Hertha BSC Hertha BSC
deadline-day banner

Taktiktisch

10.08.2003 - 13:30 Uhr
Taktiktisch |#731
24.08.2012 - 22:48 Uhr
Danke.

Offtopic:
Ich sehe das ganze als eine Frage der Mentalität. Wer sich mit dem Thema Taktik oder Spielsystemen intensiver beschäftigt und eventuell sich sogar einliest, denkt im Anschluss etwas anders über den Deutschen Fußball. Nicht dass er schlecht ist, auf keinen Fall und die Erfolge sprechen auf den ersten Blick auch eine andere Sprache. Trotzdem gab es was die Evolution der Spielsysteme im Weltfußball angeht genau einen deutschen Beitrag der den Fußball verändert hat. Als ein Franz Beckenbauer die Rolle des Liberos nicht als reinen Ausputzer, sondern offensiv interpretiert hat.

Die Denkweise hierzulande ich nehme ein System mit der eine Mannschaft Erfolg gehabt hat und besetze es mit den besten Spielern die ich bekommen kann. Sobald ein Spieler ein schlechtes Spiel gemacht hat, erscheint im Wunschaufstellung Thread auf seiner Position ein anderer Name. Dabei werden immer wieder wieder die gleichen sich wiederholenden Spielsysteme verwendet. Einfach die Überlegung anzustellen das Spielsystem zu verändern ist eher selten der Fall.

Beispiel Hertha BSC. Im Kader sind kaum Mittelfeldspieler die rechts oder links sehr gut spielen können. Ben-Hatira ist zentral stärker. Beichler zieht sich eher zentral als auf der rechten Seite. Rukavytsya wurde von Babbel umgeschult. Und über Ramos gibt unzählige Seiten in seinem Thread, dass er in die Mitte gehört. Trotzdem wird an dem 4-4-2 oder 4-2-3-1 festgehalten. Weil mit diesen Grundformationen andere Mannschaften Erfolg hatten. Warum nicht das 4-2-2-2 ausprobieren wo alle auf „ihren“ Positionen spielen können? Wie lange hat Bremen mit seinem Trainer an der Raute festgehalten? Es ist also keine reine Fan Mentalität.

Interessant sind noch die Trainer die Mannschaften leiten. Durch die Bank durch fast nur ehemalige Spieler. Ausgebildet vom DFB in Köln. Sicher machen sie keinen schlechten Job und haben viel Erfahrung gesammelt. Aber sie übernehmen auch vieles von ihren Trainern unter denen sie Spieler waren. Es gibt kaum Platz für neue Ideen, oder andere Denkansätze. Richtig auffällig ist dies bei der Deutschen Nationalmannschaft. Sepp Herberger war Assistent von Otto Nerz. Helmut Schön war Assistent von Sepp Herberger. Jupp Derwall war Assistent von Schön. Berti Vogts war Jugendtrainer beim DFB, wie auch Ribbeck. Beckenbauer, Völler, Klinsmann wurden kaum das sie ihre Schuhe an den Nagel gehängt hatten DFB Trainer. Löw war wieder Assistent von Klinsmann.

Trainer die nicht aus diesen Erbpool kommen, haben aber den deutschen Fußball immer wieder positiv überrascht, indem sie mit vermeintlich schwächeren Teams erfolgreich waren. Volker Finke mit Freiburg, Otttmar Hitzfeld mit Dortmund, Tuchel mit Mainz. Dutt in Freiburg oder auch Hyballa mit Aachen. Deren Fußball hat richtig Spaß gemacht zuzusehen. Aber sie hatten unheimlich viel Glück gehabt, dass sie Trainer werden konnten.

Geht man heute zum Landessportbund und will Trainer werden, braucht man zwingend eine Empfehlung von einem Verein. Geht man als Nicht Spieler zu einem Verein weil man Trainer werden will, wird man weggeschickt. Diesen Job übernehmen Spieler, oder ehemalige Spieler.

Und so kocht der deutsche Fußball in seiner Suppe und ist überrascht, dass auch wenn man die besseren Spieler in seinen Reihen hat, plötzlich ausscheidet. Rückblickend waren all die Weltmeistertitel glücklich. 1954 ein Wunder, als man gegen die unschlagbaren Ungarn knapp gewann. 1974 galten die Holländer als beste Mannschaft. Beide Titel wurden nur mit Kampf gewonnen. Das können wir. 1990 war auch nicht besser. Eine Schlacht gegen Holland. CSFR durch einen 1:0 per Elfmeter. Halbfinale durch ein Eigentor und Elfmeterschießen gegen England durchgesetzt. Argentinien wurde im Finale per Elfmeter besiegt. Im Achtelfinale gegen Holland fiel das letzte Tor aus dem Spiel heraus.

Will man den Anschluss an die finanzstarken Ligen in England und Spanien nicht verlieren, muss man hierzulande viel kreativer sein, was Spielsysteme und Taktiken angeht. Ich habe fertig.

•     •     •

Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
Die Leistungsfähigkeit eines Subsystems ist größer als die Summe der Elemente aus denen es besteht. Es geht weniger um Individuen als die Verbindung zwischen ihnen.
Taktiktisch |#732
26.08.2012 - 12:17 Uhr
Zitat von adailton:
Die Denkweise hierzulande ich nehme ein System mit der eine Mannschaft Erfolg gehabt hat und besetze es mit den besten Spielern die ich bekommen kann. Sobald ein Spieler ein schlechtes Spiel gemacht hat, erscheint im Wunschaufstellung Thread auf seiner Position ein anderer Name. Dabei werden immer wieder wieder die gleichen sich wiederholenden Spielsysteme verwendet. Einfach die Überlegung anzustellen das Spielsystem zu verändern ist eher selten der Fall.

Beispiel Hertha BSC. Im Kader sind kaum Mittelfeldspieler die rechts oder links sehr gut spielen können. Ben-Hatira ist zentral stärker. Beichler zieht sich eher zentral als auf der rechten Seite. Rukavytsya wurde von Babbel umgeschult. Und über Ramos gibt unzählige Seiten in seinem Thread, dass er in die Mitte gehört. Trotzdem wird an dem 4-4-2 oder 4-2-3-1 festgehalten. Weil mit diesen Grundformationen andere Mannschaften Erfolg hatten. Warum nicht das 4-2-2-2 ausprobieren wo alle auf „ihren“ Positionen spielen können? Wie lange hat Bremen mit seinem Trainer an der Raute festgehalten? Es ist also keine reine Fan Mentalität.

Also grundsätzlich, wenn ich dich richtig verstanden habe, sollten wir uns mehr auf die Qualitäten der einzelnen Spieler besinnen und danach die Formation gestalten, und nicht a priori 4-4-2 oder 4-2-3-1 oder was auch immer festlegen und dann einfach Namen auswechseln? Dann bin ich vollkommen bei dir.

Was das 4-2-2-2 von Villareal angeht, ich habe sie ehrlich nicht oft spielen gesehen. Wenn das stimmt, so wie von Spielverlagerung.de geschildert, dann können wir das System leider gleich kippen. Wesentlich sind 2 laufstarke und spielstarke AVs mit ganz viel Offensivdrang. Die sehe ich bei uns weit und breit nicht. Außerdem müssen sich die beiden 6er sehr gut mit den beiden 8ert oder 10ern vor sich abstimmen, was Defensivarbeit angeht. Auf 8/10 brauchst du ganz laufstarke Spieler, die vA in der Arbeit gegen den Ball längere Wege gehen müssen. Man kann in Deutschland nicht die AVs alleine auf den Außenbahnen lassen. In der Defensivarbeit hätten wir also zwangsweise eher eine flache 4 im MF.

Sonst haben wir fast idente Systeme, 4-4-2 und 4-2-3-1 oder sogar 4-3-3 (Russland) sind sich sehr ähnlich. Ausgehend von einem Favre'schen 4-4-2 mit 2 offensiven Außenspielern hat man 2 Stürmer, wobei einer sich vermehrt zurückfallen lässt. Aus diesem Stürmer wird eine 9,5 dann eine 10 (> 4-2-3-1) und später eine 8 (> 4-3-3, wobei die offensiven Außen als Stürmer hinzugezählt werden). Das defensive Grundgerüst bleibt sehr ähnlich bis gleich, 4 Verteidiger mit 2 6ern davor. Alles was davor passiert, ist die Kreativabteilung und dort ist sowieso permanent Bewegung, noch dazu mit einem offensiv orientierten 6er, sodass wir auch bei uns nicht von einer einzigen Formation sprechen können. Daher finde ich jetzt eine Debatte, ob wir 4-2-2 oder besser 4-2-3-1 spielen sollen, eher unspannend. Wichtiger ist, wie sich die Vordermänner ohne Ball bewegen, wie schnell sie vorstoßen und wie gut sie sich im Zusammenspiel finden. Das sind Dinge, die unabhängig von Formationen auf dem Reißbrett geschehen.

Eher interessant wird es, wenn in der defensiven Grundordnung was Neues probiert wird. In Östereich z.B. spielt ein Verein (SV Ried) gerne ein 3-3-3-1 System, mit 3 IV, 3 def MF, 3 off MF und einem Stürmer. Dabei verschieben die beiden def. MF auf den Außenbahnen nach hinten, unterstützt vom jeweiligen IV auf ihrer Seite. Im Spiel nach Vorne sind 4 Offensivakteure, unterstützt von den beiden def. MFs auf den Außen. Die Aufgabenaufteilung ist also grundsätzlich eine andere. Ich sage nicht, dass wir so spielen sollen, ist aber interessant zum beobachten.
Taktiktisch |#733
26.08.2012 - 13:28 Uhr
Schön und interessant mit was für taktische Feinheiten andere Teams spielen bzw. Trainer spielen lassen und welche taktisch historische Errungenschaften es so gab...... ;)


Ich persönlich wäre schon froh , wenn Hertha eine Taktik verinnerlichen würde, die die vorhandenen Stärken der Spieler fördert und im Idealfall die vorhandenen Schwächen minimiert.

Die Spieler brauchen eine Grundordnung und lediglich 2-3 eingespielte (offensive) Spielzüge im Repertoire zu haben, sowie einige Lösungen bzw. -ansätze und uns wäre schon masiv geholfen. :)

Im Vergleich zur Vorbereitung und den von mir besuchten Testpielen ist von dem eigentlichen Luhukay'schen Fussball, so wie ich ihn verstanden und gesehen habe, schon einiges mehr zu sehen...

Das erste Tor gegen Jahn ist bspw.genau nach diesem Motto gefallen :

Zitat
(...)
Bei Ballbesitz sollen die Spieler nicht auf einer Höhe stehen, sondern sich verteilen. „Je enger wir bei Ballbesitz zusammen stehen, desto besser kann der Gegner uns verteidigen“, sagt Luhukay. Gerade die zwei Stürmer sollen durch Pendelbewegungen immer wieder Verteidiger ins Mittelfeld locken und Lücken in die Abwehr reißen. Die Außenbahnspieler sollen die Flügelpositionen eher halten und nach drei Sekunden abspielen. „Wenn wir Räume schaffen in der Tiefe und der Breite, dann muss der Gegner sich verschieben", sagt Luhukay, "dann können wir Steilpässe oder Diagonalbälle in die entstehenden Schnittstellen spielen.“ Das sieht dann, wenn es klappt, nach sehr einfachen Spielzügen mit wenigen Pässen aus. „Total unkompliziert, aber sehr effizient“, schwärmt Luhukay. Auch durch die Mitte. „Viele glauben, das Zentrum sei am leichtesten für den Gegner zu verteidigen, aber wenn wir uns gut bewegen, werden wir viele Tore durch die Mitte erzielen“, verspricht er. (...)


http://www.tagesspiegel.de/sport/hertha-bsc/herthas-taktik-so-wird-aufgestiegen/6940756.html


Was uns im Moment noch feht ist das konsequente und koordinierte Gegenpressing. Wagner ist immer drauf gegegangen, Allagui nur teilweise und Kluge hat mMn häufiger den falsche Zeitpunkt gewählt um zu pressen, dann wenn beide Stürmer in der Rückwärtsbewegung waren. Niemeyer und die Aussen MFs haben sich größtenteils aus dem Pressing rausgehalten, außerdem ist die Abwehr nicht weit genug vorgerückt.

Woran es dannn noch hapert:

Einige Spieler werden "positionsfremd" eingesetzt,wobei klar ist das ein Ruka, Beichler, Ramos oder Ben Hatira als LM/RM immer lieber in die Mitte ziehen (mit Ball oder ohne)als die Seite zu halten und zum wiederholten Male ,häufiger auch umsonst, in Richtung Grundlinie zu gehen. Auch hackt es noch das die Avs lieber die Seite dichhtmachen als offensiv zu verteidigen , hinzu kommen einige Rekonvaleszenten bzw. formschwache/verunsicherte Spieler die man aufbietet ( bzw. aufbieten muss ?).

Das ist das natürlich Gift für eine Mannschaft, die sich erstmal "erden" und zusammenfinden muss.

Das wird mit der Zeit besser werden, hier heißt es jetzt Ar.sch zusammenkneifen und durchstehen.


Ich kann mir das 4-4-2 wie gegen Jahn , wenn auch mit anderer personellen Besetzung, sehr gut für den Rest der Saison als Basis vorstelllen.

•     •     •

Wir sind so wie wir sind, das Berliner Sorgenkind!

Ein gepflegter Pessimismus ist viel angebrachter: läufts schlecht, hatte man wenigstens Recht, läufts gut, ist man positiv überrascht…

Das ist Zirkus, das ist Infantino-Unterhaltung, das ist auch schon mal Jubel-Fernsehen, beziehungsweise Jubel-Streaming.

#NoQuitInNY

Taktiktisch |#734
27.08.2012 - 18:55 Uhr
Der vertikale und spielende Innenverteidiger

Der “vertikale Innenverteidiger” ist meiner Meinung nach eine logische Weiterentwicklung des spielenden Innenverteidigers. Bei all der Betonung der Vertikalität im modernen Fußball wird dem vertikalen Innenverteidiger noch wenig Aufmerksamkeit zuteil. Das liegt aber sicher auch daran, dass er ein (noch) sehr seltenes Exemplar ist.

Die Taktikexperten von Spielverlagerung.de haben den Begriff vertikalen Innenverteidiger bei ihrer Analyse des Spiels Ajax gegen Alkmaar kurz erwähnt aber das Konzept nicht weiter verfolgt. Bei Ballesterer.at aus Österreich ist von Jan Vertonghen von Ajax Amsterdam zu lesen, der immer wieder gefährlich nach vorne stößt.

Es scheint nicht verwunderlich, dass eine solche Spielweise zuerst im Heimatland des Totaalvoetbal auffällt, der sich ja entscheidend durch mutige und (scheinbar) intuitive Positionswechsel und Läufe auszeichnete. Hat also Ajax hier wieder einmal ein neues taktisches Konzept entwickelt?
Interessanter Artikel über einen neuen Spielertyp Innenverteidiger. Wird deshalb öfters Lustenberger als Innenverteidiger eingesetzt?

•     •     •

Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
Die Leistungsfähigkeit eines Subsystems ist größer als die Summe der Elemente aus denen es besteht. Es geht weniger um Individuen als die Verbindung zwischen ihnen.
Taktiktisch |#735
27.08.2012 - 22:01 Uhr
Zitat von adailton:
www.trainerblog.fussball-training.org:
Der vertikale und spielende Innenverteidiger

Der “vertikale Innenverteidiger” ist meiner Meinung nach eine logische Weiterentwicklung des spielenden Innenverteidigers. Bei all der Betonung der Vertikalität im modernen Fußball wird dem vertikalen Innenverteidiger noch wenig Aufmerksamkeit zuteil. Das liegt aber sicher auch daran, dass er ein (noch) sehr seltenes Exemplar ist.

Die Taktikexperten von Spielverlagerung.de haben den Begriff vertikalen Innenverteidiger bei ihrer Analyse des Spiels Ajax gegen Alkmaar kurz erwähnt aber das Konzept nicht weiter verfolgt. Bei Ballesterer.at aus Österreich ist von Jan Vertonghen von Ajax Amsterdam zu lesen, der immer wieder gefährlich nach vorne stößt.

Es scheint nicht verwunderlich, dass eine solche Spielweise zuerst im Heimatland des Totaalvoetbal auffällt, der sich ja entscheidend durch mutige und (scheinbar) intuitive Positionswechsel und Läufe auszeichnete. Hat also Ajax hier wieder einmal ein neues taktisches Konzept entwickelt?
Interessanter Artikel über einen neuen Spielertyp Innenverteidiger. Wird deshalb öfters Lustenberger als Innenverteidiger eingesetzt?


Ich bin mir nicht sicher, ob Lustenberger für diesen Spielertyp nicht etwas zu "zaghaft" wäre.
Sicherlich ist es gerade bei sehr statisch spielenden Mannschaften sowie Teams mit klarer Raumaufteilung sehr interessant, um die Zuordnung durcheinander zu bringen.
Aber insgesamt sollte man sich zuerst auf das Grundsystem verständigen und dies verinnerlichen, bevor solche Zusatz-Taktiken greifen sollen.

Das Zusammenspiel sollte sich Lustenberger erst in der Zentrale wiederholen, um mal durchgängig mehr am Spiel teilzunehmen.

•     •     •

...
That's life.
Taktiktisch |#736
04.09.2012 - 20:58 Uhr
Hertha gelingt im Berliner Derby bei Union ein knapper Sieg. Es war kein Feinschmeckerspiel, hatte aber dennoch seine interessanten Facetten.

...

Fazit

Spielerisch wenig ansprechend, aber ein intensives und kämpferisches Stadtderby – diesen Eindruck konnte man auch taktisch verifizieren. Herthas Sieg war in Anbetracht des letztlichen Zustandekommens, der Kräfteverhältnisse über 90 Minuten und der statistischen Werte ein wenig glücklich, war es doch eher eine ausgeglichene Angelegenheit.

Nach nur einem Punkt aus vier Spielen haben die „Eisernern“ einen klassischen Fehlstart hingelegt, werden aber sicher nicht in Panik verfallen. Es bleibt noch genug Zeit, diesen schwachen Anfang der Saison in ausreichendem Maße zu korrigieren. Die Hertha hat nun den Anschluss an die Spitze gefunden und dürfte wohl um den Aufstieg mitspielen. Andererseits wirkt die Mannschaft nicht so, als könne sie jeden Gegner der Liga problemlos dominieren. Während das Pressing bereits lobenswert zu erwähnen ist und gegen den Stadtrivalen im Zuge der mannorientierten Duelle sinnvoll für ein frühes Attackieren genutzt und instrumentalisiert wurde, fehlt es in der letzten Verteidigungsreihe sowie im Angriffsspiel noch an einigen Punkten. Doch auch bei Letzterem gab es bereits gute Ansätze zu verzeichnen.
Spielanalyse von Spielverlagerung.de. Interessant ist besonders das Fazit über die Schwächen von der Mannschaft.

•     •     •

Fußball ist ein System von 22 Elementen, bestehend aus zwei Subsystemen von jeweils elf Elementen, das sich innerhalb eines vorgegebenen Raumes bewegt und einer Reihe von Einschränkungen unterworfen ist. Sind beide Subsysteme leistungsgleich, muss das Ergebnis ein Unentschieden sein. Ist eines stärker, müsste es gewinnen.
Die Leistungsfähigkeit eines Subsystems ist größer als die Summe der Elemente aus denen es besteht. Es geht weniger um Individuen als die Verbindung zwischen ihnen.
Taktiktisch |#737
04.09.2012 - 21:58 Uhr
Zitat von adailton:
Spielanalyse von Spielverlagerung.de. Interessant ist besonders das Fazit über die Schwächen von der Mannschaft.
Ja, aber die genannten Mankos haben nichts mit Taktik zu tun, sondern nur mit individuellen Schwächen. Vorne sah es für mich in der ersten Halbzeit schon recht gut aus. In der zweiten Halbzeit hat sich dann das ganze Team bis zum Gegentor hängen lassen, und außerdem stand Ramos auf dem Platz. Er hat's ja zumindest mit ein paar Sturmläufen probiert, aber bei Pässen, Flanken und Torschüssen scheint er inzwischen jegliches Gefühl im Fuß verloren zu haben. Mal wieder ein echtes Trauerspiel von ihm.

Und in der "letzten Verteidigungsreihe" spielten
- der immer noch ziemlich unerfahrene Morales
- Lusti auf für ihn völlig ungewohnter Position
- Franz, nach langer Verletzungspause immer noch mit recht wenig Spielpraxis
- und unser einziger gesetzter Innenverteidiger, den ich als ständigen Unsicherheitsfaktor sehe. Jedesmal, wenn Hubník mal wieder schlecht zu seinem Gegenspieler steht und zum Kopfball geht, muss man Angst haben, dass der Ball im eigenen Netz landet.

Wenn man an diesen Schwächen arbeiten will sind also keine taktischen, sondern individuelle Maßnahmen notwendig.
- Vorne würde ich Ramos nur noch einsetzen, wenn das Team bereits mit mindestens zwei Toren Vorsprung führt und es nicht so schlimm es, wenn er mal wieder alles versemmelt.
- In der Außenverteidigung erhoffe ich mir viel von Pekarík.
- In der Innenverteidigung bin ich jedoch etwas ratlos. Zu Hubnik habe ich alles gesagt - keine Ahnung, warum der Nationalspieler ist. Franz kann sich noch steigern, aber wen haben wir sonst? Lusti ist ein toller DM, aber kein guter IV, ebensowenig wie Niemeyer. Brooks fand ich bisher in allen Spielen richtig schwach, und auch wenn mich unsere Nachwuchs-Fans für diesen Kommentar wahrscheinlich köpfen werden sehe ich in dem Jungen keine Alternative. Bleibt nur noch Janker, und der ist eine Wundertüte, spielt je nach Tagesform entweder ordentlich oder mies. Vielleicht sollten wir in der Winterpause auf dieser Position nachrüsten.
Taktiktisch |#738
04.09.2012 - 22:29 Uhr
Zitat von Marc_68:
Und in der "letzten Verteidigungsreihe" spielten
- der immer noch ziemlich unerfahrene Morales
- Lusti auf für ihn völlig ungewohnter Position
- Franz, nach langer Verletzungspause immer noch mit recht wenig Spielpraxis
- und unser einziger gesetzter Innenverteidiger, den ich als ständigen Unsicherheitsfaktor sehe. Jedesmal, wenn Hubník mal wieder schlecht zu seinem Gegenspieler steht und zum Kopfball geht, muss man Angst haben, dass der Ball im eigenen Netz landet.


Morales kam im gestrigen Spiel (leider) nicht zum Einsatz, sondern Holland. Aber den meintest Du wahrscheinlich auch.
Taktiktisch |#739
05.09.2012 - 00:48 Uhr
Muhaha, ich sollte auch bei spielverlagerung anfangen :D



Zitat von Kevinho123:
Hätte Ben-Hatira da doch den Doppelpass gesucht.
So könnte er sein gutes Spiel krönen, aber so bleibts nüchts

Ansonsten starkes Spiel von Hubnik und Franz. Bombig dahinten !
Allagui und Lustenberger sehr unauffällig heute.



Sieht aber meiner Meinung nach eher nach einem 4-1-3-2 aus was wir spielen

Also Niemeyer als DM und Kluge klar vor ihm statt neben ihm.
Kommt der "Raute" der Eisernen auch besser entgegen finde ich.



Unser starkes Pressing und die enge Manndeckung war unser härtestes Problem in der ersten Halbzeit. Ronny wäre hier wohl verloren gewesen. Aber ganz grosses Lob auch an JL, der unsere Spieler richtig eingestellt hat zur richtigen Zeit.

Mit dem vorziehen von Kluge hat er den Raum zwischen dem DM und Tusche zu gemacht und damit den Spielmacher aus dem Spiel genommen, der dann meist überspielt wurde

•     •     •

HA-HO-HE Hertha BSC !!!

Erste Liga, wir sind wieder da !
Taktiktisch |#740
05.09.2012 - 14:07 Uhr
Meine 2-3 Gedanken nach dem Derby:

Die neuformierte rechte Seite ist schon deutlich abgefallen im Vgl. zum Rest, Lusti als RV ist gerade so gut gegangen, wirkte auf dieser Position was Stellungsspiel und Timing angeht, nicht auf der Höhe.

Und auch Ndjeng als Rechtsaußen (soll ja jetzt seine Stammposition werden) war verschenkt. Viel zu langsam für einen klassischen offensiven Außenspieler. Seine Stärke am Ball, Passsicherheit etc. könnte aus einer tieferen und vllt. etwas eingerückten Position besser zum Tragen kommen.

Allagui + Wagner bitte nicht mehr von Beginn an, beides reine Strafraumspieler, Wagner hat probiert mitzuspielen, was in Ansätzen sogar geklappt hat. Stelle mir gerade einen 3-Mann-Sturm ab 2013 mit Allagui/Wagner/Lasogga vor. :ugly

Zentral haben Niemeyer (super abgeräumt) & Kluge (nach vorn Akzente gesetzt) schon klasse funktioniert. Trotzdem nicht verkehrt, wenn sie hier noch etwas Unterstützung von Ronny oder Ndjeng bekommen würden...

Also wenn mich JL bittet, nach den letzten Eindrücken für ihn mal die nächste Aufstellung zu machen, dann würde sie so aussehen:

-------------- Kraft -----------------
Peka -- Franz -- Hubnik -- Holland
------------- Niemeyer -------------
------ Ndjeng -------- Kluge ------- (Ronny)
Ramos --------------------- Ben-H.-
-------------- Allagui ---------------- (Wagner)
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.