BVB - Taktik-Thread
20.01.2006 - 12:09 Uhr
26.10.2025 - 12:23 Uhr
Zitat von HaegiBVB
Gute Frage! Würde mich auch interessieren...
Vielleicht denke ich zu simpel, aber ais meiner Sicht macht bei den aktuell eingesetzten Spielern eher eine Kombi aus 10er (Brandt/Chuk), HS (Adeyemi/Beier) und MS (Guirassy/Silva) Sinn.
Das aktuelle System mit linkem und rechten Stürmer sieht für mich etwas suboptimal aus, könnte aber theoretisch Chancen für Duranville und Campbell ermöglichen, weil die dort gut als Backup passen könnten. Aber sicher wissen wir das nur, falls sie irgendwann mal spielen. Brandt kann das auch spielen. Chukwuemeka eher nicht.
Zitat von halbini
Eine Frage an diejenigen die sich mit Taktik auskennen bzw. gerne damit beschäftigen:
Welche Funktion hat die Rolle des linken Stürmers bzw. was könnte Kovac' Intention dahinter sein? Denn, dass egal wer da spielt komplett vom Spielgeschehen abgeschnitten ist und hier heftig kritisiert wird kann mMn nicht nur mit der Leistung der Spieler begründet sein.
Eine Frage an diejenigen die sich mit Taktik auskennen bzw. gerne damit beschäftigen:
Welche Funktion hat die Rolle des linken Stürmers bzw. was könnte Kovac' Intention dahinter sein? Denn, dass egal wer da spielt komplett vom Spielgeschehen abgeschnitten ist und hier heftig kritisiert wird kann mMn nicht nur mit der Leistung der Spieler begründet sein.
Gute Frage! Würde mich auch interessieren...
Vielleicht denke ich zu simpel, aber ais meiner Sicht macht bei den aktuell eingesetzten Spielern eher eine Kombi aus 10er (Brandt/Chuk), HS (Adeyemi/Beier) und MS (Guirassy/Silva) Sinn.
Das aktuelle System mit linkem und rechten Stürmer sieht für mich etwas suboptimal aus, könnte aber theoretisch Chancen für Duranville und Campbell ermöglichen, weil die dort gut als Backup passen könnten. Aber sicher wissen wir das nur, falls sie irgendwann mal spielen. Brandt kann das auch spielen. Chukwuemeka eher nicht.
Für einen ersten Erklärungsversuch würde ich mir mal die Pass-Map von gestern anschauen: a target="_blank" rel="noreferrer noopener"https://theanalyst.com/opta-football-match-centre?competitionId=6by3h89i2eykc341oz7lv1ddd&seasonId=2bchmrj23l9u42d68ntcekob8&matchId=dknvgto062tiwpf2rz16o8glw. Da sieht man glaube ich das Problem schon recht deutlich. Nmecha hält relativ deutlich das Zentrum, Groß hat aber einen extrem rechtslastigen Schwerpunkt. Das ist etwas, was wir unter Kovac von Groß schon öfter gesehen haben. Vor allem, weil er unser bester Vorbereiter von Außen ist, wenn er dafür denn mal genug Platz hat. Dadurch wird unser gesamtes Spiel enorm rechtslastig, weil wir aufgrund der Limitierungen von Sabitzer und Groß die Überzahl auf rechts auch nicht wirklich dynamisch herstellen können. Dadurch entsteht ein relativ statischer rechter Schwerpunkt, weil dort einfach permanent ein Mann mehr ist als auf Links. Zu Beginn der Saison hatten wir oft diese Statik, hier zum Beispiel gegen Union: a target="_blank" rel="noreferrer noopener"https://theanalyst.com/opta-football-match-centre?competitionId=6by3h89i2eykc341oz7lv1ddd&seasonId=2bchmrj23l9u42d68ntcekob8&matchId=cwbal51ih86145234mzvrfspg zwischenzeitlich hatte es sich aber etwas relativiert. Wir nutzen diese Überzahl auch selten, um den Gegner auf die Seite zu locken und dann schnell auf die andere Seite zu verlagern und so die linke Seite ins Spiel zu bringen. Wir versuchen uns eher an die Grundlinie zu kombinieren und dann die Hereingabe zu suchen. Das ist allerdings auch oft einfacher zu verteidigen als es sein sollte, weil Groß zwar starke Hereingaben spielt, aber nicht die Dynamik hat an die Grundlinie zu kommen. Adeyemi hat die Dynamik, ist aber kein guter Vorbereiter und spielt dafür auch auf der falschen Seite. Ryerson ist weder dynamisch noch in der Vorbereitung überdurchschnittlich. Dadurch investieren wir oft recht viel zum Preis unsere linke Seite selber kalt zu stellen, bekommen dafür im Ertrag aber vergleichsweise wenig. Nicht umsonst hatte Ryerson gestern 83 Ballkontakte, 23 Flanken, 4 Dribblings und 58 Pässe in der gegnerischen Hälfte. Svensson hingegen steht bei 46 Ballkontakten, 5 Flanken, 0 Dribblings und 23 Pässen in der gegnerischen Hälfte. Genauso hatte Carney 30 Ballkontakte, 2 Dribblings und 15 Pässe in der gegnerischen Hälfte und Adeyemi 51 Ballkontakte, 5 Dribblings und 27 Pässe in der gegnerischen Hälfte. Am Ende des Tages sind natürlich auch weder Carney noch Beier 10er für den Halbraum, aber selbst wenn sie das wären würde das wenig daran ändern, dass sie allgemein in unserem Spiel sehr isoliert sind. In dieser Rolle könntest du sonst wen da hinstellen und wirklich den Stempel aufdrücken könnte er unserem Spiel nicht. Das funktioniert alleine durch die Statik nicht. Warum man das so macht kann ich natürlich nicht sagen.
Edit: Sehe gerade es wurde schon ausführlich erklärt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von TheDoctor128 am 26.10.2025 um 12:34 Uhr bearbeitet
26.10.2025 - 12:24 Uhr
Zitat von BVBBC
Teilweise halte ich die Schwierigkeiten schon für individuell begründet, weil keiner der dort eingesetzten Spieler gut zum Anforderungsprofil der Position passt, obwohl man eigentlich gar nicht von nur einem Anforderungsprofil reden kann, nicht nur wegen der unterschiedlichen Besetzungen, die man dort schon versucht hat. Teilweise ist es aber auch kollektivtaktisch begründbar, warum es auf der Position sehr schwierig ist Einfluss auf das Spiel zu nehmen.
Dafür würde ich gerne sehr weit ausholen. Hauptursache ist für mich dabei, dass wir in unserem System eine deutliche Asymmetrie drin haben, die schon im Aufbau beginnt. Je nachdem, wie uns der Gegner anläuft, tendieren wir schließlich dazu nicht in einer 3er Reihe aufzubauen, sondern in einer 4er Reihe, in der Svensson in aller Regel tiefer agiert als Ryerson, der meist sogar klar rausschiebt, weil Anton effektiv in die RV Position geht. In dem Moment wird die Anforderungen an den LA, dass er nach außen schiebt, um dem Spiel Breite zu geben. Käme er dann tatsächlich an den Ball, wäre er ziemlich isoliert, weil der nächste Mann dann schon Nmecha wäre, der aber im Aufbau auch seine Aufgaben hat und daher in aller Regel nicht schnell genug aufrücken kann. Keiner der eingesetzten Spieler ist dabei aber ein Spieler, dem Isolationen liegen.
Paradoxerweise war Gittens dafür die letzte gute Option, der unter Kovac aber kaum so eingesetzt wurde, weswegen im Sommer der transferpolitische Bedarf für einen Breitengeber links ja auch negiert wurde. Das sieht man auch weiterhin im taktischen Verhalten, indem der LA fast nie wirklich breit rausschiebt, sondern eher im Halbfeld bleibt. Man leugnet daher im Prinzip ein taktisches Problem, das sich eigentlich recht klar herauskristallisiert hat, weil Svensson aus dem Aufbau heraus dann meist auch nicht an der Linie durchgeht, selbst wenn er diese lange hält und schon gar nicht als große Gefahr wahrgenommen wird. Die Breite bleibt somit ungenutzt, was es dem Gegner einfacher macht stark auf unsere rechte Seite zu verschiebe und dort Absicherungen einzubauen, wodurch die Überlagerungen dort in aller Regel also gut aufgenommen werden können. Statt Isolationen draußen aufzulösen befindet sich der LA dann in einem dichter besetzten Raum, der es per se schwer macht es aufzulösen, zumal wir hier meines Erachtens auch kaum klare Abläufe drin haben, um bspw. Kombinationen zu versuchen. Meist versuchen wir den LA über Guirassy einzusetzen, was aber oft zu langsam ist, weil das Bällefestmachen nicht unkomplex ist und dann kann der Gegner auch schon wieder komplett zustellen.
Dazu verstärken wir die Asymmetrie oft auch noch über das Verhalten des RDM. Während der LDM in der Regel das Zentrum vergleichsweise klar hält, schiebt der RDM oft sehr weit raus, hält teilweise sogar die Linie, weil Ryerson an sich auch nicht gerne die Linie hält, obwohl man auf Grund seiner vielen Flanken (Ryerson schlägt 62% aller Flanken des BVB) auf eine andere Idee kommen könnte. Zusammen mit Adeyemi hat man rechts daher oft 3 Spieler, die die Seite überlagern, gegenüber oft nur einem Mann im linken Halbfeld, der bestenfalls noch von Svensson Unterstützung erhält. Aber eben später als rechts von Ryerson, auf Grund der Startpositionen. Mit dem deutlich präsenteren Groß, der noch dazu viele Flanken versucht, ist es dann gestern nochmal spürbar extremer geworden, im Vergleich zu Sabitzer, mit dem es aber grundsätzlich ähnlich abläuft, was das taktische Verhalten betrifft - die Unterschiede liegen mehr in der Umsetzung. Durch die Asymmetrie und daraus resultierende Überlagerung rechts ist es daher schon recht klar vorgegeben, dass bei uns mehr über die rechte Seite gehen muss. Das wird dann aber sogar nochmals weiter verstärkt durch Schlotterbecks starke Verlagerungen.
Bezüglich individueller Besetzung des LA gibt es dann meines Erachtens vor allem 2 Überlegungen im Ballbesitz - defensive Überlegungen also mal ausgeblendet: entweder man nutzt diese Position für einen Abschlussspieler, weil sowieso das Meiste über rechts geht oder man setzt dort auf einen verkappten 10er, der auch in engen Situationen immer wieder über Einzelaktionen kommt. So oder so geht es auf der Position aber damit nur um vereinzelte Aktionen und nicht um konstante Präsenz im Spiel, wegen der Asymmetrie und fehlenden Breite links, die der LA an sich herstellen müsste, aber keiner effektiv kann und wahrscheinlich sogar nicht mal soll. Der Abschlussspieler lebt dann davon, dass für ihn etwas abfällt, was rechts kreiert wurde, wobei an sich primär für den MS kreiert werden soll, wodurch man die Position dann fast schon als taktischen Müllsammler bezeichnen könnte. Der Kreative lebt dahingegen davon, dass Guirassy ihn einsetzt, weil kaum ein Plan besteht, wie man ihn ansonsten freispielt. In der rechten Spielhälfte gibt es schließlich für alle Spieler mehr Anspielstationen gegen vergleichbar viele Gegenspieler. Also geht der Ball nicht in den Raum, der 1gg1 erfordert, die gut abgesichert sind. Noch dazu, weil man sehr darauf bedacht ist unsinnige Ballverluste zu vermeiden, bei denen man wenig Mannstärke hinter dem Ball behält.
Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens die gestrige Passmap: https://theanalyst.com/opta-football-match-centre?competitionId=6by3h89i2eykc341oz7lv1ddd&seasonId=2bchmrj23l9u42d68ntcekob8&matchId=dknvgto062tiwpf2rz16o8glw
Svensson und Guirassy (und umgekehrt) mit nicht einem Pass auf Chukwuemeka und die Spieler rechts draußen sind sowieso von ihm abgeschnitten! Der LA bleibt somit effektiv ein Iso-Spieler, aber in einem Raum, der klarer verdichtet ist und nicht für Breite sorgen kann, selbst wenn man dafür einen geeigneten Spieler hätte, den man nicht hat.
Zitat von halbini
Eine Frage an diejenigen die sich mit Taktik auskennen bzw. gerne damit beschäftigen:
Welche Funktion hat die Rolle des linken Stürmers bzw. was könnte Kovac' Intention dahinter sein? Denn, dass egal wer da spielt komplett vom Spielgeschehen abgeschnitten ist und hier heftig kritisiert wird kann mMn nicht nur mit der Leistung der Spieler begründet sein.
Eine Frage an diejenigen die sich mit Taktik auskennen bzw. gerne damit beschäftigen:
Welche Funktion hat die Rolle des linken Stürmers bzw. was könnte Kovac' Intention dahinter sein? Denn, dass egal wer da spielt komplett vom Spielgeschehen abgeschnitten ist und hier heftig kritisiert wird kann mMn nicht nur mit der Leistung der Spieler begründet sein.
Teilweise halte ich die Schwierigkeiten schon für individuell begründet, weil keiner der dort eingesetzten Spieler gut zum Anforderungsprofil der Position passt, obwohl man eigentlich gar nicht von nur einem Anforderungsprofil reden kann, nicht nur wegen der unterschiedlichen Besetzungen, die man dort schon versucht hat. Teilweise ist es aber auch kollektivtaktisch begründbar, warum es auf der Position sehr schwierig ist Einfluss auf das Spiel zu nehmen.
Dafür würde ich gerne sehr weit ausholen. Hauptursache ist für mich dabei, dass wir in unserem System eine deutliche Asymmetrie drin haben, die schon im Aufbau beginnt. Je nachdem, wie uns der Gegner anläuft, tendieren wir schließlich dazu nicht in einer 3er Reihe aufzubauen, sondern in einer 4er Reihe, in der Svensson in aller Regel tiefer agiert als Ryerson, der meist sogar klar rausschiebt, weil Anton effektiv in die RV Position geht. In dem Moment wird die Anforderungen an den LA, dass er nach außen schiebt, um dem Spiel Breite zu geben. Käme er dann tatsächlich an den Ball, wäre er ziemlich isoliert, weil der nächste Mann dann schon Nmecha wäre, der aber im Aufbau auch seine Aufgaben hat und daher in aller Regel nicht schnell genug aufrücken kann. Keiner der eingesetzten Spieler ist dabei aber ein Spieler, dem Isolationen liegen.
Paradoxerweise war Gittens dafür die letzte gute Option, der unter Kovac aber kaum so eingesetzt wurde, weswegen im Sommer der transferpolitische Bedarf für einen Breitengeber links ja auch negiert wurde. Das sieht man auch weiterhin im taktischen Verhalten, indem der LA fast nie wirklich breit rausschiebt, sondern eher im Halbfeld bleibt. Man leugnet daher im Prinzip ein taktisches Problem, das sich eigentlich recht klar herauskristallisiert hat, weil Svensson aus dem Aufbau heraus dann meist auch nicht an der Linie durchgeht, selbst wenn er diese lange hält und schon gar nicht als große Gefahr wahrgenommen wird. Die Breite bleibt somit ungenutzt, was es dem Gegner einfacher macht stark auf unsere rechte Seite zu verschiebe und dort Absicherungen einzubauen, wodurch die Überlagerungen dort in aller Regel also gut aufgenommen werden können. Statt Isolationen draußen aufzulösen befindet sich der LA dann in einem dichter besetzten Raum, der es per se schwer macht es aufzulösen, zumal wir hier meines Erachtens auch kaum klare Abläufe drin haben, um bspw. Kombinationen zu versuchen. Meist versuchen wir den LA über Guirassy einzusetzen, was aber oft zu langsam ist, weil das Bällefestmachen nicht unkomplex ist und dann kann der Gegner auch schon wieder komplett zustellen.
Dazu verstärken wir die Asymmetrie oft auch noch über das Verhalten des RDM. Während der LDM in der Regel das Zentrum vergleichsweise klar hält, schiebt der RDM oft sehr weit raus, hält teilweise sogar die Linie, weil Ryerson an sich auch nicht gerne die Linie hält, obwohl man auf Grund seiner vielen Flanken (Ryerson schlägt 62% aller Flanken des BVB) auf eine andere Idee kommen könnte. Zusammen mit Adeyemi hat man rechts daher oft 3 Spieler, die die Seite überlagern, gegenüber oft nur einem Mann im linken Halbfeld, der bestenfalls noch von Svensson Unterstützung erhält. Aber eben später als rechts von Ryerson, auf Grund der Startpositionen. Mit dem deutlich präsenteren Groß, der noch dazu viele Flanken versucht, ist es dann gestern nochmal spürbar extremer geworden, im Vergleich zu Sabitzer, mit dem es aber grundsätzlich ähnlich abläuft, was das taktische Verhalten betrifft - die Unterschiede liegen mehr in der Umsetzung. Durch die Asymmetrie und daraus resultierende Überlagerung rechts ist es daher schon recht klar vorgegeben, dass bei uns mehr über die rechte Seite gehen muss. Das wird dann aber sogar nochmals weiter verstärkt durch Schlotterbecks starke Verlagerungen.
Bezüglich individueller Besetzung des LA gibt es dann meines Erachtens vor allem 2 Überlegungen im Ballbesitz - defensive Überlegungen also mal ausgeblendet: entweder man nutzt diese Position für einen Abschlussspieler, weil sowieso das Meiste über rechts geht oder man setzt dort auf einen verkappten 10er, der auch in engen Situationen immer wieder über Einzelaktionen kommt. So oder so geht es auf der Position aber damit nur um vereinzelte Aktionen und nicht um konstante Präsenz im Spiel, wegen der Asymmetrie und fehlenden Breite links, die der LA an sich herstellen müsste, aber keiner effektiv kann und wahrscheinlich sogar nicht mal soll. Der Abschlussspieler lebt dann davon, dass für ihn etwas abfällt, was rechts kreiert wurde, wobei an sich primär für den MS kreiert werden soll, wodurch man die Position dann fast schon als taktischen Müllsammler bezeichnen könnte. Der Kreative lebt dahingegen davon, dass Guirassy ihn einsetzt, weil kaum ein Plan besteht, wie man ihn ansonsten freispielt. In der rechten Spielhälfte gibt es schließlich für alle Spieler mehr Anspielstationen gegen vergleichbar viele Gegenspieler. Also geht der Ball nicht in den Raum, der 1gg1 erfordert, die gut abgesichert sind. Noch dazu, weil man sehr darauf bedacht ist unsinnige Ballverluste zu vermeiden, bei denen man wenig Mannstärke hinter dem Ball behält.
Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens die gestrige Passmap: https://theanalyst.com/opta-football-match-centre?competitionId=6by3h89i2eykc341oz7lv1ddd&seasonId=2bchmrj23l9u42d68ntcekob8&matchId=dknvgto062tiwpf2rz16o8glw
Svensson und Guirassy (und umgekehrt) mit nicht einem Pass auf Chukwuemeka und die Spieler rechts draußen sind sowieso von ihm abgeschnitten! Der LA bleibt somit effektiv ein Iso-Spieler, aber in einem Raum, der klarer verdichtet ist und nicht für Breite sorgen kann, selbst wenn man dafür einen geeigneten Spieler hätte, den man nicht hat.
Mir fehlt da einfach, dass wir konsequent in den gegnerischen Block reinspielen und so Carney ins Spiel bringen.
Aber Kovac möchte höchstwahrscheinlich das Risiko von Ballverlusten dort vermeiden, so wie du es auch schreibst. Stattdessen möchte Kovac den Ball lieber außen sehen, wo Ballverluste weniger schwer wiegen. Aber dafür kann man außen eben auch weniger kreieren. Kovacs Formel ist aber nun mal Sicherheit vor Kreativität.
Jedenfalls könnte ich mir durchaus vorstellen, dass man Carney auf dieser Position durchaus gut einbinden könnte, auch wenn er dort mit Unterzahl Situationen zu kämpfen hätte. Zumindest wäre er derjenige, der auch dann noch etwas bewirken könnte oder den Gegner zumindest dazu zwingt, nicht die Absicherung in diesem Raum aufzulösen. Dies wäre bei Beier möglich, weil er am Ball im gegnerischen DM Bereich kaum etwas bewirkt.
Für einen dritten Stürmer, außer Guirassy und Adeyemi, sehe ich dann auf dieser Position kaum Möglichkeiten. Woher sollen denn ausreichend Chancen für diesen Kommen?
Wenn Carney dann der Achter dahinter wäre, würde es vielleicht besser funktionieren; aber davon ist aktuell nicht auszugehen. Ansonsten würde ich Adeyemi vielleicht auch eher links sehen, da dieser mehr über Einzelaktionen kommt als Beier und auch eher die Breite gibt. Hier dann auch wieder mit mehr Kreativität dahinter.
Jedenfalls passt es links noch nicht und eine Lösung zeichnet sich auch noch nicht ab. Vermutlich bräuchte es dazu mehr Änderungen, die nur bei Misserfolg eingeleitet würden.
27.10.2025 - 15:52 Uhr
Mit Statistik hat es nicht mehr viel zu tun, deshalb ziehe ich das mal hier herüber:
Wenn ich mich da mal einklinken darf ...
"3-Ecken-Elfer" hat mMn klar argumentiert und es auch durch kritische Anmerkungen zur xG-Statistik untermauert, die du nicht zitierst - wahrscheinlich absichtlich.
Zum Vergleich mit Leverkusen und als weiteres Beispiel Stuttgart greife ich nur einen Baustein heraus, um die klarere Struktur und Strategie dieser Vereine zu verdeutlichen, weil dieser Baustein so offensichtlich und so effizient bzgl. der Eröffnung des Offensivspiels (und übrigens auch der Defensive) ist und jeder Zuschauer ohne große Anstrengung diesen Baustein erkennen kann.
Beide Vereine spielen ebenso 3er/5er-Kette wie der BVB, dennoch lässt sich in beiden Vereinen regelmäßig ein Spieler des zentralen Mittelfeldes zwischen die 3er-Kette fallen. Bei Leverkusen war das Xhaka und jetzt ist es Garcia und bei Stuttgart ist es Stiller.
Was machen diese Spieler? Sie bauen das Spiel mit kurzen und längeren Pässen von hinten auf, gehen aber auch, wenn es gelingt, nach vorne. Sie können das Spiel lesen. Voraussetzung ist allerdings ständiges "sich Anbieten" der 6 bis 7 Mitspieler vor ihnen, die quasi wie ein Gesamtspielerkörper ständig als Ganzes, aber auch zum Teil in diesem Gesamtkörper in variabler Bewegung sind. Dieses Prinzip gelingt nur mit ballsicheren Spielern wie Garcia und Stiller, die meist recht kurzfristig, aber oft und regelmäßig, im Spielaufbau um die Mittellinie herum Überzahl herstellen und übrigens dann auch bei Misslingen eines Angriffs und Ballverlust viel massiver in die Verteidigung des eigenen Tores eingebunden sind, als das z.B. beim BVB der Fall ist. Selbstverständlich müssen solche Spieler wie Garcia oder Stiller pressingresistent sein, wenn der Gegner versucht, ihnen konsequent einen Gegenspieler zuzuordnen, um die Überzahl im Aufbau um die Mittellinie herum zu verhindern.
Interessanterweise gab es beim BVB in vergangenen Spielzeiten ähnlich Versuche, allerdings mit dem falschen Spielertypen, nämlich mit Emre Can.
Selbstverständlich benötigt diese Art Spiel auch genügend ballsichere Spieler, die Pässe annehmen und weiterleiten können (auch in Bedrängnis) und über hinreichend Spielintelligenz verfügen, sich in Räume zu bewegen, die Offensivoptionen eröffnen.
Wenn man dann wie Leverkusen noch einen Grimaldo hat, der als LA/LM mit Spielübersicht von links bis zur Mitte kreativ agiert bzw. inzwischen den ganzen Offensivraum über die Breite des Feldes bespielt, ja dann ....
(Der BVB hatte auch mal so einen Spieler, nämlich Guerreiro ...).
Beim BVB nistet sich hingegen zunehmend wieder die berüchtigte "U"-Formation ein, die bei einer 3er/5er-Kette leicht entstehen kann. Folge ist, dass durch die Mitte fast gar nichts geht außer Schüssen aus der zweiten Reihe. Das ist nicht extrem problematisch, wenn die Außenbahnen (Winger) so besetzt sind, dass die Spieler häufiger zur Grundlinie vordringen können, um von da aus per Rückpass in den Strafraum oder durch sowohl flache als auch hohe Flanken Gefahr zu erzeugen, oder durch Einrücken Richtung Mitte in Schusspositionen am 16er zu kommen. Das ist aber mit Svensson, Couto oder Ryerson auf den Außenbahnen nur sehr begrenzt der Fall.
Zitat von NeonGolden
Weiß ich nicht, woher der Anspruch kommt, gegen diese Kölner (kannst dir ja mal anschauen, wieviele Chancen die gegen andere Teams zugelassen haben) eine toll herausgespielte Großchance nach der anderen zu kreieren, aber mit der von mir wahrgenommen Realität hat das jedenfalls nicht viel zu tun.
Ob man sich nun den Spielverlauf als Aufzeichnung anschaut oder nur die Statistiken, in beiden Fällen ist zu erkennen, dass der BVB sich durchaus Chancen für ein deutlich früheres 1:0 herausgespielt hat. Dass gegen tiefstehende Kölner, die aktuell alles andere als schlecht drauf sind, nicht eine Chance nach der anderen erspielt wird, sollte eigentlich jedem klar sein. Bayern hat gegen 10 Gladbacher bis zum 1:0 in der 65. Minuten auch nicht besonders viel herausgespielt (xG 1,22).
Und nochmal, nach meiner Wahrnehmung war die Schlussphase gegen Köln überhaupt nicht in dem Maße "Brechstange", wie hier suggeriert wird. Da wurde durchaus überlegt und konzentriert der Ball zirkuliert, bis sich dann mal eine Lücke aufgetan hat.
Die Ansicht, dass Leverkusen in dieser Saison mit so eindeutiger Sicherheit den besseren Fußball spielt als der BVB, finde ich schon ziemlich wild. Fußball ist dann doch ein bisschen mehr als nur das reine Vorhandensein von angeblich so klar sichtbaren Plänen im Spielvortrag.
Aber da wären wir wieder bei dem Punkt, dass bei der Konkurrenz die Dinge grundsätzlich in einem positiveren Licht gesehen werden und bei uns genau umgekehrt.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Da landen wir einfach immer, selbst wenn man sich die Spiele nur anschaut, ohne Statistiken zu Hilfe zu nehmen, bei dem aktuellen Stand, dass man sich zu wenig hochkarätige Chancen herausspielen kann und es dann eben nicht von ungefähr kommt, dass man nach 8 Spielen erst 14 Tore erzielen konnte und da eben nicht gut unterwegs ist. Da ist auch der Verweis auf die CL nicht zielführend, weil da die Effektivität nochmal größer ist, man eigentlich deutlich weniger Tore hätte erzielen sollen, auch da wieder viel pro BVB gelaufen ist.
Das soll nicht heißen, dass alles nach dem Prinzip Zufall abläuft, natürlich nicht, aber es findet keine erkennbare Entwicklung statt, sowie es aber eigentlich sein sollte. Dass Kovac erst die Defensive stabilisieren wollte, an gewissen Basics gearbeitet hat, wie der Bereich Fitness etc., alles verständlich und positiv hervorzuheben, aber dann müssen die nächsten Schritte folgen, im eigenen Ballbesitz klare Abläufe einstudiert werden, simplifiziert gesprochen: ein klarer Plan, wie man mit dem Ball zu Chancen kommen möchte und das dann auch schafft, was aber nicht der Fall ist.
Wenn ich also gegen Ende, weil ich zwingend ein Tor benötige, quasi mit der Brechstange agierend viele Abschlüsse nehme, die aber nicht hochwertig genug sind, und dann eher durch Zufall ein Tor auch erziele, dann kann man das doch nicht ernsthaft als guten und funktionierenden Plan verkaufen, in diesem Spiel wohlgemerkt dann auch noch in glücklicher Überzahl.
Da landen wir einfach immer, selbst wenn man sich die Spiele nur anschaut, ohne Statistiken zu Hilfe zu nehmen, bei dem aktuellen Stand, dass man sich zu wenig hochkarätige Chancen herausspielen kann und es dann eben nicht von ungefähr kommt, dass man nach 8 Spielen erst 14 Tore erzielen konnte und da eben nicht gut unterwegs ist. Da ist auch der Verweis auf die CL nicht zielführend, weil da die Effektivität nochmal größer ist, man eigentlich deutlich weniger Tore hätte erzielen sollen, auch da wieder viel pro BVB gelaufen ist.
Das soll nicht heißen, dass alles nach dem Prinzip Zufall abläuft, natürlich nicht, aber es findet keine erkennbare Entwicklung statt, sowie es aber eigentlich sein sollte. Dass Kovac erst die Defensive stabilisieren wollte, an gewissen Basics gearbeitet hat, wie der Bereich Fitness etc., alles verständlich und positiv hervorzuheben, aber dann müssen die nächsten Schritte folgen, im eigenen Ballbesitz klare Abläufe einstudiert werden, simplifiziert gesprochen: ein klarer Plan, wie man mit dem Ball zu Chancen kommen möchte und das dann auch schafft, was aber nicht der Fall ist.
Wenn ich also gegen Ende, weil ich zwingend ein Tor benötige, quasi mit der Brechstange agierend viele Abschlüsse nehme, die aber nicht hochwertig genug sind, und dann eher durch Zufall ein Tor auch erziele, dann kann man das doch nicht ernsthaft als guten und funktionierenden Plan verkaufen, in diesem Spiel wohlgemerkt dann auch noch in glücklicher Überzahl.
Weiß ich nicht, woher der Anspruch kommt, gegen diese Kölner (kannst dir ja mal anschauen, wieviele Chancen die gegen andere Teams zugelassen haben) eine toll herausgespielte Großchance nach der anderen zu kreieren, aber mit der von mir wahrgenommen Realität hat das jedenfalls nicht viel zu tun.
Ob man sich nun den Spielverlauf als Aufzeichnung anschaut oder nur die Statistiken, in beiden Fällen ist zu erkennen, dass der BVB sich durchaus Chancen für ein deutlich früheres 1:0 herausgespielt hat. Dass gegen tiefstehende Kölner, die aktuell alles andere als schlecht drauf sind, nicht eine Chance nach der anderen erspielt wird, sollte eigentlich jedem klar sein. Bayern hat gegen 10 Gladbacher bis zum 1:0 in der 65. Minuten auch nicht besonders viel herausgespielt (xG 1,22).
Und nochmal, nach meiner Wahrnehmung war die Schlussphase gegen Köln überhaupt nicht in dem Maße "Brechstange", wie hier suggeriert wird. Da wurde durchaus überlegt und konzentriert der Ball zirkuliert, bis sich dann mal eine Lücke aufgetan hat.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Meiner Prognose nach wird es diese Saison besser laufen, weil die Defensive stabiler sein dürfte, aber offensiv, im eigenen Ballbesitz ist es keinen Deut besser als in den Jahren zuvor, obwohl man den Kader beisammen halten konnte und nahezu keine Verletzungssorgen über die bisherige Saison hatte. Dafür kommt einfach zu wenig und es ist viel Kampf und Krampf, und das alles andere als zufällig und/oder Gegner-bedingt. Ich würde sogar sagen, dass bereits einige Mannschaften im Grunde genommen die bessere Spielanlage hatten, klarer strukturiert waren und das auch sichtbar war, selbst ein Leipzig, was immer Sommer durcheinander gewirbelt wurde, alle Leistungsträger verloren hat, spielt einen klareren und strukturierteren Ball, auch Leverkusen, die den wohl größten Umbruch einer Spitzenmanschaft jemals hatten, mit dem bereits zweiten Trainer, spielen einen besseren Fußball, und beide nicht zufällig...
Meiner Prognose nach wird es diese Saison besser laufen, weil die Defensive stabiler sein dürfte, aber offensiv, im eigenen Ballbesitz ist es keinen Deut besser als in den Jahren zuvor, obwohl man den Kader beisammen halten konnte und nahezu keine Verletzungssorgen über die bisherige Saison hatte. Dafür kommt einfach zu wenig und es ist viel Kampf und Krampf, und das alles andere als zufällig und/oder Gegner-bedingt. Ich würde sogar sagen, dass bereits einige Mannschaften im Grunde genommen die bessere Spielanlage hatten, klarer strukturiert waren und das auch sichtbar war, selbst ein Leipzig, was immer Sommer durcheinander gewirbelt wurde, alle Leistungsträger verloren hat, spielt einen klareren und strukturierteren Ball, auch Leverkusen, die den wohl größten Umbruch einer Spitzenmanschaft jemals hatten, mit dem bereits zweiten Trainer, spielen einen besseren Fußball, und beide nicht zufällig...
Die Ansicht, dass Leverkusen in dieser Saison mit so eindeutiger Sicherheit den besseren Fußball spielt als der BVB, finde ich schon ziemlich wild. Fußball ist dann doch ein bisschen mehr als nur das reine Vorhandensein von angeblich so klar sichtbaren Plänen im Spielvortrag.
Aber da wären wir wieder bei dem Punkt, dass bei der Konkurrenz die Dinge grundsätzlich in einem positiveren Licht gesehen werden und bei uns genau umgekehrt.
Wenn ich mich da mal einklinken darf ...
"3-Ecken-Elfer" hat mMn klar argumentiert und es auch durch kritische Anmerkungen zur xG-Statistik untermauert, die du nicht zitierst - wahrscheinlich absichtlich.
Zum Vergleich mit Leverkusen und als weiteres Beispiel Stuttgart greife ich nur einen Baustein heraus, um die klarere Struktur und Strategie dieser Vereine zu verdeutlichen, weil dieser Baustein so offensichtlich und so effizient bzgl. der Eröffnung des Offensivspiels (und übrigens auch der Defensive) ist und jeder Zuschauer ohne große Anstrengung diesen Baustein erkennen kann.
Beide Vereine spielen ebenso 3er/5er-Kette wie der BVB, dennoch lässt sich in beiden Vereinen regelmäßig ein Spieler des zentralen Mittelfeldes zwischen die 3er-Kette fallen. Bei Leverkusen war das Xhaka und jetzt ist es Garcia und bei Stuttgart ist es Stiller.
Was machen diese Spieler? Sie bauen das Spiel mit kurzen und längeren Pässen von hinten auf, gehen aber auch, wenn es gelingt, nach vorne. Sie können das Spiel lesen. Voraussetzung ist allerdings ständiges "sich Anbieten" der 6 bis 7 Mitspieler vor ihnen, die quasi wie ein Gesamtspielerkörper ständig als Ganzes, aber auch zum Teil in diesem Gesamtkörper in variabler Bewegung sind. Dieses Prinzip gelingt nur mit ballsicheren Spielern wie Garcia und Stiller, die meist recht kurzfristig, aber oft und regelmäßig, im Spielaufbau um die Mittellinie herum Überzahl herstellen und übrigens dann auch bei Misslingen eines Angriffs und Ballverlust viel massiver in die Verteidigung des eigenen Tores eingebunden sind, als das z.B. beim BVB der Fall ist. Selbstverständlich müssen solche Spieler wie Garcia oder Stiller pressingresistent sein, wenn der Gegner versucht, ihnen konsequent einen Gegenspieler zuzuordnen, um die Überzahl im Aufbau um die Mittellinie herum zu verhindern.
Interessanterweise gab es beim BVB in vergangenen Spielzeiten ähnlich Versuche, allerdings mit dem falschen Spielertypen, nämlich mit Emre Can.
Selbstverständlich benötigt diese Art Spiel auch genügend ballsichere Spieler, die Pässe annehmen und weiterleiten können (auch in Bedrängnis) und über hinreichend Spielintelligenz verfügen, sich in Räume zu bewegen, die Offensivoptionen eröffnen.
Wenn man dann wie Leverkusen noch einen Grimaldo hat, der als LA/LM mit Spielübersicht von links bis zur Mitte kreativ agiert bzw. inzwischen den ganzen Offensivraum über die Breite des Feldes bespielt, ja dann ....
(Der BVB hatte auch mal so einen Spieler, nämlich Guerreiro ...).
Beim BVB nistet sich hingegen zunehmend wieder die berüchtigte "U"-Formation ein, die bei einer 3er/5er-Kette leicht entstehen kann. Folge ist, dass durch die Mitte fast gar nichts geht außer Schüssen aus der zweiten Reihe. Das ist nicht extrem problematisch, wenn die Außenbahnen (Winger) so besetzt sind, dass die Spieler häufiger zur Grundlinie vordringen können, um von da aus per Rückpass in den Strafraum oder durch sowohl flache als auch hohe Flanken Gefahr zu erzeugen, oder durch Einrücken Richtung Mitte in Schusspositionen am 16er zu kommen. Das ist aber mit Svensson, Couto oder Ryerson auf den Außenbahnen nur sehr begrenzt der Fall.
27.10.2025 - 17:08 Uhr
Zitat von arche
Mit Statistik hat es nicht mehr viel zu tun, deshalb ziehe ich das mal hier herüber:
Wenn ich mich da mal einklinken darf ...
"3-Ecken-Elfer" hat mMn klar argumentiert und es auch durch kritische Anmerkungen zur xG-Statistik untermauert, die du nicht zitierst - wahrscheinlich absichtlich.
Zum Vergleich mit Leverkusen und als weiteres Beispiel Stuttgart greife ich nur einen Baustein heraus, um die klarere Struktur und Strategie dieser Vereine zu verdeutlichen, weil dieser Baustein so offensichtlich und so effizient bzgl. der Eröffnung des Offensivspiels (und übrigens auch der Defensive) ist und jeder Zuschauer ohne große Anstrengung diesen Baustein erkennen kann.
Beide Vereine spielen ebenso 3er/5er-Kette wie der BVB, dennoch lässt sich in beiden Vereinen regelmäßig ein Spieler des zentralen Mittelfeldes zwischen die 3er-Kette fallen. Bei Leverkusen war das Xhaka und jetzt ist es Garcia und bei Stuttgart ist es Stiller.
Was machen diese Spieler? Sie bauen das Spiel mit kurzen und längeren Pässen von hinten auf, gehen aber auch, wenn es gelingt, nach vorne. Sie können das Spiel lesen. Voraussetzung ist allerdings ständiges "sich Anbieten" der 6 bis 7 Mitspieler vor ihnen, die quasi wie ein Gesamtspielerkörper ständig als Ganzes, aber auch zum Teil in diesem Gesamtkörper in variabler Bewegung sind. Dieses Prinzip gelingt nur mit ballsicheren Spielern wie Garcia und Stiller, die meist recht kurzfristig, aber oft und regelmäßig, im Spielaufbau um die Mittellinie herum Überzahl herstellen und übrigens dann auch bei Misslingen eines Angriffs und Ballverlust viel massiver in die Verteidigung des eigenen Tores eingebunden sind, als das z.B. beim BVB der Fall ist. Selbstverständlich müssen solche Spieler wie Garcia oder Stiller pressingresistent sein, wenn der Gegner versucht, ihnen konsequent einen Gegenspieler zuzuordnen, um die Überzahl im Aufbau um die Mittellinie herum zu verhindern.
Interessanterweise gab es beim BVB in vergangenen Spielzeiten ähnlich Versuche, allerdings mit dem falschen Spielertypen, nämlich mit Emre Can.
Selbstverständlich benötigt diese Art Spiel auch genügend ballsichere Spieler, die Pässe annehmen und weiterleiten können (auch in Bedrängnis) und über hinreichend Spielintelligenz verfügen, sich in Räume zu bewegen, die Offensivoptionen eröffnen.
Wenn man dann wie Leverkusen noch einen Grimaldo hat, der als LA/LM mit Spielübersicht von links bis zur Mitte kreativ agiert bzw. inzwischen den ganzen Offensivraum über die Breite des Feldes bespielt, ja dann ....
(Der BVB hatte auch mal so einen Spieler, nämlich Guerreiro ...).
Beim BVB nistet sich hingegen zunehmend wieder die berüchtigte "U"-Formation ein, die bei einer 3er/5er-Kette leicht entstehen kann. Folge ist, dass durch die Mitte fast gar nichts geht außer Schüssen aus der zweiten Reihe. Das ist nicht extrem problematisch, wenn die Außenbahnen (Winger) so besetzt sind, dass die Spieler häufiger zur Grundlinie vordringen können, um von da aus per Rückpass in den Strafraum oder durch sowohl flache als auch hohe Flanken Gefahr zu erzeugen, oder durch Einrücken Richtung Mitte in Schusspositionen am 16er zu kommen. Das ist aber mit Svensson, Couto oder Ryerson auf den Außenbahnen nur sehr begrenzt der Fall.
Mit Statistik hat es nicht mehr viel zu tun, deshalb ziehe ich das mal hier herüber:
Zitat von NeonGolden
Weiß ich nicht, woher der Anspruch kommt, gegen diese Kölner (kannst dir ja mal anschauen, wieviele Chancen die gegen andere Teams zugelassen haben) eine toll herausgespielte Großchance nach der anderen zu kreieren, aber mit der von mir wahrgenommen Realität hat das jedenfalls nicht viel zu tun.
Ob man sich nun den Spielverlauf als Aufzeichnung anschaut oder nur die Statistiken, in beiden Fällen ist zu erkennen, dass der BVB sich durchaus Chancen für ein deutlich früheres 1:0 herausgespielt hat. Dass gegen tiefstehende Kölner, die aktuell alles andere als schlecht drauf sind, nicht eine Chance nach der anderen erspielt wird, sollte eigentlich jedem klar sein. Bayern hat gegen 10 Gladbacher bis zum 1:0 in der 65. Minuten auch nicht besonders viel herausgespielt (xG 1,22).
Und nochmal, nach meiner Wahrnehmung war die Schlussphase gegen Köln überhaupt nicht in dem Maße "Brechstange", wie hier suggeriert wird. Da wurde durchaus überlegt und konzentriert der Ball zirkuliert, bis sich dann mal eine Lücke aufgetan hat.
Die Ansicht, dass Leverkusen in dieser Saison mit so eindeutiger Sicherheit den besseren Fußball spielt als der BVB, finde ich schon ziemlich wild. Fußball ist dann doch ein bisschen mehr als nur das reine Vorhandensein von angeblich so klar sichtbaren Plänen im Spielvortrag.
Aber da wären wir wieder bei dem Punkt, dass bei der Konkurrenz die Dinge grundsätzlich in einem positiveren Licht gesehen werden und bei uns genau umgekehrt.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Da landen wir einfach immer, selbst wenn man sich die Spiele nur anschaut, ohne Statistiken zu Hilfe zu nehmen, bei dem aktuellen Stand, dass man sich zu wenig hochkarätige Chancen herausspielen kann und es dann eben nicht von ungefähr kommt, dass man nach 8 Spielen erst 14 Tore erzielen konnte und da eben nicht gut unterwegs ist. Da ist auch der Verweis auf die CL nicht zielführend, weil da die Effektivität nochmal größer ist, man eigentlich deutlich weniger Tore hätte erzielen sollen, auch da wieder viel pro BVB gelaufen ist.
Das soll nicht heißen, dass alles nach dem Prinzip Zufall abläuft, natürlich nicht, aber es findet keine erkennbare Entwicklung statt, sowie es aber eigentlich sein sollte. Dass Kovac erst die Defensive stabilisieren wollte, an gewissen Basics gearbeitet hat, wie der Bereich Fitness etc., alles verständlich und positiv hervorzuheben, aber dann müssen die nächsten Schritte folgen, im eigenen Ballbesitz klare Abläufe einstudiert werden, simplifiziert gesprochen: ein klarer Plan, wie man mit dem Ball zu Chancen kommen möchte und das dann auch schafft, was aber nicht der Fall ist.
Wenn ich also gegen Ende, weil ich zwingend ein Tor benötige, quasi mit der Brechstange agierend viele Abschlüsse nehme, die aber nicht hochwertig genug sind, und dann eher durch Zufall ein Tor auch erziele, dann kann man das doch nicht ernsthaft als guten und funktionierenden Plan verkaufen, in diesem Spiel wohlgemerkt dann auch noch in glücklicher Überzahl.
Da landen wir einfach immer, selbst wenn man sich die Spiele nur anschaut, ohne Statistiken zu Hilfe zu nehmen, bei dem aktuellen Stand, dass man sich zu wenig hochkarätige Chancen herausspielen kann und es dann eben nicht von ungefähr kommt, dass man nach 8 Spielen erst 14 Tore erzielen konnte und da eben nicht gut unterwegs ist. Da ist auch der Verweis auf die CL nicht zielführend, weil da die Effektivität nochmal größer ist, man eigentlich deutlich weniger Tore hätte erzielen sollen, auch da wieder viel pro BVB gelaufen ist.
Das soll nicht heißen, dass alles nach dem Prinzip Zufall abläuft, natürlich nicht, aber es findet keine erkennbare Entwicklung statt, sowie es aber eigentlich sein sollte. Dass Kovac erst die Defensive stabilisieren wollte, an gewissen Basics gearbeitet hat, wie der Bereich Fitness etc., alles verständlich und positiv hervorzuheben, aber dann müssen die nächsten Schritte folgen, im eigenen Ballbesitz klare Abläufe einstudiert werden, simplifiziert gesprochen: ein klarer Plan, wie man mit dem Ball zu Chancen kommen möchte und das dann auch schafft, was aber nicht der Fall ist.
Wenn ich also gegen Ende, weil ich zwingend ein Tor benötige, quasi mit der Brechstange agierend viele Abschlüsse nehme, die aber nicht hochwertig genug sind, und dann eher durch Zufall ein Tor auch erziele, dann kann man das doch nicht ernsthaft als guten und funktionierenden Plan verkaufen, in diesem Spiel wohlgemerkt dann auch noch in glücklicher Überzahl.
Weiß ich nicht, woher der Anspruch kommt, gegen diese Kölner (kannst dir ja mal anschauen, wieviele Chancen die gegen andere Teams zugelassen haben) eine toll herausgespielte Großchance nach der anderen zu kreieren, aber mit der von mir wahrgenommen Realität hat das jedenfalls nicht viel zu tun.
Ob man sich nun den Spielverlauf als Aufzeichnung anschaut oder nur die Statistiken, in beiden Fällen ist zu erkennen, dass der BVB sich durchaus Chancen für ein deutlich früheres 1:0 herausgespielt hat. Dass gegen tiefstehende Kölner, die aktuell alles andere als schlecht drauf sind, nicht eine Chance nach der anderen erspielt wird, sollte eigentlich jedem klar sein. Bayern hat gegen 10 Gladbacher bis zum 1:0 in der 65. Minuten auch nicht besonders viel herausgespielt (xG 1,22).
Und nochmal, nach meiner Wahrnehmung war die Schlussphase gegen Köln überhaupt nicht in dem Maße "Brechstange", wie hier suggeriert wird. Da wurde durchaus überlegt und konzentriert der Ball zirkuliert, bis sich dann mal eine Lücke aufgetan hat.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Meiner Prognose nach wird es diese Saison besser laufen, weil die Defensive stabiler sein dürfte, aber offensiv, im eigenen Ballbesitz ist es keinen Deut besser als in den Jahren zuvor, obwohl man den Kader beisammen halten konnte und nahezu keine Verletzungssorgen über die bisherige Saison hatte. Dafür kommt einfach zu wenig und es ist viel Kampf und Krampf, und das alles andere als zufällig und/oder Gegner-bedingt. Ich würde sogar sagen, dass bereits einige Mannschaften im Grunde genommen die bessere Spielanlage hatten, klarer strukturiert waren und das auch sichtbar war, selbst ein Leipzig, was immer Sommer durcheinander gewirbelt wurde, alle Leistungsträger verloren hat, spielt einen klareren und strukturierteren Ball, auch Leverkusen, die den wohl größten Umbruch einer Spitzenmanschaft jemals hatten, mit dem bereits zweiten Trainer, spielen einen besseren Fußball, und beide nicht zufällig...
Meiner Prognose nach wird es diese Saison besser laufen, weil die Defensive stabiler sein dürfte, aber offensiv, im eigenen Ballbesitz ist es keinen Deut besser als in den Jahren zuvor, obwohl man den Kader beisammen halten konnte und nahezu keine Verletzungssorgen über die bisherige Saison hatte. Dafür kommt einfach zu wenig und es ist viel Kampf und Krampf, und das alles andere als zufällig und/oder Gegner-bedingt. Ich würde sogar sagen, dass bereits einige Mannschaften im Grunde genommen die bessere Spielanlage hatten, klarer strukturiert waren und das auch sichtbar war, selbst ein Leipzig, was immer Sommer durcheinander gewirbelt wurde, alle Leistungsträger verloren hat, spielt einen klareren und strukturierteren Ball, auch Leverkusen, die den wohl größten Umbruch einer Spitzenmanschaft jemals hatten, mit dem bereits zweiten Trainer, spielen einen besseren Fußball, und beide nicht zufällig...
Die Ansicht, dass Leverkusen in dieser Saison mit so eindeutiger Sicherheit den besseren Fußball spielt als der BVB, finde ich schon ziemlich wild. Fußball ist dann doch ein bisschen mehr als nur das reine Vorhandensein von angeblich so klar sichtbaren Plänen im Spielvortrag.
Aber da wären wir wieder bei dem Punkt, dass bei der Konkurrenz die Dinge grundsätzlich in einem positiveren Licht gesehen werden und bei uns genau umgekehrt.
Wenn ich mich da mal einklinken darf ...
"3-Ecken-Elfer" hat mMn klar argumentiert und es auch durch kritische Anmerkungen zur xG-Statistik untermauert, die du nicht zitierst - wahrscheinlich absichtlich.
Zum Vergleich mit Leverkusen und als weiteres Beispiel Stuttgart greife ich nur einen Baustein heraus, um die klarere Struktur und Strategie dieser Vereine zu verdeutlichen, weil dieser Baustein so offensichtlich und so effizient bzgl. der Eröffnung des Offensivspiels (und übrigens auch der Defensive) ist und jeder Zuschauer ohne große Anstrengung diesen Baustein erkennen kann.
Beide Vereine spielen ebenso 3er/5er-Kette wie der BVB, dennoch lässt sich in beiden Vereinen regelmäßig ein Spieler des zentralen Mittelfeldes zwischen die 3er-Kette fallen. Bei Leverkusen war das Xhaka und jetzt ist es Garcia und bei Stuttgart ist es Stiller.
Was machen diese Spieler? Sie bauen das Spiel mit kurzen und längeren Pässen von hinten auf, gehen aber auch, wenn es gelingt, nach vorne. Sie können das Spiel lesen. Voraussetzung ist allerdings ständiges "sich Anbieten" der 6 bis 7 Mitspieler vor ihnen, die quasi wie ein Gesamtspielerkörper ständig als Ganzes, aber auch zum Teil in diesem Gesamtkörper in variabler Bewegung sind. Dieses Prinzip gelingt nur mit ballsicheren Spielern wie Garcia und Stiller, die meist recht kurzfristig, aber oft und regelmäßig, im Spielaufbau um die Mittellinie herum Überzahl herstellen und übrigens dann auch bei Misslingen eines Angriffs und Ballverlust viel massiver in die Verteidigung des eigenen Tores eingebunden sind, als das z.B. beim BVB der Fall ist. Selbstverständlich müssen solche Spieler wie Garcia oder Stiller pressingresistent sein, wenn der Gegner versucht, ihnen konsequent einen Gegenspieler zuzuordnen, um die Überzahl im Aufbau um die Mittellinie herum zu verhindern.
Interessanterweise gab es beim BVB in vergangenen Spielzeiten ähnlich Versuche, allerdings mit dem falschen Spielertypen, nämlich mit Emre Can.
Selbstverständlich benötigt diese Art Spiel auch genügend ballsichere Spieler, die Pässe annehmen und weiterleiten können (auch in Bedrängnis) und über hinreichend Spielintelligenz verfügen, sich in Räume zu bewegen, die Offensivoptionen eröffnen.
Wenn man dann wie Leverkusen noch einen Grimaldo hat, der als LA/LM mit Spielübersicht von links bis zur Mitte kreativ agiert bzw. inzwischen den ganzen Offensivraum über die Breite des Feldes bespielt, ja dann ....
(Der BVB hatte auch mal so einen Spieler, nämlich Guerreiro ...).
Beim BVB nistet sich hingegen zunehmend wieder die berüchtigte "U"-Formation ein, die bei einer 3er/5er-Kette leicht entstehen kann. Folge ist, dass durch die Mitte fast gar nichts geht außer Schüssen aus der zweiten Reihe. Das ist nicht extrem problematisch, wenn die Außenbahnen (Winger) so besetzt sind, dass die Spieler häufiger zur Grundlinie vordringen können, um von da aus per Rückpass in den Strafraum oder durch sowohl flache als auch hohe Flanken Gefahr zu erzeugen, oder durch Einrücken Richtung Mitte in Schusspositionen am 16er zu kommen. Das ist aber mit Svensson, Couto oder Ryerson auf den Außenbahnen nur sehr begrenzt der Fall.
Danke fürs Aufgreifen und Verschieben. Dürfte in der Tat der passendere Ort sein, weil in der Regel auch auf Statistiken nicht so viel Wert gelegt wird, oftmals auch, weil es nicht ins Narrativ passt bzw. die Daten entsprechend einseitig interpretiert werden.
Gehen wir einmal von den Statistiken weg und versuchen es einfach auf das reine Sehen und Analysieren der Spiele zu beschränken. Wenn man abseits des BVBs auch anderen Fußball schaut, oder einfach nur noch auf dem Schirm hat, wie in der Vergangenheit beim BVB durchaus Fußball geschaut wird, dann muss man doch selbst als Laie in der Lage sein, die offensichtlichen Unterschiede erkennen zu können, sodass dann in der Folge auch Verständnis für Argumente vorhanden sind, die der Gestalt sind, dass man anmerkt, dass das offensiv, im Ballbesitz/-vortrag, seit einiger Zeit einfach nicht gut ist, auch wenn die Ergebnisse in Phasen immer wieder stimmen. Diese Probleme gab es aber bereits auch bei Vorgängern wie Terzic, der auch unbestritten gute Phasen mit entsprechenden Ergebnissen hatte, wo aber auch da dieselben, eher fehlenden Muster zu erkennen waren. Jetzt ist es letztendlich nicht schwer, daraus ableiten zu können, dass man als BVB mit einer immer vorhandenen Grundqualität, die anderen oftmals überlegen ist, auch immer Phasen mit guten Ergebnissen erzielen kann, selbst wenn man eigentlich nicht gut genug spielt, und damit ist gemeint, dass man aus den Möglichkeiten, die man wirtschaftlich und sportlich eigentlich besitzt, nicht das herausholt, was herauszuholen wäre, und da geht es nicht darum, dass man das Maximum erwartet, sondern einfach nur, dass man erkennbar, zumindest versucht, die bestmöglichen Grundlagen zu schaffen, damit man die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, konstant gute Saisons zu spielen, weil man den Gegnern eben nicht nur in puncto Kaderqualität überlegen ist, sondern sich auch in anderen Bereichen wie Taktik, Positionsspiel, Ballbesitzspiel, Pressing/Gegenpressing, Spielkontrolle etc. positiv abheben kann, da man dadurch weniger auf Zufall und Individualität angewiesen ist, darauf, dass im Laufe eines Spiels jemand aufgrund einer individuellen Aktion den Unterschied macht, sondern das primär im Kollektiv geschieht, wo dann die individuelle Qualität das I-Pünktchen ist.
Schaut man, wie bereits erwähnt, nicht nur auf die Bayern, die lassen wir bewusst jetzt einmal weg, auf Mannschaften wie Leverkusen oder Stuttgart, dann erkennt man bei beiden seit einiger Zeit ganz klare Spielprinzipien und Abläufe, selbst wenn da die Qualität jetzt geringer ist, wohl auch geringer als beim BVB. Man erkennt ein ganz klares Konzept, feste Abläufe, unabhängig von einzelnen Personalien, in Form von Positionsspiel, Dreiecksbildung, Spielaufbau, Positionsrochaden, Passvariabilität. Dass das nicht automatisch zu Erfolg führt, ist auch klar, aber der Aufschwung von diesen beiden Vereinen kam alles andere als zufällig und es ist auch nicht zufällig, auch wenn die letzte Saison von Stuttgart nicht mehr ganz so gut von den Ergebnissen war (da zeigen die Statistiken eigentlich eine durchaus andere Sprache), dass auch nach Abgängen von wichtigen Spielern, und auch mal Formdellen und Ergebniskrisen, ein jeder erkennen kann, welche Mannschaft da spielt und was genau deren Plan ist. Man kann klar erkennen, wie sie Fußball spielen wollen und dass das Fundament dafür vorhanden ist, ein jeder genau weiß, was der Trainer erwartet/verlangt. Dass das auch da natürlich um so besser aussieht, um so höher die Qualität im Kader ist, das erkennt man bei beiden Vereinen, vor allem aber bei Stuttgart, die einige Positionen sicher alles andere als optimal besetzt haben.
Wenn wir aber im Vergleich wieder zum BVB zurück kommen, erkennt man die Unterschiede nochmal deutlicher, und folgend auch die Probleme, dass die Dinge, die ich benannt habe, eben nicht in der benötigten Weise vorhanden sind, selbst wenn man nur den BVB schaut. Es ist einfach nicht erkennbar, was man jetzt genau im eigenen Ballbesitz machen möchte, dass dort sehr spezifisch an fundamentalen Dingen gearbeitet wird, sondern der Eindruck ist vielmehr folgender, dass man sich eigentlich an reinen Basics orientiert und der Rest den Spielern selbst überlassen wird, das, was ich bereits mehrfach "Heroenfußball" genannt haben. Natürlich wird Kovac die Spieler nicht aufs Feld schicken und sagen "spielts Fußball", sondern es beschränkt sich nur einfach auf eher oberflächliche Dinge und im Detail wird zu wenig an grundlegenden Dingen, wie eben ein Positionsspiel mit Rochaden und festen Bewegungsabläufen, gearbeitet, auch das Pressing, was schonmal besser wer, ist zu wenig ein Faktor.
Entsprechend sehen die Spiele dann auch so aus und es kommt nicht von ungefähr, dass man nach wie vor Probleme im eigenen Ballbesitz und im geplanten Herausspielen von Chancen hat. Dass man dennoch zu Chancen kommt, ist eben ein ganz natürlich und zu erwartender Prozess, wenn man überwiegend den Ball hat, über die höhere Qualität verfügt und den Ball sehr oft in den Strafraum spielt, und sei das nur mit einem nicht selten vorkommenden Flankengewitter, welches allein für sich gesehen ein Indikator für Ideenlosigkeit ist, denn es gibt durchaus, man glaubt es kaum, andere Wege, tiefstehende Gegner zu bespielen, sich selbst Lücken und Räume zu schaffen, nur muss man diese Gegnerketten auch in Bewegung bringen, sie immer wieder zum Verschieben zwingen, sodass irgendwann die Lücken schon fast automatisch kommen. Wenn ich aber viel zu langsam und ideenlos den Ball zwischen den Spielern bewege, dann passiert das natürlich nicht in dem gewünschten Ausmaße, vor allem, wenn ich in Summe viel, viel zu statisch bin, die Spieler eigentlich zu oft ihre Positionen halten und alles damit viel ausrechenbarer wird. Da sprechen wir noch nicht einmal über Probleme, die man allein durch fehlende Optionen im Kader hat, weil gewisse Spielerprofile nicht vorhanden sind.
Es ist somit in keiner Weise eine Überraschung, wie auf nationaler Ebene die letzten beiden Saisons verlaufen sind und das man auch in dieser Saison offensichtliche Probleme nach wie vor mit sich rumschleppt, auch wenn die Ergebnisse in Summe stimmen, aber die stimmten, wie bereits erwähnt, auch bei Terzic über gewisse Phasen immer wieder mal, aber es kam dann auch immer wieder dazu, dass sie ausblieben, und das war jeweils alles andere als Zufall oder Pech, sondern einfach nur eine Folge selbstgeschaffener Probleme, weil eben nicht so nach Konzept arbeitet, wie bei Leverkusen oder Stuttgart, oder wie das hier bei anderen Trainern der Fall war. Dass da die Punkteausbeute, die jenseits der 75 Punkte liegt, bereits einige Jahre her ist, auch das ist kein Zufall.
Möchte man wieder ein Fundament schaffen, was so eine Punktzahl möglich werden lässt, und da aber nicht in Abhängigkeit von Zufall gerät, dann muss man endlich damit beginnen, ein Konzept zu entwickeln, wie man Fußball spielen lassen möchte und dann danach den Trainer und Spieler verpflichten. Der BVB ist schließlich nicht irgendein Verein, sondern eine Topmannschaft, weshalb es das Ziel sein muss, dass es auf mehreren Ebenen auch so ist, dass man top aufgestellt ist. Wenn man da bedenkt, dass da mit Terzic und Sahin vormals einer Trainernovizen ihre Ausbildung absolvieren durften und nun mit Kovac auch wieder ein Trainer verpflichtet wurde, der nicht für Entwicklung in dieser Hinsicht bekannt ist, dann muss man sich da eben auch nicht wundern und die für jeden offensichtlich negative Entwicklung, vor allem in spielerischer und technisch/taktischer Hinsicht, ist dann nur die Folge davon.
Sollte also das Konzept einfach nur sein, möglichst die Ergebnisse einzufahren, egal wie, dann funktioniert das aktuell gut, aber für wie lange und wie nachhaltig ist das? Was ist in 2-3 Jahren? Was will der BVB da sein, darstellen? Wenn er Spieler wie Schlotterbeck halten möchte, die Titel gewinnen wollen bzw. eine Entwicklung, die das potenziell möglich werden lässt, weil man selbst seine Hausaufgaben gut genug gemacht hat, dann wäre die Frage: wie man das bewerkstelligen möchte? Glaubt man wirklich, dass ist mit Kovac möglich, man müsse ihm nur die Zeit einräumen? Glaubt man, er kann den BVB in die fußballerische und spielerische Entwicklung treiben, wie das bei Leverkusen und Stuttgart gelang?
Es muss doch in Bereichen erstmal besser werden, im Pressing, im Positionsspiel usw. usf., nur wann ist damit zu rechnen bzw. wann soll man davon was erkennen? Ich meine, Kovac ist ja nicht erst seit ein paar Wochen da und der Stabilsierungsprozess ist doch eigentlich längst abgeschlossen. Jetzt muss langsam was kommen...
01.11.2025 - 10:57 Uhr
Aus taktischer Sicht war das Spiel gegen Augsburg mit Ball sehr schlecht und gegen den Ball in Ordnung, denke ich.
Ich würde das aber auch nicht überbewerten wollen. Meiner Meinung nach hätten wir sicherlich offensiv zugelegt, wenn wir nicht in Führung gelegen hätten. Vermutlich hätte Kovac dann mehr Spieler nach vorne beordert und aggressiver pressen lassen. Dann hätte es wahrscheinlich mehr Chancen für uns gegeben.
Allerdings ändern solche Maßnahmen nicht wirklich etwas an unseren Problemen im Ballbesitz. Es geht bei Kovacs Maßnahmen schließlich im Wesentlichen darum, mehr Spieler nach vorne zu bringen und das Risiko zu erhöhen; also die Absicherung ein Stück weit aufzugeben, um mehr Torgefahr zu erzeugen.
Von daher kann man das Augsburg Spiel schon heranziehen, um unsere Probleme mit Ball zu verdeutlichen.
Es ist auch nicht so, dass Kovac sehr spielschwach aufgestellt hätte. Mit Brandt und Chukwuemeka vorne, Nmecha auf der Sechs, Couto statt Ryerson, auch Groß statt beispielsweise Sabitzer, war das schon sehr spielstark gemessen an den Möglichkeiten des Kaders. Beier fiel da noch am meisten ab in dem Punkt. Aber zumindest besetzte Kovac mit Beier die Schiene offensiv, was eigentlich auch helfen sollte, Torgefahr zu erzeugen.
Jedenfalls waren die Schwierigkeiten, die wir im Ballbesitz hatten, weniger ein Problem der individuellen Fähigkeiten unserer Spieler, sondern ein taktisches, meiner Meinung nach.
Berücksichtigen muss man aber natürlich auch Augsburgs Herangehensweise. Sie verteidigten sehr kompakt. Offene Räume gab's für uns daher nicht geschenkt, sondern mussten eigentlich, das Tor war die Ausnahme, mit gutem Fußball erspielt werden.
Augsburg wählte daher genau die Taktik, die unsere spielerischen Schwächen aufzeigt. Ein Gegner, der mutiger nach vorne verteidigt, bietet hingegen eher mal offene Räume, wie auch Gegner, die mit mehr Risiko aufbauen und die ein oder andere Umschaltsituation zu lassen. Dann können wir schnell und geradlinig nach vorne spielen, was uns mehr liegt.
Gegen Augsburg mussten wir hingegen eher aus ruhigen Ballbesitzphasen heraus kreieren. Wie geschrieben, ist das nicht immer so sehr gefordert und wurde schon öfters durch andere Offensiv-Elemente ausgeglichen. Andererseits hat man diese ruhigen Ballbesitzphasen in jedem Spiel und darin gut zu sein, ist immer ein Plus.
Alles in allem halte ich das Augsburg Spiel daher für ein gutes Beispiel, um unsere taktischen Probleme im Ballbesitz zu analysieren.
Woran lag es also?
Ich denke, die Muster sind immer dieselben. Wir lassen uns von kompakten Abwehrreihen immer wieder nach außen drängen. Wir versuchen dann wenig in den gegnerischen Abwehrblock hineinzuspielen. Witziger geschah das aber vor unserem Tor. Hier konnte man dann sehen, dass sogar ein schlechter Pass für Gefahr sorgen kann, eben weil man schon direkt vor dem Tor ist.
Jedenfalls zeigt unsere Heatmap, dass wir kaum in die zentralen, offensiven Räume vor dem gegnerischen Strafraum spielten.
Mit unserem Spiel über die Außen ist es dann schwer zu Abschlüssen zu kommen, wenn der Gegner hinten viele Leute hat und auch die Außen kompakt verteidigt.
Der taktische Vorteil für uns ist aber, dass Ballverluste außen weniger Umschaltmomente für den Gegner ermöglichen. Hier spielen höchstwahrscheinlich also Überlegungen bezüglich der Defensive hinein. Das hilft aber eben nicht, wenn man mehr Torgefahr benötigt.
Teilweise probierten wir, uns außen durchzukombinieren. Hier fand ich uns teilweise unsauber. Die Räume waren eng und erforderten Präzision. Da fehlte es dann öfters etwas an Abstimmung, Timing und Passgenauigkeit. Ich vermute, dass das daran liegt, dass dies kein Fokus im Training ist. Denn wie geschrieben, hatten wir durchaus die individuelle Qualität dafür auf dem Platz, meiner Meinung nach. Ich fand dann beispielsweise, dass bei Augsburg die Abstimmung im Kombinationsspiel in engen Räumen besser war. Das lag wohl nicht an der individuellen Qualität. Aber man konnte sehen, dass sie diese Räume suchen und bespielen wollen. Das wurde sicherlich viel trainiert. Mit mehr Qualität wie bei uns, sollte das besser funktionieren.
Ein weiterer Punkt in diesem Kombinationsspiel sind die Verbindungen zu anderen Räumen. Wir überlagern öfters eine Seite und versuchen dann vereinzelt die Kombinationen. Aber Mitspieler in benachbarten Räumen sind kaum beteiligt und bieten sich auch selten an, bis auf die defensive Rückpassoption an der Außenbahn.
Jedenfalls können wir dadurch kaum wieder ins Zentrum spielen, uns Druck auf der Außenbahn entziehen und schnell durchs Zentrum in offenere Räume verlagern.
Das sind im wesentlichen die Potenziale, die ich in ruhigen Ballbesitzphasen vermute. Wenn wir diese Elemente einbringen könnten, sollten wir torgefährlicher werden, denke ich.
Aber wie geschrieben, kann das Risiko für gefährliche Ballverluste dadurch steigen. Andererseits muss das aber nicht sein. Denn es kann eben auch zu mehr Dominanz und Kontrolle führen, wenn man den Gegner spielerisch beherrscht. Damit würde dann die Defensive wiederum deutlich gestärkt werden. Aber das so umzusetzen, ist schwierig und komplex. Kovac möchte es den Spielern eher leicht machen, was zu Spielern wie Kobel oder Ryerson sicherlich auch besser passt. Dennoch gibt's hier Potenziale, die wir vermutlich nicht einfach ungenutzt lassen dürfen.
Ich würde das aber auch nicht überbewerten wollen. Meiner Meinung nach hätten wir sicherlich offensiv zugelegt, wenn wir nicht in Führung gelegen hätten. Vermutlich hätte Kovac dann mehr Spieler nach vorne beordert und aggressiver pressen lassen. Dann hätte es wahrscheinlich mehr Chancen für uns gegeben.
Allerdings ändern solche Maßnahmen nicht wirklich etwas an unseren Problemen im Ballbesitz. Es geht bei Kovacs Maßnahmen schließlich im Wesentlichen darum, mehr Spieler nach vorne zu bringen und das Risiko zu erhöhen; also die Absicherung ein Stück weit aufzugeben, um mehr Torgefahr zu erzeugen.
Von daher kann man das Augsburg Spiel schon heranziehen, um unsere Probleme mit Ball zu verdeutlichen.
Es ist auch nicht so, dass Kovac sehr spielschwach aufgestellt hätte. Mit Brandt und Chukwuemeka vorne, Nmecha auf der Sechs, Couto statt Ryerson, auch Groß statt beispielsweise Sabitzer, war das schon sehr spielstark gemessen an den Möglichkeiten des Kaders. Beier fiel da noch am meisten ab in dem Punkt. Aber zumindest besetzte Kovac mit Beier die Schiene offensiv, was eigentlich auch helfen sollte, Torgefahr zu erzeugen.
Jedenfalls waren die Schwierigkeiten, die wir im Ballbesitz hatten, weniger ein Problem der individuellen Fähigkeiten unserer Spieler, sondern ein taktisches, meiner Meinung nach.
Berücksichtigen muss man aber natürlich auch Augsburgs Herangehensweise. Sie verteidigten sehr kompakt. Offene Räume gab's für uns daher nicht geschenkt, sondern mussten eigentlich, das Tor war die Ausnahme, mit gutem Fußball erspielt werden.
Augsburg wählte daher genau die Taktik, die unsere spielerischen Schwächen aufzeigt. Ein Gegner, der mutiger nach vorne verteidigt, bietet hingegen eher mal offene Räume, wie auch Gegner, die mit mehr Risiko aufbauen und die ein oder andere Umschaltsituation zu lassen. Dann können wir schnell und geradlinig nach vorne spielen, was uns mehr liegt.
Gegen Augsburg mussten wir hingegen eher aus ruhigen Ballbesitzphasen heraus kreieren. Wie geschrieben, ist das nicht immer so sehr gefordert und wurde schon öfters durch andere Offensiv-Elemente ausgeglichen. Andererseits hat man diese ruhigen Ballbesitzphasen in jedem Spiel und darin gut zu sein, ist immer ein Plus.
Alles in allem halte ich das Augsburg Spiel daher für ein gutes Beispiel, um unsere taktischen Probleme im Ballbesitz zu analysieren.
Woran lag es also?
Ich denke, die Muster sind immer dieselben. Wir lassen uns von kompakten Abwehrreihen immer wieder nach außen drängen. Wir versuchen dann wenig in den gegnerischen Abwehrblock hineinzuspielen. Witziger geschah das aber vor unserem Tor. Hier konnte man dann sehen, dass sogar ein schlechter Pass für Gefahr sorgen kann, eben weil man schon direkt vor dem Tor ist.
Jedenfalls zeigt unsere Heatmap, dass wir kaum in die zentralen, offensiven Räume vor dem gegnerischen Strafraum spielten.
Mit unserem Spiel über die Außen ist es dann schwer zu Abschlüssen zu kommen, wenn der Gegner hinten viele Leute hat und auch die Außen kompakt verteidigt.
Der taktische Vorteil für uns ist aber, dass Ballverluste außen weniger Umschaltmomente für den Gegner ermöglichen. Hier spielen höchstwahrscheinlich also Überlegungen bezüglich der Defensive hinein. Das hilft aber eben nicht, wenn man mehr Torgefahr benötigt.
Teilweise probierten wir, uns außen durchzukombinieren. Hier fand ich uns teilweise unsauber. Die Räume waren eng und erforderten Präzision. Da fehlte es dann öfters etwas an Abstimmung, Timing und Passgenauigkeit. Ich vermute, dass das daran liegt, dass dies kein Fokus im Training ist. Denn wie geschrieben, hatten wir durchaus die individuelle Qualität dafür auf dem Platz, meiner Meinung nach. Ich fand dann beispielsweise, dass bei Augsburg die Abstimmung im Kombinationsspiel in engen Räumen besser war. Das lag wohl nicht an der individuellen Qualität. Aber man konnte sehen, dass sie diese Räume suchen und bespielen wollen. Das wurde sicherlich viel trainiert. Mit mehr Qualität wie bei uns, sollte das besser funktionieren.
Ein weiterer Punkt in diesem Kombinationsspiel sind die Verbindungen zu anderen Räumen. Wir überlagern öfters eine Seite und versuchen dann vereinzelt die Kombinationen. Aber Mitspieler in benachbarten Räumen sind kaum beteiligt und bieten sich auch selten an, bis auf die defensive Rückpassoption an der Außenbahn.
Jedenfalls können wir dadurch kaum wieder ins Zentrum spielen, uns Druck auf der Außenbahn entziehen und schnell durchs Zentrum in offenere Räume verlagern.
Das sind im wesentlichen die Potenziale, die ich in ruhigen Ballbesitzphasen vermute. Wenn wir diese Elemente einbringen könnten, sollten wir torgefährlicher werden, denke ich.
Aber wie geschrieben, kann das Risiko für gefährliche Ballverluste dadurch steigen. Andererseits muss das aber nicht sein. Denn es kann eben auch zu mehr Dominanz und Kontrolle führen, wenn man den Gegner spielerisch beherrscht. Damit würde dann die Defensive wiederum deutlich gestärkt werden. Aber das so umzusetzen, ist schwierig und komplex. Kovac möchte es den Spielern eher leicht machen, was zu Spielern wie Kobel oder Ryerson sicherlich auch besser passt. Dennoch gibt's hier Potenziale, die wir vermutlich nicht einfach ungenutzt lassen dürfen.
06.11.2025 - 08:46 Uhr
Zitat von BVBFK
Da hast du natürlich Recht. Siehe heute, wo beide 6-er keinen Zugriff hatten und Foden zwei Mal ohne Begleitung genau das identische Tor sxhießen könnte.
Zitat von prueglbueschl
Natürlich ist das grundsätzlich möglich. Siehe Bayern. Man sollte defensive Stabilität aber nicht auf die letzte Reihe reduzieren. Verteidigen gegen den Ball ist eine Teamaufgabe und da muss jeder dazu beitragen.
Zitat von BVBFK
Kann mir jemand eine Einschätzung dazu geben, ob die aktuelle Defensive Stabilität auch mit einer 4-er Kette möglich ist?
Eigentlich sollte das doch möglich sein, weil man eben sogar 4 Spieler in der letzten Reihe hat und nicht nur, wie das heute oft der Fall war, 3. Die AVs agieren natürlich dann nicht so offensiv wie in einer 3-er Kette, weil die Breite Ben die Dlügelspieler geben, aber kleine Ausflüge nach vorne gibt's ab und zu bestimmt trotzdem.
Kann mir jemand eine Einschätzung dazu geben, ob die aktuelle Defensive Stabilität auch mit einer 4-er Kette möglich ist?
Eigentlich sollte das doch möglich sein, weil man eben sogar 4 Spieler in der letzten Reihe hat und nicht nur, wie das heute oft der Fall war, 3. Die AVs agieren natürlich dann nicht so offensiv wie in einer 3-er Kette, weil die Breite Ben die Dlügelspieler geben, aber kleine Ausflüge nach vorne gibt's ab und zu bestimmt trotzdem.
Natürlich ist das grundsätzlich möglich. Siehe Bayern. Man sollte defensive Stabilität aber nicht auf die letzte Reihe reduzieren. Verteidigen gegen den Ball ist eine Teamaufgabe und da muss jeder dazu beitragen.
Da hast du natürlich Recht. Siehe heute, wo beide 6-er keinen Zugriff hatten und Foden zwei Mal ohne Begleitung genau das identische Tor sxhießen könnte.
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Grundsätzlich spricht meines Erachtens zwar grundsätzlich nichts gegen eine 3er Kette, aber die muss eben immer so ausgelegt sein, dass sie problemlos in eine 4er Kette übergehen kann. Auch im Ballbesitz muss das Personal das hergeben, weil hierdurch eben auch schon zumeist die Startpositionen gegen den Ball bestimmt werden. Das ist bei uns aber unter Kovac noch nie der Fall gewesen!
Bei Gegentor 2 ist es im Kern dieselbe Grundproblematik, weil Svensson nicht mehr rechtzeitig auf seine Seite zurückverschieben kann. Dadurch wird Bensebaini wieder zum LV und man verteidigt es grundsätzlich, wie in einer 4er Kette auf der linken Seite, wobei Svensson rechts eben irgendwo versucht die 5er Kette aufrecht zu erhalten, indem er sich als RIV einsortiert. Da es gegen Savinho individuell eben so viele Probleme gab, zieht Nmecha raus, um zu unterstützen, was Savinho aber abwehrt, indem er schnell zur Grundlinie zieht und damit Bensebaini unter Druck setzt, um das 1gg1 zu erhalten, statt in ein 1gg2 zu müssen. Kobel muss an den abgefälschten Ball und ab da wird dann der tiefe Schwerpunkt mit 7 Mann hinter dem 11er Punkt kritisch, weil es gar keine Zuordnung mehr gibt und rausgeschoben werden muss. Doku wehrt das dann genauso ab, wie zuvor Savinho, indem er es einfach für ein 1gg1 gegen Ryerson nutzt und zur Grundlinie zieht. Anton muss raus, weil Ryerson zu leicht geschlagen wird, während Bensebaini beim Rausrücken Haland freiläuft, weil natürlich auch Schlotterbeck wiederum auf Anton reagiert und freier Mann bleiben soll. Spätestens in diesem Moment ist es wieder eine astreine 4er Kette, weil Svensson nicht in der 3er Kette bleibt beim Rausrücken, um den Rückraum zuzumachen und in dem Fall effektiv O'Reilly halbwegs aufnehmen zu können.
Im Grunde zeigt die Szene daher ein Paradoxon: einerseits behauptet sie, dass die 4er Kette defensiv per se nicht stabil sein wird in der Besetzung. Andererseits behauptet sie aber auch, dass die 3er Kette sich gar nicht immer aussuchen kann, ob sie nun konsequent eine 3er Kette sein kann oder nicht. Die 3er Kette kann eben grundsätzlich in die 4er Kette gezwungen werden, die nicht stabil ist, was effektiv nichts anderes bedeutet, dass die 3er Kette eben auch nicht grundsätzlich stabil sein kann. Die 3er Kette hat vor allem dann ihre Vorteile, so wie wir sie spielen, wenn wir im tiefen Block das Zentrum konsequent verteidigen. Dann behalten wir in aller Regel viele Mann zwischen Ball und Tor, womit Zweikämpfe vermieden werden können oder unkritischer werden. Ballbesitzbereinigt ist schließlich recht interessant, dass wir nur durchschnittlich viele Zweikämpfe in Relation zur Zeit gegen den Ball führen (30,9 je 90 Minuten gegen den Ball, gegenüber 29,6 im Liga-MW).
Überspitzt gesagt, sorgt die 3er Kette also nur dafür, dass individuelle Probleme versteckt werden. Häufiger, aber nicht immer. Sobald wir aber irgendwo damit versuchen rauszurücken - nicht nur gegen den Ball - oder gar vorne im Pressing Druck zu machen, wofür es nun mal immer gute Gründe geben wird, fehlen uns dort eigentlich die Spieler dafür, wodurch wir hinten etwas auflösen müssen und somit Stabilität riskieren. Also eigentlich völlig egal, ob 3er oder 4er Kette, wobei die 4er Kette eben gar nicht so sehr für das Grundproblem sorgen würde, dass vorne Mannstärke fehlt. In der Theorie sollte die 4er Kette daher einen höheren und konstanteren Pressingdruck ermöglichen und grundsätzlich auch für weniger Unterzahl im Zentrum, was jeweils stabilisierende Faktoren sein sollten, obwohl in der Kette selbst einige Defizite seltener versteckt werden können (vor allem das Problem gegen bewegliche Tempospieler werden wir mit dem vorhandenen Personal nicht in den Griff bekommen).
Deswegen - und daran hapert es unter Kovac in der Entwicklung von Anfang an und daher systemunabhängig - müsste man den Hauptstabilisator gegen den Ball eigentlich schon im eigenen Ballbesitz entwickeln. Dahingehend sehe ich bei 4er Kette die klar besseren Chancen, weil eben die 3er Kette so starr ist, aber nicht permanent 3 IV gebraucht werden, wenn man am Ball ist ...
War bisschen schlecht von mir ausgedrückt, aber meine Frage ist eher, ob es realistisch ist, dass eine 4-er Kette so wie Kovac spielt, die Stabilität auch hinbekommt. Ohne Can dann auf der 6
Nein, aber was ist mittelfristig die Alternative dazu?
06.11.2025 - 20:20 Uhr
Zitat von BVBBC
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Grundsätzlich spricht meines Erachtens zwar grundsätzlich nichts gegen eine 3er Kette, aber die muss eben immer so ausgelegt sein, dass sie problemlos in eine 4er Kette übergehen kann. Auch im Ballbesitz muss das Personal das hergeben, weil hierdurch eben auch schon zumeist die Startpositionen gegen den Ball bestimmt werden. Das ist bei uns aber unter Kovac noch nie der Fall gewesen!
Bei Gegentor 2 ist es im Kern dieselbe Grundproblematik, weil Svensson nicht mehr rechtzeitig auf seine Seite zurückverschieben kann. Dadurch wird Bensebaini wieder zum LV und man verteidigt es grundsätzlich, wie in einer 4er Kette auf der linken Seite, wobei Svensson rechts eben irgendwo versucht die 5er Kette aufrecht zu erhalten, indem er sich als RIV einsortiert. Da es gegen Savinho individuell eben so viele Probleme gab, zieht Nmecha raus, um zu unterstützen, was Savinho aber abwehrt, indem er schnell zur Grundlinie zieht und damit Bensebaini unter Druck setzt, um das 1gg1 zu erhalten, statt in ein 1gg2 zu müssen. Kobel muss an den abgefälschten Ball und ab da wird dann der tiefe Schwerpunkt mit 7 Mann hinter dem 11er Punkt kritisch, weil es gar keine Zuordnung mehr gibt und rausgeschoben werden muss. Doku wehrt das dann genauso ab, wie zuvor Savinho, indem er es einfach für ein 1gg1 gegen Ryerson nutzt und zur Grundlinie zieht. Anton muss raus, weil Ryerson zu leicht geschlagen wird, während Bensebaini beim Rausrücken Haland freiläuft, weil natürlich auch Schlotterbeck wiederum auf Anton reagiert und freier Mann bleiben soll. Spätestens in diesem Moment ist es wieder eine astreine 4er Kette, weil Svensson nicht in der 3er Kette bleibt beim Rausrücken, um den Rückraum zuzumachen und in dem Fall effektiv O'Reilly halbwegs aufnehmen zu können.
Im Grunde zeigt die Szene daher ein Paradoxon: einerseits behauptet sie, dass die 4er Kette defensiv per se nicht stabil sein wird in der Besetzung. Andererseits behauptet sie aber auch, dass die 3er Kette sich gar nicht immer aussuchen kann, ob sie nun konsequent eine 3er Kette sein kann oder nicht. Die 3er Kette kann eben grundsätzlich in die 4er Kette gezwungen werden, die nicht stabil ist, was effektiv nichts anderes bedeutet, dass die 3er Kette eben auch nicht grundsätzlich stabil sein kann. Die 3er Kette hat vor allem dann ihre Vorteile, so wie wir sie spielen, wenn wir im tiefen Block das Zentrum konsequent verteidigen. Dann behalten wir in aller Regel viele Mann zwischen Ball und Tor, womit Zweikämpfe vermieden werden können oder unkritischer werden. Ballbesitzbereinigt ist schließlich recht interessant, dass wir nur durchschnittlich viele Zweikämpfe in Relation zur Zeit gegen den Ball führen (30,9 je 90 Minuten gegen den Ball, gegenüber 29,6 im Liga-MW).
Überspitzt gesagt, sorgt die 3er Kette also nur dafür, dass individuelle Probleme versteckt werden. Häufiger, aber nicht immer. Sobald wir aber irgendwo damit versuchen rauszurücken - nicht nur gegen den Ball - oder gar vorne im Pressing Druck zu machen, wofür es nun mal immer gute Gründe geben wird, fehlen uns dort eigentlich die Spieler dafür, wodurch wir hinten etwas auflösen müssen und somit Stabilität riskieren. Also eigentlich völlig egal, ob 3er oder 4er Kette, wobei die 4er Kette eben gar nicht so sehr für das Grundproblem sorgen würde, dass vorne Mannstärke fehlt. In der Theorie sollte die 4er Kette daher einen höheren und konstanteren Pressingdruck ermöglichen und grundsätzlich auch für weniger Unterzahl im Zentrum, was jeweils stabilisierende Faktoren sein sollten, obwohl in der Kette selbst einige Defizite seltener versteckt werden können (vor allem das Problem gegen bewegliche Tempospieler werden wir mit dem vorhandenen Personal nicht in den Griff bekommen).
Deswegen - und daran hapert es unter Kovac in der Entwicklung von Anfang an und daher systemunabhängig - müsste man den Hauptstabilisator gegen den Ball eigentlich schon im eigenen Ballbesitz entwickeln. Dahingehend sehe ich bei 4er Kette die klar besseren Chancen, weil eben die 3er Kette so starr ist, aber nicht permanent 3 IV gebraucht werden, wenn man am Ball ist ...
War bisschen schlecht von mir ausgedrückt, aber meine Frage ist eher, ob es realistisch ist, dass eine 4-er Kette so wie Kovac spielt, die Stabilität auch hinbekommt. Ohne Can dann auf der 6
Nein, aber was ist mittelfristig die Alternative dazu?
Zitat von BVBFK
Da hast du natürlich Recht. Siehe heute, wo beide 6-er keinen Zugriff hatten und Foden zwei Mal ohne Begleitung genau das identische Tor sxhießen könnte.
Zitat von prueglbueschl
Natürlich ist das grundsätzlich möglich. Siehe Bayern. Man sollte defensive Stabilität aber nicht auf die letzte Reihe reduzieren. Verteidigen gegen den Ball ist eine Teamaufgabe und da muss jeder dazu beitragen.
Zitat von BVBFK
Kann mir jemand eine Einschätzung dazu geben, ob die aktuelle Defensive Stabilität auch mit einer 4-er Kette möglich ist?
Eigentlich sollte das doch möglich sein, weil man eben sogar 4 Spieler in der letzten Reihe hat und nicht nur, wie das heute oft der Fall war, 3. Die AVs agieren natürlich dann nicht so offensiv wie in einer 3-er Kette, weil die Breite Ben die Dlügelspieler geben, aber kleine Ausflüge nach vorne gibt's ab und zu bestimmt trotzdem.
Kann mir jemand eine Einschätzung dazu geben, ob die aktuelle Defensive Stabilität auch mit einer 4-er Kette möglich ist?
Eigentlich sollte das doch möglich sein, weil man eben sogar 4 Spieler in der letzten Reihe hat und nicht nur, wie das heute oft der Fall war, 3. Die AVs agieren natürlich dann nicht so offensiv wie in einer 3-er Kette, weil die Breite Ben die Dlügelspieler geben, aber kleine Ausflüge nach vorne gibt's ab und zu bestimmt trotzdem.
Natürlich ist das grundsätzlich möglich. Siehe Bayern. Man sollte defensive Stabilität aber nicht auf die letzte Reihe reduzieren. Verteidigen gegen den Ball ist eine Teamaufgabe und da muss jeder dazu beitragen.
Da hast du natürlich Recht. Siehe heute, wo beide 6-er keinen Zugriff hatten und Foden zwei Mal ohne Begleitung genau das identische Tor sxhießen könnte.
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Grundsätzlich spricht meines Erachtens zwar grundsätzlich nichts gegen eine 3er Kette, aber die muss eben immer so ausgelegt sein, dass sie problemlos in eine 4er Kette übergehen kann. Auch im Ballbesitz muss das Personal das hergeben, weil hierdurch eben auch schon zumeist die Startpositionen gegen den Ball bestimmt werden. Das ist bei uns aber unter Kovac noch nie der Fall gewesen!
Bei Gegentor 2 ist es im Kern dieselbe Grundproblematik, weil Svensson nicht mehr rechtzeitig auf seine Seite zurückverschieben kann. Dadurch wird Bensebaini wieder zum LV und man verteidigt es grundsätzlich, wie in einer 4er Kette auf der linken Seite, wobei Svensson rechts eben irgendwo versucht die 5er Kette aufrecht zu erhalten, indem er sich als RIV einsortiert. Da es gegen Savinho individuell eben so viele Probleme gab, zieht Nmecha raus, um zu unterstützen, was Savinho aber abwehrt, indem er schnell zur Grundlinie zieht und damit Bensebaini unter Druck setzt, um das 1gg1 zu erhalten, statt in ein 1gg2 zu müssen. Kobel muss an den abgefälschten Ball und ab da wird dann der tiefe Schwerpunkt mit 7 Mann hinter dem 11er Punkt kritisch, weil es gar keine Zuordnung mehr gibt und rausgeschoben werden muss. Doku wehrt das dann genauso ab, wie zuvor Savinho, indem er es einfach für ein 1gg1 gegen Ryerson nutzt und zur Grundlinie zieht. Anton muss raus, weil Ryerson zu leicht geschlagen wird, während Bensebaini beim Rausrücken Haland freiläuft, weil natürlich auch Schlotterbeck wiederum auf Anton reagiert und freier Mann bleiben soll. Spätestens in diesem Moment ist es wieder eine astreine 4er Kette, weil Svensson nicht in der 3er Kette bleibt beim Rausrücken, um den Rückraum zuzumachen und in dem Fall effektiv O'Reilly halbwegs aufnehmen zu können.
Im Grunde zeigt die Szene daher ein Paradoxon: einerseits behauptet sie, dass die 4er Kette defensiv per se nicht stabil sein wird in der Besetzung. Andererseits behauptet sie aber auch, dass die 3er Kette sich gar nicht immer aussuchen kann, ob sie nun konsequent eine 3er Kette sein kann oder nicht. Die 3er Kette kann eben grundsätzlich in die 4er Kette gezwungen werden, die nicht stabil ist, was effektiv nichts anderes bedeutet, dass die 3er Kette eben auch nicht grundsätzlich stabil sein kann. Die 3er Kette hat vor allem dann ihre Vorteile, so wie wir sie spielen, wenn wir im tiefen Block das Zentrum konsequent verteidigen. Dann behalten wir in aller Regel viele Mann zwischen Ball und Tor, womit Zweikämpfe vermieden werden können oder unkritischer werden. Ballbesitzbereinigt ist schließlich recht interessant, dass wir nur durchschnittlich viele Zweikämpfe in Relation zur Zeit gegen den Ball führen (30,9 je 90 Minuten gegen den Ball, gegenüber 29,6 im Liga-MW).
Überspitzt gesagt, sorgt die 3er Kette also nur dafür, dass individuelle Probleme versteckt werden. Häufiger, aber nicht immer. Sobald wir aber irgendwo damit versuchen rauszurücken - nicht nur gegen den Ball - oder gar vorne im Pressing Druck zu machen, wofür es nun mal immer gute Gründe geben wird, fehlen uns dort eigentlich die Spieler dafür, wodurch wir hinten etwas auflösen müssen und somit Stabilität riskieren. Also eigentlich völlig egal, ob 3er oder 4er Kette, wobei die 4er Kette eben gar nicht so sehr für das Grundproblem sorgen würde, dass vorne Mannstärke fehlt. In der Theorie sollte die 4er Kette daher einen höheren und konstanteren Pressingdruck ermöglichen und grundsätzlich auch für weniger Unterzahl im Zentrum, was jeweils stabilisierende Faktoren sein sollten, obwohl in der Kette selbst einige Defizite seltener versteckt werden können (vor allem das Problem gegen bewegliche Tempospieler werden wir mit dem vorhandenen Personal nicht in den Griff bekommen).
Deswegen - und daran hapert es unter Kovac in der Entwicklung von Anfang an und daher systemunabhängig - müsste man den Hauptstabilisator gegen den Ball eigentlich schon im eigenen Ballbesitz entwickeln. Dahingehend sehe ich bei 4er Kette die klar besseren Chancen, weil eben die 3er Kette so starr ist, aber nicht permanent 3 IV gebraucht werden, wenn man am Ball ist ...
War bisschen schlecht von mir ausgedrückt, aber meine Frage ist eher, ob es realistisch ist, dass eine 4-er Kette so wie Kovac spielt, die Stabilität auch hinbekommt. Ohne Can dann auf der 6
Nein, aber was ist mittelfristig die Alternative dazu?
Ich will nur eins vorwegschicken: ich bin gleichsam weiterhin der Überzeugung, dass eine Viererkette auf vielen Ebenen sinnvoller zu implementieren wäre:
- Unsere Schienen sind nicht von Schienenspielern besetzt,l. Selbst bei Couto muss man von Einschränkungen sprechen, da er weder sehr gut darin ist, 1gg1 Situationen auszuspielen trotz seiner Technik, noch das Tempo hat, um darüber die Außen zu bespielen.
- Unsere IV sind nur teilweise geeignet für eine proaktive Dreierkette, da Bensebaini trotz einer bis hierhin guten Runde taktisch nicht gut genug ist, Anton etwas zu langsam und inzwischen dadurch auch passiver ist im Vorwärtsverteidigen und Süle sowieso viel zu passiv geworden ist. Einzig Schlotterbeck und Anselmino (der aber nur geliehen ist) scheinen mir die Dreierkette so spielen zu können, wie man sie bräuchte, nämlich zum Beispiel gut darin durchzuschieben, statt sich tief fallen zu lassen
- unsere ZM können egal in welcher Kombination kaum den fehlenden Mann ausgleichen, um das Zentrum sowohl im Hinblick auf die defensive Absicherung (s. den Punkt mit den IV) als auch im Hinblick auf Anforderungen für die Spielverbindung und die Kreativität zu besetzen. Ggf würden wir mit Nmecha/Bellingham noch potentiell das meiste bekommen, aber auch heir müsste zumindest Kreativität andernorts erzeugt werden
- unsere offensive Dreierreihe besteht effektiv aus einer Zweierreihe, da der LOA leider noch viel zu oft in der Luft hängt und kaum nach der Überlagerung auf rechts über einen schnellen Wechsel gesucht wird, einerseits weil.uns dazu die Spieler dort rechts fehlen,(Ryerson macht das nicht. Couto.auch nicht, aus anderen Gründen und Sabitzer/Groß suchen dort dann sich öfter selbst die Flanke), weil wir andererseits die Überlagerung eher nutzen, um Guirassy im Strafraum anzuspielen. Leider gerät das zunehmend leicht zu verteidigen. Wie oft segelt der Ball von der Strafraumkante in Richtung unseres MS, der dann etwas völlig Überragendes machen müsste, um daraus etwas zu drehen.
Der leichteste Weg, diese Schwächen anzugehen, wäre sicherlich, die zusätzliche Absicherung eines weiteren IV aufzugeben und das MF zu stärken. Zumal die drei IV schon immer in bestimmten Siutatuonen anfällig waren für Zuordnungsprobleme, wie wir sie gestern gegen ein zugegeben sehr passstarkes City sehen durften.
Ich glaube allerdings noch nicht an eine Abkehr vom Ansatz und.möchte den Fokus auf drei Schwachstellen legen, von denen wir zwei sofort, die andere durch einen Transfer im Winter angehen könnten.
1. Der RIV muss eigentlich imstande sein, zum RV zu werden, damit der RAV wirklich RA, und der ROA ins Halbfeld rücken kann. Dadurch könnte der RZM auch mehr seinen verbindenden Aufgaben nachgehen, indem er nicht so sehr nach außen driften muss. Im Moment traue ich das nur Anselmino zu.
2. Der RV muss ein verkappter ROA sein, der schnell und gut im 1gg1 sein sollte. Denn wie oft kriegt Ryerson den Ball durch eine Verlagerung und steht eigentlich gut.für ein 1gg1 ohne dass wir diese Situation je nutzen würden. Fürs Erste könnte ich mir das allenfalls mit Adeyemi vorstellen, auch wenn ich den eigentlich lieber noch stärker im Zentrum sehe; allerdings spielt er faktisch auch jetzt schon immer wieder einen ähnlich gelagerten Part und ist weniger in den Halbräumen um und in dem Strafraum. Voraussetzung ist und bleibt, dass Anselmino maximal aggressiv raus und vorrückt.
3. Der LAV muss konsequent die Breite halten. Ich halte nichts davon, Beier/Brandt/Chukwuemeka oder wer auch immer den LOA gibt (so unterschiedlich die Profile auch sind, sie alle sollten nicht den alleinigen Breitengeber auf Höhe der Mittellinie im.Schnitt geben) auf den Außen zu parken. Sie alle.müssen einrücken, folglich muss Svensson breit stehen.
Meine Befürchtung zu Saisonbeginn, dass wir bei dem System.einen, eher zwei AV zu wenig geholt haben, bewahrheitet sich zunehmend. Dies müssen wir Im Winter korrigieren. Ich könnte mir die Aufstellung bis dahin so vorstellen und würde diese Variante so interpretieren, dass Schlotterbeck und Anton die IV, Anselmino den RV und Svensson realtaktisch den LV gibt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mogli99 am 06.11.2025 um 20:25 Uhr bearbeitet
06.11.2025 - 22:09 Uhr
Zitat von Mogli99
Ich will nur eins vorwegschicken: ich bin gleichsam weiterhin der Überzeugung, dass eine Viererkette auf vielen Ebenen sinnvoller zu implementieren wäre:
- Unsere Schienen sind nicht von Schienenspielern besetzt,l. Selbst bei Couto muss man von Einschränkungen sprechen, da er weder sehr gut darin ist, 1gg1 Situationen auszuspielen trotz seiner Technik, noch das Tempo hat, um darüber die Außen zu bespielen.
- Unsere IV sind nur teilweise geeignet für eine proaktive Dreierkette, da Bensebaini trotz einer bis hierhin guten Runde taktisch nicht gut genug ist, Anton etwas zu langsam und inzwischen dadurch auch passiver ist im Vorwärtsverteidigen und Süle sowieso viel zu passiv geworden ist. Einzig Schlotterbeck und Anselmino (der aber nur geliehen ist) scheinen mir die Dreierkette so spielen zu können, wie man sie bräuchte, nämlich zum Beispiel gut darin durchzuschieben, statt sich tief fallen zu lassen
- unsere ZM können egal in welcher Kombination kaum den fehlenden Mann ausgleichen, um das Zentrum sowohl im Hinblick auf die defensive Absicherung (s. den Punkt mit den IV) als auch im Hinblick auf Anforderungen für die Spielverbindung und die Kreativität zu besetzen. Ggf würden wir mit Nmecha/Bellingham noch potentiell das meiste bekommen, aber auch heir müsste zumindest Kreativität andernorts erzeugt werden
- unsere offensive Dreierreihe besteht effektiv aus einer Zweierreihe, da der LOA leider noch viel zu oft in der Luft hängt und kaum nach der Überlagerung auf rechts über einen schnellen Wechsel gesucht wird, einerseits weil.uns dazu die Spieler dort rechts fehlen,(Ryerson macht das nicht. Couto.auch nicht, aus anderen Gründen und Sabitzer/Groß suchen dort dann sich öfter selbst die Flanke), weil wir andererseits die Überlagerung eher nutzen, um Guirassy im Strafraum anzuspielen. Leider gerät das zunehmend leicht zu verteidigen. Wie oft segelt der Ball von der Strafraumkante in Richtung unseres MS, der dann etwas völlig Überragendes machen müsste, um daraus etwas zu drehen.
Der leichteste Weg, diese Schwächen anzugehen, wäre sicherlich, die zusätzliche Absicherung eines weiteren IV aufzugeben und das MF zu stärken. Zumal die drei IV schon immer in bestimmten Siutatuonen anfällig waren für Zuordnungsprobleme, wie wir sie gestern gegen ein zugegeben sehr passstarkes City sehen durften.
Ich glaube allerdings noch nicht an eine Abkehr vom Ansatz und.möchte den Fokus auf drei Schwachstellen legen, von denen wir zwei sofort, die andere durch einen Transfer im Winter angehen könnten.
1. Der RIV muss eigentlich imstande sein, zum RV zu werden, damit der RAV wirklich RA, und der ROA ins Halbfeld rücken kann. Dadurch könnte der RZM auch mehr seinen verbindenden Aufgaben nachgehen, indem er nicht so sehr nach außen driften muss. Im Moment traue ich das nur Anselmino zu.
2. Der RV muss ein verkappter ROA sein, der schnell und gut im 1gg1 sein sollte. Denn wie oft kriegt Ryerson den Ball durch eine Verlagerung und steht eigentlich gut.für ein 1gg1 ohne dass wir diese Situation je nutzen würden. Fürs Erste könnte ich mir das allenfalls mit Adeyemi vorstellen, auch wenn ich den eigentlich lieber noch stärker im Zentrum sehe; allerdings spielt er faktisch auch jetzt schon immer wieder einen ähnlich gelagerten Part und ist weniger in den Halbräumen um und in dem Strafraum. Voraussetzung ist und bleibt, dass Anselmino maximal aggressiv raus und vorrückt.
3. Der LAV muss konsequent die Breite halten. Ich halte nichts davon, Beier/Brandt/Chukwuemeka oder wer auch immer den LOA gibt (so unterschiedlich die Profile auch sind, sie alle sollten nicht den alleinigen Breitengeber auf Höhe der Mittellinie im.Schnitt geben) auf den Außen zu parken. Sie alle.müssen einrücken, folglich muss Svensson breit stehen.
Meine Befürchtung zu Saisonbeginn, dass wir bei dem System.einen, eher zwei AV zu wenig geholt haben, bewahrheitet sich zunehmend. Dies müssen wir Im Winter korrigieren. Ich könnte mir die Aufstellung bis dahin so vorstellen und würde diese Variante so interpretieren, dass Schlotterbeck und Anton die IV, Anselmino den RV und Svensson realtaktisch den LV gibt.
Zitat von BVBBC
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Grundsätzlich spricht meines Erachtens zwar grundsätzlich nichts gegen eine 3er Kette, aber die muss eben immer so ausgelegt sein, dass sie problemlos in eine 4er Kette übergehen kann. Auch im Ballbesitz muss das Personal das hergeben, weil hierdurch eben auch schon zumeist die Startpositionen gegen den Ball bestimmt werden. Das ist bei uns aber unter Kovac noch nie der Fall gewesen!
Bei Gegentor 2 ist es im Kern dieselbe Grundproblematik, weil Svensson nicht mehr rechtzeitig auf seine Seite zurückverschieben kann. Dadurch wird Bensebaini wieder zum LV und man verteidigt es grundsätzlich, wie in einer 4er Kette auf der linken Seite, wobei Svensson rechts eben irgendwo versucht die 5er Kette aufrecht zu erhalten, indem er sich als RIV einsortiert. Da es gegen Savinho individuell eben so viele Probleme gab, zieht Nmecha raus, um zu unterstützen, was Savinho aber abwehrt, indem er schnell zur Grundlinie zieht und damit Bensebaini unter Druck setzt, um das 1gg1 zu erhalten, statt in ein 1gg2 zu müssen. Kobel muss an den abgefälschten Ball und ab da wird dann der tiefe Schwerpunkt mit 7 Mann hinter dem 11er Punkt kritisch, weil es gar keine Zuordnung mehr gibt und rausgeschoben werden muss. Doku wehrt das dann genauso ab, wie zuvor Savinho, indem er es einfach für ein 1gg1 gegen Ryerson nutzt und zur Grundlinie zieht. Anton muss raus, weil Ryerson zu leicht geschlagen wird, während Bensebaini beim Rausrücken Haland freiläuft, weil natürlich auch Schlotterbeck wiederum auf Anton reagiert und freier Mann bleiben soll. Spätestens in diesem Moment ist es wieder eine astreine 4er Kette, weil Svensson nicht in der 3er Kette bleibt beim Rausrücken, um den Rückraum zuzumachen und in dem Fall effektiv O'Reilly halbwegs aufnehmen zu können.
Im Grunde zeigt die Szene daher ein Paradoxon: einerseits behauptet sie, dass die 4er Kette defensiv per se nicht stabil sein wird in der Besetzung. Andererseits behauptet sie aber auch, dass die 3er Kette sich gar nicht immer aussuchen kann, ob sie nun konsequent eine 3er Kette sein kann oder nicht. Die 3er Kette kann eben grundsätzlich in die 4er Kette gezwungen werden, die nicht stabil ist, was effektiv nichts anderes bedeutet, dass die 3er Kette eben auch nicht grundsätzlich stabil sein kann. Die 3er Kette hat vor allem dann ihre Vorteile, so wie wir sie spielen, wenn wir im tiefen Block das Zentrum konsequent verteidigen. Dann behalten wir in aller Regel viele Mann zwischen Ball und Tor, womit Zweikämpfe vermieden werden können oder unkritischer werden. Ballbesitzbereinigt ist schließlich recht interessant, dass wir nur durchschnittlich viele Zweikämpfe in Relation zur Zeit gegen den Ball führen (30,9 je 90 Minuten gegen den Ball, gegenüber 29,6 im Liga-MW).
Überspitzt gesagt, sorgt die 3er Kette also nur dafür, dass individuelle Probleme versteckt werden. Häufiger, aber nicht immer. Sobald wir aber irgendwo damit versuchen rauszurücken - nicht nur gegen den Ball - oder gar vorne im Pressing Druck zu machen, wofür es nun mal immer gute Gründe geben wird, fehlen uns dort eigentlich die Spieler dafür, wodurch wir hinten etwas auflösen müssen und somit Stabilität riskieren. Also eigentlich völlig egal, ob 3er oder 4er Kette, wobei die 4er Kette eben gar nicht so sehr für das Grundproblem sorgen würde, dass vorne Mannstärke fehlt. In der Theorie sollte die 4er Kette daher einen höheren und konstanteren Pressingdruck ermöglichen und grundsätzlich auch für weniger Unterzahl im Zentrum, was jeweils stabilisierende Faktoren sein sollten, obwohl in der Kette selbst einige Defizite seltener versteckt werden können (vor allem das Problem gegen bewegliche Tempospieler werden wir mit dem vorhandenen Personal nicht in den Griff bekommen).
Deswegen - und daran hapert es unter Kovac in der Entwicklung von Anfang an und daher systemunabhängig - müsste man den Hauptstabilisator gegen den Ball eigentlich schon im eigenen Ballbesitz entwickeln. Dahingehend sehe ich bei 4er Kette die klar besseren Chancen, weil eben die 3er Kette so starr ist, aber nicht permanent 3 IV gebraucht werden, wenn man am Ball ist ...
War bisschen schlecht von mir ausgedrückt, aber meine Frage ist eher, ob es realistisch ist, dass eine 4-er Kette so wie Kovac spielt, die Stabilität auch hinbekommt. Ohne Can dann auf der 6
Nein, aber was ist mittelfristig die Alternative dazu?
Zitat von BVBFK
Da hast du natürlich Recht. Siehe heute, wo beide 6-er keinen Zugriff hatten und Foden zwei Mal ohne Begleitung genau das identische Tor sxhießen könnte.
Zitat von prueglbueschl
Natürlich ist das grundsätzlich möglich. Siehe Bayern. Man sollte defensive Stabilität aber nicht auf die letzte Reihe reduzieren. Verteidigen gegen den Ball ist eine Teamaufgabe und da muss jeder dazu beitragen.
Zitat von BVBFK
Kann mir jemand eine Einschätzung dazu geben, ob die aktuelle Defensive Stabilität auch mit einer 4-er Kette möglich ist?
Eigentlich sollte das doch möglich sein, weil man eben sogar 4 Spieler in der letzten Reihe hat und nicht nur, wie das heute oft der Fall war, 3. Die AVs agieren natürlich dann nicht so offensiv wie in einer 3-er Kette, weil die Breite Ben die Dlügelspieler geben, aber kleine Ausflüge nach vorne gibt's ab und zu bestimmt trotzdem.
Kann mir jemand eine Einschätzung dazu geben, ob die aktuelle Defensive Stabilität auch mit einer 4-er Kette möglich ist?
Eigentlich sollte das doch möglich sein, weil man eben sogar 4 Spieler in der letzten Reihe hat und nicht nur, wie das heute oft der Fall war, 3. Die AVs agieren natürlich dann nicht so offensiv wie in einer 3-er Kette, weil die Breite Ben die Dlügelspieler geben, aber kleine Ausflüge nach vorne gibt's ab und zu bestimmt trotzdem.
Natürlich ist das grundsätzlich möglich. Siehe Bayern. Man sollte defensive Stabilität aber nicht auf die letzte Reihe reduzieren. Verteidigen gegen den Ball ist eine Teamaufgabe und da muss jeder dazu beitragen.
Da hast du natürlich Recht. Siehe heute, wo beide 6-er keinen Zugriff hatten und Foden zwei Mal ohne Begleitung genau das identische Tor sxhießen könnte.
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Grundsätzlich spricht meines Erachtens zwar grundsätzlich nichts gegen eine 3er Kette, aber die muss eben immer so ausgelegt sein, dass sie problemlos in eine 4er Kette übergehen kann. Auch im Ballbesitz muss das Personal das hergeben, weil hierdurch eben auch schon zumeist die Startpositionen gegen den Ball bestimmt werden. Das ist bei uns aber unter Kovac noch nie der Fall gewesen!
Bei Gegentor 2 ist es im Kern dieselbe Grundproblematik, weil Svensson nicht mehr rechtzeitig auf seine Seite zurückverschieben kann. Dadurch wird Bensebaini wieder zum LV und man verteidigt es grundsätzlich, wie in einer 4er Kette auf der linken Seite, wobei Svensson rechts eben irgendwo versucht die 5er Kette aufrecht zu erhalten, indem er sich als RIV einsortiert. Da es gegen Savinho individuell eben so viele Probleme gab, zieht Nmecha raus, um zu unterstützen, was Savinho aber abwehrt, indem er schnell zur Grundlinie zieht und damit Bensebaini unter Druck setzt, um das 1gg1 zu erhalten, statt in ein 1gg2 zu müssen. Kobel muss an den abgefälschten Ball und ab da wird dann der tiefe Schwerpunkt mit 7 Mann hinter dem 11er Punkt kritisch, weil es gar keine Zuordnung mehr gibt und rausgeschoben werden muss. Doku wehrt das dann genauso ab, wie zuvor Savinho, indem er es einfach für ein 1gg1 gegen Ryerson nutzt und zur Grundlinie zieht. Anton muss raus, weil Ryerson zu leicht geschlagen wird, während Bensebaini beim Rausrücken Haland freiläuft, weil natürlich auch Schlotterbeck wiederum auf Anton reagiert und freier Mann bleiben soll. Spätestens in diesem Moment ist es wieder eine astreine 4er Kette, weil Svensson nicht in der 3er Kette bleibt beim Rausrücken, um den Rückraum zuzumachen und in dem Fall effektiv O'Reilly halbwegs aufnehmen zu können.
Im Grunde zeigt die Szene daher ein Paradoxon: einerseits behauptet sie, dass die 4er Kette defensiv per se nicht stabil sein wird in der Besetzung. Andererseits behauptet sie aber auch, dass die 3er Kette sich gar nicht immer aussuchen kann, ob sie nun konsequent eine 3er Kette sein kann oder nicht. Die 3er Kette kann eben grundsätzlich in die 4er Kette gezwungen werden, die nicht stabil ist, was effektiv nichts anderes bedeutet, dass die 3er Kette eben auch nicht grundsätzlich stabil sein kann. Die 3er Kette hat vor allem dann ihre Vorteile, so wie wir sie spielen, wenn wir im tiefen Block das Zentrum konsequent verteidigen. Dann behalten wir in aller Regel viele Mann zwischen Ball und Tor, womit Zweikämpfe vermieden werden können oder unkritischer werden. Ballbesitzbereinigt ist schließlich recht interessant, dass wir nur durchschnittlich viele Zweikämpfe in Relation zur Zeit gegen den Ball führen (30,9 je 90 Minuten gegen den Ball, gegenüber 29,6 im Liga-MW).
Überspitzt gesagt, sorgt die 3er Kette also nur dafür, dass individuelle Probleme versteckt werden. Häufiger, aber nicht immer. Sobald wir aber irgendwo damit versuchen rauszurücken - nicht nur gegen den Ball - oder gar vorne im Pressing Druck zu machen, wofür es nun mal immer gute Gründe geben wird, fehlen uns dort eigentlich die Spieler dafür, wodurch wir hinten etwas auflösen müssen und somit Stabilität riskieren. Also eigentlich völlig egal, ob 3er oder 4er Kette, wobei die 4er Kette eben gar nicht so sehr für das Grundproblem sorgen würde, dass vorne Mannstärke fehlt. In der Theorie sollte die 4er Kette daher einen höheren und konstanteren Pressingdruck ermöglichen und grundsätzlich auch für weniger Unterzahl im Zentrum, was jeweils stabilisierende Faktoren sein sollten, obwohl in der Kette selbst einige Defizite seltener versteckt werden können (vor allem das Problem gegen bewegliche Tempospieler werden wir mit dem vorhandenen Personal nicht in den Griff bekommen).
Deswegen - und daran hapert es unter Kovac in der Entwicklung von Anfang an und daher systemunabhängig - müsste man den Hauptstabilisator gegen den Ball eigentlich schon im eigenen Ballbesitz entwickeln. Dahingehend sehe ich bei 4er Kette die klar besseren Chancen, weil eben die 3er Kette so starr ist, aber nicht permanent 3 IV gebraucht werden, wenn man am Ball ist ...
War bisschen schlecht von mir ausgedrückt, aber meine Frage ist eher, ob es realistisch ist, dass eine 4-er Kette so wie Kovac spielt, die Stabilität auch hinbekommt. Ohne Can dann auf der 6
Nein, aber was ist mittelfristig die Alternative dazu?
Ich will nur eins vorwegschicken: ich bin gleichsam weiterhin der Überzeugung, dass eine Viererkette auf vielen Ebenen sinnvoller zu implementieren wäre:
- Unsere Schienen sind nicht von Schienenspielern besetzt,l. Selbst bei Couto muss man von Einschränkungen sprechen, da er weder sehr gut darin ist, 1gg1 Situationen auszuspielen trotz seiner Technik, noch das Tempo hat, um darüber die Außen zu bespielen.
- Unsere IV sind nur teilweise geeignet für eine proaktive Dreierkette, da Bensebaini trotz einer bis hierhin guten Runde taktisch nicht gut genug ist, Anton etwas zu langsam und inzwischen dadurch auch passiver ist im Vorwärtsverteidigen und Süle sowieso viel zu passiv geworden ist. Einzig Schlotterbeck und Anselmino (der aber nur geliehen ist) scheinen mir die Dreierkette so spielen zu können, wie man sie bräuchte, nämlich zum Beispiel gut darin durchzuschieben, statt sich tief fallen zu lassen
- unsere ZM können egal in welcher Kombination kaum den fehlenden Mann ausgleichen, um das Zentrum sowohl im Hinblick auf die defensive Absicherung (s. den Punkt mit den IV) als auch im Hinblick auf Anforderungen für die Spielverbindung und die Kreativität zu besetzen. Ggf würden wir mit Nmecha/Bellingham noch potentiell das meiste bekommen, aber auch heir müsste zumindest Kreativität andernorts erzeugt werden
- unsere offensive Dreierreihe besteht effektiv aus einer Zweierreihe, da der LOA leider noch viel zu oft in der Luft hängt und kaum nach der Überlagerung auf rechts über einen schnellen Wechsel gesucht wird, einerseits weil.uns dazu die Spieler dort rechts fehlen,(Ryerson macht das nicht. Couto.auch nicht, aus anderen Gründen und Sabitzer/Groß suchen dort dann sich öfter selbst die Flanke), weil wir andererseits die Überlagerung eher nutzen, um Guirassy im Strafraum anzuspielen. Leider gerät das zunehmend leicht zu verteidigen. Wie oft segelt der Ball von der Strafraumkante in Richtung unseres MS, der dann etwas völlig Überragendes machen müsste, um daraus etwas zu drehen.
Der leichteste Weg, diese Schwächen anzugehen, wäre sicherlich, die zusätzliche Absicherung eines weiteren IV aufzugeben und das MF zu stärken. Zumal die drei IV schon immer in bestimmten Siutatuonen anfällig waren für Zuordnungsprobleme, wie wir sie gestern gegen ein zugegeben sehr passstarkes City sehen durften.
Ich glaube allerdings noch nicht an eine Abkehr vom Ansatz und.möchte den Fokus auf drei Schwachstellen legen, von denen wir zwei sofort, die andere durch einen Transfer im Winter angehen könnten.
1. Der RIV muss eigentlich imstande sein, zum RV zu werden, damit der RAV wirklich RA, und der ROA ins Halbfeld rücken kann. Dadurch könnte der RZM auch mehr seinen verbindenden Aufgaben nachgehen, indem er nicht so sehr nach außen driften muss. Im Moment traue ich das nur Anselmino zu.
2. Der RV muss ein verkappter ROA sein, der schnell und gut im 1gg1 sein sollte. Denn wie oft kriegt Ryerson den Ball durch eine Verlagerung und steht eigentlich gut.für ein 1gg1 ohne dass wir diese Situation je nutzen würden. Fürs Erste könnte ich mir das allenfalls mit Adeyemi vorstellen, auch wenn ich den eigentlich lieber noch stärker im Zentrum sehe; allerdings spielt er faktisch auch jetzt schon immer wieder einen ähnlich gelagerten Part und ist weniger in den Halbräumen um und in dem Strafraum. Voraussetzung ist und bleibt, dass Anselmino maximal aggressiv raus und vorrückt.
3. Der LAV muss konsequent die Breite halten. Ich halte nichts davon, Beier/Brandt/Chukwuemeka oder wer auch immer den LOA gibt (so unterschiedlich die Profile auch sind, sie alle sollten nicht den alleinigen Breitengeber auf Höhe der Mittellinie im.Schnitt geben) auf den Außen zu parken. Sie alle.müssen einrücken, folglich muss Svensson breit stehen.
Meine Befürchtung zu Saisonbeginn, dass wir bei dem System.einen, eher zwei AV zu wenig geholt haben, bewahrheitet sich zunehmend. Dies müssen wir Im Winter korrigieren. Ich könnte mir die Aufstellung bis dahin so vorstellen und würde diese Variante so interpretieren, dass Schlotterbeck und Anton die IV, Anselmino den RV und Svensson realtaktisch den LV gibt.
Ich stimme dir in sämtlichen Überlegungen zu, hege aber zu deinen Schlussfolgerungen, wie man das noch am ehesten mit dem vorhanden Kader adressieren kann, größere Zweifel.
1. Wenn Anselmino richtig fit wird, brauchst du sein Tempo für die Restverteidigung und daher einen vollkommen anderen Job. Hätten wir einen LSS im Kader, würde ich auf LIV gerne mal Svensson ausprobieren. Wir haben aber keinen LSS, daher fällt das komplett aus. Dass es mit Can als ZIV, der ins DM schiebt, nicht funktionert hat, wissen wir zudem auch schon, weil es zu spielschwach war. Daran hat sich grundsätzlich denke ich nichts geändert, weil eben zu viele Positionen nicht zwingend mit der spielstarken Variante besetzt sind. Am Ende bescheißt man sich allein hier daher schon schnell selbst, da fehlende Optionen für eine fluide Rochade zwischen 3er oder 4er Kette komplett auf das Eine oder Andere festlegen.
2. Damit der RSS Breite geben kann und wirklich sinnvoll zum RA rochieren kann, muss er in meinen Augen zwingend an der Grundlinie durchgehen können. Dahingehend sehe ich Adeyemi nicht besonders stark, weil er sich damit den Ball automatisch auf den falschen Fuß vorlegt. Entsprechend gewähren ihm die Gegenspieler im Zweifel auch eher den Durchbruch zur Grundlinie, als dass sie ihn nach innen ziehen lassen. Sie wissen, dass Adeyemi dort eigentlich nicht hin will und wenn er es doch macht, ist er nicht in einer Situation, in der sich effiziente Aktionen erwarten lassen, sondern viele Ballverluste. An sich kann es nur Duranville daher, aber der ist einerseits kaum verfügbar und andererseits erfüllt er die defensiven Mindestanforderungen für eine Schiene nicht. Kovac mag seine Defensivarbeit ja nicht mal als RA.
3. Absolut, aber let's face it: diesen Spieler gibt es in diesem Kader eben nicht. Im Kern beschreibst du das Anforderungsprofil für den LSS schließlich schon für den RSS. Die Asymmetrie macht doch so keinen Sinn, wenn die Schienen deine einzigen Breitengeber sind. Nicht umsonst hat es seine Gründe, warum die OA, entgegen ihrer Vorlieben, so breit schieben müssen. Mit Chukwuemeka oder auch Brandt als OA ist das so aber gar nicht so recht möglich und Beier oder Adeyemi raubt man so zu oft den kürzesten Weg zum Tor, unabhängig davon, dass Guirassy hier auch oft genug zustellt oder den Pass nicht spielen kann, weil sie zu leicht breit gebunden werden. Die Bedrohung der Tiefe ist deshalb ziemlich binär, abhängig davon, was der Gegner zulässt. Wir bestimmen das zu wenig, da wir unserem Gegner keinen Zwang auferlegen können, wie sehr er unsere Breitengeber ernstnehmen will bzw. muss. Statt die Asymmetrie daher zu vergrößern, müsste sie eigentlich verringert werden, aber daran wird es scheitern. Wir haben eben nicht nur zu wenig AV/Schienen, sondern die falschen für den Job. Das kann man Ryerson und Svensson dabei nicht mal vorwerfen, weil sie dafür viel daraus machen, aber für die offensive Funktionalität des Systems ist es leider trotzdem zu wenig.
Ich halte es daher nicht für möglich, dass wir offensiv zulegen können, im vorhandenen System, ohne defensiv mehr zu verlieren als wir offensiv dadurch gewinnen können. Zumal gerade das Spiel gegen Köln schon einiges an Ernüchterung geliefert hat, indem wir dort schon recht vieles ausprobiert haben, was innerhalb der von Kovac und diesem System vorgegebenen Linien denkbar ist. Somit sehe ich mittelfristig keinen Weg, der daran vorbeiführt, dass diese Linien aufgeweicht werden oder Transfers einiges verändern, wobei ich im Winter nicht erwarte, dass sich die vorhandene Liste abhaken lässt. In meiner letzten Schmiede kam ich schließlich zum Schluss, dass es auch noch mit der Sommertransferphase der teurere und daher schwierigere Weg ist. Der logische Schluss ist daher, dass es unter der Saison dennoch darauf hinauslaufen wird, dass die 4er Kette mehr Chancen bietet.
07.11.2025 - 16:02 Uhr
Zitat von BVBBC
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Stimme den von dir aus der Taktik abgeleiteten Insuffizienzen zu, sehe aber in der vorliegenden Szene die individuelle Ausführung taktischer Vorgaben durch einige Spieler deutlich kritischer, sodass mir die Nachteile einer 5er-Kette nicht als Hauptursache des Foden-Tores erscheinen, sondern leider individuelle Unfähigkeiten und kollektives Fehlverhalten eine erhebliche Rolle spielen. Gerade das Foden-Tor zum 1:0 ist kaum Ergebnis der 3er-/5er-Kette.
Der Szene voraus geht ein Steilpass von Foden zwischen Schlotterbeck und Bensebaini hindurch auf Savinho (rechte Außenbahn). Savinho kommt relativ frei am rechten Eck in den Strafraum eindringend (alles aus Sicht von ManCity) zu einem scharfen Flachpass in die Mitte. Der Ball rollt an allen Spielern vorbei (vielleicht von Ryerson noch etwas an Haaland vorbei abgefälscht) links aus dem Strafraum heraus.
Haaland holt sich den Ball und dann baut Manchester von links über die Mitte um den Strafraum herum langsam wieder auf. Die BVB-Fünferkette steht brav aufgereiht an der 16er-Linie. Die anderen 5 - Sabitzer, Nmecha, Adeyemi, Guirassy und Beier - bewegen sich im Raum 10-12 m vor dem Strrafraum bis auf Nmecha nicht eng an einem Spieler. Als González von halblinks auf halbrechts zu Nunes spielt, ist Nmecha einigermaßen eng an Foden (zentral, 6-7 m vor dem 16er) und Bensebaini sehr eng an Reijnders. Nun geschehen mehrere Bewegungen in kurzer Zeit. Beier trabt auf Nunes zu (kein Pressing), Nmecha bleibt in der Nähe hinter Foden, der sich parallel zur 16er-Linie Richtung halbrechts bewegt, Bensebaini bleibt relativ nah hinter Reijnders, der in Richtung des rechten Strafraumecks läuft. Nunes passt auf Savinho auf der rechten Außenbahn, Svensson läuft vorwärtes aus der 5er-Kette heraus Richtung Savinho, Beier rückwärts von Nunes weg ebenso Richtung Savinho, Nmecha verliert Foden ein wenig aus den Augen (beobachtet nur den Ball), Bensebaini landet noch eng hinter Reijnders auf halbrechts auf Höhe des Strafraumecks. Savinho stoppt den Ball, schaut und passt schräg zurück auf Nunes, Beier macht kehrt und trabt (!) wieder Richtung Nunes.
Nun passiert teils zeitgleich, teils hintereinander Folgendes (alles wie bereits in der ganzen Zeit, nachdem sich Haaland auf der linken Außenbahn den durchrollenden Pass von Savinho gesichert hat, in fast gemächlichem Tempo):
- Nunes passt in die Mitte zu Stones.
- Bensebaini gibt die Bewachung von Reijnders auf, Svensson die von Savinho, die 5er Kette ist wieder komplett, nun allerdings 5-6m vor dem Strafraum, Schlotterbeck deckt Haaland, die anderen 4 warten.
- 3 City-Spieler besorgend auf einer Linie ca. 20m vom BVB-16er entfernt den Spielaufbau, die beiden Außen Savinho und Doku halten die volle Breite, 4 City-Spieler Spieler bewegen sich in den Zwischenräumen zwischen BVB-5er-Kette und City-Aufbauspielern nahezu unbedrängt von Sabitzer, Nmecha, Adeyemi, Guirassy und Beier. Haaland ist ins der Nähe der BVB-IV.
- Beier trabt Richtung Ball, also Stones, Guirassy ebenfalls und Nmecha orientiert sich mit seinem Blick und seinem Traben auch in diese Richtung, weil dort auch Gonzalez ist, und verliert folgerichtig Foden völlig aus den Augen.
- Reijnders hat sich auf Höhe des rechten Strafraumecks etwas nach hinten bewegt und ist nun völlig frei.
Bösartig würde man sagen, der BVB spielt eine Alibi-Defensive. Kritisch kann man sagen, dass wenige BVB-Spieler zu merken scheinen, wie sich ManCity langsam (!) den BVB zurechtlegt.
Nun kommen wir zu der Szene, die du verlinkt hast (2-3 Sekunden zu spät, deshalb schildere ich sie):
- Stones spielt nicht nach links, sondern wieder nach rechts, aber nicht auf Nunes auf gleicher Linie, sondern etwas weiter nach vorne auf halbrechts, wo sich der ungedeckte Reijnders befindet.
- Svensson stürmt aus der 5er-Kette heraus, wittert offenbar genügend Gefahr, stoppt aber kurz vor Reijnders ab, sodass dieser Zeit genug hat, den Ball zu stoppen, nochmal anzuticken und dann genau auf den ungedeckten Foden nach links vorne Richtung bZentrum vor dem 16er zu spielen. Nmecha, Beier, Svensson sind aus der Szene raus (Guirassy soundso) und Bensebaini auch, der sich erst nach rechts orientiert, weil er einen Pass auf den von Svensson allein gelassenen Savinho befürchtet.
- Haaland befindet sich kurz vor dem Strafraum zwischen Schlotterbeck und Anton, die die gesamte Zeit das Spielgeschehen beobachten und gemeinsam Haaland bewachen (jeder von beiden mal mehr oder weniger).
- Foden muss gar nicht mal aufdrehen, sondern nur den Ball annehmen, sich drehen, zweimal nach vorne anticken und an Schlotterbeck, der sich beim Pass von Reijnders erst mal nach hinten bewegt, während Haaland richtigerweise weg von Foden und Ball links an Anton vorbei in den Strafraum eindringt. Schlotterbeck, der nun nicht gerade günstig zu Foden und Ball steht, versucht nicht etwa die Schusslinie mit rechtem Fuß oder Bein noch irgendwie zu decken, sondern schafft nur noch ein winziges Schrittchen nach vorne und dreht sich auch noch weg, als der Ball links an ihm vorbei links unten ins Tor fliegt.
https://www.youtube.com/watch?v=lBp_a6wWcJ0&t=114s
Im Grunde ist das kollektives Defensivversagen. In diesem Fall sind ja nicht Svensson oder Bensebaini von Savinho oder auf der anderen Seite Ryerson von Doku ausgespielt worden, was häufig geschehen ist, sondern 10 City-Spieler haben 10 BVB-Spieler vor deren eigenem Strafraum quasi eingeschläfert, ihre langsame, unentschlossene und rein ballfixierte Abwehrarbeit ausgenutzt, sodass im Grunde genommen 4 der 10 City-Spieler das Tor gemacht haben. Stones mit seinem leicht verschärften und leicht offensiveren Pass auf Reijnders, der ihm wegen der unzureichenden Defensivarbeit von Beier, Bensebaini und Svensson ermöglicht wurde, Reijnders mit seinem ebenfalls leicht beschleunigten Pass auf Foden, Haaland mit sehr gutem irritierendem Laufweg und Foden mit einem sehr guten Schuss am indisponierten Schlotterbeck vorbei.
Man muss auch fragen, welche Videos oder anderen Informationen den BVB-Spielern über City-Spieler gegeben wurden oder auch welche bei ihnen überhaupt angekommen sind. Haaland nicht aus den Augen zu lassen scheint die einzige wirklich bei ihnen angekommene Info zu sein, aber die ist banal. Von Reijnders als sehr geschicktem (über den ganzen Platz agierenden) Kreativ- und (!) Defensivspieler inkl. Torgefährlichkeit scheinen sie noch nichts gehört zu haben, geschweige denn von Fodens Linksfuß. Nmecha darf sich nicht erst für Foden verantwortlich fühlen und ihn dann nicht mehr beachten, es sei denn einer aus der 5er-Kette hätte Foden übernommen, was aber nicht geschah. Reijnders so ohne jeden Druck wegschleichen und dann passen zu lassen, ist Fehler der linken Abwehrseite des BVB, also von Svensson, Bensebaini und Beier.
Sorry, habe mich erst einmal zwei Tage zurückgehalten und brav die Statistik abgeliefert, aber was der BVB da gespielt hat, zeigt noch einmal die Begrenztheit des Kaders und des Kovacschen Ansatzes, zumal die Performance durchaus bzgl. Passschärfe, Pressing und Gegenpressing und teils auch Laufwegen phasenweise eher besser war als in manchem BL-Spiel, das gewonnen wurde.
Sobald ein Verein auf beiden Flügeln dribbelstarke und durchsetzungsfähige Spieler hat, die dennoch auch nach hinten arbeiten, Kreativspieler nicht für tendenziell überflüssig hält, sondern diese auch richtig einsetzt, und konsequent durch Laufwege und Passspiel die Zwischenräume, die der BVB hinreichend zur Verfügung stellt, bespielt, zeigt sich, dass die BVB-3er-/5er-Kette im Zusammenspiel mit den anderen 5 Spielern defensiv gar nicht so stabil ist, wie sie in der BL erscheint. In der Bundesliga hat der BVB in 9 spielen nur 6 Gegentore hinnehmen müssen, also 0,7 im Durchschnitt pro Spiel, in der Champions League aber 11 in 4 Spielen, also 2,8 Tore im Durchschnitt pro Spiel.
Nach Gegentoren gerechnet ist der BVB 31. der CL, nach erzielten Toren 3. und nach Tordifferenz 11.
Nach Gegentoren gerechnet ist der BVB 2., nach erzielten Toren 7. und nach Tordifferenz 3.
Dieser eklatante Unterschied zeigt, dass der BVB trotz Chancen ins Achtelfinale der CL zu kommen keineswegs auch nur annähernd zu den europäischen Spitzenteams zu rechnen ist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von arche am 07.11.2025 um 16:08 Uhr bearbeitet
07.11.2025 - 17:52 Uhr
Zitat von arche
Stimme den von dir aus der Taktik abgeleiteten Insuffizienzen zu, sehe aber in der vorliegenden Szene die individuelle Ausführung taktischer Vorgaben durch einige Spieler deutlich kritischer, sodass mir die Nachteile einer 5er-Kette nicht als Hauptursache des Foden-Tores erscheinen, sondern leider individuelle Unfähigkeiten und kollektives Fehlverhalten eine erhebliche Rolle spielen. Gerade das Foden-Tor zum 1:0 ist kaum Ergebnis der 3er-/5er-Kette.
Der Szene voraus geht ein Steilpass von Foden zwischen Schlotterbeck und Bensebaini hindurch auf Savinho (rechte Außenbahn). Savinho kommt relativ frei am rechten Eck in den Strafraum eindringend (alles aus Sicht von ManCity) zu einem scharfen Flachpass in die Mitte. Der Ball rollt an allen Spielern vorbei (vielleicht von Ryerson noch etwas an Haaland vorbei abgefälscht) links aus dem Strafraum heraus.
Haaland holt sich den Ball und dann baut Manchester von links über die Mitte um den Strafraum herum langsam wieder auf. Die BVB-Fünferkette steht brav aufgereiht an der 16er-Linie. Die anderen 5 - Sabitzer, Nmecha, Adeyemi, Guirassy und Beier - bewegen sich im Raum 10-12 m vor dem Strrafraum bis auf Nmecha nicht eng an einem Spieler. Als González von halblinks auf halbrechts zu Nunes spielt, ist Nmecha einigermaßen eng an Foden (zentral, 6-7 m vor dem 16er) und Bensebaini sehr eng an Reijnders. Nun geschehen mehrere Bewegungen in kurzer Zeit. Beier trabt auf Nunes zu (kein Pressing), Nmecha bleibt in der Nähe hinter Foden, der sich parallel zur 16er-Linie Richtung halbrechts bewegt, Bensebaini bleibt relativ nah hinter Reijnders, der in Richtung des rechten Strafraumecks läuft. Nunes passt auf Savinho auf der rechten Außenbahn, Svensson läuft vorwärtes aus der 5er-Kette heraus Richtung Savinho, Beier rückwärts von Nunes weg ebenso Richtung Savinho, Nmecha verliert Foden ein wenig aus den Augen (beobachtet nur den Ball), Bensebaini landet noch eng hinter Reijnders auf halbrechts auf Höhe des Strafraumecks. Savinho stoppt den Ball, schaut und passt schräg zurück auf Nunes, Beier macht kehrt und trabt (!) wieder Richtung Nunes.
Nun passiert teils zeitgleich, teils hintereinander Folgendes (alles wie bereits in der ganzen Zeit, nachdem sich Haaland auf der linken Außenbahn den durchrollenden Pass von Savinho gesichert hat, in fast gemächlichem Tempo):
- Nunes passt in die Mitte zu Stones.
- Bensebaini gibt die Bewachung von Reijnders auf, Svensson die von Savinho, die 5er Kette ist wieder komplett, nun allerdings 5-6m vor dem Strafraum, Schlotterbeck deckt Haaland, die anderen 4 warten.
- 3 City-Spieler besorgend auf einer Linie ca. 20m vom BVB-16er entfernt den Spielaufbau, die beiden Außen Savinho und Doku halten die volle Breite, 4 City-Spieler Spieler bewegen sich in den Zwischenräumen zwischen BVB-5er-Kette und City-Aufbauspielern nahezu unbedrängt von Sabitzer, Nmecha, Adeyemi, Guirassy und Beier. Haaland ist ins der Nähe der BVB-IV.
- Beier trabt Richtung Ball, also Stones, Guirassy ebenfalls und Nmecha orientiert sich mit seinem Blick und seinem Traben auch in diese Richtung, weil dort auch Gonzalez ist, und verliert folgerichtig Foden völlig aus den Augen.
- Reijnders hat sich auf Höhe des rechten Strafraumecks etwas nach hinten bewegt und ist nun völlig frei.
Bösartig würde man sagen, der BVB spielt eine Alibi-Defensive. Kritisch kann man sagen, dass wenige BVB-Spieler zu merken scheinen, wie sich ManCity langsam (!) den BVB zurechtlegt.
Nun kommen wir zu der Szene, die du verlinkt hast (2-3 Sekunden zu spät, deshalb schildere ich sie):
- Stones spielt nicht nach links, sondern wieder nach rechts, aber nicht auf Nunes auf gleicher Linie, sondern etwas weiter nach vorne auf halbrechts, wo sich der ungedeckte Reijnders befindet.
- Svensson stürmt aus der 5er-Kette heraus, wittert offenbar genügend Gefahr, stoppt aber kurz vor Reijnders ab, sodass dieser Zeit genug hat, den Ball zu stoppen, nochmal anzuticken und dann genau auf den ungedeckten Foden nach links vorne Richtung bZentrum vor dem 16er zu spielen. Nmecha, Beier, Svensson sind aus der Szene raus (Guirassy soundso) und Bensebaini auch, der sich erst nach rechts orientiert, weil er einen Pass auf den von Svensson allein gelassenen Savinho befürchtet.
- Haaland befindet sich kurz vor dem Strafraum zwischen Schlotterbeck und Anton, die die gesamte Zeit das Spielgeschehen beobachten und gemeinsam Haaland bewachen (jeder von beiden mal mehr oder weniger).
- Foden muss gar nicht mal aufdrehen, sondern nur den Ball annehmen, sich drehen, zweimal nach vorne anticken und an Schlotterbeck, der sich beim Pass von Reijnders erst mal nach hinten bewegt, während Haaland richtigerweise weg von Foden und Ball links an Anton vorbei in den Strafraum eindringt. Schlotterbeck, der nun nicht gerade günstig zu Foden und Ball steht, versucht nicht etwa die Schusslinie mit rechtem Fuß oder Bein noch irgendwie zu decken, sondern schafft nur noch ein winziges Schrittchen nach vorne und dreht sich auch noch weg, als der Ball links an ihm vorbei links unten ins Tor fliegt.
https://www.youtube.com/watch?v=lBp_a6wWcJ0&t=114s
Im Grunde ist das kollektives Defensivversagen. In diesem Fall sind ja nicht Svensson oder Bensebaini von Savinho oder auf der anderen Seite Ryerson von Doku ausgespielt worden, was häufig geschehen ist, sondern 10 City-Spieler haben 10 BVB-Spieler vor deren eigenem Strafraum quasi eingeschläfert, ihre langsame, unentschlossene und rein ballfixierte Abwehrarbeit ausgenutzt, sodass im Grunde genommen 4 der 10 City-Spieler das Tor gemacht haben. Stones mit seinem leicht verschärften und leicht offensiveren Pass auf Reijnders, der ihm wegen der unzureichenden Defensivarbeit von Beier, Bensebaini und Svensson ermöglicht wurde, Reijnders mit seinem ebenfalls leicht beschleunigten Pass auf Foden, Haaland mit sehr gutem irritierendem Laufweg und Foden mit einem sehr guten Schuss am indisponierten Schlotterbeck vorbei.
Zitat von BVBBC
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Sehe die Schuld hier nicht so sehr beim 6er, sondern in der grundsätzlichen Problematik mit der 3er Kette. City macht das taktisch nun mal wie eine Spitzenmannschaft, indem sie für Breite sorgen, den Schienenspieler rausziehen, ohne die Überzahl im Zentrum aufzugeben - dort findet zwar eine Rochade statt, indem Reijnders auf RV geht, aber in dem Fall (gab auch noch andere Optionen) Doku füllt wieder auf - und damit effektiv bei uns keine 3er Kette zulassen, um sie sauber aufzunehmen.
Nimmt man mal konkret Gegentor 1: https://youtu.be/lBp_a6wWcJ0?t=121
Wir sind hier vorwärtsorientiert gegen den Ball und Nmecha muss dadurch auch rausschieben, um Gonzalez zu pressen, weil Guirassy und Beier auf die Kette drücken müssten. City überspielt aber seinen eingerückten RV, um direkt nach außen zu kommen, wodurch es für Beier nix zu pressen gibt. Dadurch muss Svensson auf den auf RV rausgerückten Reijnders schieben - City hätte die Rochade auch anders aufziehen können und das Problem wäre dasselbe -, weil der hierfür fehlende 3. ZM eben in der Kette steckt, in Form des 3. IV und Bensebaini erbt somit seinen Gegenspieler, obwohl er eigentlich Foden zugeordnet ist in dem Moment. Dadurch müsste auch Schlotterbeck rausschieben und Foden aufnehmen, womit man aber die Absicherung bzw. den Überzahlspieler in der Kette aufgeben würde, was man vor allem gegen Haland ungern macht, aber vor allem eben auch gar nicht der Idee hinter der 3er Kette entspricht.
Für Bensebaini ist das undankbar. Einerseits ist es schlecht, dass er die Mitte aufmacht, weil es nicht der Idee der 3er Kette entspricht. Andererseits hatte Savinho davor eben schon ein paar Aktionen, weswegen es verständlich ist, dass man ihm nicht den Platz gibt, der da aufgeht. Daher kann man ihm kaum einen Vorwurf machen, weil City es einfach anders spielt und trotzdem für ein Riesenproblem sorgen kann, wenn er sich anders entscheidet. Im Prinzip geht es um die Entscheidung, was größer sein soll: ein individuelles Defizit gegen Savinho oder ein taktisches Defizit, indem Foden vielleicht frei bleibt?
Im Endeffekt erzwingt City von uns eben eine 1gg1 Mannorientierung und daher eine realtaktische 4er Kette, die wir aber aus der 3er Kette einfach nicht schnell genug herleiten können. Die Wege für Svensson und Bensebaini sind zu weit dafür und zentral sind wir darauf eigentlich auch gar nicht ausgelegt. Zu tief ist der Schwerpunkt der 3er Kette, was gegen City gar keine Überraschung ist, aber auch sonst oft gilt. Wir haben dadurch einfach nicht genug Mann, um eine überlagerte Seite aufzunehmen, wobei für Überlagerungen gar nicht viel nötig ist. Das Problem hatten wir schließlich schon am ersten Spieltag gegen Pauli, wegen Sinani, die seitdem nichts hinbekommen. Es bekommen daher eigentlich alle Gegner hin, wenn sie wollen, nur haben es nicht so viele Mannschaften ausgespielt.
Die Schlussfolgerung daraus ist letzendlich, dass man sich gar nicht so sehr mit der Frage beschäftigen darf, ob man mit 4er Kette defensiv so stabil sein kann, sondern vielmehr mit den Fragestellungen dazu, ob die 3er Kette wirklich so stabil ist, wenn sie in eine 4er Kette gezwungen werden kann, die man nicht schnell genug herstellen kann und dann sowieso nicht optimal besetzt bekommt? Was kostet uns die 3er Kette zudem offensiv? Darf es am Ende des Tages so sehr um die defensive Stabilität gehen oder sollte es eigentlich um die Balance im Spiel gehen?
Stimme den von dir aus der Taktik abgeleiteten Insuffizienzen zu, sehe aber in der vorliegenden Szene die individuelle Ausführung taktischer Vorgaben durch einige Spieler deutlich kritischer, sodass mir die Nachteile einer 5er-Kette nicht als Hauptursache des Foden-Tores erscheinen, sondern leider individuelle Unfähigkeiten und kollektives Fehlverhalten eine erhebliche Rolle spielen. Gerade das Foden-Tor zum 1:0 ist kaum Ergebnis der 3er-/5er-Kette.
Der Szene voraus geht ein Steilpass von Foden zwischen Schlotterbeck und Bensebaini hindurch auf Savinho (rechte Außenbahn). Savinho kommt relativ frei am rechten Eck in den Strafraum eindringend (alles aus Sicht von ManCity) zu einem scharfen Flachpass in die Mitte. Der Ball rollt an allen Spielern vorbei (vielleicht von Ryerson noch etwas an Haaland vorbei abgefälscht) links aus dem Strafraum heraus.
Haaland holt sich den Ball und dann baut Manchester von links über die Mitte um den Strafraum herum langsam wieder auf. Die BVB-Fünferkette steht brav aufgereiht an der 16er-Linie. Die anderen 5 - Sabitzer, Nmecha, Adeyemi, Guirassy und Beier - bewegen sich im Raum 10-12 m vor dem Strrafraum bis auf Nmecha nicht eng an einem Spieler. Als González von halblinks auf halbrechts zu Nunes spielt, ist Nmecha einigermaßen eng an Foden (zentral, 6-7 m vor dem 16er) und Bensebaini sehr eng an Reijnders. Nun geschehen mehrere Bewegungen in kurzer Zeit. Beier trabt auf Nunes zu (kein Pressing), Nmecha bleibt in der Nähe hinter Foden, der sich parallel zur 16er-Linie Richtung halbrechts bewegt, Bensebaini bleibt relativ nah hinter Reijnders, der in Richtung des rechten Strafraumecks läuft. Nunes passt auf Savinho auf der rechten Außenbahn, Svensson läuft vorwärtes aus der 5er-Kette heraus Richtung Savinho, Beier rückwärts von Nunes weg ebenso Richtung Savinho, Nmecha verliert Foden ein wenig aus den Augen (beobachtet nur den Ball), Bensebaini landet noch eng hinter Reijnders auf halbrechts auf Höhe des Strafraumecks. Savinho stoppt den Ball, schaut und passt schräg zurück auf Nunes, Beier macht kehrt und trabt (!) wieder Richtung Nunes.
Nun passiert teils zeitgleich, teils hintereinander Folgendes (alles wie bereits in der ganzen Zeit, nachdem sich Haaland auf der linken Außenbahn den durchrollenden Pass von Savinho gesichert hat, in fast gemächlichem Tempo):
- Nunes passt in die Mitte zu Stones.
- Bensebaini gibt die Bewachung von Reijnders auf, Svensson die von Savinho, die 5er Kette ist wieder komplett, nun allerdings 5-6m vor dem Strafraum, Schlotterbeck deckt Haaland, die anderen 4 warten.
- 3 City-Spieler besorgend auf einer Linie ca. 20m vom BVB-16er entfernt den Spielaufbau, die beiden Außen Savinho und Doku halten die volle Breite, 4 City-Spieler Spieler bewegen sich in den Zwischenräumen zwischen BVB-5er-Kette und City-Aufbauspielern nahezu unbedrängt von Sabitzer, Nmecha, Adeyemi, Guirassy und Beier. Haaland ist ins der Nähe der BVB-IV.
- Beier trabt Richtung Ball, also Stones, Guirassy ebenfalls und Nmecha orientiert sich mit seinem Blick und seinem Traben auch in diese Richtung, weil dort auch Gonzalez ist, und verliert folgerichtig Foden völlig aus den Augen.
- Reijnders hat sich auf Höhe des rechten Strafraumecks etwas nach hinten bewegt und ist nun völlig frei.
Bösartig würde man sagen, der BVB spielt eine Alibi-Defensive. Kritisch kann man sagen, dass wenige BVB-Spieler zu merken scheinen, wie sich ManCity langsam (!) den BVB zurechtlegt.
Nun kommen wir zu der Szene, die du verlinkt hast (2-3 Sekunden zu spät, deshalb schildere ich sie):
- Stones spielt nicht nach links, sondern wieder nach rechts, aber nicht auf Nunes auf gleicher Linie, sondern etwas weiter nach vorne auf halbrechts, wo sich der ungedeckte Reijnders befindet.
- Svensson stürmt aus der 5er-Kette heraus, wittert offenbar genügend Gefahr, stoppt aber kurz vor Reijnders ab, sodass dieser Zeit genug hat, den Ball zu stoppen, nochmal anzuticken und dann genau auf den ungedeckten Foden nach links vorne Richtung bZentrum vor dem 16er zu spielen. Nmecha, Beier, Svensson sind aus der Szene raus (Guirassy soundso) und Bensebaini auch, der sich erst nach rechts orientiert, weil er einen Pass auf den von Svensson allein gelassenen Savinho befürchtet.
- Haaland befindet sich kurz vor dem Strafraum zwischen Schlotterbeck und Anton, die die gesamte Zeit das Spielgeschehen beobachten und gemeinsam Haaland bewachen (jeder von beiden mal mehr oder weniger).
- Foden muss gar nicht mal aufdrehen, sondern nur den Ball annehmen, sich drehen, zweimal nach vorne anticken und an Schlotterbeck, der sich beim Pass von Reijnders erst mal nach hinten bewegt, während Haaland richtigerweise weg von Foden und Ball links an Anton vorbei in den Strafraum eindringt. Schlotterbeck, der nun nicht gerade günstig zu Foden und Ball steht, versucht nicht etwa die Schusslinie mit rechtem Fuß oder Bein noch irgendwie zu decken, sondern schafft nur noch ein winziges Schrittchen nach vorne und dreht sich auch noch weg, als der Ball links an ihm vorbei links unten ins Tor fliegt.
https://www.youtube.com/watch?v=lBp_a6wWcJ0&t=114s
Im Grunde ist das kollektives Defensivversagen. In diesem Fall sind ja nicht Svensson oder Bensebaini von Savinho oder auf der anderen Seite Ryerson von Doku ausgespielt worden, was häufig geschehen ist, sondern 10 City-Spieler haben 10 BVB-Spieler vor deren eigenem Strafraum quasi eingeschläfert, ihre langsame, unentschlossene und rein ballfixierte Abwehrarbeit ausgenutzt, sodass im Grunde genommen 4 der 10 City-Spieler das Tor gemacht haben. Stones mit seinem leicht verschärften und leicht offensiveren Pass auf Reijnders, der ihm wegen der unzureichenden Defensivarbeit von Beier, Bensebaini und Svensson ermöglicht wurde, Reijnders mit seinem ebenfalls leicht beschleunigten Pass auf Foden, Haaland mit sehr gutem irritierendem Laufweg und Foden mit einem sehr guten Schuss am indisponierten Schlotterbeck vorbei.
Ich sehe hier kaum eine Grundlage, um das individuelle Verhalten so in den Fokus zu rücken, wie du es machst. Gab es hier schließlich irgendeinen Pressingtrigger, der es erlaubt hätte aus den tiefen Positionen aggressiver und mit höherer Intensität rauszurücken oder wurde hier schlicht nur verlangt zu verschieben? Ich denke Letzteres ist eindeutig der Fall.
Beim Verschieben gibt es aber ein eindeutiges Problem in der Zuordnungsthematik, das an sich sogar schon zu Beginn der Szene auffällt, weil Beier den weiten Weg zurück machen muss, um Reijnders mit aufzunehmen. Einen nominellen Mittelfeldspieler, für den es wegen des 2er Zentrums keinen direkten Gegenspieler gibt. Deswegen ist Nmecha bei Foden und Sabitzer bei Doku. Dadurch hat der BVB links auch eine Überzahl und Nunes geht nicht mit, sondern nur entgegen und bleibt effektiv trotzdem tief als Teil für einen Neuaufbau. Er kommt an den Ball, also muss hier rausgerückt werden. Es gibt weiterhin keinen Pressingtrigger. Mehr als Verschieben ist daher nicht verlangt.
Rücken hier Beier und Nmecha nicht raus, würde Guirassy schließlich ins Rondo genommen und City hätte im Aufbau massig Platz, könnte hinter die erste Pressinglinie spielen und dann müsste trotzdem rausgerückt werden, aber mit nachteilhafteren Ausgangspositionen, weil City dann durchaus schon Tempo aufnehmen könnte. Das Risiko gegenläufiger Bewegungen würde somit noch mehr steigen. Dass Beier nach Pass zu Stones dann sowohl zu Nunes als auch zu Gonzalez Bindung sucht, um Optionen aufzubauen den Einen oder Anderen anzulaufen, wenn der Pass dorthin geht, ist taktisch komplett richtig und in der Intensität kein Fehlverhalten, weil es schlicht keine Grundlage bzw. keinen Sinn für mehr Intensität gab. Es gab kollektiv keinen Ansatz, wie man hier erfolgreich ins Pressing kommen kann. Bindung suchen reicht daher vollkommen und man kann höchstens darüber streiten, ob der Deckungsschatten zu Reijnders größer hätte ausfallen müssen.
Auch Nmecha hat genug Mann hinter sich, die Foden aufnehmen können, sodass er nicht tief bleiben muss, sondern ebenfalls die Bindung zu Gonzalez suchen, um die Aufdrehbewegung zu verhindern. Die hätte Beier nicht verhindern können, wenn er sowieso schon Bindung zu 2 Gegenspielern suchen muss und noch den Deckungsschatten auf einen 3. werfen sollte. Dabei ist das durchaus eine Gefahr, weil Guirassy Gonzalez nicht gut in den Deckungsschatten nimmt. Könnte Gonzalez aufdrehen, bestünde daher die Gefahr, dass er und Foden Nmecha ins 1gg2 nehmen und Schlotterbeck als direkter Haland Gegenspieler ohne Hilfe dasteht, wodurch es streng genommen eine 2gg3 Unterzahl direkt am Strafraum wäre, mit reichlich Platz für einen Pass in die Tiefe. Nmecha muss daher Bindung zu Gonzalez suchen, um bei etwaiger Ballannahme Druck aufbauen zu können. Logischerweise muss er dafür von Foden ablassen.
Was wir hier sicher nicht gut machen: zu viele Spieler beißen an, dass City mit dem Pass zu Stones die Seite verlagert. Stones macht das aber gut, indem er aufdreht und doch wieder links rausspielt. Daher kann man durchaus argumentieren, dass Nmecha hier vielleicht früher schon einen Schritt von Foden weg und zu Gonzalez hinmachen muss, wobei er dann auch wieder Risiko eingeht, dass der Deckungsschatten auf Foden zu klein ist und Stones dann doch wieder einen Passwinkel auf Foden bekommt. Ich halte es aber eh nicht für kriegsentscheidend, da es für Gonzalez so auch eng genug geworden wäre. Einerseits wegen Beier, andererseits dauert das Aufdrehen halt auch einen Moment, wodurch Nmechas Distanz hierfür normalerweise kein Problem sein sollte, weil rechtzeitig überbrückbar. Nmecha wäre daher zwar nicht bei etwaiger Ballannahme dran gewesen, aber nach dem Aufdrehen, das es zu verhindern galt. Nur dadurch wird der Pass auf Foden über Gonzalez verhinderbar.
Kritischer an der Spekulation auf die Seitenverlagerung ist dann schon eher, dass wir Reijnders komplett außer acht lassen. Und das ist in meinen Augen überhaupt kein Problem in Sachen Intensität oder gar eines oder mehrerer individueller Fehlverhalten, sondern eine taktische Problematik. Warum bricht Stones schließlich die Seitenverlagerung ab? Ganz einfach: der BVB hat hier eine 3gg2 Überzahl gegen Doku und O'Reilly. Es gibt daher keinen guten Grund dort reinzuspielen, gerade weil Doku schnell genug eng gestellt wurde von Sabitzer und beide Spieler nicht in den Positionen sind, in denen sie am meisten Gefahr heraufbeschwören können. Darum machen wir Stones die richtige Entscheidung relativ einfach.
Es erklärt aber noch nicht wirklich, warum wir Reijnders vergessen. Zwar ist klar, dass wir eine Überzahl auf der ballfernen Seite zwangsläufig mit einer Unterzahl an anderer Stelle bezahlen, aber die Unterzahl hatten wir eben vorne im Anlaufen und nicht per se auf unserer linken Abwehrseite. Das ist ein glasklares Zuordnungsproblem in meinen Augen, das es bei 4er Kette nicht gegeben hätte. Denn das Problem der 3er Kette ist doch hier, dass LSS und LIV den Job des LV einer 4er Kette übernehmen. Sie besetzen denselben Raum, weil per se keiner der Beiden für Reijnders - oder im Zweifel auch für Nunes, wäre er an der Stelle, wo er normal ja auch zu erwarten wäre - zuständig ist. Es ist nun mal der 3. IV, der den 3. ZM kostet, der hier fehlt, um entweder Beier außen zu behalten gegen den RV bzw. den ZM, der in diese Position rochiert, weil mit 4er Kette normal nicht mit dem OA angelaufen wird, sondern dem 10er bzw. offensiven 8er. Beier macht daher hier den Job für den Spieler der systembedingt fehlt und Bensebaini und Svensson haben keinen klaren Auftrag gegen Reijnders. Bensebaini soll nach innen absichern, Svensson ist grundsätzlich Savinho zugeordnet. Der Spieler, der Reijnders zugeordnet sein sollte, füllt für einen Spieler auf, der nun benötigt wird, aber schlicht nicht existiert.
Nur durch den offenen Reijders gerät der BVB dann aber schon in Rotation. Svensson muss rausrücken, als nächster Mann, schafft dafür auch einen großen Deckungsschatten auf Savinho, dessen sich Bensebaini aber nicht sicher sein kann. Würde Svensson schließlich aggressiv durchgehen, kann er auch schnell aussteigen, wie ein Bulle gegen einen geübten Torero. Daher muss er hier auch wieder Tempo rausnehmen. Durch die Grundsituation ist nun Foden eben frei und natürlich kann man kritisieren, dass Nmecha und Schlotterbeck dann schneller reagieren könnten, um die Gefahr durch Foden zu bannen, indem sie schnell zu ihm schieben, aber City spielt das dann so schnell, dass ich bezweifel, dass sie noch ernsthaft in den Zweikampf gekommen wären. Schlotterbeck wird aber kaum schnell genug die Übergabe von Haland an Anton hinbekommen, weswegen ich ihn da nicht in der Pflicht sehe, gerade weil man eben kollektiv so auf die Seitenverlagerung angebissen hatte, während ich bei Nmecha das Problem sehe, dass er selbst wenn er schneller reagiert, Foden nicht vernünftig stellen hätte können. Foden hätte - aus seiner Sicht - schlechtestenfalls wohl nur ein Foul gezogen, indem er Nmecha auflaufen hätte lassen, sofern der ihn nochmal einholt.
Dass man zurückweicht, halte ich auch für richtig, um Nmecha und Bensebaini Zeit zu geben, um wieder zur Hilfe zu kommen, weil der Distanzschuss eigentlich immer noch die schlechteste Chance ist, die man nach Ballannahme von Foden zugelassen hat. Foden zögert aber nicht und trifft den Ball sehr gut, wodurch man die Zeit nicht bekommt, die man mit dem Zurückweichen generieren wollte und beim Rausrücken ist dann auch nichts mehr zu machen, weil man dafür allgemein zu tief stand. Deswegen hatte Foden eben auch so viel Platz.
Was mir individuell am ehesten nicht gut gefällt: Ryerson muss keine so tiefe Position halten, sondern kann versuchen früher einen Tick höher zu schieben, um schneller Bindung zu O'Reilly oder Doku zu finden, je nachdem, wie man es mit Adeyeim machen möchte und Bensebaini muss nicht so weit nach außen schieben. Das sind aber eher Details und sicher keine schwerwiegenden Fehler. Dazu verschiebt Adeyemi nicht wirklich mit, was aber wohl gewollt ist, weil er trotzdem eine Position hält, mit der er Ryerson als auch Sabitzer schnell unterstützen könnte, während Guirassys initialer Lauf so ausgelegt war, dass er bei Pass auf Gvardiol auf ebendiesen durchlaufen könnte, wodurch dann eben auch der Deckungsschatten auf Gonzalez suboptimal war. Man kann daher leicht vermuten, dass ein Pass links raus einen Pressingtrigger für den BVB ergeben hätte. Offenbar aber auch zu leicht für City zu vermuten, weswegen es nicht nur fehlgeschlagen ist, sondern nach hinten losging. Von dem her gibt es beim individuellen Verhalten in meinen Augen zwar durchaus Dinge, die ich gerne etwas anders sehen würde, aber die letztendlich in der geschehenen Umsetzung nicht falsch waren.
Man muss auch fragen, welche Videos oder anderen Informationen den BVB-Spielern über City-Spieler gegeben wurden oder auch welche bei ihnen überhaupt angekommen sind. Haaland nicht aus den Augen zu lassen scheint die einzige wirklich bei ihnen angekommene Info zu sein, aber die ist banal. Von Reijnders als sehr geschicktem (über den ganzen Platz agierenden) Kreativ- und (!) Defensivspieler inkl. Torgefährlichkeit scheinen sie noch nichts gehört zu haben, geschweige denn von Fodens Linksfuß. Nmecha darf sich nicht erst für Foden verantwortlich fühlen und ihn dann nicht mehr beachten, es sei denn einer aus der 5er-Kette hätte Foden übernommen, was aber nicht geschah. Reijnders so ohne jeden Druck wegschleichen und dann passen zu lassen, ist Fehler der linken Abwehrseite des BVB, also von Svensson, Bensebaini und Beier.
Sorry, habe mich erst einmal zwei Tage zurückgehalten und brav die Statistik abgeliefert, aber was der BVB da gespielt hat, zeigt noch einmal die Begrenztheit des Kaders und des Kovacschen Ansatzes, zumal die Performance durchaus bzgl. Passschärfe, Pressing und Gegenpressing und teils auch Laufwegen phasenweise eher besser war als in manchem BL-Spiel, das gewonnen wurde.
Sobald ein Verein auf beiden Flügeln dribbelstarke und durchsetzungsfähige Spieler hat, die dennoch auch nach hinten arbeiten, Kreativspieler nicht für tendenziell überflüssig hält, sondern diese auch richtig einsetzt, und konsequent durch Laufwege und Passspiel die Zwischenräume, die der BVB hinreichend zur Verfügung stellt, bespielt, zeigt sich, dass die BVB-3er-/5er-Kette im Zusammenspiel mit den anderen 5 Spielern defensiv gar nicht so stabil ist, wie sie in der BL erscheint. In der Bundesliga hat der BVB in 9 spielen nur 6 Gegentore hinnehmen müssen, also 0,7 im Durchschnitt pro Spiel, in der Champions League aber 11 in 4 Spielen, also 2,8 Tore im Durchschnitt pro Spiel.
Diesen Absatz unterschreibe ich komplett. Die defensive Stabilität, von der häufig die Rede ist, ist nicht individuell begründet, sondern durch Strength in Numbers! Was passiert, wenn die Überzahl fehlt oder schlicht nicht herstellbar ist, konnte letztendlich nicht nur diese Szene gut zeigen. Entsprechend viel Gefahr geht eben auch von Spielern aus, die gegen uns klug überlagern können oder Stärken darin haben sich 1gg1 durchzusetzen, wo wir am wenigsten Mannstärke verorten können - in der Regel auf dem Flügel, weil wir den fehlenden ZM über die OA zu kompensieren versuchen, wie auch hier geschehen. Das Problem am Konzept ist also, dass die Überzahl nie ballfern sein darf, was aber nur schwer zu verhindern ist, wenn man auf Dauer zu wenig defensive 1gg1 Qualität hat - vor allem auf Grund der Tempodefizite - oder dahingehend zumindest ausgestochen wird, was vor allem gegen schnelle, bewegliche Spieler passiert.
Nach Gegentoren gerechnet ist der BVB 31. der CL, nach erzielten Toren 3. und nach Tordifferenz 11.
Nach Gegentoren gerechnet ist der BVB 2., nach erzielten Toren 7. und nach Tordifferenz 3.
Dieser eklatante Unterschied zeigt, dass der BVB trotz Chancen ins Achtelfinale der CL zu kommen keineswegs auch nur annähernd zu den europäischen Spitzenteams zu rechnen ist.
CL und Liga zu vergleichen ist schwierig. Hier entsteht durch die Unterschiede in der Herangehensweise nun mal schon automatisch immer irgendeine Diskrepanz. In der CL spielt man nun mal gegen die besten Mannschaften eines Landes, in der Bundesliga deutlich seltener. Das mag dabei qualitativ oft keinen Unterschied machen, aber die Herangehensweise von Topmannschaften in einer Liga sind nun mal in aller Regel eine andere als von einem durchschnittlichen Bundesligisten mit derselben Qualität. Dass wir bislang in der Bundesliga daher defensiv so wenig Probleme bekommen haben, liegt auch daran, dass meines Erachtens die Liga nur langsam auf Trends reagiert, wie einer gegnerischen Mannschaft beizukommen ist. Wenn allerdings die Angriffsvektoren häufig genug aufgezeigt wurden, lernen die Teams es irgendwann doch und implementieren es dann doch passend zu ihren jeweiligen Möglichkeiten. Daraus entstehen dann in aller Regel Ergebniskrisen, derer wir uns allein deshalb schon nicht erwehren könnten, weil uns die vermeintliche defensive Stabilität bereits jetzt verdammt viel Offensivkraft kosten lassen. Somit ist die Defensive, allein schon am Aufwand gemessen, nicht stabil genug.
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