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BVB - Finanzen

28.01.2014 - 10:06 Uhr
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BVB - Finanzen |#21
05.04.2014 - 16:00 Uhr
Zitat von Dirk_Pitt:
Hi Halbgott, vielleicht habe ich mich an einigen Stellen falsch ausgedrückt, vielleicht wurde ich an einigen anderen Stellen falsch interpretiert. Ich möchte auf einige deiner Aussagen eingehen.


Erst mal überhaupt Danke für die Antwort, wir werden kaum die gleiche Meinung bekommen, dennoch ist die Diskussion interessant!

Zitat von Dirk_Pitt:
Der Vergleich, den die Comdirect Bank hier angiebt ist schon mal grundsätzlich Falsch, weil hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Wenn man aber Äpfel mit Äpfeln vergleicht, fällt der Vergleich noch viel drastischer aus. Keine Fussballaktie hat eine auch nur annähernd so gute Performance.

Zitat von Dirk_Pitt:
1. Ist der Dax ein Index, der als Vergleich an sich schon mal nicht so geeignet ist wie ein Einzelwert.

Ich bezog mich da auf Dich. Du sprachst ganz allgemein von den Märkten: "Wenn es an den Börsen wegen irgendwelcher Krisen nach unten geht, wird die BVB-Aktie auch fallen auch dann wenn der BVB grade die CL gewonnen hat." Dies habe ich verneint, die BVB Aktie kannte 10 Jahre nur eine Richtung, einigermaßen unabhängig von den Märkten und deren Krisen, nun läuft es seit vier Jahren genau umgekehrt. Den DAX habe ich als Vergleich genommen, weil er den "Markt" ganz gut abbildet.

Zitat von Dirk_Pitt:
3. Mit einem höherren Risiko erkaufe ich mir auch die Möglichkeit einer höheren Rendite. Deswegen verwundert es nicht unbedingt, dass in den letzen fünf Jahren die BVB Aktie stärker gestiegen ist als der Dax.

Risiko? Bei einem Aktienkurs von 0,80 hat Borussia Dortmund eine Marktkapitalisierung von gerade mal 49 Millionen. Allein die Marke BVB hat einen Wert von 260 Millionen Dollar. Gewinn oder Rendite oder Dividende braucht Borussia Dortmund bei einer Marktkapitalisierung von 49 Millionen nicht zu erwirtschaften. Bei dieser grotesken Marktkapitalisierung geht es einzig darum, daß das Risiko einer Insolvenz besteht. Aber auch bei einem Aktienkurs von 1,80 am Ende der ersten größeren Konsolidierung im Winter 2011/12 bestand bei einer Marktkapitalisierung von gerade mal 110 Millionen kaum irgendein Risiko.

Aber Vorsicht: Ein Risiko besteht beim Kauf einer Aktie IMMER. Ich stelle nur in Frage, daß dieses Risiko bei der BVB Aktie höher ist.

Zitat von Dirk_Pitt:
4. Der Ausschnitt von 5 Jahren ist natürlch glücklich gewählt, weil er gerade in die Zeit von Klopp fällt, wenn man sich dann einen Vergleich Dax BVB seit Börsengang anschaut


Nein, ich schaue mir nicht das Zeitfenster von 14 Jahren an. Aktien, die vor 14 Jahren total in waren, haben extrem schlechter performt als die BVB Aktie oder existieren nicht mehr. Insbesondere die sogenannten Risikoaktien. Aber selbst die sogenannte Volksaktie Telekom hat seither krass schlechter als die BVB Aktie performt.

Finde ich aber total uninteressant.

Die sehr gute Performance in den letzten 5 Jahre ist eben NICHT nur dem Erfolg von Jürgen Klopp geschuldet, sondern eben auch, daß Großinvestoren, allen voran Morgan Stanley sehr, sehr viele Aktien auf den Markt geschmissen haben, diese waren exakt im Sommer 2010 fertig damit, zeitgleich begann der unglaubliche Erfolg von Borussia Dortmund.

Die BVB Aktie hätte aber auch schon früher anziehen können, man wurde Fünfter und hat sich nach jahrelanger Abstinenz erstmalig wieder für die Euro League qualifiziert, er einzige Grund warum das nicht geschah, waren die Verkäufe von Morgan Stanley. Morgan Stanley war bedingt durch die Finanzkrise durch den amerikanischen Gesetzträger gezwungen zu verkaufen.

http://www.nwzonline.de/wirtschaft/borussia-dortmund-bvb-aktie-kann-wieder-atmen_a_1,0,726792470.html

Zitat von Dirk_Pitt:
Das ein Investor, der in die BVB Aktie investiert nicht auf Shareholder Value hoffen sollte bestätigt auch Watzke: http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/borussia-dortmund-abschied-von-der-boerse-waere-derzeit-zu-teuer-a-923753.html


Dieses Watzke Zitat wird von vielen nicht verstanden. Sicherlich hätte man bei einem Aktienkurs von unter einem oder einem Euro über ein Delisting nachdenken können. Wenn man dabei insgesamt das Doppelte bezahlt hätte, hätte das eventuell sogar klappen können und Borussia Dortmund hätte ein gnadenlos gutes Geschäft gemacht, nur darum geht es.

Hertha BSC ist ebenso eine GmbH&Co KGaA und wird vom Investor KKR mit 220 Millionen bewertet, bei einem BVB Aktienkurs von 2 Euro hätte Borussia Dortmund aber nur einen Wert von 120 Millionen. Danach hätte man ebenso wie bei Bayern München oder Hertha über den Einstieg von Investoren nachdenken können, die Dortmund natürlich eine wesentlich höhere Bewertung zugebilligt hätten.

Nur bei einem Aktienkurs von 3,50 geht das eben nicht mehr, weil ein Delisting ganz unmittelbar viel, viel höhere Kurse zur Folge hätte, für so etwas gibt es klare Regeln. Ein Gutachter hätte ohne weiteres festgestellt, daß der zweifache Umsatz als Bewertung das mindeste wäre, das entspräche beim derzeitigen Umsatz von 260 Millionen für das laufende Geschäftsjahr einer Marktkapitalisierung von 520 Millionen Euro, also einem Aktienkurs von 8,50. Woher soll aber Dortmund 520 Millionen nehmen und was wäre da überhaupt der Vorteil??? Blanker Unsinn, darüber kann man nicht nachdenken, genau dies meinte Watzke.

Zitat von Dirk_Pitt:
Dort findet man das Zitat:“Jeder BVB-Aktionär muss wissen, dass er in eine GmbH und Co. KG auf Aktien investiert", erläuterte er.
"Diese GmbH gehört zu 100 Prozent dem eingetragenen Verein. Und das typische Mitglied dieses Vereins möchte maximalen sportlichen Erfolg ohne Schulden - der interessiert sich nicht für Shareholder Value."


Auch hier muss man wissen, worauf er sich bezieht. Viele Aktionäre wollen das schnelle Geld und fordern Dinge, die komplett kontraproduktiv sind. Insbesondere im Fall Lewandowski. Wird ja auch von vielen Fans komplett nicht verstanden. Man hätte das Geld für Lewandowksi nehmen müssen, anschließend kauft man sich für 30 Mio zwei Stürmer. Das Geld für Lewandowski wird aber sofort ergebniswirksam und würde kurzfristig den Gewinn geradezu explodieren lassen.

Das ist aber nicht im Sinne des Vereins. Der entscheidet nicht kruzfristig für irgendwelche Aktionäre oder Investoren, sondern bleibt in seinen Entscheidungen vollkommen unabhängig.

Es ist die exakt gleiche Situation wie bei Hertha BSC oder Bayern München.

wenn Dich wirklich interessiert, was Watzke seinen Shareholdern verspricht, gebe ich Dir hier mal folgende Zitate von Watzke:

"Das Stadion ist über 200 Millionen Euro wert. Wir haben einen Spielerwert von über 300 Millionen. Das sind schon 500 Millionen - von den anderen Dingen gar nicht zu reden. Und der Markt bewertet uns mit 220 Millionen Euro. Eine totale Diskrepanz. Sie haben recht, dass wir darüber nachdenken müssen, wie wir diese Diskrepanz aufheben können."

Frankfurter Allgemeine
http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bvb-chef-watzke-im-gespraech-der-aktuelle-zustand-tut-der-bundesliga-nicht-gut-12818553-p3.html%3Cbr%20/%3E

Daraufhin wurde spekuliert, wie man das konkret bewerkstelligen könne, Watzke hatte es präzisiert:

Sport Bild, 5.3.2014

"Es geht nicht darum, Anteile zu verkaufen. Sondern vielleicht gibt es irgendwann mal einen großen Konzern, der sich für Borussia Dortmund und die Strahlkraft des Klub interessiert, auf dem Markt Aktien dazukauft und sich komplett zum Klub bekennt."

http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1403/News/hans-joachim-watzke-geschaeftsfuehrer-borussia-dortmund-strategische-partnerschaft-konzern-bvb.html

Zitat von Dirk_Pitt:

Zitat von halbgott:

Es kommt nicht darauf an einen möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften, das mag sein. Aber ein möglichst großer sportlicher Erfolg, bedeutet letztlich das gleiche. Eine Aktie wird nicht nur nach ihrem Gewinn beurteilt, sondern auch nach ihrem Umsatz, ihrem Potential, ihrer Markenstärke undundund


Auch hierzu ein Link:http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/borussia-dortmund-an-der-boerse-aktien-fuer-die-fans-1.1675762.


Dieser Artikel ist komplett unterirdisch und wimmelt nur so von falschem Behauptungen und Schlußfolgerungen. Der Titel der Printausgabe lautete "Eine Aktie für die Wand". Der gesamte Artikel bezieht sich letztlich auf die unsäglichen Äußerungen von Uli Hoeneß, die dieser in einer Stammtischrunde von sich gegeben hat. Das ist richtig niveaulos.

Da wird behauptet, der Aktienkurs hätte nicht auf die Verpflichtung von Jürgen Klopp reagiert. Blanker Unsinn. Morgan Stanley hatte in dieser Zeit Millionen Aktien verkauft, das muss jeder gute Wirtschaftsjournalist wissen. Oder aber der Ausgabekurs. Es gibt verschiedene Ausgabekurse, der durchschnittliche Ausgabekurs liegt exakt bei 4,98. Ein unbedarfter Leser weiß das nicht. Ein Leser, der halbwegs Bescheid weiß, braucht diesen Artikel aber nicht zu lesen!

Kein einziges halbwegs seriöses Argument oder schlichte Fakten. Natürlich brauch ich Angaben zum Umsatz, zum Gewinn, zur Dividende, zur zukünftigen Entwicklung. Völlig unabhängig davon, ob ich die Aktie gut finde oder schlecht. Einfach Fakten. Nichts davon. Solche Artikel oder Links findest Du aber massenhaft. Letztlich muss aber jeder nachvollziehen können, ob es stimmig ist, oder aber eben nicht.

Alexander Berger zum Beispiel hat in einem Video für Börse Stuttgart einem Tag vor dem CL Finale (!!!!) davon geredet, daß Bayern einen doppelt so hohen Umsatz hätte. Hat Bayern München 600 Millionen Umsatz???? Meine Güte. Wozu brauch ich also so einen Link? Oder daß die Dividendenrendite nur 1,3% betragen würde, oh je. Die Dividende lag nicht bei 4 Cent sondern satte 150% darüber!!!

Oder das Handelsblatt, "Schwarz gelbe Traumbilanz in Gefahr" lautete der Titel. Wimmelt nur so von ganz extremen Fehlern und Unzulänglichkeiten. Die verwechselten Milliarden mit Millionen. Mehr Dilettantismus gibt es nicht.

Ich würde sagen, ich brauche wesentlich bessere Argumente.

Der Umsatz steigt nicht deswegen eklatant, weil man gleich gegen Wolfsburg gewinnt oder sonstwas. Der Umsatz steigt, weil die TV Auslandsvermarktung so derartig deutlich steigt, daß Borussia Dortmund dies "deutlich und dramatisch" spüren wird (Originalformulierung von Watzke auf der Jahreshauptversammlung der Aktionäre)

Bei der Vertragsverlängerung mit Evonik glaubt Watzke "internationalen Ansprüchen" gerecht werden würde. So gesagt. Da kannst du sämtliche Argumente der Süddeutschen in die Tonne treten, die denken, es wäre wesentlich, daß man Spiele gewinnt. Das ist aber genau genommen schlicht Stammtisch Niveau. Sie beziehen sich auf Hoeneß, aber hallo?? Was hat er denn genau in dieser Runde alles so von sich gegeben? Watzke würde Märchen erzählen. Wer glaubt, Watzke würde Märchen erzählen, kauft natürlich nicht die BVB Aktie. Die Süddeutsche hätte den Hoeneß Quatsch ja mal gründlich recherchieren können, wäre auch interessant gewesen für die BVB Aktie. Die Personalkosten Quote liegt nun bei schier unglaublichen 32,8% und wird sich vermutlich auf 40% erhöhen. Das ist europaweit einfach nur fantastisch, hat nichts mit Märchen zu tun, sondern entspricht den Tatsachen und Fakten. Und genau deswegen ist Borussia Dortmund Renditemeister, hier mal ein Link, der ausschließlich auf Fakten beruht und nicht auf Geschwätz: http://wettengl.info/Blog/?p=4258

Wie hat denn der Aktienkurs von Manchester United auf die beispiellosen Niederlagen reagiert? Quasi gar nicht. Aus Gründen.


Zitat von halbgott:
Da der wirtschaftliche Erfolg auch noch nicht nachhaltig ist finde ich Investitionen in den Kader wie sie letzte Transferperiode getätigt wurden auch nicht richtig, aber das ist eine andere Baustelle, die hier nicht hin gehört. Man hat auf jeden Fall den nachhaltigen Konsolidierungsplan verlassen um den Bayern zu zeigen wie toll man ist. Das war dumm und könnte sich rechen.


Das ist letztlich der springende Punkt schlechthin. Folgt man Deiner Argumentation, hält man sich von der BVB Aktie tunlichst fern. Die hohen Investitionen sorgen natürlich für hohe Abschreibungen, genau dies wird aber selbstverständlich von den Analysten berücksichtigt. Das Stadion wird mittlerweile aber nicht mehr für 40 Jahre abgeschrieben, sondern für 50 Jahre. Die Umsatz- und Gewinnschätzungen der Analysten sind ziemlich seriös, hier werden auch die Bedingungen für diese Ziele genannt. Das kann man nachvollziehen oder eben nicht. Es lohnt sich auf jede Fall, diesen Kram kurz zu überfliegen, ist allemal besser als ein schlampig recherchierter Artikel der Süddeutschen.
BVB - Finanzen |#22
22.04.2014 - 12:13 Uhr
Zitat von iec:
aktie.bvb.de:
Also ich verstehe die Diskussion über das zur Verfügung stehende Budget nicht ganz. Neben der Frage wie viel man ausgeben will, gibt doch der Halbjahresbericht 2013/2014 Hinweise zur absoluten Höhe wider:
Auf S. 25 (http://aktie.bvb.de/content/download/1675/24624/11/file_1/H1_2013_2014_Safe.pdf) wird doch detailliert über die Rücklagen berichtet. Ich gehe mal davon aus, dass die Sonstigen Ergebnisrücklagen für Aktivitäten auf dem Transfermarkt nutzbar sind. Und da steht zum 31.12.2013 ein Plus von 48 Millionen Euro. Zieht man noch die Absicherung zukünftiger Zahlungsströme ab, dann sollten doch 45 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Frage ist doch eher, ob man das Geld jetzt schon auf den Kopf hauen soll oder nicht.
Bilanzbesserversteher können mich aber gerne in meiner Interpretation korrigieren.


Nochmal für alle die neu hier sind, ihr müsst das Geld für den Lewy-Nachfolger auf der Aktivseite suchen und nicht auf der Passivseite. Auf der Aktivseite steht das, was das Unternehmen zur Verfügung hat, auf der Passivseite steht wem es gehört. Rücklagen werden dem Eigenkapital zugeschrieben, Rückstellungen dem Fremdkapital.

Rückstellungen sollen im Sinne eines Abgrenzungspostens sämtliche Aufwendungen erfassen, die wirtschaftlich einer abgelaufenen Periode zuzurechnen sind, aber erst in derZukunft zu Auszahlungen führen.

Rücklagen enthalten die Summe der einbehaltenen Gewinne der Vorjahre zuzüglich des aktuellen Periodenergebnisses. Weiter Rücklagen, gesetzliche Rücklagen, satzungsmäßige Rücklagen, steuerliche Rücklagen und andere Gewinnrücklagen.

Auf der Aktivseite stehen ein paar Millionen an Finanzmitteln, ein paar Millionen Forderungen, denen auch kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber stehen. Geschätzt werden dem BVB etwas 30 Mio € zur Verfügung stehen, um Spieler zu kaufen. Genaueres weiß man am 15.05 wenn der Bericht für Q3 rauskommt.

•     •     •

_________________Kader2016/17__________________
-------------------------Bürki----------------------
--------Piszczek----Sokratis----Bartra--------Schmelzer--
--------------------------Weigel--------------------------
--------Dembele--------Castro--------Kagawa--------Reus----
--------------------------Auba------------------------
Bank oder Tribüne: Weidenfeller, Ramos, Subotic, Ginter, Durm, Bender, Sahin, Merino, Rode, Pulisic, Passlack
BVB - Finanzen |#23
24.04.2014 - 17:55 Uhr
Zitat von TheKillingJoke:

wenn ich also als verein oder als KGaA irgendwo -nur als Beispiel- 40mio Eigenkapital stehen habe, müssen diese 40mio doch irgendwo auch sein. hätte der verein/die KGaA die 40mio nicht, kann er sie wohl kaum "reinschreiben" oder? ich als Laie kann mir kaum vorstellen das mit Eigenkapital spielerrechte oder Immobilien gemeint sind (geld welches man erst bei Verkauf hätte)? korrigiert mich! wenn ich auf dem Holzweg bin.



Ich korrigiere dich gerne anhand eines Beispiels. :) Die Bilanz ist so aufgebaut, dass es eine Aktivseite gibt und eine Passivseite. Auf der Aktivseite ist alles bilanziert was tatsächlich da ist. Geld, das Stadion, die Spielerrechte, die Gebäude, die noch nicht verkauften Merchandiseartikel etc. Die Aktivseite bildet somit die Mittelverwendung ab. Summierst du alle diese Posten, so bekommst du die Bilanzsumme. Beispielsweise ist die Bilanzsumme hier bei 100.

Auf der Passivseite findest du die Mittelherkunft. Einfach gesagt, alles was du nicht über fremdes Geld (Kredite) gekauft hast, kommt aus deinem eigenen Vermögen (Umsatz). Also Eigen- und Fremdkapital. Da es aktuell ist, das Stadion hat noch eine Reststschuld von 35 Mio. €. Somit ist beim Fremdkapital schon mal diese Summe zu finden. Der Annahmehalber gibt es sonst kein Fremdkapital. Die Differenz aus der Bilanzsumme (der Aktiva) und dem Fremdkapital macht dann das Eigenkapital aus (100-35 = 65). So hat man dann ein Eigenkapital von 65.

Wenn der BVB nun den Betrieb einstellt und alles auf der Aktivseite zu den Buchwerten veräußert, dann kann er auf einen Schlag die 35 Mio. Schulden begleichen und hat dann die 65 Mio. € Eigenkapital als Cash zur Verfügung. Erst dann, und das heißt das. Hätten wir ein negatives Eigenkapital, würde das heißen in Folge der Insolvenz könnte man nicht alle Forderungen (also Schulden) mehr durch Liquidation der Aktivseite zahlen und wäre überschuldet (= Insolvent).


Einfaches Beispiel noch. Du hast 100.000€ zu Verfügung und keine Schulden. Dann stehen auf der Aktivseite als Bankguthaben (weil du brav das Geld auf deinem Girokonto liegen hast) 100.000€. Da du keine Schulden hast (Kredite) ist die Bilanzsumme 100.000 - 0 € (Fremdkapital) = 100.000€ --> dein Eigenkapital.

Nun kaufst du ein Auto für 60.000€ und bezahlst es von deinem Bankguthaben. Dann steht auf der Aktivseite dein Auto mit 60.000€ und ein Bankguthaben von 40.000€. Die Bilanzsumme ist 100.000€. Weiterhin hast du keine Schulden. Somit beträgt dein Eigenkapital weiterhin 100.000€ aber Geld zum Ausgeben hast du eben nur noch 40.000€.

Nun willst du ein Grundstück für 50.000€ kaufen und nimmst dafür einen Kredit auf. Dann steht auf der Aktivseite das Auto mit 60.000€, das Bankguthaben mit 40.000€ und das Grundstück mit 50.000€. Die Bilanzsumme beträgt nun 150.000€.

Bilanzsumme (150.000) - Fremdkapital (50.000) = 100.000€ Eigenkapital. Auf der Passivseite sind somit die Posten Eigenkapital (100.000) und Fremdkapital (50.000) zu finden. Auch hier muss die Bilanzsumme 150.000€ betragen. Das Grundstück mit dem Kredit zeigt gut die Mittelherkunft auf der Passivseite.


Der Einfachheithalber habe ich weitere Dinge, wie Abschreibungen, Kreditrückzahlungen etc. weggelassen. Ich hoffe das Beispiel zeigt einigen nun besser, was man unter Eigenkapital versteht und dass es eben nur durch LIQUIDATION von Aktivposten zu Geld werden kann. ;)


Edit: Um noch klar zu stellen, es befindet sich nie Cash auf der Passivseite. Nimmt man Geld über Kredite auf, so wird diese Bilanzerweiterung als Cash auf der Aktivseite beispielsweise unter Band zu finden sein.

Edit2: Um das noch vorweg zu nehmen, will man sehen was man wirklich an Geld hat also auf dem Girokonto, ist in der Bilanz der Posten Bank zu finden. Geht es um das Geld in der Geldbörse, findet man den Posten Kasse in der Bilanz. Nur diese beiden Posten sind wirklich die Posten wo echtes Geld zum zahlen da ist. Der Rest auf der Aktivseite müsste erste veräußert (liquidiert) werden um dann weiteres Geld auszugeben. Forderungen bedeuten, dass du mir Geld schuldest und es mir bald mal zahlen musst, was dann ja auf der Bank oder in der Kasse landet. ;)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von bornius am 24.04.2014 um 18:07 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#24
15.05.2014 - 12:48 Uhr
Zitat von Dirk_Pitt:
Zitat von Leandro:
Zitat von Synthesizer:
Zahlen zum dritten Quartal:

http://aktie.bvb.de/IR-News/Ad-Hoc-News/Borussia-Dortmund-meldet-Geschaeftszahlen-zum-3.-Quartal-2013-2014


Konzernüberschuss Q3 (IFRS): EUR 0,2 Mio. (Vorjahresquartal EUR 2,1 Mio.)
Konzernüberschuss Kummuliert für 9 Monate (IFRS): EUR 8,4 Mio. (Vorjahreszeitraum EUR 16,3 Mio.).

Konzern-Umsatzerlöse Q3: EUR 56,4 Mio. (Vorjahresquartal EUR 55,7 Mio.)
Konzern-Umsatzerlöse Kummuliert: EUR 193,0 Mio. (Vorjahreszeitraum EUR 181,6 Mio.).

Konzern-Gesamtleistung Q3: EUR 57,5 Mio. (Vorjahresquartal EUR 56,3 Mio.)
Konzern-Gesamtleistung Kummuliert: EUR 196,7 Mio. (Vorjahreszeitraum EUR 183,9 Mio.).

Konzern-Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) Q3: EUR 9,1 Mio. (Vorjahresquartal EUR 9,2 Mio.).


Edit: Ausblick Q4

Da fließen noch rein das CL-Viertelfinale (Spiele Anfang April) sowie die beiden Pokalspiele gegen Wolfsburg und Bayern. Generell rechne ich dort aber aufgrund der 3 CL-Spiele weniger (HF + F) im Vergleich zum Vorjahr mit einem deutlichen Umsatzrückgang in diesem Quartal.


Bei den gelieferten Zahlen stellt sich mir die Frage, wo die Mio € für die Transfers von Immobile, Ginter und Co. herkommen sollen.

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr un 11Mio € angestiegen, der Umsatz ist im gleichen Zeitraum um etwa den gleichen Wert gestiegen. Der Gewinn ist schlechter als im letzten Jahr. Zahlungsmittel bei ca. 4 Mio €, Forderungen bei ca. 27Mio €, auf der Passivseite stehen dem Verbindlichkeiten aus LuL und Finanzierungsleasing von ca 16 Mio € gegenüber.

Für mich lässt sich nicht erkennen, wie man aus der normalen Geschäftstätigkeit(Spielbetrieb), die anstehenden Transfers finanzieren will.

Mal einige Möglichkeiten, die ich mir vorstellen kann, wie es doch gehen könnte:

1.) Watzke hat schon einen exklusiven Partner, wie er hier erwähnt wird: http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_dfbpokal/newspage_891222.html

2.) Man macht doch Schulden um neue Spieler zu verpflichten
3.) Man führt eine Kapitalerhöhung durch, was bei dem Kurs blödsinn ist
4.) Man verkauft noch Spieler, die ordentlich Geld bringen

Insgesamt sind die Zahlen für mich schlechter ausgefallen, als ich sie erwartet hätte und ich bin schon sehr pessimistisch an die Sache drangegangen.


Kann ich nicht verstehen. Umsatz steigt nach wie vor. Das die Erlöse mittlerweile nah am Optimum sind ist auch klar. Zudem trägt der Verein immer noch eine große Last an Verbindlichkeiten mit sich herum.

Nach wir vor eine tolle Entwicklung und ein weiterer schritt auf dm Weg zur Konsolidierung, der noch lange brauchen wird.

Die finanziellen Kapazitäten die andere dem Verein immer andichten wollen habe ich nach wie vor nicht gesehen.
Zum Stichtag lagen 4 Mio auf dem konto und der Kontokorrent wurde sogar mit knapp 2 Mio in Anspruch genommen. Das ist alles knapp gestrickt. Mir wärs daher lieber keine 20 Mio in einen weiteren Stürmer zu stecken, aber damit steh ich wohl alleine da.

Enttäuschung über die Zahlen kann nur aus zu hohen Erwartungen resultieren.

An die Leute die dauernd fragen wo das ganze Geld geblieben ist: in den 9 Monaten des aktuellen Geschäftsjahres bislang 60 Mio Euro investiert. Der BVB gibt das Geld das er verdient zum Großteil aus und zwar überwiegend in die Spieler. Die Zahlen zeigen eins, so große Sprünge wie manche gerne hätten sind so nicht möglich.

•     •     •

Wehe man kritisiert die Blöd als das was sie ist.... das passiert wenn man seine Eigenständigkeit abgibt.
BVB - Finanzen |#25
16.05.2014 - 14:11 Uhr
Borussia Dortmund hat in der Saison 2011/12 den höchsten Gewinn der Bundesliga Geschichte gemacht und diesen in der Saison 2012/13 sogar noch verdoppelt. Da ist europaweit ziemlich einmalig.

Gleichzeitig ist die Personalkostenquote konstant bei 40%, auch das ist europaweit Spitze.

Da man in der nächsten Saison sicher 10% höhere Einnahmen aus der Bundesliga TV Vermarktung bekommt, einen wohl deutlich besseren Vertrag mit dem Hauptsponsor Evonik und ab der Saison 2015/16 einen sehr, sehr deutlichen Zuwachs bei der TV Auslandsvermarktung zu verzeichnen hat, ist das von Dir angesprochene Risiko verhältnismäßig gering.

Selbst wenn man in der nächsten Saison nur Fünfter wird, bleibt man auf Platz 2 der Fernsehgeldtabelle. Dazu die Steigerungen beim Merchandising, bei den Mitgliederzahlen, beim Catering Vertrag ab 2015 und einiges mehr.

Ich denke mal Watzke und co. wissen was sie da tun.

Deine ständigen Vergleiche mit den Bayern sind wenig hilfreich, wie von Watzke gefühlt 1000x wiederholt: Die Bayern sind sehr weit entfernt, bleiben sie auch. Es geht darum sich als Nr. 2 in Deutschland zu etablieren, da ist Dortmund auf einem sehr gutem Weg.
BVB - Finanzen |#26
16.05.2014 - 14:16 Uhr
Zitat von Dirk_Pitt:
Zitat von Ikson:
Zitat von RogerWaters:
Zitat von to3i82:
Zitat von Dirk_Pitt:
Mkhi, Immobile, Auba sind finanziell, ein Schritt in die falsche Richtung gewesen oder werden es sein, aber das ist vielleicht nur meine exclusive Meinung.


Wie meinst du das?


wie soll er das schon meinen? er will damit andeuten, dass für das gegebene potenzial der genannten spieler sMn zu viel geld geflossen ist/fließen wird, was wirtschaftlich eben nicht ganz unbedeutend ist. und damit steht er bei weitem nicht alleine dar.


Bei Reus hat man auch viel Geld in die Hand genommen und da hat es sich gelohnt.

Gebt den Jungs etwas mehr Zeit um ein abschliessendes Urteil zu fällen.


Die 17 Mio € für Reus waren alleine aus Marketing Sicht schon eher zu vertreten, als die Käufe von Mkhi und Auba. Alleine wie stark die Aufmerksamkeit gewachsen ist, weil man den großen Buyern einen Spieler vor der Nase weggeschnappt hat. Reus ist außerdem die Identifikationsfigur beim BVB. Einige schauen sich den BVB nur an, weil wir Reus in unseren Reihen haben. Die Reaktionen bei Mkhi und Auba waren da in der öffentlichkeit schon ganz schön anders, erinner mich da noch an den Versprecher von unserem Bundes Jogi. Wenn der auch keine Ahnung hat, aber so etwas bleibt in den Köpfen. Das fußballerische Können, lasse ich hier im Finanzthread mal sein.

Außerdem ist man finanztechnisch ein hohes Risiko mit den 40Mio € für Auba und Mkhi gegangen und hat nicht das Festgeldkonto angelegt, dass uns bei der Suche nach einem Stürmer weiter helfen könnte.

Zitat von to3i82:
Sorry, aber das ist wohl mehr als einspurig gedacht und gewissermaßen populistisch. Davon mal abgesehen haben diese Spieler einen Gegenwert und könnten - mit derzeit etwas Verlust - jederzeit wieder verkauft werden.


Wenn du diese Spieler dann auch noch mit Verlust verkaufst, dann werden wir Buyern finanziel auch nicht in 1000Jahren einholen. Wir sind darauf angewiesen Spieler mit möglichst hohem Gewinn zu verkaufen um den Buyern auf lange Sicht finanziel und sportlich paroli bieten zu können. Die 100Mio € unterschied im Umsatz lassen sich nämlich nicht von heute auf morgen durch neue Sponsorenverträge egalisieren.

Mir ist es lieber einen Jojic für 2,5Mio € zu holen und ihn für 12,5Mio € wieder zu verkaufen, als einen Mkhi für 29Mio € und den für 39 Mio € zu verkaufen. Beide Transfers bieten den gleichen Gewinn, die Rendite auf das eingesetzte Kapital bei Jojic ist wesentlich höher und das Risiko, Chancen Profil ist total unterschiedlich. Was ich mich dann auch immer noch Fragen würde ist, sind 10% mehr Talent oder Entwicklungsvorsprung wirklich 10mal so viele Euros wert?


Auf diesem Niveau sind die letzten 5% oder 10% aber nunmal überproportional teuer und im Endeffekt die paar Prozent, die den Unterschied zwischen Platz 2 und 5 oder zwischen Achtel- und Halbfinale in der CL ausmachen können.
Ein Ronaldo, Bale oder ähnliche Spieler sind sicherlich auch nicht drei mal so gut wie Miki oder Götze. Ein Cavani ist nicht doppelt so gut wie ein Higuain.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist diese Argumentation sicher richtig. Aus sportlicher Sicht aber nicht. Da ist es mir lieber Miki mit 35% Rendite für 39 Millionen wieder zu verkaufen als Jojic mit 400% Rendite für 12,5 Millionen, wenn beide zuvor so gespielt haben, dass die Ablöse ihre Leistung widerspiegelt. Rein vom Prinzip, unabhängig von den Namen.

•     •     •

Wer den Fußball liebt, hasst RB Leipzig.
BVB - Finanzen |#27
16.05.2014 - 14:38 Uhr
Zitat von Dirk_Pitt:

Reus ist außerdem die Identifikationsfigur beim BVB. Einige schauen sich den BVB nur an, weil wir Reus in unseren Reihen haben.


Reus war in seiner ersten Saison auch nicht so überragend wie jetzt. Dass er als Dortmunder nochmal ein andere Standing hat, ist klar. Zudem ist möglich, dass wir hier Miki und Auba am Ende der nächsten Saison auch für überragende Leistungen loben. Diese beiden hat man mit genauso viel Überzeugung gekauft wie einen Reus. Auch Reus hätte sich hier schlechter entwickeln können, dann wäre er deinen Ausführungen zufolge auch zu teuer gewesen.

Zitat von Dirk_Pitt:

Außerdem ist man finanztechnisch ein hohes Risiko mit den 40Mio € für Auba und Mkhi gegangen und hat nicht das Festgeldkonto angelegt, dass uns bei der Suche nach einem Stürmer weiter helfen könnte.


Für die 40 Mio. hat man keine Schulden gemacht, sondern hat die Kohle mit Spielern wie Reus - der auch teuer war - in der CL eingespielt. Lägen die 40 Mio. nun auf einem Festgeldkonto willst du doch nicht ernsthaft behaupt, wir hätten einen Stürmer für 60 Mio. geholt.

Zitat von Dirk_Pitt:
Wir sind darauf angewiesen Spieler mit möglichst hohem Gewinn zu verkaufen um den Buyern auf lange Sicht finanziel und sportlich paroli bieten zu können.


Sind wir überhaupt nicht. Dann hätten wir Lewy auch vor der Saison für 30 Mio. verkaufen müssen mit dem Ergebnis, dass die CL in Gefahr gewesen wäre. Davon ab: Wie kann man denn den Bayern bitte mit Verkäufen sportlich Paroli bieten? Passt irgendwie nicht.


Zitat von Dirk_Pitt:
Mir ist es lieber einen Jojic für 2,5Mio € zu holen und ihn für 12,5Mio € wieder zu verkaufen, als einen Mkhi für 29Mio € und den für 39 Mio € zu verkaufen.


Du haust das sowas von lapidar raus, unfassbar. Sport ist nicht nur Min-Max wie bei den ganzen Manager-Knechten. Der Preis für einen Spieler wie Miki in Höhe von 26 Mio. ist marktüblich. Punkt. Jojic für 2,5 Mio. zu bekommen ist absolute Extraklasse. Du stellst es als völlig normal hin.


Zitat von Dirk_Pitt:
Vielleicht sind meine Gedanken da ein wenig zu pessimistisch, aber wenn man nach guter Kaufmannsart beim BVB handeln will, dann müsste man meiner Meinung nach schon ein wenig das Risiko zurückfahren.


Meiner Meinung nach machst du etwas zu sehr auf korrekten Kaufmann. Womöglich würdest du alle Spieler gewinnbringend verkaufen wollen und vorm Controller glänzen. Das übliche Ausschlachten. Was dabei rauskommt ist zumeist nicht mehr als Rotz.

Fazit: Der eingeschlagene Kurs ist völlig richtig. Wenn man das Geld sportlich erwirtschaftet, kann man es auch in die Mannschaft investieren, um wieder die großen Geldtöpfe zu erreichen. Permanent junge, günstige Spieler kaufen um sie dann mit maximalem Gewinn zu verkaufen kann nicht das Ziel sein.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von to3i82 am 16.05.2014 um 14:40 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#28
24.07.2014 - 12:10 Uhr
Zitat von Dave11990

Hallo,


vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen. Ich schreibe momentan meine Bachelorarbeit, unter anderem über die Konzernbilanz des BVB nach IFRS. Es geht um die Kennzahl des Selbstfinanzierungsgrades. Weiß hier jemand eine Möglichkeit, wie ich den Anteil der Rücklagen, der den Gewinnrücklagen zuzurechnen ist, rausbekommen kann? Habe bislang keine Möglichkeit entdecken können.


Und allgemein, falls sich hier jemand schon einmal mit Jahresabschlussanalysen von Fußballunternehmen beschäftigt hat: Habt ihr irgendwelche Tipps für interessante Kennzahlen, die eine gute Aussagekraft bzgl der wirtschaftlichen Stärke eines FUßBALLunternehmens haben?


Vielen Dank im voraus.



Gibt einige Kennzahlensysteme. Am besten suchst du nach einem objektiven also empirisch gestützen System zum Beispiel Baetes Bilanzrating oder Altman Z-Score. Allerdings sind dies Systeme primär zur Insolvenzprognose, die bei uns ja eher nicht ansteht, wäre vor einigen Jahren vlt. interessant gewesen.


Im Grunde gehts bei Jahresabschlussanalysen um die Messung der Ertragskraft, der Liquidität und des Ertragspotenzial. Wichtig ist robuste Kennzahlen zu nehmen, also vor Steuern und Abschreibungen um bilanzpolitische Maßnahmen möglichst ausschließen zu können. Quicktest nach Kraliczek kannst du auch machen, gibt ein gutes Ergebnis und lässt sich in 5 minuten machen, sollte aber nur ein Ausgangspunkt sein. Am besten auch beziehst du ein best practice mit ein oder beobachtest einen Zeitraum von ca 5 Jahren.


Einstiegsliteratur: Baetge/ Kirsch/ Thiele, Küting/ Weber, Coenenberg/ Haller /Schultze, Damoderan, Hail    


Wäre jetzt allgemein. Speziell auf Fußballvereine passt das wahrscheinlich nicht so, hab aber mal was von nem RWE-Kennzahlensystem gehört, dass für Vereine verwendet werden kann. Kann aber nix dazu sagen. Laut meinem Prof haben Sportmanager aber sowieso keine Ahnung von dem was sie tun, von daher gibt es da bisher wahrscheinlich noch nicht so viel ausgefeieltes.  

BVB - Finanzen |#29
12.08.2014 - 21:19 Uhr
Zitat von frei-s
Zitat von dirk_pitt
Zitat von DerPB
Zitat von tobiiiiii
Zitat von gelbschreib
Zitat von Osgood
Zitat von HaHa

Umsatz schätze ich bei 260-270 Mio transferbereinigt. Bin gespannt.



Normalerweise müsste der Einstieg von Evonik ja noch mit ins Geschäftsjahr fallen, weshalb ich auch transferbereinigt von rund 300 Mio ausgehen würde.



 


Läuf denn der Mittelzufluss bei der KE als Umsatz? Hätte gedacht, dass das Umsatzneutral ist und nur bei den Aktiva- und Passivaposten was ändert. Wer kennt sich aus?



 


Wikipedia schreibt: "Unter Kapitalerhöhung werden sämtliche Kapitalmaßnahmen verstanden, die auf eine Erhöhung des Eigenkapitals von Unternehmen abzielen und sowohl als Innenfinanzierung als auch im Wege der Außenfinanzierung durchgeführt werden können."


Das Eigenkapital verändert sich ja durch Gewinne. Maßnahmen die also eine Erhöhung dessen ansprechen, können somit logischerweise keine bilanzneutralen Vorfälle sein.



 


Kurz und knapp: die KE betrifft nicht den Umsatz, sondern wird direkt im Eigenkapital gebucht.



Wollte das auch korrigiert wissen. Das  Eigenkapital wird ergebnisneutral gebucht, lediglich der Aufwand für die Ausschüttung kann angesetzt werden. In der GUV bleibt also alles wie gehabt, in der Cash-Flow Rechnung findest du dann den Mittelzufluss aus der EK-Erhöhung.


 


 



Da die KE aber erst am 3.Juli durchgeführt wurde, dürfte der Mittelzufluss noch nicht in der CF-Rechnung des Jahresberichts enthalten sein.



Hiermit teilt die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA mit, dass die Gesamtzahl der Stimmrechte am Ende des Monats Juli 2014 insgesamt 67.545.011 Stimmrechte beträgt.


Die Veränderung der Gesamtzahl der Stimmrechte ist seit dem 3. Juli 2014 wirksam.



Eine wichtige Info, die auch zeigt, wie wohlüberlegt der Finanzbereich gesteuert wird.


Die Dividendenausschüttung richtet sich beim BVB nach dem CF. In 12/13 konnte man mit noch recht geringen Grundkosten und hohen Erlösen (CL) die Dividende problemlos finanzieren.


In 13/14 hat man sich die Götze-Mio gezielt nur Tage nach dem Bilanzstichtag überweisen lassen. Man konnte somit Mkhitaryan und Aubameyang ausgleichen (wenn voll bezahlt) und die operativen Mehreinnahmen für die Dividende benutzen. Ich hatte es damals mal erwähnt. Eine konstante Dividendenpolitik ist unerlässlich, wenn man seriös an einer höheren Bewertung arbeiten möchte. Eine Senkung ist gleich ein Makel.


In 14/15 (3. Juli !) mildert die Finanzspritze von Evonik den deutlichen Transfersaldo, den es sicherlich geben wird. Wesentliche Einnahmen gab es bislang nicht, es werden aber (Teil)Zahlungen für die Neuzugänge und evt. noch Raten für Alttransfers fällig. Zusammen mit den Zusatzeinnahmen (Sponsoren, CL) wird man wohl erneut einen positiven CF erreichen. Ohne Evonik wäre es wohl unmöglich geworden.


Sollte die große KE funktionieren, wird man mit Sicherheit auch zukünftige Ratenzahlungen vorziehen, um den CF nicht explodieren zu lassen und hat dank der frühzeitig getilgten Belastungen wieder eine bessere Ausgangslage für 15/16.


Es gibt keine Zufälle, jedes Rädchen greift ins andere. Sorry, falls dies den meisten nicht interessiert.

•     •     •

53°35'14'' N 9°53'55'' O
BVB - Finanzen |#30
14.08.2014 - 15:46 Uhr
Zitat von BVB1909Fan

@ farawo09: Und wieso konnte das dann niemand der "Experten" genau sagen?


@ -adi-: Und wo ist da der Widerspruch?


@ Baskball: Wenn man durch Einnahmen, mit denen man nicht geplant hat, einen Gewinn erwirtschaftet, kann man dieses Geld bzw. den Gewinn nach Steuern nicht investieren? rolleyes 



 


Letzter Versuch: 


Du hast ein Unternehmen, welches nur ein Geschäft im Jahr macht und keine Kosten verursacht sagen wir mal, du verkaufst eine Idee. Du verkaufst diese Idee am 25.6.14, dein Geschäftsjahr endet am 30.6.14. Du verkaufst die Idee für 10 Mio. Der Käufer zahlt dir das Geld am 31.12.14. Der Steuersatz liegt bei 30%.


Du hast dann 10 Mio Umsatz und Stuern von 3 Mio in der GuV also 7 Mio Gewinn.


Deine Bilanz sieht folgendermaßen aus:


10 Mio Forderungen auf der Aktivseite, 7 Mio Eigenkapital und 3 Mio Steuerverbindlichkeiten auf der Passivseite.


 


Dein Cash-Flow ist somit 0, da kein Geld geflossen ist.


 


So wo ist nun der Gewinn investiert worden? Wenn du diese Frage beantworten kannst, hast du chancen auf den Nobel-Preis für BWL


 


 

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Echte Liebe

Schiedsrichter und Jugendtrainer aus Leidenschaft
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