Finanzen
22.07.2015 - 22:13 Uhr
Der Verkauf zum Buchwert wäre der Idealfall - nicht unbedingt ein realistisches Szenario. Die Stadt dürfte vermutlich nicht unter Buchwert verkaufen, sonst wäre es eine verdeckte Beihilfe. Einzige Ausnahme: Der reale Wert nach einer gutachterlichen Wertermittlung wäre geringer als der Buchwert.
Ob und in welcher Höhe die Stadiongesellschaft Tilgungen vereinbart hat, wissen wir nicht. Ob und in welcher Höhe daher noch Kredite offen stehen kann auch niemand sicher sagen. Die Darlehen zur Bemessungsgrundlage zu machen ginge nur, wenn man, wie Hegermeister, darin eine moralische Verpflichtung des FCK sieht, dafür zu sorgen dass die Stadt nicht auf Schulden sitzen bleibt oder wenn die Stadt dies zur Bedingung der Transaktion machen würde. OB eines der beiden realistisch ist, ist eine andere Frage.
Hinsichtlich der Bewertung stimme ich dir zu, natürlich ist das Stadion eine Sonderimmobilie. Deshalb hielt ich es ja auch für nicht realistisch, mit den Mieteinnahmen einen Erwerb zu einem solchen Preis zu realisieren. Das sollte ich vielleicht noch näher ausführen, was ich auch gleich tun würde. Wie gesagt, noch am ehesten vergleichen kann man das mit einem Fachmarkt auf der Grünen Wiese mit nur einem Mieter... aber selbst da gäbe es mehr Ersatzmieter im Ausfallsfall.
Ich bin von Mieteinnahmen von 1,5 Mio. EURO ausgegangen, obwohl die Miete höher liegt, weil im Vergleich zu normalen Immobilien wohl keine Nebenkosten wie Versicherungen und Schönheitsreparaturen (geschweige denn Sanierungen) umgelegt werden können. Das reduziert die tatsächliche Miete in meinen Augen schon. Aber selbst wenn ich eine Miete von 3,5 Millionen EURO unterstelle (was ja nur bei Erstligaaufenthalt erreicht und überschritten würde), käme es auf den Kaufpreis an.
Nimmt man Pulders Annahme von 80-100 Mio. offener Kredite und geht von einer nötigen Volltilgung aus, landet man wieder bei oder knapp unter dem 30-fachen. Aber selbst bei nur 50 Mio. EURO Kaufpreis wären wir knapp beim 15-fachen und das ist für eine derart alte Immobilie mit solchen Sondernutzungsumständen vermutlich immer noch nicht fremdinvestorfähig.
Hinsichtlich der Investorenfrage:
Meiner Ansicht nach kommt ein Investor wenn dann nur für das Gesamtpaket FCK in Frage und ich hielte das für den schlechtesten denkbaren Fall. Ein Investor will Rendite erwirtschaften. Diese würde aus dem kommen, was wir erwirtschaften und uns daher weiter schwächen. Zu glauben, dass wir einen geduldigen, freundlichen Geldgeber finden, der Jahre oder Jahrzehnte auf Rendite wartet ist unrealistisch.
Meine einzige Hoffnung im Falle einer Ausgliederung, der ich eher skeptisch gegenüberstehe, wäre, dass die Mehrheit der Aktien von FCK-Fans und lokalen Unternehmern erworben werden, die sich mehr emotional als wirtschaftlich entscheiden. Damit könnte Kapital eingesammelt werden, was als Spende sicher schwieriger wäre, da das Geld als Spende "weg" ist, wogegen eine Aktie ja zumindest einen Zweitmarktwert hat (der natürlich vom Erfolg abhängt, den der FCK hat). Die Dividenden könnte man in den ersten Jahren aussetzen und danach auf niedrigem Niveau (z.B. 1-2%) halten... Das hätte was.
Ob und in welcher Höhe die Stadiongesellschaft Tilgungen vereinbart hat, wissen wir nicht. Ob und in welcher Höhe daher noch Kredite offen stehen kann auch niemand sicher sagen. Die Darlehen zur Bemessungsgrundlage zu machen ginge nur, wenn man, wie Hegermeister, darin eine moralische Verpflichtung des FCK sieht, dafür zu sorgen dass die Stadt nicht auf Schulden sitzen bleibt oder wenn die Stadt dies zur Bedingung der Transaktion machen würde. OB eines der beiden realistisch ist, ist eine andere Frage.
Hinsichtlich der Bewertung stimme ich dir zu, natürlich ist das Stadion eine Sonderimmobilie. Deshalb hielt ich es ja auch für nicht realistisch, mit den Mieteinnahmen einen Erwerb zu einem solchen Preis zu realisieren. Das sollte ich vielleicht noch näher ausführen, was ich auch gleich tun würde. Wie gesagt, noch am ehesten vergleichen kann man das mit einem Fachmarkt auf der Grünen Wiese mit nur einem Mieter... aber selbst da gäbe es mehr Ersatzmieter im Ausfallsfall.
Ich bin von Mieteinnahmen von 1,5 Mio. EURO ausgegangen, obwohl die Miete höher liegt, weil im Vergleich zu normalen Immobilien wohl keine Nebenkosten wie Versicherungen und Schönheitsreparaturen (geschweige denn Sanierungen) umgelegt werden können. Das reduziert die tatsächliche Miete in meinen Augen schon. Aber selbst wenn ich eine Miete von 3,5 Millionen EURO unterstelle (was ja nur bei Erstligaaufenthalt erreicht und überschritten würde), käme es auf den Kaufpreis an.
Nimmt man Pulders Annahme von 80-100 Mio. offener Kredite und geht von einer nötigen Volltilgung aus, landet man wieder bei oder knapp unter dem 30-fachen. Aber selbst bei nur 50 Mio. EURO Kaufpreis wären wir knapp beim 15-fachen und das ist für eine derart alte Immobilie mit solchen Sondernutzungsumständen vermutlich immer noch nicht fremdinvestorfähig.
Hinsichtlich der Investorenfrage:
Meiner Ansicht nach kommt ein Investor wenn dann nur für das Gesamtpaket FCK in Frage und ich hielte das für den schlechtesten denkbaren Fall. Ein Investor will Rendite erwirtschaften. Diese würde aus dem kommen, was wir erwirtschaften und uns daher weiter schwächen. Zu glauben, dass wir einen geduldigen, freundlichen Geldgeber finden, der Jahre oder Jahrzehnte auf Rendite wartet ist unrealistisch.
Meine einzige Hoffnung im Falle einer Ausgliederung, der ich eher skeptisch gegenüberstehe, wäre, dass die Mehrheit der Aktien von FCK-Fans und lokalen Unternehmern erworben werden, die sich mehr emotional als wirtschaftlich entscheiden. Damit könnte Kapital eingesammelt werden, was als Spende sicher schwieriger wäre, da das Geld als Spende "weg" ist, wogegen eine Aktie ja zumindest einen Zweitmarktwert hat (der natürlich vom Erfolg abhängt, den der FCK hat). Die Dividenden könnte man in den ersten Jahren aussetzen und danach auf niedrigem Niveau (z.B. 1-2%) halten... Das hätte was.
Versicherungen und Schönheitsreparaturen trägt meines Wissens der Verein. Die Miete kann, denke ich, genau wie sie ist, als jährliche Ersparnis angesehen werden.
Ein Rückkauf des Stadions ist in jedem Fall sinnvoll, wenn man extrem hohe Sonereinnahmen erzielt, die man weder sinnvoll in den laufenden Geschäftsbetrieb einfließen noch zurücklegen kann, weil man dann sehr hohen Steuern zahlen müsste, und man parallel auch in der Lage ist, die Finanzierung des Restbetrags zu schultern. Der Investor ist da sicherlich das realistischste Szenario.
Dass ein Investor kein Interesse an einem Rückkauf hätte, glaube ich nicht. Es werden ja 3,6 Millionen Euro pro Jahr frei, die in die sportliche Substanz gesteckt werden können. Damit ließen sich die strategischen Ziele des Investors sicherlich besser erreichen, als mit einer Einmalzahlung, die aber strukturell nichts verbessert.
Beste Grüße
Lullaby
Ein Rückkauf des Stadions ist in jedem Fall sinnvoll, wenn man extrem hohe Sonereinnahmen erzielt, die man weder sinnvoll in den laufenden Geschäftsbetrieb einfließen noch zurücklegen kann, weil man dann sehr hohen Steuern zahlen müsste, und man parallel auch in der Lage ist, die Finanzierung des Restbetrags zu schultern. Der Investor ist da sicherlich das realistischste Szenario.
Dass ein Investor kein Interesse an einem Rückkauf hätte, glaube ich nicht. Es werden ja 3,6 Millionen Euro pro Jahr frei, die in die sportliche Substanz gesteckt werden können. Damit ließen sich die strategischen Ziele des Investors sicherlich besser erreichen, als mit einer Einmalzahlung, die aber strukturell nichts verbessert.
Beste Grüße
Lullaby
Zitat von Lullaby
Versicherungen und Schönheitsreparaturen trägt meines Wissens der Verein. Die Miete kann, denke ich, genau wie sie ist, als jährliche Ersparnis angesehen werden.
Ein Rückkauf des Stadions ist in jedem Fall sinnvoll, wenn man extrem hohe Sonereinnahmen erzielt, die man weder sinnvoll in den laufenden Geschäftsbetrieb einfließen noch zurücklegen kann, weil man dann sehr hohen Steuern zahlen müsste, und man parallel auch in der Lage ist, die Finanzierung des Restbetrags zu schultern. Der Investor ist da sicherlich das realistischste Szenario.
Dass ein Investor kein Interesse an einem Rückkauf hätte, glaube ich nicht. Es werden ja 3,6 Millionen Euro pro Jahr frei, die in die sportliche Substanz gesteckt werden können. Damit ließen sich die strategischen Ziele des Investors sicherlich besser erreichen, als mit einer Einmalzahlung, die aber strukturell nichts verbessert.
Beste Grüße
Lullaby
Versicherungen und Schönheitsreparaturen trägt meines Wissens der Verein. Die Miete kann, denke ich, genau wie sie ist, als jährliche Ersparnis angesehen werden.
Ein Rückkauf des Stadions ist in jedem Fall sinnvoll, wenn man extrem hohe Sonereinnahmen erzielt, die man weder sinnvoll in den laufenden Geschäftsbetrieb einfließen noch zurücklegen kann, weil man dann sehr hohen Steuern zahlen müsste, und man parallel auch in der Lage ist, die Finanzierung des Restbetrags zu schultern. Der Investor ist da sicherlich das realistischste Szenario.
Dass ein Investor kein Interesse an einem Rückkauf hätte, glaube ich nicht. Es werden ja 3,6 Millionen Euro pro Jahr frei, die in die sportliche Substanz gesteckt werden können. Damit ließen sich die strategischen Ziele des Investors sicherlich besser erreichen, als mit einer Einmalzahlung, die aber strukturell nichts verbessert.
Beste Grüße
Lullaby
Wo siehst Du in nächster Zeit Sondereinnahmen ?
Ich sehe eher das Szenario, dass wir aufgrund weniger Fernsehgelder und bei weiterem durchschnittlichen
sportlichen Saisonverlauf Zuschauermindereinnahmen auf den beiden größten Ertragsfeldern hätten, die
ausgeglichen werden müssten ( Transferüberschüsse ).
Was mich auch negativ stimmt, ist die Zweckentfremdung der Anleihe zur Liquiditätsüberbrückung.
Wenn es in einem Wirtschaftsunternehmen, und das ist der FCK, anfängt zu kriseln, dann sind die ersten
Anzeichen immer in der Liquidität zu erkennen, Hin-, Her- und Hinausschieben. Das ganze kombiniert
mit möglichst hoher Intransparenz.
Einen Investor muss man von seiner Investition und einer gesicherten Rendite überzeugen und wir haben
doch schon lange keinen Focus mehr.
Da du offensichtlich Schwierigkeiten hast, der Diskussion zu folgen: sie bezog sich auf Sinn und Unsinn der Ausgliederung und eines potenziellen Verkaufs von Anteilen zum jetzigen oder einem anderen Zeitpunkt. Ich habe mehrfach klar gestellt, dass ein Verkauf von Anteilen für mich nur Sinn ergibt, wenn wir uns wieder weitgehend in der ersten Liga etabliert haben. Wo sehe ich also in nächster Zeit Sondereinnahmen? Nirgends. Diese Antwort ergibt sich zwangsläufig aus meinen anderen Posts.
Beste Grüße
Lullaby
Zitat von Lullaby
Da du offensichtlich Schwierigkeiten hast, der Diskussion zu folgen: sie bezog sich auf Sinn und Unsinn der Ausgliederung und eines potenziellen Verkaufs von Anteilen zum jetzigen oder einem anderen Zeitpunkt. Ich habe mehrfach klar gestellt, dass ein Verkauf von Anteilen für mich nur Sinn ergibt, wenn wir uns wieder weitgehend in der ersten Liga etabliert haben. Wo sehe ich also in nächster Zeit Sondereinnahmen? Nirgends. Diese Antwort ergibt sich zwangsläufig aus meinen anderen Posts.
Beste Grüße
Lullaby
Da du offensichtlich Schwierigkeiten hast, der Diskussion zu folgen: sie bezog sich auf Sinn und Unsinn der Ausgliederung und eines potenziellen Verkaufs von Anteilen zum jetzigen oder einem anderen Zeitpunkt. Ich habe mehrfach klar gestellt, dass ein Verkauf von Anteilen für mich nur Sinn ergibt, wenn wir uns wieder weitgehend in der ersten Liga etabliert haben. Wo sehe ich also in nächster Zeit Sondereinnahmen? Nirgends. Diese Antwort ergibt sich zwangsläufig aus meinen anderen Posts.
Beste Grüße
Lullaby
Vielen Dank.
Dann sollten wir die Diskussion weiterführen, wenn wir in der 1. Liga oder CL sind. Ansonsten ist es
nämlich nur heiße Luft.
Wenn Du von Sondereinnahmen schreibst, die zu einem zu versteuernden Gewinn führen werden, dann
solltest Du sie benennen können. Es wird schwierig sein einen Investor zu finden, der uns 25-30 Mios.
übergibt, auf Zinsen verzichtet und mit der Rendite wartet bis wir CL spielen.
Wo hier gerade von Sondereffekten gesprochen wird, in Verbindung mit Mietzahlungen an die Stadiongesellschaft.
Werden diese Sonderzahlungen an die Stadiongesellschaft nur an sportlichen Erfolg, wie DFB-Pokal, geknüpft oder auch bei hohen Transfereinnahmen fällig?
Sprich, kann es sein, dass ein Teil unseres Transferüberschusses für Miet-Sonderzahlungen verwendet werden (müssen)?
edit: rund um einen möglichen Trapp-Deal zu Schalke stand sowas doch im Raum, allerdings galt da noch der alte Mietvertrag.
Werden diese Sonderzahlungen an die Stadiongesellschaft nur an sportlichen Erfolg, wie DFB-Pokal, geknüpft oder auch bei hohen Transfereinnahmen fällig?
Sprich, kann es sein, dass ein Teil unseres Transferüberschusses für Miet-Sonderzahlungen verwendet werden (müssen)?
edit: rund um einen möglichen Trapp-Deal zu Schalke stand sowas doch im Raum, allerdings galt da noch der alte Mietvertrag.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 18.09.2015 um 21:10 Uhr bearbeitet Zitat von Hegermeister
Wo hier gerade von Sondereffekten gesprochen wird, in Verbindung mit Mietzahlungen an die Stadiongesellschaft.
Werden diese Sonderzahlungen an die Stadiongesellschaft nur an sportlichen Erfolg, wie DFB-Pokal, geknüpft oder auch bei hohen Transfereinnahmen fällig?
Sprich, kann es sein, dass ein Teil unseres Transferüberschusses für Miet-Sonderzahlungen verwendet werden (müssen)?
edit: rund um einen möglichen Trapp-Deal zu Schalke stand sowas doch im Raum, allerdings galt da noch der alte Mietvertrag.
Wo hier gerade von Sondereffekten gesprochen wird, in Verbindung mit Mietzahlungen an die Stadiongesellschaft.
Werden diese Sonderzahlungen an die Stadiongesellschaft nur an sportlichen Erfolg, wie DFB-Pokal, geknüpft oder auch bei hohen Transfereinnahmen fällig?
Sprich, kann es sein, dass ein Teil unseres Transferüberschusses für Miet-Sonderzahlungen verwendet werden (müssen)?
edit: rund um einen möglichen Trapp-Deal zu Schalke stand sowas doch im Raum, allerdings galt da noch der alte Mietvertrag.
Beim Trappdeal stand im Raum, dass der FCK sich verpflichtete Besserungsscheine im Falle hoher Transfereinnamen zu bedienen.
Laut Bekanntmachungen sind Sonderzahlungen bei der Pacht nur bei sportlichem Erfolg fällig. Verbindlichkeiten sind zur Zeit nur fristgerecht zu tilgen. Aber ich frage mich, ob bei weiteren Transferüberschüssen in dieser Größenordnung irgendwelche künftigen Stundungen möglich sind.
Zitat von Lullaby
Versicherungen und Schönheitsreparaturen trägt meines Wissens der Verein. Die Miete kann, denke ich, genau wie sie ist, als jährliche Ersparnis angesehen werden.
Versicherungen und Schönheitsreparaturen trägt meines Wissens der Verein. Die Miete kann, denke ich, genau wie sie ist, als jährliche Ersparnis angesehen werden.
Wenn das aber so ist, dann ist der hier oft in Ansatz gebrachte reine Mietbetrag für das Stadion in den Kalkulationen zu wenig und müsste nochmal deutlich höher angesetzt werden (was womöglich manches erklären könnte).
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