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Gib mich die Kirsche! Der Talkthread

18.01.2025 - 13:04 Uhr
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#41
21.01.2025 - 23:10 Uhr
Ich habe mir die Amtseinführung gestern stundenlang angesehen.
Die Rede fand ich schon oberpeinlich. Aber was soll man von Trump noch erwarten?
Melanias Hut fiel mir auch auf. Ihre Augen hatte sie zu verbergen. Was denn noch?
Aber ich habe noch nicht gehört, dass er die Reichweitenbegrenzung der ATACMs nach Russland wieder aufgehoben hat. Zum Glück nicht!

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Ich wünsche mir hier faire Gespräche und einen fachkundigen Austausch von Meinungen.
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#42
21.01.2025 - 23:13 Uhr
Zitat von DortmunderJunge
Dauert nicht mehr lange wo ich ein Auskotz Thread eröffne. grinsugly


Wird das dann das Forums-Pendant zur Abseitsfalle? Jeder, der reintappt, wird gesperrt? Lachend

Kannst nur noch mit Galgenhumor nehmen, zu was sich das gerade wieder entwickelt. Komplett der Stecker gezogen. Und ich fürchte, das Schlimmste kommt erst noch, wenn die erste Runde im Verein nass durchgewischt wird, was jetzt unvermeidlich ist. Vor allem dann, wenn eben nur einmal durchgewischt wird ...
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#43
21.01.2025 - 23:17 Uhr
War doch ein Top-Sportabend. Der BVB verliert nur knapp, Leverkusen ebenfalls und im Handball hätte es auch schlimmer kommen können.Ach, Makkelie erneut in Topform daumen-hoch

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"Nichts ist sicher, außer Tod, Steuern und einem neuen polyvalenten Mittelfeldspieler", Sebastian Kehl

Dieser Beitrag wurde zuletzt von beinschuss12 am 21.01.2025 um 23:18 Uhr bearbeitet
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#44
21.01.2025 - 23:30 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von DortmunderJunge

Dauert nicht mehr lange wo ich ein Auskotz Thread eröffne. grinsugly


Wird das dann das Forums-Pendant zur Abseitsfalle? Jeder, der reintappt, wird gesperrt? Lachend

Kannst nur noch mit Galgenhumor nehmen, zu was sich das gerade wieder entwickelt. Komplett der Stecker gezogen. Und ich fürchte, das Schlimmste kommt erst noch, wenn die erste Runde im Verein nass durchgewischt wird, was jetzt unvermeidlich ist. Vor allem dann, wenn eben nur einmal durchgewischt wird ...

Denkst du wir sind für die mittelfristige Zukunft finished oder ist noch Substanz da um sich (finanziell) selbst aus der Scheiße zu ziehen? Aktuell fehlt mir die Fantasie dass wir hier in den nächsten Jahren nochmal CL-Fußball zu sehen bekommen...
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#45
21.01.2025 - 23:34 Uhr
Zitat von BVBBC

Kannst nur noch mit Galgenhumor nehmen, zu was sich das gerade wieder entwickelt. Komplett der Stecker gezogen. Und ich fürchte, das Schlimmste kommt erst noch, wenn die erste Runde im Verein nass durchgewischt wird, was jetzt unvermeidlich ist. Vor allem dann, wenn eben nur einmal durchgewischt wird ...


Welches Szenario würde dir denn wieder so echt Hoffnung machen?
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#46
21.01.2025 - 23:36 Uhr
Zitat von MalenEnjoyer
Zitat von BVBBC

Zitat von DortmunderJunge

Dauert nicht mehr lange wo ich ein Auskotz Thread eröffne. grinsugly


Wird das dann das Forums-Pendant zur Abseitsfalle? Jeder, der reintappt, wird gesperrt? Lachend

Kannst nur noch mit Galgenhumor nehmen, zu was sich das gerade wieder entwickelt. Komplett der Stecker gezogen. Und ich fürchte, das Schlimmste kommt erst noch, wenn die erste Runde im Verein nass durchgewischt wird, was jetzt unvermeidlich ist. Vor allem dann, wenn eben nur einmal durchgewischt wird ...

Denkst du wir sind für die mittelfristige Zukunft finished oder ist noch Substanz da um sich (finanziell) selbst aus der Scheiße zu ziehen? Aktuell fehlt mir die Fantasie dass wir hier in den nächsten Jahren nochmal CL-Fußball zu sehen bekommen...


Wenn man Sammer hört, wird er sich jetzt noch mehr Macht einverleiben und uns glaube ich noch tiefer in den Sumpf ziehen. Er ist in seiner Kommunikation so vage, aber immer mahnend vor dem Worst-Case, dass er mit seinen Aussagen quasi nie falsch liegen kann, selbst wenn es nie um das ursächliche Problem geht. Ich weiß auch nicht, woher der Verein nun die Strukturen haben soll, um sich selbst zu befreien. Die Frage ist daher befürchte ich nicht, wie viel Substanz noch da ist, sondern wie viel es uns noch kosten wird ...
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#47
21.01.2025 - 23:45 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von DortmunderJunge

Dauert nicht mehr lange wo ich ein Auskotz Thread eröffne. grinsugly


Wird das dann das Forums-Pendant zur Abseitsfalle? Jeder, der reintappt, wird gesperrt? Lachend

Kannst nur noch mit Galgenhumor nehmen, zu was sich das gerade wieder entwickelt. Komplett der Stecker gezogen. Und ich fürchte, das Schlimmste kommt erst noch, wenn die erste Runde im Verein nass durchgewischt wird, was jetzt unvermeidlich ist. Vor allem dann, wenn eben nur einmal durchgewischt wird ...


grins Das werde ich jetzt noch nicht verraten, nimmt euch ja den Reiz. Zunge raus

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---WESTFALENSTADION---
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#48
22.01.2025 - 00:00 Uhr
Zitat von DortmunderJunge

Zitat von BVBBC

Zitat von DortmunderJunge

Dauert nicht mehr lange wo ich ein Auskotz Thread eröffne. grinsugly


Wird das dann das Forums-Pendant zur Abseitsfalle? Jeder, der reintappt, wird gesperrt? Lachend

Kannst nur noch mit Galgenhumor nehmen, zu was sich das gerade wieder entwickelt. Komplett der Stecker gezogen. Und ich fürchte, das Schlimmste kommt erst noch, wenn die erste Runde im Verein nass durchgewischt wird, was jetzt unvermeidlich ist. Vor allem dann, wenn eben nur einmal durchgewischt wird ...


grins Das werde ich jetzt noch nicht verraten, nimmt euch ja den Reiz. Zunge raus

Bitte! Es ist jetzt wirklich Zeit für uns, einen Stuhlkreis zu bilden. Ich bin durch. Ich bringe das Putzmittel mit. BVBBC den Handfeger und du die Drahtbürste.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Feiersinger am 22.01.2025 um 00:00 Uhr bearbeitet
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#49
22.01.2025 - 00:08 Uhr
Zitat von Holzschuh85
Zitat von BVBBC

Kannst nur noch mit Galgenhumor nehmen, zu was sich das gerade wieder entwickelt. Komplett der Stecker gezogen. Und ich fürchte, das Schlimmste kommt erst noch, wenn die erste Runde im Verein nass durchgewischt wird, was jetzt unvermeidlich ist. Vor allem dann, wenn eben nur einmal durchgewischt wird ...


Welches Szenario würde dir denn wieder so echt Hoffnung machen?


Im Prinzip dasselbe Szenario, das es in München gab, als Salihamidzic und Kahn gehen mussten, nachdem sie Nagelsmann entließen. Eher sogar noch weitreichender, den Berater - den sogar noch zuvor - und Kader ebenfalls betreffend ...

Ich denke, dass wir im Management Leute von außen brauchen, die die Zukunft des BVB gestalten können, mehr Erfahrung mitbringen, wie man eine Mannschaft fussballerisch zusammenstellen sollte, die eine klare fussballerische Idee verfolgen können, ohne dafür 20-30 Mio. Ablöse in einen Spieler stecken zu müssen, der am Ende nur dieselben Fehler macht, wie der Spieler für die Hälfte. Mir ist jedenfalls lieber, wenn wir dafür dann lieber mal wieder ein paar kleinere Brötchen backen und frühzeitig versuchen die Kosten runterzufahren, um erst mal nicht mehr vom Erreichen der CL abhängig zu sein. Darin lag schließlich die größte Falle für alle Vereine in unsere aktuellen Situation.

Es sollte finanziell schließlich wieder Spielraum geschaffen statt vernichtet werden, um flexibel zu sein, weil immer schlechte Zeiten anstehen können, weil Fehler passieren. Topverdiener müssen sich dafür in Zukunft wieder zwangsläufig um den BVB verdient gemacht haben, sollten nur in absoluten Ausnahmefällen vielleicht auch mal als solche zum BVB kommen. Ich befürchte daher, dass wir das Ding ziemlich weit zurechtstutzen müssen, damit wir wieder gestärkt aus der Geschichte hervorgehen können. Sonst erwarte ich nur noch, dass wir uns immer weiter im Kreis drehen und noch weiter abstürzen.

Leider hat RB hier die Moves gemacht, die frei verfügbar waren und Krösche wird man vermutlich auch nicht bekommen. Das ist also leider alles andere als ein einfaches Thema, weswegen es fast zwangsläufig ist, dass nun Sammer noch mehr zu sagen bekommt, während Mislintat nominell wahrscheinlich zwar Sportdirektor wird, aber nicht ohne weiteres Kontrollorgan - ob Ricken oder nochmal ein Anderer. Trainerseitig erwarte ich eher eine größere Lösung, auf die man sich dann verlässt, dass sie es geregelt bekommt, um eben nicht neu aufzubauen. Nur beim Kader dürfte aktuell glaube ich so oder so fast niemand sicher sein ...
Gib mich die Kirsche! Der Talkthread |#50
22.01.2025 - 00:21 Uhr
Und da ich jetzt schonmal hier bin, schreibe ich auch gleich noch den nächsten Teil meiner DDR-Zeitreise.

Und zunächst die Nachträge:
Frauen:
Ich konnte das Jammern der Frauen damals verstehen. Die Arbeit war in Teilzeit locker zu schaffen. Und dann wollten sie lieber Feierabend machen und sich um Kinder und Haushalt kümmern statt abends zu hetzen. Nach dem Mauerfall bekam man sofort Teilzeit genehmigt, wenn man den Antrag stellte. Aber nun wollten das längst nicht mehr alle, die das vorher anstrebten. Denn es war abzusehen, dass man arbeitslos wird. Und Teilzeit bedeutete dann eben auch weniger Arbeitslosengeld.
Ganz nach oben in der Politik schaffte es kaum eine Frau. Da stand nur Margot Honecker.
Mutti war in den 60er Jahren noch im Internat der Kochschule. Da lernten junge Frauen ein halbes Jahr das Kochen. Es muss dem Mann schmecken, hieß es. Aus den 80ern kenne ich das nicht mehr. Obwohl noch von einer jungen Frau berichtet wurde, die in ihrem Betrieb nicht zurecht kam und dann zum Kochen lernen gehen wollte. Ob sie das dann gemacht hatte, weiß ich nicht.
Was aber auch fakt war: arbeiteten Männer und Frauen im gleichen Beruf, bekam man auch den gleichen Lohn.

Mit dem heutigen Thema schließe ich mal nahtlos an:
Kinderbetreuung in der DDR.

Als ich geboren wurde, gab es noch keine bezahlte Erziehungszeit. Eltern waren damals bis auf wenige Ausnahmen miteinander verheiratet. Und hier auf dem Dorf blieb dann die Frau erstmal unbezahlt zu Hause. Mutti machte das bei mir, Oma hatte einen Teilzeit-Job, den konnte sie wegen dem Rentenanspruch nicht aufgeben. Und da war auch noch meine pflegebedürftige Uroma.
Das bezahlte Babyjahr wurde erst Mitte der 70er eingeführt. Später gab es dann ab dem 3. Kind 1,5 Jahre bezahlt, bei Zwillingen 2 Jahre.

Die Stadtkinder mussten schnell in die Krippe - wie meine beste Freundin. Auch Dorfkinder hätten problemlos einen Platz in den Stadtkrippen bekommen, aber da wollte wirklich niemand hin. Unser Dorf hatte gar keine Krippe. In den 80ern nutzte das eine Frau richtig aus. Sie heiratete ihren Freund erst später. Da in unserem Dorf keine Krippe war, bekam sie als Alleinerziehende 3 Jahre bezahlt.
Der DDR-Staat wollte die Kinder möglichst schnell und möglichst lange in der staatlichen Betreuung haben. Auf dem Dorf setzte man dem bewusst etwas entgegen. In der Krippe ging man schneller auf den Topf, hieß es, da sei man besser erzogen, so meinten die Kommunisten. In der Krippe arbeiteten speziell ausgebildete Krippenerzieherinnen, nur Frauen.

Ab dem 3. Geburtstag ging es in den Kindergarten. Das nutzten nun alle. Allerdings waren da nicht alle pünktlich zum 3. Geburtstag da. Ich war auch etwas später. Die letzte kam erst mit 4. Es war geplant, dass man bis nach dem Mittagessen oder nach dem Schlafen dort bleibt. Bis Feierabend war das bei keinem vorgesehen.. Der Kindergarten hatte eine Küche, da kochte eine Frau aus dem Dorf. Die Trennung war strikt nach kleiner Gruppe, mittlerer Gruppe und große Gruppe. Und es gab genaue Tagespläne, die auch die Vorschulerziehung beinhaltete. Der Kindergarten hatte auch einen Spielplatz, der DDR-typisch ausgestattet war. Da gab es den typischen Kletterturm mit Dach, einen Sandkasten, eine Wippe, Schaukeln, im Sommer ein Planschbecken... Weiter gab es keinen Spielplatz im Dorf. Es wurden zwei öffentliche nach der Wende angelegt.
Spielzeug war auch DDR-typisch. eigenes Spielzeug durfte nicht mitgebracht werden, da kämen die Unterschiede so deutlich durch, hieß es. Aber auch die Mangelwirtschaft war da ersichtlich. Wer in die Schule kam, musste als Abschied ein Spielzeug spendieren. Ich weiß noch, dass Mutti einen blauen Trecker kaufte und ihn hinbrachte.
Spaziergänge machten wir. Aber Fahrten waren nicht, auch keine Abschlussfahrt. An ein Kindergartenfest erinnere ich mich nicht, das gibt es heute. Der Kindergarten existiert auch heute noch, er wurde nach der Wende zweimal umgebaut. Auch Mutti ging in der Nachkriegszeit schon in diesen Kindergarten. Da gab es noch kein Mittagessen, sie musste jeden Mittag nach Hause gehen, dort essen, und dann ging es zurück in den Kindergarten. Sie musste den Weg bereits mit 3 Jahren allein gehen.

Wir wurden in den 70ern von unseren Omas mit dem Fahrrad hingebracht gegen halb 8 oder 8 Uhr. Die Fahrräder hatten Körbe vorn und hinten. Da trafen sich jeden Morgen die Omas.
Wir hatten leider ein Monster-Weib als Kindergärtnerin. Krach mit allen Kindern, Eltern und auch mit den Kolleginnen. Und damals bekam man als Eltern kein Recht! Man wurde in die Ecke gestellt, wenn man erzogen werden sollte. Dann animierte sie die anderen Kinder, dass man über das Kind in der Ecke lachen solle: "Dann lachen wir es jetzt mal alle aus!" Und das Schlimmste war das Rutschebett. Wer hatte ein solches Bett konstruiert? Das hatte so ein glatte Liegefläche, dass man sich nicht halten konnte. Man fiel mit dem gesamten Bettzeug runter. Die Eltern reagierten und schickten die Kinder vor dem Schlafen nach Hause. Ich ging sogar schon vor dem Mittagessen. Wenn die Mittagsglocken der Kirche läuteten, ging ich nach Hause. Den Rückweg musste ich allein gehen. Denn Oma kochte in der Zeit. Und Mutti arbeitete. Damals war auch deutlich weniger Straßenverkehr als heute. Der Weg wurde mit mir eingeübt. Man achtete sehr darauf, dass man früh selbstständig wurde. Ich kenne sogar Kinder, die damals mit 3 Jahren allein zum Bäcker geschickt wurden, um Brötchen zu holen. Das ist heute rechtlich gar nicht mehr machbar, weil man den kleinen Kindern gar nichts verkaufen darf.
Das Monster-Weib im Kindergarten vertrieb sogar eine Kollegin. Ich kann mich erinnern, dass die andere Frau mal vor allen in Tränen ausbrach, weil das Monster so frech war. Die Frau ließ sich versetzen. Das Monster verließ in den 80ern auch die Einrichtung und wechselte. Ich weiß aber, dass sie bis zur Rente in diesem Beruf blieb. Allerdings wird sie nach der Wende erheblichen Gegenwind bekommen haben, das kann ich mir gar nicht anders vorstellen.
Das Miteinander der Kinder war im Kindergarten noch in Ordnung. Das änderte sich später gewaltig.
Geburtstage wurden im Kindergarten gefeiert. Auch Fasching wurde gefeiert, und der Nikolaus kam.
Kindergärtnerin war ein extra Ausbildungsberuf - auch nur für Frauen gedacht.
Man wurde dort auch untersucht: Füße, Augen - bei mir wurde Knick-, Senk- und Spreizfuß festgestellt. Zum Orthopäden musste ich in den Nachbarkreis.

Mutti hatte auch überlegt, mich in einem Kindergarten der Nachbarstadt anzumelden. Das war damals möglich. Aber dann wäre es mit der Betreuungszeit steil nach oben gegangen. Oma fiel aus mit Bringen, und allein nach Hause ging auch nicht. So verwarfen wir die Pläne. Muttis beste Freundin ging diesen Weg mit ihrem Sohn. Sie hatte die Arbeitsstelle gewechselt und im neuen Betrieb Teilzeitarbeit bekommen. Dann nahm sie den Jungen selber mit und gab ihn ab und holte ihn nachmittags auch wieder. Dieser Kindergarten hatte einen sehr guten Ruf. Meine beste Freundin war auch dort. Sie bekam dort sogar Gitarrenunterricht vermittelt.

Auffallend war damals, wie viele Mädchen kurze Haare trugen. Da sagten die Mütter, das mache doch die wenigste Arbeit. Ich hatte lange Haare, meistens mit geflochtenen Zöpfen.

Das Monster-Weib sagte, dass ich auch mal einen Baukasten zum Spielen nutzen sollte. Auch Mädchen hätten sich mit Jungen-Spielzeug zu beschäftigen. Ich spielte aber lieber mit Puppen. Aber kein Junge wurde aufgefordert, mit Mädchen-Spielsachen zu spielen. Das war aber allgemein so erwünscht, dass wir Metallbaukästen nutzen sollten. Ich hatte am Ende sogar einen zu Hause.

Stichtag für die Jahrgänge war damals der 1. Juni. Danach wurden die Jahrgänge eingeteilt. Wer kurz davor oder danach geboren wurde, konnte eher oder später eingeschult werden. Da wurde ein Test gemacht. Die beiden Mädchen, die ich damals erlebt habe, die den machten, waren nicht dumm, bestanden den Test aber trotzdem nicht und wurden somit nicht eher eingeschult.
Aus meinem Jahrgang wurde ein Junge sofort auf die Hilfsschule geschickt (die heutige Förderschule). Wenn ich mich richtig erinnere, war daran auch das Monster-Weib Schuld. Damals konnte man nicht zurück von der Hilfsschule auf eine normale Schule.
Einige Kinder wurden auch im Kindergarten ein Jahr zurückgestellt. Das betraf aber aus meinem Jahrgang keinen.

Es gab auch Kindereinrichtungen, die für Schichtarbeiter ausgelegt waren und sogar welche, wo das Kind für die ganze Woche abgegeben werden konnte. Ich kenne solche Einrichtungen hier aus der Gegend aber nicht.

Auch in einem solchen Alter wussten wir schon, dass wir nicht alles offen sagen durften, was wir zu Hause hörten. Mir sagte man immer, was ich niemals draußen sagen soll.

Zu meiner Zeit war der Kindergarten kostenpflichtig. Das war aber deutlich weniger Geld als heute. Später in der DDR war er dann wohl aber kostenlos - mit Ausnahme des Essengeldes. Ich glaube aber, dass es in der DDR auch unterschiedlich hohe Beiträge waren, je nach Einrichtung. Es gab auch kirchliche Kindergärten.

Die Teilzeitbetreuung war hier auf dem Dorf noch bis etwa 20 Jahre nach der Wende angesagt. Nach dem Mauerfall waren viele Frauen arbeitslos und brachten die Kinder nun selber hin. Heute ist das anders. Heute ist die Vollzeitbetreuung Realität auch auf dem Dorf. Omas sind zwar immer noch da und auch in Rente. Aber die Kinder haben sich verändert. Die Omas sind heute schlicht mit der Betreuung der Enkel überfordert. Und sie haben heute als Rentner auch ein viel eigenständigeres Leben mit eigenen Interessen. Ich kenne heute keine einzige Oma mehr, die sich so für die Enkel einsetzt wie das in meiner Zeit Standard war.

Zur Schuleinführung komme ich dann beim nächsten Mal.

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Ich wünsche mir hier faire Gespräche und einen fachkundigen Austausch von Meinungen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von CocoBall am 22.01.2025 um 00:42 Uhr bearbeitet
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