidungen im Winter 2015 geschwächte und dann folgerichtig auch schwache Mannschaft damals nur etwas mehr Biss auf den Platz gebracht, was auch Kostas Job war, würde man von Runjaic heute als dem Trainer sprechen, der uns sportlich endgültig in die Neuzeit geführt hat. Kam halt leider ganz anders.
Ex-Lautrer |#6968
26.03.2022 - 12:14 Uhr
Zitat von Ozelot
An was ich mich ebenfalls noch sehr gut erinnere ist, dass Runjaic unsere Abwehr im Vergleich zu seinem Vorgänger direkt viele Meter höher platzierte und das Spiel so deutlich stärker in des Gegners Hälfte verlagerte. Das war im ersten Spiel in Köln (glaube 0:0) schon eine ziemliche Augenweide und eine starke Verbesserung im Vergleich zu dem Gekicke unter Foda. Im weiteren hat er dann, wie schon beschrieben, auf einen sehr ballbesitzorientierten Fußball gesetzt, was ihm bei Gegnern, die sich kompakt aufs Verteidigen konzentriert haben, von seinen Kritikern als "Ballgeschiebe" ausgelegt wurde. Zudem fehlte häufig der Mut, bei einer 1:0 Führung auf weitere Tore zu gehen, stattdessen hat man sich auf Ergebnissicherung konzentriert. Zu knacken waren wir idR vor allem durch Catenaccio light á la VFR Aalen und Erzgebirge Aue.


Runajic war damals eine sehr wohltuende Abwechslung in seinem fussballerischen Ansatz. Das Spiel gegen 1860 München in seiner Anfangszeit bleibt für mich unvergessen. Die 60er Spieler haben sich irgendwann verzeifelt angeschaut, weil der FCK Welle um Welle auf Tor aufgezogen hat und jeder Befreingsschlag von unserer hochstehenden Abwehr direkt abgelaufen und wieder nach vorne gespielt wurde.

Am Ende ists leider aus einer Mischung an Grüden (Pech, mangelnder Biss - vor allem der Leihspieler - und tatkischer Überreizung) am Aufstieg gescheitert. Runjaics Taktik hatte ich am Ende auch rumgesprochen und wie bei vielen Teams, die einen ähnlichen Ansatz gefahren sind (zB die DfB 11) wurde der Ballbesitz zum Selbstzweck ohne Ertrag, weil die Gegner die kritischen Räume dicht gemacht hat und dann nur noch hintenrum gepasst wurde.

Dafür war es immerhin mal eine klare spielerische Idee, in der alle Spieler einen Platz hatten und man auch Nachwuchsspieler oder Ersatzspieler problemlos bringen konnte weil jeder wusste was er zu tun hat. Ich mag sowas.

Im Nachhinein wirkliche extremst ärgerlich, dass das Experiment damals so knapp schief gegangen ist...schief

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With your feet in the air and your head on the ground
Try this trick and spin it, yeah
Your head will collapse
But there's nothing in it
And you'll ask yourself

Where is my mind
Ex-Lautrer |#6969
26.03.2022 - 12:14 Uhr
Zitat von Old_Icebear
Zitat von Lullaby

Zitat von Old_Icebear

Der Mannschaft die Schuld zuzuschieben, halte ich für zu einfach.


Das habe ich nicht gemacht. Die Spieler haben ihre Aufgaben ausgeführt, da waren sie herausragend geschult. Es ist auch eine Aufgabe des Trainers, die Truppe heiß und gierig zu machen. Das hat bei Runjaic gefehlt.

Wenn man vier Spiele vor Schluss auf einem Aufstiegsplatz steht, ist es auch vermessen, davon zu sprechen, dass Runjaics System entschlüsselt wurde.

Beste Grüße
Lullaby


Nun ja, vier Punkte aus zwei Spielen, wobei zwei Gegner im Tabellenkeller standen, ist jetzt nicht so die Heldentat. Die haben hinten Beton angerührt und Runjaic‘ Spielstil war entzaubert und er hatte keine Lösung.

Auch unsere Tordifferenz sprach da Bände - nach einer Führung wurde stets versucht, das Ergebnis zu verwalten, was zwar meist gelang, aber unnötig war. Die Mannschaft hätte gerne weitergepowert und wurde leider gebremst.


Bär, ich respektiere dich als Foristen sehr, aber das ist etwas , womit ich nicht mitgehe. Du weißt schon, dass wir unter Antwerpen in den ersten 8 Spielen 6 Punkte geholt haben? Und wo wir jetzt stehen? zwinker
Ex-Lautrer |#6970
26.03.2022 - 15:34 Uhr
Zitat von Hephaistos1
Zitat von Old_Icebear

Zitat von Lullaby

Zitat von Old_Icebear

Der Mannschaft die Schuld zuzuschieben, halte ich für zu einfach.


Das habe ich nicht gemacht. Die Spieler haben ihre Aufgaben ausgeführt, da waren sie herausragend geschult. Es ist auch eine Aufgabe des Trainers, die Truppe heiß und gierig zu machen. Das hat bei Runjaic gefehlt.

Wenn man vier Spiele vor Schluss auf einem Aufstiegsplatz steht, ist es auch vermessen, davon zu sprechen, dass Runjaics System entschlüsselt wurde.

Beste Grüße
Lullaby


Nun ja, vier Punkte aus zwei Spielen, wobei zwei Gegner im Tabellenkeller standen, ist jetzt nicht so die Heldentat. Die haben hinten Beton angerührt und Runjaic‘ Spielstil war entzaubert und er hatte keine Lösung.

Auch unsere Tordifferenz sprach da Bände - nach einer Führung wurde stets versucht, das Ergebnis zu verwalten, was zwar meist gelang, aber unnötig war. Die Mannschaft hätte gerne weitergepowert und wurde leider gebremst.


Bär, ich respektiere dich als Foristen sehr, aber das ist etwas , womit ich nicht mitgehe. Du weißt schon, dass wir unter Antwerpen in den ersten 8 Spielen 6 Punkte geholt haben? Und wo wir jetzt stehen? zwinker


Vielen Dank - das Kompliment gebe ich gerne zurück smile

Das habe ich falsch geschrieben. Ich meinte, dass wir nur zwei Punkte in vier Spielen geholt haben - und zwar die Spieltage 31 - 34. Da spielten wir unter anderem gegen St. Pauli und Aue - beide im Tabellenkeller. Gegen St. Pauli haben wir verloren und gegen Aue 0:0 - und wenn ich mich richtig erinnere, war Aue zum Schluss noch zu neunt. Hat der Gegner Beton angemischt, hatte Runjaic keine Lösung.

Ich bin übrigens auch der festen Überzeugung, dass wir mit Runjaic und seinem System in Liga 1 erfolgreich gewesen wären - zumindest so lange, wie wir der Underdog gewesen wären.
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