| Geburtsdatum | 30.10.1982 |
|---|---|
| Alter | 43 |
| Nat. |
Deutschland |
| Funktion | Trainer |
| Akt. Verein | Athletic Bilbao |
Edin Terzic [Trainer]
13.12.2020 - 15:19 Uhr
08.05.2024 - 10:44 Uhr
Zitat von rm-woogie
Deswegen appelliere ich nur an einem gesunden Umgang mit der Situation in der die Leistungen anerkannt werden, aber auch nicht die Kritik verschrieen wird (so wie es hier aber von einigen jetzt laut gemacht wird) und dass auch verschiedene Meinungen akzeptiert werden.
Deswegen appelliere ich nur an einem gesunden Umgang mit der Situation in der die Leistungen anerkannt werden, aber auch nicht die Kritik verschrieen wird (so wie es hier aber von einigen jetzt laut gemacht wird) und dass auch verschiedene Meinungen akzeptiert werden.
Da bin ich komplett bei dir.
Auch wenn es vielleicht nicht so wirkt, möchte ich halt den Kritikern von Terzic, welche auch häufiger über das Ziel hinausschießen, auch immer nur vor Augen halten, dass er auch gute Seiten hat als Coach und man dies dann auch zu sehen bekommt innerhalb einer Saison. Mir gefällt es nur einfach nicht, wenn man komplett ins Extreme fällt und man am Ende nicht die positiven Dinge wahrnimmt und als Fan vergisst, sich auch einfach mal darüber zu freuen, dass wir im CL-Finale stehen oder den Pokal unter ihm gewonnen haben.
Terzic adaptiert seine Ansichten immer in soweit und nicht Anpassungen vor, welche der Mannschaft in der Regel helfen, um in der Rückrunde erfolgreicher zu sein. Natürlich kann man nun sagen, dass er in den Hinrunden immer wieder die selben Fehler macht und diese dann in der Rückrunde aufarbeiten muss.
Das gehört aber doch auch zu einem jungen Trainer dazu, dass man Fehler macht und diese dann mehr oder weniger erfolgreich versucht zu vermeiden.
Ein Jürgen Klopp hat bei allen seiner drei Klubs auch nicht immer alles von Beginn an richtig gemacht und hat Stück für Stück die Mannschaft so verändert und angepasst, dass man am Ende in die Bundesliga aufgestiegen ist oder große nationale und internationale Titel gefeiert hat.
Man muss jedem Trainer auch die Möglichkeit geben, sich und seine Mannschaft entwickeln zu können. Vielleicht machen wir in den meisten Dingen momentan Seitenschritte, aber es gibt halt auch Dinge welche sich gut weiterentwickelt haben. Unter anderem der Teamgeist, welcher dazu führt, dass man alles für seinen Nebenmann reinwirft.
Taktische Defizite mögen natürlich vorhanden sein, aber da ist es dann doch auch richtig, wenn man sich mit Sahin und Bender Wissen dazuholt. Auch hier mag Klopp als Beispiel gelten: Buvac hat auch unfassbaren Einfluss gehabt und war vielleicht auch in den ersten Jahren sowas wie ein "Schattentrainer".
Ich bitte nur darum, dass man Terzic Zeit gibt und sich zwischenzeitlich einfach mal tierisch darüber freuen sollte, dass man mal wieder ein Champions League Finale erreicht hat.
08.05.2024 - 10:46 Uhr
Zitat von mba123
Bis zur Einwechslung in der 67ten Minute von Süle betrug das Torschussverhältnis 13:5 für PSG. Am Ende lautete es 30:7; also 17:2 nach Süles Einwechslung. Ich habe jetzt keine xG-Werte zu diesen Zeiträumen zur Hand. Aber ich denke man kann mit Sicherheit sagen, dass wir in der Schlussphase deutlich mehr zugelassen als davor. Nun ist das irgendwo erwartbar, weil PSG den Druck erhöhen musste. Aber dann sollten wir zumindest entsprechende Kontergelegenheiten haben, was aber nicht der Fall war. Ich kann mich da an jeweils eine Szene mit Füllkrug und eine mit Reus erinnern, in der jeweils das Tempo fehlte. Ansonsten hätten das Großchancen werden können. Hier ist es für mich sehr fraglich, dass Terzic, nun zum wiederholten Malen, bei Führung komplett auf unsere schnellen Leute vorne verzichtet.
Defensiv empfand ich das mit Reus übrigens ebenso. Reus wurde defensiv einmal von Hakimi und einmal von Dembele ganz locker mit Ball überlaufen. Adeyemi gefiel mir da wesentlich besser und er war gegen diese schnellen Gegenspieler für mich die bessere Wahl defensiv. Das hat Reus auch durch sein besseres Stellungsspiel nicht ausgeglichen, meiner Meinung nach.
Also, obwohl wir das Ergebnis über die Zeit bringen konnten, empfand ich es nicht so, dass Terzic Maßnahmen funktioniert hatten. Im Gegenteil, wir waren hinten anfälliger und nach vorne ungefährlicher.
Für mich greift da wieder das "nicht sexy, aber erfolgreich" Argument. Weil es (wieder) funktionierte, fühlt sich Terzic in diesen Maßnahmen bestärkt. Aber ich würde davon ausgehen, dass das auf Dauer zu weniger Erfolg führt.
Das ist sicherlich ein Punkt, über den man auch in Zukunft noch diskutieren wird. Mir ist jedenfalls nicht klar, was an diesem komplett auf Defensive setzen und gleichzeitigem Verzicht auf Tempo vorne, vielversprechend sein soll.
Zitat von Joooergi
Die Gedankengänge sind ja nachvollziehbar. Aber auch ich muss, als nicht Terzic Überzeugter, anerkennen, dass seine Taktik und seine Umstellungen das mehr als gewünschte Ergebnis gebracht haben. Wie jeder andere darf man auch genauso hypothetisch argumentieren und anführen, dass z.B. ein Malen nach einer Einwechselung möglicherweise mehr Entlastung gebracht hätte oder aber er hätte vorne herumgestanden und bei einer entscheidenden Defensivszene hinten gefehlt und ein Tor wäre gefallen.
Im Nachinein, nach einem Erfolg und Finaleinzug ist gegen ein Erfolgserlebnis nicht bis schwer zu argumentieren. Das Ergebnis bestätigt Terzic voll zu 100 Prozent. Jedes andere Vorgehen hätte nämlich nicht nur positiv sondern auch negativ ausgehen können!
Zitat von Freischuetzbvb
Ja sorry mir ist halt nur aufgefallen, dass wir nach den Wechseln unter absoluten Dauerdruck geraten sind.Meiner Meinung nach haben wir vorher besser gestanden und waren auch nach vorne deutlich aktiver als nach dem Wechseln.Vielleicht gehöre ich auch noch zum alten Schlag aber für mich ist Angriff die beste Verteidigung. Wenn ich an die eine Szene denke wo Füllkrug allein auf den Torwart zu rennen könnte das aber leider nicht schafft aufgrund seines geringen Speeds, könnte man natürlich auch argumentieren wenn wir da in der 80 Minute das 2:0 gemacht hätten, hätte ich auch nicht noch so zittern müssen mit den beiden Aluminium Treffern. Bin jetzt schon gespannt darauf wie Edin im Finale aufstellen wird.
Zitat von TomChen
Wie gesagt hier kommen wieder die Leute, die meinen alles besser zu wissen und blenden dabei vollkommen die Intensionen der taktischen Anpassungen aus. " Was bringt der den langsamen Reus, mit Malen hätten wir PSG wegekontert" Mit Malen oder JBG hätten wir sicherlich nicht denselben defensiven Impact gehabt, wie mit einem diszipliniert verteidigenen Reus. Und ich schrieb, dass wir defensiv mit Reus, was unter anderem auch die Moderation von Prime ebenfalls so analysiert hat DEFENSIV besser standen, nicht dass die Seite stärker wurde.
Des Weiteren schrieb ich, dass ich die Entscheidung nachvollziehen kann und auch warum Terzic gegen die andere Option war. Im Endeffekt ist der Matchplan ca. 60 min aufgegangen und die taktischen Anpassungen haben es PSG schwerer gemacht. Dass du die Weltstars nicht 90 min kontrollieren kannst, sollte sich von selbst verstehen.
Hinterher kannst du halt immer sagen, was besser geklappt hätte, Terzic hat sich für die Stärkung der Defensive entschieden und das Spiel wurde gewonnen. Sancho und Karim runter, einen IV mehr rauf, Füllkrug drauf lassen. Das folgte halt seiner Intension es kompakter zu machen, ob man das gut findet oder nicht, soll jeder selber bewerten aber nachvollziehbar ist es.
Finds halt schade, dass es gleich so als riesen Fail dargestellt wird, obwohl Aspekte hiervon auch zum Sieg beigetragen haben.
Zitat von Freischuetzbvb
Sorry ich bin auch total glücklich und stolz auf die Mannschaft endlich wieder im Finale zu stehen, aber wo die linke Seite nach der Herreinnahme von Reus stärker gewesen sein soll als vorher mit Adeyemi und Maatsen erschließt sich mir überhaupt nicht aber ist ja auch jetzt egal es ist gut gegangen wir sind im Finale und ich bin mega stolz auf die Mannschaft aber man darf ja wohl durchaus mal kritisieren dass der Wechsel keinerlei positiven Einfluss hatte
Zitat von TomChen
Es ist halt leicht, sich hinterher hinzustellen und Entscheidungen infrage zu stellen, aber diese live zu treffen, ist schon schwieriger.
Kann die Gedankengänge bei allen Wechseln und Umstellungen nachvollziehen und am Ende war die Linke Seite mit Reus defensiv stärker, dafür offensiv schwächer...5er Kette waren wir stabiler dafür ohne Sancho noch weniger Entlastung und Nmecha für Brandt nochmal die Defensive gestärkt.
Er hat sich für das kompakter Stehen als das auf Konter spielen entschieden und im Endeffekt ist das aufgegangen. Kann auch die Gedankengänge der Kritiker verstehen, aber so zu tun als hätten wir trotz Zersic gewonnen, ist daneben
Zitat von popinga
Man stelle sich vor, wo der BVB mit einem Trainergott wie dir steht könnte....
Ich lese hier seit Monaten mit einer morbiden Faszination mit. Woher kommt das übersteigerte Selbstvewusstsein zu glauben, alles besser zu wissen als der Trainer, der den Verein auf einem sauschweren Weg ins CL-Finale gebracht hat?!
Zitat von bvb87m
Auf 5er Kette zu stellen war korrekt. Aber nicht die Wechsel. Das Ingame Coaching und seine Entscheidungen waren eine Katastrophe.
Einen heutigen Emre Can durchspielen zu lassen - Katastrophe.
Reus zu bringen, dem eindeutig die Geschwindigkeit fehlt, vorallem bei Umstellung auf 5er Kette dann. Evtl hat sich Terzic mehr Ruhe und Ballsicherheit gewünscht von Reus, die kam aber nicht.
Dazu, hat Paris ständig über die Flügel gespielt, Reus zog dauernd ins Zentrum und Maatsen war ständig im 1 vs. 1 dadurch.
Füllkrug mind. 30 Minuten stehend KO.
Wenn ich auf 5er Kette umstelle, setze ich dafür Malen ins Zentrum für schnelle Umschaltmomente.
Es gab kaum mehr Entlastung, die Kette stand zu tief, niemand war mehr fähig den Ball zu halten…
Auf 5er Kette zu stellen war korrekt. Aber nicht die Wechsel. Das Ingame Coaching und seine Entscheidungen waren eine Katastrophe.
Einen heutigen Emre Can durchspielen zu lassen - Katastrophe.
Reus zu bringen, dem eindeutig die Geschwindigkeit fehlt, vorallem bei Umstellung auf 5er Kette dann. Evtl hat sich Terzic mehr Ruhe und Ballsicherheit gewünscht von Reus, die kam aber nicht.
Dazu, hat Paris ständig über die Flügel gespielt, Reus zog dauernd ins Zentrum und Maatsen war ständig im 1 vs. 1 dadurch.
Füllkrug mind. 30 Minuten stehend KO.
Wenn ich auf 5er Kette umstelle, setze ich dafür Malen ins Zentrum für schnelle Umschaltmomente.
Es gab kaum mehr Entlastung, die Kette stand zu tief, niemand war mehr fähig den Ball zu halten…
Man stelle sich vor, wo der BVB mit einem Trainergott wie dir steht könnte....
Ich lese hier seit Monaten mit einer morbiden Faszination mit. Woher kommt das übersteigerte Selbstvewusstsein zu glauben, alles besser zu wissen als der Trainer, der den Verein auf einem sauschweren Weg ins CL-Finale gebracht hat?!
Es ist halt leicht, sich hinterher hinzustellen und Entscheidungen infrage zu stellen, aber diese live zu treffen, ist schon schwieriger.
Kann die Gedankengänge bei allen Wechseln und Umstellungen nachvollziehen und am Ende war die Linke Seite mit Reus defensiv stärker, dafür offensiv schwächer...5er Kette waren wir stabiler dafür ohne Sancho noch weniger Entlastung und Nmecha für Brandt nochmal die Defensive gestärkt.
Er hat sich für das kompakter Stehen als das auf Konter spielen entschieden und im Endeffekt ist das aufgegangen. Kann auch die Gedankengänge der Kritiker verstehen, aber so zu tun als hätten wir trotz Zersic gewonnen, ist daneben
Sorry ich bin auch total glücklich und stolz auf die Mannschaft endlich wieder im Finale zu stehen, aber wo die linke Seite nach der Herreinnahme von Reus stärker gewesen sein soll als vorher mit Adeyemi und Maatsen erschließt sich mir überhaupt nicht aber ist ja auch jetzt egal es ist gut gegangen wir sind im Finale und ich bin mega stolz auf die Mannschaft aber man darf ja wohl durchaus mal kritisieren dass der Wechsel keinerlei positiven Einfluss hatte
Wie gesagt hier kommen wieder die Leute, die meinen alles besser zu wissen und blenden dabei vollkommen die Intensionen der taktischen Anpassungen aus. " Was bringt der den langsamen Reus, mit Malen hätten wir PSG wegekontert" Mit Malen oder JBG hätten wir sicherlich nicht denselben defensiven Impact gehabt, wie mit einem diszipliniert verteidigenen Reus. Und ich schrieb, dass wir defensiv mit Reus, was unter anderem auch die Moderation von Prime ebenfalls so analysiert hat DEFENSIV besser standen, nicht dass die Seite stärker wurde.
Des Weiteren schrieb ich, dass ich die Entscheidung nachvollziehen kann und auch warum Terzic gegen die andere Option war. Im Endeffekt ist der Matchplan ca. 60 min aufgegangen und die taktischen Anpassungen haben es PSG schwerer gemacht. Dass du die Weltstars nicht 90 min kontrollieren kannst, sollte sich von selbst verstehen.
Hinterher kannst du halt immer sagen, was besser geklappt hätte, Terzic hat sich für die Stärkung der Defensive entschieden und das Spiel wurde gewonnen. Sancho und Karim runter, einen IV mehr rauf, Füllkrug drauf lassen. Das folgte halt seiner Intension es kompakter zu machen, ob man das gut findet oder nicht, soll jeder selber bewerten aber nachvollziehbar ist es.
Finds halt schade, dass es gleich so als riesen Fail dargestellt wird, obwohl Aspekte hiervon auch zum Sieg beigetragen haben.
Ja sorry mir ist halt nur aufgefallen, dass wir nach den Wechseln unter absoluten Dauerdruck geraten sind.Meiner Meinung nach haben wir vorher besser gestanden und waren auch nach vorne deutlich aktiver als nach dem Wechseln.Vielleicht gehöre ich auch noch zum alten Schlag aber für mich ist Angriff die beste Verteidigung. Wenn ich an die eine Szene denke wo Füllkrug allein auf den Torwart zu rennen könnte das aber leider nicht schafft aufgrund seines geringen Speeds, könnte man natürlich auch argumentieren wenn wir da in der 80 Minute das 2:0 gemacht hätten, hätte ich auch nicht noch so zittern müssen mit den beiden Aluminium Treffern. Bin jetzt schon gespannt darauf wie Edin im Finale aufstellen wird.
Die Gedankengänge sind ja nachvollziehbar. Aber auch ich muss, als nicht Terzic Überzeugter, anerkennen, dass seine Taktik und seine Umstellungen das mehr als gewünschte Ergebnis gebracht haben. Wie jeder andere darf man auch genauso hypothetisch argumentieren und anführen, dass z.B. ein Malen nach einer Einwechselung möglicherweise mehr Entlastung gebracht hätte oder aber er hätte vorne herumgestanden und bei einer entscheidenden Defensivszene hinten gefehlt und ein Tor wäre gefallen.
Im Nachinein, nach einem Erfolg und Finaleinzug ist gegen ein Erfolgserlebnis nicht bis schwer zu argumentieren. Das Ergebnis bestätigt Terzic voll zu 100 Prozent. Jedes andere Vorgehen hätte nämlich nicht nur positiv sondern auch negativ ausgehen können!
Bis zur Einwechslung in der 67ten Minute von Süle betrug das Torschussverhältnis 13:5 für PSG. Am Ende lautete es 30:7; also 17:2 nach Süles Einwechslung. Ich habe jetzt keine xG-Werte zu diesen Zeiträumen zur Hand. Aber ich denke man kann mit Sicherheit sagen, dass wir in der Schlussphase deutlich mehr zugelassen als davor. Nun ist das irgendwo erwartbar, weil PSG den Druck erhöhen musste. Aber dann sollten wir zumindest entsprechende Kontergelegenheiten haben, was aber nicht der Fall war. Ich kann mich da an jeweils eine Szene mit Füllkrug und eine mit Reus erinnern, in der jeweils das Tempo fehlte. Ansonsten hätten das Großchancen werden können. Hier ist es für mich sehr fraglich, dass Terzic, nun zum wiederholten Malen, bei Führung komplett auf unsere schnellen Leute vorne verzichtet.
Defensiv empfand ich das mit Reus übrigens ebenso. Reus wurde defensiv einmal von Hakimi und einmal von Dembele ganz locker mit Ball überlaufen. Adeyemi gefiel mir da wesentlich besser und er war gegen diese schnellen Gegenspieler für mich die bessere Wahl defensiv. Das hat Reus auch durch sein besseres Stellungsspiel nicht ausgeglichen, meiner Meinung nach.
Also, obwohl wir das Ergebnis über die Zeit bringen konnten, empfand ich es nicht so, dass Terzic Maßnahmen funktioniert hatten. Im Gegenteil, wir waren hinten anfälliger und nach vorne ungefährlicher.
Für mich greift da wieder das "nicht sexy, aber erfolgreich" Argument. Weil es (wieder) funktionierte, fühlt sich Terzic in diesen Maßnahmen bestärkt. Aber ich würde davon ausgehen, dass das auf Dauer zu weniger Erfolg führt.
Das ist sicherlich ein Punkt, über den man auch in Zukunft noch diskutieren wird. Mir ist jedenfalls nicht klar, was an diesem komplett auf Defensive setzen und gleichzeitigem Verzicht auf Tempo vorne, vielversprechend sein soll.
Perfekt formuliert!
Letzte Woche hat Terzic noch ziemlich spät im Hinspiel gewechselt und im Interview gemeint, dass es als Trainer oft schwer ist abzuwägen, ob er nun die Mannschaft am Platz durch die Wechsel beeinflusst, wenn das Verteidigen im Verbund bis dahin so gut geklappt hat. Adeyemi hat im Hin- und Rückspiel defensiv eine außergewöhnlich gute Leistung erbracht. Zudem musste Paris immer wieder auf Adeyemi bei Ballverlusten achten, wo er auch dann fast in der ersten Halbzeit den Führungstreffer erzielt hat. Das war mehr oder weniger eine komplette Einzelaktion.
Wieso nimmt Terzic dann so früh unseren schnellsten Spieler vom Platz, der bis dahin defensiv auch noch überragend agiert hat und wo Paris ja gezwungen wird mit Fortdauer hinten noch mehr Räume zu öffnen? Wenn er so früh schon agieren will, dann hätte es eigentlich Sancho sein müssen.
Terzic hat spätestens dann mit dem Wechsel von Süle für Sancho auf komplette Defensive geschalten. Wir hatten gar keine Entlastung mehr. Auch dem Team wurde signalisiert, dass man nun "nur" noch die Zeit überstehen soll. Am Ende ist das glücklicherweise aufgegangen. Aber die Chancen nach den Wechseln sprechen für sich.
Warum Füllkrug vorne über 90 Minuten drin bleibt ist eigentlich nicht zu erklären. Ganz davon abgesehen, dass er allgemein kaum Land gesehen hat in den Zweikämpfen. In den Kontersituationen auch wieder viele Fehler eingebaut hat und immer ohne Probleme eingeholt wurde von den Gegenspielern war er auch schon komplett fertig am Ende und kam nicht einmal mehr in die Zweikämpfe.
In einer Szene wäre er ca. in der 85 Minuten alleine auf und davon gewesen, wenn er eben schnell gewesen wäre. Ein Malen oder Adeyemi wären alleine auf den Torwart zugelaufen und das Spiel kann dadurch zugemacht werden. Füllkrug wird nach kaum fünf Metern eingeholt und hat im Zweikampf wieder keine Chance und kann nicht einmal den Ball behaupten.
Zum Glück ist das gestern aufgegangen. Die Startelf war perfekt gewählt und auch das Spiel war bis zu den Wechseln top! Aber dann hatten wir echt Glück, dass das nicht in Hose ging.
Hätte Paris noch zwei Tore bspw. gemacht, hätte man die Verlängerung mit Reus, Füllkrug, Nmecha, Can und Sabitzer im Mittelfeld spielen müssen. Also irgendwo war das dann sogar "All-In" von Terzic. Jetzt kann man sagen "Perfekt aufgegangen", aber meiner Meinung nach war da sehr viel Glück im Spiel gestern. Unnötig, weil wir echt gut mitgespielt haben. Bis zur Auswechslung von Adeyemi hatte man kaum das Gefühl, dass Paris echt drückt und uns komplett einschnürt.
08.05.2024 - 10:50 Uhr
Ich kann ehrlich gesagt weder diejenigen verstehen, die kurz nach diesem Spiel direkt wieder den Fokus auf die Einwechslungen legen anstatt sich einfach zu freuen, noch die, die sich auf sarkastische Art und Weise über jede Art von Terzic Kritik lustig machen.
Ich denke wir erleben eine CL Saison in der unsere Gegner eine hervorragend Mischung aus extrem großen Namen, aber nicht extrem großer Qualität haben. Das trifft auf PSG, Atletico und Milan zu. Im HB hatten wir extrem viel Glück, in der Gruppenphase dafür einiges an Pech mit Schiedsrichterentscheidungen und der ursprünglichen Auslosung. Auch wenn wir vielleicht nicht auf die ganz große Qualität gestoßen sind war diese dennoch größer als wir es diese Saison von unserem Kader erwarten konnten. Dass wir uns dann trotzdem bis ins Finale durchsetzen haben wir einer sehr pragmatischen aber effektiven Spielweise zu verdanken an der Terzic einen großen Anteil hat. Womöglich ist das was uns in der Entwicklung zurückgeworfen hat auf CL Ebene gegen diese Gegner auch der einzige Weg zum Erfolg gewesen. Trotz aller Kritik ist diese Mannschaft und dieser Trainer nicht daran zerbrochen, was ich für extrem herausfordernd halte.
Ich denke wichtig ist nun sich über diese großartige CL Saison und die damit verbundenen finanziellen Mittel zu freuen und ab Sommer umzudenken und wieder auf eine Entwicklung zu setzen nach der wir in der Gruppenphase nicht als Underdog gegen Newcastle und Milan wahrgenommen werden. Bei der wir nicht in jedem Spiel über uns hinauswachsen müssen. Bei dem nicht nur die Ergebnisse gut sind, sondern auch die Perspektive des Kaders, vor allem der jungen Spieler.
Bis dahin gönne ich es Terzic aber extrem, dass er jetzt mal mindestens 3 Wochen die pure Freude genießen kann bei all dem Mist, den er zu Recht abbekommen hat. Und ich gönne es auch den Fans, die sachlich und fair kritisiert und große Angst um die Zukunft des Vereins hatten und haben und die sich jetzt einfach als BVB Fans über ihren Verein freuen können.
Ich denke wir erleben eine CL Saison in der unsere Gegner eine hervorragend Mischung aus extrem großen Namen, aber nicht extrem großer Qualität haben. Das trifft auf PSG, Atletico und Milan zu. Im HB hatten wir extrem viel Glück, in der Gruppenphase dafür einiges an Pech mit Schiedsrichterentscheidungen und der ursprünglichen Auslosung. Auch wenn wir vielleicht nicht auf die ganz große Qualität gestoßen sind war diese dennoch größer als wir es diese Saison von unserem Kader erwarten konnten. Dass wir uns dann trotzdem bis ins Finale durchsetzen haben wir einer sehr pragmatischen aber effektiven Spielweise zu verdanken an der Terzic einen großen Anteil hat. Womöglich ist das was uns in der Entwicklung zurückgeworfen hat auf CL Ebene gegen diese Gegner auch der einzige Weg zum Erfolg gewesen. Trotz aller Kritik ist diese Mannschaft und dieser Trainer nicht daran zerbrochen, was ich für extrem herausfordernd halte.
Ich denke wichtig ist nun sich über diese großartige CL Saison und die damit verbundenen finanziellen Mittel zu freuen und ab Sommer umzudenken und wieder auf eine Entwicklung zu setzen nach der wir in der Gruppenphase nicht als Underdog gegen Newcastle und Milan wahrgenommen werden. Bei der wir nicht in jedem Spiel über uns hinauswachsen müssen. Bei dem nicht nur die Ergebnisse gut sind, sondern auch die Perspektive des Kaders, vor allem der jungen Spieler.
Bis dahin gönne ich es Terzic aber extrem, dass er jetzt mal mindestens 3 Wochen die pure Freude genießen kann bei all dem Mist, den er zu Recht abbekommen hat. Und ich gönne es auch den Fans, die sachlich und fair kritisiert und große Angst um die Zukunft des Vereins hatten und haben und die sich jetzt einfach als BVB Fans über ihren Verein freuen können.
08.05.2024 - 10:52 Uhr
Also ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich stand immer und stehe weiterhin zu 100% hinter Edin.
Das Wichtigste ist für mich, dass man eine Mannschaft und einen Trainer hat, mit dem man sich als BVB-Fan identifizieren kann und die alles für den Verein geben. Dieses Prinzip lebt Terzic vor und auch das Team tritt in vielen Spielen zuletzt sehr leidenschaftlich und kämpferisch auf, auch wenn es spielerisch oder taktisch sicherlich ein paar Defizite gibt.
Wenn ich aber sehe, wie sich Spieler wie Sabitzer oder Ryerson, Transfers bei denen ich erst skeptisch war, auf dem Platz den Ar*** aufreißen und jeden Weg mit nach hinten machen, dann freut mich das einfach. Oder auch wenn die alten Haudegen wie ein Hummels nochmal so aufblühen! Ein Sancho, der langsam wieder kommt. Und das ist einfach auch Edins Verdienst, dass er so eine Einheit formen konnte, wo jeder für den anderen mitläuft. Trotz aller Schwierigkeiten, die die Kaderplanung der letzten Jahre auch mit sich brachte.
Es wird immer Spiele geben, bei denen nichts zusammen geht, die gab es unter jedem Trainer. Aber insgesamt sehe ich die Entwicklung durchaus positiv, trotz Platz 5 dieses Jahr. Ein CL Finale (selbst Halbfinale war schon ein riesen Erfolg) und letztes Jahr hätten wir Meister werden müssen. Die Konkurrenz in der Buli hat auch zugelegt in den letzten Jahren. Das sind nicht mehr solche Verhältnisse wie vor 8-10 Jahren, wo Bayern und Dortmund klar die 1 und 2 national waren, das vergessen hier viele...
Natürlich gibt es weiterhin viel zu tun. Aber Edin hat das BVB-Gen und er ist dazu halt auch ein sympathischer Kerl. Ich habe lieber ihn auf der Bank als irgendwelche Trainer, die vielleicht taktisch mehr Ideen mitbringen, aber nicht diese Leidenschaft.
Das Wichtigste ist für mich, dass man eine Mannschaft und einen Trainer hat, mit dem man sich als BVB-Fan identifizieren kann und die alles für den Verein geben. Dieses Prinzip lebt Terzic vor und auch das Team tritt in vielen Spielen zuletzt sehr leidenschaftlich und kämpferisch auf, auch wenn es spielerisch oder taktisch sicherlich ein paar Defizite gibt.
Wenn ich aber sehe, wie sich Spieler wie Sabitzer oder Ryerson, Transfers bei denen ich erst skeptisch war, auf dem Platz den Ar*** aufreißen und jeden Weg mit nach hinten machen, dann freut mich das einfach. Oder auch wenn die alten Haudegen wie ein Hummels nochmal so aufblühen! Ein Sancho, der langsam wieder kommt. Und das ist einfach auch Edins Verdienst, dass er so eine Einheit formen konnte, wo jeder für den anderen mitläuft. Trotz aller Schwierigkeiten, die die Kaderplanung der letzten Jahre auch mit sich brachte.
Es wird immer Spiele geben, bei denen nichts zusammen geht, die gab es unter jedem Trainer. Aber insgesamt sehe ich die Entwicklung durchaus positiv, trotz Platz 5 dieses Jahr. Ein CL Finale (selbst Halbfinale war schon ein riesen Erfolg) und letztes Jahr hätten wir Meister werden müssen. Die Konkurrenz in der Buli hat auch zugelegt in den letzten Jahren. Das sind nicht mehr solche Verhältnisse wie vor 8-10 Jahren, wo Bayern und Dortmund klar die 1 und 2 national waren, das vergessen hier viele...
Natürlich gibt es weiterhin viel zu tun. Aber Edin hat das BVB-Gen und er ist dazu halt auch ein sympathischer Kerl. Ich habe lieber ihn auf der Bank als irgendwelche Trainer, die vielleicht taktisch mehr Ideen mitbringen, aber nicht diese Leidenschaft.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Der_Ryan_M am 08.05.2024 um 10:55 Uhr bearbeitet
08.05.2024 - 10:59 Uhr
Zitat von mba123
Bis zur Einwechslung in der 67ten Minute von Süle betrug das Torschussverhältnis 13:5 für PSG. Am Ende lautete es 30:7; also 17:2 nach Süles Einwechslung. Ich habe jetzt keine xG-Werte zu diesen Zeiträumen zur Hand. Aber ich denke man kann mit Sicherheit sagen, dass wir in der Schlussphase deutlich mehr zugelassen als davor. Nun ist das irgendwo erwartbar, weil PSG den Druck erhöhen musste. Aber dann sollten wir zumindest entsprechende Kontergelegenheiten haben, was aber nicht der Fall war. Ich kann mich da an jeweils eine Szene mit Füllkrug und eine mit Reus erinnern, in der jeweils das Tempo fehlte. Ansonsten hätten das Großchancen werden können. Hier ist es für mich sehr fraglich, dass Terzic, nun zum wiederholten Malen, bei Führung komplett auf unsere schnellen Leute vorne verzichtet.
Defensiv empfand ich das mit Reus übrigens ebenso. Reus wurde defensiv einmal von Hakimi und einmal von Dembele ganz locker mit Ball überlaufen. Adeyemi gefiel mir da wesentlich besser und er war gegen diese schnellen Gegenspieler für mich die bessere Wahl defensiv. Das hat Reus auch durch sein besseres Stellungsspiel nicht ausgeglichen, meiner Meinung nach.
Also, obwohl wir das Ergebnis über die Zeit bringen konnten, empfand ich es nicht so, dass Terzic Maßnahmen funktioniert hatten. Im Gegenteil, wir waren hinten anfälliger und nach vorne ungefährlicher.
Für mich greift da wieder das "nicht sexy, aber erfolgreich" Argument. Weil es (wieder) funktionierte, fühlt sich Terzic in diesen Maßnahmen bestärkt. Aber ich würde davon ausgehen, dass das auf Dauer zu weniger Erfolg führt.
Das ist sicherlich ein Punkt, über den man auch in Zukunft noch diskutieren wird. Mir ist jedenfalls nicht klar, was an diesem komplett auf Defensive setzen und gleichzeitigem Verzicht auf Tempo vorne, vielversprechend sein soll.
Bis zur Einwechslung in der 67ten Minute von Süle betrug das Torschussverhältnis 13:5 für PSG. Am Ende lautete es 30:7; also 17:2 nach Süles Einwechslung. Ich habe jetzt keine xG-Werte zu diesen Zeiträumen zur Hand. Aber ich denke man kann mit Sicherheit sagen, dass wir in der Schlussphase deutlich mehr zugelassen als davor. Nun ist das irgendwo erwartbar, weil PSG den Druck erhöhen musste. Aber dann sollten wir zumindest entsprechende Kontergelegenheiten haben, was aber nicht der Fall war. Ich kann mich da an jeweils eine Szene mit Füllkrug und eine mit Reus erinnern, in der jeweils das Tempo fehlte. Ansonsten hätten das Großchancen werden können. Hier ist es für mich sehr fraglich, dass Terzic, nun zum wiederholten Malen, bei Führung komplett auf unsere schnellen Leute vorne verzichtet.
Defensiv empfand ich das mit Reus übrigens ebenso. Reus wurde defensiv einmal von Hakimi und einmal von Dembele ganz locker mit Ball überlaufen. Adeyemi gefiel mir da wesentlich besser und er war gegen diese schnellen Gegenspieler für mich die bessere Wahl defensiv. Das hat Reus auch durch sein besseres Stellungsspiel nicht ausgeglichen, meiner Meinung nach.
Also, obwohl wir das Ergebnis über die Zeit bringen konnten, empfand ich es nicht so, dass Terzic Maßnahmen funktioniert hatten. Im Gegenteil, wir waren hinten anfälliger und nach vorne ungefährlicher.
Für mich greift da wieder das "nicht sexy, aber erfolgreich" Argument. Weil es (wieder) funktionierte, fühlt sich Terzic in diesen Maßnahmen bestärkt. Aber ich würde davon ausgehen, dass das auf Dauer zu weniger Erfolg führt.
Das ist sicherlich ein Punkt, über den man auch in Zukunft noch diskutieren wird. Mir ist jedenfalls nicht klar, was an diesem komplett auf Defensive setzen und gleichzeitigem Verzicht auf Tempo vorne, vielversprechend sein soll.
Bin mit dir auf einer Linie.
Das Ergebnis hat gestimmt aber durch diese defensiven Wechsel, ist das Momentum noch weiter Richtung PSG gekippt. Es hat gereicht, aber es wurde enger als nötig.
Kurzer Blick auf sofascore bestätigt unseren Eindruck:
xG HZ1: 0,5 zu 0,2
xG HZ2: 2,7 zu 0,5
von den 2,7 hat man 0,7 bis zur ersten Auswechslung zugelassen. Und konnte von den 0,5 eigenen xG durch das Tor von Hummels 0,4 selbst vorweisen. Ab der 55. Minute kam nach vorne praktisch nichts mehr an echten Chancen, und man hat 2,0 noch zugelassen.
Das Attack Momentum kann man sich auch bei sofascore anschauen. Da sieht man das nach der ersten Auswechslung die Druckphasen von PSG deutlich zugenommen haben.
Ballbesitz HZ1 39%
Ballbesitz HZ2 21%
oder
Anzahl Pässe HZ1 204
Anzahl Pässe HZ2 94
Zeigen auch deutlich, wie passiv man in HZ2 war und man den Zugriff auf das Spiel verloren hat. Für mich ist es zum Großteil an den Wechseln festzumachen. Mit Reus statt Adeyemi und Süle statt Sancho, hatte man keine Option mehr um Entlastung zu schaffen. Keine Ballsicherheit vorne durch Sancho, der nun schwierig vom Ball zu trennen ist und kein Tempo vorne um die Kette von PSG mal auseinander zu ziehen. Oft gehen solche Wechsel nach hinten los (denkt mal nur an das 3:2 gegen Bremen)… wir sind verdient weiter gekommen, aber wenn PSG nach der 55. Minute noch 2 Tore macht, hätte man sich auch nicht beschweren dürfen. Die waren laut jeder Statistik überfällig und das Mauern hat mal funktioniert, aber es ist einfach kein zuverlässiges Mittel und eher die Ausnahme, dass man hier zu null spielt.
ps. das ist keine Kritik an Terzic, der hat uns ins Finale gebracht und auch einen riesen Anteil daran. Allerdings kann man schon erkennen, dass hier noch Potential gerade bei seinen Auswechslungen besteht. Nur weil es jetzt gut gegangen ist, heißt es nicht das seine Wechsel die beste Optionen waren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von TheKillingJoke am 08.05.2024 um 11:06 Uhr bearbeitet
08.05.2024 - 11:25 Uhr
Ich denke nicht, dass der Finaleinzug, so hocherfreulich er sein mag, die Kritik an Terzic wegwischen kann. Denn inhaltlich ändert sich nichts an der Kritik, es gibt lediglich mehr Gegenargumente. Es steht der Argumentation also nur mehr entgegen, aber das ändert nichts an der Argumentation und deren Berechtigung.
Schaut man sich schließlich an, was sich zum Winter verändert hat und wie sich die Ergebnisse in der Liga verändert haben, sieht es folgendermaßen aus, gegen alle Gegner, die man bereits zweifach gespielt hat:
Winterpause | G | GA | Dif. | Pts | xG | xGA | xG-xGA
vorher | 1,93 | 1,60 | +0,33 | 1,73 | 2,03 | 1,91 | 1,51
nachher | 2,07 | 1,00 | +1,07 | 2,00 | 2,19 | 1,43 | 1,80
In den Zahlen stecken in meinen Augen mehrere Beobachtungen zur Saison:
1. Die Defensive wurde erst zur Winterpause gestärkt, als man mit Maatsen und Sancho vor allem den Ballbesitz stärkte und nicht etwa Zweikampfstärke. Trotzdem gab es wenig Anlass dafür, um zu glauben, dass der Ballbesitz weiter gestärkt wird. So war Reyna nie ein Faktor in dieser Saison, selbst wenn er gut spielte und allgemein hat man selten konsequent auf spielstarke Varianten gesetzt, selbst wenn es hierfür durchaus Anlässe gab, indem es genug Spiele gab, auf denen aufgebaut werden konnte, aber nicht aufgebaut wurde. Wir hatten daher oft Probleme in der Liga, wenn wir extrem viel Ballbesitz hatten oder wenn andere Teams im Ballbesitz besser waren, was im Grunde beides für Probleme im Ballbesitz spricht, die zu keiner Zeit nachhaltig an der Wurzel gepackt wurden. Für die CL war der Ballbesitz komplett irrelevant, weswegen die Learnings aus der CL meines Erachtens auch schnell für die Liga überschätzt werden können. Gestern hat es bspw. in meinen Augen nicht gut funktioniert, dass man die Defensive früh vermeintlich stärkte - vor allem bis zur Systemumstellung, da Reus auf OA bereits nach 7 Minuten nicht mehr an Hakimi dran blieb und daher die Umstellung erzwang, obwohl uns das passiv machte und hinten reindrängte, ohne Chance noch Nadelstiche zu setzen.
Es ist nun mal ein überwiegend genutztes Prinzip von Terzic, um Ergebnisse zu festigen, indem die Balance extrem in die gerade benötigte Richtung verschoben wird, sobald Spiele eng werden. Je nachdem, bedeutet das dann mehr Verteidiger oder mehr Offensive. Einen Fokus auf die Festigung der Spielkontrolle gibt es quasi nicht und es schwer vorstellbar ist, wie ein Spiel wieder gedreht werden könnte, wenn es denn kippt, weil wir defensiv nicht die Stabilität gewinnen, die man dadurch gewinnen sollte, wenn die Anzahl der Verteidiger erhöht wird - umgekehrt klappt es besser, wenn wir die Brechstange rausholen, aber ich denke bspw., dass in Leverkusen deutlich mehr hinter späten, spielentscheidenden Toren steckt, weil Leverkusen sein Ding konsequent durchzieht und darauf vertrauen kann. Es gab vor der Saison daher vor allem defensiv nicht die Überzeugung, dass unser Stabilisator im Ausbau der Spielkontrolle im Ballbesitz liegt und man sieht auch weiterhin nicht diese Überzeugung, trotz der Winterzugänge, die eigentlich erneut alle nötigen Belege dafür geliefert haben. Es bleibt daher ein grundlegendes Problem, dass zu vermuten ist, Terzic unterschätzt die Bedeutung des Ballbesitzspiels für den BVB weiterhin zu sehr, wodurch es nicht weiter ausgebaut wird, obwohl es dafür Bedarf gibt. Obwohl im Winter korrigiert wurde, glaube ich eben, dass das noch lange nicht weit genug geht.
2. Man übertrifft vor allem defensiv deutlich die Erwartungen, ist hier also nicht so substanziell gut, wie es die Rückrunde vermuten lassen könnte, mit der man im Soll dessen wäre, was man vor der Saison als Ziel im Gegentorschnitt ausgegeben hat. Nicht nur die guten Torhüter haben hier aber mehr Gegentore verhindert, sondern auch die Gegner haben mitgeholfen oder das Alu, wie gestern. Das ist daher nicht ausschließlich Glück, aber defensiv hatten wir in dieser Saison nicht zu wenig davon, weil unsere Gegner grundsätzlich zu zu vielen Chancen kommen. So liegt die CR gegen die doppelt gespielten Gegner recht konstant bei schwachen 50,5% (+/- 0,1% Hin- vs. Rückrunde). Ich schrieb vor dem Augsburg Spiel bereits etwas mehr zur Bedeutung davon. Unsere Defensive ist daher nicht wirklich der große Unterschiedmacher, da wir unsere Gegner nicht darüber dominieren.
3. Der Angriff hat kaum von der Stärkung der Ballbesitzelemente profitieren können und ist nach wie vor ineffizient aufgestellt. Offensiv haben wir trotzdem noch die geringsten Probleme, weil wir viele gute Chancen herausspielen und viele torgefährliche Spieler haben, aber dummerweise eben keinen primären Abschlussspieler für die Chancen, die wir besonders gut herausspielen, um jederzeit Konstanz reinzubekommen. Hier ist Terzic sehr beharrlich geblieben, erneut, was uns vor allem in der Talententwicklung zurückgeworfen hat. Sowohl Moukoko als auch Bynoe-Gittens waren die Leidtragenden davon, wobei es vor allem bei Moukoko nun kritisch wird, weil es vor allem für ihn Argumente gibt und gab, die für Terzic irrelevant waren. Er durfte bereits Modeste nicht frühzeitig ersetzen und hat daher vor allem spielertypbedingt keine Chance, obwohl er die gerade deswegen haben müsste. Denn mit der Überbrückung des Mittelfelds versucht man nach wie vor häufig die Mittelfeldproblematik im Ballbesitz zu umgehen, was aber einerseits den primären Abschlussspieler kostet (siehe gestern Adeyemis gute Chance, als Füllkrug keine Chance hatte, um ihm nochmal einen Querpass anzubieten, obwohl er da sogar eine verhältnismäßig hohe Startposition hatte) und andererseits die Probleme in der Spielkontrolle nur verstärkt und somit auch defensiv Schwierigkeiten induziert. Dabei sind es vor allem Malen und Sancho, die die progressiven Bälle sichern und weit weniger der Wandspieler, der dafür aber als relevantes Element ausgemacht wird. Gleichzeitig ist man nirgendwo gut aufgestellt, um Füllkrug oder Haller gut zu versorgen. Dank ihrer Klasse kommen sie trotzdem noch auf ordentlich Tore, wobei sie paradoxerweise viele Chancen nutzen, für die andere Stürmertypen weit besser geeignet wären, um sie häufiger zu nutzen. Insgesamt blieben sie aber am deutlichsten unter Erwartungswert in Sachen Torausbeute - übrigens auch schon letzte Saison Haller (wenn auch hauptsächlich durch den verschossenen Elfer bedingt). Es bleibt für mich daher ein konzeptioneller Hemmschuh, egal wie wichtig manche Tore hier gewesen sein mögen, aber die sind nicht planbar. Weder im Zustandekommen noch in ihrer Regelmäßigkeit.
Unabhängig von den Daten: Terzic hatte jetzt in jeder Saison seine Steigerungen bis zum Saisonende, auch wenn die Steigerung diesmal vergleichsweise gering ausfällt. Das kann man einerseits als Argument für ihn verbuchen und behaupten, dass er grundsätzlich etwas entwickeln kann, andererseits ist es aber auch ein Argument gegen ihn, weil er nicht konsequent entwickelt. Denn es bedeutet, dass er nicht an den Saisonenden Anschluss fand, sobald die neue Saison begann, sondern, nicht nur durch Abgänge bedingt, wieder bei 0 anfing, indem die grundlegenden Prinzipien seines Konzepts erneut versucht wurden, anstatt auf dem aufzubauen, was tatsächlich in der Realität funktionierte und das zu reduzieren, was nicht funktionierte.
Ein einfaches Beispiel sind hier die AV. Als Terzic Interim war, setzte er zunächst auf Meunier, der aber mit Sancho nicht gut harmonierte. Dann durfte irgendwann Morey ran, bis er sich schwer verletzte, womit der Ballbesitz gestärkt wurde, was durch Sanchos Seitenwechsel zu Guerreiro nochmals verstärkt wurde. Am Schluss spielte dann Pisczezk einen offensiv und defensiv überragenden Abschnitt vor seinem Karriereende. Man konnte also mehrere Learnings mitnehmen. Zu Meunier individuell, zur Stabilisierung des Ballbesitzes im Allgemeinen als auch zur Bildung von Synergien.
Als Terzic letzte Saison dann als Chef übernahm, spielte trotzdem erst mal wieder Meunier, was somit aber auch ein Vorwurf an die anderen Verantwortlichen ist, weil es absehbar war und gleichermaßen problematisch, dass als Alternative nur Wolf da war, mit dem es aber im Grunde dasselbe Learning gab, wonach Angriff im Zweifel die bessere Verteidigung ist. Mit Ryerson kam dann im Winter ein Piszczek light und es ging aufwärts, obwohl es keine riesen Stärkung im Ballbesitz darstellte, aber für die Balance. Erst recht als er dann auch konsequent rechts spielte und nicht Guerreiro ersetzte, den man geringschätzte, obwohl man im Grunde auf LV bereits mit Ryerson dieselbe Situation aufbaute, wie in der Interimszeit mit Meunier.
Mit dem Wechsel zu Bensebaini wurde das dann manifestiert, bis mit Maatsen die Rolle Rückwärts kam und es wieder aufwärts ging. Worauf ich daher raus will: die nötigen Learnings, was funktioniert und was nicht, die waren alle da, aber sie wurden nicht konsequent umgesetzt, sondern erst dann, wenn es katastrophal schlecht lief und gar keine andere Möglichkeit mehr gab, um sich dem Druck zu entledigen. Und das ist individuell sowie kollektiv leider kein Einzelfall gewesen, seit Terzic da ist, weswegen bei mir ein hohes Maß an Skepsis vorliegt, dass Terzic nächste Saison auf dem aufbauen kann, was grundsätzlich funktioniert hat und was nicht.
Zumal die CL hier vielleicht auch ein paar Learnings verzerrt. In der CL waren wir in der KO Phase in keiner Serie das Team mit den besseren (Tor-)Chancen auf das Weiterkommen. Hier ging Terzics Idee trotzdem deutlich eher auf, weil man mit viel Kampf und Leidenschaft in diesen Spielen meist 120% Leistung auf den Platz brachte und vor allem defensiv damit sehr stabil war und in den richtigen Momenten das Tor machen konnte. 120% Leistung sind aber im Alltag nicht möglich. Allein logisch schon nicht, da 100% nun mal 100% sind. Alles darüber ist Raubbau und wird früher oder später gebüßt. Eine Saison ist zu lang, um mit einem unökonomischen Spielstil durchzukommen, aber in Einzelspielen funktioniert es. Wenn man nun also eine Orientierung am Erfolg in der CL vornimmt, besteht die Gefahr, dass man wieder auf Elementen aufbaut, die in der Liga eben nicht funktionieren. Wir kommen mit diesen Leistungen mit "nur" 100% in der Liga nicht durch, geschweige denn mit weniger Aufwand, der aber logischerweise auch mal drin sein muss, wenn man in Einzelspielen über das Maximum hinaus muss.
Ich hätte weit weniger Kritik, wenn Terzic in der Vergangenheit klar gezeigt hätte, dass er aus seinen Fehlern dauerhaft lernt. Dann würden seine guten Seiten in meinen Augen wesentlich relevanter und würden dafür sorgen, dass man positiv auf die nächste Saison blicken kann. Das Vertrauen dafür fehlt mir aber und das konnte durch die CL auch nicht wieder hergestellt werden. Denn dort ist man eben nicht mit dem Spiel weitergekommen, das die Liga von uns fordert, sondern mit Pragmatismus.
Schaut man sich schließlich an, was sich zum Winter verändert hat und wie sich die Ergebnisse in der Liga verändert haben, sieht es folgendermaßen aus, gegen alle Gegner, die man bereits zweifach gespielt hat:
Winterpause | G | GA | Dif. | Pts | xG | xGA | xG-xGA
vorher | 1,93 | 1,60 | +0,33 | 1,73 | 2,03 | 1,91 | 1,51
nachher | 2,07 | 1,00 | +1,07 | 2,00 | 2,19 | 1,43 | 1,80
In den Zahlen stecken in meinen Augen mehrere Beobachtungen zur Saison:
1. Die Defensive wurde erst zur Winterpause gestärkt, als man mit Maatsen und Sancho vor allem den Ballbesitz stärkte und nicht etwa Zweikampfstärke. Trotzdem gab es wenig Anlass dafür, um zu glauben, dass der Ballbesitz weiter gestärkt wird. So war Reyna nie ein Faktor in dieser Saison, selbst wenn er gut spielte und allgemein hat man selten konsequent auf spielstarke Varianten gesetzt, selbst wenn es hierfür durchaus Anlässe gab, indem es genug Spiele gab, auf denen aufgebaut werden konnte, aber nicht aufgebaut wurde. Wir hatten daher oft Probleme in der Liga, wenn wir extrem viel Ballbesitz hatten oder wenn andere Teams im Ballbesitz besser waren, was im Grunde beides für Probleme im Ballbesitz spricht, die zu keiner Zeit nachhaltig an der Wurzel gepackt wurden. Für die CL war der Ballbesitz komplett irrelevant, weswegen die Learnings aus der CL meines Erachtens auch schnell für die Liga überschätzt werden können. Gestern hat es bspw. in meinen Augen nicht gut funktioniert, dass man die Defensive früh vermeintlich stärkte - vor allem bis zur Systemumstellung, da Reus auf OA bereits nach 7 Minuten nicht mehr an Hakimi dran blieb und daher die Umstellung erzwang, obwohl uns das passiv machte und hinten reindrängte, ohne Chance noch Nadelstiche zu setzen.
Es ist nun mal ein überwiegend genutztes Prinzip von Terzic, um Ergebnisse zu festigen, indem die Balance extrem in die gerade benötigte Richtung verschoben wird, sobald Spiele eng werden. Je nachdem, bedeutet das dann mehr Verteidiger oder mehr Offensive. Einen Fokus auf die Festigung der Spielkontrolle gibt es quasi nicht und es schwer vorstellbar ist, wie ein Spiel wieder gedreht werden könnte, wenn es denn kippt, weil wir defensiv nicht die Stabilität gewinnen, die man dadurch gewinnen sollte, wenn die Anzahl der Verteidiger erhöht wird - umgekehrt klappt es besser, wenn wir die Brechstange rausholen, aber ich denke bspw., dass in Leverkusen deutlich mehr hinter späten, spielentscheidenden Toren steckt, weil Leverkusen sein Ding konsequent durchzieht und darauf vertrauen kann. Es gab vor der Saison daher vor allem defensiv nicht die Überzeugung, dass unser Stabilisator im Ausbau der Spielkontrolle im Ballbesitz liegt und man sieht auch weiterhin nicht diese Überzeugung, trotz der Winterzugänge, die eigentlich erneut alle nötigen Belege dafür geliefert haben. Es bleibt daher ein grundlegendes Problem, dass zu vermuten ist, Terzic unterschätzt die Bedeutung des Ballbesitzspiels für den BVB weiterhin zu sehr, wodurch es nicht weiter ausgebaut wird, obwohl es dafür Bedarf gibt. Obwohl im Winter korrigiert wurde, glaube ich eben, dass das noch lange nicht weit genug geht.
2. Man übertrifft vor allem defensiv deutlich die Erwartungen, ist hier also nicht so substanziell gut, wie es die Rückrunde vermuten lassen könnte, mit der man im Soll dessen wäre, was man vor der Saison als Ziel im Gegentorschnitt ausgegeben hat. Nicht nur die guten Torhüter haben hier aber mehr Gegentore verhindert, sondern auch die Gegner haben mitgeholfen oder das Alu, wie gestern. Das ist daher nicht ausschließlich Glück, aber defensiv hatten wir in dieser Saison nicht zu wenig davon, weil unsere Gegner grundsätzlich zu zu vielen Chancen kommen. So liegt die CR gegen die doppelt gespielten Gegner recht konstant bei schwachen 50,5% (+/- 0,1% Hin- vs. Rückrunde). Ich schrieb vor dem Augsburg Spiel bereits etwas mehr zur Bedeutung davon. Unsere Defensive ist daher nicht wirklich der große Unterschiedmacher, da wir unsere Gegner nicht darüber dominieren.
3. Der Angriff hat kaum von der Stärkung der Ballbesitzelemente profitieren können und ist nach wie vor ineffizient aufgestellt. Offensiv haben wir trotzdem noch die geringsten Probleme, weil wir viele gute Chancen herausspielen und viele torgefährliche Spieler haben, aber dummerweise eben keinen primären Abschlussspieler für die Chancen, die wir besonders gut herausspielen, um jederzeit Konstanz reinzubekommen. Hier ist Terzic sehr beharrlich geblieben, erneut, was uns vor allem in der Talententwicklung zurückgeworfen hat. Sowohl Moukoko als auch Bynoe-Gittens waren die Leidtragenden davon, wobei es vor allem bei Moukoko nun kritisch wird, weil es vor allem für ihn Argumente gibt und gab, die für Terzic irrelevant waren. Er durfte bereits Modeste nicht frühzeitig ersetzen und hat daher vor allem spielertypbedingt keine Chance, obwohl er die gerade deswegen haben müsste. Denn mit der Überbrückung des Mittelfelds versucht man nach wie vor häufig die Mittelfeldproblematik im Ballbesitz zu umgehen, was aber einerseits den primären Abschlussspieler kostet (siehe gestern Adeyemis gute Chance, als Füllkrug keine Chance hatte, um ihm nochmal einen Querpass anzubieten, obwohl er da sogar eine verhältnismäßig hohe Startposition hatte) und andererseits die Probleme in der Spielkontrolle nur verstärkt und somit auch defensiv Schwierigkeiten induziert. Dabei sind es vor allem Malen und Sancho, die die progressiven Bälle sichern und weit weniger der Wandspieler, der dafür aber als relevantes Element ausgemacht wird. Gleichzeitig ist man nirgendwo gut aufgestellt, um Füllkrug oder Haller gut zu versorgen. Dank ihrer Klasse kommen sie trotzdem noch auf ordentlich Tore, wobei sie paradoxerweise viele Chancen nutzen, für die andere Stürmertypen weit besser geeignet wären, um sie häufiger zu nutzen. Insgesamt blieben sie aber am deutlichsten unter Erwartungswert in Sachen Torausbeute - übrigens auch schon letzte Saison Haller (wenn auch hauptsächlich durch den verschossenen Elfer bedingt). Es bleibt für mich daher ein konzeptioneller Hemmschuh, egal wie wichtig manche Tore hier gewesen sein mögen, aber die sind nicht planbar. Weder im Zustandekommen noch in ihrer Regelmäßigkeit.
Unabhängig von den Daten: Terzic hatte jetzt in jeder Saison seine Steigerungen bis zum Saisonende, auch wenn die Steigerung diesmal vergleichsweise gering ausfällt. Das kann man einerseits als Argument für ihn verbuchen und behaupten, dass er grundsätzlich etwas entwickeln kann, andererseits ist es aber auch ein Argument gegen ihn, weil er nicht konsequent entwickelt. Denn es bedeutet, dass er nicht an den Saisonenden Anschluss fand, sobald die neue Saison begann, sondern, nicht nur durch Abgänge bedingt, wieder bei 0 anfing, indem die grundlegenden Prinzipien seines Konzepts erneut versucht wurden, anstatt auf dem aufzubauen, was tatsächlich in der Realität funktionierte und das zu reduzieren, was nicht funktionierte.
Ein einfaches Beispiel sind hier die AV. Als Terzic Interim war, setzte er zunächst auf Meunier, der aber mit Sancho nicht gut harmonierte. Dann durfte irgendwann Morey ran, bis er sich schwer verletzte, womit der Ballbesitz gestärkt wurde, was durch Sanchos Seitenwechsel zu Guerreiro nochmals verstärkt wurde. Am Schluss spielte dann Pisczezk einen offensiv und defensiv überragenden Abschnitt vor seinem Karriereende. Man konnte also mehrere Learnings mitnehmen. Zu Meunier individuell, zur Stabilisierung des Ballbesitzes im Allgemeinen als auch zur Bildung von Synergien.
Als Terzic letzte Saison dann als Chef übernahm, spielte trotzdem erst mal wieder Meunier, was somit aber auch ein Vorwurf an die anderen Verantwortlichen ist, weil es absehbar war und gleichermaßen problematisch, dass als Alternative nur Wolf da war, mit dem es aber im Grunde dasselbe Learning gab, wonach Angriff im Zweifel die bessere Verteidigung ist. Mit Ryerson kam dann im Winter ein Piszczek light und es ging aufwärts, obwohl es keine riesen Stärkung im Ballbesitz darstellte, aber für die Balance. Erst recht als er dann auch konsequent rechts spielte und nicht Guerreiro ersetzte, den man geringschätzte, obwohl man im Grunde auf LV bereits mit Ryerson dieselbe Situation aufbaute, wie in der Interimszeit mit Meunier.
Mit dem Wechsel zu Bensebaini wurde das dann manifestiert, bis mit Maatsen die Rolle Rückwärts kam und es wieder aufwärts ging. Worauf ich daher raus will: die nötigen Learnings, was funktioniert und was nicht, die waren alle da, aber sie wurden nicht konsequent umgesetzt, sondern erst dann, wenn es katastrophal schlecht lief und gar keine andere Möglichkeit mehr gab, um sich dem Druck zu entledigen. Und das ist individuell sowie kollektiv leider kein Einzelfall gewesen, seit Terzic da ist, weswegen bei mir ein hohes Maß an Skepsis vorliegt, dass Terzic nächste Saison auf dem aufbauen kann, was grundsätzlich funktioniert hat und was nicht.
Zumal die CL hier vielleicht auch ein paar Learnings verzerrt. In der CL waren wir in der KO Phase in keiner Serie das Team mit den besseren (Tor-)Chancen auf das Weiterkommen. Hier ging Terzics Idee trotzdem deutlich eher auf, weil man mit viel Kampf und Leidenschaft in diesen Spielen meist 120% Leistung auf den Platz brachte und vor allem defensiv damit sehr stabil war und in den richtigen Momenten das Tor machen konnte. 120% Leistung sind aber im Alltag nicht möglich. Allein logisch schon nicht, da 100% nun mal 100% sind. Alles darüber ist Raubbau und wird früher oder später gebüßt. Eine Saison ist zu lang, um mit einem unökonomischen Spielstil durchzukommen, aber in Einzelspielen funktioniert es. Wenn man nun also eine Orientierung am Erfolg in der CL vornimmt, besteht die Gefahr, dass man wieder auf Elementen aufbaut, die in der Liga eben nicht funktionieren. Wir kommen mit diesen Leistungen mit "nur" 100% in der Liga nicht durch, geschweige denn mit weniger Aufwand, der aber logischerweise auch mal drin sein muss, wenn man in Einzelspielen über das Maximum hinaus muss.
Ich hätte weit weniger Kritik, wenn Terzic in der Vergangenheit klar gezeigt hätte, dass er aus seinen Fehlern dauerhaft lernt. Dann würden seine guten Seiten in meinen Augen wesentlich relevanter und würden dafür sorgen, dass man positiv auf die nächste Saison blicken kann. Das Vertrauen dafür fehlt mir aber und das konnte durch die CL auch nicht wieder hergestellt werden. Denn dort ist man eben nicht mit dem Spiel weitergekommen, das die Liga von uns fordert, sondern mit Pragmatismus.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 08.05.2024 um 11:28 Uhr bearbeitet
08.05.2024 - 11:56 Uhr
Zitat von BVBBC
Ich denke nicht, dass der Finaleinzug, so hocherfreulich er sein mag, die Kritik an Terzic wegwischen kann. Denn inhaltlich ändert sich nichts an der Kritik, es gibt lediglich mehr Gegenargumente. Es steht der Argumentation also nur mehr entgegen, aber das ändert nichts an der Argumentation und deren Berechtigung.
Schaut man sich schließlich an, was sich zum Winter verändert hat und wie sich die Ergebnisse in der Liga verändert haben, sieht es folgendermaßen aus, gegen alle Gegner, die man bereits zweifach gespielt hat:
Winterpause | G | GA | Dif. | Pts | xG | xGA | xG-xGA
vorher | 1,93 | 1,60 | +0,33 | 1,73 | 2,03 | 1,91 | 1,51
nachher | 2,07 | 1,00 | +1,07 | 2,00 | 2,19 | 1,43 | 1,80
In den Zahlen stecken in meinen Augen mehrere Beobachtungen zur Saison:
1. Die Defensive wurde erst zur Winterpause gestärkt, als man mit Maatsen und Sancho vor allem den Ballbesitz stärkte und nicht etwa Zweikampfstärke. Trotzdem gab es wenig Anlass dafür, um zu glauben, dass der Ballbesitz weiter gestärkt wird. So war Reyna nie ein Faktor in dieser Saison, selbst wenn er gut spielte und allgemein hat man selten konsequent auf spielstarke Varianten gesetzt, selbst wenn es hierfür durchaus Anlässe gab, indem es genug Spiele gab, auf denen aufgebaut werden konnte, aber nicht aufgebaut wurde. Wir hatten daher oft Probleme in der Liga, wenn wir extrem viel Ballbesitz hatten oder wenn andere Teams im Ballbesitz besser waren, was im Grunde beides für Probleme im Ballbesitz spricht, die zu keiner Zeit nachhaltig an der Wurzel gepackt wurden. Für die CL war der Ballbesitz komplett irrelevant, weswegen die Learnings aus der CL meines Erachtens auch schnell für die Liga überschätzt werden können. Gestern hat es bspw. in meinen Augen nicht gut funktioniert, dass man die Defensive früh vermeintlich stärkte - vor allem bis zur Systemumstellung, da Reus auf OA bereits nach 7 Minuten nicht mehr an Hakimi dran blieb und daher die Umstellung erzwang, obwohl uns das passiv machte und hinten reindrängte, ohne Chance noch Nadelstiche zu setzen.
Es ist nun mal ein überwiegend genutztes Prinzip von Terzic, um Ergebnisse zu festigen, indem die Balance extrem in die gerade benötigte Richtung verschoben wird, sobald Spiele eng werden. Je nachdem, bedeutet das dann mehr Verteidiger oder mehr Offensive. Einen Fokus auf die Festigung der Spielkontrolle gibt es quasi nicht und es schwer vorstellbar ist, wie ein Spiel wieder gedreht werden könnte, wenn es denn kippt, weil wir defensiv nicht die Stabilität gewinnen, die man dadurch gewinnen sollte, wenn die Anzahl der Verteidiger erhöht wird - umgekehrt klappt es besser, wenn wir die Brechstange rausholen, aber ich denke bspw., dass in Leverkusen deutlich mehr hinter späten, spielentscheidenden Toren steckt, weil Leverkusen sein Ding konsequent durchzieht und darauf vertrauen kann. Es gab vor der Saison daher vor allem defensiv nicht die Überzeugung, dass unser Stabilisator im Ausbau der Spielkontrolle im Ballbesitz liegt und man sieht auch weiterhin nicht diese Überzeugung, trotz der Winterzugänge, die eigentlich erneut alle nötigen Belege dafür geliefert haben. Es bleibt daher ein grundlegendes Problem, dass zu vermuten ist, Terzic unterschätzt die Bedeutung des Ballbesitzspiels für den BVB weiterhin zu sehr, wodurch es nicht weiter ausgebaut wird, obwohl es dafür Bedarf gibt. Obwohl im Winter korrigiert wurde, glaube ich eben, dass das noch lange nicht weit genug geht.
2. Man übertrifft vor allem defensiv deutlich die Erwartungen, ist hier also nicht so substanziell gut, wie es die Rückrunde vermuten lassen könnte, mit der man im Soll dessen wäre, was man vor der Saison als Ziel im Gegentorschnitt ausgegeben hat. Nicht nur die guten Torhüter haben hier aber mehr Gegentore verhindert, sondern auch die Gegner haben mitgeholfen oder das Alu, wie gestern. Das ist daher nicht ausschließlich Glück, aber defensiv hatten wir in dieser Saison nicht zu wenig davon, weil unsere Gegner grundsätzlich zu zu vielen Chancen kommen. So liegt die CR gegen die doppelt gespielten Gegner recht konstant bei schwachen 50,5% (+/- 0,1% Hin- vs. Rückrunde). Ich schrieb vor dem Augsburg Spiel bereits etwas mehr zur Bedeutung davon. Unsere Defensive ist daher nicht wirklich der große Unterschiedmacher, da wir unsere Gegner nicht darüber dominieren.
3. Der Angriff hat kaum von der Stärkung der Ballbesitzelemente profitieren können und ist nach wie vor ineffizient aufgestellt. Offensiv haben wir trotzdem noch die geringsten Probleme, weil wir viele gute Chancen herausspielen und viele torgefährliche Spieler haben, aber dummerweise eben keinen primären Abschlussspieler für die Chancen, die wir besonders gut herausspielen, um jederzeit Konstanz reinzubekommen. Hier ist Terzic sehr beharrlich geblieben, erneut, was uns vor allem in der Talententwicklung zurückgeworfen hat. Sowohl Moukoko als auch Bynoe-Gittens waren die Leidtragenden davon, wobei es vor allem bei Moukoko nun kritisch wird, weil es vor allem für ihn Argumente gibt und gab, die für Terzic irrelevant waren. Er durfte bereits Modeste nicht frühzeitig ersetzen und hat daher vor allem spielertypbedingt keine Chance, obwohl er die gerade deswegen haben müsste. Denn mit der Überbrückung des Mittelfelds versucht man nach wie vor häufig die Mittelfeldproblematik im Ballbesitz zu umgehen, was aber einerseits den primären Abschlussspieler kostet (siehe gestern Adeyemis gute Chance, als Füllkrug keine Chance hatte, um ihm nochmal einen Querpass anzubieten, obwohl er da sogar eine verhältnismäßig hohe Startposition hatte) und andererseits die Probleme in der Spielkontrolle nur verstärkt und somit auch defensiv Schwierigkeiten induziert. Dabei sind es vor allem Malen und Sancho, die die progressiven Bälle sichern und weit weniger der Wandspieler, der dafür aber als relevantes Element ausgemacht wird. Gleichzeitig ist man nirgendwo gut aufgestellt, um Füllkrug oder Haller gut zu versorgen. Dank ihrer Klasse kommen sie trotzdem noch auf ordentlich Tore, wobei sie paradoxerweise viele Chancen nutzen, für die andere Stürmertypen weit besser geeignet wären, um sie häufiger zu nutzen. Insgesamt blieben sie aber am deutlichsten unter Erwartungswert in Sachen Torausbeute - übrigens auch schon letzte Saison Haller (wenn auch hauptsächlich durch den verschossenen Elfer bedingt). Es bleibt für mich daher ein konzeptioneller Hemmschuh, egal wie wichtig manche Tore hier gewesen sein mögen, aber die sind nicht planbar. Weder im Zustandekommen noch in ihrer Regelmäßigkeit.
Unabhängig von den Daten: Terzic hatte jetzt in jeder Saison seine Steigerungen bis zum Saisonende, auch wenn die Steigerung diesmal vergleichsweise gering ausfällt. Das kann man einerseits als Argument für ihn verbuchen und behaupten, dass er grundsätzlich etwas entwickeln kann, andererseits ist es aber auch ein Argument gegen ihn, weil er nicht konsequent entwickelt. Denn es bedeutet, dass er nicht an den Saisonenden Anschluss fand, sobald die neue Saison begann, sondern, nicht nur durch Abgänge bedingt, wieder bei 0 anfing, indem die grundlegenden Prinzipien seines Konzepts erneut versucht wurden, anstatt auf dem aufzubauen, was tatsächlich in der Realität funktionierte und das zu reduzieren, was nicht funktionierte.
Ein einfaches Beispiel sind hier die AV. Als Terzic Interim war, setzte er zunächst auf Meunier, der aber mit Sancho nicht gut harmonierte. Dann durfte irgendwann Morey ran, bis er sich schwer verletzte, womit der Ballbesitz gestärkt wurde, was durch Sanchos Seitenwechsel zu Guerreiro nochmals verstärkt wurde. Am Schluss spielte dann Pisczezk einen offensiv und defensiv überragenden Abschnitt vor seinem Karriereende. Man konnte also mehrere Learnings mitnehmen. Zu Meunier individuell, zur Stabilisierung des Ballbesitzes im Allgemeinen als auch zur Bildung von Synergien.
Als Terzic letzte Saison dann als Chef übernahm, spielte trotzdem erst mal wieder Meunier, was somit aber auch ein Vorwurf an die anderen Verantwortlichen ist, weil es absehbar war und gleichermaßen problematisch, dass als Alternative nur Wolf da war, mit dem es aber im Grunde dasselbe Learning gab, wonach Angriff im Zweifel die bessere Verteidigung ist. Mit Ryerson kam dann im Winter ein Piszczek light und es ging aufwärts, obwohl es keine riesen Stärkung im Ballbesitz darstellte, aber für die Balance. Erst recht als er dann auch konsequent rechts spielte und nicht Guerreiro ersetzte, den man geringschätzte, obwohl man im Grunde auf LV bereits mit Ryerson dieselbe Situation aufbaute, wie in der Interimszeit mit Meunier.
Mit dem Wechsel zu Bensebaini wurde das dann manifestiert, bis mit Maatsen die Rolle Rückwärts kam und es wieder aufwärts ging. Worauf ich daher raus will: die nötigen Learnings, was funktioniert und was nicht, die waren alle da, aber sie wurden nicht konsequent umgesetzt, sondern erst dann, wenn es katastrophal schlecht lief und gar keine andere Möglichkeit mehr gab, um sich dem Druck zu entledigen. Und das ist individuell sowie kollektiv leider kein Einzelfall gewesen, seit Terzic da ist, weswegen bei mir ein hohes Maß an Skepsis vorliegt, dass Terzic nächste Saison auf dem aufbauen kann, was grundsätzlich funktioniert hat und was nicht.
Zumal die CL hier vielleicht auch ein paar Learnings verzerrt. In der CL waren wir in der KO Phase in keiner Serie das Team mit den besseren (Tor-)Chancen auf das Weiterkommen. Hier ging Terzics Idee trotzdem deutlich eher auf, weil man mit viel Kampf und Leidenschaft in diesen Spielen meist 120% Leistung auf den Platz brachte und vor allem defensiv damit sehr stabil war und in den richtigen Momenten das Tor machen konnte. 120% Leistung sind aber im Alltag nicht möglich. Allein logisch schon nicht, da 100% nun mal 100% sind. Alles darüber ist Raubbau und wird früher oder später gebüßt. Eine Saison ist zu lang, um mit einem unökonomischen Spielstil durchzukommen, aber in Einzelspielen funktioniert es. Wenn man nun also eine Orientierung am Erfolg in der CL vornimmt, besteht die Gefahr, dass man wieder auf Elementen aufbaut, die in der Liga eben nicht funktionieren. Wir kommen mit diesen Leistungen mit "nur" 100% in der Liga nicht durch, geschweige denn mit weniger Aufwand, der aber logischerweise auch mal drin sein muss, wenn man in Einzelspielen über das Maximum hinaus muss.
Ich hätte weit weniger Kritik, wenn Terzic in der Vergangenheit klar gezeigt hätte, dass er aus seinen Fehlern dauerhaft lernt. Dann würden seine guten Seiten in meinen Augen wesentlich relevanter und würden dafür sorgen, dass man positiv auf die nächste Saison blicken kann. Das Vertrauen dafür fehlt mir aber und das konnte durch die CL auch nicht wieder hergestellt werden. Denn dort ist man eben nicht mit dem Spiel weitergekommen, das die Liga von uns fordert, sondern mit Pragmatismus.
Ich denke nicht, dass der Finaleinzug, so hocherfreulich er sein mag, die Kritik an Terzic wegwischen kann. Denn inhaltlich ändert sich nichts an der Kritik, es gibt lediglich mehr Gegenargumente. Es steht der Argumentation also nur mehr entgegen, aber das ändert nichts an der Argumentation und deren Berechtigung.
Schaut man sich schließlich an, was sich zum Winter verändert hat und wie sich die Ergebnisse in der Liga verändert haben, sieht es folgendermaßen aus, gegen alle Gegner, die man bereits zweifach gespielt hat:
Winterpause | G | GA | Dif. | Pts | xG | xGA | xG-xGA
vorher | 1,93 | 1,60 | +0,33 | 1,73 | 2,03 | 1,91 | 1,51
nachher | 2,07 | 1,00 | +1,07 | 2,00 | 2,19 | 1,43 | 1,80
In den Zahlen stecken in meinen Augen mehrere Beobachtungen zur Saison:
1. Die Defensive wurde erst zur Winterpause gestärkt, als man mit Maatsen und Sancho vor allem den Ballbesitz stärkte und nicht etwa Zweikampfstärke. Trotzdem gab es wenig Anlass dafür, um zu glauben, dass der Ballbesitz weiter gestärkt wird. So war Reyna nie ein Faktor in dieser Saison, selbst wenn er gut spielte und allgemein hat man selten konsequent auf spielstarke Varianten gesetzt, selbst wenn es hierfür durchaus Anlässe gab, indem es genug Spiele gab, auf denen aufgebaut werden konnte, aber nicht aufgebaut wurde. Wir hatten daher oft Probleme in der Liga, wenn wir extrem viel Ballbesitz hatten oder wenn andere Teams im Ballbesitz besser waren, was im Grunde beides für Probleme im Ballbesitz spricht, die zu keiner Zeit nachhaltig an der Wurzel gepackt wurden. Für die CL war der Ballbesitz komplett irrelevant, weswegen die Learnings aus der CL meines Erachtens auch schnell für die Liga überschätzt werden können. Gestern hat es bspw. in meinen Augen nicht gut funktioniert, dass man die Defensive früh vermeintlich stärkte - vor allem bis zur Systemumstellung, da Reus auf OA bereits nach 7 Minuten nicht mehr an Hakimi dran blieb und daher die Umstellung erzwang, obwohl uns das passiv machte und hinten reindrängte, ohne Chance noch Nadelstiche zu setzen.
Es ist nun mal ein überwiegend genutztes Prinzip von Terzic, um Ergebnisse zu festigen, indem die Balance extrem in die gerade benötigte Richtung verschoben wird, sobald Spiele eng werden. Je nachdem, bedeutet das dann mehr Verteidiger oder mehr Offensive. Einen Fokus auf die Festigung der Spielkontrolle gibt es quasi nicht und es schwer vorstellbar ist, wie ein Spiel wieder gedreht werden könnte, wenn es denn kippt, weil wir defensiv nicht die Stabilität gewinnen, die man dadurch gewinnen sollte, wenn die Anzahl der Verteidiger erhöht wird - umgekehrt klappt es besser, wenn wir die Brechstange rausholen, aber ich denke bspw., dass in Leverkusen deutlich mehr hinter späten, spielentscheidenden Toren steckt, weil Leverkusen sein Ding konsequent durchzieht und darauf vertrauen kann. Es gab vor der Saison daher vor allem defensiv nicht die Überzeugung, dass unser Stabilisator im Ausbau der Spielkontrolle im Ballbesitz liegt und man sieht auch weiterhin nicht diese Überzeugung, trotz der Winterzugänge, die eigentlich erneut alle nötigen Belege dafür geliefert haben. Es bleibt daher ein grundlegendes Problem, dass zu vermuten ist, Terzic unterschätzt die Bedeutung des Ballbesitzspiels für den BVB weiterhin zu sehr, wodurch es nicht weiter ausgebaut wird, obwohl es dafür Bedarf gibt. Obwohl im Winter korrigiert wurde, glaube ich eben, dass das noch lange nicht weit genug geht.
2. Man übertrifft vor allem defensiv deutlich die Erwartungen, ist hier also nicht so substanziell gut, wie es die Rückrunde vermuten lassen könnte, mit der man im Soll dessen wäre, was man vor der Saison als Ziel im Gegentorschnitt ausgegeben hat. Nicht nur die guten Torhüter haben hier aber mehr Gegentore verhindert, sondern auch die Gegner haben mitgeholfen oder das Alu, wie gestern. Das ist daher nicht ausschließlich Glück, aber defensiv hatten wir in dieser Saison nicht zu wenig davon, weil unsere Gegner grundsätzlich zu zu vielen Chancen kommen. So liegt die CR gegen die doppelt gespielten Gegner recht konstant bei schwachen 50,5% (+/- 0,1% Hin- vs. Rückrunde). Ich schrieb vor dem Augsburg Spiel bereits etwas mehr zur Bedeutung davon. Unsere Defensive ist daher nicht wirklich der große Unterschiedmacher, da wir unsere Gegner nicht darüber dominieren.
3. Der Angriff hat kaum von der Stärkung der Ballbesitzelemente profitieren können und ist nach wie vor ineffizient aufgestellt. Offensiv haben wir trotzdem noch die geringsten Probleme, weil wir viele gute Chancen herausspielen und viele torgefährliche Spieler haben, aber dummerweise eben keinen primären Abschlussspieler für die Chancen, die wir besonders gut herausspielen, um jederzeit Konstanz reinzubekommen. Hier ist Terzic sehr beharrlich geblieben, erneut, was uns vor allem in der Talententwicklung zurückgeworfen hat. Sowohl Moukoko als auch Bynoe-Gittens waren die Leidtragenden davon, wobei es vor allem bei Moukoko nun kritisch wird, weil es vor allem für ihn Argumente gibt und gab, die für Terzic irrelevant waren. Er durfte bereits Modeste nicht frühzeitig ersetzen und hat daher vor allem spielertypbedingt keine Chance, obwohl er die gerade deswegen haben müsste. Denn mit der Überbrückung des Mittelfelds versucht man nach wie vor häufig die Mittelfeldproblematik im Ballbesitz zu umgehen, was aber einerseits den primären Abschlussspieler kostet (siehe gestern Adeyemis gute Chance, als Füllkrug keine Chance hatte, um ihm nochmal einen Querpass anzubieten, obwohl er da sogar eine verhältnismäßig hohe Startposition hatte) und andererseits die Probleme in der Spielkontrolle nur verstärkt und somit auch defensiv Schwierigkeiten induziert. Dabei sind es vor allem Malen und Sancho, die die progressiven Bälle sichern und weit weniger der Wandspieler, der dafür aber als relevantes Element ausgemacht wird. Gleichzeitig ist man nirgendwo gut aufgestellt, um Füllkrug oder Haller gut zu versorgen. Dank ihrer Klasse kommen sie trotzdem noch auf ordentlich Tore, wobei sie paradoxerweise viele Chancen nutzen, für die andere Stürmertypen weit besser geeignet wären, um sie häufiger zu nutzen. Insgesamt blieben sie aber am deutlichsten unter Erwartungswert in Sachen Torausbeute - übrigens auch schon letzte Saison Haller (wenn auch hauptsächlich durch den verschossenen Elfer bedingt). Es bleibt für mich daher ein konzeptioneller Hemmschuh, egal wie wichtig manche Tore hier gewesen sein mögen, aber die sind nicht planbar. Weder im Zustandekommen noch in ihrer Regelmäßigkeit.
Unabhängig von den Daten: Terzic hatte jetzt in jeder Saison seine Steigerungen bis zum Saisonende, auch wenn die Steigerung diesmal vergleichsweise gering ausfällt. Das kann man einerseits als Argument für ihn verbuchen und behaupten, dass er grundsätzlich etwas entwickeln kann, andererseits ist es aber auch ein Argument gegen ihn, weil er nicht konsequent entwickelt. Denn es bedeutet, dass er nicht an den Saisonenden Anschluss fand, sobald die neue Saison begann, sondern, nicht nur durch Abgänge bedingt, wieder bei 0 anfing, indem die grundlegenden Prinzipien seines Konzepts erneut versucht wurden, anstatt auf dem aufzubauen, was tatsächlich in der Realität funktionierte und das zu reduzieren, was nicht funktionierte.
Ein einfaches Beispiel sind hier die AV. Als Terzic Interim war, setzte er zunächst auf Meunier, der aber mit Sancho nicht gut harmonierte. Dann durfte irgendwann Morey ran, bis er sich schwer verletzte, womit der Ballbesitz gestärkt wurde, was durch Sanchos Seitenwechsel zu Guerreiro nochmals verstärkt wurde. Am Schluss spielte dann Pisczezk einen offensiv und defensiv überragenden Abschnitt vor seinem Karriereende. Man konnte also mehrere Learnings mitnehmen. Zu Meunier individuell, zur Stabilisierung des Ballbesitzes im Allgemeinen als auch zur Bildung von Synergien.
Als Terzic letzte Saison dann als Chef übernahm, spielte trotzdem erst mal wieder Meunier, was somit aber auch ein Vorwurf an die anderen Verantwortlichen ist, weil es absehbar war und gleichermaßen problematisch, dass als Alternative nur Wolf da war, mit dem es aber im Grunde dasselbe Learning gab, wonach Angriff im Zweifel die bessere Verteidigung ist. Mit Ryerson kam dann im Winter ein Piszczek light und es ging aufwärts, obwohl es keine riesen Stärkung im Ballbesitz darstellte, aber für die Balance. Erst recht als er dann auch konsequent rechts spielte und nicht Guerreiro ersetzte, den man geringschätzte, obwohl man im Grunde auf LV bereits mit Ryerson dieselbe Situation aufbaute, wie in der Interimszeit mit Meunier.
Mit dem Wechsel zu Bensebaini wurde das dann manifestiert, bis mit Maatsen die Rolle Rückwärts kam und es wieder aufwärts ging. Worauf ich daher raus will: die nötigen Learnings, was funktioniert und was nicht, die waren alle da, aber sie wurden nicht konsequent umgesetzt, sondern erst dann, wenn es katastrophal schlecht lief und gar keine andere Möglichkeit mehr gab, um sich dem Druck zu entledigen. Und das ist individuell sowie kollektiv leider kein Einzelfall gewesen, seit Terzic da ist, weswegen bei mir ein hohes Maß an Skepsis vorliegt, dass Terzic nächste Saison auf dem aufbauen kann, was grundsätzlich funktioniert hat und was nicht.
Zumal die CL hier vielleicht auch ein paar Learnings verzerrt. In der CL waren wir in der KO Phase in keiner Serie das Team mit den besseren (Tor-)Chancen auf das Weiterkommen. Hier ging Terzics Idee trotzdem deutlich eher auf, weil man mit viel Kampf und Leidenschaft in diesen Spielen meist 120% Leistung auf den Platz brachte und vor allem defensiv damit sehr stabil war und in den richtigen Momenten das Tor machen konnte. 120% Leistung sind aber im Alltag nicht möglich. Allein logisch schon nicht, da 100% nun mal 100% sind. Alles darüber ist Raubbau und wird früher oder später gebüßt. Eine Saison ist zu lang, um mit einem unökonomischen Spielstil durchzukommen, aber in Einzelspielen funktioniert es. Wenn man nun also eine Orientierung am Erfolg in der CL vornimmt, besteht die Gefahr, dass man wieder auf Elementen aufbaut, die in der Liga eben nicht funktionieren. Wir kommen mit diesen Leistungen mit "nur" 100% in der Liga nicht durch, geschweige denn mit weniger Aufwand, der aber logischerweise auch mal drin sein muss, wenn man in Einzelspielen über das Maximum hinaus muss.
Ich hätte weit weniger Kritik, wenn Terzic in der Vergangenheit klar gezeigt hätte, dass er aus seinen Fehlern dauerhaft lernt. Dann würden seine guten Seiten in meinen Augen wesentlich relevanter und würden dafür sorgen, dass man positiv auf die nächste Saison blicken kann. Das Vertrauen dafür fehlt mir aber und das konnte durch die CL auch nicht wieder hergestellt werden. Denn dort ist man eben nicht mit dem Spiel weitergekommen, das die Liga von uns fordert, sondern mit Pragmatismus.
Danke für diesen und viele andere sehr gut argumentierten Beiträge! Es fällt selbst mir sehr schwer, so etwas nach dem gestrigen Abend zu lesen! Aber ich denke, dass du mit Vielem Recht hast.
Allerdings ist ebenso seit der Ankunft von Sahin und Bender mMn eine erhebliche Weiterentwicklung in der Spielgestaltung zu erkennen. Selbst die ersten Siege in der CL waren nicht so überzeugend und begeisternd wie die letzten Spiele gg Atletico und PSG. Ich hoffe einfach darauf, dass entweder ET von sich aus den Cheftrainerposten nach der Saison räumt ( keine Ahnung wie wahrscheinlich das nach dem gestrigen Abend noch ist) (und er einen Posten im Unterbau des BVB übertragen bekommt) und Nuri übernimmt oder ob wir eine weitere Saison mit derselben Konstellation im Staff sehen werden. ET ist für mich dennoch immer noch ein sehr junger Trainer, der sich hoffentlich anpasst und lernfähig ist. Ich weiß allerdings nicht, wie die Verpflichtung von Nuri (und seinen Ansprüchen auf einen Cheftrainerposten) in diese Gleichung passt. Es wird sehr spannend!
08.05.2024 - 12:28 Uhr
Zitat von Trepo
Danke für diesen und viele andere sehr gut argumentierten Beiträge! Es fällt selbst mir sehr schwer, so etwas nach dem gestrigen Abend zu lesen! Aber ich denke, dass du mit Vielem Recht hast.
Allerdings ist ebenso seit der Ankunft von Sahin und Bender mMn eine erhebliche Weiterentwicklung in der Spielgestaltung zu erkennen.
Danke für diesen und viele andere sehr gut argumentierten Beiträge! Es fällt selbst mir sehr schwer, so etwas nach dem gestrigen Abend zu lesen! Aber ich denke, dass du mit Vielem Recht hast.
Allerdings ist ebenso seit der Ankunft von Sahin und Bender mMn eine erhebliche Weiterentwicklung in der Spielgestaltung zu erkennen.
Wie sehr das wirklich an den beiden neuen Co-Trainern liegt, ist für mich sehr schwer einzuschätzen, da für mich die entscheidenden Elemente eher Maatsen und Sancho sind. Zwar spielen Sabitzer und Brandt ihre Rollen besser als zuvor, aber die grundlegenden Probleme bestehen immer noch.
Zitat von Trepo
ET ist für mich dennoch immer noch ein sehr junger Trainer, der sich hoffentlich anpasst und lernfähig ist.
ET ist für mich dennoch immer noch ein sehr junger Trainer, der sich hoffentlich anpasst und lernfähig ist.
Meine Hoffnungen sind da eher begrenzt, denn bisher hat Terzic weder gezeigt, dass er langfristig die richtigen Schlüsse zieht, noch dass er selbstkritisch genug ist um seine Fehlentwicklung richtig einzuordnen und gegenzusteuern.
Ich lasse mich da gerne eines besseren belehren, aber stand jetzt erwarte ich eher, dass es nächste Saison wieder einen Reset auf 0 geben wird und wir in der nächsten Hinrunde wieder Fußball zum angewöhnen angeboten bekommen
08.05.2024 - 12:55 Uhr
Inwiefern bewertest du denn die anderen von mir genannten Aspekte? Es klang so als würdest du all die Punkte klar Terzic zuschreiben.
Ich persönlich glaube gar nicht, dass dies bei vielen der relevante Punkt in der Bewertung ist. Fehler werden verziehen und jeder Trainer macht Fehler. Ich persönlich glaube, dass die Unzufriedenheit vieler durch die Ebene darüber - der verfolgte Weg - zustande kommt und sich viele Entscheidungen auch dort ableiten lassen.
Wie oben schon suggeriert sehe ich die Ebene anders. Klopp hatte aber im groben einen passenden Plan. Eine passende Ideologie für den Verein der die Entwicklung nachhaltig voran getrieben hat (übrigens nicht nur sportlich). Natürlich hat er auch Fehler gemacht, musste sich anpassen und und und. Aber der grobe Plan passte.
Bei Terzic ist es ja eine - in meinen Augen - komplett andere Situation und durch Transfers wie Bensebaini, Füllkrug on top zu Haller, Nmecha und co sind einige Kaderplätze langfristig teuer besetzt die eine Entwicklung und eine Adaption einbremsen und wo in meinen Augen der falsche Weg eingeschlagen wurde und die auch zugrunde schlagen selbst wenn der Weg jetzt korrigiert wird und durch Leihen angepasst wurde.
Ich finde es aber ehrlich gesagt schwer zu bewerten inwiefern Terzic dort verantworlich ist oder nicht. Das Team sah lange in puncto Teamgeist nicht optimal aus. Inwiefern ist diese Entwicklung Terzic zuzuschreiben. Inwiefern haben die Dortmunder Jungs Sahin und Bender etwas daran geändert? Inwiefern spielt das gemeinsame Ziel vor Augen so weit in der CL zu sein eine Rolle. Da gibt es so viele Einflüsse das ich mir kein Urteil darüber erlauben mag und die Situation war lange Zeit in meinen Augen anders.
Inwiefern begründest du dies, dass du das in den Reihen mit Terzic nennst?
Ist ja auch kein Problem, aber ein Sahin wird wieder weg gehen und selbst eine Trainerkarriere anstreben. Und auch abseits davon hatten wir ein großes Trainerteam. Wenn es ein Team gibt, welches sich so perfekt ergänzt, dass alle Stärken und Schwächen ausgeglichen werden und es ein starkes Team für den BVB gibt, dann ist das eine super Sache und man kann die Zukunft damit planen. Aber auch das kann ich stand jetzt schlicht nicht beurteilen und halte mich deswegen mit Interpretationen und Urteilen zurück weil es in meinen Augen weiterhin in beide Richtungen gehen kann und wir als Fans viel zu wenig Wissen dafür haben.
Aber ein Klopp hat auch abseits von Buvac bewiesen, dass er ein Toptrainer ist.
Bei dem letzten Punkt stimme ich dir absolut zu, deswegen wollte ich eigentlich auch gar nicht weiter schreiben und es beim ersten Post belassen, da ich die Diskussion aktuell für unwichtig empfinde. Aber Terzic hat genug Zeit gehabt. Und eine weitere Transferperiode mit Nmechas und Bensebainis können den Verein nachhhaltig schaden. Deswegen verstehe ich die Sorge und Kritik vieler Fans schon und dass Sie diese Punkte für wichtig empfinden und jetzt nicht alles der CL unterordnen.
Das kann man natürlich anders sehen, aber wie gesagt wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass einige hier mal etwas toleranter sein sollen und sich zurück nehmen sollen.
Zitat von realBVB
Terzic adaptiert seine Ansichten immer in soweit und nicht Anpassungen vor, welche der Mannschaft in der Regel helfen, um in der Rückrunde erfolgreicher zu sein. Natürlich kann man nun sagen, dass er in den Hinrunden immer wieder die selben Fehler macht und diese dann in der Rückrunde aufarbeiten muss.
Das gehört aber doch auch zu einem jungen Trainer dazu, dass man Fehler macht und diese dann mehr oder weniger erfolgreich versucht zu vermeiden.
Zitat von rm-woogie
Deswegen appelliere ich nur an einem gesunden Umgang mit der Situation in der die Leistungen anerkannt werden, aber auch nicht die Kritik verschrieen wird (so wie es hier aber von einigen jetzt laut gemacht wird) und dass auch verschiedene Meinungen akzeptiert werden.
Deswegen appelliere ich nur an einem gesunden Umgang mit der Situation in der die Leistungen anerkannt werden, aber auch nicht die Kritik verschrieen wird (so wie es hier aber von einigen jetzt laut gemacht wird) und dass auch verschiedene Meinungen akzeptiert werden.
Terzic adaptiert seine Ansichten immer in soweit und nicht Anpassungen vor, welche der Mannschaft in der Regel helfen, um in der Rückrunde erfolgreicher zu sein. Natürlich kann man nun sagen, dass er in den Hinrunden immer wieder die selben Fehler macht und diese dann in der Rückrunde aufarbeiten muss.
Das gehört aber doch auch zu einem jungen Trainer dazu, dass man Fehler macht und diese dann mehr oder weniger erfolgreich versucht zu vermeiden.
Ich persönlich glaube gar nicht, dass dies bei vielen der relevante Punkt in der Bewertung ist. Fehler werden verziehen und jeder Trainer macht Fehler. Ich persönlich glaube, dass die Unzufriedenheit vieler durch die Ebene darüber - der verfolgte Weg - zustande kommt und sich viele Entscheidungen auch dort ableiten lassen.
Zitat von realBVB
Ein Jürgen Klopp hat bei allen seiner drei Klubs auch nicht immer alles von Beginn an richtig gemacht und hat Stück für Stück die Mannschaft so verändert und angepasst, dass man am Ende in die Bundesliga aufgestiegen ist oder große nationale und internationale Titel gefeiert hat.
Ein Jürgen Klopp hat bei allen seiner drei Klubs auch nicht immer alles von Beginn an richtig gemacht und hat Stück für Stück die Mannschaft so verändert und angepasst, dass man am Ende in die Bundesliga aufgestiegen ist oder große nationale und internationale Titel gefeiert hat.
Wie oben schon suggeriert sehe ich die Ebene anders. Klopp hatte aber im groben einen passenden Plan. Eine passende Ideologie für den Verein der die Entwicklung nachhaltig voran getrieben hat (übrigens nicht nur sportlich). Natürlich hat er auch Fehler gemacht, musste sich anpassen und und und. Aber der grobe Plan passte.
Bei Terzic ist es ja eine - in meinen Augen - komplett andere Situation und durch Transfers wie Bensebaini, Füllkrug on top zu Haller, Nmecha und co sind einige Kaderplätze langfristig teuer besetzt die eine Entwicklung und eine Adaption einbremsen und wo in meinen Augen der falsche Weg eingeschlagen wurde und die auch zugrunde schlagen selbst wenn der Weg jetzt korrigiert wird und durch Leihen angepasst wurde.
Zitat von realBVB
Man muss jedem Trainer auch die Möglichkeit geben, sich und seine Mannschaft entwickeln zu können. Vielleicht machen wir in den meisten Dingen momentan Seitenschritte, aber es gibt halt auch Dinge welche sich gut weiterentwickelt haben. Unter anderem der Teamgeist, welcher dazu führt, dass man alles für seinen Nebenmann reinwirft.
Man muss jedem Trainer auch die Möglichkeit geben, sich und seine Mannschaft entwickeln zu können. Vielleicht machen wir in den meisten Dingen momentan Seitenschritte, aber es gibt halt auch Dinge welche sich gut weiterentwickelt haben. Unter anderem der Teamgeist, welcher dazu führt, dass man alles für seinen Nebenmann reinwirft.
Ich finde es aber ehrlich gesagt schwer zu bewerten inwiefern Terzic dort verantworlich ist oder nicht. Das Team sah lange in puncto Teamgeist nicht optimal aus. Inwiefern ist diese Entwicklung Terzic zuzuschreiben. Inwiefern haben die Dortmunder Jungs Sahin und Bender etwas daran geändert? Inwiefern spielt das gemeinsame Ziel vor Augen so weit in der CL zu sein eine Rolle. Da gibt es so viele Einflüsse das ich mir kein Urteil darüber erlauben mag und die Situation war lange Zeit in meinen Augen anders.
Inwiefern begründest du dies, dass du das in den Reihen mit Terzic nennst?
Zitat von realBVB
Taktische Defizite mögen natürlich vorhanden sein, aber da ist es dann doch auch richtig, wenn man sich mit Sahin und Bender Wissen dazuholt. Auch hier mag Klopp als Beispiel gelten: Buvac hat auch unfassbaren Einfluss gehabt und war vielleicht auch in den ersten Jahren sowas wie ein "Schattentrainer".
Taktische Defizite mögen natürlich vorhanden sein, aber da ist es dann doch auch richtig, wenn man sich mit Sahin und Bender Wissen dazuholt. Auch hier mag Klopp als Beispiel gelten: Buvac hat auch unfassbaren Einfluss gehabt und war vielleicht auch in den ersten Jahren sowas wie ein "Schattentrainer".
Ist ja auch kein Problem, aber ein Sahin wird wieder weg gehen und selbst eine Trainerkarriere anstreben. Und auch abseits davon hatten wir ein großes Trainerteam. Wenn es ein Team gibt, welches sich so perfekt ergänzt, dass alle Stärken und Schwächen ausgeglichen werden und es ein starkes Team für den BVB gibt, dann ist das eine super Sache und man kann die Zukunft damit planen. Aber auch das kann ich stand jetzt schlicht nicht beurteilen und halte mich deswegen mit Interpretationen und Urteilen zurück weil es in meinen Augen weiterhin in beide Richtungen gehen kann und wir als Fans viel zu wenig Wissen dafür haben.
Aber ein Klopp hat auch abseits von Buvac bewiesen, dass er ein Toptrainer ist.
Zitat von realBVB
Ich bitte nur darum, dass man Terzic Zeit gibt und sich zwischenzeitlich einfach mal tierisch darüber freuen sollte, dass man mal wieder ein Champions League Finale erreicht hat.
Ich bitte nur darum, dass man Terzic Zeit gibt und sich zwischenzeitlich einfach mal tierisch darüber freuen sollte, dass man mal wieder ein Champions League Finale erreicht hat.
Bei dem letzten Punkt stimme ich dir absolut zu, deswegen wollte ich eigentlich auch gar nicht weiter schreiben und es beim ersten Post belassen, da ich die Diskussion aktuell für unwichtig empfinde. Aber Terzic hat genug Zeit gehabt. Und eine weitere Transferperiode mit Nmechas und Bensebainis können den Verein nachhhaltig schaden. Deswegen verstehe ich die Sorge und Kritik vieler Fans schon und dass Sie diese Punkte für wichtig empfinden und jetzt nicht alles der CL unterordnen.
Das kann man natürlich anders sehen, aber wie gesagt wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass einige hier mal etwas toleranter sein sollen und sich zurück nehmen sollen.
08.05.2024 - 13:00 Uhr
Zitat von Trepo
Danke für diesen und viele andere sehr gut argumentierten Beiträge! Es fällt selbst mir sehr schwer, so etwas nach dem gestrigen Abend zu lesen! Aber ich denke, dass du mit Vielem Recht hast. (...)
Danke für diesen und viele andere sehr gut argumentierten Beiträge! Es fällt selbst mir sehr schwer, so etwas nach dem gestrigen Abend zu lesen! Aber ich denke, dass du mit Vielem Recht hast. (...)
Ich gehe mal nur auf diesen Punkt ein. Ich denke genau das ist der Grund, warum viele es trotz messerscharfer Analyse einfach nicht wahr haben wollen, dass es massive Probleme gibt und lesen hier im Forum mit um möglichst ihren Enthusiasmus potentieren zu können und wollen dann keine Bedenken oder Kritik lesen, weil es ihre aktuelle Stimmung trübt. Analysen wie die obige von BVBBC werden dann schlicht mit einem "Der Erfolg gibt ihm aber recht!!" beantwortet.
Wie Terzic immer und immer wieder auf Spielstärke der Gegner im In-Game Coaching wie gestern mit vermeintlicher (nicht realer) "Stärkung der Defensive" reagiert, wodurch jegliche Entlastung durch Ballbesitz (Sancho) oder Konter (Adeyemi) auf ein Minimum reduziert ist deckt sich halt doch gefährlich mit dem was schon in der Kaderplanung nicht funktioniert hat – Bensebaini statt Guerreiro brachte weder eine stabilere Defensive, noch sonst irgendwas.
Und das hinterlässt halt dieses mulmige Gefühl, dass Terzic eben nicht lernfähig ist, sondern seinen Plan und sein Konzept durchziehen will und es irgendwem (vielleicht sich selbst?) beweisen will, dass es auch funktionieren kann. Und da bleibt leider die sehr sehr große Skepsis, dass es tatsächlich mit Edin als Coach besser werden könnte. Ich persönlich glaube nicht daran. Und ihr könnt mir glauben, ich habe mich trotzdem gestern unglaublich gefreut habe, auch wenn das manche hier wohl nicht glauben wollen, weil einem ja gleich das BVB-Fansein abgesprochen wird, wenn man Veränderung auf dem Trainerstuhl möchte.
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