BVB - Taktik-Thread
20.01.2006 - 12:09 Uhr
12.11.2013 - 19:38 Uhr
Zitat von bvb_rockzz:
Zitat von Master_ICKE:
Zitat von Crombach:
Zitat von Lateralus:
http://spielverlagerung.de/2013/11/12/die-philosophischen-offensivprobleme-des-bvb/
Hier mal wieder ein Artikel von spielverlagerung.de über unsere Offensive in dieser Saison. Einige interessante Thesen drin.
Sehr guter Artikel! Sollte man sich mal durchlesen, dort wird die aktuelle Situation des BVB mMn sehr gut beschrieben, u. a.:
- stärkere Defensive als im Vorjahr
- das Fehlen von Götze
- Probleme Heno/Lewandowski
- Eindimensionalität der Angriffe (Fehlen von Gündogan)
Was nicht erwähnt wurde:
- Schwäche beim Verteidigen von Standards
- Schwäche bei eigenen (indirekten) Standards
Und die ganzen positiven Aspekte werden einfach mal eben so unter den Tisch gekehrt...
Respekt dafür ! :ugly
Wo denn das? Die werden angesprochen und ins richtige Verhältnis gesetzt.
Genau das was ich und andere hier schon länger versuchen.
Meiner Meinung nach finden die meisten eben nicht das richtige Verhältnis.
Es wird zuerst kritisiert, manchmal zurecht, manchmal zu Unrecht. Dabei sprechen die meisten den Spielern sofort das Potenzial ab und fordern neue Spieler. Diese sind meist nicht besser oder würden das Problem nicht lösen (Kagawa wird hier immer als der Heiland hingestellt, aber auch er hatte bei uns oft genug Probleme mit tiefstehenden Mannschaften).
Allerdings finde ich, dass fast alle Kritikpunkte, die der Artikel erwähnt, mit dem vorhandenen Spielermaterial zu bewältigen sind.
Weite Teile des Artikels handeln von Abstimmungsschwierigkeiten (denn nichts anderes sind z.B. Läufe in den falschen Raum) und die sind mit Training und Spielerfahrung über kurz oder lang zu lösen. Nur das würde Geduld fordern. Und die besitzen die Angesprochenen offensichtlich nicht.
Ich bitte hier nochmals um Geduld (wohlwissend, dass die Leute, die ich meine diesen Thread wahrscheinlich eh nicht lesen), vor allem mit den neuen Spielern, die die Laufwege eben noch nicht kennen und auch nicht kennen können. Und auch nicht, obwohl sie 27 Mio Euro gekostet haben.
Diese Abläufe sind speziell bei uns extrem komplex und fordern langes Einstudieren der Lauf- und Passwege.
Zitat von Master_ICKE:
Zitat von Crombach:
Zitat von Lateralus:
http://spielverlagerung.de/2013/11/12/die-philosophischen-offensivprobleme-des-bvb/
Hier mal wieder ein Artikel von spielverlagerung.de über unsere Offensive in dieser Saison. Einige interessante Thesen drin.
Sehr guter Artikel! Sollte man sich mal durchlesen, dort wird die aktuelle Situation des BVB mMn sehr gut beschrieben, u. a.:
- stärkere Defensive als im Vorjahr
- das Fehlen von Götze
- Probleme Heno/Lewandowski
- Eindimensionalität der Angriffe (Fehlen von Gündogan)
Was nicht erwähnt wurde:
- Schwäche beim Verteidigen von Standards
- Schwäche bei eigenen (indirekten) Standards
Und die ganzen positiven Aspekte werden einfach mal eben so unter den Tisch gekehrt...
Respekt dafür ! :ugly
Wo denn das? Die werden angesprochen und ins richtige Verhältnis gesetzt.
Genau das was ich und andere hier schon länger versuchen.
Meiner Meinung nach finden die meisten eben nicht das richtige Verhältnis.
Es wird zuerst kritisiert, manchmal zurecht, manchmal zu Unrecht. Dabei sprechen die meisten den Spielern sofort das Potenzial ab und fordern neue Spieler. Diese sind meist nicht besser oder würden das Problem nicht lösen (Kagawa wird hier immer als der Heiland hingestellt, aber auch er hatte bei uns oft genug Probleme mit tiefstehenden Mannschaften).
Allerdings finde ich, dass fast alle Kritikpunkte, die der Artikel erwähnt, mit dem vorhandenen Spielermaterial zu bewältigen sind.
Weite Teile des Artikels handeln von Abstimmungsschwierigkeiten (denn nichts anderes sind z.B. Läufe in den falschen Raum) und die sind mit Training und Spielerfahrung über kurz oder lang zu lösen. Nur das würde Geduld fordern. Und die besitzen die Angesprochenen offensichtlich nicht.
Ich bitte hier nochmals um Geduld (wohlwissend, dass die Leute, die ich meine diesen Thread wahrscheinlich eh nicht lesen), vor allem mit den neuen Spielern, die die Laufwege eben noch nicht kennen und auch nicht kennen können. Und auch nicht, obwohl sie 27 Mio Euro gekostet haben.
Diese Abläufe sind speziell bei uns extrem komplex und fordern langes Einstudieren der Lauf- und Passwege.
07.12.2013 - 23:02 Uhr
Ich habe in letzter Zeit viel über unseren Spielstil nachgedacht und möchte mal meine Analyse und Gedanken hier vorstellen und eure Meinungen dazu hören.
Meiner Meinung nach, haben wir in unserer Entwicklung in diesem Jahr einen gewaltigen Rückschritt gemacht. Unser Spielstil ist wieder zu dem geworden, was wir in unserer ersten Meistersaison unter Kloppo gespielt haben.
Aktuell ist viel aufs Pressing und Gegenpressing ausgelegt. Wir wollen einenn schnellen Umschaltfussball spielen. Wir operieren mit langen Bällen, wollen bei Ballverlust den Gegner im Umschalten aufhalten, den Ball zurück erobern und dann in die entstehenden Räume stoßen um so durch schnelles Spiel zum Abschluss zu kommen.
Jedoch passt dieser Stil nicht mehr zu unserer Gesamtlage: Wir sind meist Favorit, sind für unser Spiel fast gefürchtet und unsere Gegner lassen sich immer wieder Tief fallen, geben uns im Mittelfeld Räume aber machen die letzten 20 Meter des Spiels so eng, dass wir zu weit aufrücken müssen. Das Gegenpressing wird so fast aus dem Spiel genommen, da selbst bei Ballverlust, der Gegner zu viele Spieler hinter dem Ball hat um durch Gegenpressing Räume zu öffnen. Unser gesammter Kader ist jedoch genau für so etwas ausgelegt. Unsere gesammte offensive Dreierreihe besteht aus technisch gut geschulten Hochgeschwindigkeitsfussballern. Jedoch nutzt sowas nicht, wenn sie nicht die nötige Geschwindigkeit aufnehmen können. Aubameyang, Reus, Kuba und Micki zeichnen sich dadurch aus, dass sie selbst bei hohem Tempo immernoch eine sehr gute Ballbehandlung haben und diese nutzen können um Abwehspieler zu umgehen da sie schneller agieren als der Gegenspieler agieren kann.
Da die Dreierreihe aber fast konstant zusammen mit Lewy gegen 8 Mann anrennt, bleibt oft nur der Rückpass auf den weit aufgerückten Außenverteidiger oder auf Sahin, welcher aber dann ebenfalls nicht viel machen kann. Sahin ist ein toller 6er der präzise Pässe und Flanken schlagen kann, aber welche ebenfalls erst dann gefährlich werden, wenn der Gegner weit aufgerückt und der Passempfänger im vollen Tempo aufs Tor zu läuft. Aber wir kriegen diese Räume nicht. Unser gesammter Plan ist zu durchsichtig.
Auch wenn wir uns unsere bisherigen Niederlagen anschauen wird deutlich was unser Schwachpunkt ist:
Oftmals folgten unsere Niederlagen einem sehr ähnlichen Schema: Dadurch das unsere Manschaft durch einen Standart in Rückstand gelang bzw. der Gegner uns durch sehr tiefes verteidigen zum Aufrücken zwang, öffneten wir Räume und machten uns so für unsere eigene Strategie "Pressing und Gegenpressing" und Konter anfällig und verloren. Und wenn wir ein Spiel gegen einen tiefstehenden Gegner doch gewannen, war es meist ein ziemlicher Kraftakt mit etwas Glück oder individueller Klasse.
Unsere Manschaft konnte durch Gündogan ud Hummels dieses strategische Manko meist kaschieren, da die beiden technisch starke Antritte machten, Gegenspieler auf sich zogen, Räume öffneten und so überfallartige Tore herbei fürhen konnten. Mit Götze hatten wir letzte Saison auch noch einen Spielertypen der auch bei niedrigen Tempo eine solche technische Finess an den Tag legen konnte, dass er auch mal 3 Verteidiger auf sich zog und so entweder Räume öffnete oder aber seine Gegenspieler ausspielte und selbst für Gefahr sorgte.
Aber sowas fehtl aktuell komplett. Diese 3 Spieler fehlen an allen Ecken und Enden.
Doch was tun? Neuverpflichtungen sind noch nicht einmal nötig um die Misere zu bereinigen aber wir müssen unseren Spielstil erweitern. Etwas mehr Ballbesitzfussball zelebrieren. Neue Schemata und Muster in unser Spiel aufnehmen. Aktuell mutet es sehr so an als ob wir immer nur nach Schema F handeln würden. Wir versuchen meist über Außen Räume zu schaffen oder über die Schnelligkeit, Gegner zu überlaufen. das klappt aber nur noch selten da es meist reicht eine disziplinierte Abwehr hinter dem Ball zu halten und uns dann auszukontern oder mit nem Standart zu treffen und dann auszukontern.
Wir müssen auch mal die Geduld haben den Gegner laufen zu lassen, Ballbesitz zu zelebrieren und den Gegner raus zu locken. Auch mal abwarten anstatt sinnlos nach vorne zu marschieren um dann gegen die Wand zu laufen.
Meiner Meinung nach, haben wir in unserer Entwicklung in diesem Jahr einen gewaltigen Rückschritt gemacht. Unser Spielstil ist wieder zu dem geworden, was wir in unserer ersten Meistersaison unter Kloppo gespielt haben.
Aktuell ist viel aufs Pressing und Gegenpressing ausgelegt. Wir wollen einenn schnellen Umschaltfussball spielen. Wir operieren mit langen Bällen, wollen bei Ballverlust den Gegner im Umschalten aufhalten, den Ball zurück erobern und dann in die entstehenden Räume stoßen um so durch schnelles Spiel zum Abschluss zu kommen.
Jedoch passt dieser Stil nicht mehr zu unserer Gesamtlage: Wir sind meist Favorit, sind für unser Spiel fast gefürchtet und unsere Gegner lassen sich immer wieder Tief fallen, geben uns im Mittelfeld Räume aber machen die letzten 20 Meter des Spiels so eng, dass wir zu weit aufrücken müssen. Das Gegenpressing wird so fast aus dem Spiel genommen, da selbst bei Ballverlust, der Gegner zu viele Spieler hinter dem Ball hat um durch Gegenpressing Räume zu öffnen. Unser gesammter Kader ist jedoch genau für so etwas ausgelegt. Unsere gesammte offensive Dreierreihe besteht aus technisch gut geschulten Hochgeschwindigkeitsfussballern. Jedoch nutzt sowas nicht, wenn sie nicht die nötige Geschwindigkeit aufnehmen können. Aubameyang, Reus, Kuba und Micki zeichnen sich dadurch aus, dass sie selbst bei hohem Tempo immernoch eine sehr gute Ballbehandlung haben und diese nutzen können um Abwehspieler zu umgehen da sie schneller agieren als der Gegenspieler agieren kann.
Da die Dreierreihe aber fast konstant zusammen mit Lewy gegen 8 Mann anrennt, bleibt oft nur der Rückpass auf den weit aufgerückten Außenverteidiger oder auf Sahin, welcher aber dann ebenfalls nicht viel machen kann. Sahin ist ein toller 6er der präzise Pässe und Flanken schlagen kann, aber welche ebenfalls erst dann gefährlich werden, wenn der Gegner weit aufgerückt und der Passempfänger im vollen Tempo aufs Tor zu läuft. Aber wir kriegen diese Räume nicht. Unser gesammter Plan ist zu durchsichtig.
Auch wenn wir uns unsere bisherigen Niederlagen anschauen wird deutlich was unser Schwachpunkt ist:
Oftmals folgten unsere Niederlagen einem sehr ähnlichen Schema: Dadurch das unsere Manschaft durch einen Standart in Rückstand gelang bzw. der Gegner uns durch sehr tiefes verteidigen zum Aufrücken zwang, öffneten wir Räume und machten uns so für unsere eigene Strategie "Pressing und Gegenpressing" und Konter anfällig und verloren. Und wenn wir ein Spiel gegen einen tiefstehenden Gegner doch gewannen, war es meist ein ziemlicher Kraftakt mit etwas Glück oder individueller Klasse.
Unsere Manschaft konnte durch Gündogan ud Hummels dieses strategische Manko meist kaschieren, da die beiden technisch starke Antritte machten, Gegenspieler auf sich zogen, Räume öffneten und so überfallartige Tore herbei fürhen konnten. Mit Götze hatten wir letzte Saison auch noch einen Spielertypen der auch bei niedrigen Tempo eine solche technische Finess an den Tag legen konnte, dass er auch mal 3 Verteidiger auf sich zog und so entweder Räume öffnete oder aber seine Gegenspieler ausspielte und selbst für Gefahr sorgte.
Aber sowas fehtl aktuell komplett. Diese 3 Spieler fehlen an allen Ecken und Enden.
Doch was tun? Neuverpflichtungen sind noch nicht einmal nötig um die Misere zu bereinigen aber wir müssen unseren Spielstil erweitern. Etwas mehr Ballbesitzfussball zelebrieren. Neue Schemata und Muster in unser Spiel aufnehmen. Aktuell mutet es sehr so an als ob wir immer nur nach Schema F handeln würden. Wir versuchen meist über Außen Räume zu schaffen oder über die Schnelligkeit, Gegner zu überlaufen. das klappt aber nur noch selten da es meist reicht eine disziplinierte Abwehr hinter dem Ball zu halten und uns dann auszukontern oder mit nem Standart zu treffen und dann auszukontern.
Wir müssen auch mal die Geduld haben den Gegner laufen zu lassen, Ballbesitz zu zelebrieren und den Gegner raus zu locken. Auch mal abwarten anstatt sinnlos nach vorne zu marschieren um dann gegen die Wand zu laufen.
27.12.2013 - 13:19 Uhr
Ganz direkt ist es zwar nirgendwo zu lesen, aber in vielen threads hier kann man es zwischen den Zeilen ziemlich deutlich erkennen: viele (BVB-) Fans und User hier versuchen die (insbesondere momentane, bzw. die der letzten Wochen) Spielweise unseres BVB mit der des aktuellen FC Bayern zu vergleichen ... und kommen dabei (leider) zu einem für den BVB sehr schlechten Ergebnis.
Es ist ja auch durchaus korrekt und erkennbar: die Südler zogen in dieser Saison fast in jedem Match ein sehr dominantes und zudem auch noch sehr effektives Spiel auf. Das insbesondere Offensivspiel schaut selbst gegen sehr tief stehende Gegner eigentlich immer absolut souverän aus und jeder (selbst die jeweils gegnerische Mannschaft) scheint nur darauf zu warten, wann es zu ersten-, zweiten- oder drittenmal klingelt.
Das alles wurde und wird aber auch mit sehr sehr viel Kohle bezahlt. Wer sich mal die Transferbilanzen der vergangen paar Jahre anschaut kann deutlich erkennen, was dort unten für die momentane Spielweise u.a. investiert wurde.
Unser kompletter Kader kostet an Gehältern pro Jahr ca. soviel, wie bei den Bayern alleine nur die sechs oder sieben Top-Verdiener.
Auf der Ausgabenseite kann und will unser BVB aber wohl sicher nicht mit dem Konkurrenten aus dem Süden auf gleiche Augenhöhe kommen.
Bleibt also die sportliche und damit auch die spieltaktische Seite. Das was sich dort mit teuer bezahlter individueller Klasse in dieser Saison offenbar auch in mannschaftlicher Geschlossenheit und dementsprechend (offensiv) sehr souveräner, effizienter Spielweise zeigt, kann unser BVB nur durch andere Attribute und dadurch auch durch eine andere taktische Spielweise versuchen zu kompensieren.
Das hat auch in der gesamten Zeit, in der Jürgen Klopp hier das systemtechnische Sagen hat, bisher hervorragend und erfolgreich funktioniert.
Massives, intensives Pressing und Gegenpressing, schnelles Umschalten und das permanente Schaffen von Überzahl-Situationen im Raum sind ideale, aber auch sehr lauforientierte und von Routinen bestimmte Maßnahmen, um eigene Vorteile auf dem Feld zu erreichen.
Nicht die individuelle Klasse einzelner Spieler steht im Vordergrund, sondern funktionierende Routinen in Kombination mit sehr hohem Tempo, das alle Spieler bereit und in der Lage sein müssen
mitgehen zu können.
Selbst bei zur Verfügung stehendem, komplettem Stammpersonal - also den im Kader für diese Spielweise am besten geeigneten Spielern - birgt dieses auf hohem Tempo basierende taktische System eine durchaus hohe Quote an Fehlern in der Passfolge.
Und genau diese Fehlerquote nimmt überproportional zu mit der Zahl der Spieler, die keine permanente Spielpraxis haben und/oder dieses System mit all seinen Routinen noch nicht zu 100% verinnerlichen konnten.
Die im Normalfall hohe Frequenz funktionierender Anläufe (und daraus resultierender Torchancen) führt bei zu vielen verletzungsbedingten Ausfällen durch zu viele und oft auch zu frühe Missverständnisse und Fehlpässe zu genau dem unkonzentriert und fahrig erscheinenden Spiel, dass uns in dieser Hinserie das Ein oder Andere mal so gar nicht gefallen hat.
Ich bin absolut überzeugt davon, dass mit Rückkehr unserer Verletzten auch unser Spiel wieder wesentlich stabiler, und dadurch attraktiver und erfolgreicher werden wird.
Die grundsätzliche klopp'sche Philosophie - mit den vorhandenen Mitteln - diesen technisch und taktisch sehr anspruchsvollen, attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen lassen zu wollen, kann und sollte eigentlich niemand aus dem eigenen Lager kritisieren oder gar in Zweifel ziehen.
Es ist ja auch durchaus korrekt und erkennbar: die Südler zogen in dieser Saison fast in jedem Match ein sehr dominantes und zudem auch noch sehr effektives Spiel auf. Das insbesondere Offensivspiel schaut selbst gegen sehr tief stehende Gegner eigentlich immer absolut souverän aus und jeder (selbst die jeweils gegnerische Mannschaft) scheint nur darauf zu warten, wann es zu ersten-, zweiten- oder drittenmal klingelt.
Das alles wurde und wird aber auch mit sehr sehr viel Kohle bezahlt. Wer sich mal die Transferbilanzen der vergangen paar Jahre anschaut kann deutlich erkennen, was dort unten für die momentane Spielweise u.a. investiert wurde.
Unser kompletter Kader kostet an Gehältern pro Jahr ca. soviel, wie bei den Bayern alleine nur die sechs oder sieben Top-Verdiener.
Auf der Ausgabenseite kann und will unser BVB aber wohl sicher nicht mit dem Konkurrenten aus dem Süden auf gleiche Augenhöhe kommen.
Bleibt also die sportliche und damit auch die spieltaktische Seite. Das was sich dort mit teuer bezahlter individueller Klasse in dieser Saison offenbar auch in mannschaftlicher Geschlossenheit und dementsprechend (offensiv) sehr souveräner, effizienter Spielweise zeigt, kann unser BVB nur durch andere Attribute und dadurch auch durch eine andere taktische Spielweise versuchen zu kompensieren.
Das hat auch in der gesamten Zeit, in der Jürgen Klopp hier das systemtechnische Sagen hat, bisher hervorragend und erfolgreich funktioniert.
Massives, intensives Pressing und Gegenpressing, schnelles Umschalten und das permanente Schaffen von Überzahl-Situationen im Raum sind ideale, aber auch sehr lauforientierte und von Routinen bestimmte Maßnahmen, um eigene Vorteile auf dem Feld zu erreichen.
Nicht die individuelle Klasse einzelner Spieler steht im Vordergrund, sondern funktionierende Routinen in Kombination mit sehr hohem Tempo, das alle Spieler bereit und in der Lage sein müssen
mitgehen zu können.
Selbst bei zur Verfügung stehendem, komplettem Stammpersonal - also den im Kader für diese Spielweise am besten geeigneten Spielern - birgt dieses auf hohem Tempo basierende taktische System eine durchaus hohe Quote an Fehlern in der Passfolge.
Und genau diese Fehlerquote nimmt überproportional zu mit der Zahl der Spieler, die keine permanente Spielpraxis haben und/oder dieses System mit all seinen Routinen noch nicht zu 100% verinnerlichen konnten.
Die im Normalfall hohe Frequenz funktionierender Anläufe (und daraus resultierender Torchancen) führt bei zu vielen verletzungsbedingten Ausfällen durch zu viele und oft auch zu frühe Missverständnisse und Fehlpässe zu genau dem unkonzentriert und fahrig erscheinenden Spiel, dass uns in dieser Hinserie das Ein oder Andere mal so gar nicht gefallen hat.
Ich bin absolut überzeugt davon, dass mit Rückkehr unserer Verletzten auch unser Spiel wieder wesentlich stabiler, und dadurch attraktiver und erfolgreicher werden wird.
Die grundsätzliche klopp'sche Philosophie - mit den vorhandenen Mitteln - diesen technisch und taktisch sehr anspruchsvollen, attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen lassen zu wollen, kann und sollte eigentlich niemand aus dem eigenen Lager kritisieren oder gar in Zweifel ziehen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Loewenherz1157 am 27.12.2013 um 13:21 Uhr bearbeitet
11.01.2014 - 20:48 Uhr
Die 2.Hälfte gegen Lüttich heute, hat schonmal gezeigt, dass es keine Schwächung des Teams sein muss, wenn Lewi nicht mehr da ist ab Sommer.
Heute war Auba überzeugend im Sturm, was nahe legt, dass auch ganz andere Stürmertypen als Lewandowski uns nützlich sein können.
Das war zwar noch nicht der Test für die von mir erhoffte Systemumstellung, aber man hat gesehen, dass es nicht an der Personalie Lewandowski festgemacht werden kann, ob man spielerische Qualität und Effizienz in der Offensive aufrechterhalten kann, oder zwangsläufig abfallen muss.
Es gibt genug Optionen, um den Verlust auszugleichen, sogar wesentlich günstiger als viele meinen.
Wir brauchen keinen 1-1 Ersatz.
Was wir brauchen, ist ein funktionierendes System. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich glaube wie gesagt, dass man mit 2 Transfers von ca 20 Millionen € für 2 neue Spieler, sein System umstellen könnte um Lewi´s Verlust zu kompensieren, und dazu zeitgleich den Kader zu verbreitern.
Ausserdem wäre das System unberechenbarer und weniger anfällig gegen Verletzungen (z.B. Lewi).
Ein Volland und Diego z.B. könnte man vielleicht für 20 Mio bekommen, und hätte die perfekten Leute finde ich.
--LOM Reus---HS Miki---HS Volland---ROM Auba
--- Günni/Diego als 8er ---
Man könnte sehr variabel sein, da man mit Kuba, Hofmann, Diego vielleicht noch Durm als LOM und Grosskreutz einige Rotationsspieler für dieses System zur Verfügung hätte.
Wer sagt, dass man 2 klassische Stürmer verplichten muss, denkt hier etwas zu kurz.
Der BVB sollte sich weiterentwickeln, unabhängiger von einzelnen Spielern im System sein und die einzelnen Positionen in der Offensive stärker gewichten, als die eine Stürmerposition.
Wenn man während des Spieles mal auf klassischen Stürmer umstellen will, hätte man mit Volland und Auba auch seine Möglichkeiten.
Man könnte ebenso Diego und Günni zusammen aufs Feld schicken, und hätte wohl die richtigen Spieler zum Kurzpass-Spektakel wenn man Miki oder Volland noch mit einbezieht. Das ganze gepaart mit den Raketenmännern Reus und Auba über aussen stelle ich mir extrem tödlich für jeden Gegner vor.
Kreativität (Gündogan/Diego) und Vollgasfussball (Highspeed: Reus, Miki, Auba) schliessen sich nicht aus, wie viele User hier immer gerne behaupten.
Die Lösung des Problems ist es mMn auf den klassischen MS zu verzichten, da wir fast alles andere schon haben, was wir in Zukunft benötigen.
Es fehlen genau 2 Spieler mit Qualität (1x Kreativ-OM + 1x HS).
Volland und Diego sind leicht zu bezahlen, wenn Lewi´s Gehalt frei wird.
CL-Einnahmen + Rücklagen geben sicher diese ca 20 Mio Ablöse her.
Heute war Auba überzeugend im Sturm, was nahe legt, dass auch ganz andere Stürmertypen als Lewandowski uns nützlich sein können.
Das war zwar noch nicht der Test für die von mir erhoffte Systemumstellung, aber man hat gesehen, dass es nicht an der Personalie Lewandowski festgemacht werden kann, ob man spielerische Qualität und Effizienz in der Offensive aufrechterhalten kann, oder zwangsläufig abfallen muss.
Es gibt genug Optionen, um den Verlust auszugleichen, sogar wesentlich günstiger als viele meinen.
Wir brauchen keinen 1-1 Ersatz.
Was wir brauchen, ist ein funktionierendes System. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich glaube wie gesagt, dass man mit 2 Transfers von ca 20 Millionen € für 2 neue Spieler, sein System umstellen könnte um Lewi´s Verlust zu kompensieren, und dazu zeitgleich den Kader zu verbreitern.
Ausserdem wäre das System unberechenbarer und weniger anfällig gegen Verletzungen (z.B. Lewi).
Ein Volland und Diego z.B. könnte man vielleicht für 20 Mio bekommen, und hätte die perfekten Leute finde ich.
--LOM Reus---HS Miki---HS Volland---ROM Auba
--- Günni/Diego als 8er ---
Man könnte sehr variabel sein, da man mit Kuba, Hofmann, Diego vielleicht noch Durm als LOM und Grosskreutz einige Rotationsspieler für dieses System zur Verfügung hätte.
Wer sagt, dass man 2 klassische Stürmer verplichten muss, denkt hier etwas zu kurz.
Der BVB sollte sich weiterentwickeln, unabhängiger von einzelnen Spielern im System sein und die einzelnen Positionen in der Offensive stärker gewichten, als die eine Stürmerposition.
Wenn man während des Spieles mal auf klassischen Stürmer umstellen will, hätte man mit Volland und Auba auch seine Möglichkeiten.
Man könnte ebenso Diego und Günni zusammen aufs Feld schicken, und hätte wohl die richtigen Spieler zum Kurzpass-Spektakel wenn man Miki oder Volland noch mit einbezieht. Das ganze gepaart mit den Raketenmännern Reus und Auba über aussen stelle ich mir extrem tödlich für jeden Gegner vor.
Kreativität (Gündogan/Diego) und Vollgasfussball (Highspeed: Reus, Miki, Auba) schliessen sich nicht aus, wie viele User hier immer gerne behaupten.
Die Lösung des Problems ist es mMn auf den klassischen MS zu verzichten, da wir fast alles andere schon haben, was wir in Zukunft benötigen.
Es fehlen genau 2 Spieler mit Qualität (1x Kreativ-OM + 1x HS).
Volland und Diego sind leicht zu bezahlen, wenn Lewi´s Gehalt frei wird.
CL-Einnahmen + Rücklagen geben sicher diese ca 20 Mio Ablöse her.
26.01.2014 - 05:03 Uhr
Da es auch in diesen Thread passt, zitiere ich mich mal selbst.
Im anderen Thread ist es mir zu schade, wenn es wieder so zugemüllt wird.
Hoffe hier auf konstruktive Diskussionen, was ich im Miki-Thread leider nicht mehr erwarte.
Zitat von Gregorian-style-09:
Jeder mittelmässige MS hätte in dieser Saison beim BVB 11 Tore hingekriegt.
Ausserdem ist ein System ohne MS nicht von einer Spitze abhängig wie du behauptest, sondern stärkt ebenso die anderen 3 Spitzen. In unserem Fall 2 extrem schnelle Aussenspieler (Reus und Auba) und den 2. zentralen OM neben Miki (z.B. Volland oder Ji).
Den freien Platz des MS nimmt ein vierter OM ein, ja Du liest richtig.
Ich weiss nicht ob du mir noch folgen kannst ;)
Reus-- Miki-- Ji (Volland)--Auba
Ohne MS
Dahinter ein Spielmacher.
Kagawa, Gündogan, Diego, Pirlo oder irgend ein anderer, der technisch was drauf hat, und das nötige Auge und Gefühl für die Situation. Such dir selbst einen aus.
Da der langsame, Bälle verschleppende Lewandowski nun nicht mehr auf dem Feld steht, und somit erheblich mehr Tiefe in unser Spiel kommt, hast Du nun die Möglichkeit, die enormen Geschwindigkeitsvorteile in Laufduellen mit gegnerischen Verteidigern für Dich auszunutzen.
Ich spreche nicht davon, dass Miki den klassischen MS spielt.
Miki ist einer von 4 OMs, die nun ständig rochieren, mit dem Spielmacher kombinieren können (Miki, Volland) oder über aussen (Reus, Auba) in Szene gesetzt werden können.
Das könnte der technisch beschlagene Passgeber durch Schnittstellenpässe sein, oder aber auch, die Defensivspieler (Hummels, Sahin), die für ihre langen Pässe nun auch entsprechende Räume hätten.
Wenn Du meinst, dass der Gegner in diesem Fall nur noch hinten drinstehen wird,
würde ich sagen, dass gerade der Spielmacher, sowie der zentrale 2.OM (Volland) im Kombinationsspiel mit Miki durchaus Chancen kreieren könnte. Das wäre klar eine Verbesserung zum aktuellen System, ohne Frage.
Ebenso wäre es unwarscheinlich, dass der Gegner nicht versucht nach vorne zu spielen, wenn er selbst in Ballbesitz ist.
In diesem Fall würde unsere erste Pressinglinie erst auf Höhe der Mittellinie beginnen.
Bei Balleroberung und schnellem Umschalten, ist der BVB sowieso einzigartig in der Welt.
Dazu würde der obligatorische MS nun durch sein Fehlen einen gewissen Freiraum hinterlassen, der gerade unseren schnellen, aber technisch doch limitierten OMs mehr Möglichkeiten eröffnet, ihre Stärken besser zu nutzen.
Im Moment sind wird einfach nur zu berechenbar, gerade wegen Lewandowski. Das würde sich erheblich ändern.
Alles in Allem, kommt das unserem Spielermaterial mit extrem schnellen Abschlussspielern besser entgegen.
Defensiv wäre man denke ich ebenso wesentlich stabiler, wenn man erst konzentriert ab der Mittellinie presst. Noch einfacher wäre es im Fall, wenn der Gegner nur noch hinten drin steht. Das wirst Du wohl einsehen?
Das Gegenpressing wäre wie gewünscht, gerade durch diese 4 Offensivspieler, die ich alle als extrem laufstark einschätze sicher nochmal eine Verbesserung, als zum jetzigen Zeitpunkt.
Ich weiss nicht ob Du dir das alles so vorstellen kannst, aber ich kann es nicht verständlicher erklären.
Wer ein bisschen Ahnung hat, wird es wohl schaffen ;)
Wenn man sein System ändern würde, hätten die ganzen Transfers auch einen echten Sinn gemacht.
Gute Nacht.
Im anderen Thread ist es mir zu schade, wenn es wieder so zugemüllt wird.
Hoffe hier auf konstruktive Diskussionen, was ich im Miki-Thread leider nicht mehr erwarte.
Zitat von Gregorian-style-09:
Jeder mittelmässige MS hätte in dieser Saison beim BVB 11 Tore hingekriegt.
Ausserdem ist ein System ohne MS nicht von einer Spitze abhängig wie du behauptest, sondern stärkt ebenso die anderen 3 Spitzen. In unserem Fall 2 extrem schnelle Aussenspieler (Reus und Auba) und den 2. zentralen OM neben Miki (z.B. Volland oder Ji).
Den freien Platz des MS nimmt ein vierter OM ein, ja Du liest richtig.
Ich weiss nicht ob du mir noch folgen kannst ;)
Reus-- Miki-- Ji (Volland)--Auba
Ohne MS
Dahinter ein Spielmacher.
Kagawa, Gündogan, Diego, Pirlo oder irgend ein anderer, der technisch was drauf hat, und das nötige Auge und Gefühl für die Situation. Such dir selbst einen aus.
Da der langsame, Bälle verschleppende Lewandowski nun nicht mehr auf dem Feld steht, und somit erheblich mehr Tiefe in unser Spiel kommt, hast Du nun die Möglichkeit, die enormen Geschwindigkeitsvorteile in Laufduellen mit gegnerischen Verteidigern für Dich auszunutzen.
Ich spreche nicht davon, dass Miki den klassischen MS spielt.
Miki ist einer von 4 OMs, die nun ständig rochieren, mit dem Spielmacher kombinieren können (Miki, Volland) oder über aussen (Reus, Auba) in Szene gesetzt werden können.
Das könnte der technisch beschlagene Passgeber durch Schnittstellenpässe sein, oder aber auch, die Defensivspieler (Hummels, Sahin), die für ihre langen Pässe nun auch entsprechende Räume hätten.
Wenn Du meinst, dass der Gegner in diesem Fall nur noch hinten drinstehen wird,
würde ich sagen, dass gerade der Spielmacher, sowie der zentrale 2.OM (Volland) im Kombinationsspiel mit Miki durchaus Chancen kreieren könnte. Das wäre klar eine Verbesserung zum aktuellen System, ohne Frage.
Ebenso wäre es unwarscheinlich, dass der Gegner nicht versucht nach vorne zu spielen, wenn er selbst in Ballbesitz ist.
In diesem Fall würde unsere erste Pressinglinie erst auf Höhe der Mittellinie beginnen.
Bei Balleroberung und schnellem Umschalten, ist der BVB sowieso einzigartig in der Welt.
Dazu würde der obligatorische MS nun durch sein Fehlen einen gewissen Freiraum hinterlassen, der gerade unseren schnellen, aber technisch doch limitierten OMs mehr Möglichkeiten eröffnet, ihre Stärken besser zu nutzen.
Im Moment sind wird einfach nur zu berechenbar, gerade wegen Lewandowski. Das würde sich erheblich ändern.
Alles in Allem, kommt das unserem Spielermaterial mit extrem schnellen Abschlussspielern besser entgegen.
Defensiv wäre man denke ich ebenso wesentlich stabiler, wenn man erst konzentriert ab der Mittellinie presst. Noch einfacher wäre es im Fall, wenn der Gegner nur noch hinten drin steht. Das wirst Du wohl einsehen?
Das Gegenpressing wäre wie gewünscht, gerade durch diese 4 Offensivspieler, die ich alle als extrem laufstark einschätze sicher nochmal eine Verbesserung, als zum jetzigen Zeitpunkt.
Ich weiss nicht ob Du dir das alles so vorstellen kannst, aber ich kann es nicht verständlicher erklären.
Wer ein bisschen Ahnung hat, wird es wohl schaffen ;)
Wenn man sein System ändern würde, hätten die ganzen Transfers auch einen echten Sinn gemacht.
Gute Nacht.
02.02.2014 - 16:26 Uhr
Momentan gleicht die taktische Ausrichtung des BVB und die dafür eingesetzten Spieler einer einzigen Baustelle. Kurzfristig (so lange wir keinen Achter wie Günni haben), und das haben ja einige schon erkannt, wäre folgende Aufstellung sicherlich überlegenswert:
---------------Weide--------------
Pische--Soki-------Hummels-Schmelle
-----------Sahin---Bender---------------
------Miki-----Lewy------------Reus
----------------Auba---------------------
Warum? Auba ist ein klassischer MS (siehe seine Tore bei uns und bei allen anderen Mannschaften) und hat in der Vergangenheit auch ausschließlich den MS gegeben. Warum spielt er dann nicht auch bei uns auf dieser Position?
Entweder weil Lewy für Klopp im Sturm unantastbar ist oder - und das halte ich für wahrscheinlicher - weil Klopp langfristig denkt und Auba daher erst einmal beibringen muss was Defensivarbeit beim BVB bedeutet. Bei seinen früheren Vereinen musste er diese nicht abliefern. Er war der klassische MS von früher (z. B. wie ein Gomez), der vorne lauert und nach hinten nicht viel macht. Ich denke, dass Klopp es so sieht, dass Auba als RA in der Defensive weniger "Schaden" anrichtet als auf der MS-Position. Außerdem kann er dort an seinen anderen, schwächer ausgebildeten Fähigkeiten arbeiten. Gleichzeitig bringt er seine Schnelligkeit ein und ist torgefährlich.
Auf lange Sicht aber ist Auba kein RA in unserem System. Überladungen der rechten Seite im langsameren Spielaufbau mit tiefer stehenden Gegnern sind mit ihm nur sehr schwer möglich. Da diese Überladungen aber auch mit Kuba oder Hofmann als RA nur sehr schwer realisierbar wären, liegt an den anderen Spielern, die mitwirken müssten. Früher wurde die rechte Seite mit Gündogan, Pische, Götze und Kuba überladen. In der Vorrunde standen dort Sahin, Großkreutz, Miki und Kuba/Auba. Na, fällt euch was auf? Völlig anderes Spielermaterial und daher war diese Variante kaum nutzbar. Deshalb spielt Auba auch RA, denn ihn kann man wenigstens richtig gut mit längeren Bällen oder Schnittstellenpässe in den Raum schicken. Das ist aber auch das einzige Mittel, welches wir in der bisherigen Saison auf der rechten Seite zur Verfügung hatten.
Was bleibt also noch? Durch die Mitte und über links. Über links hat das noch nie so richtig gut geklappt. Reus/Schmelle, das ist kein Duo wie Ribery und Alaba. Spielerisch ist also auch die linke Seite (zumal da immer unsere "echten" 6er stehen) zu Überladungen kaum geeignet. Hinterlaufen und Flanken geht mit Schmell und Reus auch nur ansatzweise. Dazu fehlt Schmelle die Durchschlagskraft und die Fähigkeit präzise zu flanken.
Warum es über die Mitte nicht läuft wurde hier schon zig mal ausführlich beschrieben. Dazu kommt, dass unsere AVs oft sehr hochstehen und somit mit kurzen Pässen nicht erreichbar sind. Außerdem rücken sie sehr selten ein und überladen so kaum das zentrale Mittelfeld. Das hat auch seinen Grund. Denn wenn man sich dieser Variante bedienen möchte, benötigt man kombinationsstarke AVs. Die hatten wir die ganze Vorrunde nicht. Es blieb also nur das vertikale Spiel über die Außen oder das schnelle Überbrücken der Mitte mit längeren Bällen und anschließendem Gegenpressing.
Ohne Hummels wurde das Aufbauspiel offenkundig noch schlechter. Kein Wunder, denn die gegnerische Mannschaft musste lediglich Sahin isolieren und die Außen absichern. Dann blieb nur noch der lange Ball durch die IVs oder Weidenfeller. Hummels bietet jetzt die Möglichkeit wieder harte Flachpässe (sah man gegen Braunschweig oft) nach vorne und in die Halbräume (z.B. auf Reus und Miki) zu spielen. Nur leider sind Reus und Miki nicht perfekt wenn es um enge Ballführung und schwierige Annahmen geht. Ein Lewy wäre daher als 10er auch für diese Variante genau der Richtige, denn es gibt wenig Spieler, die harte und hohe Bälle so perfekt verarbeiten können wie er.
Klopp lässt Miki aber hartnäckig auf der 10 und Auba auf RA. Warum? Für mich gibt es da nur eine Erklärung: Er hat einen Plan und dieser Plan ist langfristig angelegt; geht also über die Saison hinaus. Miki ist für ihn die perfekte 10 (warum er das ist, kann man in der ballnah Ausgabe 2 der spielverlagerung.de nachlesen) und deshalb bleibt Miki auch dort - gerade auch deshalb, weil er so die Defensiv-Philosophie erlernt und irgendwann verinnerlicht. Auba spielt RA weil er dort grundlegende defensive Fähigkeiten (die Miki z. B. schon mitbrachte) unbeschadet erlernen kann und weil Lewy als MS auch noch sehr effektiv ist wenn er nicht die perfekten Mitspieler (wie z. B. Götze) hinter und neben sich hat.
Was sagte Klopp nach dem CL-Finale? "Wir haben eine tolle Saison gespielt, und wir werden zurückkommen. Vielleicht nicht nach Wembley [hier meinte er wohl eher 'nicht schon nächste Saison']. Aber wir werden versuchen, wieder in ein Finale einzuziehen. Berlin 2015 wäre doch ein guter Ort und eine gute Zeit". Ich habe diese Äußerung bisher negativ gedeutet und zwar in dem Sinne, dass Klopp mit einem solchen Satz zu hohe Erwartungen bei den Fans weckt. Man kann den Satz schließlich dahingehend interpretieren, dass der BVB nun oben angekommen ist und dort auch bleiben möchte. Ich allerdings interpretiere den Satz folgendermaßen: Klopp sah schon nach dem CL-Finale, dass die kommende Saison nicht einfach werden würde. Er hat wohl geahnt, dass durch den Wegfall von Götze Anpassungen notwendig sind, die nicht von heute auf morgen funktionieren werden. Er sah den Weggang nämlich nicht nur als Problem, sondern auch als neue Chance. Deshalb wurde auch kein Spieler für die 10 geholt, der Götze-ähnlich ist, sondern ein völlig anderer Spielertyp. Das geschah, weil Klopp langfristig seine Ideen umsetzen möchte. Dass der Saisonstart sogar ohne Günni und Pische so erfolgreich war, war Klopp wahrscheinlich gar nicht so recht. Denn auch er wusste, dass es der Spielplan außerordentlich gut mit dem BVB gemeint hat. Die wirklich schwachen Spiele begannen erst als praktisch die ganze Viererkette wegbrach und gleichzeitig die Gegner in ihrer Qualität zunahmen.
Die Stimmen von Außen, die schwachen Spiele und die vielen vergeigten Chancen hatten sicherlich Auswirkungen auf die Psyche. Jeder Sportler kennt das. Ist man mal in der Abwärtsspirale drin, kommt man nur schwerlich wieder heraus. Ich persönlich halte es für bemerkenswert, dass wir zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3 stehen, die CL als Gruppensieger überwintert haben und im Pokal weiter dabe sind.
Ein Gündogan oder vllt. sogar der Neuzugang Jojic könnte das BVB Spiel beleben. Zudem wird Pische wieder eingebunden und kann dann zusammen mit Gündogan und evlt. Hofmann als RA wieder eine Überladung der rechten Seite ermöglichen. Die Verbindung zwischen OM/ZM/DM sollte somit auch wieder besser werden. Was Lewy und Miki betrifft, so müssen wir hoffen, dass Miki durch die Entlastung von Hinten freier und selbstsicherer in seinen Aktionen nach vorne wird. Vorstöße in die Spitze und Torabschlüsse können dadurch auch häufiger vorkommen und dann schießt er auch mehr Tore.
Diese Saison wird sicherlich nicht in die Geschichte eingehen, aber ich bin mir sicher, dass der BVB mit weniger Verletzungspech noch eine passable, wenn auch nicht traumhafte Rückrunde spielen wird. Zur neuen Saison hin muss man sich auf einigen Positionen gezielt! verstärken. Am wichtigsten wäre mir, dass wir einen spielstarken LV dazu holen (am liebsten Bernat, auch wenn der wohl zu Bayern geht, urgs), Kehl abgeben, bzw. hinten anstellen und für die 6er-Position dann Ginter holen. Sofern Jojic die Erwartungen erfüllt und Gündogan bleibt, würde mir das an Verstärkungen ausreichen. Die 20 Mio wären dann auch schon fast aufgebraucht. Sollte man noch etwas übrig haben, dann bitte Volland im Hinblick darauf holen, dass Reus 2015 geht. Viele hier sehen die LV-Position gar nicht als Problem an - für mich ist es mit die größte Baustelle, auch wenn ich Schmelzer sehr schätze. Auba sehe ich ab der nächsten Saison klar als MS und ich hoffe Klopp denkt auch so. Schaut euch seine Tor der letzten zwei Jahre an, dann wird klar weshalb ich das so sehe. Mit Ji, Hofmann und Jojic hat man junge, entwicklungsfähige Spieler als Backup, die allesamt Polyvalenz mitbringen. Der Kader würde dann so aussehen:
------------------------Weide/Mitch-------------------------
Pische/Durm--Soki/Subo---Mats/Sarr---Schmelle/Bernat
---------------Günni/Sahin---Bender/Ginter----------------
-Hofmann/Kuba------Miki/Jojic-------Reus/Kevin/(Volland)
-------------------------Auba/Ji------------------------------
Abschließend möchte ich noch etwas zum Thema Ballbesitzfußball anmerken. Mir ist aufgefallen, dass sehr viele - auch ich teilweise - z. Z. "neidisch" nach München schauen. Ist ja auch kein Wunder bei dieser Dominanz, die dort momentan demonstriert wird. Ich habe hier auch schon bemängelt, dass Klopp zu wenig Wert auf den Spielaufbau (Dreiecke etc.) legt und rein auf den Spielmacher Gegenpressing setzt. Noch dazu kommt, dass wir früher die BL-Mannschaften mit unserem Pressing/Gegenpressing teilweise überrannt haben (auch die Bayern), diese aber mittlerweile auch teilweise gelernt haben wie man das selbst spielt und wie man es besser verteidigen kann. Die Bayern haben den Vorteil, dass man sie sehr viel schwieriger pressen kann als uns, weil sie durch ihr permanentes bilden von Dreiecken und Freilaufen, gepaart mit extremer Ballsicherheit (sie haben die Spieler dazu, aber sind in dieser Hinsicht nicht so stark wie Barca damals) die Gegner laufen lassen wie die Hasen. Noch dazu kommt, dass sich viele gar nicht trauen die Bayern zu pressen und auch kein Gegenpressing zu spielen. Stuttgart, aber auch andere Mannschaften, die mutig waren, haben dies aber z. B. sehr gut gemacht und am Ende bestimmt auch deshalb verloren, weil Bayern den Willen hatte und man selbst nicht an den Sieg geglaubt hat.
Viele fordern daher gerade jetzt, dass Klopp doch auf 4-1-4-1 umstellen soll. Einige stellen dann sogar Bender auf die 6. Jedem, der ein bisschen was von Fußballtaktik versteht, dürfte klar sein, dass man bei dieser Formation einen Spieler auf der 6 benötigt, der unglaublich intelligent, pressingresistent, defensiv starkt und noch dazu technisch top ist. Vllt. könnte Gündogan in Zukunft (hoffentlich nicht für Bayern) so ein Spieler sein, vielleicht auch nicht. Sicher ist, dass wir sonst keinen Spieler mit diesen Attributen haben.
Dass Klopp an seinem System und an seinem Plan festhält, ist für mich ein positives und kein negatives Zeichen. Würden wir jetzt Formationsumstellungen und Spielerwechsel wie z. B. ein Tausch von Lewy und Micki sehen, dann wäre das für mich ein Signal dafür, dass Klopp an sich und seiner Idee zweifelt. Bisher hat es aber überhaupt nicht den Anschein als würde er das tun. Nun könnte man das als verbohrt abtun, aber nachdem was er und sein Team in den letzten Jahren geschafft haben, bin ich weit davon entfernt ihn bzgl. seiner Grundidee anzuzweifeln. Schönen Sonntag.
---------------Weide--------------
Pische--Soki-------Hummels-Schmelle
-----------Sahin---Bender---------------
------Miki-----Lewy------------Reus
----------------Auba---------------------
Warum? Auba ist ein klassischer MS (siehe seine Tore bei uns und bei allen anderen Mannschaften) und hat in der Vergangenheit auch ausschließlich den MS gegeben. Warum spielt er dann nicht auch bei uns auf dieser Position?
Entweder weil Lewy für Klopp im Sturm unantastbar ist oder - und das halte ich für wahrscheinlicher - weil Klopp langfristig denkt und Auba daher erst einmal beibringen muss was Defensivarbeit beim BVB bedeutet. Bei seinen früheren Vereinen musste er diese nicht abliefern. Er war der klassische MS von früher (z. B. wie ein Gomez), der vorne lauert und nach hinten nicht viel macht. Ich denke, dass Klopp es so sieht, dass Auba als RA in der Defensive weniger "Schaden" anrichtet als auf der MS-Position. Außerdem kann er dort an seinen anderen, schwächer ausgebildeten Fähigkeiten arbeiten. Gleichzeitig bringt er seine Schnelligkeit ein und ist torgefährlich.
Auf lange Sicht aber ist Auba kein RA in unserem System. Überladungen der rechten Seite im langsameren Spielaufbau mit tiefer stehenden Gegnern sind mit ihm nur sehr schwer möglich. Da diese Überladungen aber auch mit Kuba oder Hofmann als RA nur sehr schwer realisierbar wären, liegt an den anderen Spielern, die mitwirken müssten. Früher wurde die rechte Seite mit Gündogan, Pische, Götze und Kuba überladen. In der Vorrunde standen dort Sahin, Großkreutz, Miki und Kuba/Auba. Na, fällt euch was auf? Völlig anderes Spielermaterial und daher war diese Variante kaum nutzbar. Deshalb spielt Auba auch RA, denn ihn kann man wenigstens richtig gut mit längeren Bällen oder Schnittstellenpässe in den Raum schicken. Das ist aber auch das einzige Mittel, welches wir in der bisherigen Saison auf der rechten Seite zur Verfügung hatten.
Was bleibt also noch? Durch die Mitte und über links. Über links hat das noch nie so richtig gut geklappt. Reus/Schmelle, das ist kein Duo wie Ribery und Alaba. Spielerisch ist also auch die linke Seite (zumal da immer unsere "echten" 6er stehen) zu Überladungen kaum geeignet. Hinterlaufen und Flanken geht mit Schmell und Reus auch nur ansatzweise. Dazu fehlt Schmelle die Durchschlagskraft und die Fähigkeit präzise zu flanken.
Warum es über die Mitte nicht läuft wurde hier schon zig mal ausführlich beschrieben. Dazu kommt, dass unsere AVs oft sehr hochstehen und somit mit kurzen Pässen nicht erreichbar sind. Außerdem rücken sie sehr selten ein und überladen so kaum das zentrale Mittelfeld. Das hat auch seinen Grund. Denn wenn man sich dieser Variante bedienen möchte, benötigt man kombinationsstarke AVs. Die hatten wir die ganze Vorrunde nicht. Es blieb also nur das vertikale Spiel über die Außen oder das schnelle Überbrücken der Mitte mit längeren Bällen und anschließendem Gegenpressing.
Ohne Hummels wurde das Aufbauspiel offenkundig noch schlechter. Kein Wunder, denn die gegnerische Mannschaft musste lediglich Sahin isolieren und die Außen absichern. Dann blieb nur noch der lange Ball durch die IVs oder Weidenfeller. Hummels bietet jetzt die Möglichkeit wieder harte Flachpässe (sah man gegen Braunschweig oft) nach vorne und in die Halbräume (z.B. auf Reus und Miki) zu spielen. Nur leider sind Reus und Miki nicht perfekt wenn es um enge Ballführung und schwierige Annahmen geht. Ein Lewy wäre daher als 10er auch für diese Variante genau der Richtige, denn es gibt wenig Spieler, die harte und hohe Bälle so perfekt verarbeiten können wie er.
Klopp lässt Miki aber hartnäckig auf der 10 und Auba auf RA. Warum? Für mich gibt es da nur eine Erklärung: Er hat einen Plan und dieser Plan ist langfristig angelegt; geht also über die Saison hinaus. Miki ist für ihn die perfekte 10 (warum er das ist, kann man in der ballnah Ausgabe 2 der spielverlagerung.de nachlesen) und deshalb bleibt Miki auch dort - gerade auch deshalb, weil er so die Defensiv-Philosophie erlernt und irgendwann verinnerlicht. Auba spielt RA weil er dort grundlegende defensive Fähigkeiten (die Miki z. B. schon mitbrachte) unbeschadet erlernen kann und weil Lewy als MS auch noch sehr effektiv ist wenn er nicht die perfekten Mitspieler (wie z. B. Götze) hinter und neben sich hat.
Was sagte Klopp nach dem CL-Finale? "Wir haben eine tolle Saison gespielt, und wir werden zurückkommen. Vielleicht nicht nach Wembley [hier meinte er wohl eher 'nicht schon nächste Saison']. Aber wir werden versuchen, wieder in ein Finale einzuziehen. Berlin 2015 wäre doch ein guter Ort und eine gute Zeit". Ich habe diese Äußerung bisher negativ gedeutet und zwar in dem Sinne, dass Klopp mit einem solchen Satz zu hohe Erwartungen bei den Fans weckt. Man kann den Satz schließlich dahingehend interpretieren, dass der BVB nun oben angekommen ist und dort auch bleiben möchte. Ich allerdings interpretiere den Satz folgendermaßen: Klopp sah schon nach dem CL-Finale, dass die kommende Saison nicht einfach werden würde. Er hat wohl geahnt, dass durch den Wegfall von Götze Anpassungen notwendig sind, die nicht von heute auf morgen funktionieren werden. Er sah den Weggang nämlich nicht nur als Problem, sondern auch als neue Chance. Deshalb wurde auch kein Spieler für die 10 geholt, der Götze-ähnlich ist, sondern ein völlig anderer Spielertyp. Das geschah, weil Klopp langfristig seine Ideen umsetzen möchte. Dass der Saisonstart sogar ohne Günni und Pische so erfolgreich war, war Klopp wahrscheinlich gar nicht so recht. Denn auch er wusste, dass es der Spielplan außerordentlich gut mit dem BVB gemeint hat. Die wirklich schwachen Spiele begannen erst als praktisch die ganze Viererkette wegbrach und gleichzeitig die Gegner in ihrer Qualität zunahmen.
Die Stimmen von Außen, die schwachen Spiele und die vielen vergeigten Chancen hatten sicherlich Auswirkungen auf die Psyche. Jeder Sportler kennt das. Ist man mal in der Abwärtsspirale drin, kommt man nur schwerlich wieder heraus. Ich persönlich halte es für bemerkenswert, dass wir zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3 stehen, die CL als Gruppensieger überwintert haben und im Pokal weiter dabe sind.
Ein Gündogan oder vllt. sogar der Neuzugang Jojic könnte das BVB Spiel beleben. Zudem wird Pische wieder eingebunden und kann dann zusammen mit Gündogan und evlt. Hofmann als RA wieder eine Überladung der rechten Seite ermöglichen. Die Verbindung zwischen OM/ZM/DM sollte somit auch wieder besser werden. Was Lewy und Miki betrifft, so müssen wir hoffen, dass Miki durch die Entlastung von Hinten freier und selbstsicherer in seinen Aktionen nach vorne wird. Vorstöße in die Spitze und Torabschlüsse können dadurch auch häufiger vorkommen und dann schießt er auch mehr Tore.
Diese Saison wird sicherlich nicht in die Geschichte eingehen, aber ich bin mir sicher, dass der BVB mit weniger Verletzungspech noch eine passable, wenn auch nicht traumhafte Rückrunde spielen wird. Zur neuen Saison hin muss man sich auf einigen Positionen gezielt! verstärken. Am wichtigsten wäre mir, dass wir einen spielstarken LV dazu holen (am liebsten Bernat, auch wenn der wohl zu Bayern geht, urgs), Kehl abgeben, bzw. hinten anstellen und für die 6er-Position dann Ginter holen. Sofern Jojic die Erwartungen erfüllt und Gündogan bleibt, würde mir das an Verstärkungen ausreichen. Die 20 Mio wären dann auch schon fast aufgebraucht. Sollte man noch etwas übrig haben, dann bitte Volland im Hinblick darauf holen, dass Reus 2015 geht. Viele hier sehen die LV-Position gar nicht als Problem an - für mich ist es mit die größte Baustelle, auch wenn ich Schmelzer sehr schätze. Auba sehe ich ab der nächsten Saison klar als MS und ich hoffe Klopp denkt auch so. Schaut euch seine Tor der letzten zwei Jahre an, dann wird klar weshalb ich das so sehe. Mit Ji, Hofmann und Jojic hat man junge, entwicklungsfähige Spieler als Backup, die allesamt Polyvalenz mitbringen. Der Kader würde dann so aussehen:
------------------------Weide/Mitch-------------------------
Pische/Durm--Soki/Subo---Mats/Sarr---Schmelle/Bernat
---------------Günni/Sahin---Bender/Ginter----------------
-Hofmann/Kuba------Miki/Jojic-------Reus/Kevin/(Volland)
-------------------------Auba/Ji------------------------------
Abschließend möchte ich noch etwas zum Thema Ballbesitzfußball anmerken. Mir ist aufgefallen, dass sehr viele - auch ich teilweise - z. Z. "neidisch" nach München schauen. Ist ja auch kein Wunder bei dieser Dominanz, die dort momentan demonstriert wird. Ich habe hier auch schon bemängelt, dass Klopp zu wenig Wert auf den Spielaufbau (Dreiecke etc.) legt und rein auf den Spielmacher Gegenpressing setzt. Noch dazu kommt, dass wir früher die BL-Mannschaften mit unserem Pressing/Gegenpressing teilweise überrannt haben (auch die Bayern), diese aber mittlerweile auch teilweise gelernt haben wie man das selbst spielt und wie man es besser verteidigen kann. Die Bayern haben den Vorteil, dass man sie sehr viel schwieriger pressen kann als uns, weil sie durch ihr permanentes bilden von Dreiecken und Freilaufen, gepaart mit extremer Ballsicherheit (sie haben die Spieler dazu, aber sind in dieser Hinsicht nicht so stark wie Barca damals) die Gegner laufen lassen wie die Hasen. Noch dazu kommt, dass sich viele gar nicht trauen die Bayern zu pressen und auch kein Gegenpressing zu spielen. Stuttgart, aber auch andere Mannschaften, die mutig waren, haben dies aber z. B. sehr gut gemacht und am Ende bestimmt auch deshalb verloren, weil Bayern den Willen hatte und man selbst nicht an den Sieg geglaubt hat.
Viele fordern daher gerade jetzt, dass Klopp doch auf 4-1-4-1 umstellen soll. Einige stellen dann sogar Bender auf die 6. Jedem, der ein bisschen was von Fußballtaktik versteht, dürfte klar sein, dass man bei dieser Formation einen Spieler auf der 6 benötigt, der unglaublich intelligent, pressingresistent, defensiv starkt und noch dazu technisch top ist. Vllt. könnte Gündogan in Zukunft (hoffentlich nicht für Bayern) so ein Spieler sein, vielleicht auch nicht. Sicher ist, dass wir sonst keinen Spieler mit diesen Attributen haben.
Dass Klopp an seinem System und an seinem Plan festhält, ist für mich ein positives und kein negatives Zeichen. Würden wir jetzt Formationsumstellungen und Spielerwechsel wie z. B. ein Tausch von Lewy und Micki sehen, dann wäre das für mich ein Signal dafür, dass Klopp an sich und seiner Idee zweifelt. Bisher hat es aber überhaupt nicht den Anschein als würde er das tun. Nun könnte man das als verbohrt abtun, aber nachdem was er und sein Team in den letzten Jahren geschafft haben, bin ich weit davon entfernt ihn bzgl. seiner Grundidee anzuzweifeln. Schönen Sonntag.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von t3lly am 02.02.2014 um 16:37 Uhr bearbeitet
25.02.2014 - 14:22 Uhr
Zitat
Das alles hat übrigens nichts damit zu tun, dass die Gegner sich mittlerweile dem „System Klopp“ anpassen, was ja vielen als bequeme Erklärung dient. Schon seit drei, vier Jahren muss der BVB in aller Regelmäßigkeit tiefstehende, kompakte Gegner knacken. (Wie anmaßend ist eigentlich die Annahme, die Bundesliga-Trainer bräuchten mehrere Jahre, um ein vermeintlich eindimensionales Konzept zu durchschauen?)
Der Absatz gefällt mir recht gut, da hier im Forum auch oft gesagt wrude, dass sich die Gegner nun auf unser Spiel eingestellt hätten. Das hat mir schon immer nicht wirklich gefallen da wie von Spielverlagerung geschrieben, die anderen Manschaften schon sehr inkompetent sein müssten, um so lange zu brauchen sich auf unser Spiel einzustellen.
Das alles hat übrigens nichts damit zu tun, dass die Gegner sich mittlerweile dem „System Klopp“ anpassen, was ja vielen als bequeme Erklärung dient. Schon seit drei, vier Jahren muss der BVB in aller Regelmäßigkeit tiefstehende, kompakte Gegner knacken. (Wie anmaßend ist eigentlich die Annahme, die Bundesliga-Trainer bräuchten mehrere Jahre, um ein vermeintlich eindimensionales Konzept zu durchschauen?)
Der Absatz gefällt mir recht gut, da hier im Forum auch oft gesagt wrude, dass sich die Gegner nun auf unser Spiel eingestellt hätten. Das hat mir schon immer nicht wirklich gefallen da wie von Spielverlagerung geschrieben, die anderen Manschaften schon sehr inkompetent sein müssten, um so lange zu brauchen sich auf unser Spiel einzustellen.
03.04.2014 - 13:52 Uhr
Ich möchte gerne mal die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt lenken, der meiner Meinung nach in der aktuellen Diskussion über unsere taktische Ausrichtung (bzw. genauer gesagt die Umsetzung dieser) stark unterrepräsentiert ist: Die Zweikampfbilanz.
Gestern waren es unterirdische 37%, und auch in den letzten Spielen ließen mich die eingeblendeten Zahlen im Spiel öfter mal kräftig schlucken (glaube gegen Stuttgart beispielsweise waren es zur Halbzeit 40%:60%).
Gerade für eine Mannschaft, die sich nicht über ein - sowohl qualitativ als auch quantitativ - starkes Ballbesitzspiel definiert ist eine gute Führung von Defensivzweikämpfen unabdinglich.
1. sind - unter dem offensiven Gesichtspunkt - Ballgewinne notwendig, um in Umschaltsituationen zu kommen und 2. verhindern sie natürlich auch in erster Linie den Spielfluss des Gegners und unterbinden somit Kombinationen und das Kreieren von Torchancen.
Da wir, wie bereits oben geschrieben, weniger in der Lage sind, den Ball laufen zu lassen und den Gegner so von unserem eigenen Tor fern zu halten, ist eine gute Zweikampfführung schlicht und ergreifend auch einfach wichtig, um Offensivaktionen des Gegners zu unterbinden.
Ich bin nicht in der Lage, abschließend zu beurteilen, woran das liegen mag, habe aber ein paar Ansätze, die sicherlich unter anderem dazu beitragen:
1. Fehlende Fitness und Frische. Durch die enorme Verletzungsmisere ist es uns kaum möglich, Spielern mal eine Pause zu gönnen. Gerade in der Zentrale müssen Kehl, Sahin und Mkhitaryan seit Wochen jedes Spiel bestreiten. Hinzu kommt unser ohnehin sehr laufintensives Spiel. Die Spieler sind einfach dadurch psychisch und physisch auf keinem guten Level, was dazu führt, dass man erst gar nicht in Zweikämpfe kommt oder oftmals hinten dran ist. Einschub meinerseits: Es ist nur eine subjektive Einschätzung und ich habe grad keine Zahlen dazu, aber ich habe den Eindruck, dass wir in letzter Zeit deutlich häufiger foulen als noch vor einiger Zeit, was bestätigen würde, dass uns in den Zweikämpfen oft die entscheidenden Zentimeter fehlen.
2. Die personelle Besetzung im defensiven Mittelfeld. Kehl und Sahin stehen nicht unter dem Generalverdacht, wahnsinnig dynamische Spieler zu sein. Gerade in dieser Zone werden jedoch viele und vor allem wichtige Zweikämpfe ausgetragen, die wir aufgrund fehlender Schnelligkeit und Dynamik häufig verlieren bzw. sie gar nicht erst bestreiten können.
3. Fehlerhafte Raumaufteilung und wenig gewinnbringende Laufwege. Unser Pressing greift aufgrund dieser Faktoren oft ins Leere. Wir reißen immernoch wahnsinnig viele Kilometer ab (auch gestern wieder), laufen aber nicht selten eher hinterher, anstatt dass die Laufwege einen Mehrwert bezüglich der Ballgewinne und des Umschaltspiels darstellen.
Unsere erste Pressinglinie wird dadurch leicht überspielt und dann stehen wir im Mittelfeld relativ entblößt dar. Die Folge sind Unterzahlsituationen für unsere Spieler, in denen es natürlich nochmal ungleich schwieriger ist, Zweikämpfe erfolgreich zu gestalten.
Ich hoffe, ich konnte verdeutlichen, weshalb ich eine gute Zweikampfführung gerade für unser Spiel, welches stark auf Ballgewinne ausgerichtet ist, als enorm wichtig empfinde, und warum sowohl defensiv als auch offensiv vieles nicht funktioniert, wenn diese Zweikampfführung eben nicht positiv ist.
Einige Faktoren - wie das Verletzungspech und die daraus resultierende (zu) starke Belastung einiger Spieler, in dessen Zusammenhang es dann an Frische fehlt - kann man nicht beeinflussen.
Gerade am Pressing und den damit verbundenen Laufwegen kann und muss man aber dringend arbeiten. Vor allem wenn diese Art und Weise, ein Fußballspiel zu bestreiten so überwiegend alternativlos ist wie beim BVB 2013/2014.
Gestern waren es unterirdische 37%, und auch in den letzten Spielen ließen mich die eingeblendeten Zahlen im Spiel öfter mal kräftig schlucken (glaube gegen Stuttgart beispielsweise waren es zur Halbzeit 40%:60%).
Gerade für eine Mannschaft, die sich nicht über ein - sowohl qualitativ als auch quantitativ - starkes Ballbesitzspiel definiert ist eine gute Führung von Defensivzweikämpfen unabdinglich.
1. sind - unter dem offensiven Gesichtspunkt - Ballgewinne notwendig, um in Umschaltsituationen zu kommen und 2. verhindern sie natürlich auch in erster Linie den Spielfluss des Gegners und unterbinden somit Kombinationen und das Kreieren von Torchancen.
Da wir, wie bereits oben geschrieben, weniger in der Lage sind, den Ball laufen zu lassen und den Gegner so von unserem eigenen Tor fern zu halten, ist eine gute Zweikampfführung schlicht und ergreifend auch einfach wichtig, um Offensivaktionen des Gegners zu unterbinden.
Ich bin nicht in der Lage, abschließend zu beurteilen, woran das liegen mag, habe aber ein paar Ansätze, die sicherlich unter anderem dazu beitragen:
1. Fehlende Fitness und Frische. Durch die enorme Verletzungsmisere ist es uns kaum möglich, Spielern mal eine Pause zu gönnen. Gerade in der Zentrale müssen Kehl, Sahin und Mkhitaryan seit Wochen jedes Spiel bestreiten. Hinzu kommt unser ohnehin sehr laufintensives Spiel. Die Spieler sind einfach dadurch psychisch und physisch auf keinem guten Level, was dazu führt, dass man erst gar nicht in Zweikämpfe kommt oder oftmals hinten dran ist. Einschub meinerseits: Es ist nur eine subjektive Einschätzung und ich habe grad keine Zahlen dazu, aber ich habe den Eindruck, dass wir in letzter Zeit deutlich häufiger foulen als noch vor einiger Zeit, was bestätigen würde, dass uns in den Zweikämpfen oft die entscheidenden Zentimeter fehlen.
2. Die personelle Besetzung im defensiven Mittelfeld. Kehl und Sahin stehen nicht unter dem Generalverdacht, wahnsinnig dynamische Spieler zu sein. Gerade in dieser Zone werden jedoch viele und vor allem wichtige Zweikämpfe ausgetragen, die wir aufgrund fehlender Schnelligkeit und Dynamik häufig verlieren bzw. sie gar nicht erst bestreiten können.
3. Fehlerhafte Raumaufteilung und wenig gewinnbringende Laufwege. Unser Pressing greift aufgrund dieser Faktoren oft ins Leere. Wir reißen immernoch wahnsinnig viele Kilometer ab (auch gestern wieder), laufen aber nicht selten eher hinterher, anstatt dass die Laufwege einen Mehrwert bezüglich der Ballgewinne und des Umschaltspiels darstellen.
Unsere erste Pressinglinie wird dadurch leicht überspielt und dann stehen wir im Mittelfeld relativ entblößt dar. Die Folge sind Unterzahlsituationen für unsere Spieler, in denen es natürlich nochmal ungleich schwieriger ist, Zweikämpfe erfolgreich zu gestalten.
Ich hoffe, ich konnte verdeutlichen, weshalb ich eine gute Zweikampfführung gerade für unser Spiel, welches stark auf Ballgewinne ausgerichtet ist, als enorm wichtig empfinde, und warum sowohl defensiv als auch offensiv vieles nicht funktioniert, wenn diese Zweikampfführung eben nicht positiv ist.
Einige Faktoren - wie das Verletzungspech und die daraus resultierende (zu) starke Belastung einiger Spieler, in dessen Zusammenhang es dann an Frische fehlt - kann man nicht beeinflussen.
Gerade am Pressing und den damit verbundenen Laufwegen kann und muss man aber dringend arbeiten. Vor allem wenn diese Art und Weise, ein Fußballspiel zu bestreiten so überwiegend alternativlos ist wie beim BVB 2013/2014.
05.04.2014 - 17:37 Uhr
Zitat von Tim_Tonic:
Korrigiert mich, wenn ich mich irre. Steinigt mich, wenn ihr Bock habt. Aber ich bin mir des Geschriebenen sehr sicher - und ich denke, manche Debatte könnte fruchtbarer verlaufen, wenn man diese Dinge im Hinterkopf behalten würde.
Prinzipiell gebe ich dir Recht, dass man sich natürlich auf Begriffe und deren Bedeutung einigen sollte, wenn man diskutiert.
"6er", "8er" und "10er" ist mir in dem Zusammenhang aber immer noch zu abstrakt und normativ. Diese Begriffe kann man meiner Meinung nach verwenden, wenn man von Systemen redet, aber im Zuge einer Diskussion über taktische Ausrichtung, Spielweise, Stärken und Schwächen etc. würde ich immer auf die deskriptive Ebene gehen; gerade wenn man über das Mittelfeld redet, wo es mittlerweile so wahnsinnig viele verschiedene Spielertypen gibt, sodass es beinahe unmöglich ist, da überhaupt zu kategorisieren. Aber will man das dennoch tun, sollte man das wie gesagt eine Ebene feiner machen finde ich.
Das erste Raster, was ich bei einem Mittelfeldspieler immer anlegen würde, ist "vertikal" oder "horizontal". Also: Welche Bewegungsmuster sind bei dem Spieler vornehmlich zu erkennen.
Um es auf den BVB zu übertragen: Sahins vornehmlicher Radius ist "von Haus aus" eher horizontal, dass heißt, er agiert eher absichernd und von hinten heraus. Er sucht die Breite im Spiel und hat durch sein relativ gutes Stellungsspiel auch die Möglichkeit, das Spiel in der Breite abzusichern.
Ich sehe Sahin als den Prototypen eines deeplying playmakers und würde ihn aufgrund seines bevorzugten Aktiosradius' - wenn man denn mit diesem Schema arbeiten will - eher als 6er denn als 8er sehen.
Gündogans Richtung ist deutlich eher horizontal - sowohl mit Ball als auch ohne Ball. Er beackert quasi das ganze zentrale Mittelfeld vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum, daher klassicher box-to-box Spieler. Er bietet sich ständig in Ballnähe an, ist technisch stark und kombinatiossicher. Hat in der gegnerischen Hälfte schon "10er" Qualitäten.
Noch zur "10": Den klassichen 10er im Sinne von Spielmacher gibt es eigentlich nicht mehr.
Häufig spielt hinter den Spitzen ein Spieler, der entweder immer wieder mit in die Spitze stößt und seine Stärken im Torabschluss hat oder aber ein Spieler, der enorm dribbelstark ist und Überzahlsituationen auflösen kann.
Um hier jetzt den Bogen zu Mkhitaryan und seinen Problemen hier zu spannen: Der Armenier ist klar ein Spieler erster Kategorie. Sehr laufstark, stößt immer wieder in die Spitze und weicht auch auf die Flügel aus.
In Umschaltsituationen kann er durch seine Dynamik den Ball schnell an den gegnerischen Strafraum bringen.
Prinzipiell passt er also extrem gut hier rein: Aufgrund seiner Spielweise bieten sich Wechselspiele mit Lewandowski an: Abwechselndes bestzen der Spitze und des 10er-Raums.
Leider fehlt die Abstimmung zwischen den beiden, sodass es immer wieder zu einer Situation kommt, die ein effektives Spiel am Strafraum des Gegners unmöglich machen: 4 Spieler auf der vordersten Linie und ein verwaister 10er-Raum.
Hier fehlt auch die Unterstützung von Außen: Durch Rochaden könnte man - besonders wenn Miki nach Außen ausweicht - den 10er Raum sehr fluide besetzen, allerdings macht einzig und allein Reus das ab und zu. Auch Hofmann hat sich dahingehend in Stuttgart gut bewegt und sich immer wieder im so wichtigen Zwischenlinienraum angeboten.
Die fehlende Bestzung dieses Raumes hat vor allem 2 Folgen: Man gewinnt keine zweiten Bälle und es fehlen Ideen.
Durch Gündogans Fehlen kommt es dazu, dass irgendwer seine Aufgaben übernehmen muss. Sowohl Sahin als auch Mkhitaryan verfügen aber nicht über die Fähigkeiten, dies auf hohem Niveau zu tun. Sahins Aktionsradius ist wie gesagt eher horizontal, zudem ist er nicht besonders kombinationsstark und Schnittstellenpässe am Strafraum sind auch nicht grad seine Stärke.
Mkhitaryan ist auch eher der Passempfänger als -geber, macht das aber angesichts der Umstände (er hatte keine Vorbereitung in einem komplett neuen Team, viele fehlende Stammspieler im ganzen Saisonverlauf) wie ich finde recht passabel - immerhin 9 Torvorlagen in der Liga.
Deswegen würde er auch von Gündogan bzw. einem ähnlichen Spielertypen (also box-to-box) enorm profitieren, da er sich voll auf seine Stärken konzentrieren könnte. Gleiches gilt für Nuri Sahin.
Ich glaube, dass viele unserer Probleme dieser Saison maßgeblich mit den Verletzungen zusammenhängen.
Das fing schon im Sommer an, als Mkhitaryan die komplette Vorbereitung aussetzen musste. Grade für einen so wichtigen Neuzugang natürlich tödlich. Da hat jeder drunter zu leiden, auch wenn er 27 Mio. gekostet hat.
Dann ging es weiter mit Gündogan (s. Problematik oben), Kuba usw...es konnten sich keine Automatismen einspielen und wichtige Spieler fielen bzw. fallen lange Zeit aus.
Jetzt bin ich etwas vom eigentlichen Thema abgekommen :p
Ich erhebe übrigens keinen Anspruch auf ultimative Richtigkeit meiner Ausführung. Ich glaube, gerade Taktik ist auch immer viel von Philosophie geprägt, sodass es nicht die ultimative Wahrheit gibt.
Wenn wer das anders sieht freue ich mich über weitere Diskussionen =)
Korrigiert mich, wenn ich mich irre. Steinigt mich, wenn ihr Bock habt. Aber ich bin mir des Geschriebenen sehr sicher - und ich denke, manche Debatte könnte fruchtbarer verlaufen, wenn man diese Dinge im Hinterkopf behalten würde.
Prinzipiell gebe ich dir Recht, dass man sich natürlich auf Begriffe und deren Bedeutung einigen sollte, wenn man diskutiert.
"6er", "8er" und "10er" ist mir in dem Zusammenhang aber immer noch zu abstrakt und normativ. Diese Begriffe kann man meiner Meinung nach verwenden, wenn man von Systemen redet, aber im Zuge einer Diskussion über taktische Ausrichtung, Spielweise, Stärken und Schwächen etc. würde ich immer auf die deskriptive Ebene gehen; gerade wenn man über das Mittelfeld redet, wo es mittlerweile so wahnsinnig viele verschiedene Spielertypen gibt, sodass es beinahe unmöglich ist, da überhaupt zu kategorisieren. Aber will man das dennoch tun, sollte man das wie gesagt eine Ebene feiner machen finde ich.
Das erste Raster, was ich bei einem Mittelfeldspieler immer anlegen würde, ist "vertikal" oder "horizontal". Also: Welche Bewegungsmuster sind bei dem Spieler vornehmlich zu erkennen.
Um es auf den BVB zu übertragen: Sahins vornehmlicher Radius ist "von Haus aus" eher horizontal, dass heißt, er agiert eher absichernd und von hinten heraus. Er sucht die Breite im Spiel und hat durch sein relativ gutes Stellungsspiel auch die Möglichkeit, das Spiel in der Breite abzusichern.
Ich sehe Sahin als den Prototypen eines deeplying playmakers und würde ihn aufgrund seines bevorzugten Aktiosradius' - wenn man denn mit diesem Schema arbeiten will - eher als 6er denn als 8er sehen.
Gündogans Richtung ist deutlich eher horizontal - sowohl mit Ball als auch ohne Ball. Er beackert quasi das ganze zentrale Mittelfeld vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum, daher klassicher box-to-box Spieler. Er bietet sich ständig in Ballnähe an, ist technisch stark und kombinatiossicher. Hat in der gegnerischen Hälfte schon "10er" Qualitäten.
Noch zur "10": Den klassichen 10er im Sinne von Spielmacher gibt es eigentlich nicht mehr.
Häufig spielt hinter den Spitzen ein Spieler, der entweder immer wieder mit in die Spitze stößt und seine Stärken im Torabschluss hat oder aber ein Spieler, der enorm dribbelstark ist und Überzahlsituationen auflösen kann.
Um hier jetzt den Bogen zu Mkhitaryan und seinen Problemen hier zu spannen: Der Armenier ist klar ein Spieler erster Kategorie. Sehr laufstark, stößt immer wieder in die Spitze und weicht auch auf die Flügel aus.
In Umschaltsituationen kann er durch seine Dynamik den Ball schnell an den gegnerischen Strafraum bringen.
Prinzipiell passt er also extrem gut hier rein: Aufgrund seiner Spielweise bieten sich Wechselspiele mit Lewandowski an: Abwechselndes bestzen der Spitze und des 10er-Raums.
Leider fehlt die Abstimmung zwischen den beiden, sodass es immer wieder zu einer Situation kommt, die ein effektives Spiel am Strafraum des Gegners unmöglich machen: 4 Spieler auf der vordersten Linie und ein verwaister 10er-Raum.
Hier fehlt auch die Unterstützung von Außen: Durch Rochaden könnte man - besonders wenn Miki nach Außen ausweicht - den 10er Raum sehr fluide besetzen, allerdings macht einzig und allein Reus das ab und zu. Auch Hofmann hat sich dahingehend in Stuttgart gut bewegt und sich immer wieder im so wichtigen Zwischenlinienraum angeboten.
Die fehlende Bestzung dieses Raumes hat vor allem 2 Folgen: Man gewinnt keine zweiten Bälle und es fehlen Ideen.
Durch Gündogans Fehlen kommt es dazu, dass irgendwer seine Aufgaben übernehmen muss. Sowohl Sahin als auch Mkhitaryan verfügen aber nicht über die Fähigkeiten, dies auf hohem Niveau zu tun. Sahins Aktionsradius ist wie gesagt eher horizontal, zudem ist er nicht besonders kombinationsstark und Schnittstellenpässe am Strafraum sind auch nicht grad seine Stärke.
Mkhitaryan ist auch eher der Passempfänger als -geber, macht das aber angesichts der Umstände (er hatte keine Vorbereitung in einem komplett neuen Team, viele fehlende Stammspieler im ganzen Saisonverlauf) wie ich finde recht passabel - immerhin 9 Torvorlagen in der Liga.
Deswegen würde er auch von Gündogan bzw. einem ähnlichen Spielertypen (also box-to-box) enorm profitieren, da er sich voll auf seine Stärken konzentrieren könnte. Gleiches gilt für Nuri Sahin.
Ich glaube, dass viele unserer Probleme dieser Saison maßgeblich mit den Verletzungen zusammenhängen.
Das fing schon im Sommer an, als Mkhitaryan die komplette Vorbereitung aussetzen musste. Grade für einen so wichtigen Neuzugang natürlich tödlich. Da hat jeder drunter zu leiden, auch wenn er 27 Mio. gekostet hat.
Dann ging es weiter mit Gündogan (s. Problematik oben), Kuba usw...es konnten sich keine Automatismen einspielen und wichtige Spieler fielen bzw. fallen lange Zeit aus.
Jetzt bin ich etwas vom eigentlichen Thema abgekommen :p
Ich erhebe übrigens keinen Anspruch auf ultimative Richtigkeit meiner Ausführung. Ich glaube, gerade Taktik ist auch immer viel von Philosophie geprägt, sodass es nicht die ultimative Wahrheit gibt.
Wenn wer das anders sieht freue ich mich über weitere Diskussionen =)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von bvb_rockzz am 05.04.2014 um 17:46 Uhr bearbeitet
11.04.2014 - 09:42 Uhr
Zitat von XChris84X:
Die Überlegung habe ich ehrlich gesagt schon länger, da ich vor einer Weile einen Spielverlagerung Taktik Beitrag über Juve gelesen habe und da dachte ich mir bis auf Schmelzer wären alle unsere Spieler für das System geeignet.
http://spielverlagerung.de/2013/04/01/mannschaftsportrat-juventus-turin-201213/
Diese Taktik scheint auch gut für unser Pressing geeignet!!!!
Nein, diese Taktik ist nicht gut für unser Pressing geeignet.
Als erfolgreiches Beispiel Juventus hier als Maßstab heran zu ziehen und dann zu erwähnen, dass ihr System für unser extrem hohes Pressing geeignet wäre ist eine ziemliche Falschaussage.
Denn was spielt Juventus? Sind Sie bekannt dafür, extrem hoch den Gegner anzulaufen? Wohl kaum. In der Serie A wird gar kein Pressing jenseits der Mittellinie gespielt, die meisten Mannschaften pressen selbst in der eigenen Hälfte häufig nur um den eigenenen Strafraum (erstes Drittel). So auch Juventus. Und das ist so weit weg von unserer Spielweise defensiv, dass selbst Bayern, Barca und co uns in dem Bereich näher sind.
Der Sinn und Zweck einer Dreier- nein man sollte eher sagen Fünferkette, ist ja dass man die Breite des Platzes so gut wie ohne Verschieben der Spieler abdeckt. Das Verschieben ist aber etwas, was wir auf extreme Art und Weise betreiben, wir ziehen uns teilweise in den Halbräumen oder ganz weit vorne extrem zusammen, wie man es in der Serie A niemals sieht. Wir müssten unser gesamtes Defensivverhalten, in 6 Jahren unter Klopp immer wieder in die Spielerköpfe eingehämmert, über Bord werfen. Nicht gerade förderlich.
Eine Anmerkung: Der Grund für die relative Schwäche der italienischen Liga im internationalen Vergleich liegt auch mit daran, dass die Spieler wie Pirlo und co in aller Seelenruhe aus dem Sechserraum aufbauen können ohne Gegnerdruck, was international anders aussieht. Deshalb ein Sahin auch nicht mehr so gut aussieht bei uns. In den letzten drei Jahren hat nahezu jeder Bundesligist ein Pressing erlernt, dass dem gegnerischen Sechser gar nicht die Möglichkeit gibt mit Ball am Fuß zu überlegen, was er denn machen will. Hier ein Link von einem Spielverlagerer, derdoeses Problem anspricht: http://www.youtube.com/watch?v=0u3EeQRfBos
Dreierketten machen generell nur wirklich Sinn, wenn man dadurch in anderen Bereichen des Feldes nicht massiv in Unterzahl gerät, schließlich rücken gelernte Innenverteidiger bei eigenenem Ballbesitz nicht mal ansatzweise so viel auf wie Mittelfeldspieler. Gegen Mannschaften mit zwei Stürmern, kommt man im Mittelfeld nicht in massiver Unterzahl. Wenn eine Mannschaft aber nur einen Stürmer aufstellt, hat diese Mannschaft 9 Spieler hinter den Innenverteidigern. Man hat zwar immer zwei freie Innenverteidiger, die eigenen Offensivspieler sind aber 7 zu 9 in Unterzahl und können recht leicht in Deckungssschatten genommen werden. Ein-Stürmer Systeme sind in der Bundesliga aber der Standard.
Unser größtes Problem in dieser Saison ist doch nicht die Defensive, unser Problem ist das Spiel mit Ball, insbesondere dessen Beförderung von den Innenverteidigern ins OM. Unser herrausragender Spieler für das Ball schleppen durch das zweite Drittel des Platzes, Gündogan, fehlt schon die ganze Saison, was man deutlich merkt. Mit Jojic haben wir zum Glück einen ähnlichen Spielertypen aus dem Nirgendwo ausgebuddelt, der diese Probleme in ein paar Monaten beheben kann.
Und dieses Problem wird nicht dadurch behoben, dass wir einen offensiven Fügelspieler wie Kuba, Aubameyang oder Hofmann vorne opfern, um hinten einen weiteren Innenverteidiger aufstellen. Deswegen bezweifle ich auch die ganze Zeit einen Gintertransfer, er macht als gelernter Innenverteidiger keinen Sinn. Und ein Spieler der "auch" im defensiven Mittelfeld spielen kann ist dann für die freie Position als Kehlnachfolger einfach unpassend besetzt, da sollte man dann schon einen gelernten DM hinstellen. Und Mats Hummels hat in einem Interview passend dazu gesagt, dass er angesichts seiner Spielstärke durchaus auch zentral vor der Abwehr spielen könnte, er aber seine gesamte Muskulatur von Kraft auf Ausdauer umstellen müsste, was Monate braucht. Nicht wirklich realistisch, dass wir das bei Ginter machen.
Die Überlegung habe ich ehrlich gesagt schon länger, da ich vor einer Weile einen Spielverlagerung Taktik Beitrag über Juve gelesen habe und da dachte ich mir bis auf Schmelzer wären alle unsere Spieler für das System geeignet.
http://spielverlagerung.de/2013/04/01/mannschaftsportrat-juventus-turin-201213/
Diese Taktik scheint auch gut für unser Pressing geeignet!!!!
Nein, diese Taktik ist nicht gut für unser Pressing geeignet.
Als erfolgreiches Beispiel Juventus hier als Maßstab heran zu ziehen und dann zu erwähnen, dass ihr System für unser extrem hohes Pressing geeignet wäre ist eine ziemliche Falschaussage.
Denn was spielt Juventus? Sind Sie bekannt dafür, extrem hoch den Gegner anzulaufen? Wohl kaum. In der Serie A wird gar kein Pressing jenseits der Mittellinie gespielt, die meisten Mannschaften pressen selbst in der eigenen Hälfte häufig nur um den eigenenen Strafraum (erstes Drittel). So auch Juventus. Und das ist so weit weg von unserer Spielweise defensiv, dass selbst Bayern, Barca und co uns in dem Bereich näher sind.
Der Sinn und Zweck einer Dreier- nein man sollte eher sagen Fünferkette, ist ja dass man die Breite des Platzes so gut wie ohne Verschieben der Spieler abdeckt. Das Verschieben ist aber etwas, was wir auf extreme Art und Weise betreiben, wir ziehen uns teilweise in den Halbräumen oder ganz weit vorne extrem zusammen, wie man es in der Serie A niemals sieht. Wir müssten unser gesamtes Defensivverhalten, in 6 Jahren unter Klopp immer wieder in die Spielerköpfe eingehämmert, über Bord werfen. Nicht gerade förderlich.
Eine Anmerkung: Der Grund für die relative Schwäche der italienischen Liga im internationalen Vergleich liegt auch mit daran, dass die Spieler wie Pirlo und co in aller Seelenruhe aus dem Sechserraum aufbauen können ohne Gegnerdruck, was international anders aussieht. Deshalb ein Sahin auch nicht mehr so gut aussieht bei uns. In den letzten drei Jahren hat nahezu jeder Bundesligist ein Pressing erlernt, dass dem gegnerischen Sechser gar nicht die Möglichkeit gibt mit Ball am Fuß zu überlegen, was er denn machen will. Hier ein Link von einem Spielverlagerer, derdoeses Problem anspricht: http://www.youtube.com/watch?v=0u3EeQRfBos
Dreierketten machen generell nur wirklich Sinn, wenn man dadurch in anderen Bereichen des Feldes nicht massiv in Unterzahl gerät, schließlich rücken gelernte Innenverteidiger bei eigenenem Ballbesitz nicht mal ansatzweise so viel auf wie Mittelfeldspieler. Gegen Mannschaften mit zwei Stürmern, kommt man im Mittelfeld nicht in massiver Unterzahl. Wenn eine Mannschaft aber nur einen Stürmer aufstellt, hat diese Mannschaft 9 Spieler hinter den Innenverteidigern. Man hat zwar immer zwei freie Innenverteidiger, die eigenen Offensivspieler sind aber 7 zu 9 in Unterzahl und können recht leicht in Deckungssschatten genommen werden. Ein-Stürmer Systeme sind in der Bundesliga aber der Standard.
Unser größtes Problem in dieser Saison ist doch nicht die Defensive, unser Problem ist das Spiel mit Ball, insbesondere dessen Beförderung von den Innenverteidigern ins OM. Unser herrausragender Spieler für das Ball schleppen durch das zweite Drittel des Platzes, Gündogan, fehlt schon die ganze Saison, was man deutlich merkt. Mit Jojic haben wir zum Glück einen ähnlichen Spielertypen aus dem Nirgendwo ausgebuddelt, der diese Probleme in ein paar Monaten beheben kann.
Und dieses Problem wird nicht dadurch behoben, dass wir einen offensiven Fügelspieler wie Kuba, Aubameyang oder Hofmann vorne opfern, um hinten einen weiteren Innenverteidiger aufstellen. Deswegen bezweifle ich auch die ganze Zeit einen Gintertransfer, er macht als gelernter Innenverteidiger keinen Sinn. Und ein Spieler der "auch" im defensiven Mittelfeld spielen kann ist dann für die freie Position als Kehlnachfolger einfach unpassend besetzt, da sollte man dann schon einen gelernten DM hinstellen. Und Mats Hummels hat in einem Interview passend dazu gesagt, dass er angesichts seiner Spielstärke durchaus auch zentral vor der Abwehr spielen könnte, er aber seine gesamte Muskulatur von Kraft auf Ausdauer umstellen müsste, was Monate braucht. Nicht wirklich realistisch, dass wir das bei Ginter machen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von MattesSammer am 11.04.2014 um 09:43 Uhr bearbeitet
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