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BVB - Finanzen

28.01.2014 - 10:06 Uhr
BVB - Finanzen |#741
22.11.2024 - 09:49 Uhr
Zitat von Tremonia_Alex
Ich weiss es ist hier regelmäßig Thema, aber mir lässt es irgendwie keine Ruhe, da ich auf dem Gebiet der Finanzen schlichtweg unwissend bin.

Wir haben einen Umsatz von 400/500 Mio. je nach Transfereinnahmen. 500 Mio. exklusive Transfers wurden ja mal erreicht bzw. sind dauerhaft Ziel laut Watzke.

Jetzt wurde vor ein paar Tagen öffentlich, dass im Winter nichts mehr gemacht wird, weil u.g. das Budget im Sommer komplett verblasen wurde. Man konnte herauslesen, dass nur was geht wenn z.B. Malen verkauft werden kann.

Meine simple Frage nun: Woran liegt das?

Bei solch einem Umsatz müsste doch viel mehr Geld auf der hohen Kante liegen.
Die Werbeeinnahmen sind in schwierigen Zeiten doch scheinbar gut. Das Stadion ist immer voll.
Fehlt viel im Merchandising? Sind die Personalkosten zu hoch? Wobei ich in diesem Punkt ja immer lese das die Quote in dem Bereich auch super ist.

Ich würde als Laie einfach nur gerne verstehen wieso wir so knapp bei Kasse sind bei einer halben Milliarde Umsatz jedes Jahr.


Die Personalkostenquote ist ok, aber nicht super. Super wäre sie, wenn der Kader problemloser in die CL käme und hie und da ein paar Euro zurückgelegt werden können. Das ist offensichtlich nicht der Fall und lässt sich auch recht gut veranschaulichen:

Saison | Personalkostenquote (mit Transfers) | PKQ (ohne Transfers) | Finanzmittelfonds
13/14 | 41,3% | 42,1% | 17,85 Mio.
14/15 | 42,7% | 44,7% | 53,74 Mio.
15/16 | 37,3% | 49,9% | 51,72 Mio.
16/17 | 43,9% | 54,2% | 49,30 Mio.
17/18 | 34,8% | 59,6% | 59,46 Mio.
18/19 | 41,8% | 55,4% | 55,87 Mio.
19/20 | 43,6% | 58,1% | -4,71 Mio.
20/21 | 60,4% | 64,5% | 1,73 Mio.
21/22 | 50,1% | 65,8% | 10,57 Mio.
22/23 | 45,8% | 56,5% | 4,50 Mio.
23/24 | 42,0% | 52,7% | 4,36 Mio.

2014 waren die Schulden, die unter Meier/Niebaum angehäuft wurden, endlich wieder abgetragen. Dazu gab es die erste Kapitalerhöhung unter Watzke im selben Jahr, die letztendlich viel Cash einbrachte, wodurch der Finanzmittelfonds - umgangssprachlich auch als Festgeldkonto bekannt - in die Höhe schoss, obwohl die Personalkosten bereits Stück für Stück anstiegen. 2019 beschloss man dann das Festgeldkonto aufzulösen und in den Kader zu investieren, da man sich offenbar über teure Verkäufe im Risiko abgesichert sah.

Dummerweise rächte sich das, weil in der Saison unerwartet die Pandemie aufkam und dadurch die Umsätze massiv einbrachen, aber der Kostenapparat enorm angehoben wurde. Teilweise wurde das dann 2021 über eine weitere Kapitalerhöhung aufgefangen, aber die Investitionen von damals hängen uns immer noch massiv nach, indem man vor allem in alte Beine investierte - was streng genommen kein Invest ist - und die jungen Beine vielfach schon wieder zu Geld gemacht wurden, ohne aber damit die Kosten wieder komplett in den Griff zu bekommen, wodurch man auf dem Transfermarkt nicht mal vollständig ausgeben kann, was man einnimmt.

Zwar sind wir hier wieder auf einem guten Weg, aber noch nicht dort angekommen, wo man hin muss, um aus dem operativen Geschäft finanziellen Speck ansetzen zu können. Gerade auch deswegen, da man bedenken muss, dass wir letzte Saison durch das CL Finale Sondereffekte im Umsatz haben, die keine Normalität darstellen. Zumal die Sondereffekte in den letztjährigen Kosten durchaus dafür sprechen, dass in zusätzlichen Spielen für den BVB gar nicht so viel mehr Gewinn steckt. Entsprechend ist man bei den Personalkosten eben weiterhin nicht ganz angekommen, wo man hin sollte, relativ zum regelmäßigen Umsatz.
BVB - Finanzen |#742
22.11.2024 - 12:11 Uhr
Zitat von MrSimpson
Zitat von ollabohm

Zitat von Tremonia_Alex

besten Dank für den tollen Beitrag.

Das zeigt ja, dass man schon ein Stück weit am Maximum läuft und definitiv einige falsche Entscheidungen getroffen hat.
Natürlich ist zu erwähnen, dass niemand etwas für Corona kann, owbohl da viel durch die Erhöhung abgefedert wurde.

Was mir Sorge macht sind so weitere Transfers in "alte beine" wie du es formulierst.
Süle/bensebaini (wenn auch ablösefrei aber mit dickem Handgeld und dickem gehalt), Sabitzer, Anton, Guirassy (hier aber sportlich absoluter Mehrwert)


Da würde mich nun die Statistik zur aktuellen Saison interessieren. Mit Hummels, Reus & Co haben uns ja auch Topverdiener verlassen. Sollte man es schaffen nach der Saison noch Haller, Can, Süle und Sabitzer abzugeben würde es vom Gehalt her wenigstens wieder in geregelten Bahnen verlaufen. Was Sorgen bereitet ist, dass nur noch wenige Spieler da sind, die ordentlich Ablöse generieren würden bzw überhaupt internationales Interesse erwecken. Kobel, Adeyemi, Schlotterbeck und JBG. Das wars. Malen findet keinen Club, der über uns anzusiedeln ist oder wenigstens mehr Gehalt zahlt aus der PL und um die 35mio auf den Tisch legt.
Das ist es was ich besorgniserregend finde. Es wurde sich in den vergangenen Jahren immer beschwert, dass man Leistungsträger, die für teuer Geld verkauft wurden, nicht halten könne. Mittlerweile gibt es kaum Leistungsträger und selbst wenn man wollte, holt sie uns keiner ab. Es muss wieder auf Spieler unter 23 bei den Neuzugängen gesetzt werden. Sollte mal ein erfahrener zum Nulltarif zu haben sein, kann man das machen, aber der Fokus sollte auf talentierten entwicklungsfähigen Spielern liegen. Selbst Chelsea oder PSG haben das erkannt und handeln mittlerweile so.


Du solltest aber nicht vergessen, daß für die von Dir Genannten auch Ersatz her müsste.
Da werden dann neben Ablösen und Gehältern auch wieder die Nebenkosten fällig, die man gerne bei all der Rechnerei vergisst.
Ich weiß jetzt nicht wie Beraterkosten verbucht werden, oder Handgelder.
Ich glaube mich erinnern zu können, daß Handgelder über die Gehälter verbucht werden, kann mich aber auch völlig irren.
Insgesamt wird es aber wohl so sein, daß man sicher Geld einsparen wird.
Moukoko würde ich übrigens mit in die Auflistung nehmen. Für den hat man 23/24 auch noch Gehalt bezahlt.


Es lohnt sich hier m.E. immer nicht nur die eigentlichen Gehaltskosten heranzuziehen, sondern die gesamten wirtschaftlichen Aufwendungen pro Spieler pro Jahr zu nehmen. Also konkret die Gehaltsaufwendungen plus die Abschreibungen auf eine eventuell gezahlte Ablöse. Dies ergibt dann im Prinzip auch das Budget für den Nachfolger, wenn man mal unterstellt dass keine Einsparungen erforderlich sind.

Beim ablösefreien Süle liegen die Kosten nach Medienberichten wohl bei 12 bis 14 Mio. (nur Gehalt) pro Jahr. Bei Haller setzt sich die jährliche wirtschaftliche Belastung aus dem Gehalt von 10 Mio. und der jährlichen Abschreibung von 8 Mio. zusammen, sodass man hier insgesamt bei 18 Mio. liegt.

Potential für Einsparungen bzw. Budget-Umschichtungen auf andere Positionen bietet insbesondere Haller, der bereits ersetzt wurde und auf dessen Position kein weiterer Bedarf besteht.

Bei einem Austausch von Süle wird man wohl nur geringfügig an Budget reduzieren können, ein benötigter Ersatz wird eine ähnliche wirtschaftliche Belastung mit sich bringen (ggf. aber auch die Möglichkeit einer sportlichen Verbesserung), wenn man einmal Anton als Referenzgröße heranzieht mit 11 bis 12 Mio. Gesamtkosten (6 Mio. Gehalt plus 5,5 Mio. Abschreibung).
BVB - Finanzen |#743
22.11.2024 - 19:21 Uhr
Ich habe mir mal überlegt wie viel Geld man tatsächlich weniger nach einem verpassen der CL zur Verfügung hätte. Ist natürlich nur eine Schätzung/Milchmädchenrechnung die sicherlich nicht 100% genau ist. Dennoch bin ich von meinen Schlussfolgerungen grundsätzlich überzeugt.

Aktuell verdient man in der CL, vorausgesetzt man schafft es ins Achtelfinale, irgendetwas zwischen 80 und 90 Millionen € (Rechner). Im Geschäftsbericht 23/24 wurden 89,1 Millionen € genannt. Neben diesen Einnahmen gibt es dann noch die 5 Heimspiele und schwer abschätzbare Sponsorengelder.

Qualifiziert man sich für die Europa-League sind diese Einnahmen natürlich geringer. Schafft man es ins Viertelfinale hat man ungefähr 15 Millionen € Einnahmen aus Preisgeld und weitere ~15 Millionen (ich habe mich hier an den Einnahmen der Roma aus dem Jahr 22/23 orientiert) aus vom Koeffizient abhängigen Rängen.

Hinzu kommt mindestens die gleiche Anzahl an Heimspielen (tendenziell sogar mehr) und geringere Sponsoreneinnahmen durch nicht Auszahlung von Prämien. Bei den Sponsoreneinnahmen finde ich im Geschäftsbericht keine genauen Zahlen zur genauen Höhe der Erfolgsboni, ich würde aber schätzen das die rund 147 Millionen € aus Werbung zurück gehen würden. Die ausbleibenden Einnahmen werden sich allerdings auf die Jahre 24/25 und 25/26 aufteilen. Ebenfalls werden einnahmen aus Merchandising sicherlich etwas zurückgehen. In kompletter Summe rechne ich hier mit 20-30 Millionen weniger Einnahmen (wäre prozentual ähnlich mit den von Dortmund gezahlten Boni) über beide Jahre Verteilt.
Gleichzeitig müssen aber auch geringere Prämien an Spieler gezahlt werden (Rang 5 oder 6 in der BL + Europa-League). Im Geschäftsbericht werden Bonuszahlungen des Jahres 22/23 (Platz 2 BL, CL-Achtelfinale) in höhe von ~25 Millionen € genannt und um im Jahr 23/24 (Platz 5 BL, CL Qualifikation und CL-FInale) in höhe von ~33 Millionen genannt. Hier erwarte ich Einsparungen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags im Jahr 24/25 (Platz 5 BL, keine CL-Qualifikation und CL-Achtelfinale) und Einsparungen in ähnlicher Höhe im Geschäftsjahr 25/26 (hoffentlich wieder CL Qualifikation aber EL-Bonuszahlungen anstelle CL-Bonuszahlungen).
Ich behaupte hier einfach mal das die Einsparungen auf der Kostenseite ungefähr mit den Rückgängen auf der Einnahmenseite übereinstimmen. Individuelle Leistungsabhängige Bonuszahlungen werden natürlich weiterhin gezahlt allerdings dürften diese, nach einer schlechteren Saison in der BL und CL, auch geringer ausfallen.

Bleibt also eine ungefähre Differenz von 50-60 Millionen bei den Internationalen TV-Einnahmen, welche sich durch besseres/schlechteres Abschneiden in CL oder EL natürlich verändern kann. Die Erlöse pro Heimspiel werden denke ich ähnlich sein. Gleichzeitig halte ich es aber für wahrscheinlich 1-2 Heimspiele mehr zu bekommen in etwa Mehreinnahmen von ~2-2.5 Millionen € pro Spiel entsprechen würde.

Welche Bedeutung hat diese Differenz nun für den Verein? Die genannten 50-60 Millionen Euro entsprechen ungefähr dem Investitionsvolumen der aktuellen Saison auf dem Transfermarkt, wenn das Handgeld für Guirassy eingerechnet wird. Die 'fixen' Kosten, so meine Erwartung, sollten insgesamt ebenfalls nicht wachsen und tendenziell sogar sinken. Laut Capology hat man fixe Gehaltskosten i.h.v. 111 Millionen Euro in der aktuellen Saison vergleichen mit den 133 Millionen Euro (125 fixe Gehälter + 8 für Leihen) Personalkosten des Jahres 23/24. Gleichzeitig gibt es allerdings weitere 20-25 Millionen Kosten durch die Kaufpflicht für Yan Couto. Ebenfalls kommen viele der verliehen Spieler wieder. Allerdings kann man sicherlich einige von ihnen erneut verleihen um Personalkosten zu sparen. Auf der Einnahmenseite für das Jahr 24/25 erwarte ich zwar keine Wiederholung der 509 Millionen Euro des Jahres 23/24, allerdings wird der Rückgang durch den höheren Einnahmenschlüssel der Champions League überschaubar sein (Club WM mal schauen, rechne da aktuell mit 0€). Im Jahr 25/26 wird dann der Einbruch auf der Erlösseite zu sehen sein.
Insgesamt fehlt einem dann in dem einen Jahr Europa-League oder in dem Jahr danach, je nachdem ob man die erwarteten Einnahmen oder die vergangen Einnahmen als Investitionsgrundlage nimmt, Geld um in den Kader ohne Einnahmen zu investieren. Allerdings gehe ich nicht davon aus das man auf Transferüberschüsse angewiesen sein wird um die schwarze Null zu halten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Circial am 22.11.2024 um 19:23 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#744
23.11.2024 - 09:53 Uhr
Zitat von Holzschuh85
Moin!
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Transfers der letzten zehn Jahre zu listen und finanziell auszuwerten (Zumindest bis Stand Sommer '24).
Ich habe dabei den Zeitraum betrachtet, den die Spieler bei uns waren, wieviel sie für diese Zeit im Paket gekostet haben (Ungenauigkeiten sind klar, Handgelder liegen weitgehend im Dunkeln, aber die grobe Richtung dürfte zumindest stimmen), welchen Erlös sie beim Weggang brachten (gewertet habe ich nur 70% der Ablösen wegen Steuern etc.), zudem wie viel sie pro gespielter Minute gekostet haben.
Hier schonmal meine Liste der größten Geldverschlinger und -bringer der letzten zehn Jahre:

"Verschlinger": Anz. Jahre I Kostenpaket (Mio) I Kosten/min I Erlöse (Mio) I Alter bei Abgang I Saldo (Mio)
Hummels 5 I 74,5 I 4,8 I - I 35 I -74,5
Can 5 I 67 I 5,7 I - I noch da I -67
Götze 4 I 65 I 10,4 I - I 28 I -65
Witsel 4 I 63,5 I 4,9 I - I 33 I -63,5
Brandt 5 I 60 I 4,3 I - I noch da I -60

"Bringer": Anz. Jahre I Kostenpaket (Mio) I Kosten/min I Erlöse (Mio) I Alter bei Abgang I Saldo (Mio)
Dembélé 1 I 38 I 11,2 I 135 I 20 I 56,5
Bellingham 3 I 40 I 3,7 I 113 I 20 I 39,1
Sancho 4 I 30 I 3,0 I 85 I 21 I 29,5
Merino 1 I 4,5 I 15,0 I 10 I 21 I 2,5
Haaland 2,5 I 40 I 5,5 I 60 I 22 I 2

Ich würde aber auch gerne - zumindest grob - einbringen, welche Leistungen sie bei uns erbracht haben, damit dieser Gegenwert nicht unter den Tisch fällt und eine solche Liste etwas zielführender darstellt, welche Transfers finanziell für die Füße / Gold wert waren.

Bisherige Idee wäre einen Leistungsfaktor pro Jahr von 0 bis +5 zu nehmen, davon die Summe der gesamten Zeit zu bilden, dann jedem Leistungspunkt ein Wertäquivalent gegenüberzustellen und das finanzielle Saldo damit zu verrechnen.
Gerade der Leistungsfaktor ist aber sehr subjektiv und das Äquivalent (z.B. 3Mio/Leistungspunkt) wirkt sehr aus der Luft gegriffen. Hat jemand da ne clevere Idee/Anmerkung für mich, wie man das angehen könnte ohne wahnsinnig vielschichtig Leistungsindikatoren aufzuschlüsseln und auszuwerten?


Der fairste Leistungsfaktor besteht meiner Meinung nach noch am ehesten in den tatsächlich eingesetzten Minuten. Selbst das hat zwar einige Schwächen, weil auch hier natürlich trainerseitig Subjektivität enthalten ist und die Qualität der gespielten Minuten nicht bewertet wird, aber es wird zumindest mal eine konkrete Leistung damit betrachtet.

Persönlich hatte ich das mal so ähnlich - nur allgemeiner - betrachtet, mit den Daten für Zugänge seit 15/16. Das habe ich nochmal auf den heutigen Stand gebracht, vor dem Spiel heute Mittag. Dabei hatte ich mehrfach stark vereinfacht einen Kostenwert für jeden Spieler berechnet, indem ich gezahlte und eingenommene Ablöse gegenüberstellte sowie Einstiegsgehalt für alle Vertragsjahre, in denen der Spieler tatsächlich beim BVB war (also exklusive Leihen), zusammenrechnete. Das taugt daher auch nur als Richtwert, weil es Ungenauigkeiten hat, unabhängig davon, dass Handgelder nicht betrachtet wurden und die Gehälter im Wesentlichen nur Schätzungen darstellen.

Dabei kam ich auf folgendes Ergebnis, für alle Spieler, die ab Sommer 15/16 verpflichtet wurden und hier nicht mehr unter Vertrag stehen (Alter bei ihrer Verpflichtung):

Altersklasse | Gesamtkosten pro Saison | gespielte Minuten pro Saison | Verweildauer
U20 | -5,63 Mio. | 1310 Minuten | 2,42 Jahre
21-23 | 4,06 Mio. | 1857 Minuten | 2,58 Jahre
24-25 | 8,88 Mio. | 2459 Minuten | 2,73 Jahre
26-29 | 10,38 Mio. | 1749 Minuten | 2,97 Jahre
Ü30 | 8,90 Mio. | 2225 Minuten | 2,71 Jahre
Alle | 2,48 Mio. | 1732 Minuten | 2,61 Jahre

Spieler unter 20 haben in Summe Geld mitgebracht, indem die für sie erhaltene Ablöse ihre Gesamtkosten deutlich überbieten konnte. Dafür haben diese Spieler anteilsmäßig die wenigsten Einsatzminuten erhalten, was wirtschaftlich nicht sinnvoll erscheint, aber darauf zurückzuführen ist, dass die hohen Ablösen von einigen wenigen Spielern reingeholt wurden, wobei von 23 Spielern 20 mit Gewinn verkauft wurden.

Bei den jungen Spielern mit Erfahrung sind bereits keine Gewinne mehr erzielbar, aber die Kosten sind noch recht überschaubar, da bei ihnen die Spielanteile bereits leicht überdurchschnittlich sind.

In der Early Prime spielen die Spieler am meisten, sind relativ loyal, aber die Kosten sind bereits mehr als doppelt so hoch gewesen, wie für junge Spieler mit etwas Erfahrung.

In der Late Prime hat man die höchsten Kosten, nur durchschnittliche Einsatzminuten und daher eine ungewollt hohe "Loyalität", die eher den Gehaltsschecks gelten dürfte als dem Verein per se. Vor allem hier hat man teilweise dramatisch überbezahlt.

Die Ü30 Spieler waren demgegenüber von den Kosten und Einsatzzeiten vergleichbar mit den Spielern aus der Early Prime. Was im Endeffekt dann auch dafür spricht, dass man entweder in der Early Prime oder bei den Ü30 Spielern zu häufig überbezahlt hat, falls nicht bei beiden.
BVB - Finanzen |#745
23.11.2024 - 18:03 Uhr
Bei der News "BVB plant ohne Wintertransfers" war ich etwas spät dran. hier passt es aber auch serh gut rein und ich bin mal so frei, den Beitrag rüber zu kopieren. Ein paar zusätzliche Ergänzungen sind drin.


Ich mache jetzt mal den 10. Mann und bringe ein paar Punkte an, die für einen finanziellen Engpass sprechen Könnten:

- Die Gehälter sind nach wie vor sehr hoch. Bei den Grundgehältern hat man etwas gespart, aber entsprechend mehr bei den Prämien bezahlt. So standen 3 Mio eingespartem Gehalt 33 Mio an Prämien gegenüber. Das reduziert die CL Einnahmen entsprechend. Auch in der Führungsebene sind die Gehälter gestiegen und es gibt mehr Personal. Die Gehälter sind dort um 2 Mio gestiegen, Ricken war jedoch noch mit seinem alten Gehalt drin und Mislintat müsste noch gefehlt haben.

- Die Gehälter und Zusatzkosten (z.B. Berater) sind beim BVB traditionell sehr hoch angesiedelt. Ähnlich wie bei Porto oder Benfica, wo der Verein das hohe Scouting- und Gehaltsniveau JEDES Jahr mit 30-35 Mio durch Verkäufe ausgleichen muss, kann es beim BVB gut möglich sein, dass ein "einfacher" Saisonverlauf die aktuellen Gehälter nicht vollständig abdecken kann. Dann ist der Überschuss bei Verkäufen nicht repräsentativ.

- Edit: Gerade mal die Infos zu den Agenten gesucht. Da zahlte der BVB zwischen 2017 und 2022 (6 Jahre) 183 Mio an Gebühren. Das sind stolze 30,5 Mio pro Saison!

- Man konnte im Sommer keine Spieler verkaufen. Keine Leihe ist stand jetzt erfolgreich und wir können davon ausgehen, dass alle Spieler wieder zum BVB zurückkommen werden. Darunter sind auch sehr hohe Gehälter von Haller (10 Mio) und Moukoko (8,5 Mio). Insgesamt kommen Spieler mit 23 Mio Gehalt zum BVB zurück.

- Man will jungen Spieler eine Chance geben. Verkauft dann aber Rothe (5 Mio), Blank (4 Mio), Kamara (1,7 Mio), Collins (1 Mio), Braaf (1 Mio), Fink (0,8 Mio), Rijkhoff (1,4 Mio) und Brunner (4 Mio). So hat man in den letzten Jahren knapp 20 Mio durch die Jugendspieler eingenommen, während man auf den Profis sitzen blieb.

- Verlagerung von Ausgaben in die Zukunft. Bei Couto wurde eine Klausel eingebaut, die leicht zu bedienen war. Also ging es schlicht darum, die Ablöse (25 Mio) in die Zukunft zu schieben. Ähnlich scheint der "Rothe-Kredit": Man bekommt jetzt 5 Mio und kann den Spieler dann in 2 Jahren für 9 Mio (?) zurückkaufen.

- Auch bei Blank die gleiche Geschichte. Man hat einen Spieler, der wirklich mal 1. Mannschaft spielen kann und verkauft ihn (sportlich) unnötigerweise. Man verkauft Rothe, will aber Kabar die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln. Warum dann nicht gleich Rothe - der viel weiter ist - die gleiche Chance geben?

- Letztes Jahr 5. Platz. Aktuell stehen wir auf Platz 7. Im Pokal zweimal früh raus. Vielleicht träumt man da eher im Forum, dass man noch Top-2 in Deutschland ist, obwohl man nicht einmal mehr sicher Top-4 ist. Da drohen einfach große Gelder für einige Jahre wegzufallen. Leipzig und Leverkusen sind klar vor uns. Mag sich ändern, wenn Alonso zusammen mit Wirtz nach der Saison geht. Aber Stand jetzt sind diese Teams vor uns. Freiburg und Frankfurt spielen beide eine konstante Saison bisher. Dazu ist Stuttgart ein Team, das vor dem BVB stehen kann.

- Der Kader ist nicht mehr so gut, wie man glaubt, dass er ist. Das sieht man auch an den wenigen Gerüchten zu BVB Spielern. Kobel, Schlotterbeck, Adeyemi, Gittens und Malen. Das sind die begehrten. Da ist aber kein 50 Mio+ Mann mehr mit dabei. Für viele Andere im Team wird es nicht einmal Angebote geben. Das sah man ja schon in der letzten Transferperiode.

Das sind einfach mal ein paar gesammelte Argumente, die erklären könnten, warum gerade (gefühlt oder zurecht) kein Geld da ist oder einfach nur das Fehlen von Geld belegen könnten. Viel Spaß beim Diskutieren.

Noch nachgereicht: Es gab ja schon häufiger den Fokus auf junge Spieler bei Vereinen. Das war immer dann der Fall, wenn das Geld für mehr nicht da war. Die jungen Wilden vom VfB Stuttgart oder eben auch Jugend forscht (mit dem "Kinderriegel" Subotic - Hummels in der Abwehr) nach der Fast-Pleite.

Edit: Auch der Mitteleinsatz ist ein Problem. Wenn wir nur mal die Gehaltsausgaben für Guirassy, Haller und Moukoko nehmen, dann könnten wir uns finanziell auch einen Kane leisten.
BVB - Finanzen |#746
25.11.2024 - 08:42 Uhr
Zitat von alisander
Zitat von ForzaBorussia

Zitat von Mulli

Zitat von alisander

Zitat von Mulli

Wegen Rheinmetall: Könnte man es sich überhaupt leisten den Deal zu kippen?
Nach meinem Verständnis ist es finanziell doch jetzt schon nicht so gut bestellt, oder?


Die Abstimmung hat gar keine Auswirkung auf den Deal oder das operative Geschäft.


Das war (sorry falls zu kompliziert geschrieben) gar nicht meine Frage.
Ich wollte nur wissen ob man es sich finanziell überhaupt leisten könnte?
Nach meinem Verständnis ist man finanziell nicht unbedingt rosig gebettet und kann gar nicht auf das Geld verzichten.


Man ist finanziell absolut rosig gebettet. Hast dir in den letzten Jahren mal die Geschäftsberichte angeschaut? Man kann locker 50-60 Millionen in Transfers investieren. Und jedes Jahr durchschnittlich 20 Millionen in Stadion und Trainingsgelände. Das könnte man nicht wenn es einem finanziell „nicht rosig“ gehen würde. Da sind die 9 Millionen von Rheinmetall eher Peanuts.


Ich kenne die Zahlen vom RM nicht genau. Aber 9 Mio. Sind niemals Peanuts. Das wäre das Geld für einen Topverdiener bei uns.


Richtig, aber ich denke nicht dass man Rheinmetall ersatzlos streichen würde. Eher würden die durch einen anderen Partner ersetzt, der aber vielleicht weniger zahlt. Im Ergebnis reden wir vielleicht über ca. 2 Mio weniger p.a.. Sicherlich immer noch keine Peanuts, aber weit entfernt davon, dass man sich den "Verzicht" nicht leisten könnte.
Ich persönlich sehe allerdings keinen Grund für einen Verzicht, ist für mich in weiten Teilen nur wieder Empörungsgesellschaft "at its best".
BVB - Finanzen |#747
25.11.2024 - 14:51 Uhr
Zitat von Raumgewinn
Zitat von Holzschuh85

Zitat von Finn84

Zitat von alisander

Zitat von ForzaBorussia

Zitat von Mulli

Zitat von alisander

Zitat von Mulli

Wegen Rheinmetall: Könnte man es sich überhaupt leisten den Deal zu kippen?
Nach meinem Verständnis ist es finanziell doch jetzt schon nicht so gut bestellt, oder?


Die Abstimmung hat gar keine Auswirkung auf den Deal oder das operative Geschäft.


Das war (sorry falls zu kompliziert geschrieben) gar nicht meine Frage.
Ich wollte nur wissen ob man es sich finanziell überhaupt leisten könnte?
Nach meinem Verständnis ist man finanziell nicht unbedingt rosig gebettet und kann gar nicht auf das Geld verzichten.


Man ist finanziell absolut rosig gebettet. Hast dir in den letzten Jahren mal die Geschäftsberichte angeschaut? Man kann locker 50-60 Millionen in Transfers investieren. Und jedes Jahr durchschnittlich 20 Millionen in Stadion und Trainingsgelände. Das könnte man nicht wenn es einem finanziell „nicht rosig“ gehen würde. Da sind die 9 Millionen von Rheinmetall eher Peanuts.


Ich kenne die Zahlen vom RM nicht genau. Aber 9 Mio. Sind niemals Peanuts. Das wäre das Geld für einen Topverdiener bei uns.


Richtig, aber ich denke nicht dass man Rheinmetall ersatzlos streichen würde. Eher würden die durch einen anderen Partner ersetzt, der aber vielleicht weniger zahlt. Im Ergebnis reden wir vielleicht über ca. 2 Mio weniger p.a.. Sicherlich immer noch keine Peanuts, aber weit entfernt davon, dass man sich den "Verzicht" nicht leisten könnte.
Ich persönlich sehe allerdings keinen Grund für einen Verzicht, ist für mich in weiten Teilen nur wieder Empörungsgesellschaft "at its best".


Eine Abstimmung gegen den Deal ist keine Empörungsgeschichte, sondern eine mit Signalwirkung.
Du hast selbst erklärt, dass der Deal nicht notwendig war und auch keine großen Sprünge zulässt.
Man hat also gezeigt, dass man dagegen ist
a) mit Rüstungspartnern zu kooperieren
b) moralisch streitbare Deals zu machen, die wirtschaftlich keine große Relevanz haben
c) BVB-Gremien an der Basis vorbei entscheiden zu lassen

Vermutlich wird das an dem bestehenden Deal nichts mehr groß ändern, aber eine Verlängerung der Zusammenarbeit ist damit quasi vom Tisch (wenn das überhaupt zur Debatte gestanden hätte) und die Verantwortlichen werden daran erinnert, dass wirtschaftlich sinnvolle Deals beim BVB nicht nur verantwortungsvoll geprüft, sondern auch moralisch gewichtet und mit den Werten des BVB in Einklang gebracht werden müssen.

Watzke hat gestern ja nochmal explizit darauf hingewiesen, dass der BVB einen immensen Standortnachteil gegenüber anderen großen Vereinen hat. Deshalb ist man als Verein natürlich immer wieder in der Bredouille, lukrative Deals an Land zu ziehen, die gleichzeitig auch noch moralisch vertretbar sind. Eine klare Gegenstimme von der Basis ist für mich daher unerlässlich und somit der abgelaufene Prozess für mich auch absolut angemessen.


Was genau hat der BVB denn für Standortnachteile gegenüber anderen Großclubs?

Keine provokante Frage, bin ehrlich interessiert an dem Sachverhalt smile Geht es um die große Dichte an Fußballvereinen in NRW/den Ruhrgebiet?


Hast es Dir doch selbst erklärt. Leipzig, München - mit Abstrichen Hamburg und Berlin müssen Ihre Fanbase potentielle Sponsoren, Nachwuchsabteilungen mit viel weniger professionellen Fußballvereinen in der unmittelbaren Umgebung teilen.
BVB - Finanzen |#748
26.11.2024 - 07:57 Uhr
Zitat von Raumgewinn
Zitat von Finn84

Zitat von Raumgewinn

Zitat von Holzschuh85

Zitat von Finn84

Zitat von alisander

Zitat von ForzaBorussia

Zitat von Mulli

Zitat von alisander

Zitat von Mulli

Wegen Rheinmetall: Könnte man es sich überhaupt leisten den Deal zu kippen?
Nach meinem Verständnis ist es finanziell doch jetzt schon nicht so gut bestellt, oder?


Die Abstimmung hat gar keine Auswirkung auf den Deal oder das operative Geschäft.


Das war (sorry falls zu kompliziert geschrieben) gar nicht meine Frage.
Ich wollte nur wissen ob man es sich finanziell überhaupt leisten könnte?
Nach meinem Verständnis ist man finanziell nicht unbedingt rosig gebettet und kann gar nicht auf das Geld verzichten.


Man ist finanziell absolut rosig gebettet. Hast dir in den letzten Jahren mal die Geschäftsberichte angeschaut? Man kann locker 50-60 Millionen in Transfers investieren. Und jedes Jahr durchschnittlich 20 Millionen in Stadion und Trainingsgelände. Das könnte man nicht wenn es einem finanziell „nicht rosig“ gehen würde. Da sind die 9 Millionen von Rheinmetall eher Peanuts.


Ich kenne die Zahlen vom RM nicht genau. Aber 9 Mio. Sind niemals Peanuts. Das wäre das Geld für einen Topverdiener bei uns.


Richtig, aber ich denke nicht dass man Rheinmetall ersatzlos streichen würde. Eher würden die durch einen anderen Partner ersetzt, der aber vielleicht weniger zahlt. Im Ergebnis reden wir vielleicht über ca. 2 Mio weniger p.a.. Sicherlich immer noch keine Peanuts, aber weit entfernt davon, dass man sich den "Verzicht" nicht leisten könnte.
Ich persönlich sehe allerdings keinen Grund für einen Verzicht, ist für mich in weiten Teilen nur wieder Empörungsgesellschaft "at its best".


Eine Abstimmung gegen den Deal ist keine Empörungsgeschichte, sondern eine mit Signalwirkung.
Du hast selbst erklärt, dass der Deal nicht notwendig war und auch keine großen Sprünge zulässt.
Man hat also gezeigt, dass man dagegen ist
a) mit Rüstungspartnern zu kooperieren
b) moralisch streitbare Deals zu machen, die wirtschaftlich keine große Relevanz haben
c) BVB-Gremien an der Basis vorbei entscheiden zu lassen

Vermutlich wird das an dem bestehenden Deal nichts mehr groß ändern, aber eine Verlängerung der Zusammenarbeit ist damit quasi vom Tisch (wenn das überhaupt zur Debatte gestanden hätte) und die Verantwortlichen werden daran erinnert, dass wirtschaftlich sinnvolle Deals beim BVB nicht nur verantwortungsvoll geprüft, sondern auch moralisch gewichtet und mit den Werten des BVB in Einklang gebracht werden müssen.

Watzke hat gestern ja nochmal explizit darauf hingewiesen, dass der BVB einen immensen Standortnachteil gegenüber anderen großen Vereinen hat. Deshalb ist man als Verein natürlich immer wieder in der Bredouille, lukrative Deals an Land zu ziehen, die gleichzeitig auch noch moralisch vertretbar sind. Eine klare Gegenstimme von der Basis ist für mich daher unerlässlich und somit der abgelaufene Prozess für mich auch absolut angemessen.


Was genau hat der BVB denn für Standortnachteile gegenüber anderen Großclubs?

Keine provokante Frage, bin ehrlich interessiert an dem Sachverhalt smile Geht es um die große Dichte an Fußballvereinen in NRW/den Ruhrgebiet?


Hast es Dir doch selbst erklärt. Leipzig, München - mit Abstrichen Hamburg und Berlin müssen Ihre Fanbase potentielle Sponsoren, Nachwuchsabteilungen mit viel weniger professionellen Fußballvereinen in der unmittelbaren Umgebung teilen.


Dachte es steckt vielleicht noch mehr als "nur" das dahinter smile Aber danke für die Antwort


Insgesamt ist die Stadt Dortmund halt in keinster Weise Konkurrenzfähig mit den Metropolen Europas.
Einfach immense Standortnachteile hinsichtlich der Lebensqualität, Wirtschaftskraft, Glamour, Anziehungskraft und damit auch Sponserenverfügbarkeit und Attraktivität des gesamten Standorts.
Wer würde denn Ernsthaft auf die Idee kommen ein Wochenendtrip wegen der Stadt Dortmund zu machen und das dann mit dem BVB verbinden? Vermutlich niemand.
Wenn dann kommen Ausländer, auf Grund der Strahlkraft des Vereins.
Wenn du dir mal die Europäischen Top Clubs anschaust (London, Madrid, Mailand, Turin, München, Paris, Barcelona…)ist die Stadt Dortmund da halt absolutes Schlusslicht, was das angeht.
Diese Städte sind einfach größer und bekannter als die Clubs selber, in Dortmund ist der Club gefühlt bekannter und interessanter als die Stadt selber.
BVB - Finanzen |#749
26.11.2024 - 08:43 Uhr
Zitat von Triplefeld

Zitat von BeinGespielt

Mal abgesehen von eurem Erdkundeunterricht, hat schon einer die neuen Zahlen aufgedröselt?
Hieß es nicht, dass wir Personalkosten einsparen wollen und - angeblich- ist dieser Posten um weitere 32 Millionen gestiegen? Überrascht
Das wäre nach ganzen Abgängen absoluter Irrsinn.




So wie ich es verstanden habe fallen die Leihen noch in den QB 1.


In der Meldung zu den Zahlen des 1. Quartals steht zu den Personalkosten:

"Die Personalaufwendungen im Konzern verringerten sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres von EUR 61,8 Mio. um EUR 2,9 Mio. auf EUR 58,9 Mio."

Ein Rückgang von knapp 5%. Wobei das erste Quartal hier nicht ganz so aussagekräftig ist, da hier noch die Monate Juli und August enthalten sind und das Transferfenster erst gegen Ende August schließt und es noch zu kleineren Verschiebungen aufgrund von Ab- und Zugängen kommen kann. So war keiner der Neuzugänge bereits per 1. Juli unter Vertrag, Anton kam Anfang, Guirassy Mitte Juli dazu, Groß, Couto und Beier sogar erst im August. Bei den Abgängen waren die ablösefreien Abgänge der Großverdiener Hummels, Reus und Wolf bereits zum 30.06. durch, spielen also keine Rolle mehr. Füllkrug hingegen wechselte Anfang August, Moukoko, Haller und Özcan sogar erst kurz vor Transferschluss Ende August.

Man wird auf das Halbjahr bzw. die Zahlen aus dem 2. Quartal warten müssen. Die Tendenz wäre ja schon mal positiv, sollte man über das ganze Jahr den Personalaufwand um knapp 5% reduzieren können, wäre das ein richtiger und lange überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Immerhin schleppt man den strukturell zu hohen (zu hoch im Sinne eines deutlich nicht passenden Preis-Leistungsverhältnisses) bereits seit dem Sommer 2016 mit sich herum, als mit Schürrle, Götze und Rode die ersten gewichtigen Transfers von Spielern getätigt wurden, die extrem teuer, sportlich ziemlich unwirksam und nahezu unverkäuflich waren. Erstaunlich -aber auch hier ist der BVB kein Einzelfall- wie schwierig und langwierig es ist, so einer Unwucht wirklich entgegenzutreten und diese wieder zurückzudrehen (wir haben zwar erst das erste Quartal gesehen, ich bin aber mal vorsichtig optimistisch).
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Nic am 26.11.2024 um 08:48 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#750
26.11.2024 - 08:49 Uhr
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Zitat von Mulli

Zitat von alisander

Zitat von Mulli

Wegen Rheinmetall: Könnte man es sich überhaupt leisten den Deal zu kippen?
Nach meinem Verständnis ist es finanziell doch jetzt schon nicht so gut bestellt, oder?


Die Abstimmung hat gar keine Auswirkung auf den Deal oder das operative Geschäft.


Das war (sorry falls zu kompliziert geschrieben) gar nicht meine Frage.
Ich wollte nur wissen ob man es sich finanziell überhaupt leisten könnte?
Nach meinem Verständnis ist man finanziell nicht unbedingt rosig gebettet und kann gar nicht auf das Geld verzichten.


Man ist finanziell absolut rosig gebettet. Hast dir in den letzten Jahren mal die Geschäftsberichte angeschaut? Man kann locker 50-60 Millionen in Transfers investieren. Und jedes Jahr durchschnittlich 20 Millionen in Stadion und Trainingsgelände. Das könnte man nicht wenn es einem finanziell „nicht rosig“ gehen würde. Da sind die 9 Millionen von Rheinmetall eher Peanuts.


Ich kenne die Zahlen vom RM nicht genau. Aber 9 Mio. Sind niemals Peanuts. Das wäre das Geld für einen Topverdiener bei uns.


Richtig, aber ich denke nicht dass man Rheinmetall ersatzlos streichen würde. Eher würden die durch einen anderen Partner ersetzt, der aber vielleicht weniger zahlt. Im Ergebnis reden wir vielleicht über ca. 2 Mio weniger p.a.. Sicherlich immer noch keine Peanuts, aber weit entfernt davon, dass man sich den "Verzicht" nicht leisten könnte.
Ich persönlich sehe allerdings keinen Grund für einen Verzicht, ist für mich in weiten Teilen nur wieder Empörungsgesellschaft "at its best".


Eine Abstimmung gegen den Deal ist keine Empörungsgeschichte, sondern eine mit Signalwirkung.
Du hast selbst erklärt, dass der Deal nicht notwendig war und auch keine großen Sprünge zulässt.
Man hat also gezeigt, dass man dagegen ist
a) mit Rüstungspartnern zu kooperieren
b) moralisch streitbare Deals zu machen, die wirtschaftlich keine große Relevanz haben
c) BVB-Gremien an der Basis vorbei entscheiden zu lassen

Vermutlich wird das an dem bestehenden Deal nichts mehr groß ändern, aber eine Verlängerung der Zusammenarbeit ist damit quasi vom Tisch (wenn das überhaupt zur Debatte gestanden hätte) und die Verantwortlichen werden daran erinnert, dass wirtschaftlich sinnvolle Deals beim BVB nicht nur verantwortungsvoll geprüft, sondern auch moralisch gewichtet und mit den Werten des BVB in Einklang gebracht werden müssen.

Watzke hat gestern ja nochmal explizit darauf hingewiesen, dass der BVB einen immensen Standortnachteil gegenüber anderen großen Vereinen hat. Deshalb ist man als Verein natürlich immer wieder in der Bredouille, lukrative Deals an Land zu ziehen, die gleichzeitig auch noch moralisch vertretbar sind. Eine klare Gegenstimme von der Basis ist für mich daher unerlässlich und somit der abgelaufene Prozess für mich auch absolut angemessen.


Was genau hat der BVB denn für Standortnachteile gegenüber anderen Großclubs?

Keine provokante Frage, bin ehrlich interessiert an dem Sachverhalt smile Geht es um die große Dichte an Fußballvereinen in NRW/den Ruhrgebiet?


Hast es Dir doch selbst erklärt. Leipzig, München - mit Abstrichen Hamburg und Berlin müssen Ihre Fanbase potentielle Sponsoren, Nachwuchsabteilungen mit viel weniger professionellen Fußballvereinen in der unmittelbaren Umgebung teilen.


Dachte es steckt vielleicht noch mehr als "nur" das dahinter smile Aber danke für die Antwort


Insgesamt ist die Stadt Dortmund halt in keinster Weise Konkurrenzfähig mit den Metropolen Europas.
Einfach immense Standortnachteile hinsichtlich der Lebensqualität, Wirtschaftskraft, Glamour, Anziehungskraft und damit auch Sponserenverfügbarkeit und Attraktivität des gesamten Standorts.
Wer würde denn Ernsthaft auf die Idee kommen ein Wochenendtrip wegen der Stadt Dortmund zu machen und das dann mit dem BVB verbinden? Vermutlich niemand.
Wenn dann kommen Ausländer, auf Grund der Strahlkraft des Vereins.
Wenn du dir mal die Europäischen Top Clubs anschaust (London, Madrid, Mailand, Turin, München, Paris, Barcelona…)ist die Stadt Dortmund da halt absolutes Schlusslicht, was das angeht.
Diese Städte sind einfach größer und bekannter als die Clubs selber, in Dortmund ist der Club gefühlt bekannter und interessanter als die Stadt selber.


Wobei man mit Manchester und Liverpool zwei Städte mit Clubs aus der Weltspitze hat, die auch nicht attraktiver sind als Dortmund. Meiner Meinung nach passt der Verein sehr gut in die Region, weil es im Ruhrgebiet tatsächlich noch sowas wie eine gelebte Fußballkultur gibt. Und die wird nicht ganz unschuldig daran sein, dass zu jedem Spieltag mehr als 80.000 Menschen ins Stadion gehen. Das Stadion wiederum ist ein Aushängeschild des Vereins und macht uns international bekannt.
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