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BVB - Finanzen

28.01.2014 - 10:06 Uhr
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BVB - Finanzen |#11
07.03.2014 - 07:24 Uhr
Zitat von Mahet:
Wir brauchen doch momentan auch gar keine Investoren. Verstehe nicht, wieso plötzlich alle so scharf darauf sind. Mal abgesehen davon dass wir eh bei weitem nicht so viel Geld wie die Bayern bekommen würden, würde uns das auch ansonsten momentan nicht so viel bringen.
Wir bekämen dann halt eine Einmalzahlung von vielleicht 50 Mio Euro oder so, aber es ist ja nicht so als hätten wir dann generell jährlich einen höheren Etat zur Verfügung, oder als könnten wir uns dann höhere Spielergehälter leisten. Wir wären dadurch also nicht wettbewerbsfähiger gegenüber den Bayern oder anderen europäischen Clubs. Ich denke, sowas macht vor allem dann Sinn, wenn große Infrastrukturprojekte anstehen, oder wenn man von dem Geld auf einen Schlag sein Stadion oder die Schulden abbezahlen könnte. Beides ist bei uns aber nicht der Fall.
Und es bringt auch Nachteile mit sich, beispielsweise kann Bayern jetzt beim Hauptsponsor und beim Ausrüster gar keinen Wettbewerb mehr schüren. Vielleicht wäre Puma bereit, Adidas zu überbieten und den Bayern beim nächsten Vertrag mehr Geld zu geben, aber aufgrund der Situation als Investor hat Adidas gar keine Konkurrenz zu befürchten und muss nicht mehr in einen Bieterwettbewerb mit anderen Ausrüstern eintreten, um eine Vertragsverlängerung mit den Bayern zu bekommen. Auf Dauer relativiert das für Bayern dann auch wieder die 100 Mio Euro, die sie von Adidas eingenommen haben. Vielleicht verlieren sie durch fehlenden Wettbewerb jährlich 10 Mio oder so, die sie anders mehr hätten, dann sind die 100 Mio irgendwann auch wieder weg.

Die einzige interessante Konstellation, wo ein Investor momentan mMn Sinn machen würde, wäre wenn man das Investoren-Geld dann irgendwie dazu nutzen könnte um beispielsweise den Sportfive-Vertrag vorzeitig aufzulösen, also die Marketingrechte zurückzukaufen. Das wäre sehr gut für den Verein, da wir dann jährlich deutliche Entlastungen im Budget hätten, und somit jährlich mehr Geld da sein würde um in den Kader zu investieren, sprich die Spielergehälter anheben zu können. Aber ich glaube eher nicht, dass das möglich wäre.


die nachteile, die du beschreibt sind sind gering bzw. nicht vorhanden.

zu adidas:
bayern hatte noch nie einen anderen ausrüster. mittlerweile besteht die partnerschaft seit beinahe 50 jahren. adidas hilft wenn nötig und möglich auch gerne bei transfers mit. stichwort private ausrüsterverträge mit spielern. erstmal öffentlich bekannt wurde diese praxis bei pizzaros erstem engagement in münchen. bei martinenz wurde sicherlich auch was gehandelt - da die ablöse nicht verhandelbar war. verdient "nur" 6 mio. eigentlich wären 8 mio marktgerecht gewesen. persönlich denke ich, dass adidas uns auch gut an den trikots verdienen lässt. I.d.R. verdienen die klubs pro trikot 12-15 € nach abzug aller kosten. gut möglich das bayern zwischen 20-25 € bekommt.

zu allianz:
die sind nicht hauptsponsor, sondern weiterhin die telekom. die allianz ist wie telekom, adidas und audi per neuer definition hauptpartner. da die allianz als namensgeber zu bayern bekommen ist und sich mittlerweile der stadionname allianz arena ins gedächtnis verankert hat, war es nur ein kluger schachzug jetzt diesen deal zu fixieren.
welcher stadionname beim hsv ist bei dir verankert? bei mir irrwitzigerweise noch immer AOL - obwohl mittlerweile 2 weitere namensgeber fungierten und der nächste in den startlöchern steht.

zu audi:
angeblich wollte man sich gegen ein BMW engagement ansichern - ob bmw tatsächlich im fußbal seine heimat sieht ist fraglich. vorwiegend sind sie eher im motorsport, segeln, golfen und zum teil auch tennis vertreten.
audi gehört zum vw konzern und deren vorstandvorsitzender (winterkorn) sitzt bei bayern im aufsichtsrat. die jungs aus wolfsburg haben einfach große lust am profifußball und deshalb fließen über alle konzerntöchter hinweg dreistelligen mio-beträge in den profifußball. auch ihr partizipiert durch MAN davon.

generell zu den strategischen partnern bei bayern ist zu sagen, dass alle partnerschaften abgeschlossen wurden als der umsatz seinen gegenwärtigen höhenpunkt erreichte. mit jeder partnerschaft wurde der fcb größer - interessanterweise nicht direkt danach. man machte sogar erst einen kleinen schritt zurück und in der folge drei nach vorne. siehe chart auf spiegelonline.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/uli-hoeness-prozess-welches-urteil-erwartet-den-bayern-a-956067.html

adidas 2001 (75 mio)
audi 2009 (90 mio)
allianz 2013/14 (110 mio)

rückblickend kann mann sagen, dass die mittelverwendung sehr gut war. die adidasmillionen (75 mio) wurde für die arena verwendet. die audimillionen vornehmlich in beine investiert. mit den allianzmillionen schließt sich sozusagen der kreis, da sie im juli 2015 die arena schuldenfrei machen. der deutsche markt ist praktisch nahezu voll erschlossen. daher wird gegenwärtig an der internationalen vermarktung gearbeit, um ähnliches wie barca, real oder ManU zu realisieren. vor allem real madrid ist hier zu nennen.

grundsätzlich können die unternehmensformen von dortmund und bayern nicht miteinander verglichen werden.
für den bvb wird die ständige teilnahme in der CL von entscheidender bedeutung sein. sportlich und wirtschaftlich sollte mittelfristig das ziel achtel- oder viertelfinale sein. schade, dass der deal mit S5 noch bis 2020 läuft. dieser klotz bremst dann doch gewaltig. trotzdem war dieser deal seinerzeit notwendig.

als bundesliga-fan hoffe ich, dass ihr erneut die passenden spieler findet, welche euch 2011 und 2012 so stark gemacht haben.

würdet ihr hummels an den fc barcelona (vorzeitiges karriereende von puyol) bei einem unmoralischen angebot von 30-40 mio verkaufen und zum beispiel ginter aus freiburg transferieren?
BVB - Finanzen |#12
07.03.2014 - 09:41 Uhr
Zitat von Heiko69:
Zitat von Apemantus:
Also beim DFB war die Nummer mit Adidas sicherlich NICHT ok und es gab auch zurecht viel Kritik. Da profitierte nämlich einseitig Adidas und der DFB hat sich Unmengen an Kohle UND Fördergeldern durch dumme Hintertür Absprachen mit Adidas entgehen lassen müssen. Und dass der DFB auf ewig mit Adidas zusammen arbeiten wird, ist sicher nicht in Stein gemeißelt. Nike wird es wieder probieren und nochmal ist man in Frankfurt nicht so dumm.


der dfb wird entgegen deiner meinung noch ewig ausrüster sein. ob adidas seine stellung bei fifa, uefa oder dfl beibehalten wird bleibt abzuwarten. dort sehe ich tatsächlich etwaige veränderungen. nike kann auch nicht überall einsteigen. wenn dem so wäre dann könnten sie sich neben Manu, barca auch noch real madrid schnappen... ;)

nike hat sich allerdings die franz. nati unter den nagel gerissen. die franzosen haben aber auch keinen direkten bezug zu adidas. gäbe es einen franz. bigplayer (ausrüster) sähe es auch wieder anders aus.


Was verleitet dich zu der Annahme? Hätte der DFB damals nicht diese "mündliche Vertragsverlängerung" gehabt, wäre man schon beim letzten Nike Angebot gekippt! Die waren kurzzeitig sogar bereit, vor Gericht zu gehen, um den Nike Deal durchzuziehen - wurden dann aber vom Mediator gestoppt auf Grund der unsicheren Rechtslage.
Wenn Nike es wieder probiert, und sie werden es wieder probieren, haben sie gute Chancen, vor allem weil sie finanziell deutlich über die Adidas gehen würden. Im
Moment profitiert vor allem Adidas, der DFB würde am freien Markt noch viel mehr kassieren. Das merkt man schon allein daran, wie viel Adidas in die Ausrüsterverträge mit anderen Nationen im Vergleich gepumpt hat.


Adidas ist für Bayern gut, weil sie die Spieler mit noch mehr Geld locken können zusätzlich zum Grundgehalt.
Für den DFB hingegen ist es _inzwischen_ eher Gift. Und da der Verband sich immer wirtschaftlicher ausrichtet unter Bierhoff, wird man die Diskrepanz auch erkennen.

•     •     •

You know, a lot of people say: 'Garth Marenghi? Isn’t he the guy who writes all that horror crap?' Well, good luck to you, you’re an idiot. Because my books always say something, even if it’s just something simple like: 'Don’t genetically engineer crabs to be as big as men', there's always a message or a theme.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Apemantus am 07.03.2014 um 09:44 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#13
11.03.2014 - 02:46 Uhr
Zitat von bvbfan_rn:
@Halbgott:

Das ist sowieso alles ne Farce da in England!
Hier in Deutschland sind die Ausrüster knauserig und feilschen um jeden Cent, den sie weniger bezahlen müssen, und dort protzen sie was das Zeug hält...

Ist ja nicht nur so, das ManU jetz 72 Mio bekommen soll pro Saison...
Nein, auch Puma hat ja grade nen Deal mit Arsenal abgeschlossen, und die zahlen denen auch 37-40 Mio pro Saison, während sie uns - dem CL-Finalist der Real mehrfach abgeschossen hat, dem Verein mit dem höchsten Zuschauerschnitt weltweit, mit über 100.000 Mitgliedern und Millionen von Fans - mit lachhaften 6,3 Mio pro Saison abspeisen...

Das ist doch alles aberwitzig, aber selbst Bayern hat soweit ich weiß in Sachen Ausrüster (außer dem Anteilskauf) von Addidas auch keine annähernd ähnlichen jährlichen Werte in dem Bereich.

Und dazu kommt ja noch dazu, das diese Teams auch noch im TV-Vertrag Summen um die 100 Mio pro Saison kriegen, während in Deutschland selbst der Meister immernoch mit 30-35 maximal abgespeist wird!

Und wenn man dann deren Umsätze sieht, die nur knapp drüber, oder letzte Saison Arsenal bspw sogar unter uns, liegen - dann sieht man wo wirklich Geld "verdient" wird, und wo stattdessen der Großteil des Umsatzes durch TV- und Ausrüsterverträge gemacht wird!

Die Premier League ist in puncto Vermarktung das globale Non Plus Ultra der Sportwelt und Teams wie Man United haben dementsprechend einen ganz anderen Markenwert. Dazu macht es nicht übermäßig viel Sinn, den BVB mit den Aushängeschildern der jeweiligen Ausrüster zu vergleichen. United ist DAS Zugpferd von Nike und setzt neben Real Madrid die meisten Trikots ab, Arsenal soll das neue Zugpferd von Puma werden und Liverpool ist für Warrior Sports ebenfalls der erste große Partner auf dem Fußballmarkt.

Davon abgesehen reden wir hier über Vereine, die seit 20 Jahren oder länger in der europäischen Spitze mitmischen. Manchester mag zZ eine schwache Saison spielen, aber aufgrund ihrer etablierten Strukturen und des enormen finanziellen Potenzials ist es nur eine Frage der Zeit, bis die wieder vorne mitspielen. Im Vergleich dazu hat der BVB eine einzige richtig gute Saison auf der europäischen Bühne hinter sich und sonst die letzten 10 Jahre nicht so wahnsinnig viel gerissen, was über die deutschen Grenzen hinaus für große Aufmerksamkeit sorgen würde.

Eine globale Marke wie Manchester United oder Real Madrid, oder eben auf die gesamte Liga betrachtet die Premier League, baut man nicht mit ein, zwei guten Jährchen auf. Sowas braucht Zeit.
BVB - Finanzen |#14
23.03.2014 - 10:38 Uhr
Zitat von BVB1909Fan:
Zitat von bornius:
Und im aktuellen Halbjahresbericht befindet sich dort noch eine Summe von 6,8 Mio.€. Folglich gibt es keine Kapitalrücklagen von denen so viele Träumen. Zum Ende der Geschäftsperiode wird da mehr stehen, aber diese Mär wir hätten in den letzten Jahren was angespart, ist einfach falsch.


Im Halbjahresfinanzbericht 2011/2012 stand dort eine Summe in Höhe von TEUR 286. Und trotzdem hat der BVB Reus für 17,1 Millionen Euro verpflichtet.

Interessant, dass hier jeder etwas anderes erzählt, und niemand plausibel begründen kann, wieso von den Rekordgewinnen angeblich kaum etwas übrig ist, und warum der BVB nicht deutlich netto in neue Spieler investieren könnte.



Dann will ich auch mal die Diskussion ins richtige Topic bringen. Eigentlich sagt hier nicht jeder etwas anderes. Das Problem ist, hier werden viele Zahlen durch einander geworfen und dann falsch interpretiert. Ist ja nichts schlimmes, für Laien können die verschiedenen Posten durcheinander geworfen werden.

Zuerst einmal, worauf willst du eigentlich hinaus? In der ersten Thesis ging es darum, was der BVB an RESERVEN gebildet hat, die sich nach deiner Ausführung, durch die Rekordgewinne gebildet haben. Durch den Verein im Süden hat sich auch der Begriff "Festgeldkonto" eingebürgert. Um zu schauen, was der BVB investieren kann, ohne dafür Kredite aufzunehmen, reicht ein Blick in die Kapitalflussrechnung des Konzerns. Der Posten "Finanzmittelfonds" der lag zum Stichtag des Geschäftsbericht 2012/2013 bei 12,5 Mio.€; beim aktuellen Halbjahresbericht eben bei 6,8 Mio.€. Um dann noch ein wenig vorgreifen zu können, was der BVB an Geldpotentialen in den Büchern hat, kann man hier die kurzfristigen (kleiner 12 Monate) Forderungen und Verbindlichkeiten saldieren und dem Finanzmittelfonds hinzurechnen.


Dann bist du ja jetzt um geschwungen zu was blieb nun wirklich aus den Rekordgewinnen. Ganz einfach. Gewinn ist nicht gleich zu setzen mit das ist meine Kaufkraft in Form von Liquidität. Der Gewinn führt nur dazu, dass das Eigenkapital steigt. Aber das Eigenkapital ist ein Passivaposten und hat nur indirekt etwas mit Liquidität zu tun. Wie gesagt, die Liquidität ist in der Aktiva geparkt und kann sich eben noch einfach aus der KFR ablesen lassen.
Lustigerweise kann man um zu sehen, was aus den Gewinnen hängen blieb einfach die letzte KFR sich anschauen. Dort ist ein Fortschreibungsposten aus der jeweils letzten Periode enthalten; "Finanzmittelfonds am Anfang der Periode". Da sieht man die Cash Veränderung. Jetzt kann man wieder die Forderungen und Verbindlichkeiten wieder einbeziehen. Am Beispiel Götze sieht man das. Rekordgewinn von über 50. Mio.€. Aber im Geld ist das noch nicht ersichtlich, denn in dem Gewinn sind die Götze Millionen als Forderung noch bilanziert. Die kamen erst zum 01.07.2013.

Der Punkt weshalb man sich einen Reus leisten konnte drifftete nun vom Ausgangspunkt ab. Reus konnten wir uns u.a. dadurch leisten, dass in den weiteren Quartalen noch Geld herein kam. Das sagen aber auch genug, dass man aus den Bilanzen der letzten Jahre einen groben Richtwert für die Kaufkraft im Sommer erahnen kann. Keiner wird wirklich abstreiten, dass wir in der Größenordnung 20-30 Mio.€ Spieler kaufen können ohne Geld zu leihen. Geben wir 20 Mio aus, ohne noch Spieler zu verkaufen, dann haben wir deutlich Netto investiert.

Die ganzen Punkte könnte man noch viel tiefer, aber das wurde zu genüge in diesem Topic gemacht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von bornius am 23.03.2014 um 10:40 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#15
23.03.2014 - 16:34 Uhr
Zitat von bvbsacrificebvb:
Also ich hab mich jetzt auch die letzten 10 Seiten eingelesen und muss leider sagen, dass ich wie viele andere nicht BWL'er das ganze trotz vielen Erläuterungen noch nicht verstehe. Ich liste meine Unklarheiten mal auf:

1.Die Transferbilanz war ja immer +- 0, kann man dann also sagen dass für Transfers "kein" Geld ausgeben wurde?

2. wieviel Geld haben wir, bzw haben wir überhaupt Geld aus den Leisten 3 erfolgreichen Jahren (Meister etc....) übrig was nicht investiert wurde in Tilgung, Infrastruktur, Gehalt....?

3. wieviel Geld bleiben von den ca. 65Mio Einnahmen-25mio (geplant aus Gruppenphase)= 40Mio aus dem championsleagefinale übrig nach Prämien, Infrastruktur, Tilgung ? (Einnahmen aus Prämien+ Tickets)

4. wieviel Geld ist übrig aus dieser championsleage Saison angenommen wir fliegen jetzt raus?
Ca 35mio-25mio =10 Mio übrig ?

Bewegen sich diese Zahlen dann im vermuteten Raum von 25-30Mio in die wir investieren, oder hätten wir eher vielleicht 50 Mio wollen aber nur 30 ausgeben?


5. als (vorerst :p ) letzten Punkt versteh ich die "nur" 30 Mio nicht, da Watzke ja gesagt hat, dass ein Verkauf von Lewa sich nicht gelohnt hätte. Sagen wir, wir hätten nach Abzug von steuern etc. Am Ende vom Transfer noch ca.18 Mio übrig gehabt zum investieren in einen Nachfolger (ein 18mio Mann bringt ja auch Leistung die für quali championsleage mind.ausreichen müsste), dann müssten wir doch diese Saison durch den Nichtverkauf der sich laut Watzke ja schon längst ausgezahlt hat, sofern wir uns für die championsleage qualifizieren, mind. Schon einen Betrag von über 20 Mio eingenommen haben, die wir in eine Lewa Nachfolger stecken können, oder wo ist da mein Denkfehler?
Die 7mio für sahin waren ja auch schon relativ eingeplant und zusätzlich ein Transfer in Größenordnung Ginter muss als Tabellenzweiter und championsleageviertelfinalist ja auch immer drin sein( zusammen ca 17mio) daraus ergibt sich ein Betrag von 17+ (20+x) Mio also ca 40mio?
Ich wäre sehr dankbar wenn mir jemd mein Denkfehler aufzeigt:D


Für Nicht-BWLer gebe ich Dir jetzt einen elementaren Punkt, der ganz wichtig für die gesamte Diskussionen hier ist:

Einnahmen sind nicht gleich Einzahlungen, Ausgaben sind nicht gleich Auszahlungen und der Gewinn den wir erwirtschaften ist nicht unbedingt gleichbedeutend damit, dass wir genauso viel Geld zur Verfügung haben. In der Bilanz steht der Wert all unseres Eigentums und in der Gewinn- und Verlustrechnung, die Einnahmen und Ausgaben die dieses Eigentum erwirtschaftet.

Beispiel: Wir haben also z.B. das Stadion mit 190mm EUR in der Bilanz stehen. Davon werden jedes Jahr pauschal ein paar Millionen vom Wert abgeschrieben, weil ein 20 Jahre altes Stadion meist nicht mehr so viel Wert ist wie ein aktuelles (Bausubstanz nutzt sich ab, Abnutzungserscheinungen, etc.).

Da unser Stadion an Wert verloren hat, haben wir somit auch etwas verloren und daher einen Verlust gemacht. Etwas bezahlt haben wir aber tatsächlich nicht - unser Stadion hat an Wert verloren ohne, dass es unser Konto berührt hat. Ähnlich verhält es sich auch mit den Rekordgewinnen - die haben wir zwar gehabt, aber unser Konto ist nicht notwendigerweise mit angestiegen. Anderes Beispiel: Wenn wir jetzt einen Spieler für 30mm EUR kaufen, haben wir keinen Verlust gemacht. Anstatt das Geld haben wir jetzt nur eben einen Spieler über 30mm EUR Wert in unserer Bilanz. Das Geld ist aber tatsächlich ausgegeben und somit nicht mehr auf unserem Konto.

Zu Deinen Punkten:
1) Netto kann man das meines Erachtens sehr vereinfacht so sagen. Wenn wir annehmen, dass das Geld von den anderen Vereinen immer pünktlich bezahlt wurde und wir auch immer pünktlich bezahlt haben (ist glaube ich nämlich nicht immer so gewesen; wir haben Reus z.B. in Raten an Mönchengladbach bezahlt!), dann würden unsere Verkäufe unsere Einkäufe finanzieren.

2) Das ist eine schwere Frage. Wenn wir in die Bilanz zum 30.Juni 2013 schauen stehen da 12,5mm EUR tatsächlich auf unserem Konto (Bargeld) - zum 31.12.2013 (dem letzten verfügbaren Datum) stehen da jetzt 6,8mm EUR. Dazu haben wir kurzfristige Aktiva und kurzfristige Passiva, also Posten die in weniger als einem Jahr zahlungswirksam werden sollten.
Zum Beispiel haben wir Forderungen aus Lieferungen & Leistungen über 22,7mm EUR (Geld, dass wir bald erhalten sollen weil wir eine Leistung erbracht haben - z.B. ein Spielerverkauf) allerdings haben wir auch Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen über 27mm EUR - das könnten z.B. Rechnungen sein, die uns Mitte Dezember gestellt wurden, die wir aber erst zum neuen Jahr bezahlen müssten. In welchem Verhältnis die zueinander stehen ist als Außenstehender schwer zu sagen. Als Außenstehender hatten wir aber zum 31.12. 6,8mm EUR auf dem Konto - das lässt sich mit Sicherheit sagen.

3) Erstmal erscheinen mir 65mm EUR viel zu hoch; so viel hast Du letztes Jahr nicht mal als Sieger erhalten. Prämien ist schwer zu sagen, da wir drei neue Großverdiener haben (Mhiki, Auba, Sokratis, Lewy ja jetzt auch) aber letztes Jahr haben wir ca. 100mm EUR für Gehälter ausgegeben (hier sind aber auch normale Mitarbeiter des BVB drin). Wir haben für Schuldentilgung im ersten Halbjahr 2mm EUR ausgegeben; wir werden wahrscheinlich wieder 2-4mm EUR weiter im zweiten Halbjahr dafür ausgeben. Dann ist auch noch die Frage inwiefern wir mit einer Dividende planen, die dann wohl auch wieder mind. 6mm EUR wären und die eine Auszahlung bedeuten. Wie viel wir planen zu investieren in Gebäude und Co ist unklar - in diesem ersten Halbjahr waren es fast 6mm EUR!

Würden wir für Schuldentilgung, Dividende und Infrastruktur linear das selbe ausgeben hätten wir dann im zweiten Halbjahr nochmal Auszahlungen von 14mm EUR mindestens. Ohne Personalkosten zu berücksichtigen.

4) Dazu musst Du auf den Seiten weiter vorne nachlesen. Wenn ich die Zahlen aus dem letzten Jahr überschlage würden wir erhalten: 8,6mm EUR Group stage + 4mm EUR Prämien für Siege + 19,146mm EUR Marktpool (haben die Bayern als Zweitplatzierte letzte Saison erhalten - der Pool hat sich aber geändert und ist sehr ungenau von mir geschätzt) + 3,5mm EUR Achtelfinale + 3,9mm EUR Viertelfinale = ca. 40mm EUR. Das sind dann unsere Einnahmen nur aus der TV-Vermarktung. Dazu würden noch Sponsorenprämien und der Spieltagsbetrieb für 5 weitere Heimspiele mindestens kommen. Was man da jetzt an Kosten abzieht weiß ich nicht. Würde Dir dafür empfehlen in den Aktienkurs-Thread reinzuschauen, wo der User "Halbgott" dazu viel schreibt.

5) Die 18mm EUR sind eine gute Schätzung finde ich. Lewy hat für uns entscheidende Siegtore (Arsenal, Marseille) geschossen, die uns ins Achtelfinale gebracht haben (+3,5mm EUR; dazu mind. +2mm EUR Siegprämien); dazu 2 entscheidende Tore zum 4:2 Sieg gegen Zenit der uns das Viertelfinale ermöglicht hat (+3,9mm EUR). Das sind alleine an CL-Prämien jetzt bereits 9,4mm EUR Prämien. Dann muss man auch noch sehen wo wir in der Liga ohne unseren Toptorjäger stünden, der für uns bislang 16 Tore und 10 Assists (Liga-Topscorer!) erzielt hat. Wenn wir den Einzug in die CL über die Bundesliga verpassen würde uns das auf einen Schlag Group-Stage + Marktpool also über den Daumen gepeilt fast 30mm EUR nehmen.

Deine Rechnung macht meines Erachtens Sinn und ich würde für Sahin, Ginter auch auf ca. 17mm EUR kommen. Die Frage ist dann aber auch noch wer geht. Mit Schieber können wir wohl fix rechnen. Aus dem Mittelfeld könnte einer dazukommen, wenn sich einer dem Konkurrenzkampf nicht stellen will - damit rechne ich aber nicht. Und ein Talent kann uns immer mal verlassen, wenn wir auf die letzten Jahre schauen (Bittencourt, Günther, Sobiech, Ginczek, Koch). Nur weil Lewy 20mm EUR dann einspielt heißt es dazu nicht unbedingt, dass wir dann auch 20mm EUR nur für den Nachfolger ausgeben - wir könnten auch teilweise etwas für einen Ginter verwenden. Daher scheinen sich wohl die Gerüchte über einen Ramos für "nur" 8mm EUR bereits zu verdichten.
BVB - Finanzen |#16
23.03.2014 - 17:29 Uhr
Ich verstehe langsam gar nicht mehr was das ganze soll. Keiner hier ist Buchhalter beim BVB. Es ist für uns aussenstehende nur anhand von den Publikationen, UEFA Seiten, Nachrichtenseiten etc. zu rekonstruieren wo in etwa die Gelder hingeflossen sind bzw. woher diese gekommen sind. Es ist müßig hier lesen zu müssen, dass man irgendwie erklären soll bei welcher Runde im DFB Pokal oder der CL der Peak erreicht ist bei dem wir mehr ausgeben müssen, als wir noch einnehmen. Das sind alles Vertragsdetails, die wir nicht kennen.

Den Kauf der Geschäftsstelle, die mehrfachenSanierungsarbeiten am SIP, die Solaranlage auf dem SIP, der Bau des neuen Jugendhauses, der Kauf des Footbonauten, der Ausbau des Trainingsgeländes etc. sind alles Posten, die Geld gekostet haben. Was es im einzelnen gekostet hat, kann man teilweise nachlesen, anderes nicht. Dann kommen die Tilgungen in die Altlasten wie den Umbau des SIP, was jährlich auch immer noch Geld kostet. Es ist schon ersichtlich, dass viel Geld abfließt.

Was aber ganz einfach ist, ist aus den Bilanzen zu lesen, was unser Festgeldkonto ist, wie hoch es zum Stichtag X ist und man ein wenig in die Richtung abschätzen kann, wo es im Sommer hin geht. Wenn man hier doch Einschätzungen liest, dass zwischen 20 und 30 Mio.€ Transfergelder im Sommer bereit stehen können, dann ist das auch eine Summe, die den 2. Leuchtturm in Deutschland schon gerecht wird.

Ich würde gerne mal von denen den Bilanzposten gezeigt bekommen, wo das Geld für Spieler versteckt ist, was ja Senden und BVB1909Fan gerne anzweifeln. Ich würde einfach gerne jetzt mal Beweise lesen, wo das Geld ist. Und wenn ich hier als Begründung der Gewinn 2012/2013 als Beweis lesen muss, alarmiere ich den Thread. Die "Möchtegern-Zweifler" dürfen auch mal was sinnhaftes beisteuern.
BVB - Finanzen |#17
23.03.2014 - 18:15 Uhr
Zitat von BVB1909Fan:
Zitat von derMilchmann:
Weil dir das Stadion überspitzt formuliert sonst in näherer Zeit um die Ohren fliegt. Spieler wollen ein vernünftiges Trainingsgelände. In der Jugend werden Spieler ausgebildet.

Langsam kann es kein Unwissen mehr sein, ich glaube du trollst.


Nein, ich will ganz einfach nur verstehen, wie es sein kann, dass ein Verein Dutzende von Millionen Euro in die Infrastruktur investiert, obwohl man darüber redet, dass man deutlich netto in den Kader investiert, obwohl man der zweite Leuchtturm in der Bundesliga werden will, und obwohl man weiß, dass man Geld für einen oder zwei neue Stürmer benötigt, und deshalb auf eine Ablösesumme für Lewandowski verzichtet.

Also entweder hat der BVB nicht so viel Geld in die Infrastruktur investiert, wie einige hier behaupten. Oder der BVB investiert trotz aller Ankündigungen von Watzke lieber in die Infrastruktur als in Spieler, obwohl man nicht mit einer erneuten Qualifikation für die CL und Einnahmen durch Transfers planen kann. Der BVB weiß also, dass man einen oder zwei neue Stürmer verpflichten, und generell in die Breite und Spitze des Kaders investieren muss, "spart" dafür aber kein Geld, sondern investiert in die Infrastruktur, und setzt darauf, dass man in der aktuellen Saison schon irgendwie genug Einnahmen haben wird, um einen oder zwei neue Stürmer zu verpflichten?


Ich denke zwar langsam auch das du trollst und werde mich deshalb auch auf keine großen Diskussionen mit dir einlassen. Ich wage aber trotzdem einen Versuch dir den Gedanken von den Investitionen in die Infrastruktur näher zu bringen.

Eigentlich reicht als Erklärung ein Wort:

Nachhaltigkeit

Gerade weil wir der "zweite Leuchtturm" werden wollen brauchen wir eine Top Infrastruktur und müssen uns eine solide wirtschaftliche Grundlage schaffen. Damit man langfristig eben nicht mehr nur vom sportlichen Erfolg abhängig ist.
Durch den Rückkauf der Geschäftstelle werden wir in Zukunft die Miete sparen, die Investitionen in den Ausbau der Logen werden jedes Jahr einige Millionen einbringen. Die Investitionen in das Jugendhaus, ins Trainingsgelände und in Sachen wie den Footbonauten sind auch Investitionen in die Zukunft. Was wäre Barcelona zB ohne La Masia.

Wie kann man der "zweite Leuchtturm" werden wenn man von der Infrastruktur nur nationaler Durchschnitt ist? Internationale Topspieler wollen auch Top Trainingsbedingungen und Toptalente wollen nicht in ner heruntergekommenen Bude wohnen, dann gehen die halt nen paar km weiter westlich zu den blauen.

Wir bilden gerade die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft. Wenn in Zukunft die Infrastruktur auf einem Top Level ist, man keine Verbindlichkeiten mehr zu bedienen hat und Altlasten wie der Aramark Vertrag endlich der Vergangenheit angehören wird man dann auch sehr viel Geld mehr zur Verfügung haben um dieses in den Kader zu investieren.

Das erstaunliche ist eigentlich das man trotz all dieser Investitionen sportlich noch einen Kader zusammen gestellt hat der selbst unter größtem Verletzungspech die vierte erfolgreiche Saison hintereinander spielt. Trotzdem ist das scheinbar einigen noch zu wenig. :rolleyes
BVB - Finanzen |#18
23.03.2014 - 22:46 Uhr
Zitat von -core-:
Kann mir trotzdem jemand mal erklären warum wir so viel "sonstige betriebliche Aufwendungen" haben?



Für Außenstehende ist das natürlich etwas schwierig da zu erahnen, was alles in den Posten läuft. Allerdings kann man ja ein paar GB durchforsten.

2012/13: "[...] deutliche Steigerungen auf. Diese basierten vornehmlich auf den Erfolgen in der UEFA Champions League - insbesondere auf den damit im Zusammenhang stehenden Spielen - sowie Aufwendungen wie z.B. die Agenturprovisionen welche überwiegend im direkten Zusammenhang mit den gestiegenen Umsatzerlösen standen."

--> Da sieht man wie der S5 Deal uns jetzt das Geld "frisst". Es wäre natürlich toll zu erfahren, wie viel die von den 101 Mio.€ bekommen haben.


H1 2011/12: "Der Anstieg ist vorwiegend durch Mehraufwendungen des Spielbetriebes in Höhe von 3,784 Mio.€ sowie die um 3,72 Mio. gestiegenen Werbeaufwendungen bedingt, da diese Aufwendungen mit der positiven Entwicklung des Umsatz korrelieren. Auch die im SIP durchgeführten notwendigen Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen schlugen in den SBA nieder." Verwaltungsaufwand, durch Erweiterung des Mitarbeiterstammes und die damit verbundene Schaffung von Infrastruktur.

--> Die Instandhaltung ist ein Punkt, das betriebene Marketing fließt darein, Reisen ins Ausland.

Des Weiteren wird da Energiekosten mit rein fließen, Versicherungen, Logistikaufwand. Weiter gehe ich davon aus, dass auch die Ausgaben in die Infrastruktur generell da mit herein fließen.

Ohne Gewähr würde ich sogar sagen, dass die Transfers bzw. Buchwertveränderungen aus den Transfers ebenfalls dort drin sind. Denn im GB wo die wesentlichen operativen Kennzahlen zu den Ausgaben gelistet sind, findet man den Materialaufwand (wesentlich das Merchandising), der Personalaufwand, die Abschreibungen und eben der SBA als Hauptaufwendungen. Aber wie gesagt, ich würde jetzt nur drauf tippen, mich darauf festlegen will ich mich aber nicht. Bzw. Buchwertveränderungen aus den Transfers.

Aber H1 2013/14: "Veränderung basierte im Wesentlichen auf gestiegenen Transferaufwendungen in Höhe von 1,994 Mio.€ [...]"

--> Ist ja jetzt die Grätchenfrage ob damit Aufwendungen gemeint sind um Transfers zu realisieren oder eben ob es die Transfers direkt sind.


Aus dem GB 2004/05: "Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2004/2005 auf 85,8 Mio. €. Im Vorjahr wurden 76,2 Mio. € an betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Neben den Aufwendungen für den Spielbetrieb und die Verwaltung sind als wesentliche Positionen die Stadionmiete und die Aufwendungen für Werbung zu nennen. Enthalten in den betrieblichen Aufwendungen sind zudem die Buchwertverluste aus Vertragsauflösungen, Aufwendungen im Zuge der Kapitalerhöhungen sowie Wertberichtigungen
und Aufwendungen aus Markenwertrisiken."
Dieser Beitrag wurde zuletzt von bornius am 23.03.2014 um 22:50 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#19
24.03.2014 - 11:38 Uhr
Zitat von halbgott:
Zitat von RobMs:

Und woher nehmt ihr nun, dass in der CL mit dem Achtelfinale geplant wurde?


Ich bin bislang davon ausgegangen, daß man keineswegs ein Überwintern eingeplant hat. Falls dem nicht so ist, hätte ich gerne eine Quelle falls vorhanden.


Ich finde es auch lustig, wie hier die Fahnen nach dem Wind gedreht werden.
Als Schalke noch um die Quali kämpfte, gab man sich im Forum überlegen, weil Schalke schon die CL-Mios verplant hatte bevor die Einnahmen standen. Der gemeine BVB-Fan rühmte sich mit der vernünftigen Kalkulation, die nicht über die Gruppenphase der CL hinaus ging. Das wurde von Watzke auch genug betont, dass man nur die fixen Einnahmen aus der Gruppe verplant.

Das bedeutet logischerweise, dass man mit einem 4. Platz kalkuliert hat, denn sonst wären ja in der Kalkulation mind. noch die EL-Einnahmen gewesen. 4. Platz heißt gemeinhin, dass man nicht gerade mehrere Mios an Siegprämien aus der CL-Gruppe kalkulieren kann, denn das widerspricht dem 4. Platz.

Genau wie die vorsichtige Kalkulation damals gelobt wird, stampfen jetzt einige auf den Boden und fühlen sich beleidigt, wenn man mit Gruppenaus kalkuliert. Als würde das bedeuten, dass man ein solches erwartet, weil man kein Vertrauen in die Mannschaft hat...

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Man darf also schon davon ausgehen, dass dem BVB deutlich mehr Mittel zur Verfügung stehen als kalkuliert worden war. das Abschneiden in allen 3 Wettbewerben erreicht bzw. übertrifft teils deutlich die Kalkulation. 15-25 Mio Mehreinnahmen ggü. selbiger sind auf jeden Fall da.

Jetzt stellt sich die Frage: Mit wieviel Geld hatte man denn ursprünglich kalkuliert? Waren es 10 Mio, dann hätte man Stand heute 30 Mio zur Verfügung.
Wenn Watzke allerdings letzten Sommer betont, dass man sich Geld zurückgelegt hat für einen Lewa-Nachfolger, dann wären die ursprünglich angenommenen 10 Mio viel zu niedrig angesetzt.
20 Mio wären wohl das Minimum des Vertretbaren. Im Sportstudio hat Watzke ja auch nochmal betont, dass es "goldrichtig war, Lewandowski nicht zu verkaufen". Sprich: Es gab ein Angebot. Hätte man also nicht genug Geld zurücklegen können für einen Nachfolger, hätte man verkaufen müssen.

Damit wären wir schon bei mind. 40 Mio möglicher Netto-Ausgaben. Die wären auch wirklich mal sinnvoll in dieser Phase (Ginter, Sahin, Volland, Ramos = 40 Mio).
BVB - Finanzen |#20
04.04.2014 - 23:08 Uhr
Zitat von Dirk_Pitt:
Ihr könnt den BVB nicht mit einem normalen Unternehmen wie Thyssen-Krupp vergleichen. der BVB ist zwar an der Börse notiert, aber kein Investor wird jemals auf die Idee kommen aus dieser Investition eine Rendite erlangen zu wollen. Beim BVB kommt es auch nicht darauf an einen möglichst hohen Gewinn auszuweisen, sondern einen möglichst großen sportlichen Erfolg vorzuweisen. Die ganze Idee mit dem Listing an der Börse war und ist totaler quatsch. Schaut euch mal die Kommentare zum Börsengang des BVB an und zwar von Leuten, die davon Ahnung haben, da gab es keinen, der den Börsengang eines Fussballklubs ernst genommen hat.


Das ist ja ein richtiger Rundumschlag. Natürlich kann man die Aktie mit einem normalen Unternehmen vergleichen, das wird ständig gemacht, hier bitte, ich zitiere:

"Wenn die Quartalssaison vorbei ist und Kursimpulse von Firmenseite ausbleiben, liefert ein Blick in die Datenbank interessante Anlageideen. Zu diesem Zweck hat boersengefluester.de das zurzeit 617 Aktien umfassende Aktienpaket DataSelect einem umfangreichen Ausleseverfahren unterzogen. Abgefragt wurden Bilanzgrößen, Aktienkennzahlen und Performancedaten. Übrig geblieben sind am Ende drei Unternehmen, von denen wir vorher selbst kaum geglaubt hätten, dass ausgerechnet diese Papiere alle Hürden meistern werden."

http://boersengefluester.de/aktien-screening-nur-drei-werte-schafften-den-strip-bis-zum-schluss/

Kein Investor kommt jemals auf die Idee, mit seinem Investment eine Rendite erlangen zu wollen?? Wie bitte? Als Klopp Trainer bei Borussia Dortmund wurde, stand die BVB Aktie bei einem Euro, jetzt steht sie inklusive zweier Dividenden bei 4 Euro. In den letzten fünf Jahren hat die BVB Aktie +333,71% zugelegt, das ist exakt +249,79% besser als der DAX.

http://www.comdirect.de/inf/aktien/detail/kennzahlen.html?ID_NOTATION=144434

Und wenn die BVB Aktie bei 11 Euro steht, wird es bei einigen immer noch heißen, man könne mit der BVB Aktie nichts verdienen, im Jahr 2000 gab es die BVB Aktie auch schon zu 11 Euro. Ist aber eine absurde Quatschlogik.

Was im Jahr 2000 börsenmäßig passiert ist, kann und muss dem heutigen Investor vollkommen egal sein. Da gab es die Telekom Aktie zu 100 Euro, die Allianz Aktie zu 400 Euro und die Infineon Aktie zu 94 Euro. Es war eine Blasenbildung, die sich letztlich bei ALLEN Aktienwerten niederschlug, inklusive der Industriewerte. Die BVB Aktie war im Jahr 2000 nie und nimmer ein Kauf, genauso wenig aber jede andere Aktie auch.

Es kommt nicht darauf an einen möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften, das mag sein. Aber ein möglichst großer sportlicher Erfolg, bedeutet letztlich das gleiche. Eine Aktie wird nicht nur nach ihrem Gewinn beurteilt, sondern auch nach ihrem Umsatz, ihrem Potential, ihrer Markenstärke undundund

Die Manchester United Aktie hat nicht weit über 1000% zugelegt, weil hohe Gewinne erreicht wurden und hohe Dividenden ausgeschüttet wurden, das passierte kein einziges Mal, sondern weil dieser Fussballklub wertvoller ist als Wormatia Worms oder AS Roma.

Das der Börsengang totaler Quatsch war, ist im Nachhinein sicherlich richtig. Der Punkt ist, die Dinge verändern sich im Laufe der Jahrzehnte. Bei einer fairen Bewertung ist eine Kapitalerhöhung die leichteste Sache der Welt, es geht also für Dortmund nur darum, diese auch zu erreichen.

Das Grundprinzip, nämlich das man solide wirtschaftet, nicht mehr Geld ausgibt als man einnimmt, ist natürlich von Vorteil, wenn man an der Börse gelistet ist. Aber hallo? Es ist ganz generell ein Vorteil, das müsste man auch ohne Börse genauso machen.

Zitat von Dirk_Pitt:
Außerdem was bringen den Investoren die 6 Mio €, wenn diese jetzt für Investitionen in eine nachhaltige sportliche Entwicklung fehlen. Der Aktienkurs würde sich bestimmt besser entwicklen, wenn man einen guten Spieler für das Geld geholt hätte oder Reus ohne AK bis 2018 verlängert hätte.


Da bin ich anderer Meinung. Wenn man alles eingenommene Geld direkt AUSSCHLIEßLICH in den Kader reinvestiert, hat man viele Probleme. Höhere Abschreibungen für gekaufte Spieler, höhere Personalkosten und einiges mehr. Zu schnelles Wachstum ist in jedem Fall kontraproduktiv. Man kann ja nicht sagen Lewandowski bekommt jetzt 10 Mio Höchstgage, damit wir ihn halten könnnen, wir hätten das Geld jetzt. Das hat sofort bei jeder anderen Vertragsverhandlung unmittelbare Folgen. Reus und AK genau dasselbe.

Es war extrem sinnvoll nicht nur in Beine zu investieren, sondern eben auch in Steine, Rücklagen, Dividenden usw.

Zitat von Dirk_Pitt:
Es ist auch egal, wieviele Aktien man zu welchem Kurs rausgibt, weil die Aktionäre kein Stimmrecht haben. Selbst wenn ein Aktionär 100% der Anteile halten sollte, kann der nichts, aber auch gar nichts machen soweit ich das in Erinnerung habe. Er schießt das Geld einfach nur so rein, wie ein Abramowitsch bei Chelsea.


Etwas wirr. Wovon redest Du? Ein Abramowitch hat natürlich etwas zu sagen bei Chelsea. Ein George Sorros, der Manchester United Aktien gekauft hat, hingegen nicht. Die KKR, die maßgeblich in Hertha BSC investiert, hat auch nicht wirklich etwas zu sagen, nichts anderes sagt die identische Unternehmensform: GmbH&Co KGaA

Das alles hält Investoren nicht davon ab, genau in solche Unternehmen zu investieren.

Zitat von Dirk_Pitt:
Der Steuersünder aus Bayern lacht sich heute noch über den Börsengang des BVB kaputt. Die Bayer verkaufen ohne große Kosten ihre Anteile an die Allianz, Adidas und Audi zum selbst gewählten Preis. Die müssen nicht darauf warten und darauf hinarbeiten, dass der Kurs wieder steigt. Die werfen keine Dividenden raus, die Sie lieber in Spieler gesteckt hätten. Wer sich beteiligen will überweist einen Betrag und bekommt dafür einen gewissen Teil der Anteile fertig.


Die Bayern haben einiges sehr richtig gemacht, völlig klar. Nur Deine Logik ist falsch. Denn daß Niebaum/Meier das viele eingenommene Börsengeld direkt verbrannt haben, ist erst mal nur ein Dortmunder Problem, weiter nichts. Ein paar Jahre später ist man fast insolvent, völlig absurd. Niemand hat Dortmund gezwungen mehr Geld auszugeben als Bayern. Die Bayern waren sehr interessiert an Rosicky, aber eben nicht zu diesem Preis. usw. usw.

Und natürlich zahlen die Bayern eine Dividende.

Zitat von Dirk_Pitt:
Durch die Zahlung der Dividende hat man nur Geld verbrannt, der Aktienkurs ist nämlich nicht wesentlich höher als vor einem Jahr und er wird auch im nächsten Jahr nicht wesentlich höher sein. Wenn es an den Börsen wegen irgendwelcher Krisen nach unten geht, wird die BVB-Aktie auch fallen auch dann wenn der BVB grade die CL gewonnen hat.


Wie schon oben erwähnt, +249,79% besser als der DAX in den letzten 5 Jahren. Du unterstellst also, daß es jetzt genau andersrum läuft und die BVB Aktie stattdessen sich am Markt orientiert. Aber warum sollte sie dies tun? Dafür gibt es keinerlei Hinweise.

Die BVB Aktie kannte jahrelang nur eine Richtung: nach unten. Von 11 Euro runter auf 0,85. Damit hatte sie klar schlechter performt als die Märkte. Aus Gründen.

Jetzt läuft es jahrelang genau andersrum, auch aus Gründen. Und wenn Du in anderen Zeiträumen die BVB Aktie mit was auch immer vergleichst: Die Dividende darfst Du gerne dazu zählen: Das sind bisher insgesamt 16 Cent.

Zur Kursentwicklung: Die BVB Aktie bildete im Meisterjahr 2010/11 eine Fahnenstange, der Kurs hatte sich innerhalb von vier Wochen extrem gut entwickelt. Dies hatte eine längere Konsolidierung zur Folge, die im Winter 2011/12 bei 1,80 endete, immerhin noch knapp 100% über dem Tiefstkurs der Vorsaison. Daraufhin ging es sehr schnell wieder hoch, allerdings diesmal nur bis 2,80. Dennoch ist eine Kursentwicklung von 1,80 auf 2,80 in 9 Wochen nicht von schlechten Eltern... Und genau deswegen gab es wiederum eine Konsolidierung. Diese endete am 7.6.2012 bei 2,10

Und genau seit diesem 7.6.2012 gibt es keine größeren Kurssprünge mehr, die größere Konsolidierung zur Folge hätten. Die Volalität ist spürbar zurückgegangegn, es ist nicht mehr entscheidend, ob der Ball an den Pfosten geht oder nicht.

Der Kurs steht heute bei 3,86 plus zwei Dividenden von insgesamt 16 Cent macht das insgesamt 4,02

Gleichzeitig ist die BVB Aktie deutlich mehr unterbewertet als sie es im Jahr 2012 war. Da sprach man noch von Einmaleffekten, die sich nicht wiederholen lassen. Aber nur allein die Umsatzentwicklung OHNE Einmaleffekte spricht Bände:

Ohne Transfers und ohne Champions League oder Euro League hatte man 2009/10
105,21 Mio Euro Umsatz,
2011/12 waren es schon 159,12 Mio Euro und diese Saison hat man ohne Transfers und ohne Champions League geschätzt 217,5 Mio Umsatz.

eine derartig fulminante Entwicklung hat noch nicht mal der kühnste Optimist von sich gegeben. Kein BVB Analyst hat die BVB Aktie zum Kauf empfohlen, jahrelang. Auch das hat sich sehr deutlich geändert. Selbst wenn man äußerst pessimistisch rechnet, kommt man zu einem erklecklichen Wachstum in allen Kernbereichen.
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