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Peter Bosz
Geburtsdatum 21.11.1963
Alter 62
Nat. Niederlande  Niederlande
Funktion Trainer
Akt. Verein PSV Eindhoven

Peter Bosz [Trainer]

06.06.2017 - 13:06 Uhr
Peter Bosz [Trainer] |#2451
29.09.2017 - 12:26 Uhr
Ich habe gerade keine Zeit für ein ausführliches Posting, fand aber, dass am Mittwoch sehr gut zu sehen war, dass den Spielern nach der ersten Madrid-Chance die Düse ging und sie zu tief standen. Das ist aber genau der Kardinalfehler: Wenn man nicht brutal hoch steht, sondern nur hoch, hat der Gegner a) Zeit für die Pässe in die Schnittstellen und b) trotzdem ausreichend Raum, um in die Schnittstellen einzulaufen. Heißt: Das macht gegen sehr starke Gegner sofort die Taktik hinfällig. Das "wir waren immer einen Schritt zu spät", was nach dem Spiel beklagt wurde, ist exakt ein Symptom von: Wir standen zu tief und waren nicht mutig genug.

Deswegen hat Bosz zurecht auch Kritik an der Spielweise geübt. So seltsam es klingt: wenn der BVB erfolgreich sein möchte international, dann muss die Mannschaft sich trauen, was den Mut zum hohen Stehen angeht wirklich wie Barca in den ersten Pep-Jahren zu spielen. Anders wird es nicht funktionieren - aber das wird m.E. klappen. Wartet mal ab. Dass die Jungs das am Anfang auf dem Platz völlig kontraintuitiv finden und gefühlt 'viel' zu hoch stehen und ständig den Rückwärtsgang einlegen wollen, wenn man gegen Madrid spielt und die einen gerade ausgekontert haben: vollkommen klar. Auf Dauer werden sie das abstellen.

Leider habe ich gerade keine Zeit, um Szenen rauszusuchen. Vergleicht mal die ersten paar Minuten des Madrid-Spiels, dann kommt ein Konter, maximal ein zweiter - und der BVB verliert den Mut. Wenn ihr dann noch die Bundesligaspiele daneben legt, seht ihr genau, dass der BVB tiefer stand (aber eben nicht: Mourinho-Mauer, sondern immer noch hoch) und damit Real genau die nötigen Meter gelassen hat. Das war garantiert nicht die Bosz-Ansage, sondern Angst vor der eigenen Courage, weil die Spielweise so neu ist.

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"der alte Gaukler namens 'Don Quijote'" (mit Dank an Czerkus und THE-GAME)
Peter Bosz [Trainer] |#2452
29.09.2017 - 12:39 Uhr
Zitat von Faxmonkey
Zitat von gelbschreib

Zitat von Sillec

Was viele hier scheinbar wieder vergessen ist das Tuchel auch gut gestartet ist und es am Anfang der Saison hieß Dortmund kann dieses Jahr mithalten. Dann kamen viele Verletzungen dazu und wir haben Punkte liegen lassen. Die aktuelle Situation in der Bundesliga ist doch so, bis auf Gladbach und gegen die haben wir auch in den letzten Jahren gewonnen, war noch keiner in der Bundesliga wirklich stark. Eine Bewertung sollte erst erfolgen wenn wir gegen die stärkere Garde gespielt haben. Was allerdings schon auffällt sind die Interviews von Tottenham und real die alle in etwa das gleiche sagten, wir wussten das sie Schwächen bei Kontern haben und wir durch einfache Schnittstellenpässe reichlich Platz haben werden. Und das darf international meiner Meinung nach nicht passieren da muss schon stückweise die Taktik auf die gegnerische Mannschaft eingestellt werden. Andernfalls wird man doch recht einfach ausgecoacht. Und die abseitsfalle greift oftmals gar nicht weil die gegnerischen Spieler teilweise aus der eigenen Hälfte starten. So viel dazu. Meiner Meinung nach muss man sich einfach auf manche Gegner richtig einstellen und klar erkennen, dass man nicht gegen jeden Gegner das selbe System mit der selben Taktik spielen kann. Ein Aufsteiger der in der zweiten Liga nicht auf Konter gesetzt hat, da er da ja vom mannschaftsgefüge überlegen war, spielt doch auch nicht in der Bundesliga so Offensiv. Oder Mannschaften aus dem unteren Drittel spielen doch auch im Pokal als Favorit anders als gegen „bessere“ Mannschaften in der Liga.


Wenn ich mir die Tabelle und die europäischen Wettbewerbe angucke stelle ich mir die Frage wer denn diese stärkeren Bundesligisten sind. Ist doch alles ein Graus an Mittelmäßigkeit. Zumal: Da Du Tuchel ins Spiel gebracht hast: Viele Punkte hatten wir unter ihm bei den vermeintlich kleinen liegen lassen. Wie passt das dann zusammen? Versteh mich nicht falsch, abgesehen von der Euphorie die bei mir während des Gladbachspiels aufkam sowie der allgemein günstigen Zeit für einen anderen deutschen Meister bin ich weiter nicht restlos von Boszs Fussball überzeugt.


Diese Postion ist vernünftig, es besteht keine Notwendigkeit nach 3 Monaten Amtszeit ein Fazit über einen neuen, auf unserem Niveau unerfahrenen Trainer zu ziehen. Ich möchte deine Position als geduldige Skepsis oder defensiven Optimismus bezeichnen. Ich freue mich einfach, dass es so wirkt als würde das Team auf den Input des Trainers reagieren und wir phasenweise tollen Fußball zeigen, vor allem in dr Liag aber auch gegen Tottenham und Real.
Und jetzt muss man abwarten wie die Entwicklung weitergeht. Wie reagiert er auf die Niederlagen in der CL, an welchen Stellen im Kader wünscht er sich Veränderungen, nutzt er den reichen Erfahrungsschatz der Mitarbeiter im Club, die auf unserem Niveau schon viel miterlebt haben.

Zitat von gelbschreib

Ich finde nur dass diese beiden Argumente nicht zusammenpassen. Deine Kritik am hohen Pressing finde ich auch etwas eigenartig: Unter Klopp haben wir genausohoch gepresst, das an sich ist noch lange kein Kritikpunkt. Klar sieht man bei Kontern manchmal blöd aus, wenn man so hoch steht, aber es hat halt jedes System Vor- und Nachteile. Ein Nachteil muss ein System nicht zwingend schlechter machen als ein anderes. Letztendlich halte ich es da immer noch mit dem Mantra aller Pressingtrainer: Problematisch ist nicht dass man es macht, sondern wie gut man es macht.


Die Systemkritik überrascht mich auch ein wenig, weil wir sowohl unter Klopp als auch unter Tuchel gesehen haben was taktische Änderungen bei formaler Beibehaltung der Grundordnung bewirkt haben.
Tuchel Jahr eins, erste Halbserie: defensiv offen wie ein Scheunentor, Kirmestruppen haben uns zwei oder drei Gegentreffer eingeschenkt. Nach der Winterpause sah das viel besser aus.
Vergleiche dagegen die Umstellung unter Tuchel auf 3/5er Kette, in denen wir nach meinem Geschmack die schlechtesten Spiele abgeliefert haben.

Ich halte die Systemkritik auch für übertrieben. Meiner Meinung nach ist diese auch sachlich falsch. Denn diese extrem offensive Ausrichtung, die einige Bosz attestieren, sehe ich gar nicht so sehr. Aber diesen Ruf hatte Bosz schon weg, bevor er hier antrat.

Dass unsere Abwehr sehr hoch steht, sehe ich ja noch ein. Wobei ich mir auch nicht sicher bin, ob das unter Tuchel und Klopp gegen Real weniger der Fall war.
Ansonsten ist aber die Absicherung unter Bosz, finde ich, ganz gut. Kein Vergleich beispielsweise mit Tuchel's erstem Halbjahr, wo bei Ballbesitz beide AVs zu Außenstürmern wurden.
Zudem ist die Spielanlage auch nicht sonderlich risikoreich: Viel wird über die Flügel eingeleitet, wo Ballverluste nicht so wehtun (aber das Erspielen von Torchancen schwieriger ist). Zudem wird nicht so sehr auf die Kontrolle im DM und ZM geachtet wie unter Tuchel oder noch mehr Pep. Die gefährlichen Ballverluste in diesem Bereich gibt es dadurch seltener.

Ein grundsätzliches Defensivproblem sehe ich bisher noch nicht. Leicht auszuhebeln ist unsere Defensive für mich keinesfalls.

Ja, international haben wir viele Tore kassiert.
Zu Tottenham betont Bosz immer wieder, dass das Spiel nicht so schlecht war wie es gemacht wird. Dass lässt sich auch gut statistisch belegen. So hätte unsere Defensive für die erste Hälfte eigentlich ein großes Lob verdient, da sie normalerweise in gut 9 von 10 Fällen die Null bis zur Halbzeit gehalten hätte (ich beziehe mich dabei auf die statistische Auswertung von Tottenham's Torchancen durch 11tegen11).

Gegen Real hat unsere Defensive tatsächlich gewackelt. Gemäß der individuellen Qualität Reals ist das eigentlich auch absolut zu erwarten und ergeht auch defensiver ausgerichteten Mannschaften nicht unbedingt besser.
Kritik kann daher nur angebracht werden, da wir in den letzten Jahren besser mithalten konnten. Aber war unser Taktik unter Tuchel und Klopp wirklich besser auf Topmannschaften zugeschnitten?
Möglich, für mich aber noch nicht zu beantworten.
Zu dem Spiel gegen Real gibt es auch eine Analyse auf der englischen Seite spielverlagerung.com. Dort wird auch angemerkt, dass bei uns zu wenig Spieler am Pressing beteiligt waren und daher Castro und Götze sowohl Kroos, Modric, als auch Casemiro decken mussten. So konnte sich Madrid teilweise mit einfachen Pässen befreien und es ist dann eben nicht so, dass Real nur aufgrund ihrer individuellen Qualität unser Pressing aushebeln konnte.
Ich glaube kaum, dass Bosz' Plan solche Unterzahl-Situationen im ZM vorsieht. Daher denke ich, dass die Raumaufteilung in Zukunft besser und damit auch der Zugriff gegen ein Madrid etwas leichter sein wird. Jedenfalls war unser Zugriff in der Vergangenheit gegen Real schon mal besser und ich sehe nicht, warum das nicht mit Bosz' Taktik so sein sollte (ein Grund wäre eine zu tief stehende Abwehr zwinker ).
Peter Bosz [Trainer] |#2453
29.09.2017 - 13:18 Uhr
Zitat von Harlekin
Ich habe gerade keine Zeit für ein ausführliches Posting, fand aber, dass am Mittwoch sehr gut zu sehen war, dass den Spielern nach der ersten Madrid-Chance die Düse ging und sie zu tief standen. Das ist aber genau der Kardinalfehler: Wenn man nicht brutal hoch steht, sondern nur hoch, hat der Gegner a) Zeit für die Pässe in die Schnittstellen und b) trotzdem ausreichend Raum, um in die Schnittstellen einzulaufen. Heißt: Das macht gegen sehr starke Gegner sofort die Taktik hinfällig. Das "wir waren immer einen Schritt zu spät", was nach dem Spiel beklagt wurde, ist exakt ein Symptom von: Wir standen zu tief und waren nicht mutig genug.

Deswegen hat Bosz zurecht auch Kritik an der Spielweise geübt. So seltsam es klingt: wenn der BVB erfolgreich sein möchte international, dann muss die Mannschaft sich trauen, was den Mut zum hohen Stehen angeht wirklich wie Barca in den ersten Pep-Jahren zu spielen. Anders wird es nicht funktionieren - aber das wird m.E. klappen. Wartet mal ab. Dass die Jungs das am Anfang auf dem Platz völlig kontraintuitiv finden und gefühlt 'viel' zu hoch stehen und ständig den Rückwärtsgang einlegen wollen, wenn man gegen Madrid spielt und die einen gerade ausgekontert haben: vollkommen klar. Auf Dauer werden sie das abstellen.

Leider habe ich gerade keine Zeit, um Szenen rauszusuchen. Vergleicht mal die ersten paar Minuten des Madrid-Spiels, dann kommt ein Konter, maximal ein zweiter - und der BVB verliert den Mut. Wenn ihr dann noch die Bundesligaspiele daneben legt, seht ihr genau, dass der BVB tiefer stand (aber eben nicht: Mourinho-Mauer, sondern immer noch hoch) und damit Real genau die nötigen Meter gelassen hat. Das war garantiert nicht die Bosz-Ansage, sondern Angst vor der eigenen Courage, weil die Spielweise so neu ist.

So siehts aus! Da würden die ganzen "die standen viel zu hoch"-Kritiker zwar ziemlich blöd aus der Wäsche schauen, wenn man ihnen sagt, dass sie eigentlich höher hätten stehen müssen.. Aber so ist es letztendlich.
Der Fehler an der schlechten Performance liegt nicht an Bosz' System. Das könnte man sagen, wenn alle Spieler sein System gespielt und umgesetzt hätten, aber das war eben nicht der Fall. Da war einfach zu viel Respekt / Angst mit dabei.
Peter Bosz [Trainer] |#2454
29.09.2017 - 13:23 Uhr
Zitat von BlueCheese
Zitat von Harlekin

Ich habe gerade keine Zeit für ein ausführliches Posting, fand aber, dass am Mittwoch sehr gut zu sehen war, dass den Spielern nach der ersten Madrid-Chance die Düse ging und sie zu tief standen. Das ist aber genau der Kardinalfehler: Wenn man nicht brutal hoch steht, sondern nur hoch, hat der Gegner a) Zeit für die Pässe in die Schnittstellen und b) trotzdem ausreichend Raum, um in die Schnittstellen einzulaufen. Heißt: Das macht gegen sehr starke Gegner sofort die Taktik hinfällig. Das "wir waren immer einen Schritt zu spät", was nach dem Spiel beklagt wurde, ist exakt ein Symptom von: Wir standen zu tief und waren nicht mutig genug.

Deswegen hat Bosz zurecht auch Kritik an der Spielweise geübt. So seltsam es klingt: wenn der BVB erfolgreich sein möchte international, dann muss die Mannschaft sich trauen, was den Mut zum hohen Stehen angeht wirklich wie Barca in den ersten Pep-Jahren zu spielen. Anders wird es nicht funktionieren - aber das wird m.E. klappen. Wartet mal ab. Dass die Jungs das am Anfang auf dem Platz völlig kontraintuitiv finden und gefühlt 'viel' zu hoch stehen und ständig den Rückwärtsgang einlegen wollen, wenn man gegen Madrid spielt und die einen gerade ausgekontert haben: vollkommen klar. Auf Dauer werden sie das abstellen.

Leider habe ich gerade keine Zeit, um Szenen rauszusuchen. Vergleicht mal die ersten paar Minuten des Madrid-Spiels, dann kommt ein Konter, maximal ein zweiter - und der BVB verliert den Mut. Wenn ihr dann noch die Bundesligaspiele daneben legt, seht ihr genau, dass der BVB tiefer stand (aber eben nicht: Mourinho-Mauer, sondern immer noch hoch) und damit Real genau die nötigen Meter gelassen hat. Das war garantiert nicht die Bosz-Ansage, sondern Angst vor der eigenen Courage, weil die Spielweise so neu ist.

So siehts aus! Da würden die ganzen "die standen viel zu hoch"-Kritiker zwar ziemlich blöd aus der Wäsche schauen, wenn man ihnen sagt, dass sie eigentlich höher hätten stehen müssen.. Aber so ist es letztendlich.
Der Fehler an der schlechten Performance liegt nicht an Bosz' System. Das könnte man sagen, wenn alle Spieler sein System gespielt und umgesetzt hätten, aber das war eben nicht der Fall. Da war einfach zu viel Respekt / Angst mit dabei.


Ich finde, dass man genau das auch an unserem Aufbauspiel gemerkt hat. Ich kann mich täuschen, aber gefühlt hat Bürki viel viel öfter den Ball hinten raus schlagen müssen weil einfach kein Passspiel bis ins offensive Mittelfeld zustande kam (im Vergleich zur Bundesliga). Gegen Tottenham ist mir das nicht so aufgefallen, da waren wir finde ich aber auch mutiger und haben Tottenham phasenweise regelrecht eingeschnürt. Glaube es lag wirklich, zumindest zum Teil, an dem Respekt vor Reals Offensive.
Peter Bosz [Trainer] |#2455
29.09.2017 - 13:32 Uhr
Zitat von BlueCheese

Zitat von Harlekin

Ich habe gerade keine Zeit für ein ausführliches Posting, fand aber, dass am Mittwoch sehr gut zu sehen war, dass den Spielern nach der ersten Madrid-Chance die Düse ging und sie zu tief standen. Das ist aber genau der Kardinalfehler: Wenn man nicht brutal hoch steht, sondern nur hoch, hat der Gegner a) Zeit für die Pässe in die Schnittstellen und b) trotzdem ausreichend Raum, um in die Schnittstellen einzulaufen. Heißt: Das macht gegen sehr starke Gegner sofort die Taktik hinfällig. Das "wir waren immer einen Schritt zu spät", was nach dem Spiel beklagt wurde, ist exakt ein Symptom von: Wir standen zu tief und waren nicht mutig genug.

Deswegen hat Bosz zurecht auch Kritik an der Spielweise geübt. So seltsam es klingt: wenn der BVB erfolgreich sein möchte international, dann muss die Mannschaft sich trauen, was den Mut zum hohen Stehen angeht wirklich wie Barca in den ersten Pep-Jahren zu spielen. Anders wird es nicht funktionieren - aber das wird m.E. klappen. Wartet mal ab. Dass die Jungs das am Anfang auf dem Platz völlig kontraintuitiv finden und gefühlt 'viel' zu hoch stehen und ständig den Rückwärtsgang einlegen wollen, wenn man gegen Madrid spielt und die einen gerade ausgekontert haben: vollkommen klar. Auf Dauer werden sie das abstellen.

Leider habe ich gerade keine Zeit, um Szenen rauszusuchen. Vergleicht mal die ersten paar Minuten des Madrid-Spiels, dann kommt ein Konter, maximal ein zweiter - und der BVB verliert den Mut. Wenn ihr dann noch die Bundesligaspiele daneben legt, seht ihr genau, dass der BVB tiefer stand (aber eben nicht: Mourinho-Mauer, sondern immer noch hoch) und damit Real genau die nötigen Meter gelassen hat. Das war garantiert nicht die Bosz-Ansage, sondern Angst vor der eigenen Courage, weil die Spielweise so neu ist.

So siehts aus! Da würden die ganzen "die standen viel zu hoch"-Kritiker zwar ziemlich blöd aus der Wäsche schauen, wenn man ihnen sagt, dass sie eigentlich höher hätten stehen müssen.. Aber so ist es letztendlich.
Der Fehler an der schlechten Performance liegt nicht an Bosz' System. Das könnte man sagen, wenn alle Spieler sein System gespielt und umgesetzt hätten, aber das war eben nicht der Fall. Da war einfach zu viel Respekt / Angst mit dabei.


Ich bin froh dass ich nicht der Einzige bin der das so sieht. Ich hatte es schon im STT glaub ich geschrieben: Das weder Fisch noch Fleisch: Weder tief genug zum reinen Verteidigen und konterspiel noch hoch genug, um Real wirklich beim Aufbau unter Druck zu setzen. Insofern verstehe ich diesen Teil der Kritik mit dem zu hoch stehen auch nicht. Es kam aber auch noch dazu, dass der Zugriff nicht so gut war, vielleicht auch weil man nicht hoch genug stand, aber auch, weil man meinem Gefühl nach einige entscheidende Zonen nicht gut genug kontrollierte.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von gelbschreib am 29.09.2017 um 13:34 Uhr bearbeitet
Peter Bosz [Trainer] |#2456
29.09.2017 - 15:09 Uhr
Zitat von Harlekin
Ich habe gerade keine Zeit für ein ausführliches Posting, fand aber, dass am Mittwoch sehr gut zu sehen war, dass den Spielern nach der ersten Madrid-Chance die Düse ging und sie zu tief standen. Das ist aber genau der Kardinalfehler: Wenn man nicht brutal hoch steht, sondern nur hoch, hat der Gegner a) Zeit für die Pässe in die Schnittstellen und b) trotzdem ausreichend Raum, um in die Schnittstellen einzulaufen. Heißt: Das macht gegen sehr starke Gegner sofort die Taktik hinfällig. Das "wir waren immer einen Schritt zu spät", was nach dem Spiel beklagt wurde, ist exakt ein Symptom von: Wir standen zu tief und waren nicht mutig genug.

Deswegen hat Bosz zurecht auch Kritik an der Spielweise geübt. So seltsam es klingt: wenn der BVB erfolgreich sein möchte international, dann muss die Mannschaft sich trauen, was den Mut zum hohen Stehen angeht wirklich wie Barca in den ersten Pep-Jahren zu spielen. Anders wird es nicht funktionieren - aber das wird m.E. klappen. Wartet mal ab. Dass die Jungs das am Anfang auf dem Platz völlig kontraintuitiv finden und gefühlt 'viel' zu hoch stehen und ständig den Rückwärtsgang einlegen wollen, wenn man gegen Madrid spielt und die einen gerade ausgekontert haben: vollkommen klar. Auf Dauer werden sie das abstellen.

Leider habe ich gerade keine Zeit, um Szenen rauszusuchen. Vergleicht mal die ersten paar Minuten des Madrid-Spiels, dann kommt ein Konter, maximal ein zweiter - und der BVB verliert den Mut. Wenn ihr dann noch die Bundesligaspiele daneben legt, seht ihr genau, dass der BVB tiefer stand (aber eben nicht: Mourinho-Mauer, sondern immer noch hoch) und damit Real genau die nötigen Meter gelassen hat. Das war garantiert nicht die Bosz-Ansage, sondern Angst vor der eigenen Courage, weil die Spielweise so neu ist.

Auf dem punkt. Glaube man kann da ruhig auch auf die Bayern verweisen die auch brutal ausgekontert wurden mit erfahrene spieler. Ich bin mir fast sicher dass die bvb höher verloren hätte wenn sie tiefer gestanden hätten. Das hohe pressing konsequent und mit hohe einsatz ausgeführt entlastet die defensive und ist das beste für Bvb. Für Bus parken haben die keine Mannschaft und wäre ein zurückentwicklen
Peter Bosz [Trainer] |#2457
29.09.2017 - 15:16 Uhr
Für mich ist es ganz einfach:

Gegen den englischen Vize-Meister und den amtierenden CL-Titelverteidiger reicht es eben noch nicht.
Das kann man sich eingestehen und das ist für mich zumindest auch absolut unproblematisch.

Da fehlt möglicherweise in manchen Situationen der Mut oder das Vertrauen in das neue System. Das aber ist eine Frage der Zeit, aber es ist auch eine Frage der Qualität des Gegners.

Um für die Spurs oder für Real zu spielen, reicht es nicht aus, ein technisch hochbegabter Kicker zu sein, man braucht auch Schnelligkeit im Kopf, die Spielintelligenz, um Vorgaben des Trainers exakt umsetzen zu können und die gegnerische Taktik auszuhebeln.

Unsere 2 CL-Gegner kann man einfach nicht mit den bisherigen BuLi-Gegnern vergleichen.

Genau an dieser Stelle sollte man dem Trainer und der Mannschaft mehr Zeit geben.

Alle unsere Gegner haben sich mehrere, darunter hochkarätige Chancen herausgespielt bzw. wir haben sie zugelassen/dazu eingeladen.
Aber nur Tottenham und Real haben uns bislang, mMn aufgrund ihrer hohen Qualität an Spielintelligenz, Schnelligkeit und Abschlussstärke, geschlagen.

Da müssen wir einfach noch wachsen und an den richtigen "Schräubchen" drehen.

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Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund
Peter Bosz [Trainer] |#2458
29.09.2017 - 15:29 Uhr
Zitat von gelbschreib
Zitat von BlueCheese

Zitat von Harlekin

Ich habe gerade keine Zeit für ein ausführliches Posting, fand aber, dass am Mittwoch sehr gut zu sehen war, dass den Spielern nach der ersten Madrid-Chance die Düse ging und sie zu tief standen. Das ist aber genau der Kardinalfehler: Wenn man nicht brutal hoch steht, sondern nur hoch, hat der Gegner a) Zeit für die Pässe in die Schnittstellen und b) trotzdem ausreichend Raum, um in die Schnittstellen einzulaufen. Heißt: Das macht gegen sehr starke Gegner sofort die Taktik hinfällig. Das "wir waren immer einen Schritt zu spät", was nach dem Spiel beklagt wurde, ist exakt ein Symptom von: Wir standen zu tief und waren nicht mutig genug.

Deswegen hat Bosz zurecht auch Kritik an der Spielweise geübt. So seltsam es klingt: wenn der BVB erfolgreich sein möchte international, dann muss die Mannschaft sich trauen, was den Mut zum hohen Stehen angeht wirklich wie Barca in den ersten Pep-Jahren zu spielen. Anders wird es nicht funktionieren - aber das wird m.E. klappen. Wartet mal ab. Dass die Jungs das am Anfang auf dem Platz völlig kontraintuitiv finden und gefühlt 'viel' zu hoch stehen und ständig den Rückwärtsgang einlegen wollen, wenn man gegen Madrid spielt und die einen gerade ausgekontert haben: vollkommen klar. Auf Dauer werden sie das abstellen.

Leider habe ich gerade keine Zeit, um Szenen rauszusuchen. Vergleicht mal die ersten paar Minuten des Madrid-Spiels, dann kommt ein Konter, maximal ein zweiter - und der BVB verliert den Mut. Wenn ihr dann noch die Bundesligaspiele daneben legt, seht ihr genau, dass der BVB tiefer stand (aber eben nicht: Mourinho-Mauer, sondern immer noch hoch) und damit Real genau die nötigen Meter gelassen hat. Das war garantiert nicht die Bosz-Ansage, sondern Angst vor der eigenen Courage, weil die Spielweise so neu ist.

So siehts aus! Da würden die ganzen "die standen viel zu hoch"-Kritiker zwar ziemlich blöd aus der Wäsche schauen, wenn man ihnen sagt, dass sie eigentlich höher hätten stehen müssen.. Aber so ist es letztendlich.
Der Fehler an der schlechten Performance liegt nicht an Bosz' System. Das könnte man sagen, wenn alle Spieler sein System gespielt und umgesetzt hätten, aber das war eben nicht der Fall. Da war einfach zu viel Respekt / Angst mit dabei.


Ich bin froh dass ich nicht der Einzige bin der das so sieht. Ich hatte es schon im STT glaub ich geschrieben: Das weder Fisch noch Fleisch: Weder tief genug zum reinen Verteidigen und konterspiel noch hoch genug, um Real wirklich beim Aufbau unter Druck zu setzen. Insofern verstehe ich diesen Teil der Kritik mit dem zu hoch stehen auch nicht. Es kam aber auch noch dazu, dass der Zugriff nicht so gut war, vielleicht auch weil man nicht hoch genug stand, aber auch, weil man meinem Gefühl nach einige entscheidende Zonen nicht gut genug kontrollierte.


Dass der Zugriff nicht so gut war, ist dann aber auch eben ein Auswuchs des ganzen. Real hat mit Kroos, Modric, Casemiro und(!) Isco im Zentrum agiert und den Ball viel zirkulieren lassen. Ein pressingresistenteres Mittelfeld soll mir mal jemand zeigen! Sprich, ich bin da voll auf eurer Seite: Im Prinzip hat man nicht hoch genug gestanden und vor allem Modric und Kroos aus gebührendem Respekt nicht häufig genug unter Druck gesetzt.

In Ansätzen hat das aber durchaus funktioniert, ich erinnere mich an einige wirklich gute Umschaltsituationen, in denen dann aber die Präzision in der (vor-)letzten Aktion gefehlt hat. Dadurch wurden das gar keine augenscheinlichen Chancen und das ganze wird retrospektiv weniger diskutiert weil nicht augenscheinlich relevant, aber diese Momente waren da! Und das sicherlich häufiger als Real das wollte und vor allem auch als das auch nur ansatzweise normal wäre.

Ich hoffe Bosz lässt sich durch die völlig undifferenzierte Kritik in den Medien nicht von seiner Philosophie abbringen. Die guten Ansätze waren da, das Team muss das nur einfach noch mehr verinnerlichen und den Respekt vor solchen Gegnern verlieren. Dann ist die Chance so erfolgreich zu sein definitiv höher, als alle paar Wochen mal den Schalter umzulegen und sich hinten zu verschanzen. Dafür ist dieses Team nicht gemacht.
Peter Bosz [Trainer] |#2459
29.09.2017 - 16:07 Uhr
Zitat von Harlekin

Vergleicht mal die ersten paar Minuten des Madrid-Spiels, dann kommt ein Konter, maximal ein zweiter - und der BVB verliert den Mut. Wenn ihr dann noch die Bundesligaspiele daneben legt, seht ihr genau, dass der BVB tiefer stand (aber eben nicht: Mourinho-Mauer, sondern immer noch hoch) und damit Real genau die nötigen Meter gelassen hat. Das war garantiert nicht die Bosz-Ansage, sondern Angst vor der eigenen Courage, weil die Spielweise so neu ist.


Was aber in mir die Frage aufwirft, sofern es nicht am System gelegen hat und die Spieler es einfach nur nicht richtig umgesetzt bekommen haben (Defensive) wieso versucht der Trainer nicht etwas grundlegendes zu ändern um eine besser Stabilität in der Defensive zu gewährleisten, sondern lässt genau so auch die zweiten 45 Minuten weiter spielen? Klar kann man jetzt argumentieren- Rückstand und die Spieler müssen es ja lernen und das benötigt wiederum Zeit, kann ich so nicht vollständig gelten lassen, da eine gewisse Flexibilität vorhanden sein muss!

Genau wie du es beschreibst hab ich das auch noch im Kopf, der erste Schnittstellenpass in der Anfangsphase (bis zu diesem Zeitpunkt war man eig. auf n Punkt da) und als der zweite Schnittstellenpass nicht lange auf sich warten lies, konnte man die Verunsicherung deutlich spüren in der Abwehr und das muss einem Trainer doch auffallen bzw. spätestens in der HZ angesprochen werden und es muss versucht werden Lösungen für die Probleme zu finden. Die Konter waren ja auch gegen Tottenham schon ersichtlich, dass genau hier der Schuh im System drückt, also wieso werden nicht andere Lösungsansätze probiert, als das man letztlich der verunsicherten Abwehr zusieht wie sie weitere 3 Gegentreffer fängt, wovon 1-2 sicher besser verteidigt werden können! Und nein, gegen Real wird man nie alle Chancen verhindern können aber insgesamt kann man das auch gegen die beste Manschaft des Planeten besser verteidigen und hier ist bei der Anzahl an Gegentore in 2 CL Spielen sicher nicht allein die fehlende Qualität oder Patzer der Spieler verantwortlich.

Ich war bereits früh ein Kritiker der Entlassung Tuchels und sehe den neuen Trainer daher durchaus in einer schweren Situation (vergleichbar mit der der Bayern) sofort liefern zu müssen. Bosz hat das bis hier her ganz ordentlich bisher gelöst, muss für meinen persönlichen Geschmack aber durchaus an seinem "In Game Coaching" arbeiten. Tottenham hat durchaus einige Fehler offenbart und gegen Real hat man das ganze noch deutlicher vor Augen geführt bekommen. Da ist es auch eine Aufgabe des Trainers an Schwachstellen des Teams zu arbeiten und nicht nur zu sagen der Gegner ist einfach übermächtig oder hier individueller Fehler, da. 2 mal Lehrgeld ist vorerst genug bezahlt, diese Problematik abzustellen, muss innerhalb der Manschaft inkl Trainerteam oberste Priorität haben! Da hat die Liga bisher doch ein wenig über die wirklichen Tatsachen hinweggetäuscht bisher...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von t0x1m am 29.09.2017 um 16:15 Uhr bearbeitet
Peter Bosz [Trainer] |#2460
29.09.2017 - 16:42 Uhr
Zitat von t0x1m

Ich war bereits früh ein Kritiker der Entlassung Tuchels und sehe den neuen Trainer daher durchaus in einer schweren Situation (vergleichbar mit der der Bayern) sofort liefern zu müssen. Bosz hat das bis hier her ganz ordentlich bisher gelöst, muss für meinen persönlichen Geschmack aber durchaus an seinem "In Game Coaching" arbeiten. Tottenham hat durchaus einige Fehler offenbart und gegen Real hat man das ganze noch deutlicher vor Augen geführt bekommen. Da ist es auch eine Aufgabe des Trainers an Schwachstellen des Teams zu arbeiten und nicht nur zu sagen der Gegner ist einfach übermächtig oder hier individueller Fehler, da. 2 mal Lehrgeld ist vorerst genug bezahlt, diese Problematik abzustellen, muss innerhalb der Manschaft inkl Trainerteam oberste Priorität haben! Da hat die Liga bisher doch ein wenig über die wirklichen Tatsachen hinweggetäuscht bisher...


Sorry, aber was hätte ein Tuchel denn da anders gemacht? Der hätte die Mannschaft nochmal richtig durchgewürfelt und noch mehr verunsichert. In wievielen Spielen hat denn Tuchels Ingame Coaching nachweislich Punkte eingebracht und in wie vielen haben wir nachweislich durch wildes rumrotieren Punkte liegen lassen?
Wir haben auch im letzten Jahr gegen Real nicht besser ausgesehen, hatten nur zweimal wesentlich mehr Spielglück als dieses Jahr.

Die Aktion Toljan durch einen ZM zu ersetzen fand ich einen super Schachzug zum richtigen Zeitpunkt und hat Real auch erstmal sichtlich verunsichert. Ich glaube auch, viel mehr durcheinander zu werfen hätte genau nichts gebracht, die Mannschaft kann einfach nicht das ganze System von jetzt auf gleich umstellen.

Ich halte ehrlich gesagt diese ganze Taktik Diskussion für vollkommen überbewertet. Es ist ja nicht so, dass wir mit nem Chelsea Bus im Strafraum keine Tore kassiert hätten. Real hat einfach die Qualität dir auch dann noch 3 Dinger einzuschenken, das Heil in der Flucht nach vorne zu suchen ist da doch kein Stück schlechter, im Gegenteil, das kennt Real sicher nicht so gut, wie gegen 10 Mann im Strafraum anzurennen.
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