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Corona - Sammelthread

11.03.2020 - 08:05 Uhr
Corona - Sammelthread |#4911
09.05.2020 - 09:52 Uhr
Zitat von _borusse_
Zitat von MightyMouse7

"ROY (der von Siegfried & Roy) stirbt an Covid-19-Erkrankung" augen-zuhalten

"Eilmeldung:" augen-zuhalten

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-magier-roy-horn-tot-covid-19-100.html

Tja echt tückisch dieses Virus, wenn jetzt sogar schon Eilmeldungen rauskommen, die deutlich aufzeigen das ein 75-jähriger, der irgendwann mal ein ernstes Problem mit einem Tiger hatte schlußendlich von diesem Killervirus hingerichtet wurde....... augen-zuhalten


Vlt hat der Typ für die Welt einfach eine andere Bedeutung als für dich? Mich juckt es auch nicht. Aber wir wissen alle was du und andere von dem Virus halten. Da muss man nicht jede Newsmeldung nutzen um seine Meinung dazu abzugeben. Gerade bei dem Thema kann man sich auch mal zurück halten.

Wenn irgendwann Neven stirbt, werden meine Kinder auch sagen: "Wenn juckts?" Ich werde mich trotzdem an ihn erinnern


Sorry - mein Fehler!

Ich dachte nur Verschwörungstheoretiker dürften die Medien für sich mißbrauchen ...grins

•     •     •

Mancher kennt nur 3 Farben: schwarz/weiß + rosarot!

Das dumme ist nur, daß das Leben oft zu über 95 % aus Realität besteht!
Corona - Sammelthread |#4912
09.05.2020 - 09:58 Uhr
Zitat von BvB__AllStarz

Also ich kann mich noch gut daran erinnern wie hier im Thread hochgerechnet wurde zu Beginn der Krise und einem offenen Verlauf.
Verdopplungszeit alle 3 Tage und nehmen wir eine Verschiebung des Pandemiebeginns um 2 Monate
1 Infizierter * 2 hoch 19 zwinker
Eine Verschiebung um 3 Monate >> 1 Infizierter * 2 hoch 29
1000 Infizierte nach 3 Monaten....ist das ernst gemeint?? Bevor ich mich mit dem Rest des Beitrags beschäftige, würde ich gerne deine Rechnung sehen.


Zitat von idgaf19
@Baskball
Wie gesagt hatte in Mathe im Abi ja nur 5pkte und exponentialrechnungen waren nicht mein Fachgebiet, aber wenn das Virus sich sooo rasend schnell ausbreitet mit BasisR = 2.5-3 , wie kann man dann selbst bei anfänglichen "Einzelfällen" nach 3 Monaten (ca 90 Tage) nur bei 1000 fällen sein?? Gehen wir mal von 2 fällen unabhängig voneinander aus, dann hätte man ja allerspätestens nach 14 Tagen schon 1000 infizierte! Nach 3 Monaten halt exponentiell mehr! Also irgendetwas in Deiner Rechnung stimmt nicht....


Da die beiden Antworten auf dieselbe Fragestellung abzielen, eine gemeinsame Antwort:

Reproduktionsraten bedeuten für den Einzelfall recht wenig. Lass von bspw. 2 Fällen in Deutschland mal einen Symptome bekommen und niemanden infizieren und den Zweiten generell wenig Kontakte haben. Dann werden aus zwei aktiven Fällen binnen der ersten Woche schnell mal nur noch einer nach zwei Wochen, nach drei Wochen dann vielleicht drei und nach vier Wochen vielleicht erst 10.

Generell bedeutet ein in Europa aufgetretener Fall ja auch keineswegs, dass derjenige das Virus hierzulande noch weiterverbreiten konnte. Nehmen wir mal das Beispiel der Militärweltspiele in Wuhan, Ende Oktober. Von dort gab es ja inzwischen vereinzelte Meldungen über Symptome bei Teilnehmern. Nur wieviele davon sind innerhalb der hochinfektiösen Tage schon wieder in ihr Land zurückgekehrt? Wieviele waren überhaupt noch ansteckend als sie hier in Europa ankamen? Da kann es am Ende durchaus 20 hier nachweisbare Fälle geben, von denen in Europa aber überhaupt nur 1-2 noch ansteckend waren und selbst deren Ansteckungszeitraum bereits eingeschränkt war.

Unterm Strich weiß man doch einfach viel zu wenig über diese Fälle um daraus irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen. Wenn man sieht wie rasend sich der Virus derzeit weltweit verbreitet, so gibt es wenig Anlass um die Basisreproduktionsraten infrage zu stellen. Insofern erübrigt sich doch eigentlich eine Diskussion über eine massive Verbreitung vor etlichen Monaten. Das mag eine nette Spielerei sei, mehr aber auch nicht. Der massive Anstieg von Fällen, Krankenhauspatienten, Todesfällen und auch der Übersterblichkeit gibt sehr klaren Aufschluss darüber (zumindest in Ländern, die die nötigen Zahlen vertrauenswürdig mitteilen), ab wann sich der Virus stark verbreitet hat.

•     •     •

"Wir, also der Teil der User, für den ich glaube zu sprechen, möchten nicht als Resonanzkörper fungieren für notorisch Unzufriedene, die einfach ihre Wut auskotzen. Das entspricht nicht der Idee, die hinter so einem Forum steht."

Zitat von Zweitligameister aus dem Freiburg-Forum, das sich inzwischen auf erschreckend viele andere Foren übertragen lässt.
Corona - Sammelthread |#4913
09.05.2020 - 10:09 Uhr
Zitat von BvB__AllStarz
Und nun bahnt sich auch noch der absolute Hammer an, sollten sich die immer konkreter werdenden Vermutungen bestätigen:

Das Coronavirus hat sich vermutlich schon ab Oktober 2019 weltweit verbreitet — zeigen Genanalysen


Nein, bahnt er sich nicht. Das Coronavirus, das in Europa und den USA verbreitet ist, ist offenbar nicht der gleiche genetische Strang wie das erste, sondern ist wohl Anfang Februar mutiert, und dadurch wesentlich ansteckender geworden. Selbst wenn die Novemberfunde also tatsächlich SARS-CoV2 wären - was umstritten ist - ist das im Prinzip egal. Denn sonderlich viel Einfluss bezüglich Immunität kann es nicht erzielt haben. Im Coronomics-Podcast hat Andreas Backhaus (Mitarbeiter am BiB) vorgestern durchblicken lassen, dass die Münchner Antikörperstudie offenbar bei nur 1-2% der Getesteten Antikörper gefunden hat, das passt nicht zu einer hohen Dunkelziffer.
Die "November"-Theorie kann ja auch überhaupt nicht erklären, warum die CFR, und auch die Übersterblichkeit, erst im März so explodiert ist, wenn das Virus ja angeblich schon vier Monate ohne Probleme verbreitet wird. Oder meint hier jemand, dass das Virus erstmal vier Monate lang grassiert und sich danach einfach so entscheidet, tödlich zu werden? Oder wie erklärt man sonst diesen rapiden Anstieg?

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Fan vom BVB und den roten Teufeln.
Corona - Sammelthread |#4914
09.05.2020 - 10:15 Uhr
Ich bin sehr zufrieden mit dem aktuellen Stand der Dinge, außer das ich dieses Wettrennen der Öffnungen nicht nachvollziehen kann. Dies scheint mir mehr Wahlkampf denn Pandemie-Bekämpfung zu sein, aber seis drum.

Die Zahl der aktiven fälle ist mittlerweile bei ca 20.000, das Infektionsgeschehen ist relativ überschaubar.

Hoffen wir mal das die nächsten 2-3 Wochen weiter so gut laufen, dann kann D ein Stück weit als Gewinner der Krise hervorgehen.

Was mich nach wie vor stuzig macht sind die ausbleibenden Massentestungen bzw repräsentativen Studien. Scheint wo9hl kein gesteigertes Interesse dran zu bestehen. Warum auch immer.
Corona - Sammelthread |#4915
09.05.2020 - 10:40 Uhr
In der Süddeutschen (leider Paywall) war schon am 3.4. ein Bericht, nach dem in chinesischen Regierungsunterlagen der erste Patient am 17. November dokumentiert wurde.

Zitat von Süddeutsche

Immer wieder werden Forscherteams später die Angaben zum Patienten null nach vorne korrigieren. Die genauen Umstände sind bis heute nicht bekannt. Doch die Zeitung South China Morning Post in Hongkong hat Unterlagen der Regierung einsehen können. Darin erwähnt Chinas Staatsführung einen ersten Infizierten am 17. November. Patient null soll ein Mann aus der Provinz Hubei sein, 55 Jahre alt.


Was die Resultate aus Paris angeht oder gar andere noch frühere Fälle, würde ich auch erstmal abwarten, ob sich das so bestätigt. Nicht nur Drosten, sondern auch andere Labors haben schon vorher Proben aus dem Dezember nachgetestet und keine Fälle gefunden.

Völlig unsinnig finde ich es, im Nachhinein auf Basis von Erkenntnissen, die zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung noch nicht vorlagen, irgendwelche politischen Entscheidungen neu zu bewerten. Also sorry, was soll das, diese Besserwisserei in Hindsight? Es kann niemand hellsehen, jeder muss nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Kritisieren kann man durchaus, dass trotz Pandemiegutachten vom RKI offenbar die Vorbereitung nicht ausreichend war, oder auf Warnungen von Fachleuten zu spät reagiert wurde. Aber doch nicht, dass man Daten nicht berücksichtigt hat, die noch gar nicht bekannt waren.

Da würde ich von dir doch gern mal genauer wissen, was du an Maßnahmen ergriffen hättest, @BvB__AllStarz ? Karneval in NRW absagen, obwohl zu dem Zeitpunkt außerhalb Bayerns kein einziger Fall bekannt war, und selbst in Bayern seit zwei Wochen Ruhe war? Auf welcher Rechtsgrundlage?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Flutlicht09 am 09.05.2020 um 10:54 Uhr bearbeitet
Corona - Sammelthread |#4916
09.05.2020 - 10:53 Uhr
Zitat von BvB__AllStarz

Würde ich sofort so unterschreiben, wenn es uns ohne Vorwarnung aus dem Nichts erwischt hätte. Das genaue Gegenteil war der Fall und man muss sich wirklich immer wieder aufs Neue fragen wie blöd Menschen eigentlich sein können?!

#1 2002/03 Sars
#2 2006 Vogelgrippe
#3 2009/10 Schweinegrippe-Pandemie
#4 2012/13 Mers
#5 2013 Risikoanalyse "Pandemie durch Virus Modi-SARS" der Bundesregierung
#6 2019 Im März veröffentliche Studie chinesischer Wissenschaftler, die man als Drehbuch hätte nehmen können für das aktuelle Covid-19 Virus
#7 2019 Im Dezember der Wuhan-Ausbruch, den man als übergroße, blinkende Reklametafel mit der Aufschrift "Stellt das Bier kalt...wir kommen vorbei" bezeichnen kann
#8 2020 Am 28. Januar der erste Infizierte in Deutschland und gleichzeitig die allerletzte Ankündigung "No bat, no party!"

Aber was sind schon 8 Vorboten, die machen uns in Deutschland noch lange nicht nervös. Im Gegenteil, man ist sich so sicher, dass man im Februar erstmal über 10 Tonnen medizinische Ausrüstung als Hilfslieferung nach China fliegt und Ende des Monats die meistbesuchte Großveranstaltung des Jahres feiert, Karneval.

Im März erwischt uns dann ein völlig neues, unbekanntes Virus mit komplett heruntergelassener Hose.....
Der 23. März steht dabei als Sinnbild für diese Krise:
>>> 18 Jahre hatte man Zeit um sich eine Verteidigungsstrategie zu überlegen um das Virus entweder aus Deutschland fernzuhalten oder es mit den richtigen Waffen zu bekämpfen. Stattdessen kommen wir mit einem Messer zu einer Schießerei....und sperren die komplette Bevölkerung weg vor Covid-19.

Ich würde all das wirklich gerne verstehen, nur fehlt mir dafür komplett die Fantasie. Ich will gar nicht wissen wie es in Zukunft aussieht.....2032 dann Movid-21, der Nachfolger von Mers....und in irgendeiner Höhle sitzt eine Fledermaus und lacht sich schlapp über die Dummheit der Menschen.


In diesem Sinne, bleibt wie immer gesund Borussen Cool

Quellen:
#5 Risikoanalyse der Bundesregierung 2013
#6 Studie chinesischer Wissenschaftler der 'Wuhan Institute of Virology' zum Coronavirus von März 2019


Edith:
Beitrag bewusst überspitzt formuliert, ohne die aktuelle Krise ins lächerliche ziehen zu wollen.


Wieso sollte der Mensch jetzt blöd sein? Wenn ich dir jetzt sage, dass du in drei Wochen einen Herzinfarkt erleidest, was willst du dann dagegen unternehmen? Es war doch eigentlich allen bewusst, dass es irgendwann einmal wieder eine Pandemie größeren Ausmaßes geben könnte. Nur wie will man sich darauf optimal vorbereiten, wenn man den Erreger logischerweise vorher nicht kennt? Man kann lediglich theoretische Szenarien durchspielen, der Ernstfall wird dadurch aber nie ausreichend abgedeckt werden können.

Der von dir zitierte Risikoanalyse sagt ja auch:
"Eintrittswahrscheinlichkeit:
Klasse C: bedingt wahrscheinlichein Ereignis, das statistisch in der Regel einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren eintritt"
und
"Das Auftreten von neuen Erkrankungen ist ein natürliches Ereignis, das immer wieder vorkommen wird. Es ist aber in der Praxis nicht vorhersehbar, welche neuen Infektionskrankheiten auftreten, wo sie vorkommen werden und wann dies geschehen wird. Daher ist eine spezifische Prognose nicht möglich"

Kann man jetzt drüber diskutieren, ob das womöglich ein wenig optimistisch war, aber muss man sich dauerhaft mit größter Vorsicht auf ein Ereignis vorbereiten, dass vllt. alle 100 Jahre eintritt?

Insgesamt spricht der Bericht auch von etlichen Szenarien, die nun hier teilweise in Frage gestellt werden, oder aber von Maßnahmen, die ebenfalls infrage gestellt werden. Ich zitiere mal ein wenig:

- "Es ist so lange mit Neuerkrankungen zu rechnen, bis ein Impfstoff verfügbar ist. Für das vorliegende Szenario wird ein Gesamtzeitraum von drei Jahren zugrunde gelegt mit der Annahme, dass nach dieser Zeit ein Impfstoff entwickelt, freigegeben und in ausreichender Menge verfügbar ist. Der Erreger verändert sich im Verlauf der drei Jahre durch Mutationen so, dass auch Personen, die eine Infektion bereits durchlebt haben, wieder anfällig für eine Infektion werden. Hierdurch kommt es insgesamt zu drei Erkrankungswellen unterschiedlicher Intensität." (Schon hier also wurde der nun so gescholtene Impfstoff als Lösung angesehen, gleichzeitig mehrere Wellen befürchtet)

- "Grundsätzlich ist vor allem in Ballungsräumen aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und der Bewegungsmuster (hohe Mobilität, Nutzung von Massenverkehrsmitteln usw.) mit entsprechend höheren Erkrankungszahlen zu rechnen" (Scheint sich zu bewahrheiten und folglich logisch, dass man Mobilitäten einschränkt und auch der Nutzung von Massenverkehrsmittel abrät bzw. versucht diese mit Maskenpflicht sicherer zu gestalten)

- "Es wird angenommen, dass jeder Infizierte im Durchschnitt drei Personen infiziert und es jeweils drei Tage dauert, bis es zur nächsten Übertragung kommt. Sogenannte „Super Spreader“ werden hierbei nicht berücksichtigt." (Auch hier wird bereits die Gefahr von Super Spreadern genannt. Insofern logisch, dass man nun Massenveranstaltungen untersagt. Gleichzeitig sind aber natürlich in der Nachbetrachtung die Abhaltung der Karnevalssitzungen kritisch zu beurteilen, wenn auch damals der Kenntnisstand hinsichtlich des Virus sehr gering war.)

- "Die Ausbreitung wird auch durch den Einsatz antiepidemischer Maßnahmen verlangsamt und begrenzt. Solche Maßnahmen sind etwa Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten oder andere Absonderungsmaßnahmen wie die Behandlung von hochinfektiösen Patienten in Isolierstationen unter Beachtung besonderer " (genau das wird ja umgesetzt bzw. soll durch vermehrte Testung und Verringerung der Fallzahlen wieder besser umgesetzt werden können)

- "Mittel zur Eindämmung sind beispielsweise Schulschließungen und Absagen von Großveranstaltungen. Neben diesen Maßnahmen, die nach dem Infektionsschutzgesetz angeordnet werden können, gibt es weitere Empfehlungen, die zum persönlichen Schutz, z. B. bei beruflich exponierten Personen, beitragen wie die Einhaltung von Hygieneempfehlungen. " (Hier werden auch explizit die Schulschließungen sowie Hygieneempfehlungen erwähnt)

- "Die antiepidemischen Maßnahmen beginnen, nachdem zehn Patienten in Deutschland an der Infektion verstorben sind." (Die Marke wurde übrigens am 15.03. erreicht...)

- "Zusätzlich erhöht sich die Sterblichkeit sowohl von an Modi-SARSErkrankten als auch anders Erkrankter sowie von Pflegebedürftigen, da sie aufgrund der Überlastung des medizinischen und des Pflegebereiches keine adäquate medizinische Versorgung bzw. Pflege mehr erhalten können.... Dies erfordert umfassende Sichtung (Triage) und Entscheidungen, wer noch in eine Klinik aufgenommen werden und dort behandelt werden kann und bei wem dies nicht mehr möglich ist. Als Konsequenz werden viele der Personen, die nicht behandelt werden können, versterben. " (die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems und Folgen werden hier benannt, sogar schon die Triage ins Spiel gebracht)

- "Nach einem Höhepunkt sinkt die Neuerkrankungsrate auch, weil die Bevölkerung allgemein mit verstärkten (Eigen-)Schutzmaßnahmen auf das massive Krankheitsgeschehen reagiert. Infolge dieser Maßnahmen nehmen die Neuerkrankungen ab, was zum Nachlassen der individuellen Schutzmaßnahmen führt (aufgrund einer geringeren subjektiven Risikowahrnehmung), wodurch wiederum die Zahl der Neuerkrankungen zunimmt." (Der Einfluss von Eigenschutzmaßnahmen wird hier auch bereits explizit genannt)

- "Nachdem erkannt ist, dass es sich um einen über die Atemwege übertragbaren Erreger handelt,wird die Bevölkerung sehr schnell über generelle Schutzmaßnahmen informiert (z. B. Hygieneregeln befolgen, Massenansammlungen vermeiden, ÖPNV meiden, angeordnete Maßnahmen nach IfSG befolgen). Fraglich ist, inwieweit die kommunizierten Empfehlungen/Anweisungen umgesetzt werden, bspw. inwieweit Menschen über Schutzausrüstung verfügen und diese auch korrekt einsetzen können. Das Handeln von Menschen in Gefahren- bzw. Katastrophenlagen wird durch eine Reihe unterschiedlicher Faktoren bestimmt, die sich auch gegenseitig beeinflussen, darunter fallen z. B.:-eigene Risikowahrnehmung-sozialer Kontext (Familie, Beruf, ...)-sozioökonomischer Status (Einkommen, Schicht- und Milieuzugehörigkeit, ...)-Bildungsniveau" (ich erkenne auch hier Parallelen und selbst das Thema ausreichender und korrekter Anwendung von Schutzausrüstung ist Thema...)

- Es ist anzunehmen, dass die Krisenkommunikation nicht durchgängig angemessen gut gelingt. So können beispielsweise widersprüchliche Aussagen von verschiedenen Behörden/Autoritäten die Vertrauensbildung und Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen erschweren. (auch eine richtige Einschätzung im Vorfeld)

- " Das Infektionsschutzgesetz erlaubt dazu unter anderem Einschränkungen von Grundrechten (§ 16 IfSG), wie z. B. das Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 GG). Im Rahmen von notwendigenSchutzmaßnahmen können zudem das Grundrecht der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2Satz 2 GG) und die Versammlungsfreiheit (Artikel 8 GG) eingeschränkt werden (§ 16 Absatz 5bis 8 und § 28 IfSG). Neben diesen direkt vom Amtsarzt anzuordnenden Maßnahmen kann das Bundesministerium für Gesundheit durch eine Rechtsverordnung anordnen, dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben (§ 20 Absatz 6 IfSG), wodurch das Recht auf körperliche Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 GG) eingeschränkt werden kann. (auch hier werden viele der momentan diskutierten Thematiken schon aufgegriffen)

- Darüber hinaus sind mit Blick auf vielfältige internationale Verflechtungen auchVersorgungsleistungen aus anderen Ländern für Deutschland von großer Bedeutung. Zahlreiche Güter und Dienste werden weltweit jeweils von nur wenigen Schlüsselproduzenten bereitgestellt. Somit könnten Ausfälle im Bereich importierter Güter und Rohstoffe auch in Deutschland zu spürbaren Engpässen und Kaskadeneffekten führen. (Auch hier Problematik erkannt...)

- "Auch im Gesundheitsbereich kommt es zu überdurchschnittlich hohenPersonalausfällen (z. B. aufgrund erhöhter Ansteckungsgefahr, psycho-sozialer Belastungen)bei gleichzeitig deutlich erhöhtem Personalbedarf. Arzneimittel, Medizinprodukte, persönliche Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel werden verstärkt nachgefragt" (auch absolut treffend...)

- Mit Einbußen an wirtschaftlicher Leistung durch Krankenstände beim Personal bzw. Todesfälle in der Belegschaft der Unternehmen, zusätzlichen Kosten durch Anpassungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs, höheren Kosten für Transport und Logistik bzw. Einschränkungen beim Transport von Waren und einem geänderten (zurückhaltenden) Konsum-und Investitionsverhalten der Bevölkerung und anderer Unternehmen ist zu rechnen, ebenso mit behördlich angeordneten Einschränkungen des internationalen Handels und Flugverkehrs/Reiseverkehrs und einem Rückgang des Tourismus." (auch treffend...)

- "Psychologische Auswirkungen (I3):Mit einer Verunsicherung der Bevölkerung ist zu rechnen. Zu Verhaltensänderungen kann es kommen, wenn Menschen sich bedroht fühlen. Auch hier kommen unterschiedliche Faktoren zum Tragen, wie bspw. der Verlauf der Krankheit, das Wissen über Ursachen und konkrete Gefahren, die örtliche Nähe zu aufgetretenen Fällen usw.Verhaltensänderungen können sich zeigen in:xder Meidung von Menschenmassenxder Meidung des öffentlichen Lebens überhauptxder Änderung des Aufenthalts (Verlassen des Wohnortes)xder Zunahme von Anrufen bei Info-Hotlinesxder Zunahme von Arztbesuchenxder Änderung des Kaufverhaltens. Darüber hinaus kann eine mangelhafte Information der Bevölkerung seitens der Behörden zu einem gesteigerten Misstrauen gegenüber staatlichem Handeln führen (insb. sobald Behandlungspriorisierungen bekannt oder in den Medien als Thema aufgebaut werden, ohne dass hierfür eine plausible Begründung gleichzeitig sachgerecht kommuniziert wird)." (auch treffend...)


Fazit: Man hat vor einigen Jahren bereits eine sehr treffende Risikoanalyse erstellt. Ist man deswegen dumm, weil das Risiko dennoch Realität geworden ist? Man kann sicherlich in gewissen Punkten diskutieren, ob man sich besser hätte vorbereiten können (Absage Karneval, mehr Schutzausrüstung zurückhalten wenn auch aufgrund von Ablaufdaten schwierig, frühere Grenzschließung etc.)... Insgesamt aber kann man einfach nicht jedes Risiko gänzlich minimieren, ausschließen und sich vollumfänglich darauf vorbereiten. Ist es nicht gut, dass man solche Szenarien im Vorfeld bereits durchgespielt hat und davon nun zehren kann? Wie aufgezeigt, sind viele der genannten Punkte ja treffend oder werden auch tatsächlich umgesetzt. Man hat also viele Probleme durchaus im Vorfeld erahnt.

Wieso hat man dennoch Schutzausrüstung nach China geliefert? Weil dort ein starkes Ausbruchgeschehen zu beobachten war und man versuchte, die Lage dort schnellstmöglich in den Griff zu bekommen, damit eben gar nicht erst eine Pandemie entstehen kann oder diese zumindest verzögert wird, was wiederum Zeit zur Vorbereitung schafft (Entwicklung Teskit, Produktion und Beschaffung von Schutzmaterial etc. etc.). Für mich absolut nachvollziehbar.

Insofern bleibt für mich am Ende die Frage: Was hätte man auf Basis dieser Risikoanalyse lernen sollen, um hier das Geschehen deutlich besser zu handlen?

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"Wir, also der Teil der User, für den ich glaube zu sprechen, möchten nicht als Resonanzkörper fungieren für notorisch Unzufriedene, die einfach ihre Wut auskotzen. Das entspricht nicht der Idee, die hinter so einem Forum steht."

Zitat von Zweitligameister aus dem Freiburg-Forum, das sich inzwischen auf erschreckend viele andere Foren übertragen lässt.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Baskball am 09.05.2020 um 10:54 Uhr bearbeitet
Corona - Sammelthread |#4917
09.05.2020 - 11:36 Uhr
Zitat von BvB__AllStarz
Und wie geht es den Schweden so? Deren Rezept gg Covid-19: Ruhe bewahren, geringere Maßnahmen, Vertrauen in die Bevölkerung, Tests nur bei Älteren, Schwerkranken und Klinikpersonal (nehmen dadurch natürlich eine höhere Fallsterblichkeit in Kauf) und scheinen mMn ein gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis gefunden zu haben. Damit könnten sie am Ende, im doppelten Sinn, als der große "Gewinner" dastehen. Höhere Durchseuchung der Bevölkerung + weniger Wirtschaftsschaden bzw. allgemein weniger Kolleteralschäden.


IWF-Prognose für Deutschland: GDP-forecast
2020 -7,0 Prozent
2021 +5,2 Prozent
https://www.imf.org/en/Countries/DEU

EU-Kommission Prognose für Deutschland.
2020 -6,5 Prozent
2021 +5,9 Prozent
https://ec.europa.eu/info/business-economy-euro/economic-performance-and-forecasts/economic-performance-country/germany/economic-forecast-germany_en

IWF-Prognosen für Schweden:
GDP forecast
2020 -6,8 Prozent
2021 +5,2 Prozent
https://www.imf.org/en/Countries/SWE

EU-Kommission Prognose für Schweden:
2020 -6,1 Prozent
2021 +4,3 Prozent
https://ec.europa.eu/info/business-economy-euro/economic-performance-and-forecasts/economic-performance-country/sweden/economic-forecast-sweden_en

Woher kommt die Vorstellung von den geringeren Wirtschaftsschäden in Schweden? Das wird sich nicht groß unterscheiden zwischen Schweden und Deutschland, allenfalls geht's in Deutschland etwas steiler runter und dafür schneller wieder rauf. Die schwedische Wirtschaft ist nicht weniger exportabhängig als die deutsche.
Corona - Sammelthread |#4918
09.05.2020 - 12:00 Uhr
Zitat von Baskball
Zitat von BvB__AllStarz

Würde ich sofort so unterschreiben, wenn es uns ohne Vorwarnung aus dem Nichts erwischt hätte. Das genaue Gegenteil war der Fall und man muss sich wirklich immer wieder aufs Neue fragen wie blöd Menschen eigentlich sein können?!

#1 2002/03 Sars
#2 2006 Vogelgrippe
#3 2009/10 Schweinegrippe-Pandemie
#4 2012/13 Mers
#5 2013 Risikoanalyse "Pandemie durch Virus Modi-SARS" der Bundesregierung
#6 2019 Im März veröffentliche Studie chinesischer Wissenschaftler, die man als Drehbuch hätte nehmen können für das aktuelle Covid-19 Virus
#7 2019 Im Dezember der Wuhan-Ausbruch, den man als übergroße, blinkende Reklametafel mit der Aufschrift "Stellt das Bier kalt...wir kommen vorbei" bezeichnen kann
#8 2020 Am 28. Januar der erste Infizierte in Deutschland und gleichzeitig die allerletzte Ankündigung "No bat, no party!"

Aber was sind schon 8 Vorboten, die machen uns in Deutschland noch lange nicht nervös. Im Gegenteil, man ist sich so sicher, dass man im Februar erstmal über 10 Tonnen medizinische Ausrüstung als Hilfslieferung nach China fliegt und Ende des Monats die meistbesuchte Großveranstaltung des Jahres feiert, Karneval.

Im März erwischt uns dann ein völlig neues, unbekanntes Virus mit komplett heruntergelassener Hose.....
Der 23. März steht dabei als Sinnbild für diese Krise:
>>> 18 Jahre hatte man Zeit um sich eine Verteidigungsstrategie zu überlegen um das Virus entweder aus Deutschland fernzuhalten oder es mit den richtigen Waffen zu bekämpfen. Stattdessen kommen wir mit einem Messer zu einer Schießerei....und sperren die komplette Bevölkerung weg vor Covid-19.

Ich würde all das wirklich gerne verstehen, nur fehlt mir dafür komplett die Fantasie. Ich will gar nicht wissen wie es in Zukunft aussieht.....2032 dann Movid-21, der Nachfolger von Mers....und in irgendeiner Höhle sitzt eine Fledermaus und lacht sich schlapp über die Dummheit der Menschen.


In diesem Sinne, bleibt wie immer gesund Borussen Cool

Quellen:
#5 Risikoanalyse der Bundesregierung 2013
#6 Studie chinesischer Wissenschaftler der 'Wuhan Institute of Virology' zum Coronavirus von März 2019


Edith:
Beitrag bewusst überspitzt formuliert, ohne die aktuelle Krise ins lächerliche ziehen zu wollen.


Wieso sollte der Mensch jetzt blöd sein? Wenn ich dir jetzt sage, dass du in drei Wochen einen Herzinfarkt erleidest, was willst du dann dagegen unternehmen? Es war doch eigentlich allen bewusst, dass es irgendwann einmal wieder eine Pandemie größeren Ausmaßes geben könnte. Nur wie will man sich darauf optimal vorbereiten, wenn man den Erreger logischerweise vorher nicht kennt? Man kann lediglich theoretische Szenarien durchspielen, der Ernstfall wird dadurch aber nie ausreichend abgedeckt werden können.

Der von dir zitierte Risikoanalyse sagt ja auch:
"Eintrittswahrscheinlichkeit:
Klasse C: bedingt wahrscheinlichein Ereignis, das statistisch in der Regel einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren eintritt"
und
"Das Auftreten von neuen Erkrankungen ist ein natürliches Ereignis, das immer wieder vorkommen wird. Es ist aber in der Praxis nicht vorhersehbar, welche neuen Infektionskrankheiten auftreten, wo sie vorkommen werden und wann dies geschehen wird. Daher ist eine spezifische Prognose nicht möglich"

Kann man jetzt drüber diskutieren, ob das womöglich ein wenig optimistisch war, aber muss man sich dauerhaft mit größter Vorsicht auf ein Ereignis vorbereiten, dass vllt. alle 100 Jahre eintritt?

Insgesamt spricht der Bericht auch von etlichen Szenarien, die nun hier teilweise in Frage gestellt werden, oder aber von Maßnahmen, die ebenfalls infrage gestellt werden. Ich zitiere mal ein wenig:

- "Es ist so lange mit Neuerkrankungen zu rechnen, bis ein Impfstoff verfügbar ist. Für das vorliegende Szenario wird ein Gesamtzeitraum von drei Jahren zugrunde gelegt mit der Annahme, dass nach dieser Zeit ein Impfstoff entwickelt, freigegeben und in ausreichender Menge verfügbar ist. Der Erreger verändert sich im Verlauf der drei Jahre durch Mutationen so, dass auch Personen, die eine Infektion bereits durchlebt haben, wieder anfällig für eine Infektion werden. Hierdurch kommt es insgesamt zu drei Erkrankungswellen unterschiedlicher Intensität." (Schon hier also wurde der nun so gescholtene Impfstoff als Lösung angesehen, gleichzeitig mehrere Wellen befürchtet)

- "Grundsätzlich ist vor allem in Ballungsräumen aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und der Bewegungsmuster (hohe Mobilität, Nutzung von Massenverkehrsmitteln usw.) mit entsprechend höheren Erkrankungszahlen zu rechnen" (Scheint sich zu bewahrheiten und folglich logisch, dass man Mobilitäten einschränkt und auch der Nutzung von Massenverkehrsmittel abrät bzw. versucht diese mit Maskenpflicht sicherer zu gestalten)

- "Es wird angenommen, dass jeder Infizierte im Durchschnitt drei Personen infiziert und es jeweils drei Tage dauert, bis es zur nächsten Übertragung kommt. Sogenannte „Super Spreader“ werden hierbei nicht berücksichtigt." (Auch hier wird bereits die Gefahr von Super Spreadern genannt. Insofern logisch, dass man nun Massenveranstaltungen untersagt. Gleichzeitig sind aber natürlich in der Nachbetrachtung die Abhaltung der Karnevalssitzungen kritisch zu beurteilen, wenn auch damals der Kenntnisstand hinsichtlich des Virus sehr gering war.)

- "Die Ausbreitung wird auch durch den Einsatz antiepidemischer Maßnahmen verlangsamt und begrenzt. Solche Maßnahmen sind etwa Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten oder andere Absonderungsmaßnahmen wie die Behandlung von hochinfektiösen Patienten in Isolierstationen unter Beachtung besonderer " (genau das wird ja umgesetzt bzw. soll durch vermehrte Testung und Verringerung der Fallzahlen wieder besser umgesetzt werden können)

- "Mittel zur Eindämmung sind beispielsweise Schulschließungen und Absagen von Großveranstaltungen. Neben diesen Maßnahmen, die nach dem Infektionsschutzgesetz angeordnet werden können, gibt es weitere Empfehlungen, die zum persönlichen Schutz, z. B. bei beruflich exponierten Personen, beitragen wie die Einhaltung von Hygieneempfehlungen. " (Hier werden auch explizit die Schulschließungen sowie Hygieneempfehlungen erwähnt)

- "Die antiepidemischen Maßnahmen beginnen, nachdem zehn Patienten in Deutschland an der Infektion verstorben sind." (Die Marke wurde übrigens am 15.03. erreicht...)

- "Zusätzlich erhöht sich die Sterblichkeit sowohl von an Modi-SARSErkrankten als auch anders Erkrankter sowie von Pflegebedürftigen, da sie aufgrund der Überlastung des medizinischen und des Pflegebereiches keine adäquate medizinische Versorgung bzw. Pflege mehr erhalten können.... Dies erfordert umfassende Sichtung (Triage) und Entscheidungen, wer noch in eine Klinik aufgenommen werden und dort behandelt werden kann und bei wem dies nicht mehr möglich ist. Als Konsequenz werden viele der Personen, die nicht behandelt werden können, versterben. " (die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems und Folgen werden hier benannt, sogar schon die Triage ins Spiel gebracht)

- "Nach einem Höhepunkt sinkt die Neuerkrankungsrate auch, weil die Bevölkerung allgemein mit verstärkten (Eigen-)Schutzmaßnahmen auf das massive Krankheitsgeschehen reagiert. Infolge dieser Maßnahmen nehmen die Neuerkrankungen ab, was zum Nachlassen der individuellen Schutzmaßnahmen führt (aufgrund einer geringeren subjektiven Risikowahrnehmung), wodurch wiederum die Zahl der Neuerkrankungen zunimmt." (Der Einfluss von Eigenschutzmaßnahmen wird hier auch bereits explizit genannt)

- "Nachdem erkannt ist, dass es sich um einen über die Atemwege übertragbaren Erreger handelt,wird die Bevölkerung sehr schnell über generelle Schutzmaßnahmen informiert (z. B. Hygieneregeln befolgen, Massenansammlungen vermeiden, ÖPNV meiden, angeordnete Maßnahmen nach IfSG befolgen). Fraglich ist, inwieweit die kommunizierten Empfehlungen/Anweisungen umgesetzt werden, bspw. inwieweit Menschen über Schutzausrüstung verfügen und diese auch korrekt einsetzen können. Das Handeln von Menschen in Gefahren- bzw. Katastrophenlagen wird durch eine Reihe unterschiedlicher Faktoren bestimmt, die sich auch gegenseitig beeinflussen, darunter fallen z. B.:-eigene Risikowahrnehmung-sozialer Kontext (Familie, Beruf, ...)-sozioökonomischer Status (Einkommen, Schicht- und Milieuzugehörigkeit, ...)-Bildungsniveau" (ich erkenne auch hier Parallelen und selbst das Thema ausreichender und korrekter Anwendung von Schutzausrüstung ist Thema...)

- Es ist anzunehmen, dass die Krisenkommunikation nicht durchgängig angemessen gut gelingt. So können beispielsweise widersprüchliche Aussagen von verschiedenen Behörden/Autoritäten die Vertrauensbildung und Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen erschweren. (auch eine richtige Einschätzung im Vorfeld)

- " Das Infektionsschutzgesetz erlaubt dazu unter anderem Einschränkungen von Grundrechten (§ 16 IfSG), wie z. B. das Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 GG). Im Rahmen von notwendigenSchutzmaßnahmen können zudem das Grundrecht der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2Satz 2 GG) und die Versammlungsfreiheit (Artikel 8 GG) eingeschränkt werden (§ 16 Absatz 5bis 8 und § 28 IfSG). Neben diesen direkt vom Amtsarzt anzuordnenden Maßnahmen kann das Bundesministerium für Gesundheit durch eine Rechtsverordnung anordnen, dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben (§ 20 Absatz 6 IfSG), wodurch das Recht auf körperliche Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 GG) eingeschränkt werden kann. (auch hier werden viele der momentan diskutierten Thematiken schon aufgegriffen)

- Darüber hinaus sind mit Blick auf vielfältige internationale Verflechtungen auchVersorgungsleistungen aus anderen Ländern für Deutschland von großer Bedeutung. Zahlreiche Güter und Dienste werden weltweit jeweils von nur wenigen Schlüsselproduzenten bereitgestellt. Somit könnten Ausfälle im Bereich importierter Güter und Rohstoffe auch in Deutschland zu spürbaren Engpässen und Kaskadeneffekten führen. (Auch hier Problematik erkannt...)

- "Auch im Gesundheitsbereich kommt es zu überdurchschnittlich hohenPersonalausfällen (z. B. aufgrund erhöhter Ansteckungsgefahr, psycho-sozialer Belastungen)bei gleichzeitig deutlich erhöhtem Personalbedarf. Arzneimittel, Medizinprodukte, persönliche Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel werden verstärkt nachgefragt" (auch absolut treffend...)

- Mit Einbußen an wirtschaftlicher Leistung durch Krankenstände beim Personal bzw. Todesfälle in der Belegschaft der Unternehmen, zusätzlichen Kosten durch Anpassungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs, höheren Kosten für Transport und Logistik bzw. Einschränkungen beim Transport von Waren und einem geänderten (zurückhaltenden) Konsum-und Investitionsverhalten der Bevölkerung und anderer Unternehmen ist zu rechnen, ebenso mit behördlich angeordneten Einschränkungen des internationalen Handels und Flugverkehrs/Reiseverkehrs und einem Rückgang des Tourismus." (auch treffend...)

- "Psychologische Auswirkungen (I3):Mit einer Verunsicherung der Bevölkerung ist zu rechnen. Zu Verhaltensänderungen kann es kommen, wenn Menschen sich bedroht fühlen. Auch hier kommen unterschiedliche Faktoren zum Tragen, wie bspw. der Verlauf der Krankheit, das Wissen über Ursachen und konkrete Gefahren, die örtliche Nähe zu aufgetretenen Fällen usw.Verhaltensänderungen können sich zeigen in:xder Meidung von Menschenmassenxder Meidung des öffentlichen Lebens überhauptxder Änderung des Aufenthalts (Verlassen des Wohnortes)xder Zunahme von Anrufen bei Info-Hotlinesxder Zunahme von Arztbesuchenxder Änderung des Kaufverhaltens. Darüber hinaus kann eine mangelhafte Information der Bevölkerung seitens der Behörden zu einem gesteigerten Misstrauen gegenüber staatlichem Handeln führen (insb. sobald Behandlungspriorisierungen bekannt oder in den Medien als Thema aufgebaut werden, ohne dass hierfür eine plausible Begründung gleichzeitig sachgerecht kommuniziert wird)." (auch treffend...)


Fazit: Man hat vor einigen Jahren bereits eine sehr treffende Risikoanalyse erstellt. Ist man deswegen dumm, weil das Risiko dennoch Realität geworden ist? Man kann sicherlich in gewissen Punkten diskutieren, ob man sich besser hätte vorbereiten können (Absage Karneval, mehr Schutzausrüstung zurückhalten wenn auch aufgrund von Ablaufdaten schwierig, frühere Grenzschließung etc.)... Insgesamt aber kann man einfach nicht jedes Risiko gänzlich minimieren, ausschließen und sich vollumfänglich darauf vorbereiten. Ist es nicht gut, dass man solche Szenarien im Vorfeld bereits durchgespielt hat und davon nun zehren kann? Wie aufgezeigt, sind viele der genannten Punkte ja treffend oder werden auch tatsächlich umgesetzt. Man hat also viele Probleme durchaus im Vorfeld erahnt.

Wieso hat man dennoch Schutzausrüstung nach China geliefert? Weil dort ein starkes Ausbruchgeschehen zu beobachten war und man versuchte, die Lage dort schnellstmöglich in den Griff zu bekommen, damit eben gar nicht erst eine Pandemie entstehen kann oder diese zumindest verzögert wird, was wiederum Zeit zur Vorbereitung schafft (Entwicklung Teskit, Produktion und Beschaffung von Schutzmaterial etc. etc.). Für mich absolut nachvollziehbar.

Insofern bleibt für mich am Ende die Frage: Was hätte man auf Basis dieser Risikoanalyse lernen sollen, um hier das Geschehen deutlich besser zu handlen?


Vielen Dank Baskball für die große Mühe und deinen Beitrag. Viele Andere haben sich auch schon große Mühe für eine sachliche Argumentation gegeben.
BVB_Allstarz und Einzeiler-Beifall-Zustimmungs-Konsorten wie Mighty Mouse werden sich damit leider nicht sachlich argumentativ auseinandersetzten. Sie müssten dann differenzieren. Das wollen Sie aber nicht. Was Sie wollen ist möglichst irgendwelche zur übermittelnden Botschaft passende Meldungen oder Quellen finden (zumindest oberflächlich betrachtet) um diese hier rauszuhauen mit turnusmäßiger Konsequenz. Die Botachaft und das Ziel ist relativ offensichtlich: Die Regierung und ihr Handeln möglichst hart zu kritisieren und zu diffamieren.
Das ist ex post natürlich viel einfacher und anderen zugestehen das ex ante schwierig war ist schon zu viel verlangt.
Man kann dieses Vorgehen in der Thread-Historie wunderbar nachverfolgen.
Deutschland steht von den Zahlen so gut da wie fast kaum ein anderes Land vergleichbarer Größe. Das ist ein Erfolg und der soll eben nicht so stehen bleiben. Egal was der Rest der Welt macht, darauf wird überhaupt nicht eingegangen (außer es handelt sich um eine halbwegs passende Ausnahme wie Schweden). Es geht darum die deutsche Politik zu kritisieren und nur die. Das Ziel ist dermaßen offensichtlich.
Es geht garnicht in erster Linie um Corona und die Maßnahmen, sondern nur darum das doch noch so auszunutzen das man es irgendwie hinbekommt das die Regierung schlecht darsteht.
Corona - Sammelthread |#4919
09.05.2020 - 13:23 Uhr
Zitat von Finn84

Zitat von Baskball

Zitat von BvB__AllStarz

Würde ich sofort so unterschreiben, wenn es uns ohne Vorwarnung aus dem Nichts erwischt hätte. Das genaue Gegenteil war der Fall und man muss sich wirklich immer wieder aufs Neue fragen wie blöd Menschen eigentlich sein können?!

#1 2002/03 Sars
#2 2006 Vogelgrippe
#3 2009/10 Schweinegrippe-Pandemie
#4 2012/13 Mers
#5 2013 Risikoanalyse "Pandemie durch Virus Modi-SARS" der Bundesregierung
#6 2019 Im März veröffentliche Studie chinesischer Wissenschaftler, die man als Drehbuch hätte nehmen können für das aktuelle Covid-19 Virus
#7 2019 Im Dezember der Wuhan-Ausbruch, den man als übergroße, blinkende Reklametafel mit der Aufschrift "Stellt das Bier kalt...wir kommen vorbei" bezeichnen kann
#8 2020 Am 28. Januar der erste Infizierte in Deutschland und gleichzeitig die allerletzte Ankündigung "No bat, no party!"

Aber was sind schon 8 Vorboten, die machen uns in Deutschland noch lange nicht nervös. Im Gegenteil, man ist sich so sicher, dass man im Februar erstmal über 10 Tonnen medizinische Ausrüstung als Hilfslieferung nach China fliegt und Ende des Monats die meistbesuchte Großveranstaltung des Jahres feiert, Karneval.

Im März erwischt uns dann ein völlig neues, unbekanntes Virus mit komplett heruntergelassener Hose.....
Der 23. März steht dabei als Sinnbild für diese Krise:
>>> 18 Jahre hatte man Zeit um sich eine Verteidigungsstrategie zu überlegen um das Virus entweder aus Deutschland fernzuhalten oder es mit den richtigen Waffen zu bekämpfen. Stattdessen kommen wir mit einem Messer zu einer Schießerei....und sperren die komplette Bevölkerung weg vor Covid-19.

Ich würde all das wirklich gerne verstehen, nur fehlt mir dafür komplett die Fantasie. Ich will gar nicht wissen wie es in Zukunft aussieht.....2032 dann Movid-21, der Nachfolger von Mers....und in irgendeiner Höhle sitzt eine Fledermaus und lacht sich schlapp über die Dummheit der Menschen.


In diesem Sinne, bleibt wie immer gesund Borussen Cool

Quellen:
#5 Risikoanalyse der Bundesregierung 2013
#6 Studie chinesischer Wissenschaftler der 'Wuhan Institute of Virology' zum Coronavirus von März 2019


Edith:
Beitrag bewusst überspitzt formuliert, ohne die aktuelle Krise ins lächerliche ziehen zu wollen.


Wieso sollte der Mensch jetzt blöd sein? Wenn ich dir jetzt sage, dass du in drei Wochen einen Herzinfarkt erleidest, was willst du dann dagegen unternehmen? Es war doch eigentlich allen bewusst, dass es irgendwann einmal wieder eine Pandemie größeren Ausmaßes geben könnte. Nur wie will man sich darauf optimal vorbereiten, wenn man den Erreger logischerweise vorher nicht kennt? Man kann lediglich theoretische Szenarien durchspielen, der Ernstfall wird dadurch aber nie ausreichend abgedeckt werden können.

Der von dir zitierte Risikoanalyse sagt ja auch:
"Eintrittswahrscheinlichkeit:
Klasse C: bedingt wahrscheinlichein Ereignis, das statistisch in der Regel einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren eintritt"
und
"Das Auftreten von neuen Erkrankungen ist ein natürliches Ereignis, das immer wieder vorkommen wird. Es ist aber in der Praxis nicht vorhersehbar, welche neuen Infektionskrankheiten auftreten, wo sie vorkommen werden und wann dies geschehen wird. Daher ist eine spezifische Prognose nicht möglich"

Kann man jetzt drüber diskutieren, ob das womöglich ein wenig optimistisch war, aber muss man sich dauerhaft mit größter Vorsicht auf ein Ereignis vorbereiten, dass vllt. alle 100 Jahre eintritt?

Insgesamt spricht der Bericht auch von etlichen Szenarien, die nun hier teilweise in Frage gestellt werden, oder aber von Maßnahmen, die ebenfalls infrage gestellt werden. Ich zitiere mal ein wenig:

- "Es ist so lange mit Neuerkrankungen zu rechnen, bis ein Impfstoff verfügbar ist. Für das vorliegende Szenario wird ein Gesamtzeitraum von drei Jahren zugrunde gelegt mit der Annahme, dass nach dieser Zeit ein Impfstoff entwickelt, freigegeben und in ausreichender Menge verfügbar ist. Der Erreger verändert sich im Verlauf der drei Jahre durch Mutationen so, dass auch Personen, die eine Infektion bereits durchlebt haben, wieder anfällig für eine Infektion werden. Hierdurch kommt es insgesamt zu drei Erkrankungswellen unterschiedlicher Intensität." (Schon hier also wurde der nun so gescholtene Impfstoff als Lösung angesehen, gleichzeitig mehrere Wellen befürchtet)

- "Grundsätzlich ist vor allem in Ballungsräumen aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und der Bewegungsmuster (hohe Mobilität, Nutzung von Massenverkehrsmitteln usw.) mit entsprechend höheren Erkrankungszahlen zu rechnen" (Scheint sich zu bewahrheiten und folglich logisch, dass man Mobilitäten einschränkt und auch der Nutzung von Massenverkehrsmittel abrät bzw. versucht diese mit Maskenpflicht sicherer zu gestalten)

- "Es wird angenommen, dass jeder Infizierte im Durchschnitt drei Personen infiziert und es jeweils drei Tage dauert, bis es zur nächsten Übertragung kommt. Sogenannte „Super Spreader“ werden hierbei nicht berücksichtigt." (Auch hier wird bereits die Gefahr von Super Spreadern genannt. Insofern logisch, dass man nun Massenveranstaltungen untersagt. Gleichzeitig sind aber natürlich in der Nachbetrachtung die Abhaltung der Karnevalssitzungen kritisch zu beurteilen, wenn auch damals der Kenntnisstand hinsichtlich des Virus sehr gering war.)

- "Die Ausbreitung wird auch durch den Einsatz antiepidemischer Maßnahmen verlangsamt und begrenzt. Solche Maßnahmen sind etwa Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten oder andere Absonderungsmaßnahmen wie die Behandlung von hochinfektiösen Patienten in Isolierstationen unter Beachtung besonderer " (genau das wird ja umgesetzt bzw. soll durch vermehrte Testung und Verringerung der Fallzahlen wieder besser umgesetzt werden können)

- "Mittel zur Eindämmung sind beispielsweise Schulschließungen und Absagen von Großveranstaltungen. Neben diesen Maßnahmen, die nach dem Infektionsschutzgesetz angeordnet werden können, gibt es weitere Empfehlungen, die zum persönlichen Schutz, z. B. bei beruflich exponierten Personen, beitragen wie die Einhaltung von Hygieneempfehlungen. " (Hier werden auch explizit die Schulschließungen sowie Hygieneempfehlungen erwähnt)

- "Die antiepidemischen Maßnahmen beginnen, nachdem zehn Patienten in Deutschland an der Infektion verstorben sind." (Die Marke wurde übrigens am 15.03. erreicht...)

- "Zusätzlich erhöht sich die Sterblichkeit sowohl von an Modi-SARSErkrankten als auch anders Erkrankter sowie von Pflegebedürftigen, da sie aufgrund der Überlastung des medizinischen und des Pflegebereiches keine adäquate medizinische Versorgung bzw. Pflege mehr erhalten können.... Dies erfordert umfassende Sichtung (Triage) und Entscheidungen, wer noch in eine Klinik aufgenommen werden und dort behandelt werden kann und bei wem dies nicht mehr möglich ist. Als Konsequenz werden viele der Personen, die nicht behandelt werden können, versterben. " (die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems und Folgen werden hier benannt, sogar schon die Triage ins Spiel gebracht)

- "Nach einem Höhepunkt sinkt die Neuerkrankungsrate auch, weil die Bevölkerung allgemein mit verstärkten (Eigen-)Schutzmaßnahmen auf das massive Krankheitsgeschehen reagiert. Infolge dieser Maßnahmen nehmen die Neuerkrankungen ab, was zum Nachlassen der individuellen Schutzmaßnahmen führt (aufgrund einer geringeren subjektiven Risikowahrnehmung), wodurch wiederum die Zahl der Neuerkrankungen zunimmt." (Der Einfluss von Eigenschutzmaßnahmen wird hier auch bereits explizit genannt)

- "Nachdem erkannt ist, dass es sich um einen über die Atemwege übertragbaren Erreger handelt,wird die Bevölkerung sehr schnell über generelle Schutzmaßnahmen informiert (z. B. Hygieneregeln befolgen, Massenansammlungen vermeiden, ÖPNV meiden, angeordnete Maßnahmen nach IfSG befolgen). Fraglich ist, inwieweit die kommunizierten Empfehlungen/Anweisungen umgesetzt werden, bspw. inwieweit Menschen über Schutzausrüstung verfügen und diese auch korrekt einsetzen können. Das Handeln von Menschen in Gefahren- bzw. Katastrophenlagen wird durch eine Reihe unterschiedlicher Faktoren bestimmt, die sich auch gegenseitig beeinflussen, darunter fallen z. B.:-eigene Risikowahrnehmung-sozialer Kontext (Familie, Beruf, ...)-sozioökonomischer Status (Einkommen, Schicht- und Milieuzugehörigkeit, ...)-Bildungsniveau" (ich erkenne auch hier Parallelen und selbst das Thema ausreichender und korrekter Anwendung von Schutzausrüstung ist Thema...)

- Es ist anzunehmen, dass die Krisenkommunikation nicht durchgängig angemessen gut gelingt. So können beispielsweise widersprüchliche Aussagen von verschiedenen Behörden/Autoritäten die Vertrauensbildung und Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen erschweren. (auch eine richtige Einschätzung im Vorfeld)

- " Das Infektionsschutzgesetz erlaubt dazu unter anderem Einschränkungen von Grundrechten (§ 16 IfSG), wie z. B. das Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 GG). Im Rahmen von notwendigenSchutzmaßnahmen können zudem das Grundrecht der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2Satz 2 GG) und die Versammlungsfreiheit (Artikel 8 GG) eingeschränkt werden (§ 16 Absatz 5bis 8 und § 28 IfSG). Neben diesen direkt vom Amtsarzt anzuordnenden Maßnahmen kann das Bundesministerium für Gesundheit durch eine Rechtsverordnung anordnen, dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben (§ 20 Absatz 6 IfSG), wodurch das Recht auf körperliche Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 GG) eingeschränkt werden kann. (auch hier werden viele der momentan diskutierten Thematiken schon aufgegriffen)

- Darüber hinaus sind mit Blick auf vielfältige internationale Verflechtungen auchVersorgungsleistungen aus anderen Ländern für Deutschland von großer Bedeutung. Zahlreiche Güter und Dienste werden weltweit jeweils von nur wenigen Schlüsselproduzenten bereitgestellt. Somit könnten Ausfälle im Bereich importierter Güter und Rohstoffe auch in Deutschland zu spürbaren Engpässen und Kaskadeneffekten führen. (Auch hier Problematik erkannt...)

- "Auch im Gesundheitsbereich kommt es zu überdurchschnittlich hohenPersonalausfällen (z. B. aufgrund erhöhter Ansteckungsgefahr, psycho-sozialer Belastungen)bei gleichzeitig deutlich erhöhtem Personalbedarf. Arzneimittel, Medizinprodukte, persönliche Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel werden verstärkt nachgefragt" (auch absolut treffend...)

- Mit Einbußen an wirtschaftlicher Leistung durch Krankenstände beim Personal bzw. Todesfälle in der Belegschaft der Unternehmen, zusätzlichen Kosten durch Anpassungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs, höheren Kosten für Transport und Logistik bzw. Einschränkungen beim Transport von Waren und einem geänderten (zurückhaltenden) Konsum-und Investitionsverhalten der Bevölkerung und anderer Unternehmen ist zu rechnen, ebenso mit behördlich angeordneten Einschränkungen des internationalen Handels und Flugverkehrs/Reiseverkehrs und einem Rückgang des Tourismus." (auch treffend...)

- "Psychologische Auswirkungen (I3):Mit einer Verunsicherung der Bevölkerung ist zu rechnen. Zu Verhaltensänderungen kann es kommen, wenn Menschen sich bedroht fühlen. Auch hier kommen unterschiedliche Faktoren zum Tragen, wie bspw. der Verlauf der Krankheit, das Wissen über Ursachen und konkrete Gefahren, die örtliche Nähe zu aufgetretenen Fällen usw.Verhaltensänderungen können sich zeigen in:xder Meidung von Menschenmassenxder Meidung des öffentlichen Lebens überhauptxder Änderung des Aufenthalts (Verlassen des Wohnortes)xder Zunahme von Anrufen bei Info-Hotlinesxder Zunahme von Arztbesuchenxder Änderung des Kaufverhaltens. Darüber hinaus kann eine mangelhafte Information der Bevölkerung seitens der Behörden zu einem gesteigerten Misstrauen gegenüber staatlichem Handeln führen (insb. sobald Behandlungspriorisierungen bekannt oder in den Medien als Thema aufgebaut werden, ohne dass hierfür eine plausible Begründung gleichzeitig sachgerecht kommuniziert wird)." (auch treffend...)


Fazit: Man hat vor einigen Jahren bereits eine sehr treffende Risikoanalyse erstellt. Ist man deswegen dumm, weil das Risiko dennoch Realität geworden ist? Man kann sicherlich in gewissen Punkten diskutieren, ob man sich besser hätte vorbereiten können (Absage Karneval, mehr Schutzausrüstung zurückhalten wenn auch aufgrund von Ablaufdaten schwierig, frühere Grenzschließung etc.)... Insgesamt aber kann man einfach nicht jedes Risiko gänzlich minimieren, ausschließen und sich vollumfänglich darauf vorbereiten. Ist es nicht gut, dass man solche Szenarien im Vorfeld bereits durchgespielt hat und davon nun zehren kann? Wie aufgezeigt, sind viele der genannten Punkte ja treffend oder werden auch tatsächlich umgesetzt. Man hat also viele Probleme durchaus im Vorfeld erahnt.

Wieso hat man dennoch Schutzausrüstung nach China geliefert? Weil dort ein starkes Ausbruchgeschehen zu beobachten war und man versuchte, die Lage dort schnellstmöglich in den Griff zu bekommen, damit eben gar nicht erst eine Pandemie entstehen kann oder diese zumindest verzögert wird, was wiederum Zeit zur Vorbereitung schafft (Entwicklung Teskit, Produktion und Beschaffung von Schutzmaterial etc. etc.). Für mich absolut nachvollziehbar.

Insofern bleibt für mich am Ende die Frage: Was hätte man auf Basis dieser Risikoanalyse lernen sollen, um hier das Geschehen deutlich besser zu handlen?


Vielen Dank Baskball für die große Mühe und deinen Beitrag. Viele Andere haben sich auch schon große Mühe für eine sachliche Argumentation gegeben.
BVB_Allstarz und Einzeiler-Beifall-Zustimmungs-Konsorten wie Mighty Mouse werden sich damit leider nicht sachlich argumentativ auseinandersetzten. Sie müssten dann differenzieren. Das wollen Sie aber nicht. Was Sie wollen ist möglichst irgendwelche zur übermittelnden Botschaft passende Meldungen oder Quellen finden (zumindest oberflächlich betrachtet) um diese hier rauszuhauen mit turnusmäßiger Konsequenz. Die Botachaft und das Ziel ist relativ offensichtlich: Die Regierung und ihr Handeln möglichst hart zu kritisieren und zu diffamieren.
Das ist ex post natürlich viel einfacher und anderen zugestehen das ex ante schwierig war ist schon zu viel verlangt.
Man kann dieses Vorgehen in der Thread-Historie wunderbar nachverfolgen.
Deutschland steht von den Zahlen so gut da wie fast kaum ein anderes Land vergleichbarer Größe. Das ist ein Erfolg und der soll eben nicht so stehen bleiben. Egal was der Rest der Welt macht, darauf wird überhaupt nicht eingegangen (außer es handelt sich um eine halbwegs passende Ausnahme wie Schweden). Es geht darum die deutsche Politik zu kritisieren und nur die. Das Ziel ist dermaßen offensichtlich.
Es geht garnicht in erster Linie um Corona und die Maßnahmen, sondern nur darum das doch noch so auszunutzen das man es irgendwie hinbekommt das die Regierung schlecht darsteht.


Schweden als leuctendes Beispiel ist schon für sich genommen abstrus. Hätten wir dieselben Toten wie die Schweden - auf unsere Bevölkerung hochgerechnet - lägen wir bei Frankreich, Italien. ...Ungefähr.

•     •     •

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von gelbschreib am 09.05.2020 um 13:26 Uhr bearbeitet
Corona - Sammelthread |#4920
09.05.2020 - 14:14 Uhr
Zitat von spak50
Zitat von Baskball

So langsam machen sich die Lockerungen wieder in den Zahlen bemerkbar. Daten lt. RKI:

Reproduktionsfaktor:
03.05.: 0,74
04.05.: 0,76
05.05.: 0,71
06.05.: 0,65
07.05.: 0,71
Heute: 0,83

Neue Fälle:
03.05.: 793
04.05.: 679
05.05.: 685
06.05.: 947
07.05.: 1.284
Heute: 1.209

Sicherlich insgesamt natürlich noch sehr entspannte Zahlen, den Anstieg neuer Fälle empfinde ich jedoch schon als beachtlich. Gerade angesichts dessen, dass die aktiven Fälle zuletzt ja immer tiefer in den Keller sanken und inzwischen bei unter 20.000 angekommen sind. Da wird es dann in der kommenden Woche interessant zu sehen, ob sich dies aus erhöhter Testanzahl ergibt oder tatsächlich auch wieder mehr Fälle prozentual positiv sind. Die Tendenz von einer Zunahme an Fällen bei gleichzeitig sinkender Aktivzahlen muss aber sicherlich im Blick behalten werden, ansonsten werden die aktiven Fälle sehr schnell wieder zunehmen (was aber zumindest in einem gewissen Rahmen noch unproblematisch wäre).


Die Zahl der Neuinfizierten ist durch den Meldeverzug immer Mittwoch - Freitag am höchsten. Daher macht auch nur ein Vergleich mit der Vorwoche Sinn, und da sind die Zahlen diese Woche niedriger. D.h. die Zahlen sinken sogar trotz der Lockerungen (zumindest bisher).


Heute 09.05. mit 1251 Neuinfektionen und zwar Samstags, kommt es dann aber im Vergleich zur Vorwoche, wieder mal zu einem kleinen Anstieg.

Mal abwarten wie sich das in der nächsten Woche entwickelt. Aber wäre eigentlich auch nicht anders zu erwarten. Bei aller Einhaltung von Hygieneregeln und Maßnahmen, die Lockerungen müssen sich auch leicht bemerkbar machen. Alles andere wäre verwunderlich. Wichtig ist, die Situation im Griff zu behalten und exponentielles Wachstum zu vermeiden.
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