Finanzen
02.12.2019 - 16:18 Uhr
Quelle: youtu.be
Präsentiert der FC St. Pauli die Zukunft der Fußballfinanzierung, Herr Göttlich? Bohndesliga Spezial
Habe gerade zum Aufstehen ein interessantes Gespräch mit St. Pauli Präsident Oke Göttlich über die Gründung einer Genossenschaft gehört. Sympathischer Typ, überzeugend vorgetragen. Transparenz, Mitbestimmung und Verantwortlichkeit. Hoffe sehr auf gutes Gelingen und entsprechende Berichterstattung, auf dass sie zahlreiche Nachahmer finden. Aus dem Gespräch (bei 33:33):
Frage: "Kannst du mir erklären, warum Kaiserslautern, Bremen, der HSV usw., warum die das nicht machen?"
Göttlich: "Weil sie Angst vor Partizipation haben. Die haben Angst vor den Leuten. Die haben Angst vor der Gesellschaft. Sie haben Angst vor vielen Stimmen. Die empfinden Kritik als Kritik und als etwas böses und nicht als Feedback. Für sie ist es so: das macht uns langsam. Die glauben tatsächlich, professionelle Strukturen ist am Ende nur: drei Leute entscheiden wie es funktioniert.
Zitat von SummaCumLautre
Frage: "Kannst du mir erklären, warum Kaiserslautern, Bremen, der HSV usw., warum die das nicht machen?"
Göttlich: "Weil sie Angst vor Partizipation haben. Die haben Angst vor den Leuten. Die haben Angst vor der Gesellschaft. Sie haben Angst vor vielen Stimmen. Die empfinden Kritik als Kritik und als etwas böses und nicht als Feedback. Für sie ist es so: das macht uns langsam. Die glauben tatsächlich, professionelle Strukturen ist am Ende nur: drei Leute entscheiden wie es funktioniert.
Frage: "Kannst du mir erklären, warum Kaiserslautern, Bremen, der HSV usw., warum die das nicht machen?"
Göttlich: "Weil sie Angst vor Partizipation haben. Die haben Angst vor den Leuten. Die haben Angst vor der Gesellschaft. Sie haben Angst vor vielen Stimmen. Die empfinden Kritik als Kritik und als etwas böses und nicht als Feedback. Für sie ist es so: das macht uns langsam. Die glauben tatsächlich, professionelle Strukturen ist am Ende nur: drei Leute entscheiden wie es funktioniert.
Witzigerweise hat er damit ja im Kern nicht ganz unrecht, wie man ja auch immer wieder hören kann.
Die Fans sollen im Idealfall jedes zweite Wochenende das Stadion zum Beben bringen, den Verein durch Anleihen, den Stadiongang, Merchandise und allerlei andere finanzielle Zuwendungen unterstützen und sind "das Herz" des Klubs.
Außer es wird eben Kritik laut. Dann ist es das "unruhige Umfeld", das die Entwicklung des Klubs torpediert und die Leute werden als Nestbeschmutzer und Störenfriede gesehen, die generell ja zu hohe Erwartungen haben, die niemand erfüllen kann.
Ich kann natürlich beide Seiten irgendwo verstehen, daher wird es interessant sein zu beobachten, wie das bei St. Pauli umgesetzt und welche Folgen das nach sich ziehen wird. Mutig ist das ganze auf jeden Fall.
Außerordentlich interessantes Gespräch, das ich mir eben tatsächlich in voller Länge gegeben habe. Wahnsinn, was das für ein Qualitätsunterschied zu der üblichen journalistischen Arbeit in unserem Umfeld ist. Also Vielen Dank für die Verlinkung!
Interessantes Modell. Die Ausführungen lassen sich sehr gut nachvollziehen und einer der Interviewer klopft da auch wirklich die kritischen Punkte ab. Was das Transferpotenzial angeht, ist das aber noch mal eine ganz andere Kiste: Da müssen natürlich auch die bisherigen Konstellationen in der Stadiongesellschaft den Schritt zur Mehrheitseignerschaft der Genossenschaft am Stadion erlauben.
Disclaimer: Den Hatern des "scheinheiligen", "links-grün-versifften" Kiez-Clubs, der doch auch nur eine knallharte Vermarktungsmaschinerie sei, ist dieses Video nur unmittelbar nach erfolgter Tiefenentspannung und Einnahme der verschriebenen Medikamente gegen Bluthochdruck zu empfehlen.
Interessantes Modell. Die Ausführungen lassen sich sehr gut nachvollziehen und einer der Interviewer klopft da auch wirklich die kritischen Punkte ab. Was das Transferpotenzial angeht, ist das aber noch mal eine ganz andere Kiste: Da müssen natürlich auch die bisherigen Konstellationen in der Stadiongesellschaft den Schritt zur Mehrheitseignerschaft der Genossenschaft am Stadion erlauben.
Disclaimer: Den Hatern des "scheinheiligen", "links-grün-versifften" Kiez-Clubs, der doch auch nur eine knallharte Vermarktungsmaschinerie sei, ist dieses Video nur unmittelbar nach erfolgter Tiefenentspannung und Einnahme der verschriebenen Medikamente gegen Bluthochdruck zu empfehlen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 25.10.2024 um 10:45 Uhr bearbeitet Zitat von Hemdl
Witzigerweise hat er damit ja im Kern nicht ganz unrecht, wie man ja auch immer wieder hören kann.
Die Fans sollen im Idealfall jedes zweite Wochenende das Stadion zum Beben bringen, den Verein durch Anleihen, den Stadiongang, Merchandise und allerlei andere finanzielle Zuwendungen unterstützen und sind "das Herz" des Klubs.
Außer es wird eben Kritik laut. Dann ist es das "unruhige Umfeld", das die Entwicklung des Klubs torpediert und die Leute werden als Nestbeschmutzer und Störenfriede gesehen, die generell ja zu hohe Erwartungen haben, die niemand erfüllen kann.
Ich kann natürlich beide Seiten irgendwo verstehen, daher wird es interessant sein zu beobachten, wie das bei St. Pauli umgesetzt und welche Folgen das nach sich ziehen wird. Mutig ist das ganze auf jeden Fall.
Zitat von SummaCumLautre
Frage: "Kannst du mir erklären, warum Kaiserslautern, Bremen, der HSV usw., warum die das nicht machen?"
Göttlich: "Weil sie Angst vor Partizipation haben. Die haben Angst vor den Leuten. Die haben Angst vor der Gesellschaft. Sie haben Angst vor vielen Stimmen. Die empfinden Kritik als Kritik und als etwas böses und nicht als Feedback. Für sie ist es so: das macht uns langsam. Die glauben tatsächlich, professionelle Strukturen ist am Ende nur: drei Leute entscheiden wie es funktioniert.
Frage: "Kannst du mir erklären, warum Kaiserslautern, Bremen, der HSV usw., warum die das nicht machen?"
Göttlich: "Weil sie Angst vor Partizipation haben. Die haben Angst vor den Leuten. Die haben Angst vor der Gesellschaft. Sie haben Angst vor vielen Stimmen. Die empfinden Kritik als Kritik und als etwas böses und nicht als Feedback. Für sie ist es so: das macht uns langsam. Die glauben tatsächlich, professionelle Strukturen ist am Ende nur: drei Leute entscheiden wie es funktioniert.
Witzigerweise hat er damit ja im Kern nicht ganz unrecht, wie man ja auch immer wieder hören kann.
Die Fans sollen im Idealfall jedes zweite Wochenende das Stadion zum Beben bringen, den Verein durch Anleihen, den Stadiongang, Merchandise und allerlei andere finanzielle Zuwendungen unterstützen und sind "das Herz" des Klubs.
Außer es wird eben Kritik laut. Dann ist es das "unruhige Umfeld", das die Entwicklung des Klubs torpediert und die Leute werden als Nestbeschmutzer und Störenfriede gesehen, die generell ja zu hohe Erwartungen haben, die niemand erfüllen kann.
Ich kann natürlich beide Seiten irgendwo verstehen, daher wird es interessant sein zu beobachten, wie das bei St. Pauli umgesetzt und welche Folgen das nach sich ziehen wird. Mutig ist das ganze auf jeden Fall.
Habe diesen Part nicht zufällig zitiert. Einerseits natürlich, da wir beispielhaft erwähnt werden, andererseits weil ich Göttlich da total zustimme. Und wie sich diese "Angst" dann äußert, hast du gut veranschaulicht.
Einen Sponsor wie Novoline würde es bei St. Pauli übrigens niemals und unter gar keinen Umständen geben. Schaue da immer wieder mit wohlwollendem Neid in den Norden.
Wer sich das gesamte Gespräch angehört hat, hatte vielleicht auch wie ich den Gedanken an einen Rückkauf des Stadions im Sinn, wenn er ausführt, dass mit bis zu 30 Millionen € zu rechnen sein kann. Dieser Betrag reicht uns nicht, schon klar, aber würde wenigstens eine Zwischenlösung bedeuten können.
Zitat von SummaCumLautre
Einen Sponsor wie Novoline würde es bei St. Pauli übrigens niemals und unter gar keinen Umständen geben. Schaue da immer wieder mit wohlwollendem Neid in den Norden.
Einen Sponsor wie Novoline würde es bei St. Pauli übrigens niemals und unter gar keinen Umständen geben. Schaue da immer wieder mit wohlwollendem Neid in den Norden.
Weil dort die Fans eine tolle Mitsprache haben oder weil St. Pauli eine fast globale Marke ist und damit mehr Einnahmen durch Merch erzielt und bei Angeboten ala Novoline dann sagen kann: „machen wir nicht, weil wir geil sind“?
Ich habe echt nichts gegen St Pauli. Ich finde die sogar sehr sympathisch - besser als 98% des Rests der Vereine. Aber dass da ein Verantwortlicher anderen Vereinen Dinge vorwerfen muss („Angst vor vielen Stimmen“), um sich zu erhöhen, weiß nicht, hat ein Geschmäckle. Woher weiß der denn, wie es bei uns abläuft und was Hengen und Co. über „Stimmen“ und „die Gesellschaft“ denken? Kann sich bei uns nicht mehr jeder Fan auf der JHV melden und seine Stimme erheben?
Und: Zweitligisten sind Wirtschaftsunternehmen. Anders kannst du einen Profibetrieb gar nicht führen. So zu tun als könnten da 40.000 Leute mitreden, da lügt der sich doch selbst in die Tasche. Aber gut, klingt natürlich erst mal toll und Hengen ist wieder mal Schmuddelkind - etwas polemisch gesprochen.
Was nicht heißt, dass es in einigen Bereichen nicht doch funktionieren kann mit mehr Engagement von außen (siehe auch Union und die Stadion Renovierung mit Hilfe der Fans)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von nordishLautrer am 25.10.2024 um 17:46 Uhr bearbeitet Zitat von nordishLautrer
Weil dort die Fans eine tolle Mitsprache haben oder weil St. Pauli eine fast globale Marke ist und damit mehr Einnahmen durch Merch erzielt und bei Angeboten ala Novoline dann sagen kann: „machen wir nicht, weil wir geil sind“?
Ich habe echt nichts gegen St Pauli. Ich finde die sogar sehr sympathisch - besser als 98% des Rests der Vereine. Aber dass da ein Verantwortlicher anderen Vereinen Dinge vorwerfen muss („Angst vor vielen Stimmen“), um sich zu erhöhen, weiß nicht, hat ein Geschmäckle. Woher weiß der denn, wie es bei uns abläuft und was Hengen und Co. über „Stimmen“ und „die Gesellschaft“ denken? Kann sich bei uns nicht mehr jeder Fan auf der JHV melden und seine Stimme erheben?
Und: Zweitligisten sind Wirtschaftsunternehmen. Anders kannst du einen Profibetrieb gar nicht führen. So zu tun als könnten da 40.000 Leute mitreden, da lügt der sich doch selbst in die Tasche. Aber gut, klingt natürlich erst mal toll und Hengen ist wieder mal Schmuddelkind - etwas polemisch gesprochen.
Was nicht heißt, dass es in einigen Bereichen nicht doch funktionieren kann mit mehr Engagement von außen (siehe auch Union und die Stadion Renovierung mit Hilfe der Fans)
Zitat von SummaCumLautre
Einen Sponsor wie Novoline würde es bei St. Pauli übrigens niemals und unter gar keinen Umständen geben. Schaue da immer wieder mit wohlwollendem Neid in den Norden.
Einen Sponsor wie Novoline würde es bei St. Pauli übrigens niemals und unter gar keinen Umständen geben. Schaue da immer wieder mit wohlwollendem Neid in den Norden.
Weil dort die Fans eine tolle Mitsprache haben oder weil St. Pauli eine fast globale Marke ist und damit mehr Einnahmen durch Merch erzielt und bei Angeboten ala Novoline dann sagen kann: „machen wir nicht, weil wir geil sind“?
Ich habe echt nichts gegen St Pauli. Ich finde die sogar sehr sympathisch - besser als 98% des Rests der Vereine. Aber dass da ein Verantwortlicher anderen Vereinen Dinge vorwerfen muss („Angst vor vielen Stimmen“), um sich zu erhöhen, weiß nicht, hat ein Geschmäckle. Woher weiß der denn, wie es bei uns abläuft und was Hengen und Co. über „Stimmen“ und „die Gesellschaft“ denken? Kann sich bei uns nicht mehr jeder Fan auf der JHV melden und seine Stimme erheben?
Und: Zweitligisten sind Wirtschaftsunternehmen. Anders kannst du einen Profibetrieb gar nicht führen. So zu tun als könnten da 40.000 Leute mitreden, da lügt der sich doch selbst in die Tasche. Aber gut, klingt natürlich erst mal toll und Hengen ist wieder mal Schmuddelkind - etwas polemisch gesprochen.
Was nicht heißt, dass es in einigen Bereichen nicht doch funktionieren kann mit mehr Engagement von außen (siehe auch Union und die Stadion Renovierung mit Hilfe der Fans)
Da eine Ausgliederung dort ausgeschlossen ist und bleibt, bleibt dort auch ein anderes Maß an Mitsprache bestehen. Zudem deren Strukturen sowieso näher an den Faninteressen orientiert agieren.
Das Sponsoring von Firmen wie Novoline wird aufgrund des dortigen Vergabeprozesses ausgeschlossen, jedes potentielle Sponsoring wird auf gewisse Werte genau geprüft. Novoline wäre somit definitiv raus. Mit diesem Image dann auch Marketing zu betreiben finde ich keineswegs verwerflich.
Ich vermute, du hast das Gespräch nicht selbst gehört. Habe seine Antwort in Art und Tonfall keineswegs als herablassend wahrgenommen und er ist ja konkret gefragt worden, warum Andere es ihnen nicht gleich tun. Wir wurden da von Fragesteller Niko nur beispielhaft mit aufgeführt (neben Bremen, denen er selbst anhängt). An Hengen persönlich war Göttlichs Antwort sicher nicht adressiert. Ich persönlich finde allerdings, dass auch "wir" uns da angesprochen fühlen dürfen. Wer sich dadurch angegriffen fühlt, sei an Göttlichs Zitat erinnert: "Die empfinden Kritik als Kritik und als etwas böses und nicht als Feedback."
Sollte es 40.000 Genossenschaftler*Innen geben, haben auch 40.000 Mitspracherecht. Wieso sollte das anders sein, zwingt die Rechtsform sie nicht dazu (@FCK-Tribun )?
Zitat von SummaCumLautre
Wieso sollte das anders sein, zwingt die Rechtsform sie nicht dazu (@FCK-Tribun )?
Da bin ich leider der falsche Ansprechpartner. Zum einen habe ich das Interview bisher nicht angehört - werde ich aber definitiv nachholen -, zum anderen habe ich zu genossenschaftsrechtlichen Fragen im Grunde genommen nichts beizutragen. Auf Verdacht hin markiere ich aber mal @running-man und @BenMic . Wieso sollte das anders sein, zwingt die Rechtsform sie nicht dazu (@FCK-Tribun )?

Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCK-Tribun am 25.10.2024 um 18:37 Uhr bearbeitet Zitat von SummaCumLautre
Da eine Ausgliederung dort ausgeschlossen ist und bleibt, bleibt dort auch ein anderes Maß an Mitsprache bestehen. Zudem deren Strukturen sowieso näher an den Faninteressen orientiert agieren.
Das Sponsoring von Firmen wie Novoline wird aufgrund des dortigen Vergabeprozesses ausgeschlossen, jedes potentielle Sponsoring wird auf gewisse Werte genau geprüft. Novoline wäre somit definitiv raus. Mit diesem Image dann auch Marketing zu betreiben finde ich keineswegs verwerflich.
Ich vermute, du hast das Gespräch nicht selbst gehört. ...
Zitat von nordishLautrer
Weil dort die Fans eine tolle Mitsprache haben oder weil St. Pauli eine fast globale Marke ist und damit mehr Einnahmen durch Merch erzielt und bei Angeboten ala Novoline dann sagen kann: „machen wir nicht, weil wir geil sind“?
Ich habe echt nichts gegen St Pauli. Ich finde die sogar sehr sympathisch - besser als 98% des Rests der Vereine. Aber dass da ein Verantwortlicher anderen Vereinen Dinge vorwerfen muss („Angst vor vielen Stimmen“), um sich zu erhöhen, weiß nicht, hat ein Geschmäckle. Woher weiß der denn, wie es bei uns abläuft und was Hengen und Co. über „Stimmen“ und „die Gesellschaft“ denken? Kann sich bei uns nicht mehr jeder Fan auf der JHV melden und seine Stimme erheben?
Und: Zweitligisten sind Wirtschaftsunternehmen. Anders kannst du einen Profibetrieb gar nicht führen. So zu tun als könnten da 40.000 Leute mitreden, da lügt der sich doch selbst in die Tasche. Aber gut, klingt natürlich erst mal toll und Hengen ist wieder mal Schmuddelkind - etwas polemisch gesprochen.
Was nicht heißt, dass es in einigen Bereichen nicht doch funktionieren kann mit mehr Engagement von außen (siehe auch Union und die Stadion Renovierung mit Hilfe der Fans)
Zitat von SummaCumLautre
Einen Sponsor wie Novoline würde es bei St. Pauli übrigens niemals und unter gar keinen Umständen geben. Schaue da immer wieder mit wohlwollendem Neid in den Norden.
Einen Sponsor wie Novoline würde es bei St. Pauli übrigens niemals und unter gar keinen Umständen geben. Schaue da immer wieder mit wohlwollendem Neid in den Norden.
Weil dort die Fans eine tolle Mitsprache haben oder weil St. Pauli eine fast globale Marke ist und damit mehr Einnahmen durch Merch erzielt und bei Angeboten ala Novoline dann sagen kann: „machen wir nicht, weil wir geil sind“?
Ich habe echt nichts gegen St Pauli. Ich finde die sogar sehr sympathisch - besser als 98% des Rests der Vereine. Aber dass da ein Verantwortlicher anderen Vereinen Dinge vorwerfen muss („Angst vor vielen Stimmen“), um sich zu erhöhen, weiß nicht, hat ein Geschmäckle. Woher weiß der denn, wie es bei uns abläuft und was Hengen und Co. über „Stimmen“ und „die Gesellschaft“ denken? Kann sich bei uns nicht mehr jeder Fan auf der JHV melden und seine Stimme erheben?
Und: Zweitligisten sind Wirtschaftsunternehmen. Anders kannst du einen Profibetrieb gar nicht führen. So zu tun als könnten da 40.000 Leute mitreden, da lügt der sich doch selbst in die Tasche. Aber gut, klingt natürlich erst mal toll und Hengen ist wieder mal Schmuddelkind - etwas polemisch gesprochen.
Was nicht heißt, dass es in einigen Bereichen nicht doch funktionieren kann mit mehr Engagement von außen (siehe auch Union und die Stadion Renovierung mit Hilfe der Fans)
Da eine Ausgliederung dort ausgeschlossen ist und bleibt, bleibt dort auch ein anderes Maß an Mitsprache bestehen. Zudem deren Strukturen sowieso näher an den Faninteressen orientiert agieren.
Das Sponsoring von Firmen wie Novoline wird aufgrund des dortigen Vergabeprozesses ausgeschlossen, jedes potentielle Sponsoring wird auf gewisse Werte genau geprüft. Novoline wäre somit definitiv raus. Mit diesem Image dann auch Marketing zu betreiben finde ich keineswegs verwerflich.
Ich vermute, du hast das Gespräch nicht selbst gehört. ...
Das beantwortet aber nicht meine Frage. Wenn Pauli ein Verein wie jeder andere wäre und nicht mit Merch viel mehr Geld einnehmen würde als wir und andere vergleichbare Vereine, dann könnten die sich eventuell gar nicht leisten, einen Sponsor wie Novoline abzulehnen. Darauf wollte ich hinaus. Ich glaube, die können sich ihre Werte, vor deren Hintergrund sie Sponsoren prüfen, nur leisten, weil sie im Merchandising so stark aufgestellt sind und nicht, weil sie so ein heiliger Verein mit so tollen Werten und Mitsprache sind.
Ja, ich habe den Teil des Gesprächs gesehen. Er hätte auch antworten können, dass er zur Situation in Kaiserslautern, Hamburg und Co nichts sagen kann, weil er die Interna nicht kennt, und dann seine eigentliche Antwort geben können. Aber gut: Kann jeder anders sehen (hören), ob er sich da über andere Vereine erhöhen möchte.
Zu meiner "40.000" - die Frage ist halt, ob du einen Verein bzw eher einen großen Mittelständler, wie es Profi-Fußballvereine mittlerweile sind, wirklich mit 40.000 Leuten führen kannst, die dir ständig reinreden (könnten). Vllt habe ich da etwas allergisch reagiert, weil hier im Forum ja häufig die "fehlende Transparenz" kritisiert wird. Bei einigen Dingen - wie so einem Stadion-Modell – wird das sicher gehen. Aber bei vielen anderen Entscheidungen brauchst du wenige Leute, die Fachkenntnis haben und schnell eine Entscheidung treffen können - was der Göttlich ja auch sagt.
Ich finde das Pauli-Modell zum Stadion übrigens spannend - gar keine Frage.
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