BVB - Taktik-Thread
20.01.2006 - 12:09 Uhr
06.06.2017 - 10:22 Uhr
Peter Bosz wird also der neue Trainer werden.
Wie wird er taktisch spielen lassen?
Dazu diverse Berichte von spielverlagerung:
Manchester United - Ajax
PSV - Ajax
Ajax - Feyenoord
Vitesse unter Peter Bosz
Ich hoffe, ich gebe die wesentlichen Dingen richtig wieder:
Peter Bosz' Mannschaften stehen demnach für Ballbesitzfußball nutzen aber auch konsequent Umschaltmomente nach erfolgreichem Gegenpressing.
Pressing/Gegenpressing sind auch die bestimmenden Elemente im Defensivverhalten.
Im Ballbesitz wird sehr auf Raumbesetzung, Staffelungen und Abstände geachtet (Cruyff Schule). Dabei werden Angriffe sehr flexibel vorgetragen. So gibt es zahlreiche aufeinander abgestimmte Bewegungen, um die Defensive des Gegners auszuhebeln. Beispielsweise machen die Mittelfeldspieler die Passwege frei, so dass die Innenverteidiger direkt auf den Mittelstürmer passen können.
Auch die Außenverteidiger spielen flexibel. Manchmal schieben sie aggressiv die Linie entlang vor, manchmal rücken sie ins DM ein. Diese Bewegungen sind dann immer abgestimmt mit ihren Mitspielern.
Systematisch lässt Bosz quasi ausschließlich im 4-3-3 mit einem Sechser und zwei Achtern spielen. Defensiv ergeben sich 4-4-2 bzw. 4-4-1-1 Staffelungen.
Mir gefällt die Spielweise von Bosz sehr gut und ich halte sie auch sehr geeignet für unsere Mannschaft.
Einige Fragen sind für mich aber noch offen.
Wird es lange dauern bis die Mannschaft Bosz Spielweise umsetzen kann?
In der Vergangenheit haben Bosz' Mannschaften wohl eine gewisse Zeit dafür benötigt.
Ich denke, bei uns hat Tuchel schon Vorarbeit geleistet, z.B. im Positonsspiel. Vielleicht funktioniert Bosz' Spielphilosophie deswegen recht schnell bei uns.
Ist Bosz zu sehr auf das 4-3-3 festgelegt?
Ich bin mir beispielsweise nicht sicher, ob wir die idealen Achter aufbieten können. Götze/Kagawa finde ich dort nicht so toll.
Auch weiß ich nicht, ob Guerreiro als Linksverteidiger nicht zu viel von seinem Offensivpotential einbüßen würde.
Daher bin ich mir insgesamt nicht sicher, ob es im 4-3-3 die idealen Positionen für einige Spieler gibt.
Wird Bosz unsere Defensive verbessern können?
Diese Frage hätte ich bei jedem neuen Trainer gestellt.
Für mich liegt unsere defensive Schwäche an der individuellen Qualität der Spieler, die offensiv herausragend sind, aber taktisch, im Zweikampfverhalten und in der Intensität in der Defensive häufig nicht mal Bundesligadurchschnitt sind.
Ballbesitz sehe ich daher als wesentliches Element, um die Defensive zu stärken. Aber schon Tuchel hat gezeigt, dass das nicht ausreicht.
Welche Spieler werden von Bosz profitieren?
Generell erwarte ich, dass Bosz auf Spielstärke und flexible Spieler setzt.
Durm als gradliniger, spielschwacher Spieler könnte es daher schwer haben.
Aber auch Sokratis ist dann in den Innenverteidigung nicht mehr unbedingt gesetzt. Zumindest scheint mir die Spieleröffnung der Innenverteidiger sehr wichtig für Bosz zu sein.
Spannend ist für mich, wie geschrieben, die Besetzung der Achter.
Dahoud, Castro, Götze, Kagawa und auch Guerreiro sind für mich die ersten Kandidaten. Für Dahoud halte ich diese Positon für ideal, bei den anderen bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht wird man hier auch noch mal etwas auf dem Transfermarkt tun.
Wie wird er taktisch spielen lassen?
Dazu diverse Berichte von spielverlagerung:
Manchester United - Ajax
PSV - Ajax
Ajax - Feyenoord
Vitesse unter Peter Bosz
Ich hoffe, ich gebe die wesentlichen Dingen richtig wieder:
Peter Bosz' Mannschaften stehen demnach für Ballbesitzfußball nutzen aber auch konsequent Umschaltmomente nach erfolgreichem Gegenpressing.
Pressing/Gegenpressing sind auch die bestimmenden Elemente im Defensivverhalten.
Im Ballbesitz wird sehr auf Raumbesetzung, Staffelungen und Abstände geachtet (Cruyff Schule). Dabei werden Angriffe sehr flexibel vorgetragen. So gibt es zahlreiche aufeinander abgestimmte Bewegungen, um die Defensive des Gegners auszuhebeln. Beispielsweise machen die Mittelfeldspieler die Passwege frei, so dass die Innenverteidiger direkt auf den Mittelstürmer passen können.
Auch die Außenverteidiger spielen flexibel. Manchmal schieben sie aggressiv die Linie entlang vor, manchmal rücken sie ins DM ein. Diese Bewegungen sind dann immer abgestimmt mit ihren Mitspielern.
Systematisch lässt Bosz quasi ausschließlich im 4-3-3 mit einem Sechser und zwei Achtern spielen. Defensiv ergeben sich 4-4-2 bzw. 4-4-1-1 Staffelungen.
Mir gefällt die Spielweise von Bosz sehr gut und ich halte sie auch sehr geeignet für unsere Mannschaft.
Einige Fragen sind für mich aber noch offen.
Wird es lange dauern bis die Mannschaft Bosz Spielweise umsetzen kann?
In der Vergangenheit haben Bosz' Mannschaften wohl eine gewisse Zeit dafür benötigt.
Ich denke, bei uns hat Tuchel schon Vorarbeit geleistet, z.B. im Positonsspiel. Vielleicht funktioniert Bosz' Spielphilosophie deswegen recht schnell bei uns.
Ist Bosz zu sehr auf das 4-3-3 festgelegt?
Ich bin mir beispielsweise nicht sicher, ob wir die idealen Achter aufbieten können. Götze/Kagawa finde ich dort nicht so toll.
Auch weiß ich nicht, ob Guerreiro als Linksverteidiger nicht zu viel von seinem Offensivpotential einbüßen würde.
Daher bin ich mir insgesamt nicht sicher, ob es im 4-3-3 die idealen Positionen für einige Spieler gibt.
Wird Bosz unsere Defensive verbessern können?
Diese Frage hätte ich bei jedem neuen Trainer gestellt.
Für mich liegt unsere defensive Schwäche an der individuellen Qualität der Spieler, die offensiv herausragend sind, aber taktisch, im Zweikampfverhalten und in der Intensität in der Defensive häufig nicht mal Bundesligadurchschnitt sind.
Ballbesitz sehe ich daher als wesentliches Element, um die Defensive zu stärken. Aber schon Tuchel hat gezeigt, dass das nicht ausreicht.
Welche Spieler werden von Bosz profitieren?
Generell erwarte ich, dass Bosz auf Spielstärke und flexible Spieler setzt.
Durm als gradliniger, spielschwacher Spieler könnte es daher schwer haben.
Aber auch Sokratis ist dann in den Innenverteidigung nicht mehr unbedingt gesetzt. Zumindest scheint mir die Spieleröffnung der Innenverteidiger sehr wichtig für Bosz zu sein.
Spannend ist für mich, wie geschrieben, die Besetzung der Achter.
Dahoud, Castro, Götze, Kagawa und auch Guerreiro sind für mich die ersten Kandidaten. Für Dahoud halte ich diese Positon für ideal, bei den anderen bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht wird man hier auch noch mal etwas auf dem Transfermarkt tun.
08.06.2017 - 14:04 Uhr
Hier möchte ich kleinen Vergleich zwischen Bosz' Ajax und Tuchel's BVB aus der Saison 2015/16 anstellen. Die Saison 2015/16 habe ich als Vergleich gewählt, weil diese eher Tuchel's Ideal als die letzte entsprechen sollte.
Alle Daten sind von whoscored.
Der BVB spielte im Schnitt 666 Pässe (Tuchel ist anscheinend doch der Teufel
) (Pässe zusammengesetzt aus 13 Flanken, einen Steilpass, 55 langen und 597 kurzen Pässen).
Bei Ajax waren es letzte Saison 581 Pässe im Schnitt (zusammengesetzt aus 23 Flanke, 2 Steilpässen, 61 langen und 495 kurzen Pässen).
Auf den ersten Blick scheint der BVB mehr Ballbesitz zu haben. Schließlich spielt er fast 15 % mehr Pässe. Der Ballbesitzanteil ist mit 61.0 % zu 59.7 % aber kaum höher. Diese liegt auch daran, dass die Gegner von Ajax weniger Pässe als die des BVBs spielen. Der BVB lies, mit im Schnitt 369 Pässen, ca. 8 % mehr als Ajax (342) zu.
In BVB Spielen wurden also insgesamt deutlich mehr Pässe als bei Ajax Spielen gespielt. Der Grund dafür kann an den Gegnern liegen, die in der Bundesliga den Ballführenden wohl stärker unter Druck setzen und dadurch schneller zu einem Pass zwingen.
Es kann aber auch sehr gut sein, dass Bosz einen stärkeren Fokus auf Läufe mit Ball am Fuß legt. So wurde schon öfters beschrieben, dass Mittelfeldspieler ausweichend agieren, um Platz für die Abwehrspieler zu schaffen. Die Laufen dann mit Ball am Fuß ins Mittelfeld.
Hier die Ballbesitzanteile der jeweiligen Mannschaftsteile:
Abwehr plus Torwart: 53,6 % 47,6 %
Mittelfeld: 28,6 % 37 % (davon Weigl 14,4 % und Gündogan 13,5 %)
Angriff: 17,8 % 15,4 %
Größter Unterschied liegt im Mittelfeld, wo Tuchel auf die zwei Ballmagneten Gündogan und Weigl setzte.
Bei Bosz' Ajax trat das Mittelfeld wesentlich weniger dominant auf. Dafür haben Abwehr und Angriff mehr Spielanteile. Insgesamt sind die Ballbesitzanteile unter den Ajax Spielern gleichmäßiger verteilt als bei Tuchel.
Sind diese Unterschiede dem jeweiligen Kader und Spielertypen geschuldet oder einer allgemein anderen taktischen Herangehensweise der Trainer?
Jedenfalls scheint mir Bosz weniger auf dominante Spieler im Mittelfeld angewiesen zu sein als Tuchel. So war es diese Saison immer ein Problem, einen weiteren dominanten Spieler neben Weigl zu finden.
Ajax hatte hingegen eine mit dem BVB 2015/16 vergleichbare Dominanz erreicht, ohne außergewöhnliche Ballmagneten im Mittelfeld. Dies resultierte anscheinend auch nicht in zu viel Quergeschiebe in der Abwehr, denn der Ballbesitzanteil im Angriff war sogar leicht größer (wenn man die offensive Ausrichtung des Mittelfeldes mit einbezieht vermutlich sogar deutlich größer). Das vertikale Spielen hat demnach also trotzdem funktioniert. Das kann aber auch an dem schlechteren Defensivverhalten in der niederländischen Liga liegen.
Anhang:
Berechnung der Prozente.
Ajax' Innenverteidiger Sanches und Viergever haben 73,9 und 73,5 Pässe im Schnitt gespielt (statt Anzahl Ballkontakte haben ich nur die Anzahl der Pässe als Statistik vorgefunden).
Diese entsprechen jeweils 12,7 % der Gesamtpässe.
Die Außenverteidiger Veltman und Sinkgraven spielten im Schnitt 60,7 und 54,9 Pässe.
Diese entsprechen 10.4 % und 9,4 % aller Pässe.
Also kommen die Innenverteidiger zusammen auf 25,4 % und Außenverteidiger auf 19,8 % aller Pässe.
Macht in Summe einen Anteil von 45,6 % der Abwehr (dazu kommt der Torwart mit 4,8%).
Beim BVB haben Hummels 85,3 und Sokratis 80,3 Pässe gespielt. Diese entsprechen 12,8 % und 12,1 %.
Piszczek und Schmelzer haben 63,5 und 58,9 Pässe gespielt. Diese entsprechen 9,5 % und 8,8 %.
Die Abwehr kommt in Summe auf einen Anteil von 43,2 % (dazu Bürki mit 3,9 %).
Im Mittelfeld haben Schöne, Ziyech und Klaassen 61,9, 51,8 und 42,6 Pässe gespielt.
Diese entsprechen 10,7 %, 8,9 % und 7,3 %; in Summe 26,9 %.
Beim BVB haben Weigl, Gündogan und Kagawa 94,7, 89,4 und 59,8 Pässe gespielt.
Diese entsprechen 14,2 %, 13,4 % und 9 %; in Summe 36,6 %.
In der Offensive haben Traore, Younes und Dolberg 41,8, 33,4 und 20.9 Pässe gespielt.
Diese entsprechen 7,2 %, 5,7 % und 3,6 %; in Summe 16,7 %.
Beim BVB haben Mkhitaryan, Reus und Auba 46,0, 36,2 und 18,5 Pässe gespielt.
Diese entsprechen 7,0 %, 5,4 % und 2,8 %; in Summe 15,2 %.
Insgesamt komme ich bei Ajax nur auf 94 % aller Pässe, wenn ich die einzelnen Prozente zusammenrechne.
Beim BVB sind es 98,9 %. Die jeweilige, vermeintliche Stammelf spielt also weniger Pässe als der Schnitt.
Wenn ich alles einfach auf 100 % hochrechne komme ich bei Ajax und dem BVB auf die obigen Prozente.
Alle Daten sind von whoscored.
Der BVB spielte im Schnitt 666 Pässe (Tuchel ist anscheinend doch der Teufel
) (Pässe zusammengesetzt aus 13 Flanken, einen Steilpass, 55 langen und 597 kurzen Pässen). Bei Ajax waren es letzte Saison 581 Pässe im Schnitt (zusammengesetzt aus 23 Flanke, 2 Steilpässen, 61 langen und 495 kurzen Pässen).
Auf den ersten Blick scheint der BVB mehr Ballbesitz zu haben. Schließlich spielt er fast 15 % mehr Pässe. Der Ballbesitzanteil ist mit 61.0 % zu 59.7 % aber kaum höher. Diese liegt auch daran, dass die Gegner von Ajax weniger Pässe als die des BVBs spielen. Der BVB lies, mit im Schnitt 369 Pässen, ca. 8 % mehr als Ajax (342) zu.
In BVB Spielen wurden also insgesamt deutlich mehr Pässe als bei Ajax Spielen gespielt. Der Grund dafür kann an den Gegnern liegen, die in der Bundesliga den Ballführenden wohl stärker unter Druck setzen und dadurch schneller zu einem Pass zwingen.
Es kann aber auch sehr gut sein, dass Bosz einen stärkeren Fokus auf Läufe mit Ball am Fuß legt. So wurde schon öfters beschrieben, dass Mittelfeldspieler ausweichend agieren, um Platz für die Abwehrspieler zu schaffen. Die Laufen dann mit Ball am Fuß ins Mittelfeld.
Hier die Ballbesitzanteile der jeweiligen Mannschaftsteile:
Abwehr plus Torwart: 53,6 % 47,6 %
Mittelfeld: 28,6 % 37 % (davon Weigl 14,4 % und Gündogan 13,5 %)
Angriff: 17,8 % 15,4 %
Größter Unterschied liegt im Mittelfeld, wo Tuchel auf die zwei Ballmagneten Gündogan und Weigl setzte.
Bei Bosz' Ajax trat das Mittelfeld wesentlich weniger dominant auf. Dafür haben Abwehr und Angriff mehr Spielanteile. Insgesamt sind die Ballbesitzanteile unter den Ajax Spielern gleichmäßiger verteilt als bei Tuchel.
Sind diese Unterschiede dem jeweiligen Kader und Spielertypen geschuldet oder einer allgemein anderen taktischen Herangehensweise der Trainer?
Jedenfalls scheint mir Bosz weniger auf dominante Spieler im Mittelfeld angewiesen zu sein als Tuchel. So war es diese Saison immer ein Problem, einen weiteren dominanten Spieler neben Weigl zu finden.
Ajax hatte hingegen eine mit dem BVB 2015/16 vergleichbare Dominanz erreicht, ohne außergewöhnliche Ballmagneten im Mittelfeld. Dies resultierte anscheinend auch nicht in zu viel Quergeschiebe in der Abwehr, denn der Ballbesitzanteil im Angriff war sogar leicht größer (wenn man die offensive Ausrichtung des Mittelfeldes mit einbezieht vermutlich sogar deutlich größer). Das vertikale Spielen hat demnach also trotzdem funktioniert. Das kann aber auch an dem schlechteren Defensivverhalten in der niederländischen Liga liegen.
Anhang:
Berechnung der Prozente.
Ajax' Innenverteidiger Sanches und Viergever haben 73,9 und 73,5 Pässe im Schnitt gespielt (statt Anzahl Ballkontakte haben ich nur die Anzahl der Pässe als Statistik vorgefunden).
Diese entsprechen jeweils 12,7 % der Gesamtpässe.
Die Außenverteidiger Veltman und Sinkgraven spielten im Schnitt 60,7 und 54,9 Pässe.
Diese entsprechen 10.4 % und 9,4 % aller Pässe.
Also kommen die Innenverteidiger zusammen auf 25,4 % und Außenverteidiger auf 19,8 % aller Pässe.
Macht in Summe einen Anteil von 45,6 % der Abwehr (dazu kommt der Torwart mit 4,8%).
Beim BVB haben Hummels 85,3 und Sokratis 80,3 Pässe gespielt. Diese entsprechen 12,8 % und 12,1 %.
Piszczek und Schmelzer haben 63,5 und 58,9 Pässe gespielt. Diese entsprechen 9,5 % und 8,8 %.
Die Abwehr kommt in Summe auf einen Anteil von 43,2 % (dazu Bürki mit 3,9 %).
Im Mittelfeld haben Schöne, Ziyech und Klaassen 61,9, 51,8 und 42,6 Pässe gespielt.
Diese entsprechen 10,7 %, 8,9 % und 7,3 %; in Summe 26,9 %.
Beim BVB haben Weigl, Gündogan und Kagawa 94,7, 89,4 und 59,8 Pässe gespielt.
Diese entsprechen 14,2 %, 13,4 % und 9 %; in Summe 36,6 %.
In der Offensive haben Traore, Younes und Dolberg 41,8, 33,4 und 20.9 Pässe gespielt.
Diese entsprechen 7,2 %, 5,7 % und 3,6 %; in Summe 16,7 %.
Beim BVB haben Mkhitaryan, Reus und Auba 46,0, 36,2 und 18,5 Pässe gespielt.
Diese entsprechen 7,0 %, 5,4 % und 2,8 %; in Summe 15,2 %.
Insgesamt komme ich bei Ajax nur auf 94 % aller Pässe, wenn ich die einzelnen Prozente zusammenrechne.
Beim BVB sind es 98,9 %. Die jeweilige, vermeintliche Stammelf spielt also weniger Pässe als der Schnitt.
Wenn ich alles einfach auf 100 % hochrechne komme ich bei Ajax und dem BVB auf die obigen Prozente.
12.06.2017 - 11:27 Uhr
Im Mittelfeld scheint es Bosz wichtig zu sein, dass die Spieler laufstark sind, schnell ins Pressing gehen und sich bei Ballbesitz gut bewegen, um als Anspielstation genutzt werden zu können.
Allerdings wird keine so extrem Präsenz im Aufbau, der stärker von den Innenverteidigern betrieben wird, gefordert. Bosz hatte auch in einem Interview betont, dass er keinen Sechser haben möchte, der sich im Spielaufbau in die Verteidigung zurückfallen lässt.
Hingegen waren bei Ajax alle drei Mittelfeldspieler auch torgefährlich und gingen regelmäßig Richtung gegnerischen Sechzehner.
Wenn beim BVB eine sehr ähnliche Spielweise umgesetzt werden sollte, würde ich die Besetzung Weigl, Dahoud und Guerreiro für die bestmögliche halten.
Vom Spielertyp wäre statt Weigl eventuell Merino sogar geeigneter, da er vertikaler spielt und dadurch mehr Torgefahr mitbringt. Allerdings wird an der Klasse von Weigl kein Weg vorbeiführen.
Dahoud und Guerreiro sehe ich vorne, da sie beide sehr laufstark und ballfordernd sind und auch die Dynamik besitzen, um schnell ins Pressing zu gehen. In diesen Punkten halte ich die beiden gegenüber Götze, Kagawa und Castro für überlegen.
Allerdings vermute ich trotzdem, dass Guerreiro eher als Linksverteidiger eingesetzt wird, wo er auch diverse Vorteile gegenüber Schmelzer besitzt. Aber grundsätzlich scheint mir Guerreiro einige Anforderungen, an den von Bosz gewünschten Achter, zu erfüllen.
Bei Götze und Kagawa bin ich mir nicht sicher, ob sie bei Bosz für die Achterposition überhaupt in Frage kommen. Beiden fehlt es ein bisschen an Dynamik und Zweikampfstärke, um im Mittelfeldpressing zu überzeugen. Andererseits sind beide im Stellungsspiel stark.
Bei Ballbesitz hatten sie als Achter auch keine große Präsenz gezeigt. In diesem Punkt scheint mir Guerreiro der ideale Spieler zu sein. Er bietet sich sehr aktiv an, ist aber auch nicht so ballfordernd wie ein Gündogan, sondern geht stattdessen auch häufig in die Spitze. Genau das scheint mir Bosz im Mittelfeld zu fordern. Spieler mit großem Aktionsradius, die sowohl als Anspielstation dienen als auch Zug zum Tor entwickeln. Das alles verbunden mit Tempo.
Castro wäre daher wohl auch ein passender Spieler und ich rechne bei ihm auch mit einigen Einsätzen als Achter. Allerdings sehe ich ihn von der individuellen Qualität nicht unbedingt in der ersten Elf.
Inwieweit Sahin als Sechser gefragt ist, bin ich mir auch nicht sicher. Sahin halte ich nicht für besonders pressingresistent, weswegen er sich öfters in die Abwehr zurückfallen lässt, um sich vom Gegnerdruck zu lösen. Diese Möglichkeit gibt es bei Bosz wohl nicht (bei Tuchel auch nur bedingt).
Daher weiß ich nicht, wie Sahin seine Stärken im Passspiel unter Bosz einbringen wird.
Wie gesagt könnte ich mir als Sechser auch Merino vorstellen. So eine Passmaschine ohne Fehler wie Weigl wird bei Bosz nicht unbedingt benötigt. Daher wäre Merino für mich sowohl als Sechser als auch als Achter denkbar.
Bei Merino ist es daher, meiner Meinung nach, eine reine Qualitätsfrage. Als Spielertyp kann man ihn sicherlich gebrauchen. Aber ob seine Leistungen ausreichen werden?
Allerdings wird keine so extrem Präsenz im Aufbau, der stärker von den Innenverteidigern betrieben wird, gefordert. Bosz hatte auch in einem Interview betont, dass er keinen Sechser haben möchte, der sich im Spielaufbau in die Verteidigung zurückfallen lässt.
Hingegen waren bei Ajax alle drei Mittelfeldspieler auch torgefährlich und gingen regelmäßig Richtung gegnerischen Sechzehner.
Wenn beim BVB eine sehr ähnliche Spielweise umgesetzt werden sollte, würde ich die Besetzung Weigl, Dahoud und Guerreiro für die bestmögliche halten.
Vom Spielertyp wäre statt Weigl eventuell Merino sogar geeigneter, da er vertikaler spielt und dadurch mehr Torgefahr mitbringt. Allerdings wird an der Klasse von Weigl kein Weg vorbeiführen.
Dahoud und Guerreiro sehe ich vorne, da sie beide sehr laufstark und ballfordernd sind und auch die Dynamik besitzen, um schnell ins Pressing zu gehen. In diesen Punkten halte ich die beiden gegenüber Götze, Kagawa und Castro für überlegen.
Allerdings vermute ich trotzdem, dass Guerreiro eher als Linksverteidiger eingesetzt wird, wo er auch diverse Vorteile gegenüber Schmelzer besitzt. Aber grundsätzlich scheint mir Guerreiro einige Anforderungen, an den von Bosz gewünschten Achter, zu erfüllen.
Bei Götze und Kagawa bin ich mir nicht sicher, ob sie bei Bosz für die Achterposition überhaupt in Frage kommen. Beiden fehlt es ein bisschen an Dynamik und Zweikampfstärke, um im Mittelfeldpressing zu überzeugen. Andererseits sind beide im Stellungsspiel stark.
Bei Ballbesitz hatten sie als Achter auch keine große Präsenz gezeigt. In diesem Punkt scheint mir Guerreiro der ideale Spieler zu sein. Er bietet sich sehr aktiv an, ist aber auch nicht so ballfordernd wie ein Gündogan, sondern geht stattdessen auch häufig in die Spitze. Genau das scheint mir Bosz im Mittelfeld zu fordern. Spieler mit großem Aktionsradius, die sowohl als Anspielstation dienen als auch Zug zum Tor entwickeln. Das alles verbunden mit Tempo.
Castro wäre daher wohl auch ein passender Spieler und ich rechne bei ihm auch mit einigen Einsätzen als Achter. Allerdings sehe ich ihn von der individuellen Qualität nicht unbedingt in der ersten Elf.
Inwieweit Sahin als Sechser gefragt ist, bin ich mir auch nicht sicher. Sahin halte ich nicht für besonders pressingresistent, weswegen er sich öfters in die Abwehr zurückfallen lässt, um sich vom Gegnerdruck zu lösen. Diese Möglichkeit gibt es bei Bosz wohl nicht (bei Tuchel auch nur bedingt).
Daher weiß ich nicht, wie Sahin seine Stärken im Passspiel unter Bosz einbringen wird.
Wie gesagt könnte ich mir als Sechser auch Merino vorstellen. So eine Passmaschine ohne Fehler wie Weigl wird bei Bosz nicht unbedingt benötigt. Daher wäre Merino für mich sowohl als Sechser als auch als Achter denkbar.
Bei Merino ist es daher, meiner Meinung nach, eine reine Qualitätsfrage. Als Spielertyp kann man ihn sicherlich gebrauchen. Aber ob seine Leistungen ausreichen werden?
12.06.2017 - 17:07 Uhr
Hier sind schon ein paar gute Beiträge von dir zu Bosz. Mir juckt es dazu auch schon seit einer Woche in den Fingerspitzen, aber ich wusste noch nicht so ganz, ob ich die Gedanken in die Kaderschmiede, zu Bosz oder sonst wo hin stecken sollte.
Es gibt einige Sachen, die ich bei Bosz spannend finde. Spannend bedeutet hier, dass ich meine Meinung dazu habe und sehen möchte, was der Trainer in der Vorbereitung schlussendlich machen wird und zu guter letzt, ob ER damit Recht behält.
Da ist zum Einen die Frage, ob Bosz's Philosophie und sein Spielsystem in ihrer Kombination a) auf den BVB-Kader und b) auf die Bundesliga so übertragbar sind. Sein 433 bedeutet ein relativ breites (Aufbau-)Spiel, dass aber gerade auch ein Netz über das Feld bildet, welches sein aggressives Gegenpressing überhaupt ermöglicht und er vermutlich nicht aufgeben möchte. Das bedeutet in Kombination mit der von dir beschriebenen Spielweise des 3er-Mittelfeldes und den sehr breiten Außenverteidigern sowie den IVs im Halbraum eine gewisse, defensive Anfälligkeit, die es mit Schöne als 6er in der Rückrunde bei Ajax gab und in der Bundesliga auf keinen Fall kleiner werden würde. Außerdem sehe ich weder Sokratis noch Toprak in der Lage, eine solche Rolle im rechten Halbraum ohne zurückfallenden Weigl auszufüllen.
Wenn Bosz seine Spielweise 1:1 überführen will, werde ich das interessiert beobachten. Aber auch ein Tuchel musste einsehen, dass die Balance trotz oder gerade wegen dem schönen Offensivfußball stimmen muss. Die Alternative zum Justieren der Rollen des Mittelfeldes ist zum Beispiel die "asymmetrische Viererkette", auch wenn es scheinbar keiner mehr hören möchte - Bosz womöglich auch nicht und er dürfte DANN liebend gerne Recht behalten. Der Kader des BVB gibt aber einfach diese Asymmetrie her. Nicht nur, dass ein Piszczek im Aufbauspiel gute Arbeit leisten kann (und Veltmann als möglicher Bosz-Neuzugang das auch könnte), es gibt beim BVB auch keinen LA, der das Spiel breit machen könnte. Pulisic/Schürrle können diese Aufgaben rechts erfüllen, einen Reus/Phillip treibt es aber in den Strafraum/an die Strafraumgrenze. Da diese Breite aber ein wichtiger Bestandteil des Bosz'schen Fußballs ist, geht mir der Gedanke einfach nicht aus dem Kopf, dass Bosz für seine Art des Fußballs auf das 433 verzichten würde - mit Guerreiro als Schienenspieler könnten die sieben, offensiven Feldspieler die Ajax-Spielweise am ehesten ausführen.
Ein weiterer Punkt, den ich sehr spannend finde, ist die Rolle die Dembélé unter Bosz haben wird. Das Forum sieht ihn momentan scheinbar als reinen Flügelspieler, aber seine besten Spiele hat er vor allem in der RR aus dem Halbraum abgeliefert. Man muss abwarten, ob Ous unter Bosz überhaupt eine Option auf der Acht ist und dann, ob er den Gegenpressing-Anforderungen von Bosz für diese Position genügt. Offensiv gesehen würde er die Rolle aber nicht wirklich vertikaler als Ziyech ausüben und er könnte von der Position sowohl in den 10er-Raum als auch auf den linken Flügel stoßen, was als gegenläufige Bewegung zu Phillip für einen der beiden Lücken reißen sollte.
Am Ende des Tages heißt die Kritik an Bosz zu allem, was nicht passt, natürlich nicht, "hätte er es doch so gemacht, wie ich es gesagt habe", sondern "darum oder darum funktioniert das, was Bosz versucht, nicht". Deswegen postuliere ich auch einfach nur, dass er mMn seine Spielphilosophie mit diesem Kader und dem 433 nicht ausführen werden kann.
Dass ich diese Anspannung für die Saison bräuchte, würde ich zwar nicht sagen, aber die Vorbereitung macht es umso interessanter.
Es gibt einige Sachen, die ich bei Bosz spannend finde. Spannend bedeutet hier, dass ich meine Meinung dazu habe und sehen möchte, was der Trainer in der Vorbereitung schlussendlich machen wird und zu guter letzt, ob ER damit Recht behält.
Da ist zum Einen die Frage, ob Bosz's Philosophie und sein Spielsystem in ihrer Kombination a) auf den BVB-Kader und b) auf die Bundesliga so übertragbar sind. Sein 433 bedeutet ein relativ breites (Aufbau-)Spiel, dass aber gerade auch ein Netz über das Feld bildet, welches sein aggressives Gegenpressing überhaupt ermöglicht und er vermutlich nicht aufgeben möchte. Das bedeutet in Kombination mit der von dir beschriebenen Spielweise des 3er-Mittelfeldes und den sehr breiten Außenverteidigern sowie den IVs im Halbraum eine gewisse, defensive Anfälligkeit, die es mit Schöne als 6er in der Rückrunde bei Ajax gab und in der Bundesliga auf keinen Fall kleiner werden würde. Außerdem sehe ich weder Sokratis noch Toprak in der Lage, eine solche Rolle im rechten Halbraum ohne zurückfallenden Weigl auszufüllen.
Wenn Bosz seine Spielweise 1:1 überführen will, werde ich das interessiert beobachten. Aber auch ein Tuchel musste einsehen, dass die Balance trotz oder gerade wegen dem schönen Offensivfußball stimmen muss. Die Alternative zum Justieren der Rollen des Mittelfeldes ist zum Beispiel die "asymmetrische Viererkette", auch wenn es scheinbar keiner mehr hören möchte - Bosz womöglich auch nicht und er dürfte DANN liebend gerne Recht behalten. Der Kader des BVB gibt aber einfach diese Asymmetrie her. Nicht nur, dass ein Piszczek im Aufbauspiel gute Arbeit leisten kann (und Veltmann als möglicher Bosz-Neuzugang das auch könnte), es gibt beim BVB auch keinen LA, der das Spiel breit machen könnte. Pulisic/Schürrle können diese Aufgaben rechts erfüllen, einen Reus/Phillip treibt es aber in den Strafraum/an die Strafraumgrenze. Da diese Breite aber ein wichtiger Bestandteil des Bosz'schen Fußballs ist, geht mir der Gedanke einfach nicht aus dem Kopf, dass Bosz für seine Art des Fußballs auf das 433 verzichten würde - mit Guerreiro als Schienenspieler könnten die sieben, offensiven Feldspieler die Ajax-Spielweise am ehesten ausführen.
Ein weiterer Punkt, den ich sehr spannend finde, ist die Rolle die Dembélé unter Bosz haben wird. Das Forum sieht ihn momentan scheinbar als reinen Flügelspieler, aber seine besten Spiele hat er vor allem in der RR aus dem Halbraum abgeliefert. Man muss abwarten, ob Ous unter Bosz überhaupt eine Option auf der Acht ist und dann, ob er den Gegenpressing-Anforderungen von Bosz für diese Position genügt. Offensiv gesehen würde er die Rolle aber nicht wirklich vertikaler als Ziyech ausüben und er könnte von der Position sowohl in den 10er-Raum als auch auf den linken Flügel stoßen, was als gegenläufige Bewegung zu Phillip für einen der beiden Lücken reißen sollte.
Am Ende des Tages heißt die Kritik an Bosz zu allem, was nicht passt, natürlich nicht, "hätte er es doch so gemacht, wie ich es gesagt habe", sondern "darum oder darum funktioniert das, was Bosz versucht, nicht". Deswegen postuliere ich auch einfach nur, dass er mMn seine Spielphilosophie mit diesem Kader und dem 433 nicht ausführen werden kann.
Dass ich diese Anspannung für die Saison bräuchte, würde ich zwar nicht sagen, aber die Vorbereitung macht es umso interessanter.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SoccAficionado am 12.06.2017 um 17:28 Uhr bearbeitet
13.06.2017 - 10:03 Uhr
Zitat von SoccAficionado
Hier sind schon ein paar gute Beiträge von dir zu Bosz. Mir juckt es dazu auch schon seit einer Woche in den Fingerspitzen, aber ich wusste noch nicht so ganz, ob ich die Gedanken in die Kaderschmiede, zu Bosz oder sonst wo hin stecken sollte.
Es gibt einige Sachen, die ich bei Bosz spannend finde. Spannend bedeutet hier, dass ich meine Meinung dazu habe und sehen möchte, was der Trainer in der Vorbereitung schlussendlich machen wird und zu guter letzt, ob ER damit Recht behält.
Da ist zum Einen die Frage, ob Bosz's Philosophie und sein Spielsystem in ihrer Kombination a) auf den BVB-Kader und b) auf die Bundesliga so übertragbar sind. Sein 433 bedeutet ein relativ breites (Aufbau-)Spiel, dass aber gerade auch ein Netz über das Feld bildet, welches sein aggressives Gegenpressing überhaupt ermöglicht und er vermutlich nicht aufgeben möchte. Das bedeutet in Kombination mit der von dir beschriebenen Spielweise des 3er-Mittelfeldes und den sehr breiten Außenverteidigern sowie den IVs im Halbraum eine gewisse, defensive Anfälligkeit, die es mit Schöne als 6er in der Rückrunde bei Ajax gab und in der Bundesliga auf keinen Fall kleiner werden würde. Außerdem sehe ich weder Sokratis noch Toprak in der Lage, eine solche Rolle im rechten Halbraum ohne zurückfallenden Weigl auszufüllen.
Wenn Bosz seine Spielweise 1:1 überführen will, werde ich das interessiert beobachten. Aber auch ein Tuchel musste einsehen, dass die Balance trotz oder gerade wegen dem schönen Offensivfußball stimmen muss. Die Alternative zum Justieren der Rollen des Mittelfeldes ist zum Beispiel die "asymmetrische Viererkette", auch wenn es scheinbar keiner mehr hören möchte - Bosz womöglich auch nicht und er dürfte DANN liebend gerne Recht behalten. Der Kader des BVB gibt aber einfach diese Asymmetrie her. Nicht nur, dass ein Piszczek im Aufbauspiel gute Arbeit leisten kann (und Veltmann als möglicher Bosz-Neuzugang das auch könnte), es gibt beim BVB auch keinen LA, der das Spiel breit machen könnte. Pulisic/Schürrle können diese Aufgaben rechts erfüllen, einen Reus/Phillip treibt es aber in den Strafraum/an die Strafraumgrenze. Da diese Breite aber ein wichtiger Bestandteil des Bosz'schen Fußballs ist, geht mir der Gedanke einfach nicht aus dem Kopf, dass Bosz für seine Art des Fußballs auf das 433 verzichten würde - mit Guerreiro als Schienenspieler könnten die sieben, offensiven Feldspieler die Ajax-Spielweise am ehesten ausführen.
Ein weiterer Punkt, den ich sehr spannend finde, ist die Rolle die Dembélé unter Bosz haben wird. Das Forum sieht ihn momentan scheinbar als reinen Flügelspieler, aber seine besten Spiele hat er vor allem in der RR aus dem Halbraum abgeliefert. Man muss abwarten, ob Ous unter Bosz überhaupt eine Option auf der Acht ist und dann, ob er den Gegenpressing-Anforderungen von Bosz für diese Position genügt. Offensiv gesehen würde er die Rolle aber nicht wirklich vertikaler als Ziyech ausüben und er könnte von der Position sowohl in den 10er-Raum als auch auf den linken Flügel stoßen, was als gegenläufige Bewegung zu Phillip für einen der beiden Lücken reißen sollte.
Am Ende des Tages heißt die Kritik an Bosz zu allem, was nicht passt, natürlich nicht, "hätte er es doch so gemacht, wie ich es gesagt habe", sondern "darum oder darum funktioniert das, was Bosz versucht, nicht". Deswegen postuliere ich auch einfach nur, dass er mMn seine Spielphilosophie mit diesem Kader und dem 433 nicht ausführen werden kann.
Dass ich diese Anspannung für die Saison bräuchte, würde ich zwar nicht sagen, aber die Vorbereitung macht es umso interessanter.
Hier sind schon ein paar gute Beiträge von dir zu Bosz. Mir juckt es dazu auch schon seit einer Woche in den Fingerspitzen, aber ich wusste noch nicht so ganz, ob ich die Gedanken in die Kaderschmiede, zu Bosz oder sonst wo hin stecken sollte.
Es gibt einige Sachen, die ich bei Bosz spannend finde. Spannend bedeutet hier, dass ich meine Meinung dazu habe und sehen möchte, was der Trainer in der Vorbereitung schlussendlich machen wird und zu guter letzt, ob ER damit Recht behält.
Da ist zum Einen die Frage, ob Bosz's Philosophie und sein Spielsystem in ihrer Kombination a) auf den BVB-Kader und b) auf die Bundesliga so übertragbar sind. Sein 433 bedeutet ein relativ breites (Aufbau-)Spiel, dass aber gerade auch ein Netz über das Feld bildet, welches sein aggressives Gegenpressing überhaupt ermöglicht und er vermutlich nicht aufgeben möchte. Das bedeutet in Kombination mit der von dir beschriebenen Spielweise des 3er-Mittelfeldes und den sehr breiten Außenverteidigern sowie den IVs im Halbraum eine gewisse, defensive Anfälligkeit, die es mit Schöne als 6er in der Rückrunde bei Ajax gab und in der Bundesliga auf keinen Fall kleiner werden würde. Außerdem sehe ich weder Sokratis noch Toprak in der Lage, eine solche Rolle im rechten Halbraum ohne zurückfallenden Weigl auszufüllen.
Wenn Bosz seine Spielweise 1:1 überführen will, werde ich das interessiert beobachten. Aber auch ein Tuchel musste einsehen, dass die Balance trotz oder gerade wegen dem schönen Offensivfußball stimmen muss. Die Alternative zum Justieren der Rollen des Mittelfeldes ist zum Beispiel die "asymmetrische Viererkette", auch wenn es scheinbar keiner mehr hören möchte - Bosz womöglich auch nicht und er dürfte DANN liebend gerne Recht behalten. Der Kader des BVB gibt aber einfach diese Asymmetrie her. Nicht nur, dass ein Piszczek im Aufbauspiel gute Arbeit leisten kann (und Veltmann als möglicher Bosz-Neuzugang das auch könnte), es gibt beim BVB auch keinen LA, der das Spiel breit machen könnte. Pulisic/Schürrle können diese Aufgaben rechts erfüllen, einen Reus/Phillip treibt es aber in den Strafraum/an die Strafraumgrenze. Da diese Breite aber ein wichtiger Bestandteil des Bosz'schen Fußballs ist, geht mir der Gedanke einfach nicht aus dem Kopf, dass Bosz für seine Art des Fußballs auf das 433 verzichten würde - mit Guerreiro als Schienenspieler könnten die sieben, offensiven Feldspieler die Ajax-Spielweise am ehesten ausführen.
Ein weiterer Punkt, den ich sehr spannend finde, ist die Rolle die Dembélé unter Bosz haben wird. Das Forum sieht ihn momentan scheinbar als reinen Flügelspieler, aber seine besten Spiele hat er vor allem in der RR aus dem Halbraum abgeliefert. Man muss abwarten, ob Ous unter Bosz überhaupt eine Option auf der Acht ist und dann, ob er den Gegenpressing-Anforderungen von Bosz für diese Position genügt. Offensiv gesehen würde er die Rolle aber nicht wirklich vertikaler als Ziyech ausüben und er könnte von der Position sowohl in den 10er-Raum als auch auf den linken Flügel stoßen, was als gegenläufige Bewegung zu Phillip für einen der beiden Lücken reißen sollte.
Am Ende des Tages heißt die Kritik an Bosz zu allem, was nicht passt, natürlich nicht, "hätte er es doch so gemacht, wie ich es gesagt habe", sondern "darum oder darum funktioniert das, was Bosz versucht, nicht". Deswegen postuliere ich auch einfach nur, dass er mMn seine Spielphilosophie mit diesem Kader und dem 433 nicht ausführen werden kann.
Dass ich diese Anspannung für die Saison bräuchte, würde ich zwar nicht sagen, aber die Vorbereitung macht es umso interessanter.
Ob Bosz dazu bereit ist, von seiner Taktik abzuweichen, kann man diskutieren.
Anfangs dachte ich, dass diese bei Bosz in Stein gemeißelt sei, da ich beim Durchklicken der Formationen der letzten Jahre immer nur 4-3-3 gesehen habe und in den Spielberichten auch immer die selben taktischen Mechanismen zugreifen schienen.
Allerdings hatte Bosz in den ersten Spielen bei Ajax wohl doch variiert. In der Champions League Quali gegen Saloniki spielte er einmal im 5-3-2 bzw. 3-5-2. Auch hatte er das 4-3-3 nicht immer mit zwei Achtern spielen lassen, sondern auch mit zwei Sechsern und einem Zehner. Zudem setzte Bosz bei den offensiven Außen auch nicht immer auf Breite. Linksfuß Traore zog als RA öfters nach Innen, nicht nur mit Ball, sondern auch ohne, um im Halbraum angespielt werden zu können.
Alles in allem muss der BVB taktisch keine Ajax Kopie werden. Aufgrund der Erfolge von Ajax mit der letztendlichen Taktik und der eher kurzen "Experimentierphase" gehe ich aber dennoch erst mal von einer sehr ähnlichen Taktik aus.
Dembele würde mir im Ballbesitz ebenfalls am besten als offensiver Achter im 4-3-3 gefallen. Dort kann er wie kein Zweiter aus statischen Situationen heraus Torgefahr erzeugen und er würde das Spiel mehr prägen als auf den offensiven Außenbahnen.
Im Pressing halte ich Dembele aber für sehr schlecht. Da das Defensivverhalten eines der Kernprobleme in der abgelaufenden Saison war, ist dies vermutlich ein Ausschlusskriterium für so eine zentrale Position. Allerdings wird sich Dembele defensiv wahrscheinlich noch steigern. Auch sehe ich wenig Probleme, wenn Bosz' Fünfsekundenregel nicht greift und man sich ins 4-4-2 zurückzieht. In diesem Fall war bei Ajax auch Ziyech öfters in vorderster Front zu finden. Es bräuchte also keinen Dembele, der im eigenen Sechserraum die Bälle erobert.
Konservativer wäre es für mich aber Dembele als RA oder LA einzusetzen. Dort würde er für das Defensivkonzept vermutlich weniger Bedeutung haben. Im Ballbesitz sollte er seine Fähigkeiten trotzdem gut einbringen können, wenn auch nicht so prägend wie im Zentrum. Ähnlich wie Traore sollte Dembele dann aber auch nach Innen ziehen dürfen; als reiner Breitengeber wäre er für mich verschenkt.
Diskutieren könnte man vielleicht noch, ob Dembele als false 9 eingesetzt werden könnte, für mich allerdings die unwahrscheinlichste Variante.
Grundsätzlich denke ich, dass die Taktik von Ajax mit unserem Kader auf sehr hohen Niveau umgesetzt werden kann. Das Optimum ist es aber vermutlich nicht. So gibt es auch für mich einige Dinge, bei denen ich Bedenken hätte:
Können Götze und Kagawa in Bosz' System gut eingebunden werden?
Falls Guerreiro LV spielt, wird dann nicht sein Offensivpotential verschenkt? Ist er defensiv stabil genug?
Falls Auba bleibt, sind dessen spielerischen Mängel problematischer als unter Tuchel?
Haben wir die passenden Verteidiger (zweiter Innenverteidiger, RV)?
Apropos, warum hältst Du Toprak für ungeeignet?
Sein Passspiel scheint mir gut genug zu sein. Bedenken habe ich, ob er mit Ball am Fuß die Räume andribbeln kann. Das kann ich allerdings nicht gut einschätzen.
13.06.2017 - 13:06 Uhr
Zitat von mba123
Ich denke, eine Umstellung von Ajax' 4-3-3 auf 4-2-3-1 würde einige Veränderungen mit sich bringen.
Eine Doppelsechs im Aufbau würde den Innenverteidigern den Raum für Vorstöße nehmen. Ein Mittel das Ajax oft genutzt hat und auf das ich sehr gespannt bin, da es gut in der Bundesliga funktionieren könnte; besonders wenn Weigl zugestellt wird.
Auch weiß ich nicht, ob die Raumaufteilung im 4-2-3-1 nicht nachteilig für Ballbesitzfußball ist. Bei Ajax wurde folgende Raumaufteilung angestrebt: Ajax Spacing
Im 4-2-3-1 erhält man kein so gleichmäßiges Netz. Auch scheinen sowohl Pep als auch Tuchel dieses System gemieden zu haben.
Ich denke auch, dass im 4-2-3-1 eher gradlinige Außenverteidigern eingesetzt werden, da sie im Aufbau weniger gefragt sind und eher die einrückenden offensiven Außen hinterlaufen. Aber das hängt wohl mehr von taktischen Details als von der Formation ab.
Jedenfalls vermute ich, dass ein Wechsel vom 4-3-3 zum 4-2-3-1 doch mehr Änderungen mit sich bringen würde als man auf den ersten Blick erwarten würde. Das muss nicht schlecht sein. Mir gefällt beispielsweise, dass es im 4-2-3-1 die Idealposition für Götze bzw. Kagawa gibt.
Allerdings glaube ich nicht, dass Bosz auf diese Formationen setzen wird, da viel Dinge, die bei Ajax gut funktionierten, in einem 4-2-3-1 nicht unbedingt leicht umzusetzen sind.
Ich denke, eine Umstellung von Ajax' 4-3-3 auf 4-2-3-1 würde einige Veränderungen mit sich bringen.
Eine Doppelsechs im Aufbau würde den Innenverteidigern den Raum für Vorstöße nehmen. Ein Mittel das Ajax oft genutzt hat und auf das ich sehr gespannt bin, da es gut in der Bundesliga funktionieren könnte; besonders wenn Weigl zugestellt wird.
Auch weiß ich nicht, ob die Raumaufteilung im 4-2-3-1 nicht nachteilig für Ballbesitzfußball ist. Bei Ajax wurde folgende Raumaufteilung angestrebt: Ajax Spacing
Im 4-2-3-1 erhält man kein so gleichmäßiges Netz. Auch scheinen sowohl Pep als auch Tuchel dieses System gemieden zu haben.
Ich denke auch, dass im 4-2-3-1 eher gradlinige Außenverteidigern eingesetzt werden, da sie im Aufbau weniger gefragt sind und eher die einrückenden offensiven Außen hinterlaufen. Aber das hängt wohl mehr von taktischen Details als von der Formation ab.
Jedenfalls vermute ich, dass ein Wechsel vom 4-3-3 zum 4-2-3-1 doch mehr Änderungen mit sich bringen würde als man auf den ersten Blick erwarten würde. Das muss nicht schlecht sein. Mir gefällt beispielsweise, dass es im 4-2-3-1 die Idealposition für Götze bzw. Kagawa gibt.
Allerdings glaube ich nicht, dass Bosz auf diese Formationen setzen wird, da viel Dinge, die bei Ajax gut funktionierten, in einem 4-2-3-1 nicht unbedingt leicht umzusetzen sind.
Deine These lautet ja (mit Bezug auf Spielverlagerung?!), dass im 4-2-3-1 die Abläufe doch recht andere wären. Dazu muss ich sagen: Ich habe mir praktisch keine Ajax-Spiele angeschaut. Teile Deiner Argumentation leuchten mir ad hoc ein (weniger Platz für Vorstöße der IV, allerdings auch mehr bzw. leichter Absicherung(!) bei Vorstößen), andere aber im Moment noch weniger:
Sind wir da nicht doch beinahe schon bei Zahlenspielchen, deren Ertrag nicht zwingend vorhanden sein muss: Die Graphik von Spielverlagerung kann man auch als 4-1-4-1 interpretieren, wenn man möchte. In dem Kontext nur ein Gedanke: im 4-2-3-1 drehst Du das zentrale Dreieck aus der Spielverlagerungsskizze direkt um und hast dieselbe Aufteilung mit zwei Spielern in den entscheidenden Zonen, allerdings ein massierteres Zentrum, das defensivstärker ist und eine etwas tiefere Ballzirkulation bedeuten würde, schätze ich. Klar ist der 'perfekte' bei allen Spielern in etwa gleiche Abstand zum Nachbar dann nicht mehr gegeben, andererseits: Will man das überhaupt? Auch in der Grundanlage des Spiels: Wir reden und schrieben ja ständig von Überladungen etc. Womöglich macht es Sinn, einzelne Spieler 'zu isolieren' und auf anderen Seiten anzugreifen. Womöglich will man z.B. zwei zentrale Offensivleute eng beeinander stehen haben als MS und HS. Die 'perfekte Raumaufteilung' sollte ja kein Selbstzweck sein.
Soll alles in allem heißen: Ich kann mit dir mitgehen, würde mir aber noch ein paar Erläuterungen von Dir erhoffen
13.07.2017 - 10:11 Uhr
Durm's Einsatz im ZM/OM kam für mich völlig überraschend.
Natürlich wird Durm keine ernsthafte Alternative im ZM sein. Aber sein Einsatz könnte darauf hindeuten, welche Eigenschaften Bosz im ZM haben möchte.
Die meisten begründen den Einsatz von Durm mit den vielen Ausfällen im ZM. Das ist auch für mich der wesentliche Grund.
Allerdings gab es dennoch Alternativen. Für mich wäre es beispielsweise naheliegender gewesen, Dembele im ZM und Durm dann offensiv Außen einzusetzen.
Vielleicht wollte Bosz möglichst wenig Spieler positionsfremd und daher Dembele auf seiner vermeintlich stärksten Position einsetzen.
Da die Positionen aber in direkter Abhängigkeit stehen, würde ich so ein Vorgehen kritisch sehen. So hatte die Besetzung durch Durm direkte Folgen insbesondere für Mor, Passlack und auch Auba.
Die rechte Seite wäre mit Dembele sicherlich stärker eingebunden gewesen. Dembele hätte auch Räume für Mor geschaffen, so dass dieser besser ins Dribbling gekommen wäre. Passlack hätte eine stärkere Anspielstation gehabt und vermutlich etwas weniger quer gespielt und Auba hätte einen herausragenden Vorbereiter hinter sich gehabt.
Meiner Meinung nach deutet Durm's Einsatz darauf hin, dass Bosz läuferische Fähigkeiten und Defensivarbeit recht hoch einschätzt. Für dass Pressing sind das sicherlich auch sehr wichtige Eigenschaften.
Für mich haben sich aufgrund Durm's Einsatz daher die Chancen für beispielsweise Philipp im ZM/OM erhöht. Auch ein Kaderplatz für Rode oder Merino ist etwas wahrscheinlicher geworden.
Hingegen deutet der Test gegen Essen darauf hin, dass Dembele keine Option für diese Position sein wird.
PS: Ich weiß nicht, welcher Thread der passende für diesen Beitrag ist.
Natürlich wird Durm keine ernsthafte Alternative im ZM sein. Aber sein Einsatz könnte darauf hindeuten, welche Eigenschaften Bosz im ZM haben möchte.
Die meisten begründen den Einsatz von Durm mit den vielen Ausfällen im ZM. Das ist auch für mich der wesentliche Grund.
Allerdings gab es dennoch Alternativen. Für mich wäre es beispielsweise naheliegender gewesen, Dembele im ZM und Durm dann offensiv Außen einzusetzen.
Vielleicht wollte Bosz möglichst wenig Spieler positionsfremd und daher Dembele auf seiner vermeintlich stärksten Position einsetzen.
Da die Positionen aber in direkter Abhängigkeit stehen, würde ich so ein Vorgehen kritisch sehen. So hatte die Besetzung durch Durm direkte Folgen insbesondere für Mor, Passlack und auch Auba.
Die rechte Seite wäre mit Dembele sicherlich stärker eingebunden gewesen. Dembele hätte auch Räume für Mor geschaffen, so dass dieser besser ins Dribbling gekommen wäre. Passlack hätte eine stärkere Anspielstation gehabt und vermutlich etwas weniger quer gespielt und Auba hätte einen herausragenden Vorbereiter hinter sich gehabt.
Meiner Meinung nach deutet Durm's Einsatz darauf hin, dass Bosz läuferische Fähigkeiten und Defensivarbeit recht hoch einschätzt. Für dass Pressing sind das sicherlich auch sehr wichtige Eigenschaften.
Für mich haben sich aufgrund Durm's Einsatz daher die Chancen für beispielsweise Philipp im ZM/OM erhöht. Auch ein Kaderplatz für Rode oder Merino ist etwas wahrscheinlicher geworden.
Hingegen deutet der Test gegen Essen darauf hin, dass Dembele keine Option für diese Position sein wird.
PS: Ich weiß nicht, welcher Thread der passende für diesen Beitrag ist.
18.07.2017 - 09:21 Uhr
Zitat von HaHa
Das sieht bosz anders:
http://www.reviersport.de/354807---bvb-peter-bosz-klopp-faktor.html
Und das war auch vorher unter tuchel nicht das problem. Wenn man was kritisieren Konnte, dann das Defensivverhalten der offensivspieler.
Zitat von MakavelliBVB
Ich glaube sie drückt sich nur etwas falsch aus. Natürlich haben wir eine sehr gute Defensive im Vergleich zu vielen anderen Bundesligisten, aber für unseren Anspruch und den Rest unserer Mannschaft ist die Definsive der Teil den man am stärksten verbessern müsste.
Zitat von bvballez
https://youtu.be/7zReZtTYZyY
Bin ich der Einzige, der durchaus versteht was die Reporterin andeuten will?
https://youtu.be/7zReZtTYZyY
Bin ich der Einzige, der durchaus versteht was die Reporterin andeuten will?
Ich glaube sie drückt sich nur etwas falsch aus. Natürlich haben wir eine sehr gute Defensive im Vergleich zu vielen anderen Bundesligisten, aber für unseren Anspruch und den Rest unserer Mannschaft ist die Definsive der Teil den man am stärksten verbessern müsste.
Das sieht bosz anders:
http://www.reviersport.de/354807---bvb-peter-bosz-klopp-faktor.html
Und das war auch vorher unter tuchel nicht das problem. Wenn man was kritisieren Konnte, dann das Defensivverhalten der offensivspieler.
Ich verstehe nicht, wieso immer der Gegenpressing Ansatz von Bosz so sehr betont wird (im verlinkten Artikel). Für mich ist dies so ziemlich der letzte Punkt, woran ich Klopp, Tuchel und Bosz unterscheiden könnte. Schließlich ist die direkte Rückgewinnung des Balls bei allen drei ein wesentliches Element.
Die offensichtlichen Unterschiede sind im Ballbesitz, in dem besonders Klopps fußball aus der Reihe tanzt.
Desweiteren sehe ich auch noch Unterschiede, wenn der Gegner den Ball kontrolliert. Hier war Klopp's Ansatz mit seinen Pressingfallen, denke ich, anders als der von Tuchel.
Es gibt sicherlich auch taktische Unterschiede im Gegenpressing. Beispielsweise wer wie und wie viele den Gegner anlaufen, ob eher Passwege zugestellt werden oder die Gegenspieler manngedeckt werden oder ähnliches.
Aber der wesentliche Punkt, warum ich das Gegenpressing unter Klopp für stärker als unter Tuchel sah, waren die individuellen Stärken der Spieler. Klopp hatte mehr, fürs Gegenpressing starke Spieler aufgestellt (Großkreutz, Kuba, Bender im Mittelfeld) während Tuchel auf Stärken bei Ballbesitz setzte.
Die Spielerauswahl ist für mich auch der interessanteste Punkt bei Bosz. Ich bin mir noch nicht sicher, ob Bosz immer die Spieler wählt, welche bei Ballbesitz ihre Stärken haben. Eventuell wird Bosz auch ein paar Spieler mit Stärken gegen den Ball öfters als erwartet bringen (Schürrle, Philipp, vielleicht auch Rode).
27.07.2017 - 18:07 Uhr
Zitat von Coach09
Also ich bin mir gar nicht mal so sicher, ob es Bosz Ideal Vorstellung ist, das einer unserer DOM's mehr den 8 er spielt und die weiteren Wege macht und der andere mehr den 10er spielt.
Meine das im Idealbild beide unserer DOMs diese Wege machen.
Klar ergibt sich daraus, ob die gegnerische Mannschaft zB linkslastiger spielt und auch der individuellen Präferenz Einzelner Spieler, immer eine Betonung des einen oder anderen aber ich meine halt vom Grund Ansatz her.
Mario & Rode waren zB in den Testspielen überall zu finden & der DM steht sowieso weiter vorne mittig um als Anspiel Station zu dienen.
Ich würde somit nicht einen unserer DOM's als Spieler Für x-Wege & den anderen Für y-Wege
Kategorisieren/ limitieren sondern den situationsbedingten Ansatz sehen.
Oder mit anderen Worten ausgedrückt, beide sollen beides können/spielen & Situationsbedingt ergibt sich dann für den einen oder den anderen diese Aufteilung.
Natürlich hängt dies auch von der Quali der Spieler ab, die bei Ajax viel. Nicht so gegeben war. Bei uns sollte dieser Ansatz jedoch problemlos möglich sein.
Also ich bin mir gar nicht mal so sicher, ob es Bosz Ideal Vorstellung ist, das einer unserer DOM's mehr den 8 er spielt und die weiteren Wege macht und der andere mehr den 10er spielt.
Meine das im Idealbild beide unserer DOMs diese Wege machen.
Klar ergibt sich daraus, ob die gegnerische Mannschaft zB linkslastiger spielt und auch der individuellen Präferenz Einzelner Spieler, immer eine Betonung des einen oder anderen aber ich meine halt vom Grund Ansatz her.
Mario & Rode waren zB in den Testspielen überall zu finden & der DM steht sowieso weiter vorne mittig um als Anspiel Station zu dienen.
Ich würde somit nicht einen unserer DOM's als Spieler Für x-Wege & den anderen Für y-Wege
Kategorisieren/ limitieren sondern den situationsbedingten Ansatz sehen.
Oder mit anderen Worten ausgedrückt, beide sollen beides können/spielen & Situationsbedingt ergibt sich dann für den einen oder den anderen diese Aufteilung.
Natürlich hängt dies auch von der Quali der Spieler ab, die bei Ajax viel. Nicht so gegeben war. Bei uns sollte dieser Ansatz jedoch problemlos möglich sein.
Ich sehe das ein bisschen anders. Natürlich sollen die Jungs auch gewisse Freiheiten haben, aber ich glaube, für die Struktur der Mannschaft ist es besser, wenn die Aufgaben deutlicher verteilt sind.
Dazu muss ich sagen, dass ich eher ein System mit 6, 8 und 10 im Sinn habe. 6er wären dann Weigl und Sahin, 8er Dahoud und Rode und 10er Kagawa und Götze. Eigentlich hätte ich gerne auch Merino mal auf der 6 gesehen, weil ich denke, dass er körperlich und von seinen Anlagen sowohl gut ins Aufbauspiel als auch in die letzte Reihe, vor der Abwehr, passen könnte.
Ich denke mit klareren Aufgaben kommt man auch dem Fähigkeitsprofil der Spieler stärker entgegen. Kagawa und Götze sind um den Strafraum herum am besten aufgehoben und passen gut in die vordere Pressing Reihe, Dahoud und Rode sind schon nicht mehr ganz so torgefährlich, dafür kann Dahoud aus den tieferen Raum das Spiel schnell machen übe auch mal einen schönen Steilpass in die Tiefe spielen. Dieser Eigenschaften fehlen Rode vielleicht ein wenig, dafür hat wer gezeigt, wie viele Bälle er durch sein gutes Spielverständnis frühzeitig erkennen und gewinnen kann. Auch seine Seitenverlagerungen können etwas tiefer ein gutes Mittel sein um das gegnerische Spiel auseinander zu ziehen.
Sahin hat zwar durchaus Offensive Qualitäten, die so etwas eingeschränkt wären, aber er ist leider nicht schnell genug wieder hinten, wenn ein Angriff abgefangen wird und seine großartigen Qualitäten sind eben die punktgenauen langen Bälle und die Ordnung die er denn Spiel verschafft.
Sahin und Weigl sind für mich so was wie die "field-generals", wie Quarterbacks im American Football gerne genannt werden. Sie sollen das Spiel lenken und strukturieren. Für Kreativität sind sie nicht in erster Linie zuständig, auch wenn Geistesblitze natürlich gerne gesehen sind. Vorrangig sollen sie aber Sicherheit geben und ihr Spiel nicht so sehr auf Improvisation stürzen.
Die einzige Sorge die ich bei dieser relativ gradlinigen Staffelung habe sind die Halbräume um 8 und 6. Da könnte es zu großen Lücken kommen. Eine Möglichkeit wäre es jeweils einen Aussenverteidiger einrücken zu lassen, wärend der andere tief geht. Die dafür notwendigen Anlagen sehe ich allerdings nur bei Guerreiro.
-----------------------9---------------------
---7-----------------10--------------------11----
-----------------------8---------------------
------------------------6--------------------
02.08.2017 - 12:41 Uhr
Zitat von Jack_in_the_Box
Hi,
da ich leider aus zeitlichen Gründen die bisherigen Vorbereitungsspiele kaum sehen konnte, eine Frage:
Kann jemand mal seine system- und individualtaktischen Beobachtungen bis hierhin mit uns teilen oder mich auf einen Post/Artikel diesbezüglich verweisen? Das wäre super, danke!
Was natürlich leicht erkennbar war und auch schon oft kommuniziert wurde, ist der allgemeine Versuch, hoch zu pressen, schnelles Gegenpressing zu etablieren und insgesamt hoch zu stehen. Aber wie war die individuelle und gruppentaktische Umsetzung davon? Was macht Hoffnung, was nicht und wie sah die Rollenverteilung auf 6 und 8 aus, wie versuchte man den eigenen Spielaufbau zu gestalten etc.
Feel free to share!
Hi,
da ich leider aus zeitlichen Gründen die bisherigen Vorbereitungsspiele kaum sehen konnte, eine Frage:
Kann jemand mal seine system- und individualtaktischen Beobachtungen bis hierhin mit uns teilen oder mich auf einen Post/Artikel diesbezüglich verweisen? Das wäre super, danke!
Was natürlich leicht erkennbar war und auch schon oft kommuniziert wurde, ist der allgemeine Versuch, hoch zu pressen, schnelles Gegenpressing zu etablieren und insgesamt hoch zu stehen. Aber wie war die individuelle und gruppentaktische Umsetzung davon? Was macht Hoffnung, was nicht und wie sah die Rollenverteilung auf 6 und 8 aus, wie versuchte man den eigenen Spielaufbau zu gestalten etc.
Feel free to share!
Ich versuche einfach mal meine bisherigen Beobachtungen zu teilen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Als Anhaltspunkt nehme ich vor allem das Spiel gegen Espanyol Bacelona, einfach weil ich überzeugt davon bin, dass dieser Auftritt am ehesten Boszs Vorstellungen entsprochen haben dürfte (mal unabhängig vom Ergebnis). Das favorisierte Spielsystem ist -wie könnte es bei einem holländischen Trainer anders sein?- selbstverständlich das 4-3-3 in klassischer Aufteilung mit einem 6er (Sahin) und zwei 8ern (Götze & Castro). Situativ sehen wir wohl auch mal, dass ein 8er sich relativ deutlich in tiefere Räume fallen lässt, vor allem dann, wenn der 6er zugestellt ist und Hilfe im Spielaufbau benötigt oder aber wenn man gerade nach hinten gedrückt wird und auf eine Art Schwarmverteidigung zurückgreift.
Ansonsten gibt es da gesamttaktisch eher wenige Innovationen. Allgemein stehen wir höher, was vor allem eben für den 6er gilt, der unter Tuchel nahezu nur für Absicherung sorgte und kaum Aufgaben jenseits der Mittellinie verfolgte. Man kann es allerdings auch an der Staffelung der beiden IV gut sehen: Sokratis und Bartra standen zeitweise beide 5-10 Meter vor (!) der Mittellinie, dazu später mehr. Unter Bosz muss sogar selbst der 6er aktiv am Gegenpressing mitwirken.
Auch das Spielfeld wird noch deutlicher in die Breite gezogen, wobei diese Aufgabe mal vom AV, mal vom Außenstürmer übernommen wird. Entweder sehen wir also einen breit stehenden Außenverteidiger mit dem Stürmer im Halbraum oder eben umgekehrt, wobei der AV dann schon enorm weit aufschiebt! Gut zu sehen vor allem im Zusammenspiel Zagadou/Schürrle auf der linken Außenbahn. Zagadou übernahm da schon teilweise die Rolle des falschen AV und spielte nahezu in den 8er Räumen, wenn der Gegner tief stand (die Rolle dürfte wie A*sch auf Eimer zu Guerreiro passen).
Neu ist auch, dass der MS sich wesentlich deutlicher am Spielgeschehen beteiligen muss. Aubameyang hat auch deshalb wohl gerade einige Probleme, weil er eben situativ sogar sehr tief fallen soll, um das Spiel mit anzukurbeln.
Zum Spielaufbau fällt mir ehrlich gesagt noch nicht sonderlich viel ein, da ich der Ansicht bin, dass man in diesem Bereich noch längst nicht mit dem Feinschliff begonnen hat und gerade einmal bei den Basics angelangt ist. Neu ist die klare Staffelung als 4er-Kette. Der Aufbau erfolgt dann oftmals über einen der beiden AV's, die den Ball auch gerne mit Ein-Kontakt-Spiel weiterleiten dürfen. Sehr tief fallende Zentrumsspieler sehen wir eigentlich kaum, wobei Sahin gelegentlich noch links wegkippt, wenn ein zweiter 8er auf die 6er Position rückt. Ansonsten gibt es hier definitiv noch einiges zu tun. Das Positionsspiel ist noch nicht ausgereift (insbesondere die Raumaufteilung der 8er im Verhältnis zu den Außenspielern, wenn diese eng und nicht breit stehen) und das Spieltempo ist noch nicht sonderlich hoch. Insbesondere das Aufdrehen der beiden 8er klappt noch nicht zu 100%, was zu diesem Zeitpunkt allerdings auch irgendwo verständlich ist. Auffällig sind immer wieder stattfindende Positionsrochaden des dreier Mittelfeldzentrums sowie der beiden Flügelspieler. Da wird situativ wild gewechselt, sogar Sahin auf der 8 und Götze auf die 6 war zwischenzeitlich erlaubt, woran man dann sieht, dass a) die Arbeit an der Staffelung im Spielaufbau erst gerade begonnen hat und b) wir einen Trainer haben, der die Cruyff'sche Fußballschule wirklich ernst nimmt.
Die größte Veränderung ist wohl das aggressive Gegenpressing, was unter Bosz künftig gespielt werden soll. Die Umsetzung des Ganzen genießt in der Vorbereitung oberste Priorität, da das Pressingspiel unter Bosz eine essentielle Grundvoraussetzung ist, um überhaupt erfolgreich zu sein. Was sehen wir bislang? Nach Ballverlust wird sehr hoch und eng aufgeschoben, wobei man weiter hinten im Feld währenddessen eher in die Mann-Mann-Deckung geht, denn bloß die Räume zu schließen. Am Pressing beteiligt sind hauptsächlich die vorderen (der MS, die zwei Flügel und die beiden 8er) fünf Spieler, während aber auch der 6er deutlich mit aufschieben und immer wieder Zweikämpfe suchen soll. Teilweise entstehen dadurch sogar 3 gegen 1 Situationen zu unsere Gunsten. Auffällig dabei ist vor allem, dass ein Innenverteidiger oftmals sogar als Absicherung des Angriffspressings dient und ca. 10-15 Meter vor der eigenen Mittellinie lauert, während der zweite IV auf Höhe der Mittellinie (quasi als "Libero") wiederrum absichert. Dadurch erreicht man eine enorme Präsenz in den Mittelfeldräumen, gibt dem Gegner aber natürlich sehr (!) viel Raum hinter der eigenen Kette, wo allerdings der neue Libero vom Libero lauert: Bürki. Man könnte fast meinen, dass mittlerweile auch unser Torwart am Pressinggeschehen beteiligt ist, jedenfalls steht Bürki enorm weit (gut und gerne 20, 30 Meter) vor der eigenen Kiste, um lange Bälle rechtzeitig zu unterbinden und auch im Spielaufbau als Anspielstation bereit zu sein (quasi die Bosz'sche Dreierkette).
Gepresst werden darf nahezu überall auf dem Feld, wobei man seine "Fallen" derzeit schon relativ deutlich in den Halbräumen oder ganz auf der Außenbahn aufbaut und das Zentrum mit mindestens zwei Spielern gleichzeitig schließt (s.o.: meistens der ballferne 8er + Flügel). Derzeit fehlt mir persönlich noch ein wenig die richtige Balance aus Pressing und "fallen lassen", aber das wird sicherlich spätestens dann kommen, wenn man eben merkt, dass man die nötige Intensität nicht über 90 Minuten gehen kann (Hallo Roger!).
Letztlich bleibt zu sagen, dass noch viel Arbeit vor der Mannschaft liegt, man aber definitiv Fortschritte (und auch stetige Steigerung der ersten XI) erkennen kann. Das Pressing muss noch verfeinert werden, wir sind konditionell noch nicht auf dem höchsten Level und langsam aber sicher sollte man auch mit der Arbeit im offensiven Bereich beginnen. Da sehe ich derzeit noch unsere größten Probleme, die Bosz irgendwie wird lösen müssen (Durchschlagskraft, Kreativität, Automatismen, kreieren von Torchancen, Umschaltspiel,...).
Gegen die Bayern wird man denke ich noch keine Fortschritte in diesem Bereich sehen, aber spätestens danach sollte man diese Schwächen mit den ersten 15-18 Spielern definitiv angreifen!
Bosz kennt den Kader jetzt und muss jetzt loslegen, intensiver mit seinem Stammkader zu arbeiten, weshalb ich glaube, dass von nun an einige auf der Strecke bleiben könnten.
Ich tippe mal vorerst auf folgenden Kader gegen die Bayern:
XI: Bürki - Piszczek, Sokratis, Bartra, Zagadou - Sahin, Götze, Castro - Pulisic, Dembele, Aubameyang
Bank: Weidenfeller, Toprak (nah an der ersten Elf), Passlack (weil kein anderer AV fit ist), Rode (überraschend nah an der ersten Elf), Dahoud (vielversprechender Ersteindruck), Schürrle (könnte auch für Pulisic beginnen), Isak
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