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Trainerkarussell 3.0

27.04.2016 - 14:41 Uhr
  Umfrage
  % Stimmen
Weiter mit Breitenreiter
 13,2  58
Neustart mit Weinzierl
 42,0  185
Endlich Elgert zu den Profis
 13,6  60
Neustart mit jemand anderem
 14,5  64
Tönnies raus!
 16,6  73
Gesamt: 440

Die Umfrage ist abgelaufen.

Die öffentliche Diskussion ist längst entbrannt. Vieles deutet auf eine Trennung von André Breitenreiter im Sommer hin.
Um den Breitenreiter- und Heidel-Thread zu entlassen öffnen wir hier wieder die Pforten des Trainerkarussells. Es wird sich wieder so lange und schnell drehen, bis uns allen schwindelig ist.
Und sicher hoffen wir alle, dass Christian Heidel es schafft, es möglichst lange zum Stillstand zu bringen.
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Trainerkarussell 3.0 |#1
27.04.2016 - 15:59 Uhr
Natürlich kann man jetzt auch bei Weinzierl wieder skeptisch sein, da er bislang lediglich Augsburg erfolgreich trainiert hat und da gewisse Parallelen zu Breitenreiter unverkennbar sind. Allerdings muss man sagen, dass Weinzierls Leistung bei Augsburg um einiges beeindruckender und nachhaltiger war als Breitenreiters Leistung bei Paderborn.

Bezüglich der Einbindung von Talenten kann man Weinzierl denke ich nicht allzu viel vorwerfen. Zwar hat Augsburg eine der ältesten Mannschaften der Liga, allerdings stehen dort auch bedeutend weniger Talente zur Verfügung als hier auf Schalke. An Spielern wie Baba, Hjöjbjerg, Koo, Kohr, Ji oder aktuell auch Philipp Max kann man erkennen, dass Weinzierl kein Problem hat auch auf junge Spieler zu setzen, solange sie die Qualität haben um die Mannschaft weiter zu bringen.

Dementsprechend wäre ich was Weinzierl betrifft erst einmal optimistisch gestimmt.

Was die Ablösung von Breitenreiter angeht, denke ich, dass das mittlerweile beschlossene Sache ist. Breitenreiter ist in den Medien komplett verbrannt und die bisherigen Leistungen der Mannschaft geben auch leider keine Hoffnung auf eine spielerische Verbesserung. Die Fehler die schon ganz zu Beginn der Saison gemacht wurden, werden immernoch im gleichen Maße begangen. Eine kontinuierliche Verbesserung ist nicht zu sehen.

Es ist zwar äußerst schade, dass schon wieder ein Trainer nach grade mal einer einzigen Saison gehen muss aber Kontinuität darf kein Selbstzweck sein. Wenn man sich die Trainer der letzten Jahre auf Schalke so anschaut, erkennt man auch schnell das wirklich kein einziger davon (Rangnick vielleicht noch) bei einer späteren Trainerstation nachgewiesen hat, ein Team wirklich verbessern zu können oder nach vorne zu bringen. Die meisten sind dann doch eher in der Versenkung verschwunden oder waren bei anderen Teams ähnlich erfolglos. Dementsprechend ist es vielleicht auch nicht zu weit hergeholt zu behaupten, dass dieser Trainerverschleiß nicht ausschließlich an der Mannschaft lag, sondern die Trainer auch einfach nicht die Qualität hatten, die ein so großer Verein benötigt. Bleibt nur zu Hoffen, dass Heidel da ein besseres Gespür beweist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von JUSTAHHH am 27.04.2016 um 16:06 Uhr bearbeitet
Trainerkarussell 3.0 |#2
27.04.2016 - 16:23 Uhr
Zitat von Holzkiste
Zitat von MrSatan2

Augsburgs Jugend spielt nicht mal Bundesliga, ich denke in puncto Einbindung der Jugend lassen sich da schwer Aussagen treffen.


Wobei er junge Leute mit Potential, bspw. damals Koo, Baba oder Höjbjerg, schon ziemlich gut einbinden konnte.


Kohr und Max würde ich noch erwähnen.

Hatte allerdings dennoch immer einen ältesten Kader der Liga, also ein Jugend-Fanatiker ist er wohl eher nicht. Einschätzen, ob er nun gar nicht auf den internen Nachwuchs setzt oder nicht, kann man das nicht wirklich. Da kann man sich nur überraschen lassen.


Weinzierl ist keiner, der irgendwie besonders eleganten Tiki Taka Fußballspielen lässt, sondern eher pragmatisch modern vorgeht. Seine Teams stehen hoch und kompakt, sehr aggressiv im hohen Mittelfeldpressing, kombiniert mit einem knackigen Gegenpressing und damit auch logischerweise einem Fokus auf zweite Bälle. Es ist nicht innovativ, aber es ist sehr funktional und wenn ich mir aktuell unser Pressing und Gegenpressing so anschaue, kann Weinzierl uns da definitiv auf eine andere Ebene heben, ohne Berge versetzen zu müssen.

Systemtechnisch bewegt er sich immer irgendwo zwischen 4-2-3-1 und 4-1-4-1, ist aber im Grunde recht variabel. Das Pressing optimiert er übrigens auch je nach Gegner, ich habe Augsburg defensiv schon nahezu alles spielen sehen: Von Favre-diszipliniertem, tiefen, passiven 4-4-2 bis hin zu einem sehr aggressiven und riskanten 4-1-4-1/4-3-3 übers ganze Feld.

Weinzierl ist darüber hinaus wohl einer der besten Trainer der Liga, wenn es ums Ingame-Coaching geht. Das erklärt auch den Hang zu kämpferisch und spielerisch beeindruckenden Aufholjagden, die das Team in den letzten Jahren zeigte. Wenn Weinzierl unseren Jungs auch nur ein wenig von der kämpferischen Mentalität des FCA mitgeben könnte, wäre das schon sehr gut. Seine Anpassungen auf taktischer Ebene sind ebenfalls des Öfteren richtig stark, ist mir mehrfach aufgefallen, als Augsburg in Unterzahl agierte und das Niveau quasi 1:1 hielt.

Offensiv ist das alles ebenfalls pragmatisch, aber auf einem guten Level. Durch das gute Pressing und Gegenpressing gewinnen sie des Öfteren den Ball in hohen Zonen, aus denen dann sehr gut umgeschaltet werden kann, gekontert wird nach klaren Abläufen und das klassische Ballbesitzspiel ist ebenfalls gut strukturiert. Ist halt stark auf Durchschlagskraft fokussiert, weshalb physisch gute Spieler wie Caiuby oder Bobadilla auch so aufblühen. Obwohl das Team vornehmlich flach durchs Zentrum aufbaut, wird stets der schnelle Weg in die Spitze gesucht. Lange Bälle sind nicht selten, werden aber halt herausragend umgesetzt. Die werden von den richtigen Spielern festgemacht, 2. Bälle werden eingesammelt und die Ablage-/Tiefensprintmechanismen greifen dann eben auch gut. Schaltet man gerade nicht um, wird viel mit Läufen gemacht. Die AVs starten gerne durch, um Löcher zu reißen, damit andere Spieler Räume haben, oder sie flanken nach innen, wo dann wieder Augsburg-typisch 5 Spieler rumstehen, die den Ball entweder aufs Tor bringen, oder zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit den 2. Ball einsammeln. Ansonsten werden gerne die klassischen Mittel, wie Ablagen und Doppelpässe genutzt.


Wenngleich er in Augsburg einen eher intensiven, kampfbetonten Fußball zelebrieren lässt, muss man dennoch erwähnen, dass man diese Mittel eben sehr gut auf taktisch hohem Niveau umsetzt und er setzt, wenn möglich, auch gerne auf taktisch gute Spieler wie Baier, auch wenn der beispielsweise in ein solch physisches System nicht ideal passt. Auch Verhaegh passt im Grunde nicht ins vertikale Spiel und ist eher ein Aogo-hafter 6er/AV-Hybrid, wird von Weinzierl aber kontinuierlich eingesetzt, weil man eben auch Jungs braucht, die mit Kopf spielen können.


Eine weitere, große Stärke Weinzierls scheint das Einbinden der Stärken einzelner Spieler zu sein, trotz individueller Defizite. Die besten Beispiele sind wohl Hahn und Werner, die eigentlich eher bessere Holzfäller sind und dennoch unter Weinzierl aufblühten. Auch ein Bobadilla wurde erst von Weinzierl wirklich gut eingebunden.


Die Vermutung liegt nahe, dass Weinzierl analog zu Tuchel in Mainz einfach am Limit ist. Er würde wohl gerne anderen Fußball spielen lassen, aber beim FCA ist man halt stark limitiert. Tuchel hat ja auch in Mainz nicht auf Ballbesitz, sondern einfach auf starkes Gegenpressing und viel Laufarbeit mit seinen eigenen, taktischen Feinschliffen gesetzt, irgendwo stößt man da aber halt an natürliche Grenzen.



Es ist natürlich etwas riskant, auf die gleiche Entwicklung bei Weinzierl wie bei Tuchel zu hoffen, aber die Parallelen sind unübersehbar und gemessen an den Möglichkeiten hat er halt spielerisch auch das aus Augsburg rausgequetscht, was eben ging. Würde das Risiko liebend gerne eingehen, da er m.E. schon alleine in den Bereichen Pressing, Gegenpressing und Kompaktheit einen deutlichen Sprung nach vorne bedeuten dürfte. Und da fußt eben alles drauf. Wer nicht gut presst/gegenpresst, gewinnt keine Bälle in hohen Zonen, bekommt dadurch keine guten Konterchancen und entblößt nebenbei noch Lücken im eigenen Defensivverbund, bspw. lokale Unkompaktheiten.



Das Gesamtpaket Weinzierl hat mich in den letzten Jahren einfach überzeugt, auch wenn das diese Saison sicher nicht das Gelbe vom Ei ist. 5 Mio. fände ich zwar auch sehr happig, gemessen an dem, was sonst für Trainer bezahlt wird, aber das dürfte am Ende des Tages nicht den Wechsel verhindern, wenn Heidel ihn wirklich will. Dafür ist die Trainerposition auch einfach zu wichtig.

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FC Schalke 04 | SC Freiburg
Trainerkarussell 3.0 |#3
27.04.2016 - 16:44 Uhr
Da isser ja wieder, unser alter Bekannter... Nicht, dass wir nächstes Jahr aus Gewohnheit wieder einen öffnen müssen.


Ich habe es schon mal ausführlich niedergeschrieben, jedoch betone ich es kurz und knapp noch einmal hier:

Ich wäre zufrieden, wenn wir einen Trainer holen, bei dem NICHT bereits suboptimale Vorzeichen bestehen, die alle Trainer letztlich eingeholt haben. Nicht AB, sondern vor allem di Matteo und Keller kann man als Flops mit Ansage betrachten.
AB vom Tabellenletzten geholt, di Matteo der CL-Sieger, der noch nie wirklich eine Mannschaft aufgebaut hat und Keller, der zuvor 10 Spiele bei Stuttgart mittelmäßig war und dann aus der U17 kam.

Damals wollte ich unbedingt Tuchel, der ist endgültig weg. Hatte vorher gezeigt, dass er ein Team entwickeln kann und taktisch anspruchsvoll ist, mit jungen Spielern kann.

Letztes Jahr wollte ich Lewandowski, der schied bei Berlin leider aufgrund einer Krankheit aus.

Dieses Jahr bin ich der Auffassung, dass man sich bitte nächstes Jahr nicht mehr um einen neuen Trainer bemühen sollte, und sich nun endlich mal eine Lösung ins Haus holt, die etwas vorzuweisen hat.

Wirkliche Traineralternativen sind für mich demzufolge Weinzierl, Elgert oder vielleicht noch Hasenhüttl, den ich für einen richtig guten Coach halte.

Da ich aber wieder die Gefahr sehe, dass Heidel wieder zum Messias hochstilisiert wird, hoffe ich, dass der neue Coach ihm da ein wenig Last von den Schultern nimmt. AB schätze ich so leider nicht ein.

Da wäre wohl Weinzierl am passendsten.

Fazit: Bitte keinen Flop mit Ansage und das kann aus meiner Sicht von den realistischen Kandidaten nur Weinzierl sein; mit Hasenhüttl oder Elgert wäre ich auch gut bedient. Aber bitte nicht noch einmal die Chance auf einen Toptrainer sausen lassen wie bei Tuchel und dann experimentieren.

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FC Gelsenkirchen-Schalke 1904 e.V.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von elias04 am 27.04.2016 um 16:46 Uhr bearbeitet
Trainerkarussell 3.0 |#4
27.04.2016 - 16:59 Uhr
Zitat von S04addict

(...)Das Gesamtpaket Weinzierl hat mich in den letzten Jahren einfach überzeugt, auch wenn das diese Saison sicher nicht das Gelbe vom Ei ist. 5 Mio. fände ich zwar auch sehr happig, gemessen an dem, was sonst für Trainer bezahlt wird, aber das dürfte am Ende des Tages nicht den Wechsel verhindern, wenn Heidel ihn wirklich will. Dafür ist die Trainerposition auch einfach zu wichtig.


Guter Beitrag. Ich greife mal noch ein paar Aspekte heraus und ergänze vielleicht auch ein paar eigene Punkte. Vorweg gesagt: Ich halte Weinzierl auch für einen guten Trainer, erkenne in ihm aber ehrlich gesagt einen zweiten Breitenreiter mit sehr ähnlichen Stärken und Schwächen, auch wenn er (u.a. erfahrungsbedingt) schon in fast jedem Bereich etwas besser ist.

1. Einbauen von Jugendspielern: Natürlich ist die Jugendarbeit des FCA nicht so stark wie die unsere. Dennoch haben es ein paar Spieler geschafft, einen Profivertrag zu bekommen und es gelegentlich in den Spieltagskader zu schaffen. Framberger und Thommy sind da am ehesten zu nennen. Ersterer ist zwar gerade auch verletzt, aber steht immer noch bei 0 Bundesligaeinsätzen. Und da wird ihm als RV-Backup selbst Markus Feulner vorgezogen, der zwar keinen schlechten, aber auch keinen überragenden Job macht, wenn Verhaegh denn mal verletzt ist. Das ist dann eigentlich exakt die gleiche Problematik wie bei Neustädter und Friedrich. Kann natürlich auch sein, dass er sich da auf Schalke anpassen würde, aber meine Zweifel habe ich bezüglich des Einbauens von Jugendspielern eigentlich schon. Und wenn er diesbezüglich ähnlich wie Breitenreiter ist, dann ist das für mich eigentlich auch fast schon ein Ausschlusskriterium, denn wir sind darauf angewiesen, junge Spieler aus der Knappenschmiede einzubauen. Und nicht nur das - ich halte dies auch für eine Möglichkeit, dem Verein ein klares und auch mal positives Außenbild zu geben. Sollte Weinzierl bereit sein, diesbezüglich auch etwas mutiger zu sein, dann wäre dieser Kritikpunkt zu vernachlässigen. Aktuell spricht aber eben - wie du bereits sagst - nicht viel dafür, dass Markus Weinzierl der Jugendförderer schlechthin ist.

2. Ingame-Coaching: Da ist mein Eindruck eigentlich eher ein anderer. Er ist hier vielleicht besser als Breitenreiter, aber ich finde nicht, dass das eine große Stärke von ihm ist. Habe neulich auch von einer Statistik gehört (Sky-Kommentator), die in die Richtung ging, dass Augsburg diese Saison bereits mehr als 20 Punkte nach Führungen verspielt hätte. Das kann nun auch andere Gründe haben (z.B. konditionelle), deutet aber schon ein wenig dahin, dass es sich beim FCA ähnlich verhält wie bei uns aktuell: Mit gutem Plan ins Spiel gehen, aber dann keine Lösungen dafür finden, wenn der Gegner etwas ändert.
Bezüglich des Kompensieren von Platzverweisen: Das hattest du neulich schon mal erwähnt und dabei hervorgehoben, dass sich dein Eindruck diesbezüglich in erster Linie aus der Klavan-Notbremse gegen uns damals ergab. Da sollte man dann auch nicht vergessen, dass der FCA damals dann doch mit 1:4 verloren hat. zwinker Nur um das kurz ein wenig zu relativieren. Sollten dir noch ganz andere Beispiele einfallen, dann passt das schon.

3. Kaderplanung: Wenn man davon ausgeht, dass sowohl Breitenreiter als auch Weinzierl große Mitspracherechte bei Transfers haben, muss man doch wirklich sagen, dass beide da nicht gerade die überragendsten Wünsche der Bundesliga äußern. zwinker Alleine die Transferaktivitäten des FCA vor dieser Saison fand ich wirklich heftig schwach: Da verkaufen sie Baba für über 20 Mio. € - eine Summe, die für den FCA schon richtig, richtig viel ist. Natürlich gibt Augsburg davon nicht alles aus. Das möchte ich auch gar nicht kritisieren. Aber warum holt man sich dann mit Stafylidis, Max und Opare drei Außenverteidiger im Sommer, vernachlässigt dafür aber Positionen, auf denen man dringend Bedarf hätte? Auch letztes Jahr: Da holte man mit Matavz, Parker und Djurdjic drei weitere Mittelstürmer dazu, obwohl man doch eh Bobadilla hatte. Alle drei haben überhaupt nicht eingeschlagen. Das ist dann schon relativ gut mit Breitenreiters Wunschstürmer Franco Di Santo zu vergleichen.

4. Spielauffassung: Wir können diesbezüglich eigentlich wie bei den Punkten 1 und 3 nur spekulieren, da es hier doch gravierende Unterschiede zwischen Augsburg und Schalke geben sollte. Dennoch finde ich es wie bei Breitenreiter damals ähnlich schwierig, einen klaren Spielstil bei Weinzierl zu erkennen. Ich würde es als "unangenehm für jeden Gegner" und "kampfbetont" bezeichnen, aber ich finde nicht, dass Augsburg irgendetwas konsistent(!) richtig gut kann. Sie machen von allem ein bisschen was, bedienen sich eher einfacher Methoden (das beschreibst du schon sehr richtig und gut) und das sieht dann sowohl im Verteidigungsverhalten als auch im Umschaltspiel und phasenweise auch im eigenen Ballbesitz ganz gut aus. Es ist dann möglich, dass er bei uns einen gänzlich eigenen und klaren Spielstil spielen lässt (so wie Tuchel bei Dortmund, der vorher auch ziemlich für taktische Variabilität stand - aber m.E. waren da die Grundprinzipien seines Spiels in Mainz schon etwas klarer erkennbar) oder es ist möglich, dass das dann ähnlich aussieht wie mit Breitenreiter aktuell bei uns.

Als Fazit zu diesem Beitrag noch das Folgende: Es klingt jetzt schon arg negativ, was ich hier geschrieben habe. Sowohl in Bezug auf Breitenreiter als auch in Bezug auf Weinzierl. Ich glaube, meine Skepsis hängt auch damit zusammen, dass ich von Breite WIRKLICH überzeugt war und auch er hier mehr oder weniger deutlich gescheitert ist. Ich möchte da vielleicht für mich selbst diesmal mit einem etwas geringeren Maße an übermäßiger Euphorie mit Vorschusslorbeeren für den neuen Trainer an die Sache herangehen. Ich möchte aber dennoch betonen, dass ich Weinzierl für einen sehr guten Trainer halte und auch Breitenreiter gerade menschlich sehr schätze und ihn auch definitiv für keine Vollpfeife halte. Den FCA habe ich aufgrund der sehr geringen räumlichen Distanz nach Augsburg ohnehin sehr genau im Blick und die Entwicklung des Vereins ist großartig, was natürlich auch mit Weinzierl zusammenhängt. Ich bin auch immer bei unseren Spielen in Augsburg und war im Februar auch bei Augsburg - Gladbach im Stadion. Bei unseren Spielen merke ich schon immer, wie schwierig es der FCA einem macht und bei dem Gladbachspiel war ich durchaus begeistert, wie gut der FCA phasenweise gespielt hat. Das aber nur als Ergänzung, denn ich möchte nicht, dass es so rüberkommt, als würde ich von Weinzierl (und auch Breitenreiter) überhaupt nichts halten.

_________________
EDIT: Rein fußballerisch halte ich wohl Favre für die Toplösung. Bei dem habe ich aber größere Bedenken, ob der ruhige, etwas wankelmütige Favre auch menschlich zum Verein passen könnte. Weinzierl sehe ich daher ungefähr gleichauf, auch wenn die Ablösesumme schon ziemlich hoch zu sein erscheint. Aber wenn Heidel von ihm wirklich überzeugt ist, dann sollte man für einen guten Trainer auch ein bisschen Geld auf den Tisch legen und dann nicht aus diesem Grund eine B-Lösung holen.
Eine genauere Einschätzung werde ich dann wohl nochmal nach dem 34. Spieltag abgeben. Vielleicht fallen mir bis dahin auch noch weitere Optionen ein, von denen ich sehr überzeugt bin.

•     •     •

Nur der S04! :D

Dieser Beitrag wurde zuletzt von bytheway95 am 27.04.2016 um 17:07 Uhr bearbeitet
Trainerkarussell 3.0 |#5
27.04.2016 - 17:39 Uhr
Zitat von JD2161986
Zitat von Toni1904

Und wie sieht es mit der Talenteinbindung bei ihm aus?


Er hat bei Augsburg kaum Talente eingebaut, ich weiß aber nicht ob das am Mangel an qualifiziertem Personal oder einer Tendenz erfahrenen Spielern zu vertrauen liegt.

Stimmt so definitiv nicht. Eigene Talente hat er zwar in der Tat nicht eingebunden, die gibt es m.E. leider noch nicht so bei uns, da unser Leistungszentrum noch zu kurz exisitiert, wird aber schon noch.
Ansonsten wurden von ihm durchaus junge Spieler eingebaut und gefördert. Man denke hier nur an Hahn, Baba oder Hojbjerg und Kohr. Auch Ostrzolek und Vogt reiften unter ihm zu 1.Liga-Stammspielern. Also wenn vorhanden, greift er schon auf junge Spieler zurück und fördert diese. Auch verzeiht er ihnen durchaus mal Fehler und sie müssen nicht fürchten, dann sofort wieder auf der Ersatzbank oder Tribüne zu landen.
Trainerkarussell 3.0 |#6
27.04.2016 - 19:44 Uhr
Zunächst stelle ich mir die Frage, was ein Trainer können sollte, erst nachrangig würde ich auf Namen schauen. Wenn er Qualität hat und mit Leuten umgehen kann, dann würde ich nämlich lieber Horst Dieter aus der Kreisklasse nehmen, als Andre Villas-Boas oder Fred Rutten, alleine weil die Erfahrung im Profibereich haben.
Ich denke ein Trainer sollte folgende Eigenschaften besitzen:

  • Ahnung von Fußball, er sollte das Spiel verstanden haben
  • Kenntnisse der Menschenführung
  • Taktische Variabilität
  • Reaktionsvermögen im Spiel
  • Er sollte einen Kapitän ernennen, der ihn gut vertritt und der in der Mannschaft Anklang findet oder diese auch mal mitreißen kann
  • Er sollte vermitteln können, was er für Spieler braucht
  • Er sollte die Fähigkeiten seiner vorhandenen Spieler erkennen und richtig einsetzen
  • Er sollte der eigenen Jugend eine faire Chance geben (nicht blind daran festhalten, wenn es nicht reicht, dann reicht es halt nicht)
  • Stures Festhalten an Namen sollte nicht vorkommen, im Zweifelsfall scheiß was aufs Gehalt, die aktuell besten 11 Spieler für genau dieses Spiel müssen auf dem Feld stehen
  • Spieler müssen sich weiterentwickeln


Nun kenne ich mich in der deutschen Trainerlandschaft nicht so wirklich aus, geschweige denn in der internationalen - ich kann nicht einmal genau sagen, was für einen Fußball man von Ancelotti oder Conte etc. erwarten darf. Das was ich oben geschrieben habe dürfte ein Idealbild von einem Trainer sein, deshalb wird das nie zu bekommen sein. Ich würde aber einige Punkte priorisieren und zum Beispiel die Kaderplanung dem Manager überlassen. Menschenführung finde ich wiederum sehr wichtig. Niemand sollte sich ungerecht behandelt fühlen, auch wenn er mal nicht spielt, und jeder sollte für sich einen Grund haben, sich voll reinzuhängen und nicht bloß Mitläufer zu sein.

Wenn ich mir jetzt anschaue, was für Trainer so gehandelt werden, dann sticht besonders Weinzierl hervor. Der hat es mit Augsburg geschafft, international dabei zu sein. Man könnte meinen, dass er nun auch schon internationale Erfahrung mitbringt. Ist jetzt nicht das Allerschlechteste. Auch bei ihm dürfte jede Menge Euphorie entstehen, aber auch Erwartungshaltung. Und ich kann das sogar verstehen. Auch ich habe jede Menge Erwartungen. Meine Erwartungen sind allerdings daran gekoppelt, dass eine Mannschaft sich den ***** aufreißt. Das ist ein Beruf, der aus einem Hobby entstanden ist, und das sollte man gern machen, und dabei sollte man sich in der Mannschaft für den anderen aufreiben - wenn der andere besser ist, um sich selbst gut einzubringen, und erst recht, wenn der andere schlechter ist, um ihn zu unterstützen. Sowas muss ein Trainer für mich vermitteln können. Raul war sowas als Spieler, der selbst mit bestem Beispiel vorangegangen ist.
Ich selbst habe ja einen absoluten Wunschtrainer, den ich mir hier als Typen wünschen würde. Mein absoluter Lieblingsspieler aller Zeiten, noch über Ebbe Sand und Raul, die ich hier miterlebt habe, und das ist Marcelo Bordon. Ich sehe in ihm einen sehr intelligenten Typen, der eine Abwehr formen kann und als Kapitän vorangegangen ist. Wahrscheinlich wäre er ein top Co-Trainer, wenn man ihm einen fachlichen Experten wie an die Seite stellt, oder eben auch Weinzierl. Leider ist Bordon allerdings nicht realistisch und ich weiß nicht einmal, ob er überhaupt Trainer werden will. Dementsprechend bin ich jetzt so schlau wie vorher und mag mich gar nicht wirklich für jemanden aussprechen ugly

Was spricht denn eigentlich für Breitenreiter? Also nicht gegen ihn, da haben wir genug gehört, was spricht für ihn? Er hatte vor der Saison eine Aufbruchstimmung erzeugt. Er ist sehr emotional dabei, das schließe ich zumindest auch aus den Aussagen, die in den Pressekonferenzen getroffen werden. Man merkt, auf gut deutsch, wenn ihm was auf den Sack geht. Er hat die Altlasten (spielerisch) von di Matteo aufräumen müssen, aber er hat noch keine großen Glanzpunkte setzen können. Ich lasse jetzt allerdings die wenigen guten Momente aber mal als das Durchgehen, was er sich vorstellt, denn aus dem nichts kommt sowas ja auch nicht. Ich hätte keine Schmerzen, ihm noch eine Saison zu geben und zu hoffen (ja, hoffen muss man bei jedem Trainer), dass die individuellen Fehler nächste Saison weniger werden, ihm nicht wieder der nächste Draxler weggekauft wird und er der Mannschaft zum nächsten Schritt verhelfen kann.
Trainerkarussell 3.0 |#7
27.04.2016 - 23:04 Uhr
Zitat von Socke04
Nun gut, dann ist der Thread halt wieder offen.. machen wir das beste draus.

Mir fehlt da momentan tatsächlich noch der Background, weil ich Augsburg nie wirklich verfolgt habe. Ich bin schon seit geraumer Zeit mal etwas am suchen - wer dazu ein paar Worte verlieren mag, nur zu.
Zumindest die Eindrücke, dass er in der Vergangenheit häufig auf ein 4-3-3 gesetzt zu haben scheint, lassen in mir wieder die Hoffnung aufkeimen, dieses System irgendwann nochmal bei uns auf Schalke zu sehen.

Er läßt bei uns zumeist ein 4-1-4-1 spielen, das sich teilweise in Drucksituationen zu einem 4-2-3-1 wandelt. Dabei legt er eminent viel wert auf ein konsequentes Degensivverhalten aller Spieler (v.a. aber auch der beiden offensiven Außen). Der Mittelstürmer ist erster Verteidiger. Insgesamt ist unser Spiel etwas flügellastig. Sowohl die offensiven, als auch die defensiven Außen müssen weite Wege gehen. Das waren auch die Stärken eines Baba oder Hahns. Bereits bei der Spieleröffnung beginnt dies, hier werden die Außen angespielt. Aus dem Zentrum heraus dirigiert die 6, Baier das Spiel. Dafür läßt er sich häufig bis in die IV zurück fallen. Auch bei ihm sind die Anspielstationen v.a. die Außen. Bobadilla hatte z.B. seine beste Zeit bei uns als RA und nicht als MS. MS hatten es hingegen bei uns lange schwer. Ich dachte immer, das liegt am System. Aber seit Finnbogason bei uns ist weiss ich, dass auch unsere Mittelstürmer Tore schießen können und das nicht zu knapp. Der wird aber nicht nur von den Außen bedient, sondern durchaus anspruchsvoll von unserer 10, Koo oder Altintop.
Trainerkarussell 3.0 |#8
27.04.2016 - 23:20 Uhr
Und ich will nur mal anmerken: Ich verfolge die Trainerlaufbahn von André Breitenreiter quasi seit dem ersten Tag. Der Mann gehört nicht umsonst zu den drei besten Fußballlehrern seines Jahrgangs. Breitenreiter stand beim TSV Havelse nach seinen ersten Spielen mit dem Rücken zur Wand, in Paderborn zum Saisonstart kurz vorm Rauswurf. Langfristig hat sich das Vertrauen stets ausgezahlt. Dass Schalke für ihn ein Schleudersitz wird, habe ich daher schon befürchtet. Denn wenn man eins auf Schalke nicht hat, dann ist es Zeit, Rückendeckung und Vertrauen. Genau das hat Breitenreiter aber zu den Erfolgen in Havelse und in Paderborn verholfen. Wenn bei Weinzierl nicht die erhoffte Wunderleistung eintritt, wird hier doch mit den genau gleichen Argumenten wie bei Breitenreiter wieder rumgemäkelt werden. Dann werden faktisch die Beiträge aus dem AB-Thread nur umgeschrieben auf Weinzierl. Da verwette ich einiges drauf, dass das Kapitel Weinzierl auch bald wieder erledigt ist...

Zitat von falkone


Der größte strukturelle Fehler in den letzten Jahren lag in der Auswahl der Trainer.


Wenn ein Verein in 10 Jahren 14 Trainerwechsel vollzieht, dann ist es ein klar strukturelles Problem. Das waren ja allesamt keine Unbekannten. Wer das auf die Trainerauswahl verkürzt, der redet sich das schön.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von 96wirdMeister am 27.04.2016 um 23:22 Uhr bearbeitet
Trainerkarussell 3.0 |#9
28.04.2016 - 00:19 Uhr
Heidel kommt aber unter ganz anderen Voraussetzungen zu Schalke als Heldt das tat. Heldt kam, um Magath zu unterstützen, darauf hatte Magath aber keine Lust und deshalb war Heldt erstmal Frühstücksdirektor.
Erst als Magath weg war, konnte Heldt anfangen, war aber wegen seiner Zeit beim VfB nicht unumstritten.
Heidel kommt aus einer Position der Stärke und vor allem hat Heidel es nicht nötig zu Schalke zu wechseln, dass macht der nur, weil Tönnies seinen Wünschen entsprach, angefangen damit, dass Heidel seine rechte Hand aus Mainz mitbringen kann.
Damit ist Heidels Position schon mal eine andere, aber auch sein Profil. Heidel wird sich nichts aufdrücken lassen, entweder er kann Tönnies überzeugen oder er wirft hin.
Was Heidel nicht tun wird, sind Entscheidungen treffen, zu denen er nicht zu 100% steht. Etwas das ich über Heldt oder seinen Vorvorgänger Müller nicht sagen würde.
Ein von Heidel installierter Trainer hat ebenfalls ein anderes Standing. Heidel hatte zwar auch schon zwei Fehlgriffe, aber auf beide folgte ein Volltreffer, während Heldt immer noch auf seinen ersten Volltreffer wartet.
Natürlich hätte es auch ein Weinzierl auf Schalke schwer. Die Erwartungen von oben und von der Basis sind groß und Geduld ist keiner Schalker Tugend, aber ein Trainer der mit einem starken Manager zusammenarbeitet hat es leichter als ein Trainer, dessen direkter Vorgesetzter ebenfalls angezählt oder entmachtet ist.

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Trainerkarussell 3.0 |#10
02.05.2016 - 07:51 Uhr
Zitat von RGB277740

Zum Thema unruhigen Umfeld:

Breitenreiter wurde zur Anfang auf einer Euphoriewelle getragen, erhielt großartiger Unterstützung in der Hinrunde durch Seitens der Fans. Auch in der Rückrunde, bis auf 2-3 Ausnahmen erhielt er großartiger Unterstützung.
Trotz alle dem konnte er keine positive Entwicklung in die Wege leiten, daran hat das Schalker-Umfeld überhaupt keine Schuld dran.


Allein die Tatsache das es nach nicht mal 8 Monaten Amtszeit schon (sehr konkrete) Gerüchte um eine Ablösung zum Saisonende gab obwohl man die EL Teilnahme ziemlich sicher hatte und sogar noch Chancen auf die CL zeigt doch das man weder bereit ist GEduld aufzubringen noch dem Trainer überhaupt eine Möglichkeit gibt etwas langfristig aufzubauen. Und da spielt es auch keine Rolle wer da Manager ist und was der Trainer vorzuweisen hat. Seit dem Abgang von Stevens 2002 hatte Schalke 18 Trainerwechsel. Und selbst wenn man die Leute wie Reck, Achterberg und Eichkorn die nur ganz kurze Übergangslösungen waren abzieht bleiben immer noch ne 11 Cheftrainer übrig. Das heißt im Schnitt hält sich ein Trainer keine 1,5 Jahre. Und auch vor Stevens war es nicht anders.
Und zwar egal ob Altmeister, CL Gewinner, Jugendtrainer, Konzepttrainer oder Aufstiegsheld. Und im Grunde spielt es auch keine Rolle ob das an den Erwartungen der Fans, der Medien oder Clemens Tönnies liegt. Aber egal wer in der kommenden Saison auf der Bank sitzt wird spätestens am Saisonende wieder in Frage gestellt wenn man nicht ganz locker 2-3 wird was eben in Hinblick auf die Tatsache das Bayern, Dortmund und Leverkusen auch in der Liga spielen ziemlich schwierig wird davon ab das man immer noch total viele junge Talente hat und wohl nicht plötzlich ein reicher Scheich kommt der 300 Mio für ein paar Stars locker macht. AB scheint ja nichtmal mehr der CL Platz noch retten zu können.

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"Allerdings glaube ich, dass das Leben gerecht ist. Und wenn man sich im Erfolg schlecht verhält, glaube ich, dass das irgendwann zurückkommt." Jürgen Klopp, 30.10.2014, 15:09 Uhr

Tabellenplatz des BVB am 30.11.2014: 18

Manchmal erfüllen sich Wünsche und Prognosen schneller als es so manch einem lieb ist.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von hoschi1980 am 02.05.2016 um 07:56 Uhr bearbeitet
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