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Ex-Lautrer

31.07.2015 - 09:17 Uhr
Ex-Lautrer |#7881
02.11.2022 - 08:43 Uhr
Zitat von Lullaby

Zitat von Miltiades

Mit der Verpflichtung von Antwerpen, unter Umgehung von Notzon, hat Merk z.B. nicht als Teamplayer agiert, sondern als „Sonnenkönig“. Trotzdem war die Entscheidung richtig und wichtig. Im Team zu spielen, heißt nicht automatisch erfolgreich zu spielen. Manche Entscheidungen muss man einsam treffen, denn am Ende hält man auch allein den Kopf hin.


Merk hat Notzon aber auch nicht eingestellt. Stefan Kuntz hatte die Chance, offene Stellen mit kompetenten Mitarbeitern zu besetzen. Stattdessen hat er vor allem Mitarbeiter genommen, die ihm gegenüber persönlich loyal sind, unabhängig von ihrer Qualifikation, und das ist einer der Aspekte, die zu seinem unrühmlichen Ende beigetragen haben.

Oder anders formuliert: wenn du nur von Trotteln umgeben bist, musst du am Ende alles selbst machen, damit es richtig gemacht ist. Wenn du aber derjenige bist, der die Trottel eingestellt und ihnen ihre Aufgaben zugewiesen hat, fällt das Desaster selbstverständlich auch auf dich zurück.

Beste Grüße
Lullaby

Ich stimme dir und @Newtrial zu. Für mich steht es auch außer Frage, dass Stefan Kuntz lieber auf Leute gesetzt hat, die ihn in seinem Kurs unterstützten und die keine Schwierigkeiten gemacht haben. Das ist ein Phänomen, dass man z.B. in der Politik sehr häufig beobachten kann. Dafür gibt es Gründe, die nachvollziehbar sind. In einem Verein, wo du sowieso ständig gegen tausend Widerstände ankämpfen musst und hinter jedem Baum jemand lauert, der an deinem Stuhl sägt, holst du dir den Ärger nicht auch noch freiwillig ins Boot.
Das es dafür auch noch andere Gründe gegeben haben mag, will ich gar nicht ausschließen. Die langfristigen Probleme, die mit solchen Führungsstrukturen verbunden sind, liegen auf der Hand und haben sich voll realisiert. Die eigentliche Ursache dafür sehe ich aber weniger in der Person von Stefan Kuntz, sondern vor allem in den, hoffentlich überwundenen, damaligen Strukturen des FCK. Das es nahezu unmöglich war, diesen Verein „normal“ zu führen, haben die darauffolgenden Jahre doch eindrücklich gezeigt. Man ist unmittelbar in die gleichen desaströsen Zustände zurückgefallen, die bereits vor 2008 bestanden. Scheinbar brauchte es erst den totalen Absturz. Das ist zumindest meine Wahrnehmung gewesen, verkürzt wiedergegeben.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Miltiades am 02.11.2022 um 08:51 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#7882
02.11.2022 - 09:09 Uhr
Zitat von Miltiades
Die langfristigen Probleme, die mit solchen Führungsstrukturen verbunden sind, liegen auf der Hand und haben sich voll realisiert. Die eigentliche Ursache dafür sehe ich aber weniger in der Person von Stefan Kuntz, sondern vor allem in den, hoffentlich überwundenen, damaligen Strukturen des FCK.
Da will ich widersprechen. Das Schiff ist Leck geschlagen mit dem Abgang von Dr. Ohliger und voll gelaufen mit der Anstellung von PowerPoint-Fritzel. Statt einen Fachmann oder eine Fachfrau ans Finanzruder zu lassen, hat Kuntz diesen Hütchenspieler ins Boot geholt und an ihm festgehalten, selbst dann noch, als seine Inkompetenz für jeden, der sich einigermaßen mit der Materie auseinandersetzte, offensichtlich gewesen ist. Diese Personalie ist aus meiner Sicht hauptverantwortlich für den Niedergang von Stefan Kuntz als VV und den des FCK insgesamt. Demgegenüber sind die Personalien Lelle, Haber, Schupp und wen auch immer man als Kuntz-Günstling bezeichnen will, wirklich zu vernachlässigen.

Dass Kuntz als VV auch falsche Entscheidungen bei Transfers gemacht hat, geschenkt. Davor ist kein sportlicher Leiter gefeit. Aber das hätte der FCK überstanden, hätte da einer an der Registrierkasse gesessen, der den Inhalt der Geldschublade seriös verwaltet hätte.

•     •     •

Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
•••
Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 02.11.2022 um 09:14 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#7883
02.11.2022 - 09:13 Uhr
Zitat von Miltiades
Zitat von Lullaby

Zitat von Miltiades

Mit der Verpflichtung von Antwerpen, unter Umgehung von Notzon, hat Merk z.B. nicht als Teamplayer agiert, sondern als „Sonnenkönig“. Trotzdem war die Entscheidung richtig und wichtig. Im Team zu spielen, heißt nicht automatisch erfolgreich zu spielen. Manche Entscheidungen muss man einsam treffen, denn am Ende hält man auch allein den Kopf hin.


Merk hat Notzon aber auch nicht eingestellt. Stefan Kuntz hatte die Chance, offene Stellen mit kompetenten Mitarbeitern zu besetzen. Stattdessen hat er vor allem Mitarbeiter genommen, die ihm gegenüber persönlich loyal sind, unabhängig von ihrer Qualifikation, und das ist einer der Aspekte, die zu seinem unrühmlichen Ende beigetragen haben.

Oder anders formuliert: wenn du nur von Trotteln umgeben bist, musst du am Ende alles selbst machen, damit es richtig gemacht ist. Wenn du aber derjenige bist, der die Trottel eingestellt und ihnen ihre Aufgaben zugewiesen hat, fällt das Desaster selbstverständlich auch auf dich zurück.

Beste Grüße
Lullaby

Ich stimme dir und @Newtrial zu. Für mich steht es auch außer Frage, dass Stefan Kuntz lieber auf Leute gesetzt hat, die ihn in seinem Kurs unterstützten und die keine Schwierigkeiten gemacht haben. Das ist ein Phänomen, dass man z.B. in der Politik sehr häufig beobachten kann. Dafür gibt es Gründe, die nachvollziehbar sind. In einem Verein, wo du sowieso ständig gegen tausend Widerstände ankämpfen musst und hinter jedem Baum jemand lauert, der an deinem Stuhl sägt, holst du dir den Ärger nicht auch noch freiwillig ins Boot.
Das es dafür auch noch andere Gründe gegeben haben mag, will ich gar nicht ausschließen. Die langfristigen Probleme, die mit solchen Führungsstrukturen verbunden sind, liegen auf der Hand und haben sich voll realisiert. Die eigentliche Ursache dafür sehe ich aber weniger in der Person von Stefan Kuntz, sondern vor allem in den, hoffentlich überwundenen, damaligen Strukturen des FCK. Das es nahezu unmöglich war, diesen Verein „normal“ zu führen, haben die darauffolgenden Jahre doch eindrücklich gezeigt. Man ist unmittelbar in die gleichen desaströsen Zustände zurückgefallen, die bereits vor 2008 bestanden. Scheinbar brauchte es erst den totalen Absturz. Das ist zumindest meine Wahrnehmung gewesen, verkürzt wiedergegeben.


Ich finde es schwierig, zu beurteilen, in wie weit das an Personen liegt. Die Struktur war ja Kuntz/Ohliger, und auch wenn Kuntz zu Beginn schnell seine Buddies Haber, Lelle und Hoffmann untergebracht hat, war da eben noch ein Gegengewicht. Das hat Fritzchen aber eben nicht mehr dargestellt, und der Aufsichtsrat mal garnicht.

Letzten Endes bist du nun mal von Personen abhängig. Bei uns bestehen Abhängigkeiten zu individuellen Investoren. Der Rest des Beirats ist von der gleichen Struktur gewählt, die auch die ganzen anderen Heinis ins Amt gehievt hat, die zwischen 1998 und 2021 am Niedergang gewerkelt haben. Das Problem hast du im Profifußball denke ich weitgehend überall, nur die Konsequenz, mit der bei uns über 20 Jahre lang schlecht gearbeitet wurde, ist ziemlich einzigartig. Und die Ära Kuntz/Ohliger sticht da tatsächlich als einzige positiv heraus.

Beste Grüße
Lullaby
Ex-Lautrer |#7884
02.11.2022 - 12:02 Uhr
Ein gestandener Fachmann für Finanzen hätte verschiedene Konstruktionen wahrscheinlich nicht so ohne Weiteres mitgetragen. Für Grünwalt war der FCK das ganz große Los und mehrere Nummern zu groß. Der Kurs von Kuntz war als Ritt auf der Rasierklinge angelegt. Da sind Bedenkenträger eher hinderlich. Aus meiner Sicht gab es in der damaligen Situation dazu aber kaum Alternativen und mit einem Quäntchen mehr Glück wäre der Plan womöglich aufgegangen. Wenn du den Niedergang dagegen nur verwaltest und jedem Risiko aus dem Weg gehst, machst du dich natürlich auch nicht angreifbar.
Ex-Lautrer |#7885
02.11.2022 - 12:24 Uhr
Zitat von Miltiades
Ein gestandener Fachmann für Finanzen hätte verschiedene Konstruktionen wahrscheinlich nicht so ohne Weiteres mitgetragen. Für Grünwalt war der FCK das ganz große Los und mehrere Nummern zu groß. Der Kurs von Kuntz war als Ritt auf der Rasierklinge angelegt. Da sind Bedenkenträger eher hinderlich. Aus meiner Sicht gab es in der damaligen Situation dazu aber kaum Alternativen und mit einem Quäntchen mehr Glück wäre der Plan womöglich aufgegangen. Wenn du den Niedergang dagegen nur verwaltest und jedem Risiko aus dem Weg gehst, machst du dich natürlich auch nicht angreifbar.


Ein gestandener Fachmann mit Führungsqualitäten wäre sicherlich in der Lage gewesen, Notwendigkeiten zu erkennen. Der hätte sicher nicht alles mitgetragen, aber auch verstanden, dass man in Liga 2 mit simplen Ausgabenreduktionen nicht ohne Weiteres schwarze Zahlen schreiben kann. Und ja, mit etwas mehr Glück wäre der Plan ggf. aufgegangen. Glück ist dummerweise nichts, was man einplanen kann, weshalb man sich darauf auch nicht verlassen sollte.

Neben de Fehlen eines Geschäftsführers, der mit Kuntz auf Augenhöhe ist, ist aber auch sehr problematisch, dass an vielen Stellen eben Personen eingestellt wurden, die weniger durch ihre fachliche Qualifikation als vielmehr durch ihre Nähe zum VV hervorstachen. Und das führt dazu, dass auch innerhalb der Strukturen keine Korrekturmechanismen etabliert werden, weil einerseits die Fachkompetenz fehlt, um die Situation ausreichend gut beurteilen zu können, andererseits persönliche Loyalitäten allzu harter Kritik vorbeugen. Wenn ich weiß, dass ich den lukrativen Job nur dank Stefan Kuntz habe, werde ich mich hüten, den Job zu gefährden, indem ich allzu deutlich auf Fehlentwicklungen hinweise.

Am Ende bin ich mir sicher, dass Stefan Kuntz keinen bösen Willen hatte, aber eben auch keinerlei Erfahrung mit der Führung eines Unternehmens mit 30 Millionen Euro Jahresumsatz. Ein erfahrenerer, stärkerer Ersatz für Ohliger hätte da Not getan. So hat Kuntz aber am Grab mitgeschaufelt.

Beste Grüße
Lullaby
Ex-Lautrer |#7886
02.11.2022 - 17:40 Uhr
Zitat von Lullaby
Am Ende bin ich mir sicher, dass Stefan Kuntz keinen bösen Willen hatte, aber eben auch keinerlei Erfahrung mit der Führung eines Unternehmens mit 30 Millionen Euro Jahresumsatz. Ein erfahrenerer, stärkerer Ersatz für Ohliger hätte da Not getan. So hat Kuntz aber am Grab mitgeschaufelt.
Das kann man vorbehaltlos unterschreiben. Und dass Stefan Kuntz als Fußballer eine der größten Vereinslegenden ist, daran ändert dieses Fazit ja nichts.

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
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Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.
Ex-Lautrer |#7887
05.11.2022 - 14:26 Uhr
https://www.transfermarkt.de/nach-europa-league-spiel-in-belgien-union-berlin-vorerst-ohne-ronnow-und-schafer/view/news/413362

Lennart Grill macht am Sonntag schon sein 4. Pflichtspiel diese Saison, die Leihe scheint die richtige Wahl gewesen zu sein.
Gerade jetzt wo Union so im Fokus steht kann er zeigen was er drauf hat.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Laurids am 05.11.2022 um 14:28 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#7888
06.11.2022 - 17:12 Uhr
Zitat von Laurids
https://www.transfermarkt.de/nach-europa-league-spiel-in-belgien-union-berlin-vorerst-ohne-ronnow-und-schafer/view/news/413362

Lennart Grill macht am Sonntag schon sein 4. Pflichtspiel diese Saison, die Leihe scheint die richtige Wahl gewesen zu sein.
Gerade jetzt wo Union so im Fokus steht kann er zeigen was er drauf hat.


Lese nur das Ergebnis. Fünf Gegentore. Scheint nicht sein Tag zu sein heute.

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FORZA FCK!!! Lautre ist widder do.
Ex-Lautrer |#7889
06.11.2022 - 17:45 Uhr
Zitat von YNWA68
Zitat von Laurids

https://www.transfermarkt.de/nach-europa-league-spiel-in-belgien-union-berlin-vorerst-ohne-ronnow-und-schafer/view/news/413362

Lennart Grill macht am Sonntag schon sein 4. Pflichtspiel diese Saison, die Leihe scheint die richtige Wahl gewesen zu sein.
Gerade jetzt wo Union so im Fokus steht kann er zeigen was er drauf hat.


Lese nur das Ergebnis. Fünf Gegentore. Scheint nicht sein Tag zu sein heute.


Nicht zu vergessen, der riesen Bock, wo er einer auf Gerry E. dem gegenspieler entgegen sprintet und dann den Ball doch noch verliert. Was quasi zum Gegentor führtaugen-zuhaltenaugen-zuhalten

War echt ein gebrauchter Tag für Union.

Gruß aus dem Roiland

BB

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" Di Palz iss dort, wo en Pälzer grade iss "


FCK Mitglied seit 25.04.2008
Ex-Lautrer |#7890
07.11.2022 - 11:39 Uhr
Ja, er wirkte ziemlich unsicher. Und sein kapitaler Fehler, der zum 2:0 führt war schließlich spielentscheidend.
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